Die Katze aus dem Sack!
Krupps Enthüllungen und Geständnisse.
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Aber was ist die Aufgabe der Kommission. Dr. Syrup fagt mur, die Kommission soll neue Wege weijen".
Neue Wege der Versicherung? Neue Wege der Arbeitsbefchaffung? Der Arbeitsvermittlung? Der Berufsausbildung? Der Finanzierung?
Der Fragenkompler, der sich einem aufdrängt, wenn man von ,, neuen Wegen" hört, ist damit noch nicht erschöpft. Wozu diese
Problem, das leider nur zu sehr im Brennpunkt des öffentlichen Interesses steht! Es läge auch im Interesse der Kommission, wenn die Regierung endlich flar aussprechen würde, welchen Auftrag die Kommission eigentlich hat.
Chemigraphen in Abwehrfront.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Friedrich- Krupp- A.- G.,| vorkommen, in Wirklichkeit aber ist er sehr dumm. Dieser Vor- diplomatische Geheimnis främerei in einem mit Fragen gespickten die vor zwei Tagen durch ihre Berlust bilanz" allgemeine schlag geht dahin, Heiterfeit auslöste und selbst die so mißgelaunte Börse in eine freundlichere Stimmung versetzte, hat nunmehr in der Generalversammlung die Begründung zu den„ Verlusten" gegeben. Diese Begründung ist in Wahrheit nur die Enthüllung, daß die ,, Notmaßnahme" Don Ruhrort Meiderich, wo die Bereinigten Stahlwerte die Stillegung nur unter der Bedingung nicht vornehmen wollen, daß die Belegschaft sich mit einem Lohn abbau von 20 Pro 3. einverstanden erklärt, wogegen die Schwerindustriellen der Belegschaft großmütig Arbeit für acht Monate mit der Einschränkung von 10 Broz. Feierschichten garantieren". Schon die unerhörte Bemerkung des fattsam bekannten Dr. Jarres, die elend entlohnten Schwerarbeiter der Vereinigten Stahlwerte hätten einen um 20 bis 25 Broz. zu hohen Lebensstandard, ließ permuten. daß es sich um einen
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allgemeinen Ungriff auf Lohn und Tarif der Arbeiter handelt. Der Vorschlag der Vereinigten Stahlwerke war nur eine Falle. Dr. Krupp von Bohlen und Halbach hat jetzt die Kage aus dem Sad gelassen. Er hat das in der ihm nun einmal eigenen ungeschickten Weise getan, verbrämt mit einigen wohl wollenden Redensarten für die Arbeiter, die man Herrn von Bohlen gern glaubt. Weshalb man ihn wohl auch vorgeschoben hat. Denn Daß heute kein Mensch mehr den Poensgen, Bögler, Grauert usw. glaubt, davon sind diese Herren wohl selbst schon überzeugt.
Wir müssen aber schon sagen, die Begründung, die Krupp bon Bohlen gab, ist wirklich nicht als Qualitätsarbeit an zusprechen. Die Löhne follen allgemein also nochmals um 20 Broz. gesenkt werden. Warum? Weil die Schwerindustrie pleite ist, fagt dem Sinne nach Dr. Krupp. Was die Friedrich- Krupp- A.- G. nicht gehindert hat, im abgeschlossenen Krisenjahr
für 17% Millionen Mart Neuanlagen zu machen und davon glatt 16 Millionen abzuschreiben.
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die Löhne allgemein abzubauen, dann auf Vorraf zu arbeiten, im Hinblick auf die nun in Bälde eintretende Steigerung des Abfazes. Die Abfahsteigerung erhofft sich Dr. Krupp natürlich nicht von dem Lohnabbau, sondern vom Preis abbau, der infolge des Lohnabbaues eintreten fönnte. Nun gibt es zwei Möglichfeiten: entweder der Preisabbau ist größer als der Lohnabbau, oder aber er ist ebenso groß oder geringer. Im letzteren Falle, wenn der Lohn- und Preisabbau verallgemeinert wird, lehrt man zum ursprünglichen Ausgangspunkt zurück. Es kann nicht beffer werden. Wenn die Schwerindustrie aber die Absicht haben sollte, die Preise mehr zu beschneiden, als die Senkung der SelbstPosten durch die Lohnsenfung ausmachen würde, warum versucht sie diesen Preisabbau nicht ohne Lohnabbau durchzuführen? Das sind alles Fragen, auf die die Schwerindustrieelln schwerlich eine Antwort geben werden. Der Zwed ihres Vorstoßes ist,
nicht ein wirtschaftlicher, sondern ein polifischer. Sie wollen den Tarifvertrag beseitigen und überhaupt eine Rüdbildung unserer öffentlichen Einrich tungen auf das notwendige und vernünftige Maß", wie Herr von Bohlen auf der Generalversammlung ausführte. Diese nur in der Form unbestimmte Forderung ist klar genug, um jedem zu zeigen, wohin die Schwerindustriellen steuern. Was aber hat in Wirklichkeit, die Selbstkosten der Schwer. industrie immer mehr in die Höhe getrieben und sie schließlich auf einsamer Höhe zur Erstarrung gebracht"? Diese Selbstfosten find, wie durch den Enqueteausschuß festgestellt worden ist, verursacht worden durch die Ueberausdehnung der Eisenindustrie und die damit verbundene Erhöhung der firen Kosten. Es ist
die fehlerhafte Wirtschafts- und Betriebsführung, Was den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Friedrich- Krupp- A.- G. die diese Gelbstkosten so unverhältnismäßig in die Höhe getrieben nicht hindert, in Aussicht zu stellen, daß auch in diesem Jahr die hat. Diese figen Rosten fönnen auch in Krisenzeiten nicht ab. notwendigen Mittel für die weitere Modernisierung" der Anlagen gebaut werden und drücken um so empfindlicher auf die UnterDer Friedrich- Krupp- A.- G. bereitgestellt würden. Für ein Unternehmungen. nehmen, das angeblich 4% Millionen Verluste erlitten hat, ist das Statt aber umzufehren und das Tempo dieser falschen Ratioganz nett. nalisierung zu mäßigen, fündigt der Vorsitzende der FriedrichKrupp- 2.- G. noch an, daß die Mittel aus den ersparten Lohnkosten zur weiteren Vermehrung der firen Kosten verwendet werden sollen. Und diese auf den Gipfel der Naivität getriebene Unfähig feit in der Wirtschaftsführung beansprucht für sich das Recht eines Monopols in Politik und Wirtschaft!
Herr Dr. Krupp will der Deffentlichkeit einreden, daß die Steuern und die Soziallasten in Deutschland weit höher seien als im Auslande. Man braucht hier nur die Frage zu stellen, ob in dem Hauptkonkurrenzlande, das hier in Frage tommt, in Eng I and, die Steuern, die auf den Unternehmungen liegen und die Soziallaften geringer find als in Deutschland ? Oder will jemand behaupten, daß die Löhne in England niedriger find als in Deutschland ?
Wir sind der Meinung, daß die Herren von der Schwerindustrie alle Ursache hätten, still und bescheiden über ihre Fehler nach zudenken und die Opfer zu bringen, die der Größe ihrer Fehler
Der Vorschlag, den Dr. Krupp macht, mag ihm verteufelt schlau| entsprechen.
Genf und die Arbeitslosigkeit.
Zweifelhafte Theorien und Vorschläge.
Genf , 30. Januar. ( Eigenbericht.) Die Rommission des Internationalen Arbeitsamtes zur Brüfung des Arbeitslosen problems hat am Freitag nach scharfen Auseinandersetzungen ihren Bericht an den Vermaltungsrat fertiggestellt. In ihm werden zuerst die Ursachen der Arbeitslosigkeit aufgezählt und dann die Maßnahmen, die zu ihrer fofortigen Milderung und allgemeinen Betämpfung für notwendig gefunden werden.
leber die Frage der Arbeitszeit und der Löhne fonnten sich die Arbeiter und die Unternehmer nicht einigen, weshalb dem Berwaltungsrat beide sich einander widersprechenden Anschauungen vorgetragen wurden.
Als Ursachen der Arbeitslosigkeit zählt der Bericht periodisch wiederkehrende und durch die Umwälzung des Krieges und der Nachkriegszeit bewirkte Umstände auf. 1. Die Landwirtschaftliche Ueberproduttion in einigen Probutten durch besonders gute Ernten und die ohne Rücksicht auf die verminderte Konsumfähigkeit gesteigerten Anbauflächen. 2 Die anarchische Produktion der Industrie, die in feinem Berhältnis zur Nachfrage steht. 3. Den Mangel an Bertrauen, der eine ungleiche Goldverteilung, schlechte Kapital zirkulation und große Einschränkungen zur Folge hatte. 4. Der Preissturz des Silbers mit seinem Valutarüdgang in den Ländern mit Silberwährung. 5. Die zu hohen Produk tionstosten gewisser Länder. 6. Die Unruhe im inter nationalen Handel durch die Entwicklung neuer Produktionszentren zusammen mit den künstlichen Hemmungen des internationalen Austausches. 7. Die politischen Hinder= nisse, die sich der rationellen Ausbeutung der Weltreichtums= quellen entgegenstellen. Darüber sollen endgültige weitere Erhebungen vom Internationalen Arbeitsamt und dem Völkerbund angestellt werden.
Als dringende Maßnahmen
werden den Regierungen empfohlen: 1. Systematische Orga nisation des öffentlichen Arbeitsnachweises mit dem Ziel der Zusammenarbeit zur Aufstellung von Programmen für die Beschäftigung Arbeitsloser und zur nötigen Wiedereinstellung der von den technischen Auswüchsen betroffenen Erwerbslosen . 2. Die Entwicklung der Unterstügung und Versicherung gegen teilweise und volle Arbeitslosigkeit durch sofortige Staatshilfe, ohne die Wiedereinstellung von Arbeitern in Bedarfsbranchen in oder außer Landes zu gefährden. 3. Deffentliche Arbeiten, dazu mit Hilfe des Völkerbundes Berständigung über gemeinsame Durchführung großer internationaler Arbeiten. 4. Politik der internationalen Zusammenarbeit für Freizügigkeit und Unterbringung von Arbeitern in Bedarfs ländern, zur Erweiterung der Aufnahmemärkte für Arbeitende. 5. Zusammenarbeit der nationalen Wirtschaften mit dem Ziel, die vollkommene Gemeinschaftlichkeit herzustellen. Ueber Maßnahmen hinsichtlich der
Arbeitszeit und der Löhne
in bezug auf die Arbeitslosigkeit fonnte sich die Kommission nicht einigen. Die Unternehmer und die Arbeiter haben verschiedene Anfchauungen aufgestellt. Die Arbeiter verlangen eine gerechte Berfürzung der Arbeitszeit oder des Arbeitstages bam. der Arbeitswoche, mit Rücksicht auf die Eteigerung des Ertrages, ber in
der Industrie durch die Vervollkommnung der Produktionsmethoden entstanden ist. Ferner fordern sie direkte Mittel, um die Arbeitsföhne zu steigern in den Ländern, in denen die Löhne augenblicklich ungenügend sind, um dadurch einen unerträglichen Faftor der Konkurrenz zu beseitigen und die Kauftraft zu steigern.
Die Unternehmer behaupten dagegen, daß die von den Arbeitern vorgeschlagenen Maßnahmen nicht nur unwirksam seien, fondern dem verfolgten 3wed entgegenarbeiteten und noch viel größere und schwere Unruhe hervorrufen könnten. Sie sind überzeugt, daß eine der michtigsten Maßnahmen, um das wirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen, darin bestehen muß. die Proouttionsfosten und die Handelsspesen in der Weise zu vermindern, daß die Kaufkraft der Gesamtheit der Berbraucher durch eine Erweiterung der Beschäftigung er reicht werde.
Es ist natürlich faum möglich, auf Grund eines notwendig ge drängten Auszugs eines umfangreichen Berichts fich ein Urteil zu bilden. Immerhin scheinen uns manche der angegebenen Ursachen der Arbeitslosigkeit auf recht zweifelhafte Theorien zurückzugehen. Auch die Vorschläge zur Besserung scheinen in einigen Punkten denſelben Mangel aufzuweisen. Wir im Brennpunkt der Wirtschaftsfrise wiffen, daß gewiffe Umstände die Krise verschärfen oder mildern fönnen, aber fie treffen nicht den Kern: die überhaftete, übersteigerte Rationalisierung hauptsächlich eine Folge des Waren hungers nach dem Krieged. h. die Uebersteigerung der firen, die Zurückdrängung der variablen Kosten.
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Die Reformfommission.
Was Dr Syrup dazu gesaat hat.
Dr. Syrup, der Präsident der Reichsanstalt, schreibt uns zu dem in unserer Abendausgabe vom Donnerstag veröffentlichten Artikel Reichsanstalt und Reform", daß er in seiner einleitenden Rede zum Haushalt der Reichsanstalt die von der Regierung eingesetzte Kommission begrüßt habe, weil es sich diesmal um Persönlichkeiten handle ,,, die in voller Unabhängigkeit auf Grun wissenschaftlicher Forschung oder allgemein wirtschaftlicher Erfahrungen neue Wege weisen sollten.
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Im späteren Verlauf der Verhandlungen," schreibt Dr. Syrup meiter, habe ich ohne jeden Zusammenhang mit dieser Kommission zum Ausdruck gebracht, daß mon für diese schweren Wintermonate nicht an eine weitere Berfeinerung der Bersicherungsbestimmungen denten möge. Ich habe ferner ausgesprochen, daß bei solchen Berfeinerungen stets abzuwägen sei, ob die hierdurch erzielten Verbesserungen im Verhältnis ständen zu der damit entstehenden Berwaltungsarbeit, und daß eine solche Ueberprüfung seitens der Versicherungspraxis mir erwünscht erscheine. Auch diese Auslaffungen bezogen sich nicht auf die Kommission, die ja nach ihrer Aufgabe und Zusammenfeßung sich voraussichtlich nicht mit solchen Einzelfragen der Gesezgebung beschäftigen wird."
Sierzu nur eine Bemertung. Ueber die 3usammen letzung der Kommission ist die Oeffentlichkeit jetzt unterrichtet Sie ift nicht fo, wie man nach der ersten Ankündigung fürchten mußte.
Entschiedener Widerstand gegen Lohnabbau.
Die Chemigraphen find innerhalb des Verbandes der Lithographen und Steindrucker eine Berufsgruppe, die sich infolge ihrer organisatorischen Stärke in den Zeiten der Konjunktur verhältnismäßig hohe Individuallöhne errungen hat. Auf Grund ihrer vorbildlichen Solidarität, die sie stets auch gegenüber den arbeitslosen Berufskollegen übten, ist es den Unternehmern bei leichteren Konjunkturrüdschlägen nie möglich gewesen, die einmal erreichten Löhne zu drücken.
Nunmehr sind auch die Unternehmer im Chemigraphiegemer von der Lohnabbaupsychose befallen worden. Sie halten jeßt bie Beit für gekommen, die Löhne der Chemigraphen in dem jetzt üblichen Umfange zu ,, nivellieren". Es gibt im Chemigraphiegewerbe feine Tariflöhne. Lediglich für die Jungausgelernten sind tarifliche Mindestlöhne feftgesetzt. Alle üblichen Löhne unterliegen der freien Bereinbarung. In Berlin haben einige Firmen an ihre Gehilfen das Anfinnen gerichtet, sich mit einem Abbau ihrer Individuallöhne einverstanden zu erklären. Im allgemeinen werden 10 bis 15 Pro3. Lohnabbau verlangt. Für den Fall, daß sich die Chemigraphen mit dem Lohnabbau nicht abfinden wollen, wird ihnen ganz unverhüllt die Kündigung angedroht.
Die Unternehmer haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. In sechs Betrieben haben bereits sechzehn Chemigraphen, nach denen man zuerst die Lohnabbaufühler ausstreckte, ihre Arbeit quittiert. Sie haben mannhaft an ihren gewerkschaftlichen Gru.ndfäzen festgehalten und es auf sich genommen, lieber einige Wochen ohne Arbeitslosenunterſtügung zu leben, als sich dem Diktat der Unternehmer zu fügen.
Nur in einem Betriebe hat ein großer Teil der Belegschaft nicht so viel Rückgrat gezeigt. Die Schwäche dieser Verbandsmitglieder wurde in der gestrigen Chemigraphenversammlung, an der von den rund 1400 Berufsangehörigen in Berlin über 1200 teilnahmen, auf das schärfste mißbilligt. In der Versammlung fam der einmütige Wille der zu 100 Proz. organisierten Berliner Chemigraphen zum Ausdruck, die einmal errungenen Löhne mit allen Mitteln Ausdrud, die einmal errungenen Löhne mit allen Mitteln
zu verteidigen.
Damit das beschämende Beispiel bei der einen Firma nicht Schule macht und die Widerstandskraft der Berufscngehörigen in den Betrieben noch gestärkt wird, beschloß die Versammlung einstimmig die sofortige Erhebung eines wöchentlichen Egtrabeitrages von 2 M. Die auf Grund dieses Beschlusses einkommenden Mittel sollen zur Unterstützung der Verbandsmitglieder verwendet werden, die infolge ihres Widerstandes gegen den Lohnabbau arbeitslos werden sollten. Jedenfalls werden die Chemi graphen den Buchdruckereibefizern für die in den nächsten Tagen beginnenden Tarifverhandlungen nicht das Argument liefern, daß im graphischen Gewerbe bereits Löhne abgebaut worden seien.
Tarifabschluß in der Spritgußindustrie. Der fommuniflische Verband führt- ein geruhsames Leben.
Für die Betriebe der Sprißgußindustrie, die nicht zum Verband Berliner Metallindustrieller gehören, besteht ein Tarifvertrag, abgeschlossen zwischen dem Deutschen Metallarbeiter- Berband und dem Berband Deutscher Sprißgußfabriken E. B.
Die Unternehmer dieser Gruppe hatten das bisherige Lohnablommen gefündigt, um einen Lohnabbau von 10 Proz vorzunehmen. Sie erflärten, daß sie hauptsächlich für die Großindustrie arbeiten und daher auch nicht mehr in der Lage seien, die clten Löhne weiterzuzahlen.
In stundenlangen Verhandlungen war es der Berhandlungsfommission der Arbeiter möglich, zu erreichen, daß die alten Löhne bis zum 1. März 1931 weitergezahlt werden. Ab 1. März 1931 erfolgt ein Abzug für die im Lohn Arbeitenden, Gelernten und Angelernten von 5 Pf., für die Ungelernten von 3 Pf. und für die Weiblichen von 2 Pf. pro Stunde. Die 2tfordpreise werden un 4 Proz. gekürzt. Dieses Lohnabfommen läuft bis einschließlich 1. August 1931.
Der fommunistische Einheitsverband der Metallarbeiter, der in der Sprißgußindustrie einige Mitglieder hat, hatte großfpurig in der ,, Roten Fahne" erflärt, daß er diese Lohnbewegung führen" würde. Am Sonntag fand auch eine Versammlung des Einheitsverbandes" statt, in der jedoch auch mur ,, beschlossen" wurde, daß die Führung" dieser Bewegung der Einheitsverband" übernehmen soll.
In der Versammlung, die vom Deutschen Metallarbeiter- Berband einberufen wurde. ist beschloffen worden, über das Verhandlungsergebnis in den Betrieben eine Urabstimmung stattfinden zu laffen. Diese Urabstimmung ergab eine übergroße Mehrheit für die Annahme des Verhandlungsergebnisses.
Vergeblich fucht man in der kommunistischen Presse eine Anfündigung oder Mitteilung über die führende" Attion des angeb lichen Einheitsverbandes.
SPD. - Holzarbeiter, Bezirke Nordwesten, Moabit , Wedding , Gesund brunnen und 20. Verwaltungsbezirz. Sonntag, 10 Uhr, Bersammlung bei Sachse, Lindower Str. 26.
EPD.- Holzarbeiter. 45., 46. und 47. Abteilung treffen fich Sonntag, 10 Uhr, bei Lier, Naunnnstr. 9. SBD.- Holzarbeiter Neukölln. Bersammlung am Sonntag, 10 Uhr, Jdealkafino, Weichselstr. 8.
Freie Gewerffchafts- Jugend Berlin
Seute sind folgende Veranstaltungen: Sprechcor: Probe um 19% Uhr, Zimmer 26 der Jugendzentrale. Aelterenturins: 19 Uhr im Unterrichtsraum der Berliner Gewerkschaftsschule, Engelufer 24-25, 2. Sof, 1 Treppe rechts. Er spricht Genosse Richard Echulze über Gewerkschaften und Berufsschulen"." Morgen, Sonntag, find folgende Beranstaltungen: Mädchenkursus: Frauen wirken Fraauen fchaffen" im Voltshaus in Ralfberge in der Mart. Treffen um 7% Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Badstraße, oder 8 Uhr Schlesischer Bahnhof . Faupteingang Glastuppel. Nordkreis: 19 Uhr Jugendheim Tiedftr. 18: Musik- und Spielabend. Nord. westfreis: 20 Uhr Jugendheim Wedding, Willdenomftr. 5. Berlin , wie es weint und lacht." Oftkreis: 20 Uhr Jugendheim Gunterstr. 44. Literarischer Abend: Traven ".
Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: G. Klingelhäfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton : R. 8. Dilder: Lokales und Constiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin . SB
Berlag: Vorwärts- Verlag Gm. b. S.. Berlin . Drud: Borwärts- Budbruderei und Berlagsanstalt Baul Singer L. 6. Beriin 6 68. Sinden trake&
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