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emgetrfcn Mle jede? anzelnen(Gruppe alles zu Gefallen tun müsse. Aber es bebeutei werter wie bisher, haß der Kampf um die Erhaltung und den Ausbau der Freiheit der d e u t- scheu Arbeitnehmerschaft die wichtigste Kraftquelle für die Sozialdemokratie bleibt. Und sie mutz von dieser Kraft weiter leben selbst auf die Gefahr hin. daß dadurch ihre Entwicklung zu Macht und Einfluß langsamer vor sich geht, als es sonst vielleicht gehen könnte. Die zweite Kraft, aus der die große politische und wirt- schaftliche Arbeiterbewegung entstanden ist. war ihre enge Verbindung mit der deutschen Wissenschaft und dem deutschen Geistesleben. Wissenschast und Geistesleben sind im Jahre 1930 etwas anderes als im Jahre ISA), und man kann sicher nicht einfach da fortfahren, wo Marx und Engels in London begonnen haben. Das Entscheidende ist hier, daß die Partei von heute Wert darauf legt, diejenigen Kräfte an sich heranzuholen, die als die fortschrittlichsten und ziel- bewußtesten in Wissenschaft. Wirtschaft und Politik auftreten. Vielleicht ist die Erfüllung dieser Aufgabe der schwierigste Tell der inneren Auffrischung, die die republikanische Bewe- gung in Deutschland und mit ihr auch die Sozialdemokratie notwendig haben. So entscheidend wichtig es ist. daß die Sozialdemokratie immer die Partei der aufwärtsstrebenden Arbeiter bleibt, daß sie den Arbeitern ein irdisches Ziel zeigen muß, daß sie Idealismus und Kampfesfreude in ihnen wecken muß: ebenso wichtig ist es, sich bewußt zu sein, daß zum großen Heer der Arbeitnehmer auch die Millionen Angestellte, Be- a m t e usw. gehören, die heute noch nicht den Weg zur Sozialdemokratie gefunden haben. Die Sozialdemokratie muß, ob sie will oder nicht, dahin streben, eine selb- ständige Mehrheit im deutschen Reichsparlament zu erwerben. Ob das Ziel in den nächsten Jahren oder in den nächsten Jahrzehnten zu erreichen ist, ist zunächst nebensächlich. Um der Demokratie und um der sozialen Bewegung willen muß die Sozialdemokratie aus eigener Kraft die Mehrheit erringen. Denn nur wenn eine fortschrittliche Partei die Mehrheit hat, können wirtlich größere Fort- ichritte erreicht werden. Koalitionsregierungen, so unvermeidlich sie heute in Deutschland sind, sind insofern ein großes Uebel, weil sie keiner Partei ermöglichen, ihre Anhängerschaft auch nur in den wichtigsten Punkten zufrieden zu stellen. Eine Mehrheit für die Sozialdemokratie ist aber in Deutschland nur zu erwerben, wenn sie auch die große Masse der Angestellten und auch der geistig führenden Kreise des deutschen Voltes an sich heranziehen kann. Wir haben in dieser Richtung große Fortschritte gemacht, vielleicht mehr, als vielen Sozialdemo- traten selber bewußt ist. Aber bis dies Ziel als solches er- reicht wird, ist noch recht viel zu tun. Ich wüßte keine Partei in Deutschland , die auch nur annähernd solche Aufgaben zu erfüllen hat. wie sie hier der Sozialdemokratie zugewiesen werden. Die Wut der Zer- störung, die jetzt besonders in dem Hitlerismus zum Ausdruck "ommt, ist eine große Gelegenheit für die So- zialdemokratie, sich auf diese Aufgaben zu besinnen. Es ist eine große Gelegenheit für die Sozialdemokratie, eine Bewegung, die unter dem Banner eines sogenanntenAnti- Marxismus" kämpft, die ausgezogen ist, um die Sozialdemo- kratie zu zertrümmern, um diese Bewegung geistig zu über- winden und aus ihr neue große Erfolge für die fozialdemo- stratifche Pokitik zu schmieden.

Die Roiverorönungssteuern. Die Stellungnahme der Sozialdemokratie. Nach Beendigung der Beratung über die Osthilfe führt« der Ausschuß für den Rsichshaushalt in seiner Donnerstagsitzung die Beratung des zweiten Abschnittes der Notverordnung fort, der von den neuen Gemeindesteuern handelt. Für die Sozialdemokratie erklärte Dr. Hertz, daß feine Frat- non die B i« r ft e u« r akzeptiere, weil er zur Deckung der Wohl- fahrt sausgaben erforderlich fei. Gegen die Gemeinde-. getränkest euer hätten feine Freunde indessen Bedenken. Wolle man diese Steuer, so müsse sie obligatorisch für alle Ge- meinden«ingeführt werden. Es liege, abgesehen oon allen steuer- lichen Gesichtspunkten, aber auch eine große Ungerechtigkeit darin, daß das Bier oersteuert werden müsse, nicht aber der Wein. Was die Bürgersteuer betreffe, so sei er überzeugt, die Verwal- tungstosten würden so hoch werden, daß nichts herausfpringe. Em Jahr praktischer Durchführung werde aus Freunden der Steuer Gegner machen. Die geplante Verbindung mit den Realsteuern werde daran nichts ändern. Sollten die Steuern aufrechterhalten werden, müßten jedenfalls zwei Aenderungen eintreten; 1. müßten bestimmte Personengruppen generell oon der Steuer befreit werden, oder es müßfe«ine unterste Einkommen- fteuergrenze festgesetzt werden mit der Maßgabe, daß oll« die- ienigen, die mit ihrem Einkommen unterhalb dieser Grenze bleiben, oon der Steuer befreit werden; 2. müßte auch eine andere v er- b«ss erte Staffelung«intreten. Bekanntlich sei ursprünglich der Plan der Regierung dahingegangen, eine Bürgersteuer ohne Staffelung durchzuführen. Das Hab« sich als unmöglich erwiesen. Aber auch die jetzige Staffelung fei unhaltbar, well sie die g«. ringeren Einkommen ungleich härter belasten als die höheren. Die Steuer fei auch grundsätzlich um deswillen als verkehrt zu be- zeichncn, weil sie«ine Abtehr vom Prinzip der Lei- stungsfähigkeit dorfalle, da» sonst im ganzen deutschen Steuersystem durchgeführt fei. Giaatskommiffare überall. Die Gemeindesteuern und die Notverordnung werden durchgeführt. Erfurt , 27. November. Auf Antrag des Magistrats hat der Regierungspräsident in Erfurt den Oberregierungsrat o. Loewenftein zum Staats- kommiffar ernannt. Der Kommissar hat an Stell« der Stadt» oerordnetenversammlung die Einführung der Bürger st euer kür da» Rechnungsjahr 1930 befchlosien. Hagen . 27. November. Der Regierungspräsident hat auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten die Bier», Getränke- und. Bürger- it e u e r mit Wirkung vom 1. Dezember d. I. für Hagen eingeführt. Zum Staatskommissar für Hagen wurde Regierungsrat Fuchs-Arnsberg ernannt. Görlitz , 27. November. Im weiteren Periauf der Stadtverordnetensitzung lehnten die Stadtverordneten die Einführung der Bürgersteuer gegen 13 Stimmen ab. Es ist jedoch iftit Sicherheit zu erwarten, daß die Bürgersteuer durch den Regierungspräsidenten zwangsweise eingeführt wird.

Verdammung des Kapitalismus .

Eine leidenfchastliche Anklage.

Wir lebe» im Zellalter des Kapilalismu», der de» Pauperis­ mus bewirkt hat. da» heißt die allgemeine Verarmung, unter bereu Druck die Katholiken genau so leiden wie die Soziallsten and Marxisten... Mr leben im Zeilaller des Egoismus und der Eni- ortuug. Diese allgemeine Entartung ist die Auswirkung des uu- morallscheu und unproduktiven Kapitalismus der einzelnen Aus- beuler und Spekulanten sowie der Organisierten in Vauken und Kartellen. Da, ganze Kapital ist die Frücht der produktiven Arbeit der Arbeiterhände und der Znlelligenz der Angestellten, und es ist, oustatt dem Fortschritt zu dieuen, zu der Hauptursache der ver- armuug und der Entartung geworden... Auf den ersten Seile« des Allen Testaments ist der Menschheit da» wahre wirlschastlichc Gesetz gegeben. Dort steht geschrieben- Sei Herr und kein Sklave". Deshalb herrscht heule keine Ordnung, sondern ein Chaos. Wem dient die ganze menschliche Intelligenz? Dem Kapital allein. Das Kapital hat sich aller Errungenschaften des menschlichen Geistes bemächtigt: technischer Erfindungen, wissen- schasilicher Entdeckungen, neuer Arbeitsmethoden. Alles das, was dem wohl de» Menschen dienen sollte, ist zu seinem Verderben geworden... Der arme Mann befindet sich heute in der Gewalt der Ausbeuter, dl« es nicht anerkennen wollen, daß auch der Aermste das Recht auf Lebe», auf Brot, auf Kleidung und auf die Familie hat. Wer kann es heute den Armen sichern, daß ihre Kinder etwa« zu esse» haben, daß sie nichi genau so Hunger leiden werden,, wie die Armen heute leiden? wir leben in der Zeil der historischen wende, wie es sie seit der Zeit der Völkerwanderung, durch die die griechisch-römische Well zerschlagen nmrde, nicht ge­geben hat. Damals entstand aus dem Meer des Blute» da» Christentum. Ostmals entstehen große Ereignisse aus blutigen Konflikten. Die Möglichkeit solcher Konflikte ist aber immer in einer menschlichen Gesellschaft vorhanden, die am höchflpuott der Zuspitzung ihrer Aniagoniemen angelangt ist... Unsere Zeit ist reis für die wellrevoluiion. wenn nicht die Regierenden und die Kapilalisten die Gesetze des Christentums annehmen, wird da» role Meer der Flamme die Welt verwüsten." * Wir entnehmen diese leidenschaftliche Anklage gegen den Kapitalismus einer Erklärung von Möns. Kordac, dem Erzbischof von Prag . Wir sehen in dieser Er- klärung ein menschliches Dokument von hohem Wert. Gewiß sind viele Anschauungen des Erzbischofs Kordac nicht die unfrigen. Wir haben andere Hoffnungen und sehen andere Wege als er. Wir fühlen uns aber mit ihm in seiner Menschenliebe und in seiner Leidenschaft einig. Ein großes Herz spricht aus seinen Worten. Man glaubt, die Sprache der alten Propheten zu hören. Hatten sich alle Politiker, die sich rühmen, christlich ge- sinnt zu sein, die Gesinnung von Möns. Kordac«i eigen gemacht, so wären auch viele der dringendsten politischen Auf» gaben unserer Zeit viel leichter zu lösen! Die Aeußsrungen von Möns. Kordac sind eine ver» nichtende Anklage gegen den Kapitalismus und g e gen die b ü rg c r l i ch e Po l i ii k._ Man ocrgleiche diese Stimme mit dem Verhallen des Backermeisters Drewitz und seiner. Parteifreunds, die bereit sind, den Staat den größten Gefahren auszusetzen, nur deshalb, weil das Brot für die armen Leute billiger wird. Und die Dirtschaftspartei

steht natürlich fest auf dem Boden derchristsichen' An- schauungen. Die Kritik des Kapitalismus ist bei Möns. Kordac vor allem eine moralische Kritik. Er geißelt die Unmoral und die Unmenschlichkeit aller derjenigen, die ihre Gewinn- sucht über das Leben und das Glück der Menschen stellen, die zum Beispiel nach einer Bergbaukatastrophe mit Hunder- ten von Menschenopfern nichts Besseres zu tun haben, als zu prüfen, ob dieses furchtbare Unglück den Dividenden Abbruch tun wird. Die Ausführungen des Prager Erzbischofs haben aber auch deshalb einen großen Wert, weil in ihnen das starke Gefühl für den ungeheuren geschichtlichen Ernst unserier Zeit zum Ausdruck kommt. Er sieht die Gegen- sätzc der gegenwärtigen Gesellschaft sich bis zu ihrem Kulmi- Nationspunkt steigern, und er spricht von unserer Zeit als von der Zeit der großen historischen Wende. An einer von uns nicht zitierten Stelle(wir haben nur einen Auszug aus den längeren Ausführungen wiedergegeben) ist auch von der bolschewistischen Gefahr die Rede. Möns. Kordac sieht aber auch in dieser Gefahr weniger das Treiben einer dunklen Macht, als die Auswirkung der Gegensätze der kapitalistischen Gesellschaft, die sich jetzt auf das äußerste zuspitzen. Als Kasiandraruf klingen seine Worte: Oftmals entstehen große Ereignisie aus blutigen Konflikten." Run fürchtet er, daß nicht die schöpferischen Kräfte das Antlitz der Welt umgestalten, sondern die Kräfte der Zerstörung die ganze Welt verwüsten werden. Und er sieht die schöpferischen Kräfte nicht, verzweifelnd appelliert er an das Gewissen der Regierenden und der Kapitalisten, be- schwört sie, den christlichen Gesetzen zu folgen und noch an einer anderen Stelle sich daran zu erinnern, daß das Wohl der Allgemeinheit das höchste Gesetz für den Staat ist. Letzten Endes ist es der tief st e Pessimismus, dem wir in den Aeußerungen von Möns. Kordac begegnen und den wir nicht zu teilen brauchen, weil wir in der so zialifti scheu Arbeiterbewegung gewaltige schöpferische Kräfte sehen, deren Sammlung und Stärkung unsere große historische Aufgabe ist. Deshalb sehen wir die soziale Revolution nicht im Sinne einer ver- heerenden Weltkatastrophe kommen, sondern als eine Periode der grundlegenden Umgestaltung der menschlichen Gesellschaft. Wir ziehen aus der Verdammung des Kapitalismus die Kon- sequcnzen, die der hohe katholische Geistliche nicht ziehen kann. Aus dieser Verdammung, sowie aus unserer Kenntnis wirt- schafllicher und politischer Zusammenhänge ergibt sich für uns die große historische Zielsetzung: der Sozialismus. Jetzt, da wir im schwierigen Kampf um die Demokratie stehen, das heißt um die politische Freiheit und um den Boden. auf dem die Freiheit der menschlichen Arbeit erkämpft werden muß, möchten wir, daß die Stimme des Proger Erzbischais von allen denjenigen gehört wird, die ihrer Lage nach zu uns gehören, die unter der schweren wirtschaftlichen und seelischen Rot in dieser Sesellschcht leiden, die aber durch den Mangel an politischem Bewußtsein und verschiedenen Hemmungen verhindert werden, uns in diesem. Kampf zur Hilfe zu kommen. Dann werden viele Opfer und Leiden er- spart bleiben und der Sieg wird unser sein!

Kriegserklärungen in Thüringen . Großer Krach zwischen Landvolk und Hakenkreuzlern.

Weimar , 27. November.(Eigenbericht.) In Thüringen liegen sich La n d v o lk p a rt« i und Nazis wieder einmal heftig w den.Haaren. Finanzminister Baum(Landvolkpartei) hat kürzlich in einer Landbundversammiung in Rudolstadt eine Rede gehalten, m der er die Nationalsozialisten wegen ihrer Agitationsreden, die im strikte» Gegensatz zu ihren Taten stehen, scharf angriff. Dabei sollen auch Hitler und F r i ck schleckst weggekommen sein. Die National- s o z i a l i st e n setzten sich deshalb in der neuesten Nummer des in Weimar erscheinendenNationalsozialist" mit Baum auseinander. Sie warfen Baum vor, daß seine Rede eine einzige Hetze gegen den Nationalismus gewesen sei. Baum sei Finanzminister geworden, um in erster Linie die materiellen Interessen der hinter ihm stehenden Kreise wahrzunehmen. Wer nichts von Kultur versteh«, solle nickst über kulturelle Fragen reden. Und wer nicht weiter denken könne, als sein Misthaufen reiche, solle die Finger von der Politik lasten. Die Nationalsozialisten ließen sich die ihnen von Baum zuteil gc- wordene Behandlung nicht länger gefallen. Die neu« Krise hervor- gerufen zu haben, sei die alleinige Schuld des Finanzministers Baum, der sich zu schweren Beleidigungen des obersten Führers der Nationalsozialisten, Hitler, und des Ministers F r i ck habe hinreißen lassen. Auf diese Angriffe imNationalsozialist" hat die Landvolt- Partei der Presse folgende Erwiderung zugehen lassen: Die ZeitungDer Nationalsozialist" bringt in ihrer letzten Nummer«inen nach Form und Inhalt imerhörten Angriff gegen den Minister Baum megen seiner vor mehr al» 1009 Mitgliedern gehaltenen Red« in Rudolstadt . Herr Baum, der nicht als Minister. sondern al? Landvolkführer in fachlicher Weise, wenn auch deutlich und unmißverständlich einen Trennungsstrich zwischen der Landvolt- auffastung und dem zur Mode gewordenen Nationalsozialismus zog, darf die Gewißheit haben, daß das im Landbund organisiert« Land- volk nach wie vor in einmütiger Entfchlostenh�t hinter ihm steht. Die Landvolkpartei nimmt denWutausbrnchderNational- sozio listen ebenso wenig ernst wie ihr« leichtfertige Drohung. die Landoolkpartei so zu bekämpfen wie die Sozialdemokratie und ist bereit, den angebotenen Kampf aufzunehmen Sie ist überzeugt, daß dem Kampf, der aus die Zerstörung des Landbundes abzielt. nicht ausgewichen werden darf und ist des Erfolges gewiß. Die Landvoltpartei dankt Herrn Minister Baum namens der Thüringer Bauern für seine grundsätzliche Einstellung zum Nationalismus und billigt seine Ausführungen.<Bie ist ebenso überzeugt, daß das Land. volk trotz aller nationalsozialistischen Berspreckunzen und Angriffe seinen berufenen Führern in Zukunft ebenso folgen wird wie in der Vergangenheit.

Kränzen Hai es nöiig! Keine Herabsehung der Ministergebätter in Braunschweig . Braunschweig , 27. November.(Eigenbericht.) Die Lraunschweiger Hakenkreuzler hotten vor und kurz nach der Wahl die Herabsetzung der Ministergehälter auf 12 000 Mark herausposaunt. Sie stellten auch einen Antrag, der von ihrer Regierung eine dementsprechende Vorlage verlangte. Der Antrag wurde von dem Nazipräsidenien Zörner dem Haushalts- aus schütz überwiesen. Hier sabotieren die Nationalsozialisten systematisch ihren eigenen Antrag. Schon in zwei Sitzungen haben sie immer wieder versucht, die Regelung hinauszuschieben. Sie ver- trösten ihre betrogenen Wähler damit, daß täglich eine Regierung-- vorläge kommen müsse. Der zuständige Regierungsvertreter jedoch erklärte in der gestrigen Ausfchutzsitzung, daß er kein« Ahnung habe, wie dies« Vorlage aussehen werde. Dabei regiert der Brounschweiger Naziminister F r a n z e n schon seit dein 1. Oktober: am 1. Dezember wird ihm zum dritten Male das Mimstergchalt in der alten Höhe ausgezahlt! Verfolgungswahn? Ludendorff befürchtet ein Attentat. Die Landesleitung Nordost des Tannenbergbundes bittet um die Verbreitung folgender Meldung: Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß in den Tagen vom 26. bis 39. November ein Anschlag auf das Leben General Ludendorffs und feiner Gattin geplant ist."

Eiseuverbittigung ohne Lohnsenkung. Wo? Zn Oer Tschechoslowakei. ?» der Tschechoflowoket sind gestern die Elseupreise um rund 7 Prozent gesenkt worden. Sämtliche Vertreter der Eisen­werke haben erklärt, daß sie im Zusammenhaag mit der preis- ermäßig»»? a» keine Lohusenknug denken.

Der spanisch« Flieger major Franca soll in Portugal emgetrofiec lein. Er hat bei seiner Flucht«inen Brief an den Ministerpräsi de nie n hinterlassen, dem er Kampf gegen die Bersassungsseiiidlichlee anküirdigt. Die Madrider Polizei behauptet, eine Verschwörung zweier Generale und des Soziolistenführer? Prieto aufgedeckt vi haben. Verhaftungen sind erfolgt.