Einzelbild herunterladen
 

Rätfel der Sahara Wieviel Sinne hat der Mensch?

Die große Wüste Sahara mit etwa 5 Millionen Quadratkilometer Fläche ist nicht völlig unbewohnt. Außer den zahlreichen kleinen Dasen, die durch zutage tretendes füßes Grundwasser entstehen, sind einzelne Bezirke regelrecht bewohnt. Freilich handelt es sich nur um wenige Zehntausende, die wirklich abgeschlossen in grünen Enklaven der Wüste wohnen. Die Sahara hat alle Arten Uebergänge von der ödesten Sandwüste bis über harter Salzsteppe, grünender ,, Kramkram"-Weide hin zur dürren Weide für Giraffen und wilde Eselherden Die Sahara zeigt tiefe Stellen, die unter 100 Meter Meereshöhe liegen( weitere Tiefen und sogar Depressionen unter dem Meeresspiegel sind möglich, aber nicht sicher bekannt) und sie zeigt Erhebungen bis über 3000 meter.

-

Frankreich hat 1922 durch die Reise der Citroen- Automobile quer durch die Sahara gezeigt, daß es sich nun da es am Rhein gesättigt ist dorthin wenden wolle, wo es schon der gute olte Leibniz vorsorglich hinweisen wollte: nach Afrita. Jedes Jahr bringt neue afrikanische Unternehmungen, neue Pläne. Man erinnert sich des Projekts der Saharabahn. Einflußreiche Kreise be günstigen es. Eine Bahn durch 3000 Kilometer Wüste nach einem äußerst armen und dünn bevölkerten Hinterland zu bauen, hat zwar teinen wirtschaftlichen Sinn aber es ist machtpolitisch ein an genehmer Rizel für die französischen Militärs. Man fann erwarten, daß dann einmal im Monat ein Zug von Algier nach Goa am Niger gehen wird...

-

Noch ist es nicht so weit. Möglich scheint, daß die Entwicklung der Autotechnik dem Bahnmärchen ein Ende bereitet. Jetzt geht Frankreich daran, eine Reihe von Automobilegpeditionen auszu­rüften, die der Erforschung der Sahara dienen sollen. Es erscheint als möglich, daß man durch Ausgrabungen etwas über die Bor­geschichte der Wüste erfährt. Die Sahara mar ja vor etwa 10 000 Jahren noch keine Wüste, möglicherweise ist durch die Ver­vielleicht auch sehr jandung dort eine unbekannte vorgeschichtliche vielleicht auch sehr

wichtige Kultur verschwunden.

-

=

Man will Ausgrabungen auf dem Hoggarplateau vornehmen, alte Handelsstraßen und alte Flußläufe erforschen. Gerade der Hoggar hat die Aufmerksamkeit Frankreichs besonders erregt, weil er sich- südlich vom Wendekreis gelegen wie eine Insel aus der Wüste erhebt und wegen des Reichtums an Quellen die Möglichkeit einer allgemeinen Aufforstung und sogar Besiedlung nach euro päischem Muster zu ergeben scheint. Das ist zwar nur ein be­scheidener Teil, etwa 10 000 Quadratkilometer zwei Drittel von Elsaß- Lothringen . Allein ähnliche Verhältnisse scheinen auch andere Büstenplateaus aufzuweisen, so das Gebirge Taffilis und etwa noch ein halbes Dutzend Gebirgsstöcke zwischen Algier und dem Hoggar, die vom Typ der Wüste Sahara erheblich abweichen. Das alles foll also nun eingehend untersucht und geklärt werden. Es ist auch wirklich blamabel, daß Europa so lange gezögert hat, diese vor seinen Toren liegenden völlig unbekannten Gebiete zu erforschen. Der geneigte Lejer möge einmal einen Handatlas zu Rate ziehen, sich die weißen Flächen der Sahara ansehen und dabei der vielen trostlosen Bolaregpeoitionen gedenken. Hier, in den Inseln der großen Wüste, enige Togesreifen vom Mittelmeer , liegen verheißungsvolle Ge­iete, die sowohl für fünftige Besiedlung wie auch für vorgeschichtliche Studien recht interessant werden können.

Von Prof. A. Püller

Die Antwort auf die Frage, wie viele Sinne der Mensch hat,| Sinnesempfindungen hervorrufen, nicht durchführbar ist. lernten wir zuerst in der Volksschule und im Sprichwort: Der Betrachten wir einmal unsere Begriffsbestimmung der Leistung Mensch hat fünf Sinne: Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmac, Gefühl des Auges näher: Das Auge soll die sinnliche Erfaßbarkeit elektro­Diese althergebrachte Einteilung ist pon den Körperteilen abgeleitet, magnetischer Wellen vermitteln. die Sinnesorgane beherbergen: Auge, Ohr, Nase, Zunge und Haut. Die Physiologie hat sich lange mit ihr zufrieden gegeben, aber endlich erwies sich dieses Einteilungsschema doch als ungenügend. Es stellte sich heraus, daß mindestens drei verschiedene Arten von Sinnesorganen in der Haut gelegen sind. Zunächst Sinnesorgane, die die Empfindung der einfachen Berührung vermitteln, die Organe des Taftfinns; ferner Sinnesorgane, die stechende Empfindungen vermitteln, die Organe des Schmerzfinnes, oder wie wir heute viel­leicht besser sagen, des ,, Stichsinnes", und endlich Organe eines Sinnes für die Temperatur. Meist nimmt man heute an, daß fogar zwei verschiedene Sinne zum Ertennen der Temperatur dienen, ein Kältesinn und ein Wärmesinn. Diese Anschauung gründet sich auf die Beobachtungstatsache, daß es in unserer Haut eng umgrenzte Bunkte gibt, die bei Berührung mit einem warmen Körper leicht die Empfindung warm" geten, andere, die ebenso leicht bei Berührung mit einem falten Gegen stand ,, falt" vermitteln, während die Kältepunkte" nicht auf Wärme, die Wärmepunfte" nicht auf Rälte ansprechen.

"

durch die Entdeckung, daß ein Teil des inneren Ohrs nicht dem Eine weitere Bereicherung erfuhr die Zahl der bekannten Sinne Hören dient, sondern Empfindungen vermittelt, wie sie bei be­fchleunigten Bewegungen des Kopfes oder des ganzen Körpers auftreten und am deutlichsten zur Wahrnehmung gelangen, wenn nach einer Anzahl rascher Umdrehungen um die Längsachse des Körpers die Bewegung rasch angehalten wird. Es tritt dann die Empfindung des Drehschwindels ein, die sich ebensowenig wie irgend eine andere Sinnesempfindung mit Worten beschreiben läßt, die aber jedem Menschen bekannt ist und die sich jeder leicht ver­schaffen kann, wenn er sich einige Male rasch auf seinem Abfag herumdreht. Da für diesen Sinn ein besonderes Sinnesorgan in dem sogenannten Bogengangsapparat des inneren Ohres erkannt murde, so war das Prinzip der Einteilung der Sinne nach den Organen. die sie vermitteln, nicht durchbrochen.

Wenn wir nun als Physiologen fragen: Was ist denn das Auge für ein Sinnesorgan?, so tönnte man antworten: Das Auge ist das Sinnesorgan, mit dessen Hilfe wir Licht und Farben emp­finden. Die Physik lehrt, daß Licht", ungefärbtes wie gefärbtes Licht, aus elektromagnetischen Schwingungen besteht. Wir könnten also sagen, das Auge ist ein Sinnesorgan für elektromagnetische Schwingungen und könnten versuchen, in entsprechender Weise auch die übrigen Ginnesorgane nach den Einwirkungen einzuteilen, die fie in Tätigkeit sehen. Das Ohr wäre dann das Organ, das nur die Kenntnis der rhythmischen Schwingungen der Luft vermittelt, aus denen aus denen wie die Physik lehrt die Töne wie die Geräusche bestehen.

-

Einer solchen Einteilung stellen sich aber ganz eigenartige Schwierigkeiten entgegen, die nur bald zu der Einsicht führen, daß eine Einteilung der Sinne nach den äußeren Einwirkungen, die die

Das Testament von Ublana

Von Josef Schwadron

Nach dem großartigen Begräbnis des Bürgermeisters don blana, der schönen Stadt an der Sawe, wurde das Teftament dieses weltbekannten Stadtoberhauptes, des reichsten Mannes der Gemeinde, eröffnet und vorgelesen:

,, Dieses ist mein letzter Wille. Er soll bestehen, wie er nach den Formen des Testamentes am besten bestehen kann. Was mit meinem beweglichen. und unbeweglichen Bermögen geschehen soll, ist ganz unten, am Ende dieses Testamentes, gesagt. Fünfzig Jahre habe ich unter euch gelebt. Hochgeschätzt und verehrt. Also wartet! Erst eine

andere Frage. Wer war ich?

Meine Geschichte in dieser Stadt, zu deren würdigstem Oberhaupt ich schließlich erforen wurde, beginnt im Jahre 1870. Das Jahr d.s großen Erdbebens. Damals war ich zwanzig Jahre alt. Arbeitslos. Ein Banderer. Woher? Wohin? Gleich dunkel Ich ging von Haus zu Haus. Nichts. Hier und dort eine Grobheit. Hunger. Kälte. Ein Bettler. Bom Arbeitslosen arbeitsscheu. Nächtelang trieb ich mich in der Novigrader Gaffe herum. Dort war die alte Gemeindespartasse. Etmas trieb mich her. Endlich schlich ich mich ein. Die Nacht über blieb ich in meinem Versteck im Keller. Im Morgengrauen durchfägte ich den vergitterten Eingang zum fleinen Panzerraum. Draußen pfiff der Föhn. Meine Blendlaterne gab mir schwaches Licht. Nach kaum einer Stunde hatte ich die große Kaffe angebohrt. Breit, wie meine Hand. Der erste Griff faßte ein Batet mit hundert Stüd blauen Tausendern. Der zweite eine Handvoll Dutaten. Alles schob ich in die Taschen meines zerlumpten Rodes. Plötzlich heulte der Sturm auf. Donnerfrachen. Alles schwankte. Die Eisenwände bogen sich. Das Haus trachte und freischte über mir. Ich stand auf dem Kopf. Alles stürzte übereinander. Ich hörte es. Nur die Banzerzelle, in der ich mit meinem Raub lag, blieb unzertrümmert. Wie gut es ist, daß das

-

Geld so fest verwahrt wird. Manchmal tommt es doch auch dem Menschen zugute. Als mich die zur Hilfe kommandierten Soldaten atemios und schweißtriefend aus dem Geröll herausholten, ich fimulierte eine Ohnmacht, sah ich draußen die Leichen der Bank­wächter, die in ihren Betten schliefen, und die nicht so gut verwahrt waren, als ich. Man soll sich immer in der Nähe des Geldes halten. Man ist gut aufgehoben. Sie pflegten mich. Wuschen mich mit Effig. Bis ich zu aller Freude die Augen öffnete und mich mit meinem Raub eilig verzog.

Ich zog weise in die nächste Stadt. Nach Lepoglawa, wo das neu moderne große Zuchthaus für Schwerverbrecher steht. Lächelnd fotettierte ich mit dem grauen Bau. In Ublana gab es nichts mehr. Die Gemeindespartasse hatte mit dem Erdbeben auch das Geld der Leute verschlungen. Die. Leute konnten nicht einmal ihre geborstenen Häuser wieder aufstellen. Es fehlten die Ersparnisse und es gab teinen Kredit. In Lepoglama errichtete ich einen leinen Laden. Das ge­raubte Geld hielt ich dort gut verwahrt. Ich wurde Kantineur im Zuchthaus, verlieh Gelb an Beamte und ganz fleine, doch gut ver­zinfte Summen an die Wachleute, gab Wein und Schnaps auf Krebit und verbiente babei reichlich. Die hunderttausend Gulden und das Gold von Ublana vermehrten sich von Jahr zu Jahr. Segen ruhte darauf. Mein Reichtum fonnte nunmehr auch sichtbar werden. Ich fam wieder einmal nach Ublana. Wie ich,- nicht ohne melancholische Erinnerungen, durch die Hüttenstraßen der zerstörten Stadt ging, tam mir der Gedante, euch und mir weiterzuhelfen. Ich baute mit dem gestohlenen Gelde Häufer an den Stellen der Trümmer von

-

-

Ublana neu auf, nahm von euch Jahr um Jahr Ziesen und Mieten, und bald zinste mir fast die ganze Gemeinde. Dort, wo die Gemeinde­sparkassa von Ublana vor dem Erdbeben gewesen, ließ ich ein neues, fchönes Gebäude mit sauberem Schalterraum aufrichten, schmückte es mit goldenen Bienenkörben und anderen Enblemen frommer Spar­samkeit und vermietete es der Gemeinde. Besonders gefielen die schweren Eisenschränke, die ich, nach eigener Erfahrung, sehr awed­mäßig und widerstandsfähig aufrüsten ließ. Als Hauptaktionär der Gemeindespartaffe investierte ich auch ein bedeutendes Rapital mobil, und wenn ich abends durch die Geschäftsgaffe ging, wußte ich, daß nicht nur die Mieter, sondern auch die Geschäftsleute mir zinjen, mir arbeiten. So wuchs mein Vermögen von Tag zu Tag. Wo ein Haus verfäuflich wurde, ein Besizer starb oder seine Habe veräußern mußte, war ich zur Stelle. Schließlich wohnte und handelte halb Ublana in meinen Häusern. Wer nicht mein Mieter war, war mein Schuldner. So war es nur natürlich, daß ich der Herr und Bürgermeister der Stadt wurde, die mir gehörte, die ich mir mit eurem Gelde getauft hatte. Nie aber habe ich die Sturmnacht von 1870 vergeffen. Wenn ihr die Hüte bis zur Erde zogt, sobald ich über die Straße ging, dachte ich daran, wie brüst ihr mich von euren Türen wieset, als ich in Armut und Not um ein Stüd Arbeit, um ein Stüd Brot gebettelt hatte. Seither erkannte ich immer mehr, wie eng eure Ehre mit dem Gelde zusammenhängt. Eben deshalb: zahle die Landessparkassa in 3agreb der Gemeinde Ublana hunderttausend Gulden und zwei­hundertfünfzig Dukaten als Gegenwert der von mir der Gemeinde­fparkaffa entwendeten Summe.

Was darüber in meinem Besize hinausgeht, fiebemundzwanzig Häuser in der Novigrader Gasse, vierundzwanzig Häuser in der Hauptstraße, zehn Höfe in der Gemarkung von Novigrad, fünfzehn

Häuser in der Vorstadt Kilin, hundertdreißig Häuser in der von mir angelegten und nach mir benannten neuen Kolonie sollen wie folgt

verteilt werden:

Angefangen vom ersten Tage des nächsten Monates, soll jeder Sträfling, der aus dem Zuchthaus Lepoglawa entlaffen wird, in der Reihenfolge, wie ich sie hier aufgezählt, eines der von mir hinter lassenen Häuser erhalten. Die Verteilung beginnt in der Hauptstraße und jetzt sich fort bei den Häusern in der Novigrader Gasse, bis zu den Häusern der Kolonie. Sie sollen aber in den Häusern wohnen. Unter euch. So wird euch die Lehre, die mein Leben ist, und an der ihr nun gerne verschämt und verlegen vorbeigehen möchtet, täglich neu aufgedrungen werden. Ihr werdet sehen, wie die früheren Sträflinge in ihren Häusern behäbiger werden, ehrlich und ehrstrebig. Und wenn einmal alle Häufer glücklich besetzt sind, und das Blut von Ublana fich vermischen wird mit dem Blut von Lepoglawa, mag eine Nach tommenschaft entstehen, die den ersten Lepoglawer Bürgermeister von Ublana nicht nur achten und grüßen, sondern auch begreifen wird:

Menschenschicksal in des Zufalls Macht: das war sein Name.

|

Es gibt solche Wellen von außerordentlich verschiedener Wellen­länge, und nur ein kleiner Teil von ihnen ist sichtbar. Das Spektrum reicht für unser Auge von Rot bis Violett; die Physik aber findet da, wo das Auge aufhört, Licht zu sehen, durchaus keine Grenze der Wellen, sie zeigt nur vielmehr ultrarotes" und ultraviolettes" Licht, die beide nicht sichtbar sind. Wir wollten die Leistung des Auges durch die äußeren Einwirkungen fennzeichnen, auf die es anspricht, und sehen nun, daß es nicht alle Arten elektromagnetischer Wellen sinnlich erfaßbar macht, sondern nur einen fleinen Ausschnitt aus ihnen, nämlich nur den Teil, der innerhalb der Sichtbarkeits­grenzen" gelegen ist. Das bedeutet, daß wir jetzt die äußeren Ein­wirkungen, die gesehen werden können, durch das Auge beſtimmen; denn die Sichtbarkeitsgrenzen sind etwas, was für das Auge, nicht für die elektromagnetischen Wellen bezeichnend ist. Wir haben uns also im Kreise gedreht und können so nicht zu einer physiologischen Bestimmung dessen kommen, was ein Sinnesorgan ist.

Wir können uns aber, ja, wir müssen uns sogar, wenn wir zu einer physiologisch einheitlichen Einteilung der Sinne gelangen rein nach ihren Leistungen einteilen. Jeder Sinn vermittelt eine wollen, von dieser Art der Betrachtung frei machen und die Sinne mehr oder weniger große Anzahl von Empfindungen, einen Emp­findungskreis. Das Auge z. B. den ganzen Kreis der farblosen Welligkeitsempfindungen wie der Farbenempfindungen. Die Emp­findung eines Rot und Grün sind ihrer Art nach( qualitativ) von­einander verschieden, aber sie zeigen ihre Zusammengehörigkeit auf eine sehr eindringliche Weise: Es ist ohne weiteres möglich, eine Reihe von Farben herzustellen, die die Verbindung zwischen jedem Rot und jedem Grün in der Weise herstellen, daß der Unterschied zwischen zwei benachbarten Farben der Reihe nur gerade eben erkennbar ist. Wir würden die Farben Rotorange, Orangerot, Orange, Orangegelb, Gelborange usw. in verschiedenen Abstufungen wählen und würden durch beliebige fleine Veränderungen der Empfindung von Rot bis zum Grün gelangen, ohne je auf eine Unterbrechung zu stoßen. In der gleichen Weise tann man vou jeder Gesichtsempfindung zu jeder andern gelangen. Alle Gefichts. empfindungen bilden einen Empfindungskreis( Qualitätenkreis). Wie wir von jeder Farbe zu jeder anderen durch beliebig kleine Schritte gelangen können, so fönnen wir auch durch Reihen von Tönen von jedem Ton zu jedem anderen gelangen und können die Schritte so flein machen, daß nur das geübteste Ohr die Unter­ichiede eben wahrnehmen kann. Aber von einem Ton zu einer Farbe ist ein solcher Uebergang unmöglich, trotzdem nach den neuesten Forschungen auch Geficht und Gehör in gewiffem Zu­jammenhang stehen, wie das Farbenhören oder das Tousehen. mancher Menschen beweist. Führen wir diesen Gedanken folgerichtig durch, so kommen wir zu der Feststellung:

Der Mensch hat soviel Sinne, wie er ver fchiedene Empfindungsgattungen hat.

Das Ergebnis der Durchmusterung unserer Empfindungen ist, daß der fünfte Sinn der alten Sinneseinteilung in sieben oder acht eigene Sinne aufgelöst werden muß, so daß die Gesamtzahl der Sinne auf elf oder zwölf steigt. Die Unsicherheit der Zählung beruht darauf, daß der Temperaturfinn meift in einen Kälte- und Wärme finn geteilt wird, wodurch zwölf Sinne heraustommen Sieben ( bzw. acht von diesen Sinnen vermitteln Empfindungen, die wir in der Weise deuten, daß wir Gegenständen, die außerhalb unseres Körpers vorhanden sind, entsprechende Eigenschaften beilegen. Diese Sinne find Geficht, Gejchmad, Geruch, Temperatursinn, Drudfinn. Stichsinn. Die vier weiteren Sinne vermitteln uns Empfindungen, die sich auf unseren Körper beziehen. Das sind zunächst der Schwere sinn und der Dreh, oder Bewegungsfinn, die uns die Stellung und Bewegung unseres Kopfes und damit unseres ganzen Körpers zur Erdachse und zu den Gegenständen der Ummelt finnlich erfaßbar uns über Spannung unserer Muskeln und über die Haltung unserer machen, und ferner der Kraftſinn und der finästhetische Sinn, die Glieder Kunde geben. Ob hiermit die Zahl der Sinne erschöpft ist. bleibt fraglich. Die Empfindungen, die sich auf das Innere unseres Körpers beziehen oder auf Gesamtzustände, wie Müdigkeit, Frische, sind schwer einer zergliederten Untersuchung zugänglich, auch wie meit in den Empfindungen des Harn- und Stuhldranges oder der Wolluft besondere Empfindungsgattungen enthalten sind, ist unent­schieden. Fraglich bleibt auch vorläufig, ob Triebempfindungen, mie Hunger und Durst, nicht eine besondere Stellung gegenüber den Sinnesempfindungen beanspruchen können, so daß sie zwar nicht als besondere Sinne zu zählen, aber doch als Triebe" den Sinnen sehr nahe stehen würden.

Eineiige Drillinge

Eineiige Drillinge find zwar auch viel seltener als die gewöhn lichen Zwillinge, die aus zwei getrennten Zellen entstehen, aber fie tommen doch öfters vor, während Drillinge dieser Art, die aus einer einzigen Eizelle fich entwideln, zu den größten Merkwürdig. feiten der Natur gehören. Zwei solcher Fälle sind von den beiden Biologen der Universität von Alberta in Kanada, Alfred E. Clarke und Daniel G. Revell, beobachtet worden. Gineiige Drillinge haben

immer dasselbe Geschlecht, und da sie die ganz gleiche Erbmasse auf­weisen, find fie fich förperlich und geistig außerordentlich ähnlich. Fast immer sind Drillinge nicht aus einem Ei entstanden und weisen dann Berschiedenheiten auf. Die von den beiden Gelehrten beob achteten identischen" Drillinge find alle männlichen Geschlechts. Das eine Dreiblatt stammt aus einer Familie deutschen Ursprungs, die zu Stony Plain in der Provinz Alberta wohnt. Es sind kräf­tige Jungens, die jeßt 10 Jahre alt sind, und die jüngsten von 14 Geschwistern. Sie sehen sich so ähnlich, daß die Mutter jedem ein goldenes Armband, in dem sein Name eingraviert ist, angelegt einander zu halten. Das Haar aller prei zeigt hinten am Nacken hat, und diese Kennzeichen müssen sie immer tragen, um sie aus­eine merkwürdige Spiralform, die fein anderes Mitglied der Famille aufweist. Die Abdrücke der Finger und der Handflächen zeigen bei den Drillingen eine sehr ähnliche Zeichnung, die an die des Baters erinnert, während die Abdrücke aller anderen Familien­mitglieder davon verschieden find. Die Knaben haben die ganz gleiche Intelligenz. find in der Schule gut im Rechnen und schlecht in Sprachen und erhalten stets dieselben Zensuren; fie schwärmen für dieselben Spiele und dieselben Bücher. Das andere Drillings­Verwechseln ähnlich und die Fingerabdrücke haben die gleiche Zeiche nung die von der ihrer Schwester, dem einzigen anderen Kind, ver­fchieden ist. Die Drillinge sind linkshändig, noch ziemlich im Laufen zurück und haben beim Zahnen ganz dieselben Schmerzen gehabt.

Narren und Hanswürfte! Hier mein Teftament. Ihr habt es bezahlt. Ihr habt es verdient. Erkennet aus meiner Taf: Auch die Dreiblatt ist erst zweijährig. Die Knaben sehen sich ebenfalls zum Menschen brauchen einen Safe."

Die Gemeinde Ublana ließ dieses Testament durch einen be­rühmten Advokaten anfechten. Sie erhebt Anspruch nicht nur auf das gestohlene Geld, fondern auch auf den Bermögenszuwachs.

B.