1931
Der Abend
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Nr. 197 B 99 48. Jahrgang
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Nach dem Miserfolg des Preußen- Wolfsbegehrens will die Hitler - Partei einen Feldzug gegen Hinden burg eröffnen. Eine Tagung der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion in München hat eine entsprechende Erklärung erlassen.
Aus zuverlässiger Quelle wird weiter berichtet, daß der Münchener Parteipapst der NSDAP. , Hitler, die Absicht habe, Goebbels seiner Aemter zu ent
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heben und an seine Stelle den Reichstagsabgeordneten Dienstagnachmittag in der Sacharinfabrik Fahlberg, Sinckel zu sehen, der nach dem Stennes- Putsch als List u. Co. in Südost eine schwere Explosion. Sämt Vertrauensmann Hitlers Verlagsdirektor des Angriff" liche Löschzüge der Magdeburger Feuerwehr wurden geworden sei. Es wird weiter behauptet, daß Hitler sofort alarmiert, desgleichen je ein Kommando der seinen Freund Gregor Straßer zum Leiter aller Reichswehr und der Schutzpolizei. preußischen Gaue der Nationalsozialisten ernennen Explosion sind bis jetzt acht Zote und vier Schwer Bei der schweren kann zur Zeit noch nicht mitgeteilt werden. Die Brandberlekte zu beklagen, darunter zwei Männer. Näheres stätte ist von Polizei und Reichswehr abgesperrt.
werde.
Diese Ernennung werde damit begründet, dan zur Vorbereitung von Neuwahlen im kommenden Jahr Preußen unter eine energische und einheitliche Führung gestellt werden müsse.
Das Bürgerfum als Borstufe des Bolschewismus.
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In der Hitler - Partei geht es drunter und drüber. Seit dem Auszug aus dem Reichstag ist die Hakenkreuzpartei organisatorisch und ideologisch völlig in Berwirrung geraten. Revolutionär oder legal niemand weiß genau, mas nun gilt. Ueber die wirt schaftspolitische Zielsetzung darf auf Befehl von Hitler überhaupt nicht mehr geredet merden das heißt, daß diese sich sozialistisch" nennende Partei den wichtigsten Programmpunkt einfach suspendiert hat. Dazu tommt der Kampf der Halbgötter untereinander und gegen Hitler , der Kradh um die Verwendung der Kaffe, die allerorten aufflammende Rebellion der Militärorganisation, der un aufhaltsame Rüdgang der Breffe.
Hitler hat nun versucht, auf einer Führertagung die Reihen wieder zu rangieren, aber aus dieser Führertagung gewinnt man erst recht den Eindrud der Berwirrung. Hitler hat die Tagung mit einer Ansprache eröffnet, aus der der Schmerz über den Hinausmurf Frids in Thüringen hervorleuchtet. Er revanchierte sich mit dem folgenden Sage beim Bürgertum:
,, Wenn Bismard früher gesagt habe, der Liberalismus fei die Vorstufe der Sozialdemokratie, so fönne man heute feſtstellen, im heutigen politischen Bürgertum liege bereits der Bolschewismus beschlossen."
Die nationalsozialistische Reichstagsfrattion hat nach diesem Referat eine Erklärung beschlossen, in der sie sich als Freiwild der Gerichte des Systems" bezeichnet. Der Schluß der Erklärung richtet sich mit voller Schärfe gegen Hindenburg :
Sie ermahnt den Herrn Reichspräsidenten im Namen von Millionen unterdrückten und terrorisierten Deutschen , entsprechend seiner Pflicht die Grundrechte der Verfassung gegen die Gesetzesbrüche der parlamentarischen Mehrheitstoalition zu verteidigen, oder aber, wenn er das nicht kann oder mill, zurüc zutreten und den Schuß seiner ehemaligen Wähler einem neu zu bestimmenden nationalen Reichspräsi denten zu überlassen."
Damit ist der Krieg der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion gegen den Reichspräsidenten offen erklärt. Sie gibt zu verstehen, daß er nicht mehr ein„ nationaler Reichspräsident" sei, und will an seiner Stelle einen anderen bestimmen", nicht wählen! Glücklicherweise ist es noch nicht so weit, daß Hitler einfach den deutschen Reichspräsidenten bestimmt!
Niedergang der Hafenkreuzpresse.
Im Zusammenhang mit der Fraktionstagung fand ferner eine Konferenz der Berleger und politischen Redakteure der Hakenkreuzpreffe statt, die sich mit dem Niedergang der Hafenfreuz zeitungen befaßte.
Bon allen Berlagsvertretern wurde ein Rüdgang der Nazipresse gemeldet. Angefangen vom„ Bölkischen Beobachter",
Lastauto gegen Güterzug.
34 Waggons schwer beschädigt.- Die Fahrer gerettet.
Ein eigenartiger Unglüdsfall, bei dem wie durch ein Wunder Menschenleben nicht zu beklagen sind, ereignete fich am Dienstag an einem Bahnübergang in der Nähe von Strausberg .
Gegen 16 Uhr fuhr ein mit Ries beladenes Laftauto gegen die geschlossene Bahnschranke und prallte mit großer Bucht gegen einen gerade vorüberfahrenden Güterzug. Dem Chauffeur und seinem Mitfahrer war es im letzten Augenblid gelungen, sich durch Ab. springen zu retten. Das Lastauto hatte sich mit dem vorderen Teil völlig in das Erdreich des Bahndammes eingeteilt. 34 Waggons wurden schwer beschädigt, bet einigen wurden die Seitenwände auf
Der große Revolutionär
GOEBBELS
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als dem Leiborgan Hitlers , bis zu dem kleinsten Naziblättchen haben Goebbels :„ Bitte, bitte, hochverehrter Herr Wachtmeister, ( Fortegung auf der 2, Seite.) ich will jetzt immer recht artig sein!"
geriffent. Das Gleis Berlin - Strausberg mar Don 16.10 Uhr bis 17.25 Uhr gesperrt. Nach den erfolgten Aufräumungsarbeiten fonnte der Verkehr wieder aufgenommen werden. Der Führer des Un
glüdsautos behauptet, die Bremse habe versagt. glüdsautos behauptet, die Bremse habe versagt.
Zweiundachtzig Verletzte.
Paris , 28. April. ( Eigenbericht.) Auf der Pariser Untergrundbahn fuhr am Montagabend in der Nähe der Station Bastille ein Zug mit großer Geschwindigkeit auf den vorhergehenden Zug auf, der nach furzem Aufenthalt vor einem gefchloffenen Signal fich gerade wieder in Bewegung gesetzt hatte. Zwei Jahrgäste wurden schwer, etwa 80 leicht verleht. Der aufgefahrene Zug wurde start befchädigt, so daß der Verkehr auf einem Teilabschnitt der Strede längere Zeit unterbrochen werden mußte.
Standal um Arbeiterrenten.
Die Rache an den Helfern der Betrogenen.
Weimar , 28. April. ( Eigenbericht.) Die Affäre der oft thüringischen Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, über die wir ausführlich berichteten, hat mit der teilweisen Verurteilung der beiden Angestellten Walter Schröter und Johannes Harder ihr vorläufiges Ende gefunden. Beide waren beschuldigt, als Angestellte durch Veröffentlichung von Ges schäftsgeheimnissen der Genossenschaft sich und anderen Vermögens vorteile verschafft und Atten entwendet zu haben. Sie wurden wegen Diebstahls( Aftenentwendung§ 242 StGB.) jeder zu einer Woche Gefängnis mit Strafaufschub bis 1. April 1934 verurteilt. Das Weimarer Amtsgericht hat dabei die Werttheorie des Reichsgerichts es handelt sich um zum Teil wertlose oder beschädigte Konzepte und Atten nicht berücksichtigt.
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Von der Anklage der Bergehen gegen die§§ 141, 142 und 143 der Reichsversicherungsordnung wurden die Beschuldigten freigesprochen. In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem: Ein Bertrauensbruch oder die strafbare Absicht, sich oder anderen einen Bermögensvorteil zu verschaffen, tommt nicht in Frage. Die Angeklagten haben dienstliche Vorgänge nur offenbart, um Versicherungsträger zu schüßen, also gegen die Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung nicht verstoßen.
Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt. Man darf gespannt sein, ob die standalösen Vorgänge in der Genossenschaft, die die breiteste Deffentlichkeit erregten, nunmehr auch ihre gerichtliche Sühne finden.
Der Wert der Bewag.
Die Stadt hält an ihrem Standpunkt fest. Am Montagnachmittag haben bei Oberbürgermeister Dr. Sahm erneute Besprechungen über die Bewag- Transaktion mit den Verhandlungsbeauftragten des Bankenkonsortiums, unfer Führung des Staatsfinanzrats Geheimrat Dr. Köbner von der Preußischen Staatsbant stattgefunden. Vom Oberbürgermeister und den übrigen Bertretern des Magistrats wurde in eingehender Weise noch einmal die städtische Auffassung über diese Transaktion dargelegt und hierbei besonders auf die von dem Stadtverordnetenausschuß eingenommene ablehnende Haltung hingewiesen. Die Verhandlungen wurden vertagt, um dem Konsortium Gelegenheit zu geben, mit den Konsorten die bei den Besprechungen aufgetauchten neuen Gesichtspunkte, die eine Berbesserung der bisher der Stadt unterbreiteten Vorschläge beabsichtigen, durchzusprechen. Eine neue Besprechung ist für Mittwoch nachmittag in Aussicht genommen.