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Des Wirtes Töchterlein...

Esruft das Nazi-Rollfommando./ Mordprozeß in Frankfurt . Frankfurt a. M., 8. April( Eigenbericht).

Das Schwurgericht Frankfurt a. M. verurteilte drei National­fozialisten, die im Oktober vorigen Jahres einen kommunisten getötet und vier verlegt hatten, zu den außerordentlich milden Gefängnisstrafen von vierzehn bzw. sechs Monaten. Einer der angeklagten Rowdys wurde fogar freigesprochen.

Aehnlich wie in Berlin in der Hedemannstraße, richten die Nazis auch im Reid nationalsozialistische Kasernen ein. Nachdem sie erst vor wenigen Wochen in Frankfurt a. M. in der Altstadt ein­Haus gemietet haben, das nach außen als Schlaf- und Speisehaus deflariert wurde, erwarben sie jetzt in einem der Firma Tee- Grosch gehörigen Gebäude drei Stoɗwerte. Mitten in einem Arbeiter. viertel, am Güterplag, ist damit eine neue Nazifaserne aufgemacht worden, die tausend Menschen bequem Schlafgelegenheit bieten fann. Zutritt ist hier nur durch große tunnelartige Loreinfahrten zu erhalten. Abgeschlossen von der Straße finden die National­sozialisten dort sicheren Unterschlupf. Man hat ein Fort, eine Aus­fallstellung gefchaffen, wie man sie sich besser nicht denten kann. Welchem Zmede diese Männerheime" dienen, zeigte der Lot­fchlagsprozeß gegen gegen den Nationalsozialisten Seipel und orei feiner Genossen vor dem Frankfurter Schwur­gericht.

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Der Fall spielte in der Naziwirtschaft Heun in der Niddastraße in Frankfurt . Dort saßen um die Mitternachtsstunde des 19. Oktober vorigen Jahres etwa zehn Kommunisten. Sie fangen dann und wann ein Lied. Einer spielte Klavier. Kein Mensch in der Wirt­schaft nahm daran Anstoß. Nur des Wirtes Töchterlein Trude. Sie telephonierte damals hatte man die beiden Nazikasernen noch nicht das Nazilotal Reichsapfel" an und sagte: Bei uns sind Kommunisten im Lofal". Sofort organisierte der SA.- Führer Benner den Angriff. Sechs Autos rasten nach der Riddastraße. Trude Heun dirigierte die Nazis durch einen hinteren Eingang ins Lokal. Alles ging mit sekundenhafter Schnelligkeit. Sogar ein diensthabender" Sanitäter war bei der Alarmfolonne. Plötzlich stürzten dreißig Nazis in den Schanfraum und pacten die zehn Kommunisten. Dreißig Blergläser wurden zer= schlagen.

Der Arbeiter Breitenbach erhielt mit einem Bierglas einen Schlag auf den Kopf und brach mit zertrümmerter Schädel

Entfesselte Justiz.

Hisgatie Entfeffelte

STENNES

HITLER

Auf die Stennes Meuterei folgt ein Rattenkönig von Prozessen.

Die Justiz ist die Fortsetzung des Parteifrieges mit andern Mitteln.

( Frei nach Clausewit.)

C

Besuch in Chequers am 5. Juni.

dede zuſammen. Zwei Schüſſe knallten hinter den fliehenden Endgültige Festsetzung.- Brüning und Curtius bleiben bis 9. Juni in London .

Kommunisten her. Der Nationalsozialist Kirschstein schlug auf den sterbend am Boden liegenden Breitenbach noch mit einem Stuhl­bein ein und schrie: Hund. verrede vollends!" Bier andere Kommu­nisten lagen verletzt zwischen den Tischen. Auch der Wirt beteiligte fich an der Schlägerei und schlug mit einer Spülbürfte und mit einer Hundepeitsche auf die Flüchtenden ein. Ein Toter und vier Berletzte waren die Opfer der Aftion des nationalsozialistischen Roll fommandos.

Angeklagt wegen dieses Treibens wurden der Schlosser Seipet, der Vertreter Kirschstein, der Kraftwagenführer Geyer und der Laborant Fe II. Einwandfrei wies der Staats: anwalt nach, daß es sich um einen planmäßigen, hinterhältigen und feigen Angriff der Nationalsozialisten gehandelt hat. Bon den Angeklagten hatte jedoch nicht einer den Mut, zu den Taten zu stehen Seipel gestand lediglich, daß er geschoffen hatte. Drei Zeugen bestätigton, daß er Breitenbach mit dem Bierglas auf den Kopf geschlagen hat. Andere Zeugen befundeten, daß, Kirschstein auf den Sterbenden mit einem Stuhlbein eingehauen hat. Trog: dem fällte das Gericht milbe Strafen. Es verneinte den Angriff und nahm nur Schlägerei an. Der Schlosser Seipel wurde megen Raufhandels und wegen Bergehens gegen das Waffengeset zu nierzehn Monaten Gefängnis verurteilt, ber Bertreter Kirschstein und der Kraftwagenführer Geyer erhielten megen Raufhandels se sechs Monate Gefängnis, Fell wurde freigesprochen.

Bei solchen Urteilen ist es fein Wunder, menn die Roll­kommandos in den Nazifasernen neuen Mut zu neuen Morden schöpfen.

Zerfahrenheit der JLP. Glückwunschtelegramm nach Mostau.

London , 8. April. ( Eigenbericht.) Der Parteitag der Unabhängigen Arbeiterpartet in Scarborough ist beendet. Der von der Präsidentschaft zurüd getretene Marton bleibt Führer der 14 Abgeordnete zählenden Barlamentsgruppe. Marton, Mise, allhead, Kirkwood und Jowett bilden den Nationalrat der Partei.

im Mai zeitlich zu nahe an die Tagung des Europa : ausschusses und die daran anschließende Ratstagung rückte.

Der Flottenpaft stark gefährdet.

London , 8. April. ( Eigenbericht.)

Die auf englische Initiative eingeleiteten Besprechungen zwischen London und Berlin über den Besuch des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Reichs außenministers Dr. Curtius bei dem englischen Premier minister sind heute abgeschlossen worden. Die eng Tische Regierung hat die beiden deutschen Staatsmänner Außer auf die Einladung der englischen Regierung an den eingeladen, am 5. Juni nach Chequers zu Lommen Reichsfanzler und den Reichsaußenminister richtet die englische und bis zum 9. Juni als Gast der englischen Re- Presse ihr Hauptaugenmerk auf die englisch- französisch- italienischen gierung in Chequers und London zu bleiben. Flottenperhandlungen, die in legter Stunde gierung in Chequers und London zu bleiben. Geplant ist eine intime, freundschaftliche Auschettern brahen Eindeutig werden die französischen For­Sprache über alle wichtigen Fragen, welche die beiden derungen für übertrieben und als für England un annehmbar Länder berühren. Die ursprünglich für eine ber beiben bezeichnet. Während Italien und England bereit feien, fich fechs ersten Maiwochen in Aussicht genommene Zusammen Jahre an ein Abkommen zu binden und die Rüstungen bis 1936 kunft mußte auf die Zeit nach Pfingsten verlegt werden, einzustellen, wolle Frankreich das Recht haben, bereits nach vier weil für die ersten Maitage der englische Premier Jahren freie Hand zu bekommen. Das nehme dem beabsichtigten minister und mehrere seiner Kollegen bereits ander- Bertrag jeden Wert, und wenn Frankreich nicht nachgebe, se: das weitig gebunden waren und weil das zweite Wochenende Scheitern der Berhandlungen unvermeidlich.

Der Zollplan Berlin - Wien .

Sudetendeutsch - sozialdemokratische Stellungnahme.

Prag . 8. April.

Die lebhafte internationale Auseinandersegung über die Berein­barung der Regierungen des Deutschen Reichs und Deutschösterreichs, eine Zollunion der beiden Staaten vorzubereiten, ist in den letzten Zagen durch die Einladung der britischen Regierung an den Reichs fanzler und den Reichsaußenminister etwas zurüdgetreten. Die hohe Bedeutung der Berlin - Wiener Bereinbarung für ganz Europa ist aber nicht vermindert und sie wird gerade von den sozialdemo­tratischen Parteien vollauf gewürdigt, die die zweckmäßige Wie feinerzeit die Leitung der deutschösterreichischen Sozialdemo­Organisierung der Wirtschaft und des Bölferlebens fordern.

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Anspruch auf freie Entwidlung seiner Wirtschaft und auf felb. ständige Regelung feiner Angelegenheiten befigt. Indent wir dies feststellen, wollen wir uns für die umfaffenbite, freundschaft­lidhte Zusammenarbeit aller Staaten und Böller einsehen. Für die tschechoslowakische Republik verlangen wir, daß mit der bis­herigen politischen, wirtschaftlichen und handelspolitischen Pro­grammlosigkeit ernstlich aufgeräumt und endlich ein zielbewußter, den Intereffen aller arbeitenden Bevölkerungsschichten des Landes Rechnung tragender Wirtschaftsplan aufgestellt wird, der Wirtschaft in Betracht kommenden Staaten, vor allem aber mit auf der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit allen für unsere

Der letzte Konferenztag zeigte noch einmal die große 3er: Der letzte Konferenztag zeigte noch einmal die große 3er Fahrenheit in der JLP., die sich besonders drastisch in zmei fratie, so haben jezt auch unsere deutschen Genossen in der Tschecho- ienen Ländern beruht, die in erster Linie für das Gedeihen Beschlüssen ausdrückte: auf der einen Seite sandte der Parteitas slowakei zu dem Zollunionsplan Stellung genommen und ihr Partei unseres Landes ausschlaggebend find. Nur durch

ein Sympathietelegramm an die Sowjetregie. rung, die u. a. zum Gelingen(?) des Fünfjahrplanes begiüd wünscht wird. Auf der anderen Seite mußte ein Beschluß wünscht wird. Auf der anderen Seite mußte ein Beschluß gefaßt werden, der den JLP.- Mitgliedern die Zugehörigkeit zur Mosley Bartei verbietet und Zuwiderhandelnde

mit dem Ausschluß bedroht.

Diese Kampfanjage gegen Moslen, bei einer radikalen Sozialistenpartei doch eine glatte Selbstverständlichkeit, stieß sogar auf den Widerstand verschiedener Delegierter. Wenn der Parteitag eines gezeigt hat, so daß die J. zwar einig ist in der Kritik an der Arbeiterregierung und an der Labour Party , daß sie aber sofort in drei Teile auseinanderfällt, wenn es gilt, programmatisch zu mirten und politische Taftit zu erörtern. Eine Partei der Kritit, aber beileibe teine Partei der Gefchloffenheit und Kraft.

Teddy hoch zu Roß.

Er ist Chef eines sowjetrussischen Kavallerieregiments. Aus Moskau meldet T.: Die Militärkonferenz hat den Führer der KẞD., Thälmann , wegen seiner Berdienste um die Beltrevolution zum Chef eines Kavallerieregiments gewählt, das sich an den Operationen gegen China beteiligt hatte.

Wir sehen Teddy bereits auf weißem 3elter vor der Front galoppieren, Wilhelm der Ehemalige dürfte vor Neid erblassen.

Ratschläge für die Geftrigen.

vorstand hat folgende Entschließung dazu angenommen, die sich sehr Dr. Benesch unterscheidet: Der österreichisch - deutsche Zollplan hat wesentlich von den ablehnenden Erklärungen des Außenministers mie felten ein außenpolitisches Ereignis in der gesamten durch Baneuropa- und Zoufriedensverheißungen eingewiegten und irregeführten internationalen Deffentlichkeit geradezu alar­mierend gewirkt. Er hat bligartig die Tendenzen bloggelegt, bie heute 12 Jahre nach Kriegsende Europa beherrschen, seine Be­friedung unmöglich machen und seiner gefunden Entwicklung im Bege stehen. Er hat aber auch, was eine feiner lichtvollsten

Seiten is,

die Bölfer Europas zur Selbstbesinnung ermedt und ihnen zwingend die Notwendigkeit rafchester Ueberwindung der bisher auf den Kampf aller gegen alle aufgebauten Wirtschaftspolitik vor Augen geführt,

indem er den Finger an Wunden der europäischen Wirtschaft legte und aller Welt aufzeigte, wie weit mir noch außenpolitis, politisch und wirtschaftlich von einer Normalisierung der Berhältnisse entfernt find, welche schweren Gefahren Europa umlauern und vor welchen gigantischen Aufgaben wir angesichts diefer außer ordentlich schwierigen Situation in der nächsten Zeit gestellt sein werden. Soweit der Plan Berlin- Bien das öffentliche Gewissen Europas aufgerüttelt hat und eine Wendung in der bisherigen internationalen Wirtschaftspolitif erhoffen läßt, hat er bisher schon gute Auswirkungen gezeitigt. Darum ist es bedauerlich, daß der Zollpatt schon aus formalen Gründen auf so großes Mißtrauen gestoßen ist. Denn nur dadurch konnte die Tatsache verschleiert merden, daß

Adelspräditate find auszuschreiben." ab der Jolfplan in Wirklichkeit auf jenen Ideen aufgebaut ist, die

Die Hugenberg- Bresse gibt den Ewig- Gestrigen Ratschläge in Fettbrud: Adelspräditate wie Don", Freiherr"... Graf" find auszuschreiben Abfürzungen... tönnen die Unter­fchrift ungültig machen."

Deren Sorgen möcht ich haben- fagt ber Börsenmann!

den Ausgangspunkt und das Fundament der gerade in lehler Jeit im Rahmen des Böllerbundes abgehaltenen großen inter­nationalen Wirtschaftsberatungen bildeten.

eine auf Niederreißung aller Schranken und Hindernisse auf­gebaute, von Freundschaft und Bertrauen getragene Wirtschafts­polifit

können die arbeitenden Menschen dieses Staates wieder in einen Nährzustand verfekt und tann das Land mit feinen reichen Natur­schäzen und seiner arbeitsamen Bevölkerung vom Bann ber schweren Wirtschaftskrise befreit werden.

Labans Antwort.

Die Kündigung der Golotänger ist eine Maßnahme der Generalintendanz.

Die Solotänzer der Staatsoper hatten einen( auch von uns veröffentlichten) Brief an Herrn n. Laban gerichtet, in dem sie baten, ihnen die Gründe für die Nichtverlängerung ihrer Berträge mitzuteilen. Auf diese Bitte ist ihnen jegt folgender Bescheid zugegangen:

Sehr geehrte Herren und Damen! Auf die Zusendung Ihres Briefes möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: Die Nicht­perlängerung Ihrer Berträge ist eine Maßnahme der Generalintendanz und bin ich nicht befugt, über diese öffentliche Erflärungen abzugeben. Ihr Wunsch, daß ich als Bühnenvorstand Ihnen, meinen Mitgliedern, mitteilungen über meine fünstlerischen Pläne durch die Breffe madhe, fcheint mir reichlich ungewöhnlich und ich sehe dazu feine Veranlassung. Hochachtungsvoll gez. Laban.

Vielleicht hat aber Herr v. Laban die Güte, wenn nicht seinen gekündigten Solisten, so doch der Deffentlichtett Mitteilungen über seine tünstlerischen Pläne zukommen zu laffen. Diese hat. scheint uns das Recht, zu erfahren, wie man sich die zukünftige Gestaltung eines foliftenfreien Tanzenfembles an unferer Staats­

Nur dadurch konnten Zweifel darüber auftauchen, daß jeber Staat oper vorstellt.