Nr. 10748. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts
Gefrierfleisch und besseres Brot!
Rückkehr zur Vernunft.- Alle Alle profitieren davon.
Durch das Fernbleiben der beiden radikalen Rechtsparteien von Der parlamentarischen Arbeit fonnte sich bei den Abstimmungen zum Etat des Reichsernährungsministeriums die agrarpolitische Vernunft durchsetzen. Am Dienstagabend sind die Anträge der Sozialdemofratischen Partei, wieder 50 000 Tonnen Gefrierfleisch zollfrei einzuführen und die den Verbrauch beschränkenden Paragraphen des Brotgesetzes aufzuheben, vom Reichstag angenommen worden. Im April vorigen Jahres hatte sich der Reichstag auf Drängen der Landwirtschaft bereit erklärt, das zollfreie Gefrierfleischtontingent zu beseitigen. Dieser Beschluß war aber gefaßt worden, nachdem der Reichsernährungsminister Schiele feierlich versprochen hatte, für verbilligten Ersatz des Gefrierfleisches zur Versorgung der Minderbemittelten zu sorgen. Dieses Versprechen ist niemals eingelöst worden.
Der Vorschlag der Regierung, die durch Fortfall der Zollfreiheit für Gefrierfleisch entstehende zufäßliche Zolleinnahme für die Berbilligung von Frischfleisch zu verwenden, war aber hinfällig ge= worden, da durch die Wiedereinführung des§ 12 des Fleischbeschaugesezes die Einfuhr von Gefrierfleisch überhaupt unterbunden ist. Da eine Berbilligungsaktion, die einen vollwertigen. Ersatz für den Ausfall der Gefrierfleischeinfuhr bieten konnte rund 500 bis 600 mil lionen Mark gekostet hätte und wegen der schlechten Finanzlage des Reiches unmöglich aus öffentlichen Mitteln bestritten werden konnte, brachte die sozialdemokratische Fraktion wiederholt Anträge auf Wiedereinführung des zollfreien Gefrierfleischkontingentes ein. Gestern ist nun endlich unserem Antrag entsprochen worden. Damit ist wieder die Versorgung der notleidenden Bevölkerung mit billigem und dazu hochwertigem Fleisch möglich.
Das Brotgesez, dessen schädlichste Bestimmungen jetzt eben
falls beseitigt find, wurde im vorigen Sommer eingeführt. Mit seiner Hilfe sollte der Roggenverbrauch gehoben werden. Nach diesem Gesetz durften die Mühlen den Roggen nicht mehr zu 70 bis 75 Proz. ausmahlen, sondern nur noch zu 60 Proz. Kluge Leute hatten berechnet, daß durch die Ermäßigung der Ausmahlung ein jährlicher Mehrverbrauch von 750 000 Tonnen Roggen entstehen würde. Diese Erwartungen sind aber nicht eingetroffen. Es hat sich gezeigt, daß die bisherige Ausmahlung, da sie den Bedürfnissen der Verbraucher entsprach, nicht ohne den Roggenverbrauch einschränkende Folgen abgeändert werden kann. Die Brotfäufer haben das durch die geringere Ausmahlung helle Roggenbrot abgelehnt, weil es schlechter schmeckt und schneller austrocknet. Die Folge war, daß der Roggenverbrauch, anstatt sich zu heben, um 10 Proz. zurückging! Das Brotgesetz war also ein Fehlschlag.
Ebenfalls sind die Bestimmungen aufgehoben worden, nach denen zum Weizenbrot 30 Proz. Roggenmehl beigemischt werden muß und zu den Brötchen 10 Pro3. Kartoffelmehl verwendet werden tann. Auch hierdurch erfolgte eine Verminderung des Konsums, denn selbstverständlich wurde das Weizengebäck durch die Beimischung verschlechtert. Die Aufhebung im Interesse der Konsumvereine ist zu begrüßen, da diese und teilweise die Brotfabriken sich wegen der bei ihnen viel leichter durchzuführenden Kontrollen strift an die Bestimmungen des Gesetzes halten mußten, während die kleineren Bäckereien leichter die Möglichkeit hatten, das Gesetz zu übertreten.
Die Landwirtschaft hat durch das Brotgesetz nicht den geringsten Nugen gehabt und sie tann, wenn sie gut beraten ist, noch der Sozialdemokratie dafür danken, daß diese den Konsum einschränkende Maßnahmen aufgehoben sind.
Südostgetreide und Handelspolitif
In der vergangenen Woche sind in Paris zwei internationale Konferenzen, die sich mit dem Getreideabsah der Donau staaten beschäftigten, zu Ende gegangen. Der Europa - Ausschuß des Völkerbundes hatte sich bei seiner letzten Tagung im Januar d. I. auf Veranlassung durch den neugeschaffenen Agrarblod der Ost- und Südoststaaten mit der Abfagfrage der europäischen Getreideüberschüsse beschäftigt. Es wurden zwei Kommissionen eingesetzt, die sich mit der Verwertung diesjähriger und zukünftiger Getreideüberschüsse der Südoststaaten beschäftigen sollten. Diese beiden Kommissionen haben inzwischen unter Briand in Paris getagt und haben in einer Schlußatte die Ergebnisse niedergelegt.
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Bezüglich der noch vorhandenen Getreidevorräte aus dem Erntejahr 1930- fie sollen sich auf etwa 3% Millionen Doppelzeniner belaufen sprachen die beteiligten Abnehmerländer und Zuschußgebiete ihre Bereitwilligkeit aus, Getreide aus den in Frage kommenden Ländern im Rahmen des Möglichen zu beziehen. Selbstverständlich haben die Regierungsvertreter nicht die Einzelheiten der Kauf- und Handelstransaktionen besprechen können, sondern lediglich die Verpflichtung übernommen, auf derartige Auftäufe hinzuwirken.
Bei der Erörterung der grundsätzlichen Frage der Unterbringung der Getreideüberschüsse aus den kommenden Ernten stand vor allem die Frage eventueller Borzugszölle zur Diskussion. Der Schlußbericht zeigt in dieser Frage eine starke Zurückhaltung. Die Konferenz hat sich jedenfalls nicht auf diesen Weg festgelegt, sondern auf eine Reihe von anderen Möglichkeiten verwiesen. Selbsthilfemaßnahmen, insbesondere Qualitätsverbesserungen, Anpassung an die Bedarfsrichtung der Aufnahmeländer, Schaffung von zentralen Erportstellen, Transporterleichterungen werden empfohlen. Schließlich wird auch auf die in Aussicht genommene internationale Agrarbant als wesentliche Förderungsmaßnahme für die jetzt von der Agrarfrise schwer betroffenen Länder hingewiesen.
In der Erklärung der deutschen Delegation zu dem Abschluß dieser Konferenz wird betont, daß es für Deutschland
Die Verhandlungen des Direktors der Bank für internationale Zahlungen, Quesnay , mit dem Finanzminister in Madrid haben zu einer Einigung über die Stabilisierung der Peseta geführt. Die ersten Maßnahmen sollen bereits in den nächsten Tagen ergriffen werden; doch soll der endgültige Stabilisierungskurs von der spani schen Naitonalversammlung bestimmt werden. Ein amtliches Rom muniqué teilt mit, daß die Bant für internationale Zahlung ihre volle Unterſtügung zugesagt habe.
Textilmaschinen weichen Krise aus. Schubert& Salzer ftatt 16" nur" 12 Prozent Dividende.
Der sächsische Textilmaschinenkonzern Schubert u. Salzer AG. in Chemnih nach der Stillegung von Hartmann das mächtigste Maschinenbauunternehmen im Freistaat Sachsen - iſt in der Lage, seinen Aktionären für das schwere Krisenjahr 1930 eine Dividende von 12 gegen 16 Proz. in den beiden letzten Jahren auszuzahlen. Während die Krise die sächsischen Metallarbeiter noch weitaus schwerer getroffen hat als ihre Berufskollegen im übrigen Deutschland , ist es dem führenden Metallunternehmen Sachsens möglich gewesen, von seinen Aktionären die Krisen mirtungen so gut wie gänzlich fernzuhalten. Der Verwaltung ist dies nicht allein durch Anhäufung von Reserven in einem derartigen Umfang gelungen, daß ein Aftionär auf der Generalversammlung die Behauptung aufstellen tonnte, in Deutschland gäbe es faum ein zweites Unternehmen, daß in einem solchen Maße Gewinne anhäufe und verste de wie die Echubert u. Salzer AG., sondern hauptsächlich durch scharfen Belegschaftsabbau bei gleichzeitiger verstärkter Aus beutung der Arbeitstraft in den Betrieben.
Die Gewinn- und Verlustrechnung sagt zu diesem Kapitel genug. So sind die Geschäftsuntoften von 4,15 auf 1,98 Millionen Mart gedrosselt worden und die sozialen Abgaben
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Donnerstag. 5. März 1931
Im Geschäftsjahr 1930 find Dampfer, Tanfmotorschiffe und Baggereifahrzeuge mit insgesamt 67 000 Tonnen Tragfähigkeit zur Ablieferung gekommen. Der Absatz der Sonderfabrikate ist im In- und Ausland erheblich gestiegen. Das Reparaturgeschäft der vor einigen Jahren angegliederten Reiher= stieg Werft ließ gegen Ende des Jahres nach. Alle Anlagen wurden erheblich ausgebaut. Die Zahl der Arbeiter stieg von durchschnittlich 4100 im Jahre 1929 auf 4362 im Jahre 1930. Die Hereinholung neuer Aufträge sei sehr schwierig, doch garantiert der Auftragsbestand noch für das ganze Jahr 1931 eine( allerdings geringere) Beschäftigung. Die viel diskutierte Subvention der Werstindustrie wird von der Deutschen Werft abgelehnt.
Unter den Aktiven sind im Bau befindliche Schiffe mif 13,42 Millionen( 13,65 Millionen) bewertet; Schuldner sind von 6,16 auf 3,63 Millionen zurückgegangen; Kaffe, Bankguthaben und Wertpapiere blieben mit 9 Millionen( 8,9 Millionen) auf der alten Höhe. Unter den Passiven gingen die Anzahlungen auf unvollendete Neubauten von 21,87 auf 16,45 Millionen Mark zurück, während die sonstigen Gläubiger sich von 3,8 auf 5,8 Millionen Mark erhöhten.
Weltmonopol für 3inn.
Die Zinnerzeugung wird planmäßig eingeschränft.
Nach monatelangen Vorverhandlungen ist am 1. März der internationale Einschränkungsplan für die 3innerzeugung endgültig in Kraft getreten. Er wird zunächst auf ein halbes Jahr Geltung haben. Die vier hauptsächlich interessierten Staaten laffen die Produktionsdrosselung durch ein gemeinsam bestelltes Komitee tontrollieren. Die bisherige Produktion und die nach dem Drosselungsplan zu erwartende Produktion diefer vier Länder ergibt sich aus den folgenden Ziffern:
Malayenstaaten Bolivien
Niederländisch- Indien
Geplante Jahresproduktion 3,9 Tonnen
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Tatsächliche Produktion 1928 1929 1930 65,4 70,5 65,0 42,1 45,7 37,7 35,5 35,5 35,0 9,2 10,7
34,3 29,9" 7,8
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Die gesamte Zimmförderung der Welt betrug im Jahre 1929 fast 199 000 Tonnen, davon entfielen über 162 000 Tonnen allein auf diese vier Staaten. Im Jahre 1930 ging die Weltproduktion auf etwas unter 180 000 Tonnen zurück. Würde die Produktionsdrosse= lung ab 1. März strikt durchgeführt werden, so würden auf die vier Hauptländer nur noch eine Zinnerzeugung von etwa 125 000 Tonnen entfallen. Gegenüber der Erzeugungsfähigkeit aller Anlagen beträgt somit die Drosselung rund 30 Proz
von Bedeutung gewesen ist- insbesondere im Hinblick auf die be vorstehenden Handelsvertragsverhandlungen mit Rumänien , daß man das System der Präferenzzölle als Möglichkeit zur Erleichterung des Absatzes von mittel- und osteuropäischem Getreide ernstlich erörtert hat und daß die Widerstände gegen die deutscherseits gewünschten Präferenzzölle allmählich weiter abgetragen worden sind." Wir verkennen nicht den Wert dieser beiden internationalen Konferenzen und ihre Bedeutung für die wirtschaftliche Zu- Es ist allerdings eine zweite Frage, ob diese vier Staaten sammenarbeit der europäischen Länder, insbesondere auf dem Agrar- und die hauptsächlichen, überwiegend mit englischem Kapital gebiete. Aber wir sind nach wie vor der Auffassung, daß der hier arbeitenden Konzerne die Produktionsdrosselung in dem genannten erneut erörterte Weg der Vorzugszölle seine großen Umfang werden durchführen können, da insbesondere in grundsäglichen Bedenken hat. Bei der Fortführung der den Malayenstaaten zahlreiche kleine Zinnbetriebe der Eingeborenen Verhandlungen muß auf deutscher Seite jedenfalls immer darauf sich den bisherigen Drosselungsversuchen vielfach widersetzt haben. Rücksicht genommen werden, daß nicht eine Verschlechterung der g der Handelsbeziehungen zu den überseeischen Agrarländern eintritt und das für den deutschen Export unerläßliche handelspolitische System der Meistbegünstigung teine Erschütterung erleidet. Deutschland bezieht heute schon seinen Bedarf an Gerste zu 50 Proz. aus Rumänien , feinen Bedarf an Mais zu mehr als 20 Proz. von dort. Bezüglich des Weizeneinfuhrbedarfs muß Deutschland vor allen Dingen den kleberreichen nordamerikanischen und kanadischen Weizen zur Ergänzung heranziehen, so daß also dem deutschen Bezug von Weizen aus den Donauländern insbesondere nach der stärkeren Umstellung auf die Weizenproduktion. in Deutschland selbst ziemlich enge Grenzen gesetzt sind. Andererseits darf nicht übersehen werden, daß die Hauptlieferanten Deutschlands für den Getreidezuschußbedarf aus Ueber see , insbesondere Argentinien und Kanada , wichtige deutsche Exportgebiete sind, deren Aufnahmefähigkeit für deutsche Waren beträchtlich über den Absatz Deutschlands auf den südosteuropäischen Märkten hinausgeht.
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Bei aller Bereitwilligkeit, der notleidenden Landwirtschaft in den Donauländern zu helfen und ihre Absaznöte zu mildern, darf die deutsche Handelspolitit nicht einseitig einen falschen Kurs steuern.
gleichfalls weit über die Hälfte von 1,1 auf 0,49 Millionen Mart gefunten. Obwohl daher der gesamte Betriebsüberschuß des Unternehmens nur mit 7,70 gegen 14,5 Millionen Mark im Vorjahr ausgewiesen wird, ist es der Gesellschaft möglich gewesen, die Aktionärsgewinne nur um 25 Proz. von 16 auf 12 Proz. Dividende zu kürzen. Die Belegschaft, die schon von 1929 zu 1930 von 6000 bis auf 3700 Mann zusammengeschmolzen war, ist bis zum Ende des letzten Jahres auf weniger als 2500 Mann gesunken. Um einen Einblick in die Mehrleistungen je Mann und Schicht zu verhindern, werden die Umsatziffern des letzten Jahres von der Verwaltung verschwiegen. Man weiß aber, daß die Umfäße von 1926
bis 1928 von 27,4 auf 55 Millionen Mark gestiegen find, sich also rund verdoppelt haben und auch im Jahre 1929, nach der Ertragsrechnung zu urteilen, sich auf dem Stande des Vorjahres gehalten haben dürften. Wenn also die Umsätze bei der Gesellschaft im letzten Jahr was sehr hoch gerechnet ist- um 25 Proz. zurückgegangen wären, fo läge auch bei diesem gesunkenen Umfaß eine ganz bedeutende Mehrleistung der verkleinerten Belegschaft vor.
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Ein guter Werftabschluß. Deutsche Werft Hamburg weift erhebliche Gewinn fteigerungen aus.
Der Abschluß vom 31. Dezember 1930 der Deutschen erft G., Hamburg , deren Aftien zum Teil in Händen der Gute hoffnungshütte, zum Teil in Händen der AEG. sich befinden, zeigt, daß dieses Unternehmen in Anbetracht der be= sonders schlechten Lage der Werstindustrie überraschend gut abgeschloffen hat. Der Reingewinn des Jahres 1930 ist um 50 Prog. höher als im Vorjahre; er stieg von 1,06 auf 1,59 Mil50 Broz. höher als im Vorjahre; er stieg von 1,06 auf 1.59 Millionen Mart, so daß auf das Kapital von 10 millionen die Vorjahrsdividende von 8 Proz. mühelos gezahlt werden kann. Die mögliche Dividendenerhöhung unterbleibt; dafür wird den Reserven mit 0,6 Millionen ein vier mal so hoher Betrag als im Vorjahre( 0,15 Millionen) zugewiesen. Auch die Abschreibungen mit 0,76 Millionen( 0,66 Millionen) wurden erhöht. Außerdem zeigen die Anlagefonten 3ugänge, die eine halbe Million weit überschreiten und natürlich auch noch verdient wurden.
Auf jeden Fall ist durch das gemeinsame Vorgehen der führenden Zinntonzerne mit einer Steigerung des internatio nalen 3innpreises in absehbarer Zeit zu rechnen. Hauptverbraucherländer sind England und die Vereinigten Staaten , an dritter Stelle folgt Deutschland mit etwa 10 Pro3. des Weltverzinnverbauchs.
Weltfrise und Eisenerzeugung.
Das Reichsstatistische Amt gibt eine Uebersicht über die Eisenerzeugung im Jahre 1930. Sie betrug in Deutsche land 9,69 Millionen Tonnen gegenüber 13,40 Millionen Tonnen im Jahre 1929. Damit hat sich die arbeitstägliche Leistung von 36 700 Tonnen im Jahre 1929 auf 26 000 Tonnen im Jahre 1930 gesenkt. In England ging die Erzeugung von 7,71 auf 6,30 Mil-. lionen Tonnen zurück. Das entspricht einem Rückgang der arbeitstäglichen Produktion von 21 100 Tonnen auf 17 300 Tonnen. Die amerikanische Produktion senkte sich von 42,96 Millionen Tonnen auf 31,90 Millionen Tonnen oder arbeitstäglich von 117 700 Tonnen auf 87 400 Tonnen. Frankreich hat verhältnismäßig günstig abgeschnitten. Die Senkung von 10,36 Millionen Tonnen auf 10,09 Millionen Tonnen entspricht einem Rückgang der arbeitstäglichen Leistung von 28 400 Tonnen auf 27 700 Tonnen. Die arbeitstägliche Leistung in Belgien ging von 11 200 arbeitstäglich auf 9300 zurüd, was einer Berringerung der Gesamtmenge von 4,09 Millionen Tonnen auf 3,39 Millionen Tonnen entspricht. Die polnische Produktion sant von 704.000 auf 478 000 Tonnen ab. In Italien sank die Leistung von 678 000 Tonnen auf 534 000 Tonnen.
Bon Bedeutung ist, daß Frankreich im Jahre 1930 an die Spize der europäischen Eisenproduktion ge= treten ist, während bisher Deutschland die Führung hatte.
Forderungen des Reichsstädtebundes.
Der Gesamtvorstand des Reichsstädtebundes verlangt dringend, noch vor Beginn des neuen Rechnungsjahres ein Reichsgeset über Beteiligung des Reiches, der Länder, Gemeinden und Bezirksfürsorgeverbände an den Koften einer einheitlichen Arbeitslosenfürsorge. Die mißliche Finanzlage der mittleren und fleineren Städte gestatte eine Beteiligung der Bezirksfürsorgeverbände an den Gesamtkosten nur bis zu höchstens 20 Prozent. Die unzulänglichen Ausgleichsfonds der Länder bedürften einer ausreichenden Erhöhung.
Wichtige Aufwertungsfristen laufen am 31. März d. I. ab. Anträge auf Umschreibung der noch in Papiermark eingetragenen Aufwertungshypothefen in Goldmart sowie Anträge auf Wiedereintragung gelöschter Hypotheken müssen spätestens am 31. Mädz d. J. bei dem zuständigen Grundbuchamt eingegangen sein. Ist der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, so erlischt die aufgewertete Hypothek und wird die alte Papiermarfeintragung vom Amts wegen gelöscht. Es gibt feine Wiedereinsegung in den vorigen Stand. Der Glaubiger verliert sein Recht durch Bersäumung der Frist endgültig. Grundftüdseigentümer fönnen den ihnen durch das Aufwertungsgesetz ge währten Rangvorbehalt ebenfalls nur noch bis zum 31. März ausnußen. Es empfiehlt sich dringend, die Anträge rechtzeitig zu stellen und nicht bis zum letzten Tage zu warten.
Konkurse und Vergleichsverfahren im Februar. Nach Mitden Reichsanzeiger 1065 neue Konkurse- ohne die wegen Masseteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Februar 1931 durch mangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 546 eröffnete Bergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Januar 1931 stellten sich auf 1085 und 510.