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dCarl von Jlshmi: f llK i. .Leunst du Polly?" fragt Anno. ..Rein.' Woher kennst du sie?" 3ch kenne sie nichll' sage ich ihr. Wer hat sie dir vorgestellt?" Ich kenne sie nicht!" rufe ich. Und wie findest du sie?" ..Ich kenne sie nicht", brülle ich wie«in Kessel, während er gerade in die Luft fliegt, da die Sache schon seit einer vollen Stunde in dieser Weise weitergeht. Anna sieht mich verwundert an. Warum bist du so nervös?" Weil du so fürchterlich viele Fragen stellst!" Ich stelle Fragen? Frage ich denn so viel? Was frage ich denn?" Nichts!" Warum bist du dann so nervös?" usw. 2. Zwei Jahre lebten wir glücklich miteinander. Sie fragte, ich antwortete. Sie ist ein schwarzäugiges, biegsames Mädchen. mehr weiß ich nicht über sie, denn sie ist ja erst feit zwei Jahren meine Frau. Nach zwei Iahren mußten wir einsehen, daß man vom Frage- und Antwortspicl allein nicht leben könne. Ich mußt« mich nach einer Stelle umsehen, und nach langem Suchen fand ich auch einen entsprechenden Posten. Ich erstattete Anna Bericht darüber. Sie hob ihren matten Blick oerträumt zu mir empor. Wie siebt denn dein neuer Chef aus?" Ich habe ihn noch nicht gesehen!" Ist er groß? Klein? Jung? Ali?" Ich habe ihn noch nicht gesehen!" War er nett zu dir?" Ich habe ihn doch noch nicht gesehen!" Warum bist du denn so nervös?" Weil du schon wieder so viel fragst. Begreife doch, ich Hab« ihn doch noch nicht gesehen!" Wen denn?" Meinen neuen Chef." Wie sieht er denn aus?" Ueberhaupt nicht!" brüllte ich. chast du ihn denn noch nicht gesehen?" Ich war doch heute zum ersten Male dort, Schatz. Sieh' doch ein, daß ich ihn noch gar nicht habe sehen können." Wen denn?!" usw. 3. Die Sache verhiett sich nämlich so, daß Anna nur ihr« eigenen Fragen hörte. Nur, was sie fragte, hatte für sie Interesie, die Antwort kümmerte sie nicht weiter Infolgedesien war sie unmöglich zu befriedigen. Zum Beispiel: Sie fragte, wie hoch der Eiffelturm sei. Um weiteren Fragen vorzubeugen, erklärte ich ihr ausführlich: er sei so und so hoch, erbaut von dem und dem, wiege so und so viel, so und so viele Aufzüge führten hinauf, wurde in dem und dem Jahre errichtet, beherrscht eine Aussicht von so und so viel Meilen. Sie blickt mich mißvergnügt an und fragt:Ist er aus Eisen?"Ja. aus Eisen."Das Ganze?"Jawohl, das Lanze."Auch unten?"Jawohl, auch unten." Oben auch. Links. Rechts. In der Mitte. Nein, Innen. Ja. Außen. Born nein. Hinten ja. Oben unten. Warium bist du so nervös?" Well' du so viel?' Fragen stellst." Macht dich das nervös?" wundert sie sich. Jawohl!" Warum macht dich das nervös?" Ach, nur so!" Warum gibst du denn keine ordentliche Antwort?" Well ich nicht so viel antworten kann, als du fragst." Soll ich weniger fragen?" Ja, sei so gut!" Warum denn? usw. Macht es dich vielleicht nervös? und so fort. 4. Was doch unser schönes Winterwochenende für ein böses End« nahm! Wir setzten uns ins Auto, und oben in den Bergen banden wir uns die Skier auf. Mit roten Wangen liefen wir über den Schnee. Zum Schluß aber lag ich da und hatte das Bein gebrochen. Das wäre aber noch kein Malheur gewesen. Nur Annas Mitleid tat sich in einer schrecklichen Form kund. Sie beugte sich über mich: Tut es weh?" fragte sie.Ja", antwortete ich.Tut es sehr weh?"Ja, sehr."Wo tut es denn weh?"Hier." Wie tut es denn weh?"Danke, gut."Warum bist du denn so nervös?"Sonderbar, ich weiß es selbst nicht."Was weißt du nicht?Ich weih nicht." Was weiht du nicht, was du nicht weißt?"Ja," stöhnte ich vor Schmerzen.,jawohl. laß es dir gesagt sein, ich weiß nicht, was ich nicht weiß!"Ja, was willst du denn damit sagen?!" fragte sie mit ausrichtigem Interesse. Ich blickte sie an. Durchdringend und vorwurfsvoll. Und ich sprach: Ich antworte nicht." Du antwortest nicht?! Aber Liebling, habe ich dich denn etwas gefragt?" Nein! Ach. gewiß hast du nichts gefragt." Ja warum sagst du denn dann, daß du nicht antwortest?!" Ich habe doch gar nicht gesagt, dah ich nicht antworte." Ja, was hast du denn gesagt?" Nichts!" Ja, warum sagst du denn nichts? Tut dir etwas weh?" Ja. Denke dir, ich habe dos Bein gebrochen!" usw. 5. Die Außenwelt hat für sie kein Interesse. Nur die in ihr gährende, mechanische, foule Neugier. Sie selbst merkt nichts, nur durch die Vermittlung eines anderen. Im Kino fragt sie, wie draußen das Wetter sei, mittags fragt sie, was sie zum Abend kochen solle, abends fragt sie, ob das Mittagessen geschmeckt habe Merkt sie mir aber die prölinnnären Symptome eines Neroenchocks an, kommt sie zur Besinnung. Schließlich und endlich haben wir ja au» Liebe geheiratet. Liebst du mich? Ich liebe dich. Sehr? Sehr. Ewig? Ewig. Hast du mich auch wirklich lieb? Ich habe dich wirklich lieb. Hast du mich auch w. sehr l.? Ich habe dich w. s. l. H. d. m. ewig l.? Ich h. d. e. l Einen Augenblick zaudert sie, dann kommt die Frage: Warum�" Warum, ja mein Gott, warum? Weil ich ein Mann bin und sie eine Frau Weil mein Naturell zur Lieb« neigt, sie aber liebens- würdig ist. Weil einmal eins eins ist. Weil das erste Menschen- paar Adam und Eva dieß. und weil Vertkold Schmor; mit Fug und Recht so tat, als hätte er das Schießpulocr erfunden. Verstehst du wohl, Schatz? Wie du siehst, lieb« ich dich, ich liebe dich, ich Heb« dich, ich muß dich lirben, sonst zersxriuge ich mm Wut, Haß.

f Anna fragt... Ekel und Abneigung, du elendes Frauenzimmer, ich liebe dich, frag' aber nicht, warum. Sagtest du etwas?" fragt sie. Rein!" Warum nicht?" Ach. bloß so." Warum denn bloß so?" usw. «. Die letzten Monate meines Lebens verbrachte ich mit Anna in Italien . Noch einmal loderten in mir Jugend, Liebe, Lebenslust auf. Anna fragte mit erneuter Elastizität. Warum die Grotte zu Capri blau sei und wenn sie aus demselben Grunde blau sei, wie der Himmel, warum dann die Tinte blau sei? Und welche Farbe hatte die Füllfedertint« in Zuzus Feder vergangenes Jahr? Und warum die Füllfedertiute mitunter blau fei? Ich könnt; ihr nicht mehr böse sein. Verschleierten Auges starrte ich auf das Meer, worauf die kleinen, unaufhaltsamen Wellen sich meinen Gedanken gleich kräusettcn, als Anna sich zu mir wandte: Sag mal Schatz," sprach sie ernsthaft,was ist der Sinn des Lebens ?" Ich weiß es nicht, Liebling. Frage nicht noch solchen Dingen." Aber sieh mal." sagte sie.ich will heute nichts mehr fragen. Bloß das eine möchte ich wissen. Was ist der Sinn des Lebens ? Was ist das Geheimnis, das hinter den Dingen steckt?" Ja." Du antwortest nicht?? Du willst nicht antworten?! Du hast Geheimnisie vor mir?" Nein." Warum nicht?!" Sie flehte mich an, ihr zu antworten. Die Aermst« stellt« sechzig Fragen, um auf die«ine Antwort zu bekommen. Bloß auf die eine Frage: Was der Sinn des Lebens sei? Bloß die eine Kleinigkeit. Wer ich antwortete nicht. Mir hatte man auch nicht geantwortet, als ich in der Schule danach fragte. 7. Endlich war auch das vorüber. Als ich gestorben war, schrie Anna auf: Was ist mit dir geschehen?!" Sie warf sich über die Bahre. Und sie schluchzte, schüttelte mich, fragte, schüttelte, fragte, fragte, fragte. Ich gab keine Antwort. Es war ein unerhört angenehmes Ge- fichl, zu wissen, daß man nicht antworten konnte, well man tot war.

Schwedifche Marbacka ist ein schwedischer Herrensitz, auf dem vor etlichen Jahrzehnten ein kleines Mädchen aufwuchs, das mit sieben Iahren, als es ein schönes Buch las, den Entschluß faßte, später, wenn es erwachsen sei, selber Bücher zu schreiben. Sie hat das dann wirklich getan und tut es immer noch, und aus der kleinen Selms vom Marbacka-Hof ist die große Selms Lagerlös geworden, die jetzt ihren Fremden in aller Well einen Bericht51 u s meinen Kindertagen" vorlegt(deutsch bei Albert Langen . München ?. Man versteht die. Romane der Lagerlöf bester, wenn man das Buch kennt; man begreift, daß für ein Kind, das in dieser Welt von Marbacka groß wurde, Phantasie und Wirklichkeit eine einheitliche Kraft darstellen, dix das Peben der Menschen gestallet. Marbacka ist schwer'von Erinnerungen. Denn es»st von dem Tag an, wo sich Menschen darauf niedergelassen chaben, nie verkauft, sondern immer nur vererbt worden. Und wenn auch der Leutnant Lagerlöf , der Vater der kleinen Selma, schon manche Veränderung an dem 5)o fe vorgenommen hat, so gibt es im Hause doch einen Raum, von dem alle Leute sagen, daß hier das alte Marbacka noch deutlich wiederzuerkennen sei. Das ist die neben der Küche gelegene Stube von Tante Lovisa. Da steht die große Bettstatt, in der Großvater und Großmutter schliefen und die Tante Lovisa noch ihrem Tode geerbt hat. Hier ist die alte große Standuhr in ihrem hohen Ge- häus«, und hier steht Großmutters schöne Schreibkommod«, die der ausgezeichnete Tischler in Askersby aus dem Holz der alten Apfel- und Fliederbäume zusammengeschreinert hat. Den Ueberzug des Sophas hat Großmutter mit ihren eigenen Händen gewebt, und das merkwürdige Muster hat sie von Tante Werrevit gelernt, die mit Großmutters Bruder verheiratet war. Der Stuhl, auf dem Tante Lovisa sitzt, ist Großvaters eigener Schreibtischstuhl, und Tantes Spiegel, der auf der Kommode steht und mit einem Schleier bedeckt ist, ist auch-in Askersby verfertigt worden. Aber die großen, urnen- förmigen, hölzernen Kruken, die zu beiden Seiten des Spiegels stehen und mit trockncnen Rosenblättern gefüllt sind, hat Tante Lovisa in Valsäter aus einer Auktion erstanden: dort hatte Schwester Anna, die mit Onkel Wachenfeldt oerheiratet war, ihr 5)eim. Bon nichts hier in der Küchenstube würde sich Tante Lovisa lieber trennen, als von dem schwarzen Aufsatz über der Kellertreppe; ober wenn Pater davon redet, daß er ihn wegnehmen lasten wolle, dann sagt Tante Lovisa doch, es sei am besten, er bliebe da, wo er sei, weil er alt sei, und sie würde sich in ihrem eigenen Zimmer nicht mehr auskennen, wenn er nicht mehr da wäre. Drüben am Fenster stehen die drei mit großen rosaroten Blüten übersäten Oleanderbäume, und an der Wand hängt ein kleines Bücherbord, wo nur gerade das Gesangbuch und das neue Testament undDie christliche Liebe" von Iohan Michael Lindblad Platz haben, sowie auch das dicke Buch, aus dem Lande Lovisa lernte, als sie in Amol in Pension war. Darin ist alles, was man von Französisch und Geographie und schwedischer Geschichte und Weltgeschichte und Naturgeschichte und Hausholtsiihrung zu wissen brauchte, in einem und demselben Bond zusommengesaßt." Tante Lovisa hat unter dem Deckel ihre« Nähkorbes immer einen Roman liegen. Den liest auch die kleine zehnjährig« Selms helmlich mit. wenn man ihn ihr nicht gerade an der spannendsten Stelle weg- nimmt, wie den mit dem schönen TitelDie weißgekleidete Frau". Aber eines Tages hoben all« diese Bücher vor ihr Ruhe. Selma liest die Bibel. Sie schenkt sich kein Wort, liest oll« Stammbäum« und oll« Gesetze und alles über die Opfer und die Stistshütte und über das Gewand des Hohenpriesters. Selms erfüllt«in Gelübde. Der geliebte Vater ist todkrank, und Selma hat nicht in lautem Gebet mtt den anderen um sein Leben bitten können. Di« Mutter erwartete es von ihr: aber kein Wort kam über die Lippen des Kindes. Und nun fürchtet die Zehnjährige, daß ihr der strafende Gott den Vater nehmen wird, und als die alte Haushälterin sagt, die Bibel sei besser als alle Doktoren und Medikamente der Welt, beschließt das Kind, sie von Anfang bis zu Ende zu lesen, um den Vater zu retten. Sie weiß aus Märchen, daß solche Taten nur wirksam sind, wenn sie in Heimlichkeit vollbracht werden. Nun. liest sie in hellen Sommer- nöchten, am frühen Morgen, oder an Feiertagen, wenn die anderen weite Spaziergänge mqcheu. d'e für ibren labmen Fuß. den auch d'e Heilgymnastik in Stockholm nicht völlig kurieren tonnte, zu an- strengend wären. Eines Tages ab«-> ße ifl jchov bei der Ogentanng Johannis

angelangt hört sie, daß die Eltern über ihr Bkbeklesen fprecheu, und die Mutter, die das Motiv zu dieser settsamen Lektüre ahnt, es auch den Vater verrät. Selma ist traurig: nun hat ihr Gelübde sei« Kraft verloren. Sie rührt die Bibel nicht mehr an. Der Vater war zwar längst wieder vom Krankenbett auf- gestanden; doch ganz gesund wurde er nie wieder. Er bringt nicht mehr die Kräfte zu rechtem Schassen aus; aber noch immer ist Mar- backa ein gastfreies Haus, in dem sich viel« Freunde einfinden, manche, um deren Leben sich sellsame Episoden wie geheimnisvolle Sagen ranken, und die selber sehr gut zum Mittelpunkt solcher phan- tasttschen Geschichten passem Selma wächst in dieser Welt aus. die so durchslochten ist von Unwirklichkeiten, und m der das Leben dabei doch kraftvoll und wirklichkeitsbewuht flutet. Man lacht und liebt und trinkt und trauert, die Kinder gehen auf Bälle, die hübschen amüsieren sich, und die kleine lahm« Selma bleibt Mauerblümchen, und in den herrlichen langen Wintern läuft man Schlittschuhe und rodelt. Einmal sind vierzig Grad Kälte. Das Quecksilber im Thermo- meter ist eingefroren. Auch die Erwachsenen können sich nicht er- innern, je so grimmigen Frost erlebt zu haben. Es gibt kein weiches Brot zum Frühstück und keine Butter; denn alles ist steinhart. Die Zimmer mit ihren großen Kachelösen und den bunten Flickenteppichen auf dem Fußboden, in denen es sonst so behaglich ist, lassen sich nicht erwärmen. Die Kinder möchten gern ins Freie, um zu wissen, wie es bei vierzig Grad Kälte ist; aber sie dürfen nicht heraus. Das eiserne Schloß an der Haustür kann nicht mit der bloßen Hand berührt werden, weil die Kälte sonst die Haut verbrennt. Auf diesem Marbacka-Hof konnte die klein« Selma Welt und Menschen stärker und geheimnisvoller erleben, als es ihr an irgend- einem anderen Orte möglich gewesen wäre. Und ohne diese Jugend in Marbacka wäre Gösta Berling, das Buch, das den Dichterruhm der Lagerlöf zuerst in die Well trug, wohl schwerlich entstanden. Trade E. Schuir.

ItithelmXennemann: Ich lasse den Herrn bitten!" befiehll Exzellenz, der Leiter einez großen vaterländischen Dachoerbanoes. Ein junger Mann tritt in die von dem Diener geöffnete Tür. Verbeugt sich. Steht: schlank und elecant, Bügelfalte an der Schnur gezogen. Exzellenz erhebt sich hinter dem Schreibtisch:Sie haben sich um die Stelle eines Geschäftsführers beworben. Darf ich um Ihre Papiere bitten!" Die hatte ich Eurer Exzellenz bereits eingereicht". Exzellenz blättert in einer Mappe:Ich setze voraus, daß Sie Offizier waren! Auch im Felde gewesen!" Jawohl, Exzellenz. Feld-Artillerie-Regiment.. zuletzt Aus­bildungskommando in der Etappe!" Exzellenz sucht nervös in einer Mappe. Er klemmt ein Monokel ein...Wer ich möchte gleich vorausschicken: Große Hoffnungen kann ich Ihnen nicht machen. Außerdem habe ich allein ja auch nicht zu entscheiden. Die Kommission ist bereits ziemlich zwingende Berbindungen mit einem Herrn eingegangen, der über außer- ordenttiche Erfahnrncen auf dem Gebiete der Organisation und, was gerade für uns van sehr großer Bedeutung ist, über weit- gehende politische und gesellschaftliche Verbindungen verfügt!" Exzellenz blättert; das Monokel entfällt dem Auge, Er setzt es wieder ein. In dem Falle bitte ich Exzellenz, sich nicht weiter zu bemühen. Meine Bewerbung dürste dann hinfällig sein!" Exzellenz hält dos Monokel, das, obwohl«s mit Krücke und Oese vexsehen. ist, dennoch zwischen seinen greisen Muskeln keinen 5)alt mehr findet,.yiit spitzem� Fing?? iest. Mit. der andern Hand blättert er.Da habe ich Ihr Gesuch!" Die'Hand läßt das Monokel los, um die Blätter aus der Mappe zu heben.. Da springt dos eigensinniee Glas abermals aus dem Auge auf den Schreibtisch, benutzt den als Sprungbrett und saust auf den Teppich. Sogleich geht aber auch der höfliche junge Mann in Knie- beuge. Dabei greift er in die Westentasche, entninimt ihr ein Etwas und fährt damit ins Auge. Ein Monokel ist's, ein blankes, glattes Monokel! Jetzt hat er auch den Flüchtling auf dem Teppich entdeckt. Er überreicht ihn Exzellenz. Steht. Das Monokel im Auge, als müsse das so sein! Glas sitzt wie eingegossen. Exzellenz schaut auf, hebt sein Glas wie ein« Lorenette vors Auge... Di« beiden Monokel schauen einander an. Aus den Gläsern strahlen Lichtbüschel und ziehen blitzende Bänder von Auge zu Auge. Bilden eine Brück« raschen Verständnisses und Sich-Findens. Alte Bilder tauchen auf... Sie sind in der Etappe gewesen!" Jawohl, Exzellenz, seit 15!" Unwillkürlich fahren die Hacken zusammen. Das Glas zittert nicht. Es funkelt hettig. Magische Kräfte gehen von ihm aus. Streicheln die alte Exzellenz wie mit Kinderhänden. Der alte Herr schaut wahlwollend auf das sprühend« Glas.Tragen Sie stets Monokel?" Seit lSiä, Exzellenz!" Auch bei der Arbeit?" Wenn ich darf: ja!" Exzellenz lächett geheimnisvoll:Sie dürfen!" Der Besucher, in witternder Freude:Sie geben mir Hoffnung. Exzellenz?" Ich habe Ihnen ja bereits gesagt, daß ich allein nicht zu ent- scheiden habe. Was mich selbst anbetrifft... Sie lverden von mir hören!" Noch einmal tauchen die beiden Monokel grüßend ineinander. Nach acht Tagen hält der Bewerber sein Anstellungsschreiben in Händen. Liebkosend und dankbar streicht er über sein Monokel.

Giftiges holz. Es ist bekannt, daß verschiedene Metalle bei den Menschen, die mit ihnen herumhantieren müssen, Erkrankungen her- vorrufen können. So kommen z. B. bei den Setzen» in Buchdrucke- reien, die täglich zahllose Bleibuchstaben in die 5)ond nehmen, häusig BUioerc.istunqcn vor. Weniger bekannt ist ober, daß es auch giüigcs 5>olz gibt, z. B. das südafrikanisch« Buchsbaum- und das australische Moah-5)olz. Viele dieser ausländischen 5?nlzarten werden wegen ihrer Schönheit bei uns eingeführt und zu den verschiedensten Zwecken, zu Kirnst möbeln, Täfelungen usw. verwendet. Tischler, die sich mit der Verarbeitung dieser Hölzer beschäftigen, wurden ver- schiedenttich krank, erlitten Lähmungen usw., ohne daß anfangs die Ursache ergründet»erben konnte. Erst die Untersuchung der Holz- arten, mit deren Verarbeitung die Erkrankten sich zuletzt beschäf- tigten, hat ergeben, daß die Erkrankungen auf teilweise recht giftige Alkaloide zurückzuführen waren, die diese Hölzer enthielten. Die wichtigsten Länder sür den Teeanbau sind China , J'pan und Ostindien. China ist sein Ursprungsland. In Japan wurde der Tee im achten Jahrhundert eingejührt uno dann in ganz Asien be° kannt. Nach Europa wurde er durch die Holländer im sechzehnten Jahrhundert gebracht.

Vtrant?po?tl'cki für yn'it'f: Victor 3+nf: H. JUij'Qclhcf«'*: V'cv>''rkscbaftsKtw«ttUtt.i Aried». Etztorn: D». Zahn �chilnwskr. totales .' und Eonitigss: Kritt Sarstadt; Ld. Glocke; sämtlich in Berlin . Derlaq: BoLwaets-.Berlag G vu b. H.. Berlin . Druck: Hor«iu:ts.Buck>druckeret nd Sftfoaacntzctt Paul Simn l». Ca.. Berlin SD.«. LmöenUrab»«.