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flute m Dotailfloschäft. Sears Roebuck, has größte Detail- geschäft der Welt, hat seit August dauernden Aufstieg zu verzeichnen, und Kretz ist nicht allzu weit hinter dem letzten Jahr« zurück. Dennoch merkt man in der Stagnation des Auto- und Radiogeschäfts, in den Verlusten im Schallplatiengeschöft, daß die Kaufkraft gesunken ist, dah die Löhne zurückgegangen sind. Wohl legt Ford 60 Millionen Dollar in neuen Fabriken, zum Teil in Europa , an, und baut in England eine Fabrik mit 200 0CK> Wagen Jahreskapazität, wohl versichern Chevrolet General Motors für nächstes Jahr Normalzustände: aber die Tatsache besteht, daß das Jahresgeschäft Heuer zu dem im letzten Jahre wie 3:3 steht. Der Rückgang ist deutlich in folgendem:

September. Oktober..

1929 1930 416 000 217 000 380 000 130 000

Unabhängige Untersuchungen zeigen, daß die Löhne herunter- gegangen sind, daß Verträge auch zwischen tariflich Gebundenen unter dem Tarif abgeschossen werden, wenn die Situation des Ar- beitsmarktes ernst ist. Ein« wirkliche Einsicht in die Arbeitsoerhält- niss« hat man jedoch nicht, alles ist Schätzung. Aber verglichen mit dem deutschen und englischen Industriegebiet, ist hier alles noch im ganzen glänzend, wenn auch der einzelne hier viel rück- sichtsloser der Not ausgesetzt wird. M-r.

Pleitenjahr 1950. Zunahme der Konkurse um fast 15 proz. Die Verlustliste der Wirtschaft ist im letzten Krisen- jähr, wie nicht anders zu erwarten, stark gewachsen. Nach der amtlichen Statistik wurden 1930 insgesamt 11340 Konkurse, also fast 1300 oder 14,8 Proz. mehr als 1929, eröffnet. Diese Zahl gibt aber bei weitem noch nicht den Stand der tatsächlichen Zu- sammenbrüche an, da von der Statistik die mangels Masse ab- gewiesenen Konkursanträge jetzt noch nicht erfatzt worden sind. Im vorhergehenden Jahr sind 3971 Konkursanträg« dieser Art abgelehnt worden, so daß man für 1930 mit einer entsprechend höheren Zahl rechnen mutz. Dazu kommt noch das ganz bedeutende Anwachsen der Vergleichsverfahren, bei denen durch Vereinbarung zwischen Schuldner und Gläubiger einem Konturs vorgebeugt wurde. Diese Vergleichsverfahren, die durchweg auch als wirt- schaftliche Zusammenbrüche bewertet werden müssen, sind im letzten Jahr ummehrals44Proz. gestiegen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 18 389 Konkurse und Ver- gleichsoerfahren eröffnet, gegen 14 739 im Jahre 1929 und nur 11171 im Jahre 1928. Das. letzte Jahr brachte also gegen 1928 eine Steigerung der Konkurse und Vergleichsverfahren u m f a st 64 Proz., und gegen 1927 hat sich die Zahl der Konkurse, die damals nur 3668 Fälle betrug, mehr als verdoppelt. Die Steigerung der wirtschaftlichen Zusaminertbrüche geht überwiegend zu Lasten des Groß- und Einzelhandels. Der Großhandel hat eine Zunahme um 19,9 Proz., der Einzel- Handel eine Zunahme um 18,6 Proz.. und die Industrie eine solche von 14,4 Proz. aufzuweisen. Auch bei den Vergleichsverfahren steht die Zunahme beim Handel weit an der Spitze. Sie beträgt gegen- über 1929 beim Einzelhandel 47,4 Proz. und beim Grotzhandel 43 Pro.z. Während die Konkurse bei der Ländwirtschaft mit 3,6 Proz. die geringste Steigerung aufweisen, sind hier die eröffneten Vergleichsverfahren mit 37,7 Proz. arn� stärksten g e sti e g« n. '.v_ V............:.v Großhandelsindex wenig gesunken. Der Großhandelsindex be­trüg am 30. Dezember 117,1, ist also gegenüber der Vorwoche(117,4) um 0,3 Proz. zurückgegangen. Dieser Rückgang ist esne Folg« d«; Sinkens des Indizes für A g r a r st o f f e<109,4 gegen 110,0) und für Kolonialwaren(102,4 gegen 104,2). Unter diesen hoben die Preise für Kaffee, Tabak und Margarinsöle nachgegeben. Lei den landwirtschaftlichen �Erzeugnissen überwog der Preisrückgang bei Schlachtvieh. Eiern, schmalz die Preissteigerung bei Butter und Käse. Der Index der Gruppe industrielle Rohstoff«(109,3) Hieb unverändert, weil die Preisänderungen sich ausglichen. Gar nichtsändertefichbei den Preisen der Gruppe industrielle Fertigwaren(142,4) aber darüber wundert sich in Deutsch - land ja niemand mehr! Preissenkung für Schokolade ustd Zahnpaste. Die Firma M o st hat mit dem 1. Januar die Preisbindungen für ihre Marten- artilel aufgehoben und die Preise um 20 bis 40 Proz. gesenkt� die Qualität soll unverändert bleiben. Um etwa 30 Proz. hat auch die Firma Beiersdorf , Hamburg , ihr« Preis» ermäßigt: die kleine Tube Pebeco-Zahnpaste wird statt 60 nur 30 Pfennig kosten. Wann abex wird die Preisermäßigung für Waren, die für den Arbeiterhaushalt wichtiger sind als Schokolade und Zahn- poste, erfolgen?

Das Mrsenjahr 1950. 4 Mittiarden Kursverluste. Oos Ende der Aktiendemokratie.

Mit dem Börsenjahr 1930 ist wohl das schwärzeste in der deutschen Börsengeschichte zu Ende gegangen. Das gesamte Kursnioeau ist um 28 Proz. gesunken, obwohl es schon im Jahre 1929 eine Senkung um 24 Proz. erfahren hatte. Damals schon, vor einem Jahr«, hatte man geglaubt, daß es nun nicht mehr tiefer gehen könnte, daß nunmehr die Angleichung der Kurse an diewahren" Werte erfolgt sei, auf der sich ein gesunder" Wiederanstieg aufbauen könnte. Aber weit gefehlt: Nach einer freundlichen Einleitung des Jahres 1930 kam ein u m so schärferer Rückschlag, mit der Verschärfung der W e l t w i r t- s ch a f t s k r i s e und dem rapiden Anwachsen des Mißtrauens in Deutschlands politische Entwicklung. von der vörsenflauke zur Panik. Von dem Schlag«, den Dr. Schacht mit Hilfe der Banken an jenemschwarzen" Freitag des Mai 1927 mitten in der Hochkonjunktur gegen die Spekulation führte sachlich berech­tigt, in der Form maßlos ungeschickt, hat sich die Börse nie wieder erholt, obwohl die industrielle Konjunktur sich nicht so bald verschlechterte, obwohl an den ausländischen Börsen die Hausse lustig weiterging. Freilich war eine gewisse Cr- h o l u n g im Jahr« 1928 zu verzeichnen, und für bestimmte Papiere gab es noch ansehnliche Kurssteigerungen, aber im ganzen zeigte die Tendenz dauernd noch unten. Als nun im Sommer 1930 mit dem Zusammenbruch der Frühjahrs- Hausse in New Jork die Weltkrise sich als unerwartet schlimm, über jede pessimistische Meinung hinaus hartnäckig erwies, als die internationale Geldverflüssigung keinerlei Wendung zur besseren industriellen Beschäftigung brachte, da sank das Kurs- Niveau an der Berliner Börse rettungslos ab. Dieses Absinken wurde zum Sturz nach dem Wahlausfall vom 14. September, der uns einen starken Vertrauensoerlust im Ausland einbrachte. Die Folge war ein gewaltiger Goldoerlust wegen der Kapi- talflucht und wegen der Zurückziehung ausländi- scher Guthaben, und die Erhöhung des Reichsbank- d i s k o n t s von 4 auf 3 Proz. Zu gleicher Zeit warf das Ausland den größeren Teil der in den früheren Jahren gekauften Aktien und das waren Beträge von mehreren Mil- l i a r d e n auf den Markt, die den Kurssturz beschleunigten. Die Panik kam einigermaßen zum Stehen nach Abschluß des öOO-Millionen-Kredits durch das Reich, der das V« r- trauen zu Deutschland ein wenig festigte. Die Kurse sind bis zum Jahresende weiter gefallen. Ob die Diskont- senkungen in New Aork und Paris jetzt ein Ende der Kurs- Verluste bringen werden, ist sehr fraglich. Die Spekulation ist tot. Diese Entwicklung drückt sich in folgenden Zahlen aus: Der gesamte Kurswert aller an der Berliner Börse notierten Aktien mit etwa 10,9 Milliarden Nominaltapital betrug zur Zeit der höchsten Hausse Ende April' 1927 etwa 21,3 Mil- liarden Marl . Bis Ende 1929 war der Kurswert auf 1 3,8 Milliarden zurückgegangen: er hat sich dann Anfang des Jahres 1930 bis End« Mai auf 14, 6 Milliarden gehoben. um bis zum End« des Jahres auf etwa 10 Mtlltardsn zurück- zufallen. Seil dem Höchststande ist also der Kurswert auf weniger als die Hälfte gesunken. Der Börsenindex desDeutschen Volkswirt" zeigt folgendes Bild(Nominalwert der Aktien gleich 100): Eesamtindkz:

4 Mai 1927 Ende 1929 End« 1930

204 127 90

Andq der T«min- vapieze: 233 132 89,5

Jndzez der Kaga- papiere: 168 117 90,5

Im Durchschnitt notieren also all« Aktien unter pari, d. h. unter ihrem Nomiimlwert. Dabei ist beachllich, daß jetzt der Durchschnittskurs der Terminpapiere mit 89�5 unter den der Kassapapjer«(90,5) gesunken ist. Die Terminpapier« sind aber die eigentlichen Spetulationspapiere, da man sie im voraus kaufen oder verkaufen kann. Sie ziehen in einer Hausse in besonderem Maße da» Interesse der Spekulation auf sich, mit ihnen kann man Blank �geschäfte machen(d. h. sie verkaufen, ohne sie zu besitzen): sie werden von einer Hausse- st i m m u n g besonders hoch getrieben. Daß sie ihrem wahren Werte

nach nicht höher stehen als die Kassapapiere und daß heute jede nennenswerte Spekulation t o t ist, zeigt die II e b e r c i n- st i m m u n g beider Zahlenreihen. Eine Ausnahme. Von dem Kursrückgang des letzten Jahres ist ein« einzig« Gruppe von Papieren verschont geblieben: die Aktien der Hypo» thekenbanken. Einmal haben die vielfachen Fusionen turssteigernd gewirkt, und dann war der Absatz von Pfand- b r i e f e n mit 1480 Millionen Mark in den ersten neun Monaten des Jahres 1930 mehr als doppelt so stark wie im ganzen Jahre 1929(680 Millionen). Das ist eine Folg« der Zins- senkung bis zum September, darin drückt sich aber auch die starke Abwanderung des sparenden Publikum» von der Aktie zum festverzinslichen Papier aus. Die VerlufMste. Ein« Uebersicht über die Kursverluste der einzelnen Aktiengruppen von Anfang bis Ende 1930 in Prozent der Anfangskurse vermittelt folgende Graphit: Kuti'S'verXust der Aktien an. dei» Beplmei» Börse im JaVtre 1930

IHM.1

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Küns'fc seide AuEo u.Ta'KrpädeT? Papier«.Zellstoff S teinkoKlen Textilien i Baustoffe o.Baufirmerti Eisen u. Hütten i 3 tr om u- G as i Kali i IfascKinen u-Verf tem Metallindustrie i B raun, ko 1x1 e i Elektro te clxnxk B r a u e r e i en Leder'«. Sclxulxc Kre di tranken Chemiscke Industrie Seesckiff akrt W a.§§ o n An der Spitze dieser Verlustlist« sich« die AnnIsetd«. a t t i e n, deren Kursdurchschnitt von 141 auf 66 zurückging,«in« Folge der internationalen Ueberprodnktion on Kunstseide. Der überaus schlechte Absatz von Auto» und Fahr- rädern drückt sich in einem Kursoerlust von 45 Proz. aus. Wer auch Kaliaktien, die als besonders solid« und rentabel galten fielen um 30 Proz. zurück. Und auch die Brauer«!«» büßten, obwohl fast alle die gleiche Dividend« wie im Borjahre verteilen. 23 Pn>z. ihres Kursstandes ein. Verhältnismäßig wenig iw. loren Waggonaktien, allerdings vor allem deshalb, weil sie schon vorher sehr niedrig standen; dazu kam ein« Sonder- konjunttur im abgelaufenen Jahr. Wir lassen eine Tabelle wichtiger Papiere folge», an, der hervorgeht, wie stark gerade die.Fanorttan�»nter den Börsenpapieren in ihren Kursen zurückgefallen sind.

Die Kunftscidea.'lien stehen weitaus an der Epißw die Lemberg -

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Der Tiefstand der Preise ist erreicht! Im Inventur-Ausverkauf, 5-17. Januar, bringen wir die hochqualifizierte Leineweber- Kleidung zu rücksichtslos heruntergezeichneten Preisen. Wer Jetzt nicht kauft, schädigt sich. Leineweber

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