Brückenbau in 18 Stunden.
Eine Hochleistung der Brückenbautechnit.
Die fonntägliche Betriebspause des Güferzugverkehrs der Reichsbahn wurde dazu ausgenugt, einen Teil der im Norden Berlins am Bahnhof Wedding über die Müllerstraße hinwegführenden Eisenbahnbrüde durch eine schwerere Konstruktion auszuwechseln, damit in Zukunft auch die Großraum- Güferzüge für das Großkraftwerk Klingenberg über den Nordring geleitet werden können.
Morgens gegen 5 Uhr wurde mit den Arbeiten, die man in drei Abschnitten durchführte, begonnen. Ein riefiger Spezialfran hob die einzelnen Bogen nach dem Schneiden an den Enden mit dem Schneidebrenner nacheinander auf bereitstehende Güterwagen und setzte die in der Fabrik fertiggestellten neuen Teile wieder ein. Gegen Mittag konnte der größte, 700 Zentner schwere Mittelbogen montiert werden. 30 Arbeiter der bauausführenden Reinickendorfer Firma Hein, Lehmann u. Co. bewältigten das Ungetüm, das sich phantastisch von dem Grau des Himmels abhob und zahlreiche Schaulustige anlodte, während auf dem Nebengleis die Stadtbahnzüge fahrplanmäßig vorbeirollten. Besonderes Intereffe fand der Brückenkran , der trotz seiner verhältnißmäßig leichten Bauweise so schwere Lasten spielend regierte. Es ist der einzige Kran dieser Art, der in Deutschland zur Verfügung steht und der allein es ermöglicht, so umfangreiche Arbeiten in wenigen Stunden durch zuführen. Am Nachmittag fonnte der lekte Bogen der 41 Meter langen und etwa 2000 Zentner schweren Brücke eingesetzt und vers nietet werden. Die für einen Achsdrud von etwa 25 Tonnen eins gerichtete neue Konstruktion besteht aus dem Material St. 37 und ist mit ihren Pfeilern so verlagert, daß die Straße an dieser Stelle den örtlichen Verhältnissen besser angepaßt ist. Um im Falle eines Un glüds schwereren Schaben auszuschließen, wurde während der Montage des Brüdenbogens der U- Bahn- Berkehr am Bahnhof Wedding mittags für etwa 15 minuten unterbrochen. Eine Hochleistung der Technik, die in fnapp 18 Stunden eine 2000 Bentner schwere Eisentonstruktion einbaut und dazu die Betriebspause des Güterzugverkehrs ausnutt.
Armer Stahlhelm!
Betrieb seine Propaganda mit geiflig Unmündigen.
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Das Stahlhelmvoltsbegehren, das mun endlich sein Ende gefunden hat, zeichnete sich durch Klebezettelpropaganda besonders aus. Es gab in Berlin faum einen Gegenstand, der nicht mit Zetteln beklebt már.
Besonders gern hatte man sich die Schaufenster der Geschäftsleute dazu gewählt, die auf diese, sicherlich sehr mirkungs- und geschmackvolle Weise von der Notwendigkeit des Stahlheim- Boltsbegehrens überzeugt worden sind. Auch Schilder von Aerzten, Rechtsanwälten, Instituten und Firmen wurden oft über und über beklebt, so daß es vielfach gar nicht möglich war, die Sprechzeiten der Aerzte und Anwälte zu erfennen. Beliebte Objekte der Kleberitis waren die Post kästen, bei denen man versuchte, die Klappen und sogar die Abholezeiten zu überfleben. Auf Bahnhöfen waren Fahrpläne beflebt. An den Haltestellen der Autobusse und Straßen. bahnen hafteten die Zettel und verdeckten vielfach die Fahrzeiten. In den Vororten hatte man mit Vorliebe die Namensschilder an den Bandhäusern bepflastert und auf diese sinnige Weise die Bewohner gemahnt, ihre Pflicht zu tun. Auch die Telephon fioste der Reichspost wurden nicht verschont. Daß Laternen und Telegraphenpfähle besonders beliebt waren, bedarf faum der Erwähnung. Ein mahres Heldenstüd hatten sich die nationalen Kleber furz vor Ostern in Friedrichshagen ge leistet. In dem dort unter die Spree führenden Tunnel hatten sie Lampen, Wände und Geländer mit jenem 3ettei beklebt, der mit der Aufschrift: Im guten oder bösen... eine Aufforderung zu Gewalttaten darstellte. Berantwortlich für diesen Schandzettel war ein gewisser Dr. Hübotter. Mit dem Stahlhelmbürgertum aber, das es sich schmunzelnd gefallen lägt, menn feine Preffe der Sozialdemokratie die irrsinnigsten Dinge anzuhängen sucht, und das in Konsequenz dieser Einstellung fich auch die Berschmugung öffentlichen und privaten Eigentums mit widerwärtigen, abstoßenden Bildzettein, ausgeführt von geistg Ummündigen, stillschweigend gefallen läßt, mit diesem sich selbst aufgebenden Stahlhelm- Hakenkreuz- Bürgertum fann man nur Mitleid haben.
„ Der Hauptmann von Köpenick" für Erwerbslose.
Das Deutsche Theater veranstaltet am Sonntag, dem 26. April, 15 Uhr, eine Sondervorstellung für Wohlfahrtserwerbslose und deren Ehefrauen. Gespielt wird Carl Zuckmayers„ Der Hauptmam von Röpenick", und zwar in Premierenbeseßung. Alle Beteiligten, die Prominenten", ebenso wie die Theaterarbeiter haben fich bereit erklärt, in dieser Vorstellung unentgeltlich mitzuwirken. Die Karten zu dieser Vorstellung find den Bezirks-, Wohlfahrts und Jugendämtern zur Verteilung an die Wohlfahrtserwerbslosen überwiesen worden.
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Werbewoche der Leipziger Straße .
Bern auch der Zug nach dem Besten" in fommerzieller Beziehung manch fühne Erwartungen bitter enttäuschte, so ist doch die City in letzter Zeit als Lauf- und Raufgegend ein wenig ins Hintertreffen geraten; nicht, weil sie den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt, sondern weil die räumliche Ausdehmung Berlins eine stark westliche Kurve nimmt und das Stadtinnere zum wohnlich immer mehr entvölferten Büro- und Geschäftsviertel wird. Die krisenhafte Stagnation allen wirtschaftlichen Lebens beeinflußt noch all diese Umstände nachteiligst. Aber die City will beweisen, daß sie sich be haupten fann; es haben sich eine ganze Reihe alter Firmen
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rund
60 an der Zahl- deren Namen zum Teil untrennbar mit dem Begriff Berlin verbunden sind, zu einer Werbewoche zusammengetan, die in Form eines groß angelegten Schaufenster= Wettbewerbes dem Pufditum gute, preiswerte Ware, pon geschickten Dekorateurhänden vorteilhaft placiert, zeigen soll; ein Publi tumsausschreiben soll das beste Schaufenster bestimmen und gleichzeitig die darauf entfallende Stimmenzahl schäßen; dem ersten Preisträger mintt ein Gewinn von 1000 Marf in bar, außerdem gelangen verschiedene Trostpreise zur Berteilung; eine fachmännische Jury wird ebenfalls prämiern und den Dekorateuren Ehremurkunden verleihen. Die Werbewoche der Leipziger Straße findet in der Zeit Dom 27. April bis 2. Mai statt. Beranstalter dieses. Werbes feldzuges ist der Verband Berliner Spezialgeschäfte unter Mitwirkung der Industrie und Handelskammer zu Berlin , sowie des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller. In einer Pressehesprechung erflärte der Vorstand des veranstaltenden Verbandes, Dr. Leon Zeitlin, zur 3wed und Ziel der Werbemoche; Präsident Flinsch vom Verein Berliner Kaufleute sprach über neuzeit iche Werbemethoden und ihre Mittel, deren wirkungsvollstes, die Licht reklame , gerade der Leipziger Straße einen unbedingten Erfolg der Beranstaltung verbürge. Es sprachen weiter noch Dr. Feilchenfeld als Vertreter der Berliner Industrie- und Handelskammer, und Heinrich Grünfeld , Inhaber der Firma J. B. Grünfeld.
Keine Genfung der Michaelbrücke.
Die Meldungen, wonach die Michaelbrüde sich um 5 Zentimeter gesenkt haben soll, sind nicht zutreffend. Im Rahmen der ständigen Nachprüfungen der Berliner Brüden hat die statische Berechnung ergeben, daß die Ende der 70er Jahre erbaute Michael brüde den gesteigerten Anforderungen des Verkehrs nicht mehr genügt. Vor allem ist die Eisenkonstruktion viel zu schwach. Aus diesem Grunde wurde die Brüde bereits vor einigen Tagen für täglichen Fahrverkehr gesperrt. An den Pfeilern und Wider lagern der Brüde haben sich Schäden oder Bewegungen nicht ge zeigt. Es liegt hier anscheinend eine Verwechslung mit dem Haus an der Michaelbrücke Nr. 1 vor, bei dem ungleichmäßige Segungen bereits seit langer Zeit beobachtet werden, die jedoch für die Standficherheit des Hauses unbedenklich sind und mit der Michaelbrücke selbst in feinem Zusammenhang stehen. Das Haus steht unter ständiger Beobachtung durch die Baupolizei.
Frühling am Himmel.
Der Wunsch vieler Berliner , im Planetarium auch weiterhin eine Pflegstätte vollstümlicher Himmelstunde zu haben, ist nun erfüllt: Die Pforten des leider noch viel zu wenig bekannten Ruppelbaues zwischen 300 und Tiergarten find wieder geöffnet. Der unvergleichlich schöne Planetariums- Himmel, der die Pracht des natürlichen Sternenalls nicht ersetzen, sondern dem menschlichen Erleben näherbringen will, ist eine der größten Gehens würdigkeiten unserer technischen Zeit. Von packender Wirfung ist das Wandern der Gestirne: vom sonnennahen Merkur und vom neu entdeckten Planeten Pluto wird im Rahmen des gegen wärtigen Themas piel Interessantas berichtet.
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Beim fimenden Betrachten des Frühlingshimmels wird das Wirken der fosmischen Kräfte entdeckt. Eine besondere technische Neuerung ist im Planetarium durch den Einbau einer Ton anlage hinzugefomman, so daß durch entsprechende musikalische Einleitung die Darbietungen einen stimmungsvollen Auftakt erhalten.
Die Vorführungen finden täglich( außer Montag) um 16.15 Uhr und am Mittwoch außerdem noch um 20.15 Uhr statt. Besonders erfreulich ist die Herabjegung des Eintrittspreises auf 80 Pf. und am Mittwoch auf 50 Pf.( für Schüler und Studierende halbe Preise).
Das Hilfswerk für die Juden im Offen.
Die diesjährige Jahresversammlung des Silfspereins der deutschen Juden", die unter dem Eindruck des Legats des großen Hygieniters, Prof. affine, stand( er hat in seinem arbeiten des Vereins ausgesezt), fand eine beachtenswerten Verlauf. Testament 1 250 000 Schweizer Franten für fulturelle AusbauDer Borsigende Dr. James Simon und der Generalsekretär Dr. Wischniger wiesen in ihren Referaten auf die trostlosen Lebensbedingungen der Juden in Osteuropa hin. Zwei Staaten sind es besonders, in denen die Juden am meisten zu leiden haben: Polen drückt unter dem System Pilsudski durch Ausnahmesteuern und forrupte Konzessionspolitik den Lebensstandard der Juden. Und Rumänien , wo Pogrome nicht zu den Seltenheiten gehören und traurigen Tatsachen hielt es der Hilfsverein für seine moralische meist nur mit Geldstrafen geahndet werden. Angesichts dieser Verpflichtung, neben der Pflege feines Hauptgebiets in Deutschland , der Auswanderungsfürsorge, Solidarität mit den bedrückten Brüdern im Osten zu üben und trog eigner Not im verstärkten Umfang zu helfen. Man gründete Kinderferienheime in Polen . Man baute die Berufsberatungsstelle in Bufarest aus. Man nahm die brei errichteten Ambulatorien in den neuen Siedlungen in Sowjetrußland in Betrieb. Ueberall wo Fürsorge getrieben wurde, geschah dies planmäßig und getreu dem Vorbild der öffentlichen Wohlfahrtspflege in Deutschland . Alle vom Hilfsverein gegründeten Institutionen stehen allen Menschen ohne Unterschied der Konfession zur Verfügung.
Der Bau der neuen Bäderbrücke nach Ujedom an Stelle der unzulänglich gewordenen 3echeriner Fähre ist im wesentlichen beendet. Die Brücke soll am Freitag vor Pfingsten, 22. Mai, dem Verkehr übergeben werden.
Ein felffamer Pfadfinderführer. Zu der unter dieser Uebers schrift bei uns veröffentlichten Zuschrift, in der über unforrettes Verhalten eines Pfadfinderführers Klage geführt wurde, schreiht uns jetzt der Deutsche Pfadfinderbund, daß keine seiner Abteilungen zu der fraglichen Zeit an der Edmundsklamm bei Herrnstretschen gewesen sei.
Dre flermeister Herman Scholz, Reichenberger Straße 166, feiert am 22. April mit seiner Ehefrau das feit der Goldenen Hochzeit. Das Ehebaar, das den Vorwärts" seit Bestehen liest, lebt leider in den dürftigsten Verhältnissen.
Ueber neue formen der Schularbeit( mit Lichtbildern) wird am nächsten Elternabend des Rentralinstituts für Erziehung und Unterricht, Berlin W. 85, Totsdamer Str. 120, am Montag, dem 27. April, 20 Uhr, Serr Ministerialrat Erich Sylla fprechen. In ausführlicher Aussprache wird den Eltern Gelegen heit gegeben, sich bei dem auständigen Referenten des preußischen Kultus minifteriums über die Fragen der Arbeitsschule zu unterrichten. Eintritt 80 Bf.
Was sagt der Bär?
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BIO
KON
2203
JOSETTI JUNO
Alfem Brauch gefreu
fand auch in diesem Jahre unter größter Beteiligung das Anrudern der Berliner Rudervereine statt. Von diesem Tage an dominiert auf Havel und Spree auch wieder die Cigarette, die schon immer zu jedem Wasserfreund gehörte:
Josetti Juno
Berlins meistgerauchte Cigarette% M- Einheitspackung 40