Nr. 230» 48. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts
Mittwoch, 20. Mai 1931
Preußens Elektropolitik.
Starke Aktivität der preag.
Das Geschäftsjahr 1930, für das die Preußische Elektrizitäts- A.-G.(Preag) jetzt Bilanz und Jahresbericht vorlegt, ist für Preußens Eleltrotrust durch intensivste Tätigkeit auf energie - wirtschaftlichem Gebiet und eine weitsichtige Expanfions- Politik gekennzeichnet. Die Zusammenschlüsse im Interessengebiet der Preag wurden dem Geschäftsbericht zufolge im Berichtsjahr planmäßig fortgesetzt. Hierher gehört vor allem die Zusammenfassung der Oldenburgischen Stromversorgungs-A.-G. und der Weser-Enis-Bsr- sorgungs-A.-'G. in der neuen Stromversorgungs-A.-G. Oldenburg-Ostfriesland. Durch den Zusammenschluß der genannten Derteilungsgruppen konnte der bereits früher gefaßte Plan für das Wirtschaftsgebiet Oldenburg -Ostfriesland , eine ein- heitliche Gesellschaft zu schaffen, nunmehr verwirklicht werden. Von der Stadt Celle wurden die Aller-Zentralen durch Kauf erworben und die Stromversorgungs-A.-G. Weißenfels-Zeitz ins Leben gerufen, woran sich auch die Reichs-Elektrowerke be- teiligten. Die vielfachen Berührungspunkte, die die Preag inner- halb ihres Bcrforgungsgebietes mit der Thüringer Gasgesellschaft besitzt, hoben Ende vorigen Jahres gemeinsam mit der A.-G. Sächsische Werke zur Uebernahme der Aktienmehrheit durch die Preußen-Elektra geführt. Diese Aktion, die seinerzeit von der Oesfentlichkeit viel diskutiert wurde, dürfte sich in Zukunft für die Versorgungspolitik der Preag noch sehr günstig auswirken. Eines der bedeutsamsten Ereignisse im legten Jahr war die Gründung der schweizerischen Jinanzierungsgesellschaft, der Eon- tinentalen Elektrizitäts-Union in Basel . Mit der Gründung dieser Gesellschaft schuf sich die Preag die finanzielle Grundlage zur Deckung ihres Kapitalbedarfs. Insgesamt gesehen kann die Preag mit dem Geschäftsjahr 1930 noch zufrieden sein. Zwar wurde die Stromabgabe durch die Drosselung des geschäftlichen Verkehrs beeinträchtigt, doch blieb in den überwiegend agrarischen Bezirken und in den Städten die Nachfrage nach billigem Kraststrom bestehen. Neuanschlüjsc und die Erweiterung des Versorgungsgebietes brachten es aber zuwege, daß die gesamte Stromabgabe, die schon im Vorjahr eine sehr kräftige Steigerung um über 29 Proz. erfahren hatte, auch 1930 ungeachtet aller Schwierigkeiten von 646,2 aus 682,8 Millionen kilowattslunden, also um K,7 Proz. gesteigert wurde..Läßt man die Er- Weiterung des Interessengebietes außer Betracht, so ergibt sich ein Rückgang bei der Stromabgabe um etwa 8 Proz. Im neuen Jahr hat sich der Stromabsatz im Januar um 5,5 Proz., und im April um 3 Proz. gebessert, dagegen ist er im Februar und März um 13 bzw. um 3 Proz. zurückgegangen. Das ergibt im Durchschnitt eine Abschwächung in der Stromabgobe um 2 Proz. Diese Entwicklung konnte auf dos Bauprogromm der Preag nicht ohne Einfluß bleiben. Die durchgeführten Ein- schränkungen erstrecken sich allerdings nicht auf das laufende Bau- Programm, dos der Verbesserung des Stromverteilungsnetzes dient. Die Schaffung neuer Betriebskapazitäten wird wohl auch für die
Preag in nächster Zeit nicht in Frage kommen, denn die Ende 1930 zur Verfügung stehende und nicht ausgenutzte Leistungsfähigkeit wird mit 300 000 Kilowattstunden angegeben. Der B e t r i e b s ü b e r f ch u ß hat sich im Berichtsjahr von 13 auf 17,4 Millionen Mark gebegert. Die Handlungsunkosten er- höhten sich von 0,8 aus 0,96 Millionen Mark, während für Steuern 1,1 Millionen Mark in fast unveränderter Höhe erfordert wurden. Zinsen erforderten diesmal 2,34 Millionen gegen nur 374 000 Mark im Vorjahr. Nach Ueberweifung von 4,8 Millionen an die Er- neuerungsrückloge verbleibt ein Reingewinn von 7,6 gegen 3,6 Mil- lionen Mark im Vorjahr. Hiervon wird wie 1929 eine Dividende von 6 Proz. gezahlt, die diesmal aber auf dos gesamt« Kapital von 123 Millionen zur Verteilung gelangt. Im Hinblick auf die bedeutenden Transaktionen, die die Preag im letzten Jahr durchgeführt hat, kann die Bilanz nicht als besonders stark angespannt bezeichnet werden. Allerdings find die Bekriebsmiklel von S9,4 auf 40.3 Millionen sehr siar? zusammengeschrumpft. davon allein Bankguthaben von 8,2 Millionen auf knapp 700 000 Mark. Auch der Posten„Schuldner" ist infÄge der Rück- Zahlung eines großen Borschußbetrages von 36,1 auf 18,6 Millionen gesunken. Dieser von einer befreundeten Gesellschaft zurückgeflossene Betrog wurde in vollem Umfange zur Zurückzahlung von Schulden verwendet, so daß bei gleichzeitigem Zurückfließen größerer Darlehnsbeträge von Tochtergesellschaften die Preußen- Plektra ihre Anlage ausbauten und die Vergrößerung ihrer Be- teiligung durchführen konnte, ohne ihre Schulden zu er- höhen. Die Beteiligungen der Preag haben jetzt den Wert von 410.6 Millionen erreicht, sich also gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt. Die von einer starken Unternehmungslust und weitblickenden Versorgungspolitik zeugenden Aktionen des letzten Jahres hat also die Preag ohne eine zu starke Anspannung ihrer finanziellen Mittel durchführen können. Für die neuen finanziellen Ansprüche, die für die Preag aus der Beteiligung am Bewag-Gefchäft erwachsen, hat die gestrige Generalversammlung bereits Vorsorge getroffen. Sie beschloß, das Grundkapital nochmals um 30 Millionen auf insgesamt 153 Millionen Mark herauszusetzen. Die Aktien werden von einem Konsortium unter Führung der Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerks-A.-G. über- nommen, was aus den Aktionären der Gesellschaft gebildet wird. Die neugeschaffenen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis ihrer bisherigen BeteiUgung zum Kurse von 120 Proz. angeboten. Die Belegschaft wird für Ende des Jahres einschließlich Hefrag und der Nordwestdeutschen Kraftwerk« mit 2354 Arbeitern und 306 Angestellten angegeben. Ende des Jahres 1929 waren 2158 Arbeiter und 349 Angestellte beschäftigt.
Gpekulationsprofiie! 10 proz.— 30 proz.— 400 proz.? Ein Außenstehender kann sich sehr schwer einen Einblick in die Gewinn- und Verlustrechnung der Grundstücks- spekulation verschaffen. Die uns vorliegende Bilanz vom 31. Dezember 1930 der T e r r a i n- G e s e l l s ch o f t am Teltow-Kanal, Rudow -Johannisthal 21.-©. gestattet das wenigstens bis zu einem gewissen Grade. Für das abgelaufene Geschäftsjahr beziehen die Aktionäre— die Gesellschaft ist zu zwei Dritteln im Besitz der Commerz- u. Privatbank— eine Dividende von 10 Proz. Das ist nicht gerade außergewöhnlich viel, aber für heutige Zeiten recht an- ständig. Man. muß aber einmal genauer untersuchen, wie diese Dwidende verdient wurde. Es ist im Jahre 1930 Gelände von etwa 6,3 Hektar, genau 63043 Quadratmeter, verkauft worden. Als Einnahmen werden ausgewiesen 163 000 Mark, also ist der Quadratmeter mit 2,30 Mark verkauft worden. Als Reingewinn werden knapp 34 000 Mark angegeben: also sind etwa 30 Proz.(je Quadrat- meter 0.80 Mark) nach Abzug der Unkosten netto verdient worden. Ms„Abgang" sind aber nur 40 000 Mark eingesetzt worden: also ist der Boden zum V i« r s a ch e n des Buchwertes verkauft worden! Die Sache wird aber noch anders, wenn man sich die B e- Wertung des Grundbesitzes ansieht. Die Gesellschaft besitzt jetzt noch 98 Hektar Boden, und zwar fast ausschließlich in Rudow . Für dieses Gelände ist jetzt vom Magistrat Berlin und dem Bezirksamt Neukölln ein neuer Bebauungsplan aufgestellt worden, nach dem dieses Gelände jetzt als Wohnbougebiet ausgewiesen wird. Durch diese Maßnahme der Stadtverwaltung ist der Besitz der Terraingesellschaft plötzlich viel wertvoller geworden, ohne daß die Gesellschaft dazu auch nur einen Handschlag zu tun brauchic. Allerdings hat sie der Stadt Berlin 6.6 Hektar als„Gegenleistung" abgetreten, die natürlich in keiner Weise der Wertfteigerung des übrigen Besitzes entspricht. Für 6,3 Hektar hatte also die Gesellschaft 163 000 Mark erhalten. Davon hat sie für„Straßenbau und Geländeabtretung" 41 400 Mark abgesetzt, ein Betrag, der keineswegs für die gerade verkauf- ten 6,3 Hektar aufgewandt wurde. Wir wollen nun sehr vorsichtig rechnen und annehmen, daß etwa 30 000 Mark auf Straßenbau für die 6,5 Hektar anzurechnen seien, so daß rund 130 000 Mark reiner Bodenwert für 6,5 Hektar, also 20 000 Mark aus c i n Hektar zu rechnen waren. Für 98 Hektar ergibt sich dann ein Gesamt- wert von 1B Millionen Mark— bewertet ist er in der Bilanz mit 323 000 Mark, also mit etwa einem Sechstel da» wahren Wertes! Soviel stille Reserven
stecken in diesem„goldenen Boden"! Aber es ist gar kein Zweifel, daß die von uns aufgestellte Rechnung den M i n d e st b et r a g des Bodenwertes ergibt— mit der allmählichen Erfüllung des auf- gestellten Bebauungsplanes wird der Boden zweifellos noch ganz stark im Werte steigen. Würde die Gesellschaft jetzt aufgelöst werden, so würden die Aktionäre annähernd das Fünffache ihrer Nominalbeteiligung— also mit 400 Proz. Gewi n n— zurückerholten. Die Aktionäre dieser lerraingescllschaft können also ruhig schlafen. An der Börse kann man keine Aktien mehr auftreiben — am 29. Dezember wurden sie zuletzt mit dem für ein zehn- prozentiges Papier phantastischen Kurs von 320 Proz. gehandelt. Diesen Leuten fallen enorme Gewinne infolge einer Maßnahme der Stadtverwaltung(Bebauungsplan!) mühelos in den Schoß. Ihnen nun auch die Abgabe an die 2lllgimeinheit von diesen wiche- losen Gewinnen, die W c r tz u w a ch sst e u e r, zu schenken, wie man es in Berlin vorhat, das geht denn doch zu weit! Gegen den Holzzoll. (Scharfer Protest der verarbeitenden Industrie. Gegen die Zollwünschc der deutschen Forstwirtschaft, die schon seit langem in der Oesfentlichkeit für ein« Drosselung der Holz- einfuhr und den Berwendungszwang inländischen Holzes wirbt, nimmt jetzt der Wirtschaftsverband der Deutschen Holzindustrie in Berlin in scharfer Form Stellung. Es wird festgestellt, daß die Notlage der deutschen Forstwirt- schaft lediglich durch die schwere Krise der holzverarbeitenden In- dustrie und der Bauwirtschaft verursacht sei, nicht ober durch eine übermäßige Einsuhr ausländischen Holzes. So ist die Einfuhr von Rundholz(ohne Papierhol;) von 6,2 Millionen Festmeter im Jahre 1913 auf 3,9 Millionen Festmcter im vergangenen Jahr gesunken. Die Beschäftigungsziffern im Holzgewerbe seien aber nicht im gleichen Verhältnis gefallen, woraus sich also ganz klar eine stärkere Verwendung inländischen Holzes ergibt. Im ersten Quartal 1931 hat sich diese Rückgangsbewegung in der Holzeinfuhr noch verschärft. So sind die Importe von Nutzholz gegen- über der gleichen Zeit des Vorjahres erneut um etwa 50 Proz. ge- funken, so daß im laufenden Jahr die Einfuhr etwa auf 25 Proz. des jährlichen Durchfchnittsimparts in der Vorkriegszeit zusammen- schrumpfen würde. Andererseits ist der Export Deutschlands erheb- lich gestiegen und hat zur Zeit etwa 90 Proz. der Einfuhr erreicht. Ganz besonders scharf aber müßten die Forderungen auf Ver- dreifachung der Rund- und Schnittholzzöll« deswegen von der ver- arbeitenden Industrie zurückgewiesen werden, well der deutsche
Wald zahlreiche 5)olzarten gar nicht oder in unzureichenden Mengen hervorbringt, auf deren Verarbeitung die Holzindustrie unter allen Umständen angewiesen ist. Daher würde auch die Forstwirtschast in diesen Fällen von der Zollaufstockung gar keinen Nutzen haben, während der Schaden für die schon mit hohen Selbstkosten arbeitende Industrie natürlich ganz enorm sei. Ebensowenig wie Zollerhöhungen könnten der Forstwirtschaft Zwangsmaßnahmen zur Verwendung inländischen Holzes helfen. Die Forderung eines Verwendungszwanges zeuge von einem ganz- lichen Mangel an Sachkenntnis, da es sich bei Holz nicht um eins beliebig austauschbare, sondern mit weitgehenden Qualitätsunter- schieden versehene Ware handele. Mit der Forstwirtschaft ist die holzverarbeitende Industrie der Ueberzeugung, daß die überhöhten Frachten für Holz und Holzwaren einen erheblichen Teil der Schuld an der schwierigen Lage der einheimischen Forst- und Holzwirtschaft tragen und daß daher von der Reichsbahn erwartet werden muß, daß sie durch beschleunigte Gewährung von Frachterleichterungen für die zu hoch eintarisicrten Holzerzeugnisse der notleidenden Holz» Wirtschaft hilft. Guies Kabel-, besseres Orahtgefchast. Die Neuordnung bei Kelten& Guilleaume Es gibt trotz der langandauernden Krise doch eine große Zahl von G r o ß k o n z e r n e n, auf die sie keinen Einfluß zu haben scheint. So ist auch in den Bilanzzisfcrn vom 31. Dezember 1930 der' Felten u. Guilleaume Carlswcrk A.-G., Kö l n» Mülheim , so gut wis nichts von Krisenwirkungen zu sehen. Zwar wird die Dividende auf da'--Millionen-Kapital von 7,3 auf 6,5 Proz. ermäßigt, aber die Enaaßigung der Gewinnziffern scheint mehr die Folge der o r g a n i s a t o r l s ch e n Neu- o r d n u n g des Gesamtunternehmens als verschlechterten Geschäfts- ganges zu sein. Am 1. Juli 1930 ist nämlich die Felten u. Guilleaume Carlswerk Eisen und Stahl A.-G ge- gründet worden, die alle Eisen- und Stahlbetriebe und zugehörigen Tochterunternehmungen aufgenommen hat(Kapital 18 Millionen Mark). Das Kapital befindet sich ganz im Besitz der Mutter- gesellschaft, bei der das Konto Beteiligungen demgemäß eine Erhöhung von 32,9 auf 31 Millionen Mark erfuhr. Von den Fabrikationsstätten find nur die Kupfer- und die Kabelwerke bei der Muttergcfellschaft geblieben. Wenn nun der Rohgewinn von 19 auf 16,1 Millionen und der Reingewinn von 3,3 auf 4,5 Millionen Mark zurückgegangen ist, dann hauptsächlich deshalb, weil die Gewinne der Eisen- und Stahl- werke der neuen Gesellschaft für das zweite Halbjahr 1930 noch nicht abgerechnet sind. Von Gewinnrückgang wird man also keinesfalls reden können Der Gesamtumsatz des Konzerns ist laut Geschäftsbericht wertmäßig um 14,5 Proz., aber mengenmäßig nur um 8 Proz. zu- rückgegangen. Das ist für das Krisenjahr 1930 ein außerordenllich gutes Ergebnis. Der Gesamtumsatz, der 1928 auf 225, 1929 auf 245 Millionen Mark beziffert wurde, dürfte sich also auf 209 Mil- lionen Mark belaufen haben. Stärker als der mengenmäßige Umsatzrückgang, nämlich um mehr als 10 Proz., wurde die B e- legfchaft vermindert, von 16 900 auf 13 200 Mann. Auch ein Zeichen, wie nur die Arbeiterschaft die ganze Schwere der Krise zu spüren bekommt! Im Kupfer- und Kabelgeschäft sind bei den verhält- nismähig großen Vorräten Verluste infolge des Preissturzes für Kupfer eingetreten. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden mehrere Seekabel verlegt: Schwcden-Gotland (170 Kilometer) und das vierte Deutschland -Schweden -Kabcl(120 Kilometer). Ein Auftrag für ein deutsch -dänisches Kabel zwischen Rostock und Nyköpmg (89 Kilometer) ist in Arbeit. Während das Starkstromkabelgeschäst daniederliegt, ist im Eisen- und S t a h l d r a h t g e s ch ä f t so- gar eine Besserung eingetreten. Der Auftrogsbestand ist so hoch wie im Vorjahr. 12 MMionen Tonnen auf Halde. B-rgbaukrije hält an. Auch im 2lpril haben sich die slbsatzschwicrigkeiten im Berg- bau nicht im geringsten gemildert. Im Gegenteil brachte der erste Monat der Saisonbelcbung in diesem Frühjahr für den Bergbau eher noch eine Verschärfung der Lage. So belief sich noch den Ermittlungen der Fachgruppe Bergbau des Rcichsverbandes der Deutsche » Industrie die Kohlenförderung im Ruhrbezirk aus nur 6,8 gegen 7,7 Millionen Tonnen im März dieses Jahres. Die Koksproduktion ging noch stärker van 1,76 aus 1,53 Millionen Tonnen zurück. 2luch der 2lbbau der Belegschaften, der seit Ansang 1930 ununterbrochen angehalten hat, erreichte im April noch keinen Stillstand. So ging die Gesamtzahl der noch be- schöftiglev Kumpels von 268 498 aus 260 995 Mann zurück. Seit dem April vorigen Zahrcs find rund 94 000 Bergarbeiter abgebaut worden. Da der Zlbsatz nicht an die Produktionsmengen herankam, rauhte auch im April ein Teil der Förderungen auf Halde gestürzt werden. Die Haldenbeftändc an Kohle, Koks und Prehkoks er- reichten Ende April mit 11,84 Millionen Tonnen einen bisher noch nicht erreichten Rekordstand. Auch die Zahl der Feierschichten, die für die weiter in Betrieb befindliche Belegschaft wegen 2lbsatz- mangel eingelegt wurden, stiegen auf 771 000, das heißt auf jeden Mann der Gesamtbelegschast tarnen im April 2,95 Feierschichten. Etwas günstiger hat sich die Lage im B r a u n t o h l e n b e r g- bau gestaltet. So konnten sowohl im Mitteldeutschen wie auch im Ostelbischen und Rheinischen Revier die Brikettstapel, mit deren Zlbbau bereits im März begonnen wurde, weiterhin kräftig geräumt werden. Der Rohkohlenabsatz an die Industrie blieb allerdings weiter zurück. Bürgschaft von Reich und Preußen für Düngemittellieserungen, Für Düngemittel, die von den Syndikaten bis zum 15. Juni an die landwirtschaftlichen Betriebe geliefert werden, übernehmen Reich und Preußen den Syndikaten gegenüber die Bürgschaft von je 30 Proz., zusammen also 60 Proz. Es werden aber nur Lieferungen in die in der Osthilfe als notleidend anerkannten Provinzen berücksichtigt.
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