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Brandstiftung im Konsumverein Halle?

Zwei Tage vor der Zwangsversteigerung.

Halle, 4. Juni. ( Eigenbericht.)

In der Nacht zum Donnerstag brach in dem Keller des Zentral­gebäudes des Konsumvereins halle, in dem sich Kisten mit Baumwolle, Spirituosen, Farben und andere leicht brennbare Stoffe befanden, ein Brand aus.

Die gesamte Bevölkerung von Halle, soweit sie nicht auf die KPD. schwört, ist der Ueterzeugung, daß dieser Brand angelegt marden ist und daß ein allzu getreuer Fridolin des kommunistischen Geschäftsführers das von ihm in der letzten Vertreterversammlung gesprochene Wort: Die Sozialfaschisten sollen nur die nackten öden Mauern bekommen!" allzu wörtlich genommen und das Feuer angelegt hat. Am Sonnabend sollen bekanntlich die Gebäude des Konsumvereins Halle zwangsweise versteigert werden.

Der Fall Davidſohn.

Als Abstinent im Golde des Braufapitals.

Bor furzem fonnten wir feststellen, daß der Korruptionsbe fämpfer" Georg Davidjohn als Führer einer Splitterbeme­gung der Abstinenten gleichzeitig im Solde des Alkohol fapitals gestanden hat. In einer Zuschrift an den Vorwärts" ging Davidsohn am Kern dieses Vorwurfs vorbei. Jezt bringt das Amtsblatt des deutschen Guttemplerordens" Neuland" in seiner neuesten Nummer eine Berichtigung des Deutschen Brauerbundes e. V., Propagandaabteilung, gezeichnet Dr. Igenstein, morin unsere Behauptung in vollem Umfange von Davidjohns heimlichen Geldgebern bestätigt wird. Die dem Neu­land" zugeschichte Berichtigung des Deutschen Brauerbundes sagt nämlich:

Es entspricht nicht den Tatsachen, daß die Propagandazen­trale aus dem Lager der Alkoholgegner einen gefürchteten lite­rarischen Kämpen mit einem entsprechenden Betrage zum Schwei­gen gebracht hat". Bahr ist vielmehr, daß diefer gefürchtete Kämpfer", wie sich erst später zu unserer leberraschung heraus: stellte, der Verfasser der Dabelstein- Broschüre, Herr David. sohn, sich dadurch bei der Propagandazentrale einführte, daß er uns aus eigenem Antrieb und unter Hinweis darauf, daß er sich von der Abstinenzbewegung, endgültig zurüdgezogen, feine Mitarbeiterschaft und sogar auf Grund seiner im alkoholgegnerischen Lager gewonnenen intimen Kennt­niffe u. a. eine Schrift gegen Herrn Professor Dr. Reinhard Streder anbot, weld lekteres von uns aus selbstvers ständlichen Anstandsgründen abgelehnt wurde." Die Zeitschrift Neuland " fügt dieser Entlarvung Davidsohns durch seine bisherigen Patrone vom Alkoholfapital noch hinzu: Inzwischen hat nun der Borwärts" in seiner Morgennum mer vom 23. Mai die Tatsache festgestellt, daß Herr Davidsohn mit dem Brauerbund Geschäfte gemacht hat. Beider fonnten mir an dieser Tatsache selbst nicht mehr zweifeln, weil auch in einem Briefe von Herrn Davidjohn an uns vom 3. Mai ein mittel­bares Sugeständnis enthalten war und weil wir Einblid in Schriftitüde genommen haben, die diese Tatsache außer Zweifel ftellen."

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Damit dürften die Akten über den Fall Davidjohn ge­schlossen sein.

Der Arbeitsplan des Landtages.

Tagung bis Ende Juni vorgesehen.

Der Preußische Landtag wird am Montag feine Bollfigungen wieder aufnehmen, um vor allem den Vertrag mit der evangelischen Landeskirche zu verabschieden. Mit der Be ratung foll auch das neue PfarrbefaIbungsgeie ver. bunden werden. Die beiden Borlagen werden am Montag in erfter Lesung beraten werden. Am Dienstag mird poraussichtlich teine Boufizung stattfinden, damit der Hauptausschuß diese Vorlage norberaten fann. Die zweite Beratung wird am Mittwoch, die dritte am Sonnabend nächster Woche erfolgen.

Der Aeltestenrat wird am Montag noch die Einzelheiten des Beratungsplanes festlegen. Neben fleineren Borlagen und Anträgen sollen auch die neuen Siedlungsgesetze zur Beratung gestellt werden, die eine Aenderung des Landesrenten bankgesezes und der gefeßlichen Bestimmungen über das Kredit. mesen für die ländliche Siedlung umfassen. Der Aeltestenrat wird auch die Frage zu entscheiden haben, wenn der Landtag zu seiner legten Tagung vor der Sommerpause zusammentreten foll, um die Borlage des Staatsministeriums über den Bolts. entscheid zu beraten. Man rechnet damit, daß diese Tagung in der Woche vom 22. bis 27. Juni stattfinden wird. Es sollen dann auch die Siedlungsgeseze verabschiedet werden.

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Brüderlich vereint. vsiml?

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v. Galomon biedert sich bei der APD. a.

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... und, wiffenfe, Herr v. Salomon: 1922, wie die Kapede am Kurfürstendamm gegen die Rathenau - Mörder demonstriert hat, da ha' ich schon innerlich ne stille Sympathie for Gie gehabt.

Entmilitarisierte Luffzonen!

Schluß mit den Provokationen durch fremde Kriegsflieger.

Seit einem Monat wiederholen sich zum vierten oder fünften Male Grenzüberschreitungen durch französische Kriegsflieger. Das fann fein Zufall mehr sein, sondern ist nur als ein von den Pariser Luftfahrtministerium geduldetes Vorgehen und Daraufantommen lassen der französischen Grenzfliegertruppen zu erklären. Es ist doch fein Zufall, daß im ganzen verflossenen Jahr nur je ein schweizerisches und dänisches unsere Landesgrenzen überschritten, während monatelang die polnischen Kriegsflugzeuge und jetzt plößlich -nachdem so etwas jahrelang nicht vorgekommen ist die fran­ zösischen Kriegsflieger sich auf deutsches Gebiet perfliegen". Daß provokatorische Absichten militärischer Stellen dabei vorliegen müffen, ist um fo ficherer, als nach deutschen Einsprüchen gegen über der polnischen Regierung und Einwirkungen der Warschauer Zentralbehörden auf die Fliegerforps die Grenzverlegungen dort so gut mie aufgehört haben.

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Die nationalistische Bresse verlangt bereits, daß in zutünftigen Fällen scharf geschossen und fremde Kriegsflieger exemplarisch bestraft werden, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um eigenes Ber fehen, eigene Schuld oder Schuld vorgesezter Stellen handelt. Dem­gegenüber ist es wohl für einen Staat, der eine eigene Kriegs­luftflotte nicht befigt und eine wirkliche Friedenspolitik treibt, an gemessen, nach würdigeren und zugleich wirksameren Abwehr­methoden zu suchen.

Was die Veranstaltung von militärischen Luftübun. gen in unmittelbarer Grenznähe anlangt, so sollte die bisher mir gegen Deutschland angewandte Idee der ent militarisierten 3one um Deutschland verwirklicht werden. Auf der Erde ist sie

Amerika und Rußland . New- Yorter Handelskammer fordert Abbruch der Handelsbeziehungen.

New Bort, 4. Juni.

Frankreich und deutscher Nationalismus nahm mit 210 gegen 3 Stimmen eine Entschließung an, in der der

Eine Mahnung Blums

Paris, 4. Juni. ( Eigenbericht.)

Die einflußreiche Handelstammer des Staates New York fofortige Abbruch der Handelsbeziehungen zu Rußland ge­fordert wird. Die Maschinenausfuhr nach Rußland , die Mitarbeit von amerikanischen Ingenieuren am Aufbau Sowjet­rußlands sowie die Einfuhr sowjetrussischer Waren sei aus morali fchen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gründen unge­rechtfertigt.

Kabinett Renfin in Belgien .

Eine reaftionäre Notlösung.

Léon Blum verteidigt im Leitartikel des sozialistischen Partei organs bie Haltung der Sozialdemokratie gegenüber bem Rabinett Brüning. Er führt den Nachweis, daß die Sozialdemokratie alles tut, um die Ausbreitung des Nationalismus in Deutschland zu ver bindern. Die deutschen Sozialdemokraten hätten, so schreibt er, alles für den Kampf gegen den Nationalismus und für den Frieden ge­opfert und feinen Augenblid nachgegeben. Die französischen Sozia listen fühlten sich solidarisch mit ihnen, da sie die Gefahren des deutschen Nationalismus für Europa , trog der gegenteiligen Be­Brüffel, 4. Juni. ( Eigenbericht.) hauptungen der nationalistischen Bresse nicht unterschäßten. Rach genau zwei Wochen anhaltender Regierungsfrise ist es Hauptfrage sei, wie der deutsche Nationalismus außerhalb Deutsch dem rechtstatholischen Führer Renfin am Mittwoch gelungen, die lands mit wirksamen Mitteln bekämpft werden könne. Es hänge fatholisch- liberale Mehrheit wieder zusammen zum größten Teil von Frankreich ab, durch eine entsprechende Salubringen. Er hat demgemäß den Auftrag zur Regierungs tung die Bemühungen der deutschen Sozialdemokraten zu unterbildung angenommen. stügen.

in Breslau .

Die

Die sozialistische Fraktion hat den Abg. Froffard ermächtigt, eine Interpellation über die Lage in Indochina und über die Kolonialpolitik der Regierung einzubringen.

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Die Kammer wird am Freitagnachmittag die Interpellations ist zunächst noch nichts Bestimmtes zu sagen. Nur soviel scheint Ueber die vermutliche Zusammensetzung der neuen Regierung Nur soviel scheint debatte über die Außenpolitit fortsegen. Auf der Tagesordnung sicher, daß de Broqueville als Kriegsminister aus dem Kabi­stehen die Interpellationen der Abg. Margaine( Radikal) und nett ausscheidet. Man wird ihm teine Träne nachweinen. Gignour( Fraftion Maginot) fomie die vom Abg. Lorin neuerdings man denfe nur an die flägliche Rolle, die er anläßlich seiner Be­eingebrachte Interpellation über die Stahlheimtundgebung hauptungen über die angeblichen Geheimrüstungen Deutschlands ge spielt hat. Im übrigen war er ein gefügiges Wertzeug bes belgischen und französischen Militärflüngels. Allerdings ist auch von der neuen Regierung fein Widerstand gegen die übertriebenen Forderungen der Militärkreise zu erwarten. Die volle Aufrecht erhaltung der Militärforderungen und Befesti gungsbauten Jaspars ist einer der Hauptpunkte des neuen Regierungsprogramms. Jaspar perschwindet in der Ber senkung, fein Nachfolger Renfin steht ihm politisch sehr nahe. Er dürfte ihm troß seiner 68 Jahre an autoritärer Brutalität faum nachstehen, wird aber in schwierigen Situationen wohl mehr tat tische Geschmeidigkeit aufbringen. Für seine politische Stellung ist die Tatsache bezeichnend, daß er der belgische Bertreter an einer in Lausanne gegründeten internationalen fafgiftenfreund­

Der Korruptionsprozeß.

Paris , 4. Juni. ( Eigenbericht.) Die Untersuchungstommission des Staatsgerichtshofes hat den früheren Minister Béret über seine Rolle bei der Einführung der Sinia Biscofa- Aktien an der Bariser Börje vernommen. Da die Beratungen streng geheim find, ist darüber nichts zu erfahren. Am Freitag werden die brei übrigen Angeflagten Besnard, Bibal und Favre vernommen.

zwar angesichts des französischen Festungssystems gescheitert; ohne weiteres aber wäre sie in der Luft zu verwirklichen. Durch Ber­handlungen müßte darauf hingewirkt werden, daß Luft­manöver in unmittelbarer Nähe der Landesgrenzen in Zukunft unterbleiben. Die fortgesetzte Beunruhigung und nationalistische Berhegung von Nachbarvölkern, die die Folge ist von Luftmanövern an den Landesgrenzen, fann mur durch eine internationale Ver­ständigung darüber unterbunden werden, daß militärische Fliegerübungen nur noch eine große Zahl Don Rilometern von den Grenzen entfernt stattfinden dürfen. Ebenso wäre dafür zu sorgen, daß die Garnisonie­rung von Fliegertruppen in Grenzstädten aufhört; für fie tönnen militärische Gründe nicht, gegen sie aber alle Gründe freundnachbarlichen Zusammenwirtens ins Feld geführt werden. Eine entmilitarisierte Luftzone um Deutschland fönnte einen ge wiffen ersten Ausgleich für die entmilitarisierten Sonen in Deutsch land darstellen.

Protest in Paris .

Die amtliche Nachprüfung hat ergeben, daß tatsächlich fran 3öfifche Marineflugzeuge die Nordsee - Inseln Borfum und Nordernen überflogen haben. Die Flugzeuge befanden sich auf dem Wege von Kopenhagen nach den Niederlanden , wohin sie, Einflugerlaubnis hatten. Eine Ueberfliegungserlaubnis für die deutschen Inseln war nicht eingeholt worden. Der deutsche Botschafter in Paris ist angewiesen worden, scharfen Protest gegen die Ueberfliegung einzulegen.

lichen Organisation ist. Wie die katholischen Flamen und die Demofraten bei der neuen Regierung auf ihre Rechnung, fommen wollen, ist ihr Geheimnis. Die wichtigsten Streitpunkte in der Sprachenfrage werden einfach verta gt. Ueber die Fi nanzen wird zunächst überhaupt nicht gesprochen. Ein langes Leben wird der Regierung Rentin ebenfalls nicht beschieden sein.

Kürten und der Rechtsausschuß.

Der Landtag nicht zuständig.

Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtags nahm am Donnerstag feine Beratungen wieder auf. Er beriet den deutsch . nationalen Antrag, monach das Staatsministerium ersucht wird, das gegen Kürten rechtsfräftig gewordene Urteil poll. streden zu lassen. Abg. Dr. Kaufmann, Berlin ( Dnat.), empfahl als Berichterstatter, daß der Ausschuß dem Landtag die Annahme dieses Antrages empfehlen solle. Es tomme der deutsch­nationalen Fraktion vor allem darauf an, eine Erklärung der Re gierung darüber herbeizuführen, inwieweit die frühere Erklärung des Justizministers, daß er feine Todesurteile vollstrecken lassen werde, eine grundfäßliche Stellungnahme bedeute. Gerade der Fall Kürten zeige, daß die Todesstrafe nicht entbehrt werden könne. Es fand nur eine turze Beratung statt. Die Abgg. Rhiel( 3tr.) und Riedel ( Staatsp.) erflärten, der Landtag sei nicht zuständig dafür, einen solchen Beschluß zu fassen. Abg. Eichhoff( D. Bp.) mies darauf hin, daß er Anhänger der Todesstrafe sei. Der Landtag fönne aber dem Staatsministerium nicht im Einzelfall seine Di reftiven auferlegen.

Abg. Kuttner( Soz.) wies auf die Konsequenzen hin. Wenn man den Antrag annehme, dann würde auch umgekehrt das Mi­nifterium jeden einzelnen Fall dem Landtag zur Beschlußfaffung unterbreiten und damit die Berantwortung von sich weisen fönnen. Abg. Frhr. v. Wangenheim( Dt.- hann.) betonte, daß auch er, besonders im Falle Kürten , für die Todesstrafe sei, der Landtag tönne aber hier nicht eingreifen. Abg. Dr. Marezky( Dnat.) brachte hierauf einen Ergänzungsantrag ein, monach entgegen ber Erklärung des Justizministers das Staatsministerium ersucht wird, die Bollstreckung der Todesstrafe fünftig grundfäßlich nicht abzu­lehnen. Dieser Antrag wurde gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Bolfspartei abgelehnt. Annahme fand der sozialdemo fratische Antrag, den zugrunde liegenden beutschnationalen Antrag abzulehnen, da der Landtag nicht zuständig sei.