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A. Soritich: Machau- der Leprafluch

( Schluß.)

III.

Entsezen ergriff Umsun- Eu, als die Tür vor ihr ins Schloß fiel. Sie war nie bestraft worden, niemals machte man mit ihr folche Scherze und sie konnte nicht begreifen, was da vor sich ging. Im Sarai war es dunkel und feucht; aus der Ecke drang ein Rascheln an ihr Ohr. Sie hatte oft die riesigen braunen Ratten über den Hof huschen gesehen; wahrscheinlich hatten sie hier ihr Loch. Sie erschraf und rief nach der Mutter, aber die Mutter ant­wortete nicht und sie hörte den bekannten Schritt sich entfernen. Umfun- Eu zog an der Tür, aber sie mar verschlossen Da ver­stand sie, daß man sie verlassen hatte. Die Berzweiflung erfaßte in einem Augenblid ihr ganzes fleines Wesen. Sie schrie und weinte vor der verschloffenen Tür, hieb mit ihren kleinen Fäusten bagegen Ins, versuchte durch eine schmale Spalte zwischen den Brettern der Band durchzuschauen und rief flehentlich um Hilfe. Alles war umsonst. Die Mutter kehrte nicht zurück, tote, drückende Stille lag draußen. Bald wurde sie müde vor Tränen und die Stimme heiser, der Rücken schmerzte fie. Sie hockte nieder und slief schluchzend ein. Ihr Schlaf mar unruhig und qualvoll. Sie träumte, daß Ratten aus ihrem Loch herausfämen, von von allen Seiten umringten und die Zähne bleckten. Sie rief um Hilfe, da kam der Nachbaresel und jagte die Ratten auseinander, schlug aber Umfun- Eu mit dem Schwanz, weil sie und die Nachbarfinder ihn geneckt hatten. Dann verschwand der Esel und an seiner Stelle erschien der alte zerlumpte Derwisch, ten sie einmal auf dem Markt gesehen hatte; er wand sich in Krämpfen und verdrehte die Augen. Sie erwachte, falten Schweiß auf der Stirn, sprang auf, weinte und rief nach der Mutter, bis sie ermattet wieder auf die Erde fiel. Die Gedanken verwirrten sich in ihr, fie fonnte nicht mehr die fchrecklichen Träume von der Wirklichkeit unterscheiden.

So verstrich der erste Tag ihrer Gefangenschaft. Am Abend hörte sie aus dem Winkel die Stimme der Mutter rufen. Sie troch hin, aber der Winkel war leer, nur ihre Hände spürten plöglich etmas warmes und weiches. Das waren Gerstenfladen. Umsun Eu fühlte Hunger und die Fladen auf, ohne nachzudenken, wo­her fie gekommen waren. Aber dann spürte sie sofort die Anwesen. heit eines anderen Menschen hinter der Wand. Nach den Atem­zügen erkannte sie die Mutter. Da begann sie wieder zu weinen und die Wond mit ihren hilftofen Fingern zu fragen. Die Mutter flüsterte. Umjun- Eu verstand die Worte nicht, aber die Zärtlich­feit, die in der bekannten Stimme lag, erregte und tröstete sie zu­gleich.

Schlaf, schlaf, ich lege mich auch hier nieder!" fagte endlich die Mutter laut und das Kind hörte, wie sich die Mutter wirklich draußen an der Mayer des Sarais niederlegte. Es schien ihm, als fühlte es die gewohnte Wärme, die vom Leib der Mutter aus strahlte. Da beruhigte sie sich, legte sich hin und schlief augenblick lich ein. In der Nacht hob sie im Schlaf oft den Arm, um die Mutter, wie sie es immer getan hatte, zu umarmen, aber die Hand traf mur etwas Hartes, Kaltes und Fremdes.

Den nächsten Tag verbrachte Umsun- Eu wieder gequält durch Angit, Einjamfeit und Tränen. Gegen Abend kam die Mutter. brachte das Essen und lagerte sich an der Außenwand des Gefäng­niffes. Diesmal meinte Umfun- Eu nicht mehr, sie war auch nicht mehr so aufgeregt und die beiden sprachen lange miteinander durch die Evalte, burch die das Eisen in die Kammer geftoßen wurde. Die Mutter erzählte, daß ein alter böser Riese aus den Sandwüsten unt das Dorf herumstreiche, die einen Kinder pode und mit sich forttrage; darum habe sie sie hier verborgen. Die Mutter bat Umfun- Eu still zu sein, nicht zu weinen und nicht zu schreien, ver­

prach viel Rosinen und Nüfie zu bringen und um Umfun- Eu end gültig zu beruhigen, gab sie ihr eine Strähne ihrer Haare zu halten. Umjun- Gu wickelte fie, um den Finger und schlief ein. In der Früh, als es aufwachte, fühlte das Kind die Haare am Finger und dachte mit Freude, daß die Mutter noch immer hier sein müsse. Aber auf sein Rufen antwortete niemand; um das Kind nicht zu weden, hatte sich die Mutter die Strähne aus dem Kopfe gerissen, als sie in der Frühe hatte weggehen müssen.

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Die Tage flossen nun dahin, einer nach dem anderen. Allmählich begann Umjun- Eu sich an das schwere Leben im Dunkel des Sarais zu gewöhnen. Sie war in einem Alter, da die Erinnerungen an die Vergangenheit noch keinen festen Platz im Bewußtsein ein­nehmen; die Vorstellung, daß es hinter den Mauern ihres Kerters noch ein anderes Leben geben müsse, erlosch nach und nach in ihr. Immer seltener erinnerte sie sich an die früheren Tage, und die Personen und Dinge, die einst um sie gewesen waren, verloren die ihnen eigentümlichen Züge. Sie erriet fiets den Atem der Mutter, wenn sie in der Nähe war, sie war aber nicht mehr imstande, fich bas Gesicht der Mutter vorzustellen. Manchmal sehr selten dachte sie an die Sonne, an die Bäume, die Sieppen und die Berge, deren Schneegipfel fie einst in der Ferne leuchten sah. Aber diese Bilder waren untlar und verschwemmen. Sie hätte nicht mehr fagen fönnen, wodurch sich ein Kamel von einem Hund unterscheidet, menn fie auch noch dunkel von ihrer Eristenz wußte; sie hatte ver­geffen, wie die Menschen angezogen sind, wie sie gehen, wie die Pferde laufen und das Wasser aus den Quellen sprudelt. Wenn nicht die nächtlichen Gespräche mit der Mutter gewesen wären, hätte sie auch die menschliche Sprache rasch verlernt. Der Kreis threr Interessen wurde immer enger. Sie lebte wie ein Maulwurf in ihrem dunklen Loch.

Angst vor der Krankheit war erstorben, ein anderes Gefühl trat an dessen Stelle: die Hoffnung, daß sie selbst angesteckt würde und dann zusammen mit dem Kinde im Sarai leben könnte. Alltäglich fah fie in den winzigen Spiegel und suchte nach den verhängnis vollen Flecken. Aber der Ausjatz höhnte ihrer und schonte sie. Kaum war der Abend. gekommen, ging sie wieder zum Sarai, tüßte das Händchen, das sich ihr entgegenstreckte. drückte ihr Gesicht an die Deffnung in der Wand und vermischte ihren Atem mit der un­reinen Luft, die tem Munde des Kindes entströmte... Go flossen die Tage dahin und aus ihnen wurden Monate, aus Jahre...

Monaten

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IV.

Im März wurde auf der Straße zum Dorfe Tschuju- Tola in der Nähe von Samarkand die Leiche eines Unbekannten gefunden. Aus Samarkand fuhren zur gerichtlichen Obduktion der Leiche ein Untersuchungsrichter, ein Gerichtsarzt und ein Moskauer Journa lift, der auf der Suche nach erotischer Reportage durch die Dasen der Sandwüsten Turkestans reiste. Sie fehrten im Hause des Dorfvorstehers Kabil Chatfcha ein und verbrachten hier den ganzen Tag über Aften und Protokollen.

Gegen Abend, da die Hize nachgelassen hatte, trat der Richter mit dem Journalisten in den Hof, um ein wenig frische Luft zu schöpfen. Sie setzten sich auf einen niedrigen Wagen, der vor einem Sarai stand, als von innen ein lauter Aufschrei des Schredens

ertönte.

,, Was ist das?" rief der Untersuchungsrichter und sprang auf. Drinnen wurde es sofort still. Der Journalist ging zur Tür und rüttelte an dem Schloß. Hinter der Tür lief jemand aufgeregt keuhend auf und ab.

Der Richter rief den Wirt herbei und befahl, die Tür aufzu schließen. Tilau Kabil Chodscha wurde bleich wie das leinene Hemd das er zu Ehren der Gäste angezogen hatte.

,, Wozu?" fagte er und faltete bittend die Hände auf der Brust. Wozu aufmachen? Man kann nicht aufmachen.... Ein franker Menich, ein verrückter Mensch....

Der Richter berief die Nachbarn als Zeugen und sprenate mit ihrer Hilfe die Tür. Umjun- Eu wurde herausgeführt, fast nadt,

fchmußig und abstoßend. Man tonnte taum erfennen, daß sie etr menschliches Wesen war. Der ganze Körper war mit eiternden, übelriechenden, blutigen Geschwüren befät; die entzündeten Augen tränten; die aare auf dem Kopf flebten in einem widerlichen Knäuel. Sie war mager wie ein Sfelett und flein wie ein 3merg. Im so auffallender war der Ausdruck ihres alten, runzeligen Ge­fichtes. Das Tageslicht blendete sie. Sie schrie auf vor Schmerz und bedeckte die Augen mit den Händen. In ihrem Earai war fie immer umhergefrochen und hatte das Gehen vezlernt. Ihre dünnen Beine trugen fie nicht, man mußte fie stützen. Sie gab unflare Laute von sich und ihr Gesicht hatte einen maßlos erschreckten,

Stumpfsinnigen Ausdruck.

,, Bann hat man sie hineingefeßt?" fragte der Richter. Tilau blickte zur Erde und antwortete nicht. Die Mutter begann zu er zählen und sich zu erinnern und es stellte sich heraus, daß das Dor 21 Jahren geschehen war. Sie betrat ihr Gefängnis als ein Kind und verließ es als eine frante alte Frau.

Man wusch sie und gab ihr reine Kleider. Um die Ansteckung nicht zu verbreiten, verbrannte man die Fezzen, die ihr am Leib gehangen hatten. Der Arzt schickte alle aus dem Zimmer und be­gann die Untersuchung.

,, Da haben Sie Ihre Erotik!" sagte der Richter zum Moskauer Journalisten. Dieser antwortete nicht. Er war damit beschäftigt, seine Kleider mit Kölner Wasser zu besprizen. Auch sein Gesicht, Hals und Hände befeuchtete er damit.

,,, Bemühen Sie sich nicht", sagte höhnisch der Arzt, der auf der Schwelle erschienen mar ,,, sie hat feinen Aussat, sie hat Beßi, das ist eine hiesige Krankheit. Es ist nur leicht mit Lepra zu ver­wechseln, weil dabei auch weiße Flecke auftreten, ist aber absolut nicht ansteckend."

,, Ist es tödlich?" frogte der Journalist. Er hatte die Flashe mit Kölner Wasser auf den Tisch gestellt und zückte rasch sein No­tizbuch.

,, Ebenso wie etwa Schuppen in den Haaren."

,, Das heißt... dann... mein Gott..., das ist ja entsetzlich! Sie glauben also..."

,, Ich glaube nichts", sagte der Arzt, wurde pläßlich rot und schrie: Lassen Sie mich endlich in Ruhe. Scheren Sie sich zum Teufel!"

Er trat ans Fenster, stand dort lange, trommelte mit den Fingern auf dem Glas und feufzte. ( Aus dem Russischen überfekt von Alexander Gerfchentron.)

Offipp Dymon: Neger- Ghello Harlem

ihm an demselben Tisch zu fizen.

New York ist nicht Amerika . Noch nicht Amerifa- oder schon| wollte, da weigerten sich die Hälfte der anwesenden Schauspieler, mit nicht mehr Amerika . Es hängt davon ab, wie man es anfaßt. In Amerika wohnen Amerikaner; in New York - ja wer wohnt denn eigentlich in New York ? Deutsche , Holländer, Franzosen, Iren, Schotten, Italiener , Russen, Juden, Ungarn , Tartaren, Armenier, Türken, Chinesen und Reger.

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Einst hich New York New Amsterdam. Die Gegend zwischen der 125. und der 150. Straße zwischen Lenor und 5. Avenue hieß einmal Haarlem , jeßt Harlem . Da wohnten Holländer, die mit Europa nicht zufrieden waren( oder Europa nicht mit ihnen). Später famen neger nach New York , vom Süden, in Heinen Gruppen arme Kröten", die den langen Weg auf der Landstraße zu Fuß zurückgelegt haben.

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Nicht gerade freundlich wurden diese Neger von dem falten New Amsterdam begrüßt. Es maren Stiaven ober Halbfflaven, die auf ihrer eigenen schwarzen Haut den schweren Druck des Rassen unterschieds spürten.. Es ist in allen Ländern und zu allen Zeiten für die Menschen verlockend gewesen, ein Prinzip des Unterschieds Der Raffen oder der Religionen oder Klassen einzuführen und diesen Unterschied möglichst streng zu hüten, erst als Tradition und dann als Idee, und zugleich ihn möglichst auszunügen.

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wandelte sich in Braun und auch Die schwarze Farbe der Neger wurde mit der Zeit heller, ver. in Weiß. Das bedeutet Einmischung des Weißen" Blutes: aus was jetzt gar nicht selten ist- sie noch immer bis heutigen Tages für Nigger gerechnet. Ihre Haut Negern wurden Mulatten und Quadronen usw. Troßdem werden mag so blaß und weiß fein, wie sie will. Nie verzeiht der Ameri­taner dem Neger seine Abstammung. Nie tommt der Reger( oder Mischling) heraus aus seinem Kreis, aus seinem Ghetto.

Das New- Yorter Neger- Ghetto Harlem hat eine Bevölkerung von ungefähr einer Biertelmillion farbiger Menfchen( coloured Harlem als Resultat einer geschickten Terrainspekulation entstanden people). Man erzählt, und zwar mit Recht, daß das schwarze fei. Man wollte das Vorurteil der Weißen gegen die Schwarzen ökonomisch ausnußen. Um die Preise zu drüden, ließen ein paar Spekulanten und Hausbefizer Neger als Mieter in ihre Wohnungen herein. Ein Neger im Haus genügt, um alle weißen Einwohner zu vertreiben. Die Europäer verkauften ihre Häufer und Grund stücke zu billigen Preisen und flohen. An ihrer Statt tamen die Meger, die Preise stiegen wieder, das Geschäft mar gemacht und Harlem mar entstanden.

und bräunlich. Der schwarze Bäder verkauft nur Schwarzen Brot, In dieser Gegend ist alles schwarz oder eigentlich mehr braun ein schwarzer Rechtsanwalt und ein schwarzer Notar wachen über pünktliche Erfüllung der Gerechtigkeit. Briefträger, Zahnarzt, Boli­zift, Pfarrer, Schauspieler, Restaurateur alles schwarz. Rein Europäer wohnt in diesem Stadtviertel.

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Ungeziefer bedeckte sie. Der zerbissene und zerfragte Körper war mit Schmuztrusten und Ausschlägen überfät. Sie litt, dachte allen Oststaaten verhält sich zu den Farbigen mehr oder weniger Die weiße Bevölkerung von New York - wie übrigens in aber feinen Augenblick daran, daß sie sich waschen könnte. Einmal tolerant. Bon Gewalt oder Grausamkeit kann hier überhaupt feine wurde sie von einer Ratte gebissen. Dem Instinkt gehorchend, ver­febte sie die Wunde mit Erde und als die Mutter ihr einen Ver- Nigger sind geduldet, wenn schon nicht erwünscht. Sie haben ver­Rede sein. Es ist mehr ein stiller schweigsamer Antagonismus. Die band gab, wußte sie lange nicht, was sie damit hätte tun sollen. standen, sich nützlich zu machen, besonders zu der Zeit, als USA . Wenn sie effen wollte, troch sie in den Winkel und fand dort immer plößlich aus ihrer isolierten Stellung heraustraten und sich in den etwas auf der Erde liegen. Umfun- Eu war mit ihrem Leben zu- Weltkrieg stürzten. In den Oststaaten sizen die Neger in demselben frieden und nur die wilde Angst vor dem Ungeheuer aus den Sard- Wagen der Untergrundbahn mit den anderen Fahrgästen, in den wüften blieb in ihr wach. Sie entwickelte sich physisch, während sie Südstaaten ist das nicht gestattet. In Philadelphia . 2 Stunden von geistig von Tag zu Tag tiefer fant. New York , putzt ein Weißer einem Neger die Schuhe. Vor Gericht in New York sah ich einen Neger- Rechtsanwalt, der gegen einen weißen Advokaten sehr geschickt auftrat, seinen Prozeß gewinnen. Aber die Schwarzen dürfen nicht an demselben Strand wie die Weißen baden, und falls ein Neger die Frechheit( oder Dummheit) hätte, in ein weißes Restaurant hineinzugehen, so würde er nicht hinausgeschmissen, o nein, das nicht!

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aber auch nicht bedient.

Allabendlich kam die Mutter zum Sarai, breitete ihre Decke aus und ließ sich nieder. Aus der Band war jetzt ein kleines vier ediges Loch herausgeschnitten, durch das man einen Wasserkrug reichen konnte. Bei Tage schob Tilau einen großen fchweren Stein vor das Loch. Die Mutter räumte den Stein mit Mühe zur Seite, ergriff die ausgestreckte Hand Umfun- Eus und bedeckte sie mit ihren Küfen. Sie weinte nicht mehr. Die Deffnung war viel zu flein. Der Kellner hat eben einfach teine Zeit für einen schwarzen Gajt, als daß fie im Dunkel das Gesicht der Tochter hätte sehen können. oder das fann auch passieren: der Eindringling wird mit heißer Sie ftreichelte es nur und bemühte sich tastend zu erkennen, ob sich Suppe übergoffen. Dann versteht er den zarten Wint, und geht. die Rüge verwandelten. Aber sie fand weder die Geschwüffte auf mit einem Nigger sich auf der Straße zu zeigen, ist riskant, man her Etirn noch die Glaze und auch das Gesicht schien nicht verläuft Gefahr, daß einem Schimpfworte nachgerufen werden. Auch ändert; aber die trockenen Kruften zeugten mit fürchterlicher Ge- gibt der Weiße dem Schwarzen feine Hand. Bor ein paar Jahren mikheit vom zerstörenden Prozeß der fluchbeladenen Krankheit. Sie glättete die Schläfe des Kindes, und legte dann die Finger auf ihr eigenes Geficht, ihre Lippen, um felbft frant zu werden. Ihre alte

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hatte der Neger Guilpin als Schauspieler großen Erfolg, er spielte die Titelrolle in O'Neills Stud Emperor Jones". Aber als man ihn bei einem großen Bankett der Bühnengenossenschaft feiern

tungen beschäftigen sich hier mit den Problemen, die der ganzen Harlem hat sein eigenes Leben. Sehr geschickt revidierte Zei Negerrasse am Herzen liegen. Zerstreut über die ganze Welt be= trachten alle Neger von Amerika , Don Afrika oder anderen Erd­teilen Harlem als ihr geistiges und fulturelles Zentrum. Nach Harlem zu kommen und dort die Freiheit zu genießen, das ist der Traum jedes Niggers. Jetzt freilich träumen die Neger einen nochy größeren, noch schöneren Traum, er heißt: Afrika für die Schwarzen. Diefer Traum weist freilich in eine ferne, zauberhafte Zukunft. Harlem aber ist Wirklichkeit, ist Gegenwart.

Immer lächelnd, mit bfizenden, weißen Zähnen, freundlich, höflich immer zu Spaß und Scherz, bereit, erscheint der Reger, in dem tobenden Menschenfessel der amerikanischen Großstädte. Hier als Kellner, Portier, Hotel und Eisenbahndiener, dort als Tänzer, Sänger, Jazzspieler verförpert der fdymarze Halbfremdling die Mischung der Werktagsarbeit mit dem Vergnügen. Diese großen Rinder, die braunen und schwarzen menschlichen Blumen der talten eisernen Stadt find die einzigen, die den Ruf der Wälder, Flüffe und Wüsten noch in sich bewahrt haben. Sie verstehen ehrlich zu fingen, naiv zu tanzen, beseelt zu spielen und findisch zu träumen. Und das ist es, was auf viele Europäer so reizvoll und verlodend wirft. Harlem hat schwarze Nachilofale, Cafés und Restaurants, die gern von Weißen besucht werden. Unien in der Küche schaffen Oben sind die weißen Gäste, die in ihren schönen Wagen von Man­der Koch, die Köchin, Tellerwäscher, Heizer, Träger, alle's Schwarze. Musiker schaffen die nötige Atmosphäre. Manchmal erscheint hier hattan gekommen sind. Braune Tänzerinnen, schwarze Sänger und auch ein reichgewordener Neger, mit dem aber die weißen Millio­näre nicht busineß machen. Denn es heißt zwar, das Kapital sci international, gewiß, aber nicht interrassig.

hört. Dieser große russische Dichter, die Sonne russischer Poesie, Mit Erstaunen habe ich von Negern den Namen Puschkin gee die Berförperung der flawischen Seele, hat tatsächlich Negerblut in den Adern gehabt. Seine Großmutter war die Tochter des Negers Annibalus, des hundertprozentigen schwarzen Dieners Peters bes Großen, den Puschfin oft erwähnt. Und noch auf einen zweiten weltberühmten eigenen Dichter ist Harlem stolz: auf den Franzosen

Dumas.

Aber Harlem hat auch moderne junge Dichter, die der eigenen Rasse dienen, wie. Langston Hughes , Me- Kay, Toomer u. a. Sie ewig freundlichen, findlich aufrichtigen Lächeln des amerikaniſchen schreiben englisch und ihre Gedichte enthüllen das, was unter dem Negers verborgen ist.

Ein neues Riefentier

dem Ertrag der Expeditionen, die in der Borfriegszeit nach Deutsá Das Berliner Museum für Naturkunde besitzt aus Ostafrika ins Tendaguru- Gebiet entjandt wurden, die Skelette to­femmlung aufgebaut waren. Dazu ist nun ein neues Dinosaurier­loffaler Dinosaurier, von denen bisher nur zwei in der Schau­gewaltigsten Landtiere, die je auf der Erde gelebt haben. Dabei ist felett gefommen, eines von der Gattung Dicraesfaurus, eines der diese noch die kleinste Gattung: sie ist nur aus den Tendaguru­

Schichten Ostafrikas bekannt und dort in zwei Arten vertreten, einer der Expedition hoch verdienten Medizinalrats Dr. Hansemann be­älteren, schwerer gebauten, die zu Ehren des um das Zustandekommen Efelett gehört, wie Prof. Dr. Werner Janensch in den Forschungen nannt wurde, und einer jüngeren, zierlicheren. Das aufgestellte und Fortschritten" berichtet, zur älteren Art. Es ist schreitend mit etwas herabgesenktem Hals aufgestellt und hat die ungeheuerliche Länge von 13,18 Meter, die größte Höhe von 3,16 Meter. Aus­gestattet ist es mit furzem Hats, furzem hohen Rumpf und sehr langem Schwanz. Die beiden vorderen Gliedmaßen find wesentlich fürzer als die hinteren. Neben den beiden im Museum bereits vor­handenen Steletten, dem stachelbewehrten Kentrurufaurus und deni räuberischen, schnellfüßigen Elaphrosaurus, der nur zwei Beine be­fist, ist nun mit dem Dicraeosaurus als drittem Dinosaurier- Typus der Tendaguru- Fauna einer der gewaltigen Sauropoden öffentlich fichtbar gemacht worden, von denen in den kommenden Jahren noch weit größere Stelette anderer Gattungen aufgestellt werden sollen.