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Nr. 15948. Jahrgang

3. Beilage des Vorwärts

Deutschland und Desterreich.

Der Zollunionsplan und die Wirtschaftsbeziehungen der beiden Länder.

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Die Arbeiterbewegung Deutschlands und Desterreichs ist seit je Desterreich ist ein beachtliches Absatzgebiet für baumwollene, wollene Borkämpfer für eine engere Berbindung der beiden Länder gewesen. und seidene Stoffe, während andererseits die überschüssige Garn­Sie begrüßt daher grundsätzlich den Plan eines engeren wirtschaft produktion der österreichischen Spinnereien in Deutschland Absatz lichen Zusammenschlusses Deutschlands und Desterreichs aufs findet und für die österreichische Bekleidungsindustrie für Damen­wärmste. Bei aller gefühlsmäßigen Zustimmung zu dem Zoll- kleider, Wirkwaren, Wäsche, Hüte, der deutsche Markt ein unent­unionsplan muß man sich aber darüber klar sein, daß das größere behrliches Absatzgebiet darstellt. Ziel einer Neuordnung der europäischen Wirtschaftsverhält­nisse nicht außer acht gelaffen werden darf.

Es liegt auf der Hand, daß vom rein wirtschaftlichen Gesichts­punkt eine Zollunion der beiden Länder

für Desterreich wesentlich stärkere unmittelbare Vorteile bietet als für Deutschland . Das heutige Deutsch- Desterreich ist, zunächst durch die politische und wirtschaftliche Zerstückelung des früheren Wirtschaftsgebietes in ganz besonderem Maß auf die Aus­fuhr nach äußeren Märkten angewiesen. Pro Kopf der Bevölkerung betrug der Außenhandelsabsah Deutsch Desterreichs im Jahre 1929 etwa 500 m., demgegenüber vergleichsweise der Deutschlands mir 420 M., und der der Tschechoslowakei rund 350 M. Die Ausfuhrquote der österreichischen Volkswirtschaft( Induſtrie und Landwirtschaft zusammengerechnet) beträgt mehr als 25 Broz, und von der industriellen Produktion muß mehr als ein Drittel auf den Außenmärkten untergebracht werden. Die wichtigsten Indu strien, die Holz, Bapier, Baumwoll, Lederwarenindustrie und andere arbeiten zu 50 Broz. und mehr für den Export.

Bei dieser außerordentlich starken Exportabhängigkeit ist die Marttermeiterung von größter Bedeutung für Deutsch - Desterreich. Nun ist Deutsch - Desterreich schon heute aufs stärkste mit dem deutschen Martt verflochten. Deutschland steht als Bezugs und Absatzgebiet für Desterreich weit an der Spize. Die österreichische Einfuhr wird von Deutschland zu 21 Proz.( also rund ein Fünftel) bestritten; von der österreichischen Ausfuhr gehen 16 Proz( also rund ein Sechstel) ins reichsdeutsche Gebiet.

Aus dem deutschen Blickfeld.

Ganz anders sind die Größenordmmgen von deutscher Seite her gesehen. Deutsch - Desterreich rangiert bei den Einfuhr­fändern Deutschlands erst an 18. Stelle, bei den Exportgebieten an 11. Stelle. An der deutschen Einfuhr ist Desterreich mit weniger als 2 Broz, an der deutschen Ausfuhr mit rund 3 Broz. beteiligt. Auch handels- und exportpolitisch gesehen, befinden sich beide Länder in einer ungleichen Lage. Der österreichische Export ist heute im wesentlichen auf die angrenzenden Gebiete beschränkt. Deutsche land, die Nachfolgeftaaten, Italien und die Schweiz nehmen 70 Proz. des österreichischen Warenexportes auf, während der deutsche Export sich auf fast alle europäischen. Absatzgebiete verteilt und dementsprechend die deutsche Handelspolitit auch wesentlich ftärtere handelspolitische Rücksichten nehmen muß. Nun war man sich aber immer darüber im Maren, daß die Frage der deutsch - österreichischen Wirtschaftsverständigung nicht mit dem Rechenstift" durchzuführen ist. Das erweiterte Wirtschafts- und Zollgebiet bietet aber

in jedem Falle die Möglichkeit für eine rationellere Arbeitsteilung und Ergänzung der beiden Länder und wird auch der deutschen Wirtschaft gewisse zusätzliche Abfagmöglichkeiten erschließen.

Man hat in Desterreich in früheren Jahren starke Befürchtungen Man hat in Desterreich in früheren Jahren starke Befürchtungen gehegt, daß einzelne österreichische Industriezweige der Kontur renz der überlegeneren reichsdeutschen Industrie nicht gewachsen find, und daß daher die Niederlegung der 30 schranken zwischen beiden Ländern und die Herstellung eines ein­heitlichen Zollgebietes zahlreiche österreichische Industriebetriebe zur Strede bringen würde. Man muß nun aber berücksichtigen, daß in den letzten Jahren sich in Desterreich bereits ein sehr starker Reinigungsprozeß vollzogen hat. Das Rumpfgebiet fitt nach der Lostrennung der Nachfolgeftaaten an einer ganz unhaltbaren

In diesem Industriezweig werden aber unvermeidlich die Interessen der tschechischen Textilindustrie start berührt werden. Desterreich sind übermäßige Spinnereianlagen berührt werden. Desterreich sind übermäßige Spinnereianlagen sowie zahlreiche Ausrüstungsbetriebe verblieben, während die Webereien sich zum größten Teil in Böhmen befinden. Zwischen diesen staatlich und zollpolitisch getrennten Wirtschaftsgebilden besteht nun auf der Grundlage des zollfreien Veredelungsverkehrs cine. nun auf der Grundlage des zollfreien Veredelungsverkehrs eine starte wechselseitige Verflechtung, und es wird bei der praktischen Ausgestaltung der Zollunion notwendig sein, hier zwischen den Interessen der berührten Länder einen Ausgleich zu schaffen. Für die Landwirtschaft, von der Forstwirtschaft ab gesehen, dürften sich taum weitreichende Auswirkungen ergeben. Es ist denkbar, daß zur Deckung des Zuschußbedarfes Desterreichs an Nahrungs- und Genußmitteln, insbesondere des großen Wiener Konjumplates, zu einem gewissen Teil auch die deutsche Landwirt schaft herangezogen wird( Schweine, Fleischwaren, Obst, Wein). Andererseits wird die österreichische Alpenwirtschaft mit ver­

Abschluß der Thüringer Gas.

Das neue gemischtwirtschaftliche Unternehmen.

Die Thüringer Gasgesellschaft, an der sich Ende vorigen Jahres die dem preußischen Staat gehörige Breag ( Breußische Elektrizitätswerte A.-G.) maßgeblich beteiligte, legt jetzt ihren Abschluß für 1930 vor.

Das Unternehmen verzeichnet als Folge der Wirtschaftskrise einen Rückgang des Absages an Industriegas von 11,2 Proz, dagegen einen Abfahrüdgang an Handwert und Kleingewerbe von mur 2,4 Broz. Unter Einbeziehung der im Berichtsjahr erfolgten Neuangliederungen ist die gesamte Basabgabe sogar noch von 155,5 auf 156,5 millionen Rubikmeter gestiegen. Auch bei dem Stromverkauf sant hauptsächlich die Abgabe an die Groß­verbraucher. Der Rückgang beläuft sich hier auf 2,7 Broz, und unter Berücksichtigung der neu angegliederten Werke stellt sich die Strom­abgabe im Berichtsjahr auf 245,5 gegen 250,3 Millionen Rilowatt­stunden.

Die Gesellschaft hat also auch in dem schweren Jahr 1930 erfolg. reich gearbeitet, was sich in der Gewinnrechnung entsprechend auswirft.

Sonntag, 5. April 1931

besserten Absatzmöglichkeiten für Zuchtvieh, Molkereiprodukte usm. rechnen können.

Bon entscheidendem Einfluß für den Fortgang der euro­päischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird die künf­tige Zoll- und Handelspolitik des Zollunionsgebiets sein.

Es wäre verhängnisvoll und der Jdee der umfassenderen Zollunion aufs stärkste abträglich, wenn der gemeinsame Zolltarif auf den jeweilig höchsten 3ollsägen der beiden Länder aufgebaut würde. Desgleichen birgt eine Kombination der deutsch­österreichischen Zollunion mit einem nach Südosten ausgebauten Bräferenzsystem( Vorzugszölle) starte Gefahren für die deutschen allgemeinen Handelsbeziehungen sowie für die gesamt­europäische wirtschaftliche Verständigung in sich. Eine wirtschaft­liche Fundierung und Erschließung der ofte und südosteuropäischen Agrarländer ist unserer Auffassung nach überhaupt nur im 31= sammenwirten mit Frankreich denkbar, da die für die Landwirtschaft dieser Länder notwendige Kredithilfe sowie die Finanzierung von Erschließungsarbeiten in größerem Umfange nur vom französischen Kapitalmarkt bewerkstelligt werden kann, wie denn überhaupt das große Ziel jeder weitsichtigen deutschen Handels­politik nicht einseitige wirtschaftliche Blockbildung, sondern die An­bahnung einer europäischen Einigung auf der Grundlage engster deutsch - französischer Zusammenarbeit fein muß.

Bei dem Fortgang der Verhandlungen über die Aus­gestaltung der Bollunion werden diese Gesichtspunkte zu beachten sein. Es ist aber dari ber hinaus noch erforderlich, daß im Rahmen der sonstigen wirtschaftlichen Angleichungsfragen auch auf eine Bereinheitlichung der sozialen Arbeitsbedingungen sowie der Sozial­versicherung geachtet werden muß, wobei selbstverständlich höhere deutsche Niveau richtunggebend sein muß.

Osteuropäische Staatsanleihen.

Harte Bedingungen der Gläubiger.

das

Die ofteuropäischen Staaten find dabei, größere Auslands­anleihen in Anspruch zu nehmen; die Art der Anleiheaufnahme beansprucht in hohem Grade internationales Interesse. Die Kapital­märkte der Welt, besonders London und New York haben infolge der Krife wenig Anlagemöglichkeiten und dementsprechend sind auch die 3insfäße start gesunden. Man sollte glauben, daß schon aus diesem Grunde die Balkanstaaten heute billige Anleihen erhalten können, um so mehr, als die Finanzplätze der Welt, mit­In der Praxis verraten die Anleihebedingungen nichts von diesen einander um die Vergebung dieser Anleihen tonfurrieren. In der Praris verraten die Anleihebedingungen nichts von diesen fo günstig erscheinenden Verhältnissen.

Das

Die Anleihe, die z. B. Rumänien jetzt mit einem inter­nationalen Bantentonsortium abgeschlossen hat, lautet auf 53 ML­lionen Dollar( 223 Millionen Mart), der Reinerlös, den Rumänien nach Abzug aller Provisionen, Gebühren usw. erhält, aber nur auf 42 Millionen Dollar( 176 Millionen Mark). find nur vier Fünftel des Betrages, auf den die Anleihe offiziell lautet und der verzinst und getilgt werden muß. Auch der Der Rohertrag der Gas- und Kraftbetriebe stellt sich auf Binssatz liegt mit 7,5 Prozent außerordentlich hoch. 6,2 gegen 6,6 Millionen Mart, hat sich also nur wenig gemindert, Anleihegeber sind hauptsächlich französische Banken, in zweiter während Untoften und Steuern um mehr als 10 Proz. auf 3 Millio- Linie stehen schwedische und amerikanische, in dritter belgische, nen Mark gesenkt werden konnten. Der Reingewinn wird mit holländische, deutsche, österreichische, schweizerische und tschechos 3,29 Millionen Mart um reichlich 8 Proz. höher ausgewiesen, so slowakische Banten. Ein großer Teil der Anleihe ist für Materialien bestimmt, die aus Frankreich und Schweden bezogen werden müssen. daß die zehnprozentige Borkriegsdividende wieder zur Auszahlung Der Gouverneur der Rumänischen Nationalbant, Burileanu, der sich gelangt. der französischen Herrschaft auf das rumänische Wirtschaftsleben widersetzte, wurde ab berufen und mußte einem gefälligeren Mann( Angelesco) Platz machen. Englische und italienische Banken find an der vumänischen Anleihe nicht beteiligt.

Die durch die Beteiligung der Preußischen Elektrizitäts A.-G. herbeigeführte engere Zusammenfassung der Großunter nehmen auf dem Gebiete der Stromerzeugung und verteilung wird die Entwicklung des Thüringer Gastonzerns, der über 4000 mittel­beeinflussen, da zahlreiche Beteiligungen des Unternehmens und westdeutsche Gemeinden versorgt, in Zukunft sehr günstig an preußisches Elektrizitätsgebiet grenzen. Hierdurch ist die planmäßige Vereinheitlichung der deutschen Elektrowirtschaft einen guten Schritt vorwärts gekommen.

Ueberfülle von Betrieben und übermäßigen Größe der Produktions- Kleinverbraucher bringen die Gewinne. anlagen. Unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse sind Wieder 10 Proz. Dividende bei der Elektrizitäts- Lieferungs

jedoch bereits zahlreiche Stiflegungen erfolgt.

An Stelle der früheren fünf Lokomotivfabriken arbeitet seit 1930 in Desterreich nur noch ein Wert. In der Textil, Leder- und Bapierindustrie sind gleichfalls einschneidende Stillegungen und Busammenlegungen erfolgt. Ferner ist insbesondere in der Groß­industrie eine starte technische Rationalisierung zur Durchführung gelangt.

Es bestehen endlich enge tapital- und fartellmäßige Bindungen

zwischen der deutschen und der österreichischen Industrie, unter anderem in der Schwerindustrie, Elektroindustrie, Kunstseiden­induftrie, Papierindustrie usw., so daß die lebensfähigen Teile der österreichischen großindustriellen Werte auch nach Wegfall der Sollschranken ihren Wirkungskreis weiter behalten werden. Für die Uebergangszeit will man außerdem für einzelne öfter­reichische Industriezweige noch 3wischenzollsäge belassen.

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Das Schwergewicht des deutschen industriellen Abfazes auf dem österreichischen Markt liegt heute in der Aus­rüftung der österreichischen Wirtschaft mit Maschinen, elektrischen Apparaten sowie chemischen Stoffen, ferner in der Belieferung des österreichischen Marktes mit Textilmaren. Wenn auch, insbesondere auf den erstgenannten Gebieten, der deutsche Belieferungsanteil schon sehr beträchtlich ist von der österreichischen Maschinen- und Apparateeinfuhr stammen bereits mehr als zwei Drittel aus Deutschland so dürften sich nach Niederlegung der Zollschranken und im Zuge der zu erwartenden Verbesserung der wirtschaftlichen Lage Desterreichs die Absatzbedingungen der deutschen Maschinen-, Elektro- und chemischen Industrie in Defterreich noch verbessern. Es ist auch möglich, daß in Zukunft Deutschland an Rohlenversorgung, die heute zu vier Fünftel durch Polen und die Tschechoslowakei erfolgt, in stärferem Maße teilnimmt. Eci einer engeren zollpolitischen Zusammenfassung dürfte ferner Wien als großes Bant- und Handelszentrum sich als wert­voller Stützpunkt für den deutschen Balkanerport erweisen.

der

Auf dem Gebiet der Textil und Bekleidungswirt Ichaft besteht heute schon zwischen den beiden Ländern auf zahl reichen Gebieten eine starke wechselseitige Ergänzung. So liefert zum Beispiel die österreichische Lederindustrie nach Deutsch lanb hochwertiges Sohlenleder, während die deutsche Lederindustrie in beträchtlichem Umfange nach Oesterreich Oberleder ausführt.

gesellschaft.

Die Führung der griechischen Staatsanleihe liegt bei eng­engl. Pfund( 132 Millionen Mart), doch dürfte die griechische Re­fischen Gruppen. Der gesamte Betrag lautet auf 6,6 Millionen gierung als Erlös nicht mehr als 110 Millionen bis 112 Millionen Marf erhalten, zumal der Ausgabefurs nur 87 Prozent be­tragen wird. Die Berzinsung scheint mit 6 Prozent günstiger zu sein als bei der rumänischen Anleihe. Beteiligt sind neben engli­schen Banten amerikanische und italienische Gruppen, nicht fich also die politischen Machtverhältnisse in Osteuropa getreulich

aber franzöfifche oder belgische. In der Anleihevergebung spiegeln wieder.

Regreßansprüche gegen Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Zusammenbruch der mittelständlerischen genossen­fchaftlichen Gewerbebant Hannover G. m. b. H., zw dem wir bereits Stellung genommen haben, hat nach dem Bericht des Revisors einen Gesamtperlust von 1,60 Millionen Mark ergeben. Hiervon sind 1,2 Millionen Forderungen an die Ge merbebant A.-G., die uneinbringlich sind. Diese Gewerbe­bant A.- G: ist eine Eigengründung der Genossenschaft, deren unsolide Geschäftsführung den Ausschlag bei dem Zusammenbruch gegeben hat. Außerdem sind 400 000 m. Verluste durch Kredite an eine Grundstücksgesellschaft entstanden. Es dürfte intereffieren, wie die Genossenschaftsbant ihre Beziehungen zu einer Grundstücksgesellschaft( unbebaute Grundstüce) gegenüber den ge schäftlichen Satzungen eines genossenschaftlichen Unternehmens in Einklang bringen will.

Der jetzt vorliegende Abschluß der zum AEG.- Konzern ge- Die Berluste bei der Gewerbebant Hannover hörenden Elektrizitäts- Lieferungsgesellschaft A.-G. Berlin ist von der Krise des letzten Jahres noch völlig un. berührt geblieben. Dies ist hauptsächlich dadurch bedingt, daß das Unternehmen als reine Finanzierungs- und Verwaltungsgefell­schaft im Jahre 1930 erst die Dividendengewinne seiner vielfachen Beteiligungen von 1929 verrechnete. Aber hiervon abgesehen, zeigt sich auch bei dieser Gesellschaft das für Elektrofinanzierungsunter nehmen typische Bild einer verhältnismäßig leichten Krisen überwindung. So ging bei den eigenen Betrieben sowie bei den Bachtunternehmen und Beteiligungen die Stromabgabe von 400 auf 391 millionen Kilowattstunden, also nur um wenig mehr als 2 Pro 3. zurück. Dem Geschäftsbericht zufolge ist die günstige Entwicklung im letzten Jahr durch eine weitere Steigerung des Kleinabsages bedingt gewesen, bei dem durch scharfe Werbearbeit eine verstärkte Verbreitung von elettrischen Anderer auseinrichtungen durchgesetzt werden konnte. feits haben Betriebseinschränkungen und Stillegungen von geschlossenen Industrien erhebliche Ausfälle im Großfonsum ver­ursacht, so daß das Gesamtergebnis des Stromabsatzes den oben erwähnten fleinen Rückgang aufweist.

an=

Die Bilanz der Gesellschaft stellt einen Glanzabschluß dar. Der Betriebsgewinn erhöht sich von 3,5 auf 4.1 Millionen, was beweist, daß bei der erwähnten stärkeren Beteiligung des Klein verbrauchs hier die stärksten Gewinnquellen der privaten Strom­lieferungsgesellschaften liegen. Die Gewinne aus Wertpapieren und Beteiligungen sind mit 4 Millionen wieder unverändert ausgewiesen, was auf die gleich hohen Gewinnausschüttungen der Eeteiligungen und angeschicfenen Internehmungen, wie im Vor­jahr, zurückzuführen ist. Den Reservefonds, denen in den beiden vorhergehenden Konjunkturjahren nur 933 000 bzw 1 Million Mark überwiesen wurden, werden diesmal 1,34 millionen zu geführt. Trok dieser verstärkten Reservepolitif bleibt die Divi dende mit 10 Broz auf der Höhe der lezten Jahre. Da die von dem Unternehmen tontrollierten Elektrizitätsbetriebe auch im festen Jahr verhältnismäßig gut gearbeitet haben, dürfte der Ab­fchluß im nächsten Jahr jich gegenüber dem jezigen faum ver schlechtern.

Direktor Korthaus vom Deutschen Genossenschaftsverband Berlin schlug zur Beseitigung dieser Verluste vor, zunächst das eigene Vermögen der Genossenschaft mit 500 000 m. heranzuziehen und weitere 400 000 M. durch Erwirkung der Volleinzahlung auf die Genossenschaftsanteile heranzuholen. Der Rest soll mit Hilfe von Regreßansprüchen gegen das Direktorium und den Aufsichts rat fomie durch Zinsersparnisse aus einem zweijährigen Zahlungse aufschub aufgebracht werden. Auf diese Art sei zu hoffen, die Gläubiger der Genossenschaft voll zu befriedigen

B

Die völlig überschuldete Gewerbebant 2. G. wird vore aussichtlich den Konkurs anmelden müssen, wobei es sehr fraglich ist, ob für die Gläubiger, unter denen sich Sparer mit 2,7 Mil­lionen Mart Spareinlagen befinden, eine auch nur einigermaßen erträgliche Quote herauskommt. Der Vorfall in Hannover hat jedenfalls wieder die Notwendigkeit erwiesen, daß die Kontrollen bei den treditgenossenschaftlichen Banken dieser Art im ureigensten Interesse des genossenschaftlichen Gedankens nicht scharf genug durchgeführt werden fönnen. Die auf dem fürzlich abgehaltenen Genossenschaftstag in Berlin in dieser Richtung vorgebrachten Forderungen sollten sobald wie möglich in die Pragis umgesetzt werden.