Lohnerhöhung in Sowjetrußland?
In Wirklichkeit durch Prämien gesteigerter Abbau.
In Sowjetrußland, das muß man den derzeitigen Machthabern Taisen, versteht man sich auf Reflame. Die Potemkinschen Dörfer sind eben mehr als eine historische Episode.
Vor einigen Tagen verkündeten die bürgerlichen Blätter, die das Privileg haben, eigene Korrespondenten nach Rußland zu schicken, daß auf Grund eines Beschlusses des Obersten Volkswirtschaftsrats der Sowjetunion die Löhne im Kohlenbergbau und in der Eisen- und Stahlindustrie verdoppelt worden seien und täglich 13 Rubel betragen würden.
Wir waren skeptisch. Ausgerechnet im Kohlenbergbau und in der Eisen- und Stahlindustrie, wo die Arbeitsleistung nach den mit teilungen desselben Obersten Volkswirtschaftsrates ständig zurüdgegangen und, nach dem Sollstand des Fünfjahrplans, am niedrigsten von allen Industrien ist? Ausgerechnet hier eine Erhöhung, ja, eine Verdoppelung der Löhne?
größtmöglichen Stimulierung der quantitativen und qualitativen Arbeitsleistung.
Wenn bisher ein Arbeiter der achten Kategorie( höchste Lohnstufe) in den Eisen- und Stahlwerken 6,50 bis 7,25 Rubel täglich verdiente, so wird er jetzt bei einer 100prozentigen Durchführung des Boranschlags 13 Rubel täglich erhalten. Die Erhöhung der Löhne sei fein mechanischer Zuschlag", sondern ein mächtiger Hebel zur Durchführung und Ueberschreitung der Produktionsvoranschläge. bei einer Durchführung und leberschreitung der VorDies finde seinen Ausdruck darin, daß die Löhne sich besonders hoch anschläge stellen. Das Prämiensystem für besonders hohe qualifizierte Leistungen müsse die breiteste Anwendung finden. Endgültig gebrochen werde mit dem unsinnigen System, bei dem der Arbeiter einen garantierten Lohn bei eigentliche Arbeitslohn sei. Große Bedeutung hätten auch die Ge Feierschichten erhalte, der in einigen Fällen sogar höher als der genieure und Techniker würden von jetzt ab Prämien nicht nur an Festtagen und Jubiläen, sondern regelmäßig von Monat zu Monat entsprechend ihren Leistungen erhalten. Dieses materielle Interesse des ingenieurtechnischen Personals an der Durch. materielle Interesse des ingenieurtechnischen Personals an der Durch führung des Produktionsvoranschlags sei von größter Bedeutung. Also nach dem Organ des Obersten Volkswirtschaftsrates sind die Löhne in der Eisen- und Stahlindustrie und im Kohlenbergbau
In Wirklichkeit sind die bürgerlichen Berichterstatter, die in Lohr und Arbeitsfragen meist von einer entwaffnenden Ahnungshaltsherauffehungen beim ingenieurtechnischen Personal. Die In
losigkeit
einem würdigen Nachfolger Potemkins gründlich aufgefeffen. Dafür zeugt folgende Meldung des Ost Expreß aus Mostau: „ Das Organ des Obersten Bolkswirtschaftsrats der Sowjetunion, ,, Sa Industrialisaziu", beleuchtet in einem Leitartikel die Bedeutung der soeben im Kohlenbergbau und in der Eisen- und Stahlindustrie
"
verordnung vom 5. Juni waren nur solche Betriebe berechtigt, deren Aktienkapital fich zu mindestens 50 Proz. im Besiz der öffentlichen Hand befindet. An dem Aktienkapital der Bewag ist die öffentliche Hand jezt aber nur noch zu 33% Proz. beteiligt.
Die Bewag fand aber einen Weg, um die Notverordnung vom 5. Juni für ihre Angestellten mittelbar anzuwenden. Sie stützte sich dabei auf die Einleitungsbestimmung des Tarifver= trages, in der es heißt, daß sich die Gehälter der Bewag- Ange= stellten entsprechend den Gehältern der Beamten der Stadt Berlin zusammensetzen und Aenderungen in den Besoldungsver hältnissen der Beamten ohne weiteres auf die Angestellten der Bewag übertragen werden können. Auf Verlangen des Reiches erhob die Bewag die für die nichtöffentlichen Arbeiter vorges schriebene Krisensteuer von ihrer Angestellten, türzte aber außerdem noch die Gehälter auf Grund der Präambel des Tarisvertrages.
Waren die Bewagangestellten schon über diese ihrer Auffassung fo find sie es jetzt um so mehr, als einem erheblichen Teil von ihnen nach ungerechtfertigte doppelte Belastung ungeheuer empört, Gehalts abzüge drohen. Genoffe 3eit vom 3d., der gestern durch die Beanstandung der Berliner Beamtenbesoldung neue in einer überfüllten Vollversammlung der Bewagangestellten in den Germaniasälen diese Maßnahmen der Bewag fritisch beleuchtete,
ſtellte der Versammlung anheim, eine der freigewerkschaftlichen Ver
tragsorganisationen zu beauftragen, eine Feststellungsflage somie zu den neuen Abzügen am 1. Oktober auf Grund der Be anzustrengen, ob die Bewag zu den am 1. Juli gemachter: Abzügen, soldungsbeanstandung berechtigt ist. Ein dementsprechender Antrag aus der Mitte der Versammlung wurde gegen 3 Stimmen ange
nommen.
erfolgten Lohnerhöhungen. Das Blatt weist darauf hin, daß diese niedriger als in anderen Industrien, wo die Arbeit eine weniger Lohn- und Rechtsabbau bei Beamten.
beiden wichtigsten Zweige der Sowjetindustrie mehrere Monate hintereinander die Voranschläge systematisch nicht durchführen. Dies erkläre sich durch eine„ chaotische Organisation der Arbeit, die schlechte technische Leitung und das zur Routine gewordene Lohnsystem".
Das Lohnniveau im Kohlenbergbau und in der Eisen- und Stahlindustrie sei niedriger als dasjenige in weniger wichtigen Industriezweigen.
Im ersten Halbjahr 1932 lagen die Durchschnittslöhne im Kohlen bergbau und in der Eisen- und Stahlindustrie beispielsweise unter denjenigen in der Gummiindustrie und in der Lederindustrie. die Lohngleichmacherei( dh. die Lohndrückerei) habe dazu geführt, daß weder die Qualifitation der Arbeiter noch die Schwere der Arbeit bei der Lohnfestseßung berücksichtigt wurden. Diese Links abirrung" habe sich in den Eisen und Stahlwerken und in den Kohlenschächten bereits seit Jahren einge nistet. Das neue Lohnsystem beruhe auf dem Grundsatz der
schwere ist. Die ,, Lohnerhöhung" ist in Wirklichkeit ,, fein mechanischer 3uschlag", also nicht eine Erhöhung der Affordfäße oder der Stundenlöhne. Nur wenn die Arbeit qualitativ und quantitativ das Soll erreicht und überschreitet, nur dann soll der angebliche Normallohn von 13 Rubel bei den höchstqualifizierten Arbeitern erreicht werden. Also, um es ganz nüchtern zu sagen:
Berdoppelung des Lohnes bei verdreifachter Leistung. Gleichzeitig wird das bei der Reichsbahn beliebte, beim Personal aber als Rorruptionssystem berüchtigte System der Prämien für das leitende Personal eingeführt. Je höher die Leistung der Arbeiter, desto höher ist der Lohn der leitenden Angestellten. Anders ausgedrückt: die leitende Angestellte wird gegen flingende Münze zum Antreiber gemacht.
Dieses System ist nicht neu. Es ist der Rumpelkammer des fapitalistischen Systems entnommen, auf das mit Vorliebe die Scharfmacher aller Nationen zurückgreifen. Ne u ist nur, daß dieses System, dank der bürgerlichen Preffe, von Moskau aus als der Triumph des bolschewistischen Fortschritts angepriesen wird.
Statistik als Lohndruckmittel.
Suns wird geschrieben:
Das Statistische Reichsamt hilft dabei.
Bor längerer Zeit ging das Statistische Reichsamt daran, der Tariflohnstatistik eine breitere Grundlage zu geben. Alles schien in bester Ordnung. Da plößlich erhoben die Tertilfabrikanten Einspruch gegen die Einreihung der Tertilarbeiter ( Spinner und Weber bzw. Birker und Strider) unter die Rubrik der Facharbeiter. Nach Meinung der Syndizi sind die Textil arbeiter nicht Facharbeiter, sondern nur angelernte Arbeiter. In einer Besprechung, die im Statistischen Reichsamt unter zuziehung von Vertretern der Unternehmer und Arbeiter stattfand, konnte eine Einigung darüber nicht erzielt werden.
Nun hat das Statistische Reichsamt die Tariflohnstatistik auf der neuen, breiteren Grundlage zum ersten Male veröffentlicht ( ,, Wirtschaft und Statistit", 1. Septemberheft 1931). Dabei hat der Einspruch der Textilfabrikanten so gewirkt, daß die Statistik ein abschredendes Beispiel dafür geworden ist, wie eine
müßte es der Industrie doch ein Leichtes sein, den Facharbeitermangel durch Anlernen von ungelernten Arbeitern in furzer Zeit zu beheben. Wozu dann das dauernde Klagen? Wozu dann auch der Aufwand für die Lehrwertstätten, die in größeren Betrieben eingerichtet wurden? Das alles zeigt doch recht deutlich, daß für die Fabrikanten bei ihren Forderungen lohn politische Momente ausschlaggebend waren. Um fo mehr muß das Nachgeben des Statistischen Reichsamts Entrüstung hervorrufen. Die Textilarbeiterschaft verlangt, daß entsprechend der Wertigkeit ihrer Arbeit die strittigen Gruppen als Facharbeiter. auch in der amtlichen Statistik anerkannt werden! Sie verlangt weiter, daß die amtliche Statistik nicht zu einem Hilfs= mittel der lohnpolitischen Maßnahmen der Tegtilfabrifanten herabgewürdigt wird!
Statistik nicht sein soll. Man hat nämlich der besonderen Fünftagewoche und
Fünftagewoche und Reichsregierung.
Schwierigkeiten" wegen die Frage offen gelaffen, ob die Spinner und Weber unter Facharbeiter oder angelernte Arbeiter einzureihen sind. So bietet denn die Statistik dem Betrachter die Kuriosität, daß die Textilarbeiter
mit gleichen Lohnfähen sowohl unter„ Facharbeiter", als auch unter ,, angelernte Arbeiter"
erscheinen. Bei der Durchschnittsberechnung hat man dann nach dem Rezept ,, Man nehme..." die Textilarbeiter zu je 50 Pro z. unter Facharbeiter" und angelernte Arbeiter" berücksichtigt. Man wäre versucht, über diese Art„ Statistit" sich luftig zu machen, wenn nicht ein biterer Ernst dahinter stecke. Das Ziel der Unternehmer ist klar. Sie wollen dadurch, daß sie die Textilarbeiter nur als angelernte Arbeiter gelten lassen wollen, ver. hindern, daß die niederen Löhne der Zertilfacharbeiter in der amtlichen Statistik mit den bedeutend höheren Löhnen der Facharbeiter anderer Industrien verglichen werden. Sie wollen die Gleichstellung der Textilfacharbeiter mit den angelernten Arbeitern der anderen Industrie, um so die niederen Lohnfäße der Textilarbeiter zu verschleiern.
Es wirft auf das Statistische Reichsamt tein gutes Licht, daß es die Einwände der Arbeiter, unter deren Mithilfe in vielen Vorbesprechungen( in denen die strittigen Gruppen ganz selbstverständlich als Facharbeiter galten!) die Grundlage für die neue Statistik überhaupt erst geschaffen wurde, außer Betracht ließ. Dagegen brauchten die Unternehmer nur zu fordern, um beim Statistischen Reichsamt weitestes Entgegenkommen zu finden, Die Bermutung liegt nahe, daß eine gewisse
Tächerlichmachung der amtlichen Statistik
ganz im Sinne der Syndizi lag. Dann allerdings haben die Herren
Man wartet noch ab.
Das Wolfsbüro teilt mit: Der Reichsrat hat in seiner Sigung am Donnerstag die Durchführungsbestimmungen zur Einschräntung der Arbeitszeit angenommen, die von der Reichsregierung auf Grund der ihr durch die Notverordnung vom 5. Juni verliehenen Ermächtigung zur Arbeitszeitverkürzung zu erlassen sind. Er handelt sich dabei um allgemeine Bestimmungen zur Durchführung dieser Ermächtigung, die maßgebend sind für die nun zu erlassenden Einzelverordnungen über Arbeitszeitver fürzung in bestimmten Gewerbezweigen oder Gruppen von Arbeitnehmern. Die Durchführungsbestimmungen behandeln die in der Notverordnung vorgesehenen Möglichkeiten der Arbeitszeitvertürzung, nämlich die Berkürzung der regelmäßigen Arbeitszeit unter 48 Stunden wöchentlich und die Genehmigungspflicht für die in Tarifverträgen zugelaffene Mehrarbeit über 48 Stunden. Sie regeln befonders die Einwirkung von Einzelverordnungen der Reichsregierung auf die bei ihrem Erlaß schon bestehenden Tarifverträge und geben dem Arbeitgeber das Recht, den Lohn entsprechend der Arbeitszeitverkürzung herabzusehen. Ferner wird das Verfahren bei der Genehmigung tarifvertraglicher Mehrarbeit und die Zuständigkeit der Behörden geordnet. Zur Zeit schweben mit einer Anzahl von Gewerbezweigen Verhandlungen über eine frei willige Arbeitszeitverkürzung. Es ist zu hoffen, daß sie durch die Durchführungsbestimmungen gefördert werden. Je nach dem Ergebnis wird, soweit erforderlich, mit Einzelverordnungen für diese Gewerbezweige vorgegangen werden.
Die Gegenaktion der freien Gewerkschaften.
Eine Konferenz der freien Gewerkschaften der Kommunalbeamten Berlins ( Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Gesamtverband, Butab, Deutscher Werkmeisteroerband) nahm am Donnerstagvormittag zu der neuen Notverordnung und ihren Auswirkungen auf die Berliner Beamten und Angestellten Stellung. fraktion heranzutreten, damit diese sich im Stadtparlament gegen Es wurde beschlossen, an die sozialdemokratische Stadtverordnetens eine erneute Nachprüfung und Verschlechterung der Berliner Besoldungsordnung wende.( Der von der sozialdemokratischen StadtverDringlichkeitsantrag ist von uns in der Freitagmorgenausgabe verordnetenfraktion eingebrachte und mit Mehrheit angenommene Dringlichkeitsantrag ist von uns in der Freitagmorgenausgabe ver= öffentlicht worden. Gleichzeitig soll versucht werden, im selben Sinne auf den Oberbürgermeister und den preußischen Innenminister einzuwirken.
Radikalisierung der Beamten und Angestellten gab eine am Ueber die erbitterte Stimmung und die fortschreitende selben Tag stark besuchte Funktionärversammlung der Reichsgewerkschaft Deutscher Kominunalbeamten Aufschluß. Die Funktionäre aus den Verwaltungen und Betrieben wandten sich mit großer Schärfe gegen die neuen Gehaltsfürzungen und die durch die preußische Sparverordnung eingeleitete 3ertrümme rung der Rechtslagen des Berufsbeamtentums. Von den gewerkschaftlichen Spizenorganisationen wurden verfchärfte Rampfmaßnahmen gefordert, nachdem die bisherigen Proteste und Verhandlungen mit den Behörden ohne Wirkung geblieben sind.
Um die Löhne der Wachangestellten.
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Sichern Elendslöhne den Besitz?
Der Tarifvertrag für die Wachangestellten Groß- Berlins vom Jahre 1929 ist allgemeinverbindlich seit Januar 1930. Eine Lohnerhöhung, obwohl sie besonders für Separatwächter notwendig gewesen wäre, ist inzwischen nicht verlangt worden. Die Monats= löhne der Separatwächter betragen 180 Mart. Die Abzüge betragen 35 bis 40 Mark einschließlich Fahrgeld. Diese Löhne sollen jetzt zu hoch sein.
Die Wachzentrale des Westens, Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte und einige andere Gesellschaften haben zum zweitens mal die Aufhebung der Allgemeinverbindlichkeit beantragt. Die treibende Kraft ist der Geschäftsführer der Wachgesellschaft für Berlin und Nachbarorte, Rechtsanwalt Hanel. Dieser Herr war stets schon ein Gegner des Tarifvertrages, den er umgangen hat wo er nur fonnte, so daß er öfter zum Arbeitsgericht kommen mußte. Herr Hanel fucht sein Ziel beim Reichsarbeitsministerium, dem Tarifvertrag ein Ende zu bereiten, durch die Argumentation zu erreichen, wenn schlechtere Löhne gezahlt werden können und die Arbeitszeit nicht tariflich festgelegt ist, fönnten mehr Wächter beschäftigt werden. Das ist unzutreffend. Selbst alte Geschäfte müssen vielfach ihre Pforten schließen, und Herr Hanel, der sich besonders auf Baubewachungen einstellt, weiß, daß diese jezt mehr und mehr überflüssig werden. Aber den Herrn plagen ,, die hohen Wächterlöhne", der Urlaub und die drei freien Tage. Sie schmälern seinen Profit. Bei verkürzten Löhnen würde nicht ein einziger Wächter mehr eingestellt. Im Gegenteil, die Herren würden obendrein noch die Arbeitszeit verlängern, um noch mehr Wächter abzubauen.
Schlecht bezahlte Wächter sind für die Bewachung wertlos, unter Umständen sogar gefährlich. Die Abonnenten müssen immerhin eine gewiffe Gewähr haben, gegen Diebstahl geschützt zu sein, die elend bezahlte Wächter mit überlanger Arbeitszeit nicht bieten
fönnen.
Das Reichsarbeitsministerium wird hoffentlich den Antrag der leinen Gesellschaften glatt ablehnen.
Vereinbarung für Straßenbahner.
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dem Lohnstreit der rheinisch westfälischen Straßenbahnen wurde am Donnerstag zwischen den Parteien eine Vereinbarung getroffen, wonach die Löhne ab 1. Oftober um 4 Pro3. gesenkt werden; das Hausstandsgeld wird weitergezahlt. Die Unternehmer hatten 10 Proz. Lohnabzug und den bis zum 1. März 1932.
vom Statistischen Reichsamt sich selbst einen Bärendienſt erwiesen. Ist die Bewag ein öffentlicher Betrieb? Bortfall des Hausstandsgeldes verlangt. Die Vereinbarung läuft
Sehr oft schon haben die Unternehmer und ihre Syndizi in Gesprächen zugegeben, daß heute die Tertilarbeiter geradezu Künstler ihres Fachs sein müssen. Kein Fabrikant, der wirklich Einblic in das Getriebe der Textilindustrie hat, wird behaupten können, daß ein Arbeiter, der berufsfremd in die Textilindustrie kommt, nach sechs, acht, zehn oder zwölf Wochen( wie es die Syndizi be= haupten) in der Lage ist, sechs oder acht gewöhnliche Webstühle oder bis zu vierzig Automatenwebstühle zu bedienen, oder ein Stück hochwertigen Herrerstoffes zu weben. Wir empfehlen den Herren Syndizi, es einmal selbst zu versuchen!
Es ist eine bekannte Tatsache, daß gerade aus der Textilindustrie in Zelten guter Konjunktur immer Notrufe fommen über Mangel an Facharbeitern.
Wo bleibt da die Logit? Wenn es sich nämlich bei den Textil arbeitern wirklich nur um angelernte Arbeiter handelte, dann
Eine Feststellungsflage der Angestellten.
Die Beanstandung der Berliner Beamtenbesoldung hat auch eine ungeheure Empörung hervorgerufen unter den Angestellten der Bewag, die früher ein rein öffentliches Unternehmen war und seit dem 1. Mai eine vorwiegend privatkapitalistische Attiengesellschaft ist.
Zu der Kürzung der Gehälter am 1 Februar d. J. entsprechend der Notverordnung vom Dezember v. J. um 6 Proz war die damals noch rein öffentliche Bewag zweifellos berechtigt. Anders lag jedoch die Situation am 1. Juli, als quf Grund der Notverordnung vcm 5. Juni ein neuer Abbau der Gehälter der öffent lichen Beamten und Angestellten um 4 bis 7 Proz. erfolgte und die
nichtöffentlichen Arbeitnehmer mit der Krisensteuer belaftet wurden. Zu dem Abbau der Gehälter, entsprechend der Not
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Heute, Sonnabend: Bibliothekskommission: Sigung im Gewerkschafts haus, Zimmer 26. Gruppe Südwesten: Gigung im Gewertschaftshaus, Bimmer 42. Morgen Sonntag: Fahnenträger, Funktionäre: Um 912 Uhr Treffen im Clou, Mauerstr. 42. Zutritt nur mit Teilnehmerfarte. Jugendvorstellung der Boltsbühne am Sonntag, 11. Ottober. Karten zum Preise von 80 Pf. in der Jugendzentrale erhältlich.
Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Achtung! Morgen, Sonntag, beteiligen sich alle Jugendmitglieder am Herbsttreffen in Zoffen.
Berantwortlich für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton : Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Raritädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin .
Berlag: Bormants. Berlan 3.a. i niente. Dudes formáris Budbruderet und Verlaasanstalt Baul Ginert Co. Berlin G 68, Lindenſtrake 8.
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