Nr. 137 48. Jahrgang
3. Beilage des Vorwärts
Sonntag, 22. März 1931
Welttruft für Grammophone.
Gründung des lettischen Staates jahrelang still lag, wurde 1922 von Kommerzienrat Busch, dem Besitzer der Waggonfabrik Bauzen, neu in Betrieb genommen. Diese beiden Waggonfabriken in Lettland und Estland waren im alten Rußland die beiden größten Werte dieser Art, in denen zusammen annähernd nahme dieser beiden Waggonbetriebe hat sich der Linke- HofmannKonzern wichtige Stützpunkte für Waggonlieferungen nach Rußland verschafft.
Wichtige Fusionen in England./Die amerikanische General Electric als Herrscher. 12 000 Arbeiter beschäftigt wurden. Mit der Ueber
Schon seit Monaten wurde die Fusion der beiden größten englischen Grammophontonzerne Grammophone Co. Ltd. und Columbia Grammophone Co. Ltd. als nahe bevorstehend bezeichnet. Nun ist sie erfolgt. Es handelt sich dabei im weitesten Sinne um eine Transaktion von internationaler Bedeutung, denn beide Gesellschaften sind umfassende internationale Konzerne.
Der eine von beiden, die Columbia Grammophone Co., ton
trolliert in Deutschland den Lindström- Konzern( Schallplattenmarke Beta, Parlophon und Odeon) und beherrscht weitere Fabrikations- und Verkaufsunternehmungen in Frankreich , Italien , Spanien , in den südamerikanischen Staaten, Argentinien , Brafilien und Chile , in der Türkei und in Japan , Australien usw. Die Grammophone Co. Ltd. beherrscht in Deutschland die Electrola Gesellschaft, wird aber ihrerseits von einer amerikanischen Gruppe fontrolliert. Bis vor etwa zwei Jahren lag die Kontrolle bei, der Victor Talking Machine Co., der größten amerikanischen Schallplatten- und Grammophonfirma, die sich dann mit der Radio Corporation of America, dem amerikanischen Rundfunk- und Funkgerätefonzern, verschmolz Seit dem liegt die Aktienmehrheit bei der Radio Corporation, die sich vor einiger Zeit durch Börsenauffäufe auch in den Besitz der Hälfte des Aftienfapitals der Columbia Grammophone- Gesellschaft setzte. Schon durch diese Aktienauffäufe war das Zustandekommen des großen Weltkonzerns praktisch gesichert.
Osram - Philips - General Electric . Auf dem Wege zum internationalen Glühlampentruſt. Der holländische Glühlampentonzern Philips hat dieser Tage mit der Osram G. m. b. H. und der amerikanischen General Electric Co. langjährige Interessenverträge abgeschlossen, die sich auf Erfahrungsaustausch und andere geschäftliche Abmachun gen auf Blühlampengebiet beziehen.
Dies neue Vertragsnet erneuert und erweitert diejenigen Interessengemeinschaftsverträge, die in den Jahren 1919 und 1921 zwischen den genannten Gesellschaften bereits abgeschlossen worden
waren. Bekanntlich. läuft der internationale Glühlampenkartellvertrag von 1924 bis 1934; die jetzt noch geschützten Glühlampenpatente laufen größtenteils in den Jahren 1933 bis 1935 ab. Seit nicht ganz zwei Jahren ist die General Electric Co. am Aktienkapital der Osram zu fnapp 17 Proz. beteiligt, wie sie bereits seit einer Reihe von Jahren auch bei Philips beteiligt ist.
Die amerikanische Einflußnahme auf die Osram G. m. b. 5. Hatte bereits eine andersartige Gebietsaufteilung zur Folge, die sich insbesondere darin ausdrückte, daß die deutsche Glühlampen
Durch diesen Zusammenschluß werden die wichtigsten Schall platten- und Sprechmaschinenfabriken Ameritas, Englands. des europäischen Kontinents und anderer Teile der Welt in einer Hand vereinigt sein, was sich wahrscheinlich auch in einer Umorganisierung des Lindström- Konzerns und der Electrola auswirken wird. Das Aktienkapital beider Gesellschaften beträgt zujammen rund 100 Millionen Mart. Infolge der monopolähnlichen Stellung auf dem Schallplattenmarkt, dessen Preise bis heute von der Weltkrise kaum berührt worden sind, waren die Gewinne der englischen Grammophontonzerne sehr hoch und erlaubten zeitweise die Ausschüttung von 60 prozentigen Dividenden. Im letzten Geschäftsjahr verteilten die Grammophone Co. 20 Prozent und die Columbia Grammophone Co. 40 Prozent Dividende. Abseits von der neuen Trustbildung stehen vorläufig insbesondere zwei große Gesellschaften: in Deutschland die Polyphon Werke( Schallplattenmarke Grammophon) und in den Bereinigten Staaten Brunswid- Dalke- Collender.
Den beherrschenden Einfluß innerhalb des neuen Trusts hat also die Radio Corporation of America, deren größte Aktionärin wiederum die amerikanische General Electric ist. Tatsächlich beherrscht also dieser elektrotechnische Konzern heute direkt und indirett ben weitaus größten Teil der Schallplatten- und Sprechmaschinenweitaus größten Teil der Schallplatten- und Sprechmaschinenherstellung der Welt.
ausfuhr nach Nordamerika und auch nach Merife ganz aufgehört und die nach einer Reihe lateinamerikanischer Länder eine starte Berminderung erfahren hat. Die jetzt abgeschloffenen langjährigen S. Interessengemeinschaftsverträge und die jetzt durchgeführte Ka= pitalerhöhung der Osram G. m. b. 5. von 40 auf 45 Millionen Mark kann man als Anzeichen dafür betrachten, daß die großen Glühlampenfonzerne der Erde alle Borbereitungen zu einem engen 3usammenschluß treffen, um auch bei Ablauf der Patente den Wettbewerb aller etwa neu auftauchenden Außenseiter ausschalten zu können.
Der ostdeutsche Waggonfonzern in den Randstaaten Der Linte- Hofmann- Konzern in Breslau hat jetzt die eftnische Waggonfabrit Dwigatel" in Reval zusammen mit dem west deutschen Waggontonzern erworben. Die Uebernahme dieser Waggonfabrit ist insofern bemerkenswert, als der Linte- Hofmann Konzern nach der Verschmelzung mit der Waggonfabrik Busch in Bauzen auch in den Besitz der Rigaer Waggonfabrit Phönig" gelangte. Dieses Baggonunternehmen, das nach der
Blow
Krisenfestes Weltnickelmonopol Der Nideltruft verteilt höhere Gewinne.-
philosophen im Geschäftsbericht.
Monopolisten
Die zum englischen Chemietrust gehörende International Nickel Co., die rund neun Zehntel der Nickelproduktion der Welt beherrscht, verzeichnet für das Krisenjahr 1930 einen recht günstigen Abschluß. Zwar ist der Reingewinn von 22,2 auf 11,8 Millionen Dollar zurückgegangen, doch wird die Dividendenzahlung von 90 Cents auf 1 Dollar je Attie erhöht, so daß an Stammattiendividenden 14,2 Millionen Dollar ausgeschüttet werden, etwa 2 Millionen Dollar mehr als im vergangenen Jahr. Auch die Ausschüttung der Vorzugsaktiendividende hat sich vergrößert. Der Trust fann es sich leisten, unter Inanspruchnahme des Vortrages aus dem Jahre 1929 seine Dividende zu steigern, obwohl sich natürlich auch auf dem Nickelmarkt die Krise bemerkbar gemacht hat.
Während des Jahres 1930 betrug der Nidelverkauf nur Pfund im Jahre 1929. Mengenmäßig ist also der Verkauf um 75,3 millionen Pfund( zu 450 Gramm) gegenüber 125,6 Millionen 40 Pro3. zusammengeschrumpft. Dieser Absatzschrumpfung entspricht aber offenbar eine ebenso starte Drosselung der Produktion. Ein Konzern, der den Weltmartt zu 90 Proz. beherrscht, fann natürlich den verminderten Absatz mit einer systematischen Produktionseinschränkung beantworten, und die Folge davon ist, daß im Gegens faß zu fämtlichen Metallen Nickel als einziges seit langer Zeit einen unveränderten Preis hat! Troß der Absatzkrise liegt er auch heute noch um 7 Proz. über dem Borkriegspreis.
Die International Nickel Co. hat sich übrigens in der letzten Beit immer stärker auch auf das Kupfergebiet aus gedehnt und sich u. a. an der Ontario Refining beteiligt. Infolgedessen ist auch der Kupferverkauf des Konzerns mengenmäßig um über 25 Proz. gestiegen.
Der Geschäftsbericht des Nickeltrusts ist für die Monopolmacht charakteristisch. Es wird betont, daß die Truftleitung nicht
glaubt, daß die gegenwärtige Krise von übermäßiger Bedeutung für ein Unternehmen wie die International Nickel Co. sei. Für das Jahr 1931 werden bessere Geschäftsergebnisse erwartet als für 1930. In den ersten Monaten des neuen Jahres zeigt der Verkauf wieder steigende Tendenz, und auch sonst werden deutliche Zeichen einer Befferung der Lage hervorgehoben.
Der Großhandelsinder blieb in der Woche zum 18. März mit 114,3 Proz. gegen die Borwoche unverändert.
Nicht teurer aber besser
990
Sudanbraun, mit Lacklederverzierung
890
Haselnuss,
mit braun Lacklederauflage
Zu so niedrigen Preisen so hohe Qualität: Das vermag nur Stiller!
Edle Formen, eleganteste Farbtöne u. Linien, individuellste Modelle!
Auch in diesen günstigen Preislagen bringt Stiller heute schon die Mode von morgen, was einige Beispiele hier zeigen sollen!
1090
Braun, echt Boxcalf mit beige Einsatz
In über 100 Modefarben, Paar von
65
Pf.
an
Stiller
Kein Haus vermag mehr zu bieten!