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Unsinnige Branntweinwirtschaft.

Neue Beweise im Geschäftsbericht der Monopolverwaltung.

Für die absolut falsche Konstruktion der deutschen Brannt| 887 000 Sjeftoliter am 30. September des Vorjahrs. Schon Ende weinwirtschaft, durch die der Staat jährlich 60 bis 80 Mil Dezember 1930 waren die Bestände auf 1,8 Millionen Hektoliter, also lionen Einnahmen verliert und deren Reform die Sozial- mehr als drei Viertel der gesamten, in einem Jahre absetzbaren demokratie schon seit Jahren fordert, gibt es feinen besseren| Spiritusmenge angewachsen! Beweis als der kürzlich veröffentlichte Geschäftsbericht der Reichsmonopolverwaltung für das am 30. September be­endete letzte Wirtschaftsjahr.

Nach dem letzten Bericht des Branntweinmonopols ist der Gesamtabsatz an Branntwein gegenüber dem Borjahr von 2,6 auf 2 Millionen Hektoliter gefunden. Dieser Rüdgang ist vor allem auf die Verminderung des Verkaufs von Trintbrannt­wein zurückzuführen. Gegen 661 782 Heftoliter im Jahre 1928/29 wurden von der Monopolverwaltung im Berichtsjahr nur noch 388 367 Hektoliter zur Herstellung von Spirituosen verkauft. Der im Interesse der Boltsgesundheit nicht unerwünschte und im ver­gangenen fritischen Wirtschaftsjahr auch erfolgte

Selbstverständlich ist infolgedessen auch der Gewinn der Monopolverwaltung außerordentlich gesunken. Das vor­lezte Wirtschaftsjahr konnte noch mit einem Ueberschuß von 328 Mil­lionen Mart abschließen, im vergangenen betrug der Ueberschuß nur noch 213 Millionen. Es muß also ein Minderertrag von 115 Millionen Mark für dieses Jahr verzeichnet werden. Fehlerhafter Zirkel der Staat tann blechen.

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Der Bericht schließt mit den Borten: Für das Geschäftsjahr 1930/31 ist mit einer Besserung der Ergebnisse nicht zu rechnen. da der starke Rückgang des Absages von Trinkbranntwein an­halten wird. Die notwendige Schlußfolgerung wäre nun die An­passung der Erzeugung von Trinkbranntwein an die Nachfrage. Da Rüdgang des Schnapsverbrauchs ist aber nicht die aber 2000 oft elbische Großagrarier ihre Kartoffelnd auf alleinige Ursache für den Rüdgang der Absatzziffern. dem Wege über die Brennerei besser verwerten können als durch die Der enorme Absatzrückgang von über 41 Proz. muß vielmehr in Berfütterung, hat man für dieses Jahr das Brennrecht völlig erster Linie dadurch erklärt merden, daß infolge der Erhöhung der ungenügend nur auf 70 Broz ermäßigt und damit die Voraussetzung Branntweinsteuer( Hektolitereinnahme) am 1. Juli 1929 auf 400 Mert für ein weiteres Steigen der nicht abgefeßten die verarbeitende Spirituosenindustrie große Vorein Borräte geschaffen. Aber nicht genug damit: obwohl sich der dedungen vorgenommen hat. Der Absatz an Trinkbranntwein Beirat der Monopolverwaltung gegen eine Erhöhung des Brenne im Jahre 1928/29 in Höhe von 662 000 Hektoliter entsprach damals rechts ausgesprochen hat, vom Reichsrat das Brennrecht auf nicht dem tatsächlichen Konsum. Die Behauptung des Geschäfts- 80 Proz erhöht worden, wodurch die Monopolverwaltung ge­berichts, daß der Trinkbranntwein durch die billigen aufgezwungen ist, obwohl 246 000 Hektoliter Spiritus mehr abzunehmen. fpriteten" Südweine verdrängt sei, ist irreführend; denn die Natürlich wird von den Kartoffelagrariern auch die Erhöhung Einfuhr von Südweinen ist im letzten Jahre gesunken. 1930 wurden der Beimischung von Spiritus zu Benzin lebhaft gefördert, obwohl aus Frankreich , Italien , Spanien , Portugal und Griechenland nur für die Kraftverkehrswirtschaft der Brennstoff außerordentlich ver­noch 526 000 Doppelzentner gegen 775 000 Doppelzentner im Jahre teuert wird. 1929 importiert.

Nicht nur der Absatz an Trinkbranntwein ist aber gesunken, sondern auch der Absatz an technischem und Brenn fpiritus fomie an Motortreibstoff ist viel geringer ge­worden. Der im Sommer vorigen Jahres eingeführte Bei mischungszwang zu Benzin hatte sich bis Ende September noch nicht ausgewirkt, weil die Zeit vor Inkrafttreten der Ber: ordnung zu starker Vorversorgung ausgenutzt worden ist. Im allgemeinen dürfte der Rückgang des Absatzes von technischem Spiritus auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung zurück­zuführen fein.

Verdoppelte Lagerbestände.

Die Folge dieser Berringerung des Absages war die Erhöhung der Lagerbestände auf 1,58 Millionen Hektoliter gegen nur

Ausgerechnet in Baduz...

Gig eines neugegründeten Weltunternehmens. Das anglo- amerikanische und deutsche Chemie und Oel tapital hat jeßt gemeinsam eine neue Gesellschaft gegründet, die alle gemeinsamen Intereffen auf dem Gebiet der Kohleverflüffigung und Kohlehydrierung zusammenfassen soll. Bisher arbeiteten

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auf diesem Gebiete die de utfchen 3G- Farben Industrie 2.-G. und die amerikanische Standard Dil von Rep Jersen auf Grund ihrer vor zwei Jahren abgeschlossenen Verträge zufammen. Nunmehr sind als weitere Interessenten an diesem Rohleverflüssigungsverfahren auch die mächtigsten Bertreter des britischen Del und Chemietapitals der Imperial Chemical Trust und die bekannte Shell Gruppe hinzugekommen. Der Zusammenschluß dieser vier Riefenfonzerne bedeutet eine Sufammenarbeit auf dem Gebiete der Kohleverflüssigung, die die ganze Welt umspannt. Die neue Gesellschaft wird den Namen International Hydrogenation Patent Comp. führen und ihren Gig in Baduz haben. Diese winzige Hauptstadt bes 3mergfürstentums Liechtenstein war in den letzten Jahren die beliebteste Zufluchtsstätte für geflüchtetes Kapital. Sollte die Wahl dieses fleinen Städtchens als Siz eines weltumspannenden Unter­nehmens ihre bestimmten Gründe haben?

Kräftiger Aufschwung im Kaliabsatz.

Der März hat eine träftige Erhöhung des in den ersten beiden Monaten dieses Jahres start zurückgegangenen Raliabsatzes gebracht. Nach den Mitteilungen des Deutschen Kalisyndikates stieg ber Absatz im Berichtsmonat auf 1,79 mill Doppelzen ner gegenüber 1,54 bzw. 1,16 Mill. Doppelzentner in den beiden vorhergehenden Monaten.

Wenn auch der für die diesjährige Frühjahrsbestellung im In­

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Mengenaboabe vorbehalten.

Der letzte Bericht der Reichsmonopolverwaltung ist ein neues Warnungszeichen, endlich eine grundlegende Reform der Branntweinwirtschaft vorzunehmen. Rund 50 Proz. des landwirt fchaftlichen Brennrechts ruht auf Gütern, denen die Kartoffel­brennerei feine Lebensnotwendigkeit ist. Durch eine Neugestaltung der Branntweinwirtschaft müßte diesen Gütern das Brennrecht entzogen werden. Dann könnten die landwirtschaftlichen Betriebe mit geringwertigen Böden 100 Proz. ihres Brennrechts ausnuten und infolge der besseren Ausnutzung der vorhandenen Anlagen auch den Spiritus billiger herstellen. Damit tönnte auch der von der Monopolverwaltung den Landwirten gezahlte llebernahmepreis gesenkt und der gänzlich überflüssigen dauernden Schädigung der Reichseinnahmen aus der Monopolverwaltung endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Hier wird mit Einnahmemöglichkeiten ge­wüstet, als ob das Reich in Geldern schwimmen würde.

und Ausland vorhandene Kalibedarf hinter den vorhergehenden Jahren erheblich zurüdblieb, so zeigt sich doch in der Be­lebung des Kaliabfazes im März, daß der Abfazrückgang in dem befürchteten Umfang nicht eingetreten ist. Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß, von dem Katastrophenwinter 1928/29 abge­sehen, in allen anderen vorhergehenden Jahren die Hauptein­bedungen bereits im Februar erfolgt waren und im März bereits ein Rüdgang einirati pop

Des Grafen Volpi Elektrokonzern.

Wachsende internationale Bedeutung.

Die Società Adriatica di Elettricità( Adriatische Elektrizitäts­Gesellschaft), die jetzt mit einem Aftienkapital von 400 millionen Lire arbeitet, war auch im Jahre 1930 trotz der Weltkrise imstande, ihren Reingeminn von 51 auf fast 70 Millionen Lire zu steigern, obwohl der Stromabsag von 802 auf 765 Millionen Kilowattstunden zurückgegangen ist. Die Gesellschaft kontrolliert die Elektrizitätsversorgung in fünfzehn oberitalienischen Provinzen und ist auch an Wasserleitungs-, Dampfschiffahrts- und Hotelgesell­fchaften beteiligt.

Bon wachsender Bedeutung ist ihr ausländischer Macht bereich. Sie fontrolliert die Compagnie Italo Belgo( eine mit italienischem, schweizerischem und belgischem Kapital arbeitende große internationale Dachgesellschaft für elektrische Unternehmun­gen), ferner die ebenfalls von Brüffel aus geleitete Europel und die European Electric Corporation, die ihren Sitz in Montreal ( Kanada ) hat. Weitere Elettrizitätsinteressen hat der Adriatica- Konzern in Spanien , Griechenland und auch in Adriatica- Konzern in Spanien , Griechenland und auch in Großbritannien . In Rumänien und Ungarn will ber Konzern gleichfalls Intereffen erwerben, und zu diesem Zwed iſt auch vorgesehen, daß das Aktienkapital demnächst erhöht werden soll. Die Führung des Konzerns und ebenso der erwähnten inter­nationalen Dachgesellschaften liegt bei dem Grafen Bolpi, durch

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dessen Attivität diese Konzerngruppe in den letzten Jahren zu einem Schrittmacher des faschistischen Imperialismus gea worden ist

Vorzugszölle für Donauländer.

Ergebnis der Weltgetreidefonferenz in Rom.- Rene Konferenz in London .

Die Weltgetreidefonferenz in Rom hat noch vor Ostern ihne Arbeiten beenden fönnen. Aus den komplizierten Berhandlungen ist der Beschluß herausgekommen, eine neue Konferenz ein­zuberufen.

Die Konferenz in Rom fiel mit einer Berschärfung der Lage an den Getreidemärkten zusammen. Sie ging von der An­fündigung des nordamerikanischen Bundesfarmamtes aus, die Stügungsaufläufe mit dem Ablauf des alten Erntejahres einzu­ftellen. Dazu trug bei, daß die Getreideüberschußgebiete auf der nördlichen Halbfugel eine gute Wetterlage haben und der Saaten­stand im allgemeinen günstig und sogar gut beurteilt wird. Außerdem find die Vorräte fast überall weiter gewachsen. So bleibt dan Export­überschüssen in Uebersee , also in der Hauptsache in Nord­ amerika und Kanada , der Ausfuhrkanal nach Europa verstopft. Das hat bei der internationalen Getreidekonferenz in Rom den Gegen­faz zwischen den überseeischen Ueberschußgebieten und den euro päischen Zuschußgebieten verschärft. Dieser Gegensatz stand aber in den Hauptsache auf der Tagesordnung.

Hinsichtlich der mehr europäischen Probleme fam man zu materiellen Ergebnissen. So nahm die Schlußversammlung zwar Anregungen, die sich auf Vorzugszölle für die Donau­getreidelander beziehen, an. Damit ist aber der Widerstand der überseeischen Länder gegen die europäischen Vorzugszölle noch nicht gebrochen; es zeigte sich höchstens Entgegenkommen für Einzel­verhandlungen von Fall zu Fall. Angenommen wurden auch die Anregungen, die auf eine Organisation der Getreideerzeugung, des Weltgetreidehandels und auf die Bereitstellung turzfristiger Land­wirtschaftskredite hinzielen. Eine Beschränkung der Ge­treideanbaufläche wurde abgelehnt. Im übrigen bleibt es bei dem Beschluß, eine Sonderkonferenz für die über­feeischen Ausfuhrstaaten und für die europäischen Zuschußländer ein­zuberufen. Sie soll im Mai in London stattfinden und zu einer endgültigen Berständigung führen.

Eine besondere Rolle hat die Sowjetdelegation auf der internationalen Getreidekonferenz in Rom gespielt. Anfangs er­klärte sie, daß sie sich als durchaus souverän betrachte und sich keinem Beschluß fügen werde, der nicht ihre Zustimmung erhalte. Es blieb bei den Worten. Die Sowjetdelegation hat hier und da wohl Ein­mendungen gemacht, was den Berlauf der Konferenz nicht berührte. An der Konferenz in London werden die Rufsen teilnehmen.

Wachsende Defizite in Staatshaushalten.

Das italienische Defizit belief sich Ende Februar 1931 auf 1150 Millionen Lire gegenüber 1031 Millionen Lire Ende Januar. In den Bereinigten Staaten wird für das Finanzjahr 1930/31, das am 30. Juni enden wird, ein Defizit von nicht weniger als 700 Millionen Dollar oder fast 3 Milliarden Mart erwartet. Wichtigste Ursache des amerikanischen Defizits find der Rüdgang der Einkommensteuerergebnisse, andererseits die erhöhten Ausgaben für üffentliche Arbeiten.

Abonnentenversicherung aufsichtspflichtig. Die ans 30. März fr Kraft getretene Berficherungsnovelle chat auch die Abonnentene verficherung unter Aufsicht gestellte Das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung hat an die betreffenden 3eitungsunters nehmungen die Aufforderung gerichtet, die Geschäfts pläne über die Versicherungseinrichtungen innerhalb vier Wochen einzureichen.

Muß der Papst eigenes Geld haben? Er muß! Der Gouver neur der Vatikanstadt hat dem Papst die erste Serie des neuen Vatikangeldes überreicht. In einigen Tagen wird das neue Vatikan­geld in Umlauf gesetzt. Es handelt sich zunächst um die Erinnerungs­ferien mit dem Datum des Versöhnungsjahres 1929, das dem Batitan die staatliche Anerkennung durch Mussolini brachte. Hoffentlich hat der Papst keine anderen Geld" sorgen.

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Berringerte 3ementdividenden. Die den Syndikaten angeglie derten Zementfabriken in Deutschland haben die ebenso schädliche wie rigorose Preispolitit der Zementfartelle in der Krise des letzten Jahres durch ein rapides Absinten der Umfäße zu fpüren bekommen. Diese Entwicklung ist natürlich nicht ohne Ein fluß auf die Dividenden geblieben. So hat sich die Port­tand- Zementfabrik Hemmor in Hannover von ihrem hohen Sitz einer 15prozentigen Dividende zu 10prozentigen Attionärsgewinnen wobei die Gewinne im wesentlichen aus herabbegeben müssen und die Breiten. Zinsen und nicht aus dem Betriebe stammten burger Portland 3ementfabrit in Hamburg hat ihre Dividende von 12 auf 6 Broz. herabsehen müffen,

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Auslandsaufträge für die Eisenwert- Weferhütte- A- G. in Deyn­hausen. Die Eisenwert- Beserhütte A. G., Bad Deyn­hausen, hat Auslandsaufträge in beträchtlichem Umfange erhalten. Es handelt sich um Bagger für Rußland , die der Gesell­schaft Arbeit für fast ein Jahr geben.

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