Der schamhafte Goebbels.
Der Schleier über die nicht vorhandene Bergangenheit.
Der Angriff" des Herrn Goebbels tobt über die Bedingungen, die das Reichsbanner für eine Diskussion mit den Nationalsozialisten gestellt hat. Er nennt sie ,, unverschämte Bedingungen, die allein in ihrem Wortlaut so e chtjüdisch frech sind, daß jeder anständige Mensch es ablehnen muß, sich damit zu befassen".
Da ist Herr Goebbels aus der Fassung geraten, so sehr, daß er seinen Parteifreunden die Bedingungen unter schlägt. Wir wissen, weshalb. Vor allem hat es ihm die Nr. 1 der Bedingungen angetan:
,, 1. Sie stehen uns dafür ein, daß Herr Dr. Goebbels , der nie im Kriege war, sich nicht untersteht, über den Krieg etwas zu sagen."
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Herr Goebbels will seine Vergangenheit schamhaft zudecken nicht wegen dem, was darin zu finden ist, sondern vielmehr wegen dem, was man dort vergebens sucht! Es war schon schlimm genug, daß die Anhänger von Herrn Goebbels erfahren mußten, daß die belgischen Gefäng nisse nicht zu seinen Erfahrungen gehören, und nun sollten fie auch noch hören, daß er nicht im Kriege war?
Das Reichsbanner hat bei Herrn Goebbels genau den Buntt getroffen, an dem er schamhaft ist!
Sie wissen nicht, was sie schreiben. Nationalsozialist Front gegen Nationalsozialist Rosenberg.
Der Strafrechtsausschuß des Reichstages besprach gestern einen sozialdemokratischen Antrag, nach dem Lebensgefährten, die im eheähnlichen Verhältnis leben, als Angehörige angesehen werden sollen. Der sozialdemokratische Antrag wurde ab= gelehnt. Vor der Abstimmung entstand eine lebhafte Debatte
11 Ludendorffs, Eslein- streck dich!" mas
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Frage: Wer ist hier der Efel?
liber das Thema Kontubinat und Ehe, in der die Grundſaßlosigkeit Schwere Angriffe gegen den Generallandschaftsdirektor Herrn von Hippel.
ter Nationalsozialisten wieder einmal scharf hervortrat.
Der nationalsozialistische Abgeordnete Frant sprach gegen den sozialdemokratischen Antrag. Die Ehe gelte als ein heiliges Satrament und es dürfe ihr deshalb ein bloßes Sue jammenleben zweier Menschen nicht gleichgestellt werden. Genosse Dr. Högner machte nun Herrn Frank darauf aufmerksam, daß er sich im Widerspruch zu einer Schrift seines Bartei und Fraktionsfollegen Rosenberg befinde. Rosenberg habe ausgeführt, daß die Germanen die abendländische Welt nur hästen erobern fönnen, weil sie mehr Frauen gehabt und deshalb mehr Kinder erzeugt hätten. Man müsse an die zahllosen Frauen tenten, die keinen Mann bekomunen und denen man nicht zumuten Sürfe, alte Jungfern zu werden. Während Herr Frank sich als Hüber der Ehe aufspiele, dente Herr Rosenberg über die Ehe und tas Zusammenleben außer der Ehe ganz anders.
Herrn Frank mar diese Feststellung sehr unangenehm. Er versuchte durch Zwischenrufe die Richtigkeit der von Högner vorgetragenen Zitate zu bestreiten, mußte jedoch später zugeben, daß Högner das Buch von Rosenberg durchaus richtig zitiert habe. Er müsse allerdings gestehen, daß er das Buch ielbst nicht gelesen habe. Da das Buch Rosenbergs aber teine parteiamtliche Berlautbarung set, sei es für ihn nicht maß. gebend!
Selbstverständlich wurde Herr Frant von den folgenden sozial demokratischen Rednern auf seine wundervollen Geständnisse ge bührend festgenagelt.
Bersammlungsffandal in Weimar . Hafenfreuzfrommler gegen den Reichstagspräsidenten. Weimar , 21. Januar.
Reichstagspräsident 2öbe sprach am Dienstag in Weimar in 3 mei sozialbem fratischen Massenpersammlungen. Im Kolonialheim, mo der Reichstagspräsident zuerst fpradh, persuchten die Nationalsozialisten unter Führung des thüringischen Gauleiters und Führers der Landtagsfraktion, Saudel, durch Trommelmirbel, Gebrüll und Schlagen gegen die Tür des Versammlungslotals fowie durch Aufstellung cines Trommlerforps im Keller unter dem Saal Ect bem Ga Die Bersammlung unmöglich zu machen.
Die Polizei verhielt sich völlig uutätig, und als tließlich auf energisches Verlangen der Versammlungsleitung ein Bolizeibeamter fich ins Nebenzimmer begab, wo die nationalistische Meute mie milde Bestien hausten, wurde dieser Beamte Frids mit
einem mörderischen Geheul empfangen. Die Stimmung unter den ctwa 1000 Bersammlungsbesuchern stieg bis zur Siedehize, und nur der Autorität Löbes und der des Versammlungsleiters ist es zu danken, daß es nicht zu einem Ausbruch tam.
Löbe sezte sich auch ohne Polizei durch, als er seinen Zuhörern jagte, die nebenan tobende Horde seien die Beute, die angeblich die sittliche Erneuerung Deutschlands anstreben, und
Muffehls Rücktrittsgesuch.
Während das Reichstabinett noch das neue Osthilfegesetz berät,| Herrn Treviranus, dem Leiter der Oststelle, im Dezember ist die Rücktrittsaffäre des Ministerialrats Musseht, des vorigen Jahres vereinbart worden. Auf die gegen ihn er Leiters der Landstelle Königsberg . zum Ausgangspuntt eines Stan hobenen sonstigen Borwürfe geht er nicht ein. Dals geworden, in dessen Mittelpunkt die Ostpreußische Generallandschaft und ihr Leiter Herr von Hippel
stehen.
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Die Affäre ist jetzt zum Standal geworden durch sehr schmere Anschuldigungen, die in der bürgerlichen ,, Königsberger hartungschen Beitung" gegen Herrn von Sippel erhoben werden. Das Geschäftsgebaren der ostpreußischen Generallandschaftsdirektion ist danach pon machtpolitischen Gründen beeinflußt. Es wird der Nachweis geführt,
daß die Generallandschaft auf Umwegen einen beträchtlichen Teil der gewährten Osthilfemittel zur eigenen Stärkung, auf Kosten der privaten und öffentlichen Gläubiger der umgefchuldeten Betriebe benutt.
Ungefähr 40 Broz der gewährten Umschuldungshypotheten gingen auf diese Weise bei den umgefchuldeten und landschaftlich beliehenen Betrieben zufäßlich nerloren. Entweder mürden dadurch die nach eingetragenen Gläubiger oder Reich, Staat und Provinz auf das schwerste geschädigt. Da ungefähr 25 Millionen Mart Umschuldungshypotheten gefährdet feien, fo bedeute eine solche Berlusterhöhung einen gemaltigen Ausfall auch für die beteiligten estpreußischen Wirtschaftstreife. Die Hartungsche Zeitung" mird dann gegen Herrnoon Hippelsehr deutlich. Es sei Herrn von Hippel dringend anzuraten, so schreibt sie, in diese Seite der Angelegenheit Mussehl endlich nolles Licht zu bringen. Wer von erhöhter Stelle der Osthilfe Steine in den Weg merfe, müsse wenigstens den voll. gewichtigen Sauberkeitsbeweis dafür erbringen, daß es ihm bei folcher Haltung nicht um persönliche Macht, nicht um die Wahrung
des Cliquenstandpunktes gehe.
Diefen Beweis fei Herr von Hippel bisher schuldig geblieben. Habe Herr von Hippel etwa zu scheuen, daß bei der Durch leuchtung des Kreditftandes der oftpreußischen Landwirtschaft Borwürfe gegen sein Geschäftsgebaren Bestätigung finden fönnten"?
Bei der sehr schwerwiegenden sachlichen Kritik der Hartungschen Beitung" handelt es sich gerade um jene Tatbestände, um derentwillen Herr Mussehl seinen Rücktritt angeboten hat, weil er die Durch führung der Umschuldung für gefährdet erachtet. Die andere Anlage der Hartungschen Zeitung" ist aber der denkbar schwerste Vorwurf gegen die geschäftliche Sauberkeit der Politik des Herrn von Hippel. Herr von Hippel hat nun eine Ertlärung erlaffen, in der er sagt, das von der Generallandschaft angewendete Berfahren, um deffentwillen der Landstelle Muffehl zurücktreten will, fei mit
darum müsse der Sieg auf der Seite der republikanischen Bunzlauer Landfriedensbruchprozeß.
Maffen sein.
Studentenkrawall in Heidelberg . Polizeiberstärkungen von auswärts notwendig.
Heidelberg , 21. Januar. ( Eigenbericht.)
Am Mittwochnachmittag tam es zu einem großen Studenten frawall auf dem Universitätsplatz. Die Bolizei bemühte sich vergebens um die Räumung. Als fie Verstärkung von auswärts zu gezogen hatte, ging fie gegen die Studenten vor, die auf die Poli3 sten einschlugen. Schließlich wurde der Plaz geräumt.
Macdonald rundfunkgestört.
Von der Station Mühlader.
Condon, 21. Januar. ( Eigenbericht.) Am Dienstagabend sprach Ministerpräsident Macdonald im Londoner Rundfunk über die Ergebnisse der englisch - indischen Konferenz. Am Mittwoch wurde von der englischen Presse Klage darüber geführt, daß diese Rede von der deutschen Sende station Mühlader empfindlich gestört worden sei. Stellen weise wäre es dadurch unmöglich gewesen, Macdonald zu ver stehen. Als der Ministerpräsident die fünftige Selbstverwaltung Indiens berührt habe, sei in deutscher Sprache dazwischengerufen worden:„ Ich glaube es nicht".
Gefängnis für die Hauptangeklagten.
Liegnitz , 21. Januar. ( Eigenbericht.) Im Bunzlauer Landfriedensbruch prozeß wurden am Mittwoch wegen Aufruhrs in Tateinheit mit Zusammenrottung die Angeklagten Gottwald und Reimann zu je 2 Jahren Gefängniß, Starrmih zu 3 Jahren Gefängnis, Sauer zu 10 Monaten Gefängnis und der Angeklagte Käse zu 9 Monaten Gefängnis perurteilt. Bier Angeklagte erhielten je 6 Monate Gefängnis unter 3ubilligung einer dreijährigen Bewährungsfrist. Die Angeklagten Gottwald, Reimann und Starrmit, die Haupträdelsführer, wurden auf der Stelle verhaftet.
Die Angeklagten hatten sich wegen der blutigen zu fammenstöße anläßlich einer kommunistischen Versammlung im vergangenen Jahre zu verantworten. Die Busammenstöße tofteten pier Menschen das Leben.
G
Ofistelle von Herrn Treviranus ihren Abschied verlangen, wenn Wir stehen hier einmal vor der Tatsache, daß hohe Beamte der bestimmte Hemmungen nicht beseitigt werden, und zum anderen beruft sich Herr von Hippel auf Herrn Treviranus mit der Behauptung, daß diese Hemmungen mit der Dststelle vereinbart seien. Hier stimmt sehr vieles nicht. Hier ist eine sofortige Klärung notmendig. Die gegen Herrn von Hippel aber erhobenen Vorwürfe zwangen zu der Forderung, daß das Geschäftsgebaren der Generallandschaftsdirektion sofort einer scharfen öffentlichen Durchleuchtung ausgefegt wird, weil sonst die Schäden für die Durchführung der Osthilfe nicht mehr abzusehen sind!
Treviranus gegen Hippel.
Zu der Presseveröffentlichung, in der die oftpreußische Generallandschaftsdirektion zu dem Rücktrittsgesuch des Leiters der Land ftelle Königsberg , Ministerialrat Musleht, Stellung nimmt, wird durch die Ost stelle bei der Reichstanzlei folgendes mitgeteilt:
Es ist nicht zutreffend, daß im Dezember v. J. zwischen der Oststelle bei der Reichskanzlei und der Ditpreußischen Landschaft ein Einverständnis über das von der Landschaft in Zwangsversteigerungsfällen eingeschlagene Berfahren erzielt ist.
Richtig ist nur, daß Reichsminister Treviranus sich in Verhandlungen mit dem Generallandschaftsdirektor fortgesezt bemüht hat, die Grundlage für eine Berständigung über die Zusammenarbeit zwischen Landstelle und Landschaft zu schaffen, Auf den persönlichen, vermittelnden Charakter dieser Berhandlungen ist der Generallandschaftsdirektor wiederholt hingewiesen
morden. Auch sind hierbei Vereinbarungen, die das von der Landschaft eingeschlagene, für das Rücktrittsgesuch des Ministerialrats Muffehl maßgebliche Berhalten endgültig als berechtigt anerkennen, nicht getroffen worden.
Im übrigen glaubt die Oststelle, bei der Reichskanzlei angesichts der Tatsachen, daß der schwebende Fragenkompleg in den nächsten Tagen Gegenstand erneuter Verhandlungen mit der ostpreußischen Generallandschaftsdirektion bilden wird, von einer Fortjeßung der Preffeerörterungen absehen zu sollen.
Reichskabinett und Osthilfe.
Borfiz des Reichskanzlers und in Anwesenheit des preußischen Finanzministers und des Generaldirektors der Reichsbahn mit den Vorbereitungen des Entwurfs eines Gesetzes über die Osthilfe. Die Beratungen werden fortgesetzt.
Das Reichsfabinett beschäftigte sich gestern nachmittag unter dem
Kahlau und Polizeiinspektor Mertens. bestätigt. Kahlau ist mahrscheinlich auch der Beamte, der die ersten beiden Schüffe abgegeben hat, nachdem er von acht Steinen getroffen zusammenbrach.
In der Begründung des Urteils nahan das Gericht den Standpunft ein, daß auf Grund der Zeugenaussagen sämtliche Angeklagten des Aufruhrs in Tateinheit mit Landfriedensbruch überführt sind. Die Haltung der Polizei, insbesondere auch des Landrats Köhne, jei in jeder Weise forrekt gewesen.
Polnische Soldaten verlaufen sich.
Zu Blättermeldungen, wonach in der Nähe von Rybnik eine an der Grenze übende polnische Infanterieabteilung die Grenze überschritten hat, erfahren wir an zuständiger Stelle, daß die Grenzüberfchreitung tatsächlich stattgefunden hat, daß aber die Truppe, als sie von einem polnischen Zollbeamten darauf aufmerksam gemacht wurde, daß sie sich auf deutschem Territorium befinde, sich sofort auf polnisches Territorium zurückbegeben hat.
Während der Beweisaufnahme fand das größte Interesse die Aussage des Landrats Köhne, der in der Deffentlichkeit vielfach als derjenige bezeichnet worden war, der den Befehl zum Industriegafe haben in Belgien neue Beunruhigung verursacht. Schießen gegeben habe. Er erklärte, daß er einen solchen Be Im Industrieort Tilleur war die Luft nicht mehr zu atmen. Die fehl nicht gegeben habe. Er sowohl wie der Oberlandjäger erschreckte Bevölkerung fürchtete eine neue Katastrophe und stürzte meister Kahlau hätten zweimal die Menge aufgefordert, auseinander sich auf die Straße. Die Untersuchung erwies, daß es Ammoniatgas zugehen und die Steinwürfe zu unterlassen, weil sonst geschossen war aus einer Fabrit für chemische Dungmittel. werden würde. Er jowohl wie die Polizeibeamten hätten das Bestellungen ersichtlich ist, wies das Jahr 1930 allein in Mailand Die konkurse in Italien . Wie aus amtlichen Zusammenfühl gehabt, daß die Polizeikette gestürmt werden sollte. In diesem 2542 Konturse auf gegenüber 1957 im Vorjahr. Von den legtAugenblid habe sich jeder Beamte in Notwehr befunden und volljährigen Kontursfirmen hatten 1920 Baffiven bis zu 100 000 Lire, tommen selbständig gehandelt. Die Aussagen des Landrats Köhne 505 bis zu ½ million, 56 bis zu 1 Million und 61 über 1 Million. wurden von den beiden Leitern der Polizei, Oberlandjägermeister Das sind Retordziffern.