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Beilage

Dienstag, 24. Februar 1930

olavhoqe zb to Der Abend

Laufendes Band

Krankheit und Kriminalität

sich zurück, schrumpft ein.

Shalausgabe des vorwäre

tätigung, geistige Anregung, sorgfältigste törperliche Pflege. Bor allem aber, worauf ja auch schon die Erwerbslosenstatistiken von einer anderen Seite her als allein vernünftigen Ausweg hinweisen, ist die Berkürzung des Arbeitstages nötig.

Der Arbeiter, der in der Schuhfabrit am laufenden Band| widelt sich zu außergewöhnlicher Stärke, der andere Arm bildet| Hygiene der Werkstätten, größeren Arbeitsschuh, sportliche Be­arbeitet, legt in der gleichen Zeit, in der sein Ahnherr, der Schuster , ein Paar Stiefel fertigstellte, an hunderte Stiefel mit Hand an; bloß daß er zum Entstehen jeder Fußbekleidung immer nur den einen gleichen Handgriff beiträgt. Er ist nicht mehr Handwerker, er ist auch eine andere Art von Fabrifproletarier als der Fabrikproletarier in stehenden Betrieben. Seine Arbeitsleistung ist rationali fiert: er macht immer den gleichen Handgriff an der gleichen Station auf dem Weg des Produktes zur Ware; und er muß diesen gleichen Handgriff auch immer in der gleichen Zeitspanne mit dem gleichen Kraft und Aufmerksamkeitsaufwand machen.

Das laufende Band erzwingt bestimmte, mit der Stoppuhr zu­gemessene Leistungen und denunziert rücksichtslos jeden Arbeiter, der nicht mitkommt, durch einen Klingelalarm oder durch Stillstand. So wird nicht viel Aufsichtspersonal benötigt, und doch gibt es feine Baufen, feine Schlappheiten. Jeder Handgriff ist berechnet, jede Arbeitskraft bis zum letzten ausgenutzt. 3weimal innerhalb acht Stunden steht das Band eine Weile still,- Zeit zum Aus­treten sonst rout der gleiche Zwang zur gleichen Arbeit im gleichen Tempo unerbittlich meiter.

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Es ist im Grunde immer dasselbe, was auch am laufenden Band produziert wird, ob es nun Schuhe oder Automobile oder Artikel der Elektroindustrie sind. Immer müssen die Augen auf das bewegliche Werkstück am Bandertisch starren, immer muß der Körper die gleiche Kraft hergeben, immer muß der Geist den winzigen Kreis der gleichen Aufmerksamkeit um den gleichen Mittelpunkt sich drehen lassen.

Unvergeßlich wird mir der Mann bleiben, den ich in einer Auto­montagehalle ungefähr in der Mitte der 40 Meter langen rollenden Rette arbeiten fah. Er schraubte mit einem motorgetriebenen Werk­zeug, das an einer Kette von der Decke hing, Kotflügel an, und er saß auf einem Bäntchen. Das Bänfchen aber lief auf Rollen und es war ihm unter den Hintern geschnallt. Bielleicht blieb mir der Mann auch nur deshalb so genau in Erinnerung, weil ich ihn Feierabend machen sah. Als er aufstand, da hatte er die linke Schulter noch genau so hochgezogen, wie früher beim Arbeiten und

So entsteht der menschliche Automat, der Roboter, der viel weniger Fehler macht als der denkende Arbeiter, der sich gegen die Normung auflehnt und seine Intelligenz bei der Arbeit zu Hilfe nehmen will. In Amerika wählt man von vornherein die Arbeiter für das laufende Band aus den rüdständigsten Bolts schichten und Nationen, aber auch da noch dauert es 12 bis 30 Monate, bis die menschliche Maschine nicht mehr revoltiert, bis fie fich so weit reduziert hat, die gepeitschte Monotonie dieser Arbeit zu ertragen.

Zu ertragen? Für die Neurologen und Psychiater gibt es einen Ueberfluß an Material zur Konstatierung eines ganz neuen nervösen Krankheitsbildes, das häufig bis zu richtigem Irresein sich steigert, und das unter dem Namen industrielle Rervenerfrantung" fast immer auf die Arbeit am laufen den Band zurückzuführen ist. Das menschliche Nervensystem scheint aller Rationalisierung zum Trotz dem nicht auf die Dauer gemachsen zu sein. Es macht nicht mit, menn die Arbeit ihres Sinnes, des Broduttiven, Schöpferischen, so ganz entfleidet wird. Der produftive Sinn einer Arbeit aber, die in eine Anzahl kleiner Brüche unterabge. teilt wird, um unendliche Male in Gestalt von hunderttausenden gleichen Bewegungen vom Arbeiter wiederholt zu werden, ist für den einzelnen nicht mehr zu erfassen.

Forderungen

Dr. Mayer- Daglanden schlägt zur Vermeidung ganz un­absehbarer Schäden an der geistigen und körperlichen Boltsgesundheit als erfte dringendste Hilfe vor: Häufige Erholungspausen, beffere

Wenn man den richtigen Zeitpunkt zur Vernunft versäumt, so wird man ein Geschlecht degenerierter Neurasthenifer heranzüchten, die für jeden Staat eine erschütternde Gefahr bedeuten; eine wesent lich größere Gefahr noch als heute schon ist das Ansteigen der Kriminalität, das sicherlich auch mit der zunehmenden Mechanisierung der Arbeit zusammenhängt.

Gerade traftvolle, geistig beweglichere Individuen treibt der falsche Kollektivismus der entnervenden, peist- und persönlichkeitss tötenden, viel zu lange andauernden Zwangsarbeit zur Flucht ins Berbrechen. Ein Wiener Psychiater, Dr. Rauders, fain in Amerifa zu der Erkenntnis, daß einer der Gründe für das Anwachsen des Berbrechertums in einem letzten Verfuch des Individuums zu ers blicken ist, das sich gegen den Kollektivismus, gegen die Mechani= sierung und Verdurchschnittlichung des Maschinen­3eitalters wehrt und die ihm gefeßten Schranken durchbricht." Die Arbeit am laufenden Band stellt einen Fortschritt der Produktion dar. Technische Fortschritte sollen und können nicht rückgängig gemacht werden. Aber man muß sie der Leistungs= fähigkeit des menschlichen Organismus anpassen. Acht Stunden Arbeit am laufenden Band sind untragbar und müssen in türzerer oder längerer Zeit zu einer wesentlichen Berschlechterung der Volksgesundheit führen. Es gibt Arbeitskräfte genug. Man beile die Arbeit so ein, daß jeder davon leben kann und feiner daran verkrüppelt! Georg Schwarz .

Was will Naturheilkunde?

auch seine Knie richteten sich nicht gerade und blieben eingebrüdt, Besuch im Mahlower Prießnitzhaus

so daß er das festgeschnallte Bändchen eigentlich auch weiter noch mit sich hätte herumtragen fönnen.

Die Steigerung der Produktion und des Profites durch Ein führung des laufenden Bandes spiegelt sich in vielen Betriebs­statistiken, Enqueten, Dentschriften und Artikeln der einschlägigen Fachblätter. Die Steigerung der Unfälle, der förper lichen und geistigen Ertranfungen und Schädigun gen, die Sentung allgemein menschlicher Werte und Fähigkeiten durch die übermechanisierte, angestrengte Arbeit ist nicht so flat erfaßt und in 3iffern festgelegt.

Was wird?

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Was wird aus den Menschen, die Jahre, ein ganzes Arbeits­leben durch, alle ihre Kraft auf ein so fleines Teilgebiet ihrer förperlichen und geistigen Möglichkeiten zusammenziehen müssen? Mo bleibt da jener wendige Facharbeitertyp", den die Lehrlingswerkstätten und Wertschulen der Großbetriebe mit o schönen Worten propagieren? Wo bleibt die Freude an der Arbeit, die alle Klaffenfriedlichen als Erlösung von Erdennot und Un zufriedenheit anpreisen?

Auf alle diese Fragen hat Literatur, Kunst und Wissenschaft bisher noch recht wenige Antworten gegeben. Sicherlich ist mehr Linte und Druckerschwärze über die nivellierenden Tendenzen" des Marrismus, als über die nivellierenden Tendenzen des laufenden Bandes gefloffen, obgleich das laufende Band sicherlich mezbarere und deutlichere Wirkungen auf die, die daran festgeschmiedet sind, ausübt, als die dialektisch- materialistische Weltanschauung. Eine Umfrage

Die erste mit einigem Zahlenmaterial gestüßte medizinische Feststellung der gesundheitlichen Folgen dieser neuen Arbeits­weise ist in Amerika , dem klassischen Land des laufenden Bandes, gemacht worden und stammt von einem dort arbeitenden deutschen Arzt Dr. Mayer Daglanden, der sie im Oftober 1930 in der französischen Zeitschrift Monde"( Nr. 185) publizierte. Diese Arbeit stüßt sich auf Umfragen in amerikanischen Groß- und Klein­betrieben und gibt erschreckende Aufschlüsse über die Steigerung der Unglücksfälle, über die Zunahme von Erkrankungen der inneren Drgane, über das drohende Anwachsen der Geistesfrankheiten.

Bei allen seinen Untersuchungen, das bemerkt Dr. Mayer- Day­landen ausdrücklich, ist es ihm taum gelungen, jene Schäden, die die Arbeitsfähigkeit nicht unmittelbar beeinflussen, zahlenmäßig zu er­faffen, für die sogenannten kleinen Schäden", die er als Arzt bauernd beobachten konnte, ist in Amerita feine Bersicherung, feine Krantentaffe zuständig. Erst wenn das Leiden arbeitshemmend wird, geht es in die auch heute noch sehr lückenhafte und verfälschte

Statistik ein.

Ergebnisse

Nur selbstgesammeltes Zahlenmaterial gibt Maner- Daglanden die Möglichkeit, auch diese kleinen Schäden" nachzuweisen. So trugen zum Beispiel von 1200 Arbeiterinnen einer Fabrik beim Ein tritt 312 Brillen auf der Nase. Nach einem Jahr Arbeit am laufenden Band waren es 731 Brillenträgerinnen geworden. Werden diese Augen, die unaufhörlich dem bewegten Werkstüd folgen müssen, nach vier oder fünf oder sechs Jahren überhaupt noch andere Entfernungen messen können als die Drei viertelmeter zum Wandertisch?

des Batienten verschiedene Aufgaben. Zunächst meist eine 211­Bei der Behandlung hat der Naturarzt je nach dem Zustand gemeinbehandlung, d. h. besonders zusammengesetzte oder auch beschränkte Ernährung( evtl. Fasten), Sorge für gründliche Entleerung, Förderung der Ausscheidungen, allgemeine Pflege durch Baden in Wasser, Luft, Sonne. Es gibt drei Rostformen: reine Rohkost, reine vegetarische Kost, gemischte Kost. Ferner wird unterschieden zwischen Schonungs- und Reizbehandlung. Ist eine Reizbehandlung angezeigt, so stehen Sonne, Licht, Luft, Wärme, Kälte, Waffer, Erde, Bewegung, Massage zur Verfügung.

In Mahlow , an der Strede Berlin - 3ossen, liegt das| Leiden dagegen versteht der Naturarzt die Summe der Ausfalls. Bundestrantenhaus des Deutschen Bundes der Bereine erscheinungen, Mangelzustände oder Narben im Organismus, die für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweise". Das Haus ist 1927 entweder als Folge überstandener Krankheiten oder als ursprüng­eröffnet worden und hat seinen Namen erhalten nach dem öfter. liche Leiden auftreten. reichisch- schlesischen Bauern Brießniz, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts durch Heilbehandlungen in seinem Heimatsorte Gräfenberg sich berühmt und auch in der Schulmedizin unsterblich gemacht hat( Brießniz- Umschlag). Prießniz war nicht der Bater, sondern nur einer der Großen der Naturheillehre. Sein Name ist Programm. Er war fein gebildeter Mediziner, sondern Laie. Man würde fehlgehen, wenn man heute annähme, die Natur­ärzte seien alle mur Laien oder gar Pfuscher. Ihre Heillehre ist heute offiziell anerkannt und wird den Studenten vor­getragen in Jena durch Prof. Klein, in Berlin durch Prof. Schönenberger, der für das Eröffnungsjahr des Brießniz. Hauses die ärztliche Oberleitung übernahm. Eine nicht geringe Bahl von Aerzten ist zusammengeschlossen im Aerzteverein für physikalisch- diätetische Therapie( Naturfeilkunde)". Auch der jegigé Leiter des Hauses in Mahlow ist ein Arzt: Dr. Alfred Brauchle .

Dennoch stellt sich mancher, der als Kranter durch andere von dieser Heillehre hört, die bange Frage: Sind es nicht einseitige Fanatiker, in deren Hänte ich mich da begeben foll? Hören wir, was nun Herr Dr. Brauchle vor der Besichtigung des Kranken­hauses vortrug.

Die Naturheillehre unterscheidet zwischen Krankheit und Leiden. Krankheit ist die Summe der Abwehrtätigkeiten des Drganis­mus gegen Störungen von innen oder außen, die ihn aus dem förperlich- seelischen Gleichgewicht bringen. Die Abwehrtätig teiten bestehen in Fieber, Entzündung oder gesteigerter Aus. scheidung, die als Anzeichen einer finnvollen Leistung der Natur vom Arzt nicht etwa unterdrückt werden dürfen( durch Arzneien), vielmehr gegebenenfalls noch unterstützt werden müssen. Unter

Folge der Geburtenregelung Abnahme der Säuglingssterblichkeit

schau" macht Universitätsprofessor Dr. Hanauer einige be In der Frankfurter wissenschaftlichen Wochenschrift Die Um merkenswerte Mitteilungen über die in den letzten Jahren beobachtete starke Abnahme der Säuglingssterblichkeit, ohne welche bei der starken Abnahme der Geburtenziffern in Deutschland schon ein Sterbeüberschuß, also ein Rückgang statt einer Zunahme der Bevölkerung zu verzeichnen gewesen wäre. Außerordentlich stark ist die Abnahme der Todesfälle an Magen- und Darmkrankheiten und Brechdurchfall, durch die ja der sogenannte Sommergipfel der Säuglingssterblichkeit, ihre große Zunahme in den heißen Monaten Juli und August, verursacht wurde. So starben an diesen Krant­heiten in den Jahren 1908 bis 1913 von 1000 geborenen Säuglingen in Deutschland jährlich 44,4. in den Jahren 1923 bis 1926 dagegen nur 19,7. Infolgedessen ist der Sommergipfel" feit 1922 vollständig verschwunden und statt dessen ein inter­gipfel" aufgetreten./

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Den Hauptgrund für die starke und erfreuliche Abnahme der Säuglingssterblichkeit erblickt Hanauer wohl mit Recht darin, daß auch bei den proletarischen Familien, bei denen die Kinder durch die engen Wohnverhältnisse und die übrigen ungefunden

steigendem Maße eine Geburtenregelung üblich geworden ist, wodurch die Eltern in den Stand gesetzt worden sind, für ihre geringere Kinderzahl ein größeres Maß an Pflege und Fürsorge aufzuwenden, aís es ihnen früher bei einer größeren Kinderschar möglich war.

Zahllos sind auch die Veränderungen und Entartun gen der Gelenke, Muskeln und Knochen, die die Arbeit an der rollenden Kette mit sich bringt. Nur ein bestimanter Körper- Lebensbedingungen besonders gefährdet sind, nach den Kriege in teil arbeitet, ganze Partien des Körpers find lahmgelegt, oft in groteste Stellungen gepreßt; daß dabei die Körper deformiert und frumm werden, die nicht gebrauchten Glieder und Muskeln ver­fümmern müssen, leuchtet ein. Ein und dieselbe Arbeit ständig mit der linken Hand ausgeführt, zwingt den Menschen denn auch mit der linken Hand zu essen, mit der linten Hond alle jene Griffe aus­zuführen, die er, bei normaler Arbeit, mit beiden oder mit der Rechten machen würde. Die Muskulatur des Arbeitsarmes ent­

Eine solche notürliche Folge der von mancher Seite noch immer start betämpften Geburtenregelung fann man im Interesse eines gesunden Nachwuchses, also im allgemeinen nationalen Interesse nur begrüßen.

Bt.

In anderen Fällen wieder wird der Patient mehr feelisch beeinflußt werden müssen, vor allem bei einigen Leiden, die durch Ablenkung der Aufmerksamkeit von ihm, sei es willensmäßig oder fuggeftiv, bis zur Arbeits- und Genußfähigkeit überwunden werden fönnen( seelische Ueberwindung). Der zuletzt angegebene Meg wird gangbar gemacht durch Entspannungszustände, in denen der Arzt durch Eingebung von Heilgedanten" nicht nur eine Tiefen­wirtung auf seelische, sondern auch auf förperliche Vorgänge erzielt ( Massensuggestion). Für rein seelische Gleichgewichts­störungen stehen dem Naturarzt, je nachdem sie im Unter­bewußtsein oder im Bewußtsein ihren Schwerpunkt haben, Psycho. analyse, Individualpsychologie und Suggestion zur Auswahl, oder, wenn möglich, Beranlassung sozialer Veränderungen.

Sollten Patienten in lebensbedrohlichem Zustande

ins Haus gebracht werden, oder sollten sonst helfende Eingriffe dringend notwendig sein, so muß auch der Naturarzt vorübergehend zu den Mitteln greifen, die zunächst einmal das Leben retten. Auf Befragen erklärte Dr. Brauchle, daß in feinem Hause folche Maß nahmen nur selten notwendig seien. Im übrigen lehne er ein feitigen Fanatismus nur um des Prinzips willen ab.

Schaut man sich nun im Prießniz- Hause etwas um, so fällt zu nächst auf, daß das Haus ein flaches Dach hat, das zu einem Sonnenbad ausgebaut ist. Die Fenster der kleinen und großen

ein

Krankenzimmer find so groß, daß fie fast die ganze Wand ein nehmen. Also Licht und Luft, wie es auch Dosquet forderte. größerung. Im letzten Jahre wurde ein isoliert gelegenes Wald. Das Haus hat siebzig Betten, befindet sich aber in ständiger Ber­haus mit Einzelzimmern und Liegebalkons eröffnet, so daß nun­mehr auch Kranke mit akuten ansteckenden Krankheiten Aufnahme finden können. Das ansehnliche Stück Wald, das zum Grundstück gehört, ist mit Luftbädern und Liegehallen ausgestattet. Röntgenzimmer und selbstverständlich reichlich Raum zum Im Haus befindet sich ein kleiner Operationsraum, Baden. Im ganzen gesehen macht das Haus mehr den ange­nehmen Eindruck eines Erholungsheimes, als den bedrückenden eines Krankenhauses. Sehen wir die Liste der anderthalbtausend Kranken durch, die dieses Haus seit seiner Eröffnung besucht haben, so zeigt fich, daß es nicht nur Leichtkranke, sondern oft gerade solche waren, die, nirgendwo Heilung findend, schließlich in schwerkrankem zu ftande nach Mahlom tamen. Die Statiftit des Hauses, veröffentlicht kunst- Heilkunst", Berlin ), zeigt 1,75 Proz. Todesfälle und 4,97 Broz in der Januarnummer der Zeitschrift ,, Der Arzt"( Verlag: Lebens ungeheilt Entlassene.

Naturheillehren streiten, jeder Laie wird einsehen, daß es mehr be. Mögen sich die Gelehrten über die Richtigkeit und Grenzen der deutet, sich mit Körper und Geist am Gesundwerden unter Leitung eines Arztes zu beteiligen, als nur eine Medizin zu schlucken oder fich operieren zu lassen, sonst aber im alten Schlendrian weiterzu­leben. Das Prießniz- Haus ist nicht nur ein Krankenhaus, zu dem der Patient Bertrauen hat, sondern auch eine Gesundheits.. schule, aus der jeder wertvolle Gedanken mit heraus in feine all. tägliche Umwelt nimmt; die Bereitschaft, solche Gedanken aufzu nehmen und in die Tat umsehen, ist zurzeit in breiten Kreisen groß. Heinz Adam.