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Brombeerblüte. Aus groß wird klein.

Auch die Brombeere hat ihren Niederschlag im Volkslied ge= funden. Das Brombeerlied wird jetzt wieder wach durch die Hoch blüte dieser dornigen Sträucher, von denen es in Deutschland etma 80 Gattungen gibt. Die Unterscheidungsmerkmale sind nur wenigen bekannt, und auch der Berliner Chronist vor 250 Jahren fennt nur zweyerley Brombeer hier zu Lande, nämlich Schwarze Brombeer und Blauſchwarze Brombeeren, von mäßig warmem Temperament und gelind zusammenziehendem Saft". An den märkischen Sandhängen hinauf ranft vor allem die wohlriechende Brombeere mit ihren großen wohlriechenden rötlichen Blüten. In frischem Tiefgrün breiten sich an langen Gerten die dichten herzförmigen Blätter aus. Dieser beliebte Ber­treter unter den Rosengewächsen wird häufig als Rantstrauch um unsere Sommerlauben gepflanzt. Noch häufiger kommt die gemeine Brombeere" vor, die jetzt ihre gedrängtblütigen schneeweißen oder leicht violetten Blütenrijpen aufsteckt, aus denen sich die schwarz glänzenden Fruchttrauben entwickeln. Armblütig und niedrig stehen an den Weg- und Ackerrändern die niedrigen Krabbeersträucher mit ihren drei-, selten fünfzähligen Blättchen. Die in spärlichen Eben­sträußen stehenden hechtblauen Früchte schmecken säuerlich und werden wohl nicht gemeint sein im Brombeerlied, das die Brombeer­lese besingt. Die Nächstverwandten der Brombeeren sind die roten Himbeeren oder Hindbeeren, der Hinden Beeren, wie sie der Berliner Chronist vor 200 Jahren schon bezeichnete. An ihr schäzt man seit alters den lieblichen Geruch und die substile herzstärkende Kraft. In den märkischen Wäldern steht die jetzt blühende Him beere strichweise als dichtes Heckengestrüpp, aus dem die weißen Blütensterne herausragen aus den unterfeits weißfilzigen Blättchen. Weniger häufig ist die Felsenhimbeere oder Steinbeere mit ihren beiderseits grünen Blättern und den kleinen weißen Blütchen . Die Häufigkeit der Brombeere gab Anlaß zu der Redensart: Wenn Gründe so gemein wären wie Brombeeren, gäbe es für alles tausend­fältige Ausreden."

Mädchenmißhandlungen in Scheuen.

Straube schlug in Gegenwart von Jungen auf fie ein. Lüneburg , 1. Juli. 3m Mittelpunkt des Scheuener Fürsorgeprozesses standen gestern und heute die Mißhandlungen an weiblichen 3ög­lingen, die dem früheren Direktor Straube zur Cast gelegt werden.

Besonders belastend für den Angeklagten Straube waren die Aussagen von drei Mädchen, die zur Zeit der Revolte im Mädchenheim untergebracht waren. Die 18jährige Herta Lie bing will von der Revolte überrascht worden sein. Die Zeugin Gertrug Hartmann bekundete, daß sie vor der Revolte einmal von Straube ins Gesicht geschlagen wurde, und nach der Revolte habe Straube fie mit einem Mädchen namens Grete Tauchert zur Bernehmung gerufen. In Gegenwart der Jungen habe sie Schuhe und Strümpfe ausziehen müssen, sei dann in das Neben­zimmer des Büros geworfen und so auf den bloßen Körper ge­schlagen worden, daß sie Striemen gehabt habe. Bier oder fünf Jungen bestätigten den Borfall. Straube leugnete zuerst den ganzen Fall ab. In die Enge getrieben, gab er nach längerer Zeit die Möglichkeit zu. Die 16jährige Grete Tauchert bestätigte die Miß­handlung der Getrud Hartmann und schilderte selbst zwei Fälle, in denen sie mißhandelt wurde. Weiter gab sie förperliche Züchti= gungen des Straube an drei anderen Mädchen an; Straube räumte zmei dieser Fälle ein. Weiter fagte die Beugin, daß Straube fie in der gemeinsten Weise beschimpft habe.

Zu neuen Zwischenfällen fam es bei der Bernehmung der meiblichen Angestellten in Scheuen: Knochenmus, Knoblauch und Kazwedel. Die Bernehmung der Zeugin Knochenmus ergab, daß sie es war, die den Zöglingen nach der Suspendierung Straubes vom Dienst ein Schreiben an das Jugendamt aufsetzte, das sie den Jungen zur Unterschrift gab und das den Sag enthält: Gebt uns unferen Onkel Paul mieder!" Da die Verteidigung Fräulein Knochenmus der Begünstigung Straubes für verdächtig hielt, nahm das Gericht von einer Bereidigung Abstand. Die Zeugin Knoblauch hatte gleichfalls einen Bericht nach Berlin gesandt, in dem Straube in Schutz genommen wurde und die Zustände in den Heimen als vortrefflich dargestellt wurden. Als die Mutter des später ver­storbenen schwer mißhandelten Zöglings Ledebour ihren Jungen be­suchen wollte, hat die Zeugin, um die Mutter aus Scheuen zu ent­fernen, mit dieser einen Ausflug nach Celle gemacht. Die Zeugin Rakmedel behauptete, fich um den ganzen Aufruhr nicht gekümmert zu haben. Im ganzen ergaben die Bernehmungen dieser Beuginnen, daß noch nach der Revolte von Straube und ihm nahestehenden Bersonen aus versucht wurde, dem Jugendamt in Berlin die Wahr­heit zu verschweigen.

Die Weiterverhandlung findet Freitag vormittag statt.

Freispruch im Bier"-Prozeß. Der Beklagte nahm berechtigte Intereffen wahr.

In dem heiteren" Aerzteftreit, bei dem es um die Ehre des Bieres ging, hat das Amtsgericht Berlin- Mitte durch einen Freispruch des Beklagten, Sanitätsrat Dr. Boll mann, die klage des Hamburger Ernährungsbiologen

Dr. Friedrich Binzenz v. Hahn, der sich durch die kritik an seinem Vortrage über den Nährwert des Alto­hols, besonders des Bieres, beleidigt fühlte, koffenpflichtig abgewiesen.

Dr. v. Hahn hatte, wie wir berichteten, im vorigen Herbst auf der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden einen Vortrag gehalten, in dem er in etwas eigenartiger Weise für einen kräfti gen Irunt eintrat und besonders den Frauen(!) ans Herz legte, ausgiebig fich dem Biergenuß hinzugeben. An diesem Vor­trag hatte Sanitätsrat Dr. Vollmann als Herausgeber des Organs des Deutschen Aerzte- Vereinsbundes" sehr scharfe Kritik geübt. Das Amtsgericht sprach den Beklagten aber auf Grund des§ 193 ( Wahrnehmung berechtigter Interessen) frei. Eine Beleidigung hätte nur in der Unterstellung erblickt werden fönnen, daß der Kläger gesagt habe, Kinder müßten in den ersten Lebens monaten Bier trinfen. Das wäre so unfinnig nach dem Stande der ärztlichen Wissenschaft und der Ueberzeugung des Gerichts gewesen, Daß in dieser Unterstellung eine Beleidigung erblidt werden müßte. Es stehe aber gar nicht genau fest, was der Aläger in feiner Rede ausgeführt habe.

Der Beflagte jei durch§ 193 gedeckt, denn er habe seine Infor­mationen von einer als gemiffenhaft bekannten ärztlichen Rorre spondenz erhalten und sei daher berechtigt gewesen, scharfe Kritik zu üben.

Sprechchor für Proletarische Feierstunden: Donnerstag, den 2. Juli, 18 Uhr( 6 Uhr abends), pünktlich, im Gesangssaal der Sophienschule, Weinmeisterstraße 16-17, Uebungsstunde. Hauptprobe aur Beranstaltung am 4. Juli.

Jetzt werden die leerstehenden Altwohnungen aufgeteilt.

Zur Zeit find in Berlin nicht weniger als 15 000 große Altwohnungen so gut wie unvermietbar. Zusammen mit der Preußenregierung soll versucht werden, diese leerstehenden Groß­wohnungen wieder nuhbar zu machen. Die Altwohnungen jollen in zweckmäßige Kleinwohnungen aufgeteilt werden.

Auch der ,, Vorwärts" hatte schon mehrfach auf das Problem der verlassenen Großwohnungen hingewiesen. Während nach wie vor ein erheblicher Bedarf an Wohnraum besteht, stehen im Westen und Süden der Reichshaupstadt beinahe ganze Straßen züge leer. Jetzt hat der Bund Deutscher Architekten zusammen mit den Spizenorganisationen des Berliner Baugewerbes die Initiative ergriffen und auf einer großen Kundgebung aller Be­teiligten, die am Dienstagabend im Haus der Technik stattfand, die beabsichtigte Teilung der großen Altwohnungen durchgesprochen.

Eine schwer lösbare Aufgabe.

So gut die Absicht ist, so schwer lösbar ist allerdings oft im Einzelfall die Aufgabe. So gibt es die Riesenwohnungen am Kurfürstendamm , die seinerzeit für gesellschaftliche Repräsentationen gebaut wurden, die zu teilen aber faum möglich sind. In diesen Wohnungen sind nämlich unförmige Küchen vorhanden, in denen wohl Essen für 40 Personen zubereitet werden kann, die jedoch bei einer Teilung des Wohnraums nur hinderlich sind. Ebenso verhält es sich mit den Bade- und Klosetteinrichtungen, die alle nach dem Hof zu liegen und kaum bei der Teilung verwertet werden können. Denn bei der Armut der Staatskassen und dem Fehlen ausreichender Kredite kann es sich bei den Teilungsabsichten nicht um kostspielige Umbauten handeln, man muß vielmehr mit den eventuell verfügbaren spärlichen Mitteln Haus halten.

Verschiedentlich wird es sich wohl nicht umgehen lassen, neue Treppenhäuser in Seitenflügeln zu errichten und neue Schornsteine, Wasserleitungs-, Zu- und Abflußröhren zu legen. Bei dieser Form des Umbaues taucht nun eine neue Schwierigkeit auf. Es muß die Voraussetzung gegeben sein, daß die übereinanderliegenden Wohnungen gleichzeitig leer sind, weil man dem noch in der Wohnung befindlichen Mieter schwerlich zumuten kann, daß die von ihm gemieteten Räume noch während seiner Vertragsdauer zer­schnitten werden.

Nun gibt es allerdings erfreulicherweise eine ganze Reihe von Wohnhäusern in Groß- Berlin, bei denen von vornherein im Grund­riß der Erbauer des Hauses die Möglichkeit der Teilung ins Auge

Astrologie und Klaffenlotterie.

Einer, der auf die Dummen rechnete, die nicht alle werden. Auch die Betrüger haben ihre Spezialgebiete. Cidh e madhte in Astrologie. Für 50 Pf. fonnte man schwarz auf meiß die ganze Zukunft vor sich ausgebreitet sehen; die Horoskope fanden reißenden Abfaz. Kunden die dessen wert schienen Ciche befaß ein Kennerauge, nicht umsonst zählt er elf Borstrafen wegen Betruges flüsterte er zu: Wenn Sie die Nummer eines Gewinnloses nach den Sternen errechnet haben wollen, so fommen Sie nur ruhig zu mir in die Wohnung". Und sie famen: Männlein und Weiblein, Jung und Att. We speci

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Und Eiche errechnete die Nummer, die gewinnen würde. Man brauchte nur die gewünschte Summe zu nennen. Der eine hatte es auf die Hamburger Staatslotterie abgesehen und war bereit, sich mit der Kleinigkeit von 135 000 Mart zu begnügen; ein anderer auf die Preußische Lotterie machte es nicht unter 200 000 Mark; der auf die Preußische Lotterie machte es nicht unter 200 000 Mart; der dritte begnügte sich mit 6000 Mark usw. usw. Die sichere Errechnung der Nummer hatte aber zur Voraussetzung die Angabe der richtigen der Nummer hatte aber zur Voraussetzung die Angabe der richtigen Geburtsminute. Da war es nicht weiter verwunderlich, wenn die errechneten Nummern mitunter nicht stimmten. Bald existierte eine solche überhaupt nicht, bald war sie bereits vergeben usw. Für seine Bemühungen nahm Eiche 200 Mart, 100 Mart, bald mehr, bald weniger. Das Geschäft blühte, die Durchschnittseinnahme betrug 500 Mark wöchentlich. Und fein einziges Mal stimmte die Nummer. Nun stand Eiche vor dem Schöffengericht Berlin­Mitte. Die Richter befanden sich in einer wenig beneidenswerten Situation. Unbewandert in der astrologischen Wissenschaft wußten fie mit den komplizierten Berechnungen nichts anzufangen. Im letzten Augenblick wurde ein Astrologe hinzugezogen. Er hatte fämt liche Horoskope geprüft und manches in den Berechnungen unflar gefunden. Sie stimmten nicht ganz mit den Forderungen der astro

logischen Wissenschaft überein.

Der Vorsitzende meinte, es sei jedoch eigentümlich, daß der An­geklagte, der die Gewinnlose nach den Sternen so gut berechnen könne, noch nicht Millionär sei. Ja, meinte der Angeklagte, das ist es ja eben. In dem Standesamtsregister bin ich als um 7.30 Uhr geboren eingetragen; in Wirklichkeit hatte aber meine Mutter ihre schwere Stunde um 7.53 Uhr. In einer Hinsicht stimmt aber meine Errechnung zweifelsohne: ich werde heute verurteilt. Wenn ia) aber die Sache auf morgen vertage, dann stimmt auch diese Er rechnung nicht. Die Sache wurde nicht vertagt. Die Männlein und Beiblein marschierten auf und erzählten, wie einfältig fie geweſen feien, und man lernte auch ein Horoskop fennen, auf Grund dessen der Angeklagte einer seiner Kundinnen ein hübsches Sümmchen für feine Geschäfte herausgelockt hatte. Bis dahin hielt sie nämlich ihr Geld wohlverborgen in der Sparkasse. In ihrem Horoskop hieß es aber: Sollten Sie irgendwo Geld stehen haben, nehmen Sie es sofort weg und verzichten Sie auf alle Vorteile, da der Saturn Ihnen alles nehmen würde, Denn im Horoskop der Deutschen Republik ist zu lesen, daß die deutsche Währung von finanziellen Mißerfolgen betroffen werden deutsche Währung von finanziellen Mißerfolgen betroffen werden

würde.

Das Gericht verurteilte den Sterndeuter zu 9 Monaten Ge fängnis. Nun wird er im Gefängnis seinen Leidensgenoffen Horoskope mit Errechnung des Tages ihrer Befreiung aufstellen, natürlich unter der Borausseßung, daß sie genau ihre Geburtsminute natürlich unter der Voraussetzung, daß sie genau ihre Geburtsminute fennen. Sollten auch diese Horoskope nicht stimmen, so wird er sich ebenso wie vor Gericht auf Einstein berufen: alles ist relativ.

Drei tödliche Berkehrsunfälle.

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Der Straßenverkehr hat gestern wieder drei Todesopfer gefordert. Am Sachsendamm in Schöneberg lief die dreijährige gefordert. Am Sachfendamm in Schöneberg lief die dreijährige Baltraut 5 ähnel aus der Kolonie Bergfrieben" in ein Motor rab hinein. Das Kind wurde fo unglüdlich zu Boden geschleudert, Auf der Oranien daß der Tod auf der Stelle eintrat. burger Chaussee bei Frohnau raste der 26jährige Kellner Otto Hampel aus der Berliner Allee 11 mit seinem Motorrad gegen einen Baum. Mit schweren Schädelverlegungen wurde H. von vorüberfahrenden Automobilisten neben seiner zertrümmerten Maschine bewußtlos aufgefunden. Der Berunglüdte wurbe in bas

gefaßt hat. Hier find Teilungen mit geringeren Mitteln leicht möglich und werden mehrfach auch schon ausgeführt. Entscheidend ist aber bei allen Teilungen, daß es sich nicht um vorübergehende einem sehr instruktiven Referat des Architekten Roth zu entnehmen Notlösungen, sondern um Dauerlösungen handeln soll. Wie aus war, ist die Meinung dieser Baufachmänner folgende: Vor allem Konzentration der Umbauarbeiten auf möglichst wenige Stellen, weiter möglichste Vermeidung von Aenderungen am massiven Mauer­werk. Dann wird unter allen Umständen angestrebt, die Schaffung ausgesprochener Hinterhauswohnungen zu vermeiden, auch die schlecht gelegenste Wohnung soll wenigstens ein Vorder­zimmer erhalten. Dies ist übrigens die eigentliche Nuß, die die Architekten zu knacken haben. Denn aus den dunklen Hinter­zimmern, die an endlos langen noch dunkleren Korridoren liegen, richtigen Regelbahnen, brauchbare, helle und luftige Wohnungen zu machen, das ist keine Kleinigkeit. Zumal jede Wohnung ein eigenes Bad und auch allen anderen Komfort haben soll. Trotzdem ist die Architektenschaft zuversichtlich, das Problem der Umwandlung der verbauten Altwohnungen in zweckmäßige Kleinwohnungen glücklich lösen zu können.

Die Finanzierungsfrage.

Das preußische Wohlfahrtsministerium hat sich eingehend mit den unvermietbaren Großwohnungen beschäftigt und ist bereit, sogenannte verlorene Zuschüsse für die Umbauten zu geben, außer­dem sollen die bereits bestehenden erheblichen Hauszinssteuer­fenkungen beibehalten bleiben. In der Pragis sieht die Sache dann so aus: Eine 9- Zimmer- Wohnung, die 2700 Mark Friedensmiete brachte, hat eine Jegtmiete von 3600 Mart. Davon find 1300 Mart Hauszinssteuer. Wird nun die 9- Zimmer Wohnung in zwei Wohnungen geteilt, gewährt Preußen einen Steuernachlaß von 650 Mark, so daß die Miete auf 2950 Mark gesenkt ist. Werden drei Wohnungen errichtet, erhöht sich der Steuer­nachlaß auf 865 Mart und bei vier Wohnungen beträgt er sogar 975 Mart, so daß die ursprüngliche Miete von 3600 Mart auf 2625 Mart herabgedrückt werden kann. Nebenher laufen dann noch die verlorenen Zuschüsse Preußens.

Im ganzen ist es begrüßenswert, daß die Teilung der alten Großwohnungen jetzt in Angriff genommen wird, zumal die not­leibende Bauarbeiterschaft für einige Zeit dadurch gute Beschäftigung erhalten wird. Allerdings müssen Sicherungen geschaffen werden, daß die ganze Sache nicht auf eine versteckte Subventionierung des Hausbefizes hinausläuft.

Oranienburger Krankenhaus eingeliefert, mo er wenige Stunden nach seiner Aufnahme star b.- Der dritte tödliche Unfall ereignete sich gestern abend in der Leipziger Ede Mauerstraße. Dort wurde der 21jährige Angestellte Friz Korth mit seinem Fahrrad von einem Autobus crfaßt und überfahren. R. ft arb auf dem Transport zur Rettungsstelle in der Kronenstraße. 27 000 tödliche Unfälle,

Eine bedenkliche Statistik.

Leider hat allen Bestrebungen und Bemühungen einer umfangreichen, attiven. Unfallverhüfungspropaganda in Wort und Bild zum Troh die Zahl der födlichen Unfälle in Deutschland weiter zugenommen.

Nach einer jetzt vorliegenden Zusammenstellung des Statistischen Reichsamtes büßten im Jahre 1929 mehr als 27 000 Per sonen durch Unglücksfälle aller Art ihr Leben ein ( 21 285 Männer und 6394 Frauen). Gegenüber dem Jahre 1925, als 23 601 Opfer tödlicher Verunglückungen gezählt wurden, erfuhr die Zahl der Todesfälle durch Unfallgeschehen somit in progreffio

ſteigender Form eine Zunahme um 4078 oder rund 17 Broz. Das tonstante Wachstum der tödlichen Unfallzahlen steht in ursächlichem Zusammenhang mit der von Jahr zu Jahr zunehmenden Berbreitung der Kraftverkehrsmittel. Dbgleich feitens der zuständigen Behörden, Verkehrsverbände und sonstigen Organisa­tionen alle möglichen Maßnahmen zur reibungslosen Abwicklung des Straßenverkehrs getroffen werden, konnte nicht verhindert werden, daß im Rahmen der steigenden Kraftfahrzeugbestände in jämtlichen Teilen des Deutschen Reiches die Zahl der mit oder durch Kraft­fahrzeuge tödlich verunglückten Personen immer größere Dimen fionen annahm. Noch 1926 waren in Deutschland ,, nur" 2398 Todes= opfer des Kraftfahrzeugwesens zu beklagen- 1929 stieg diese Zahl bereits auf 5277 an. Die sich ergebende Verdoppelung der Todes­differ iſt in erster Linie der Raserei von Kraftradfahrern zuzuschreiben, die zur Folge hatte, daß die gesamte Verlustliste der durch oder im Gefolge von Krajtradunfällen Getöteten im Jahre 1929 3¼mal größer war als im Jahre 1926( 1926: 432, 1929: 1851 Todesopfer). Demgegenüber stieg die Zahl der mit oder durch Kraftwagen tödlich verunglückten Personen nur um drei Viertel der im Jahre 1926 gemeldeten Todesfälle. Bezeichnenderweise standen die meisten verunglückten Kraftradfahrer, die durch maßlos über­

ſteigertes Tempo nicht nur sich, sondern auch ihre Mitmenschen ge­fährdeten, im Alter von 15 bis 30 Jahren, während in der, gesetz­teren" Altersklasse von 30 bis 60 Jahren die Todesopfer auf 687 herabjanken.

- Auch

Unter den übrigen Tributen, die der in mannigfaltiger Gestalt auftretende Unfallteufel forderte, sind besonders zahlreich die Todesfälle durch Ertrinken. Die gefahrvolle Unfitte des Badens an verbotenen Stellen oder in unbekannten Gewässern fostete 1929 nicht weniger als 3648 Menschen das Leben. die vielfach in Fabriken oder Betrieben mit maschinellen Einrich­tungen ausgehängten Warnungsplatate, die zur Vorsicht beim Hantieren an Maschinen ermahnen, finden noch immer nicht ge= nügend Beachtung, wobei auch auf die Innehaltung der gesez­nehmerschaft das schärfste Augenmerk gerichtet werden muß. lichen Arbeitsschutzbestimmungen durch die Unter­Wiederum erlitten 449 Arbeiter und Arbeiterinnen tödliche Ma­

schinenverlegungen im Laufe eines einzigen Jahres. Aus der Fülle der Unfallnieldungen mit tödlichem Ausgang sei nur noch auf die. Zunahme der Bergiftungserscheinungen hingepiesen. Durch Pilz oder andere Nahrungsmittelpergiftungen somie durch sonstige atute Bergiftungen erfuhr die Zahl der Todesfälle dieser Art gegenüber den legten Resultaten eine 16,5prozentige Steigerung.

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