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K:e Gachversiändigenliste. Nur 3 Arbeitnehmervertreter in der deutsch -französischen WirtschastStommission. TiebenunddreißigNamen weist die Liste der deutschen Sachverständigen für die gemischte deutsch -französische Wirtschafts» tommission, die ihre Tätigkeit demnächst aufnehmen soll, auf. Es find dies fast ausschließlich Industrielle, Bankiers, Großagrarier, Ministerialbcamte und ganze drei Vertreter der Arbeitnehmerschaft, nämlich die Genossen Tornow vom ADGB . und Schweitzer vom Butab und der Hirsch-Dunckersche Gewerkschastsleiter L e m m e r. Dieses Mißverhältnis ist geradezu aufreizend. Die deutsche Arbeiterschaft muß den Eindruck gewinnen, als ob man ihr einige Konzession-, schulzen" zugebilligt hat, um das Versprechen der Zu- Ziehung von Arbeitnehmerdelegierten formal zu erfüllen, daß ober im übrigen bei diesen Verhandlungen mit Frankreich die Groß- kapitalisten möglich st unter sich bleiben und ihre einseitigen Interessen wahrnehmen wollen. Wir hören allerdings, daß die Reichsregierung unsprünglich die Absicht hatte, doppelt soviel Arbeitnehmeroertreter und weniger Sachverständige aus kapitalistischen Kreisen zu benennen, daß ober auf französischer Seite der Wunsch geäußert wurde, die deutsche Liste der französischen möglichst anzupassen: und da die letztere zu- nächst nur einen Gewerkschaftsführer aufwies, im übrigen nur Industrielle, Großkaufleute und dgl., sei man diesem Wunsche ent- gegengekommen. Diese Erklärung vermag unsere Bedenken in keiner Weise zu beheben. S>-> beweist einerseits, daß die Regierung Laval, die zu- nächst von sich aus die Parole der Zusicherung von Arbeltnehmer- sachverständigen ausgegeben hatte, nicht willens ist, ihr Versprechen zu erfüllen. Sic zeigt aber andererseits, daß es auch auf deutscher Seite an der nötigen Energie gefehlt hat, um eine gerechte Vertretung der Arbeiterniteressen durchzusetzen. Es scheint, daß man sich den französischen Wünschen allzu schnell gefügt hat. weil sie durchaus nicht ungelegen kamen. Es wird nun amtlich betont, daß die Liste nicht endgültig und ausschließlich sei. Wenn dem so ist, dann ist zu fordern, daß bei etwaigen Ergänzungen, das schreiende Mißverhältnis einigermaßen ausgeglichen wird.

Aazis stehlen Sprengstoff. Aufsehenerregender Fund unterm Rette. llleruigerode, 22. Oktober. (Eigenbericht.) Aus einem Sprengstofflager, das zu einem Steinbruchsbetrieb in Wernigerode gehört, wurden Anfangs dieses. Monats Vi Zentner Sprengpulver(70 Proz. Dynamit) gestohlen. Durch polizeiliche Ermittlungen konnte dasselbe bei einem jugendlichen Nationalsoziali st en unter einem Bett versteckt, sichergestellt werden. An dem Diebstahl sind acht Anhänger der revolutionären nationalsozialistischen Kampfgruppe festgestellt worden. Außerdem wurden zwei ausländische Militärgewehre beschlagnahmt. Die:n Wernigerode wohnhaften Täter sind mit Ausnahme von zwei Jugendlichen, festgenommen und dem Untersuchunsrichter zugeführt worden. Sie haben sich wegen schweren Diebstahls und Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu verantworten.

Aoch längst keine Einigung in Genf . Japan lehnt alle Vorschläge ab Genf . 22 Oktober.(Eigenbericht.) Der Konflikt in der Mandschurei hat bisher noch keine Lösung erfahren. Am Mittwoch nachmittag hieß es, daß die Japaner ihre Bedingungen für einen Rückzug ihrer Truppen wesentlich zu- rückgesteckt hätten und die chinesische Regierung sich zu Abwehr- maßnahmen gegen den antijapanischen Boykott verpflichten wolle. so daß eine Einigung dicht bevorzustehen schien. Am Alend über- reichte der chinesische Delegiert« Sze Hein Ratspräsidenten Briand noch einmal neu« Vorschläge. Sie enthalten: die Forderung der sofortigen Räumung der besetzten mandschurischen Ge- biet« durch die japanischen Truppen, die Forderung nach der Ein- setzung einer neutralen Beobachterkommission, das Verlangen der Zahlung einer angemesienen Entschädigung an die Opfer des japanischen Einfalls und die Forderung nach der Ein- setzung einer st ä n d i g« n Kommission. Die zu dem Konflikt ausgearbeitete Entschließung des Völker- bundsrats, deren Inhalt dem japanischen Delegierten bereits priva- tun mitgeteilt wurde, hat Japan entschieden abgelehnt. Ein Beschluß des Völkerbundsrats nach Artikel 11 ist dadurch unmöglich, da zu einem derartigen Beschluß Einstimmigkeit gehört. In An- betracht dieser Situation besteht dke Möglichkeit, daß China in den nächsten Tagen eine Entscheidung des Rats auf Grund des Artikels des VAkerbundspaktes beantragen wird. Dieser Para- graph ermächtigt den Rat, auch unter Ausschluß der streitenden Parteien«inen Beschluß zu fassen. Antideuffche Propaganda Von deutschen Industriellen in Amerika betrieben. Ikew Jork, 22. Oktober. (Eigenbericht.) In Amerika reisen zur Zeit wieder einige deutsche Wirtschafts- sührer herum, die, statt ihre heimischen Betriebe zu sanieren, nichts anderes zu tun haben, als öffentlich gegen die Republik , die Sozial- demokratie und die Gewerkschaften aller Richtungen zu Hetzen. Den Bogel hat bisher der nationalistische Industrielle Thyssen abge- schössen. Er erklärte am Mittwoch in New York auf einem Fest- essen, daß die Republik nicht die geeignete Staatsform für Deutsch- land sei und die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften für alle sozialen Extravaganzen" verantwortlich zu machen seien. Thyssen bedauerte ferner den hohen Goldstandard der Reichsbant und deutete an, daß es notwendig sei. den Goldstandard in der gegenwärtigen Höhe aufzugeben. �Schließlich forderte er noch den Verzicht aus den polnischen Korridor. Der Industrielle Siemens trat für systematische Lohnkürzungen in Deutschland ein.

Rachspiel zum Seemannsstreik. Die streikenden Seeleute vor dem Schnellrichter. Kiel , 22. Oktober. (Eigenbericht.) Vor Kiel-Holtenau trafen am Mittwochabend 3 0 deutsche Dampfer aus Leningrad ein. Es sind Schiffe, deren Be- satzung m dem russischen Hafen unter dem Terror russischer Kom- munisten meuterte. Bevor die Dampfer ihre Reise fortsetzten, wur- den etwa 120 Mann der Besatzung an Land gesetzt. Die Matrosen halvn sich vor dem Schnellrichter wegen Meuterei zu veront- warten. Das Sondergericht tritt heute in Holtenau im Hotel Jnter- national zusammen.

Sklareks und Oer Gistmordversuch" D Henke morgen sollte im Sklarekprozeß der Komplex Stadtbank unmittelbar nach Beginn der Verhandlung zur Erörterung gelangen. Es war aber nicht so leicht, von den Stlarekoerträgen und Sklarek- lieferungen loszukommen. Eine Ueberraschung bot die Behauptung des angeklagten Buchhalters Tuch. Willi Sklarek sei es gewesen. in dessen Austrage er die Umbuchung der 200 000 Mark. die die VAG. der Firma Sklarek angeblich für die Kommissionsware schuldete, vorgenommen habe. Willi Sklarek bestreitet ganz ent­schieden, einen derartigen Auftrag erteilt zu haben. Max Sklarek müsse das wohl gewesen sein. Vorsitzender zum Angeklagten Tuch: haben Sie die Bücher geführt oder haben Sie nur die Bücher umgeschrieben"? Als Einleitung zu dem Stadtbank-Komplex folgt zu Nr. 1 ein Geplänkel zwischen H o s f in a n n und Sklarek. Sklarek greist wieder den Bankdirektor Hoffmann an. Er wolle hier nur die Wahrheit sagen, er gehöre nicht zu den Menschen, die gleich dummen Jungen mit Namen hcrumschmeißen. Wenn man die Namen der prominenten Persönlichkeiten wissen wolle, die in Betracht kommen, so möge man nur bei seinem Bruder Max Sklarek den silbernen Pokal mit den eingravierten Namen beschlagnahmen. Wenn er sich bewußt gewesen wäre, etwas Strafbares begangen zu haben, so wäre er auf Pistian überhaupt nicht zurückgekommen. Man habe ihn wie einen Schwerverbrecher behandelt: es seien ihm in Moabit Handfesseln angelegt worden, man habe ihmver- giftete Pillen" ins Gefängnis geschickt. Vorsitzender: Sie meinen wohl Pillen, die eine Hastunfähigkeit verursachen sollten? Die Pillen hatte ja die Wahrsagerin, Frau Seikller, von Kieburg bekommen. Sie hatte ja auch selbst etwas davon genommen und erklärt, daß das Herz hinterher wie wahnsinnig geklopft habe. Sie lebt noch heute, hoffentlich ist sie nicht gestorb«n-" Leo Sklarek läßt sich nicht davon abhalten, wenn auch ohne Namensnennung des Angeklagten Hoffmann, so doch für jeden verständlich, daß dieser da- mit gemeint sei, zu erzählen, wie H o s f m a n n s Frau sich mit

Tragödie der Not. Verzweifelte Tat eines Rerliner Ehauffeurs. Das B«rlin«r Taxigewerbe ist durch die Wirtschaftslage und die hohen Steuern und Benzin preise in eine trostlose Lage geraten. Die Wagen warten stundenlang auf einen Fahrgast oder fahren leer durch die Straßen, um einen Kunden zu bekommen. Nur die neuen und modernen Wagen haben noch Aussicht, Fahrgäste zu bekommen, während die alten Taxis unbenutzt umherstehen. Die Einnahmen decken kaum die Kosten für den Brennstoff, an Verdienst und Steuerbezahlung ist überhaupt nicht zu denken. Jetzt hat sich wieder ein Vorfall abgespiett, der bezeichnend für die trostlose Lage der Taxis und Chauffeure ist. Ein alter Wagen hatte vier Stunden an einem Halteplatz g e st a n d e n, ehne einen Fahrgast zu bekommen. Die Wagen, die sich mit ihm angestellt hallen, waren längst davongefahren, neue Wagen gekommen, auch sie hatten schließlich Fahrten erhalten. Aber noch immer stand der alte Wagen und wartete vergeblich. Plötzlich stieg der Chauffeur, der schon fünfzehn Jahre im Fach ist, von seinem Sitz herunter, Holle einen schweren Schraubenschlüssel und begann, seinen Wagenzuzerschlagen. Die Fenster- scheiden fielen klirrend auf den Asphalt, die Karosserie wurde zer- schlagen, der Kühler zertrümmert. Hinzueilende Kollegen versuchten anfangs vergebens, den alten Fahrer von seinem Wahnsirmswerk abzubringen. Sie kamen in Gefahr, selbst getrossen zu werden. Erst nach geraumer Zeit gelang es, dem Chauffeur sein Instrument zu entwinden und ihn selbst zu überwältigen. Kurz darauf brach er bewußllos zusammen. Man schaffte ihn zu einer Unfallstelle, wo der Arzt einen Tobsuchtsanfall infolge völliger Neroenzerrüttung feststellte. Der Chauffeur mußte daraufhin in eine geschlossene Anstalt übergeführt werden. Der Wagen war so zugerichtet worden, daß er nur noch zur Verschrottung Verwendung finden kann. Die weiteren Untersuchungen ergaben, daß der Chauffeur in den letzten Tagen Tageskassen zwischen zwei und drei Mark gehabt hatte. An diesem Unglückstage hatte er in fünf Stunden Dienst ganze Pf. eingenommen.

Oer Tod des Kindes. Die Mutter wegen Mißhandlung vor Gericht. Eine Mutter sitzt vor dem Landgericht l, eine blasse, schmal- brüstige Frau. Sie ist angeklagt, den Tod ihres zweijährigen Töchterleins Hildegard mit verursacht zu haben. Die 26jährige bestreitet nicht, ihr Kind gezüchtigt zu haben, es sei von Geburt jehr schwächlich gewesen, unsauber und ungehorsam. Den Tod des Kindes, den hat sie nicht verursacht. Rein, es ist an einer Lungenkrank- heit gestorben, ebenso wie die zwei anderen jüngeren Kinder. Auch sie selbst ist lungenkrank, lungenkrank auch der Mann---- Am 19. März wurde in das Spandauer Stadtkrankenhaus die zweijährige Hildegard eingeliefert. Sie starb, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben. Die Diagnose lautete auf Lungenentzün- d u n g. Das Kind befand sich in einem äußerst vernachlässigten, ja verwahrlosten Zustand, war in hohem Maße unterernährt, wies am Gesicht und am Körper«ine große Anzahl von blutunterlaufenen Stellen und Schorfen auf, die von Mißhandlungen herrühren mußten, der Rücken war durchgelegen, das Kind mußte schon sehr lange Zeit krank gewesen sein, ohne daß sich ein Arzt darum ge- kümmert hätte. Die Ermittlungen ergaben trostlose häusliche Ver- hältnisse. Frau N. hatte trotz ihrer 26 Jahre bereits fünf Kinder zur Welt gebracht, das achtjährige voreheliche wurde bei den Groß- eitern großgezogen, außer diesem befand sich nur noch ein vier- jähriges am Leben, die Mutter, tuberkulös und bascdowtrank, war wieder schwanger, der Mann arbeitsunfähig, erst vor kurzem aus dem Krankenhaus entlassen, lebte von seiner Wohlfahrtsunter- stützung. Die Nachbarsleute wußten zahlreiche Fälle von Miß- Handlungen der kleinen Hildegard zu schildern. Die Mutter schlug das Kind ins Gesicht, wenn es sich im Wägelchen aufrichten sollte, warf es auf den Boden, steckte ihm beim Füttern den Lössel so tief in den Hals, daß es sich erbrechen mußte und schlug es hinter- her, weil es sich erbrochen hatte. In der Gerichtsverhandlung bestätigten die Zeugen ihre Aussagen, die sie in der Voruntersuchung gemacht hatten Die Sachverständigen waren der Ansicht, daß auch die Vernachlässigung des Kindes durch die Mutter, das Fehlen der ärztlichen Hilfe, die Mißhandlungen, die Ihm zuteil geworden, den Tod der kleinen Hilde mit verursacht hätten. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten

die Gtadtbank as Gchnststück im Gesängnis einem billigen Pelz nicht zufrieden geben wollte, wie er sich von Gerson einen Pelz im Werte von 2300 Mark kommen ließ. der schließlich von der Frau Hofsmann auch für gut befunden wurde. Im übrigen, erklärt aber Leo Sklarek, habe er niemandem in Ver- bindung mit geschäftlicher Tätigkeit Geschenke gegeben. Als Einleitung zum Stadtbank-Komplex komrnt auch die interessante Angelegenheit eines Schriftsatzes zur Sprache, in Schreibmaschincnschrist hergestellt, der für Leo Sklarek, Willi Sklarek und Lehmann bestimmt war und 18 Pundte betraf, die für den Komplex Stadtbant von Bedeutung waren. Alle drei saßen damals im Untersuchungsgefängnis. Dos Schriftstück sollte aus dem Büro eines Rechtsanwalts Bunge stammen. Die Angeklagten wollen von dem Schriftstück nichts wissen. Rechtsanwalt Dr. Julius Meier lacht:Das Schriftstück habe mit dem Anwallsbttro Bunge nichis zu tun." Vorsitzender: Wissen Sie. wo es hergestellt ist?" Dr. Meier: Nein. Es ist festgestellt, daß keiner von den anwesenden Anwälten damit etwas zu tun gehabt hat. Es wird den Staddbankdirektoren H o f f m a n n und Schmitt vorgeworfen, sie hätten den Sklareks Vorschüsse auf Forderungen gegeben, die diese an die BAG. hatten. Es bandelte sich dabei um Lieferungen, die noch nicht ausgeführt waren. Die Sklareks zedierten ihre Forderungen an die Stadtbank, Kieburg erkannte, die Schuld der BAG. an Sklar«ks an. Die Angeklagten Hoff mann und Schmitt bestreiten, Vorschüsse gegeben zu haben, bevor die Lieferungen nicht erfüllt worden seien. Sie waren stets überzeugt, daß die Lieferungsangelegenhcit bereits voll und ganz reguliert sei. Vorsitzender:Sie sollen aber z. B. bereits am 1. Oktober einen Vorschuß gegeben haben auf einen Auftrag, der erst am 8. Oktober erteill worden ist." Direktor Hosfmann bestreitet das. Willi Sklarek meint, daß der Auftrag vielleicht mündlich erteilt worden, nur feine schriftlich« Bestätigung spater erfolgt sei. Auf die Anregung des Rechtsanwalls Bahn stelll der Vorsitzende fest, daß sämtliche Aufträge, die die Sklareks von Kieburg für BAG. erhallen hatten, wenn auch nach mehrfachen Prolongierungen, o r d- nungsgemäß ausgeführt worden sind.

wegen Körperverletzung mit Todeserfolg ein Jahr Gefängnis. Der Verteidiger bestritt, daß der Tod durch die Mißhandlungen verursacht worden sei und bat, die Mutter nur wegen Körperverletzung zu verurteilen: Das Gericht schloß sich jedoch der Ansicht des Verteidigers nicht an und verurteilte die An- geklagte wegen Körperverletzung mit Todesersolg zu neun Mo- n a t e n G e s ä n g n i s. In der Urteilsbegründung führt der Vor- sitzende aus, daß der bewußtlose Zustand, in dem das Kind im Krankenhaus eingeliefert worden sei, durch die Blutungen der Hirnhaut verursacht worden sei: diese Blutungen seien auf die Verletzungen zurückzuführen, die dem Kinde durch die Mutter zu- gefügt worden seien._ Oer Krach in der Wirischastspariei. Der ReichSausschuß einberufen. Der Vorstand der Wirtschaftspartei trat am Mittwochnachmitt'z im Preußischen Landtag zusammen. Er beschäftigte sich in der Hauptsache mit Fragen der Parteiorganisation. Es wurde beschlossen, den Reichsausschuh für kommenden Mittwoch nach Berlin einzuberufen. Reichstagsabgeordneter Mollath er- stattete einen Bericht über die Stellungnahme der Fraktion zum Kabinett Brüning. An der Sitzung nahm auch der ehemalige sächsische Staatsminister Dr. Weber teil, der bekanntlich sein Amt als zweiter Parteivorsitzender niedergelegt hat, nach wie vor aber dem Parteivorstond angehört. französische Anleihe für Jugoslawien . 300 Millionen französische Kranken. Wie amtlich in Belgrad mitgeteill wird, hat der jugoslawische Finanzminister in Paris den Verttag über einen Kredit von 3 0 0 M i l l. f r a n z Franken, der für den Staat bereits bei der jugoslawischen Nationalbank bereitgestellt worden ist, unter- zeichnet. Diese Anleihe vervollständigt das Programm für die e n d- gültige F i n a n z r e f o r m. Die in der letzten Zeit durch die Veränderungen in der Weltwirtschaft und aus dem Jnlandmarkt eingetretenen Störungen des Haushaltsgleichgewichts sind bereits durch die in den beiden letzten Monaten ergriffenen Maßnahmen zur Einschränkung der Ausgaben und Erhöhung der Einnahmen behoben worden. Der Ertrag der neuen Anleihe wird zur Ver­mehrung der Devisendeckung de» Notenumlaufs dienen. Goldflut in Frankreichs Häfen. Aus New York kommend, hat dieEuropa " in Cherbourg LOO Millionen Franken Gold ausgeschifft. Ein Sonderzug mußte zusammengestellt werden, um diesen Goldsegen nach Paris zu schaffen. Am Dienstag und Mittwoch liefern dieAquitania", die Deutschland " und derPresident Roosevelt " Goldsendungen von insgesamt über eine Milliarde Franken in dem genannten Hafen ab. Für Ende dieser Woche werden weitere Goldimporte erwartet.

Metallarbeiterstreik in polen. s a t k o w i h. 22. Oktober. ver polnische wekallarbcilerverband hat aus Grund des ve- schlusses des Vorstandes zum Generalstreik aufgerufen.

Erdbebenkatastrophe auf den Salomon-Lnseln London , 22. Oktober. wie erst jetzt bekannt wird, sind einem hefligeu Erdbeben aus den zentralen und östlich gelegenen Salomoninseln(polynesischer Archipel) 50 Menschenleben zum Opfer gefallen. IS Eingeborenendürser wurden vollständig zerstört.

Seinen 75. Geburtstag begeht heute Genosse Ernst T ü b b e ck e, Hagenauer Straße 1. Seit 1876 Mitglied der Partei, gehört er nun schon seit fünf und einem halben Jahrzehnt zu den Kämpfern für den Sozialismus. Im fünften Wahlkreis der Vorkriegszeit hat er als Schriftführer der Partei mitgearbeitet, noch nach dem Krieg war er Bezirksführer und auch jetzt versäumt er keinen Zahlabend. Die Genossen aus der 28. Abteilung wünschen dem Jubilar jür seinen Lebensabend alles Gute und hoffen, ihn auch zu seinem sechzigjährigen Parteijubiläum begrüßen zu können.