Die entscheidende Frage. Der sonderbare
Ordnung der Reichsfinanzen
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Wirtschaftsgesundung.
für
Bor den Spandauer Sozialdemokraten sprach in einer erfüllten Mitgliederversammlung, die vom Kreisvorsitzenden dolf Guth geleitet wurde, Paul Herh über den Kampf gegen Faschismus und Wirtschaftskrije.
Die Beendigung der Wirtschaftskrise und die Ueberwindung ser schweren Depression im deutschen Wirtschaftsleben ist im Augenblick die große Aufgabe, die unter Einsegung aller Kräfte gelöst werden muß. Borbedingung für eine Besserung der wirtschaftlichen Lage aber ist die Ordnung der öffentlichen Finanzwirtschaft. So lange wir nicht mit aller Energie unsere Finanzen in Ordnung bringen, werden die ausländischen Kapitalisten nicht aufhören, ihre in Deutschland investierten Milliarden zurück zuziehen. Ohne Bereitstellung ausländischer Kredite aber ist eine Anfurbelung der deutschen Wirtschaft nicht möglich. Nur auf der Basis einer geordneten Finanzwirtschaft kann aber auch der Kampf um die Ermäßigung der Reparationslasten geführt werden. Das Notprogramm des Reichskanzlers, von dem die Regierung behauptet, daß von seiner Annahme der Kredit Deutschlands , also die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit abhängt, hat keine Mehrheit im Reichstag. Was soll nun geschehen? Das ist die entscheidende Frage. Werde die alte Regierung gestürzt und komme eine neue Regierung, die sich wieder auf die jetzigen Regierungsparteien stüße, so bleibe natürlich der Kurs der alte. Eine solche Regierungsstürzerei habe deshalb feinen Sinn. Man würde eine Mehrheits regierung zu bilden suchen. Bei dem augenblicklichen Kräfteverhältnis im Reichstag würde die Regierungsmehrheit mit der Sozialdemokratie nicht gemacht werden können. Es würde aljo eine Rechtsregierung Hitler- Hugenberg drohen! Käme diese Regierung zustande, würde das die Auslieferung der Macht auch in Preußen an die Nazis bedeuten. Die Sozialdemokratie merde deshalb mit allen Mitteln die Bildung einer solchen Rechtsregierung
zu verhindern haben.
Wir führen den Kampf gegen Faschismus und Diktatur, weil es die deutsche Arbeiterschaft vor neuer Knechtung und Unterdrückung zu schützen gilt. Arbeiterpolitik und Staatspolitik find im demofratischen Staat dasselbe. Das Interesse der Arbeiterklasse kann nur gewahrt werden in einem modernen demokratischen Gemeinwesen.
Wer erkannt hat, daß Nationalsozialisten und Kommunisten mit aller Kraft auf die Diktatur hinzielen, die für die Arbeiterschaft keine Besserung, sondern nur eine ungeheuerliche Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage bringen famm, wird den Kampf mit uns führen, treu zur Fahne halten und eifrig und gewissenhaft seine Pflicht als Sozialist tun.
Die Uebermindung der Wirtschaftsfrise aber wird zu einem neuen Aufstieg der deutschen Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie führen.
Die vier von der Tankstelle.
Ein Taschenfeuerzeug als Revolver.
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Fremde.
Neue Rätsel im Mordfall Matschke.- Eine wichtige Zeugin meldet sich.
Im Schauhaus wurde gestern die Leiche der ermordeten confitürenhändlerin Anna Matschte aus der Tresdowaße 27 obduziert. Der Befund ergab, daß der Tod durch rwürgen eingetreten ist. Leichtere Hautverletzungen des Schädeldaches laffen ferner darauf schließen, daß der Mörder auf sein Opfer cuch eingeschlagen haben muß.
Entgegen der ersten Annahme steht nun einwandfrei fest, daß an der Greifin ein Sittlichkeitsverbrechen nicht verübt worden ist. Durch die Feststellung wird der Mord nur noch rätselhafter, denn auch von den Habjeligkeiten der alten Frau ist nimt das Geringste geraubt worden. Die Vermutungen über die Motive bewegen sich nach den verschiedensten Richtungen. Der Annahme, daß der Täter die Absicht gehabt habe, den Geld briefträger im Laden bei der Auslieferung des kleinen Betrages von 1,75 Mart zu überfallen und zu berauben, steht die Tatsache gegen über, daß der Inhalt der Ladenkaffe und etwa 300 Mark Bargeld völlig unberührt geblieben sind.
Die Mordkommission hat in den letzten Tagen eine Reihe von 3eugen vernommen. Die größte Bedeutung ist der Aussage einer Frau beizumessen, die am Freitagfrüh gegen 5 Uhr mit dem mörder gesprochen zu haben scheint. Die Frau, deren Weg zu ihrer Arbeitsstelle durch die Tresdomstraße führt, wurde Houses Nr. 27 heraustam. Unter anderem fragte er, eb Frau von einem jungen Mann angesprochen, der aus dem Flur des matschte eine Zeitung bekomme. Als die Frau erwiderte, woher sie das wohl wissen sollte forschte der sonderbare Fremde weiter, ob sie ihm sagen fönne, wann der Postbote zum erstenmal erscheine. Auch das verneinte die Frau und jetzte ihren Weg fort. Sie hat noch gesehen, wie der Mann wieder ins Haus zurück ging. Die Beugin beschreibt ihn als etwa 25 bis 30 Jahre alt, 1,70 meter groß, mit dunkelblondem zurückgekämmtem Haar und blaffem Geficht. Er trug einen dunklen Jackettanzug. Nach diesen Angaben ist kaum mehr daran zu zweifeln, daß es diefer Marin ist, den eine Freundin der Ermordeten, die am Freitagvormittag vorsprad), im Laden antraf und der sich als Bruder der Frau
Matschte vorstellte.
Protest der Gemeindebeamten. Gegen Rechtlosmachung und Sonderbelaffung.
Der Reichsbund der kommunalbeamten und Angestellten Deutschlands veranstaltete gestern im Zirkus Busch in Gemeinschaft mit dem Zentralverband der Beamten und Angestellten der preußischen Provinzialverwaltungen eine sehr gut besuchte und gebung gegen die Rechtlosmachung und Sonderbelastung der Beamten und Angestellten in den deutschen Kommunalverwaltungen und öffentlichen Körperschaften.
Ein Raubüberfall, der in der Nacht zum 29. September auf die in der Thomasstraße in Neukölln gelegene Tanfftelle verübt worden war, fand vor dem Ermeiferten Schöffengericht Neukölln ſein Nachiviel. aufwandes in der öffentlichen Verwaltung. Die Redner, Ma
Die Versammlung verwehrte sich gegen den Gesetzentwurf der Reichsregierung über die Einschränkung des BersonalReichsregierung über die Einschränkung des Bersonal
Wegen Raubes hatten sich vier junge Leute zu verantworten. Die Angeklagten, zum Teil schon vorbestraft, wurden aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Sie drangen in die Tankstelle ein und erbeuteten zwei Motorräder mit Beiwagen. Zwei von ihnen gingen auf den Hof der Tankstelle, wo sie angeblich fünf Liter Benzin kaufen wollten. Um den 70jährigen Wächter in das Kontor zu locken, verlangten sie eine Quittung. Jezt zog der eine cinen Revolver, mit dem er den Greis in Schach hielt, während der andere das Benzin in dem Raume ausgoß und drohte, die ganze Bude in Brand zu sehen". Der Wächter, völlig eingeschüchtert, wagte feinerlei Widerstand, obwohl, wie sich später herausstellte, die Waffe" lediglich ein Feuerzeug war, das die Form einer Pistole besaß. Die Räuber fuhren auf gestohlenen
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Motorrädern davon.
Trotz der Schwere der Tat billigte das Gericht den Angeklagten wilderne Umstände zu, um sie vor dem Zuchthaus zu
bewahren. Sie erhielten zwei bis drei Jahre Gefängnis..
Herabsetzung der Kofspreise. Achtung auf die Umlagen der Hauswirte.
Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit, daß in Berhand lungen zwischen dem preußischen Handelsministerium und der Berliner Kotsvereinigung für westfälischen Schmelzfofs gegenüber dem Preise von 2,91 m. je Zentner eine Herabjegung auf 2,78 M. frei Keller festgelegt worden ist. Der entsprechende Vorjahrspreis, mit dem zu vergleichen ist, habe 3,02 M. betragen. Die Preise für die übrigen gehandelten Rotssorten sollen ebenfalls eine angemessene Herabfehung erfahren. Die neuen Preise treten mit dem 3. Dezember in Kraft.
gistratsrat Gufschmidt- Berlin, Bundesdirektor Stadtrat a. D. Ehrmann, Bundessyndikus Rechtsanwalt Staegment München und der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes
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Die geheimnisvolle Postenweisung hat der Täter zweifellos an sich selbst auf unter Berwendung fingierter Namen gegeben. Im Laufe des heutigen Tages werden an den Anschlags fäulen photographische Reproduktionen der Bostanweisung sowie Plakate mit einer Reihe von wichtigen Fragen erscheinen.
Zwei freche Ueberfälle.
Reuköllner Parteigenoffe im Hausflur niedergeschlagen.
In den gestrigen Abendstunden wurden in Neukölln und in der Nähe der Siedlung Thielallee zwei Raubüberfälle ausgeführt. In beiden Fällen gelang es den Tätern, zu entkommen.
Bei dem Ueberfall in Neukölln ist das Opfer ein älterer Partei genoffe, der Raufmann Löwenthal, der gegen 20 Uhr in seine in der Stuttgarter Str. 53 gelegenen Wohnung zurückkehrte. 2. ist Grundstücksverwalter und besorgte zum Monatswechsel die Einziehung der Mieten. Im Fausflur traten ihm plötzlich zwei Burschen entgegen, schlugen ihn nieder und raubten ihm die Aktentasche. Der Ueberfallene konnte noch um Hilfe rufen, so daß Passanten und Hausbewohner aufmerksam wurden. Ein junger Mann becbachtete, wie die Verbrecher nach der Roseggerstraße liefen, in einz des Wagens tonnte fest gestellt werden. Sonderbarerweise erdort stehende Autodroschte sprangen und davonfuhren. Die Nummer losch das Licht über dem Nummernschild, kurz nachdem sich die Tage in Bewegung gesetzt hatte.
Die Enttäuschung der Räuber wird groß gewesen sein, denn die Lebertasche enthielt nur 2ften, die für fie völlig wertlos find. Löwenthal hat Kopf- und Gesichtsverletzungen erlitten. rungsrats Dr. 3 eller aus der Margarethenstraße in Lichterfelde Der zweite Raubüberfall wurde auf die Frau des Oberregie verübt. Frau 3. ging furz nach 17 Uhr die Ihnesstraße entlang, die über freies Gelände führt. Hinterrücks wurde sie von einen etwa vierzig Jahre alten Manne angefallen, der sie am Halse würgte Frau die Handtasche, die 17 M. enthielt, und flüchtete.
und die zu Tode Erschrockene niederschlug. Dann entriß er der
Neue Wege der Heilfunft.
Nach den Plänen des belannten Berliner Frauenarztes Dr. Heinz Sikel hat die Aerzte- Gesellschaft" an den Ufern der Havel bei Gatom ein vollkommen neuartiges Forschungsinstitut für Drüsen Geschwulst tranfe errichtet, das kürzlich feierlich eingeweiht wurde. Das Institut arbeitet nach einem neuen Heilverfahren, das verstümmelnde Eingriffe und Arzneigifte vermeiden will. Man will durch die lebende Apothete" heilen: Aus besenderen Tier- und Blütenfarmen sollen lebende Heilträfte von lebenden Organismen entnommen und für jeden Batienten besonders abgestimmt, auf die Kranken übertragen werden,
Zu der Einweihung hatten sich neben Gelehrten, Diplomaten und hohen Beamten zahlreiche Aerzte eingefunden. Der Hauptredner des Abends, Dr. med. Heinz 3 itel, fprady über feine Heilmethode, unterstützt durch Demonstrationen und mittostopische riesenhast vergrößerte Lichtbilder. Die Experimente wurden von mehreren Aerzten, die nach ihm sprachen, als neuer Weg der Heilkunst begrüßt.
Dr. Zikel hofft mit den frischlebenden Reizstoffen nicht nur Geistesauch schwierige Operationen ersparen zu können. störungen, Nervenschwäche und Geschlechtsschwäche heilen, sondern
Warnung vor der Erwerbslosenhilfe".
Flügel verlangten von der Reichsregierung die Zurücknahme der Regierung zurückzuweisen. Es handele sich um ein Sperr des Entwurfs. Sie appellierten an den Reichstag , den Vorschlag geseß, das eine Sonderbelastung gerade der Beamten und AngeAngestelltenschaft der Kommunen und öffentlichen Körperschaften stellten in den Kommunen bedeute Gewiß sei die Beamten- und immer für einen vernünftigen Ausgleich in Ansehung der Notlage der Gesamtheit gewesen, aber es gehe nicht an, daß gerade diese Beamtenschicht ohne die notwendigen ausreichenden Rechtsgarantien bliebe und so besonders stiefmütterlich behandelt werde. Die verantwortungsvolle staatstreue Arbeit dieser Beamten- und Angeantwortungsvolle staatstreue Arbeit dieser Beamten- und AngeKommunen zur unabweislichen Pflicht, sie vor einer Entrechtung zu stelltenfreise mache es für die Berwaltung von Reich, Ländern und schützen, deren Folgen auf die Berwaltung notgedrungen schädlich hält. Wiederholte Anfragen veranlassen uns, ausdrücklich darauf
wirten müßten.
In einer Entschließung, die den zuständigen Etellen im Reich, vornehmlich dem Reichsfanzler, dem Reichsminister des Innern und dem Reichsminister der Finanzen sowie den Behörden in Ländern und Kommunen zugehen wird, fand die Meinung der Kommunalbeamten und Kommunalangestellten bei einstimmiger Annahme ihren Niederschlag.
Kulturpolitik und Freidenfertum.
Der Deutsche Freidenferverband hatte seine Funktionäre zu einer Aussprache eingeladen. In feinem Referat sprach Genosse Mar Sievers von den drohenden Gefahren, die der Gesamtarbeiterschaft auf dem Gebiete der Kulturpolifit in gegenwärtiger Situation erstehen.
Der westfälische Schmelztoks Brech I, der in Frage kommt, wurde Der Redner zeichnete in großen Zügen und an Einzeldarstel. ab 1. Dezember von 31,03 auf 28,30 M. je Tonne oder um etwa fungen auf, wie die Kirche immer mehr dazu übergehe, den Kampf 9 Broz, ermäßigt. Die Berliner Kofspreisermäßigung beträgt gegen offen gegen den Sozialismus zu führen, den Bolschewismus nenne über der gleichen Zeit des Vorjahres nur etwa 8 Proz. Es ist uns man und die Arbeiterbewegung suche man zu treffen. In Bayern bekannt geworden, daß ab 20. Oktober dieses Jahres der Berliner sei durch Verfügung der religiöse Unterricht bereits in den Fortbil Gastots von der Gaskoksvertriebs- G. m. b. 5.( Wirtschaftliche dungsschulen obligatorisch eingeführt worden, dort verbiete man Bereinigung Deutscher Gaswerke) gegenüber den Kokshändlern um Versammlungen der Freidenfer und erschwere die Kirchenaustritts 6 Pfennig ermäßigt worden ist. Man hat nichts davon ge bewegung. In Braunschweig und Thüringen betätige sich die Nazis hört, daß diese Ermäßigung auch den Verbrauchern zugute fam. regierung offensichtlich im Bunde mit der Kirche. In der Diskus. Hoffentlich wird diese Sonderermäßigung in der Preisliste der Bersion wandten sich einzelne Genossen gegen das Hineintragen eines liner Rofsvereinigung berücksichtigt. Gegensatzes zwischen Freidenfertum und Partei. Es müßte ein Es müßte ein Weg gefunden werden, beide Teile in gemeinsamer Arbeit zu ver binden. In einer angenommenen Entschließung heißt es u. a.: Die heutige Bersammlung sozialdemokratischer Funktionäre des Freidenferverbandes fordert den Abbruch der Verhandlungen, die das Staatsministerium mit der evangelischen Kirche führt. Ebenso ferdern wir mit aller Entschiedenheit, daß nun endlich die Anstellung der dissidentischen Lehrerschaft durchgeführt wird. Es ist ein schweres Unrecht, das diesen Lehrern wegen ihres weltanschaulichen Bekennt. niffes angetan wird. Die Verweigerung ihrer Anstellung steht auch im Widerspruch zum Geist und Wortlaut der Weimarer Reichsver. faffung und bedeutet gleichzeitig eine feindselige Parteinahme gegen die Berweltlichung des Schulwesens.",
Es wird Sache der Konsumenten in den Dampf. heizungshäusern sein, daß sie auf diese Berücksichtigung der Preisermäßigungen in den Kotsrechnungen der Haus.
mirte achten.
Weihnachtsbitte der Gefangenen. Der Direktor des Siraf. gefängnisses Plögensee schreibt uns: Zum Weihnachtsfest bitten auch in diesem Jahre die rund 700 Gefangenen in Blößensee und deren Familien um eine bescheidene Weihnachtsgabe. Ihnen zu helfen, rufen wir mitfühlende Herzen auf, uns mit Mitteln an Geld und Geldeswert, Kleidung, Heizmaterial und Lebensmitteln jeglicher Art zu versehen. Wir verteilen alle Gaben ohne Ansehung des religiösen Bekenntnisses. Auf fernmündlichen Anruf Moabit , 9233/4, oder auf schriftliche Mitteilung, sind wir jederzeit gern bereit, etwaige Zuwendungen abholen zu lassen. Geldspenden bitten wir quf Postscheckkonto" Berlin 14 318" an die Strafanstaltskasse Blögensee zu überweisen.
Der Ortsverein Berlin- Wedding des Reichsbanners Schwarz- Rof- Gold veranstaltet am Sonntag, dem 7. Dezember. vormittags 11 Uhr, in der Hochschulbraueret, Amrumer Ede Scestraße ein Blasorchestertonzert, aus geführt von der Kapelle des Ortsvereins unter Leitung des Musilmeisters Stam. A. Habedant
Das Landes- Wohlfahrts- und Jugendamt erflärt: Im Nordder Bezeichnung Erwerbslosenhilfe". Dieses Unternehmen vertreibt Scheuertücher im ambulanten Handel von Haus zu Haus durch Erwerbslose, die mit einem gedruckten Ausweis versehen sind, der an verschiedenen Stellen das Wort„ Erwerbslosenhilfe" ent
westen Berlins besteht seit einiger Zeit ein Gewerbebetrieb unter
hinzuweisen, daß der Gewerbebetrieb ,, Erwerbslosenhilfe" weder mit den Arbeitsämtern noch mit der städtischen Wohlfahrtspflege irgend etwas zu tun hat, sondern ein privates Erwerbsunternehmen ist."
Antifaschistische Kundgebung in Köpenick .
Auch eine Rundgebung in Köpenid gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die Sozialdemokratie. Alle proletarijchen Organisationen beteiligten sich an dieser Demonstration gegen den Faschismus. Ein nicht endenwollender Zug bewegte sich durch alle Stadtteile des 16, Bezirks. Vom uniformierten Reichsbanner geführt und beendet wurde der Zug überall jubelnd begrüßt. Immer größer wurde die Zahl der Demonstranten. Man hatte den Eindruck, daß jeder der Teilnehmer seine Abscheu vor dem Faschismus, seinen Protest gegen die finsterste Reaktion sichtbar befunden wollte. Als Abschluß der von prächtigem Herbstwetter begünstigten Demon stration fennzeichnet Genosse Litte in einer Ansprache auf dem Wilhelmplatz das Wesen dieser maulstarken Gesellschaft. Nach dem Sage An ihren Führern sollt ihr sie erkennen" beleuchtete er Aussprüche und Taten der Naziführer. Es war dem Rebner leicht zu beweisen, daß die Hakenkreuzler mit der sozialistischen Maske nur Handlangerdienste für den Kapitalismus leisten. Der Appell zur ver stärkten Aktivität in den eigenen Reihen fand begeisterten Widerhall. Wer den langen Zug sah, wer den geschlossenen Aufmarsch in Köpenick miterlebte, wird von neuem davon überzeugt sein, daß der Sozialismus durch teine der wütendsten nationalistischen Gewalt. parolen niedergeschrien werden kann.
Herr Goebbels kneift nach wie vor.
Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte standen gestern Nach mittag drei Strafprozesse gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Dr. Josef Goebbels zur Verhandlung an. Beim Aufruf der drei Sachen ergab sich, daß Dr. Goebbels trog rechtzeitig erfolgter Ladung auch diesmal wieder nicht vor Gericht erschienen war. Es lag auch von ihm teine Mitteilung vor. In dem ersten Prozeß handelt es sich um eine Beleidigung des Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß, in dem zweiten Prozeß um die Beleidigung von zwei Polizeibeamten und bei der dritten Anklage um eine Aufreizung zum Klassenbaß. Auf Antrag von Staatsan waltschaftsrat Fischer beschioß das Gericht die Bertagung und behielt sich weitere Schritte vor, da wegen der Immunität gegenwärtige Zwangsmaßnahmen nicht durchgeführt werden können.