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Sozialisten " über Nacht.

r St E'I Dei den hessischen Wahlen wurden vorwiegend i K die Parteien rein kapitalistischer P.Sgung von den Nationalsozialisten ausgesogen.

AUFh/ERTLM WLKSfHRUiLER IAN0VOLH DtUKWNATiOh Hitler:Ich kenne keine Kapitalisten mehr, ich kenne nur noch nationale Sozialisten!" Katzenellenbogen verhastet. Voruntersuchung gegen ihn und vier Gchultheiß-Generaldirektoren.

Am Tage danach! Hugenberg bestätigt: Kein Einbruch in die Marxistenfront. Die hessischen Wahlen und ihr Ausgang haben begreif- lichemeise in der politischen Presse einen starken Widerhall gefunden. Alles was derHarzburger Front' dienstbar ist, möchte aufjubeln bei dem Gedanken, daß die Mehrheit der Weimarer Koalition beseitigt ist. Aber da meldet sich sofort ffdie unbequeme Tatsache, daß der Kuckuck im Harzburger Nest die übrigen Mitbewohner einfach auszehrt, so daß nichts mehr von der ganzen Herrlichkeit übrigbleibt als eine Bourgeoisreklame für die H i t l e r e i. Betrübt muß sogar der.Lokal-Anzeiger" des Herrn Hugenberg feststellen: Der Stimmenverlust des Gesamtmarxismus ist also ganz geringfügig. Innerhalb seiner hat sich das Gewicht nach links verlagert, und zwar so, daß sich die SPD . zu de« radikaleren Rolen dock) noch wie drei zu zwei verhält. Ihre Ver- slärkungen hat sich also die Nationalsozialistische Partei aus den Wählern der bürgerlichen Parteien geholt. Diese Erkenntnis wird dem Hugenberg-Blatt besonders deutlich bestätigt von derGermania ", dem Berliner Zentrumsorgan, das über den Wahlausgang schreibt: Diese Vernichtung bürgerlicher Parteien ist das seltsame Ergebnis eines Kampfes, der eigentlich mit der F r o n t g e g e n denMarxismus " geführt wird. Auch die hessischen Wahlen bestätigen wiederum, daß diesem Kampf ein wesentlicher Einbruch in die marxistischen Wählerschichten versagt bleibt. Zwar hat die Sozialdemokratie einen empfindlichen Rückschlag er- litten, der um so schwerer wiegt, als sie bisher in Hessen eine außer- ordentlich starke Stellung innehatte... Aber wenn man die Stimmen der Sozialdemokratie und Kommunisten und ihrer beiden in Hessen aufgetretenen Oppositionsgruppen zusammenzählt, dann zeigt sich, daß diese von insgesamt 300 000 Stimmen der letzten Reichstagswahl nur 2000 haben abgeben müssen... Die eigentlichen Verlierer gegenüber den Nationalsozialisten sind nicht sie, sondern eben jene bürgerlichen Parteien der Mitte und dev gemäßigten Rechten, die unter dem Ansturm der Nationalsozialisten immermehrzurAuflösunggebracht werden. Heber die politische Auswirkung dieser Wahlen sagt dieGermania " weiter: Es gibt heute, wenn man den hessischen Maßstab verallge- meinern will, praktisch nurnochvierParteieninDeutsch- l a n d: Die Nationalsozialisten, die Sozialdemokraten, die Kommu- nisten und das Zentrum. Alle anderen sind kleinere Splitter, die inehr oder weniger in den Prozeh des rapiden firaftschwundes ein­bezogen sind. Um die gegenwärtige Situation in Deutschland richtig zu kennzeichnen, braucht man nur darauf hinzuweisen, daß von diesen drei Parteien zwei sozialistisch sind, und die dritte und größte den Sozialismus nicht nur in ihrem Namen und Pro- gramm für sich in Anspruch nimmt, sondern auch in chren Wähler- «nassen über einen mit sozialreaktiouären Elementen vermischten starken sozialistischen Bestand verfügt. Angesichts der überragenden Stärke dieser drei Gruppen und der fortschreitenden Zertrümmerung der gemäßigten Parteien wächst die Verantwortung des Zentrums für die politische und gesellschaftliche Weiterentwicklung unseres Volkes in ein noch nie dagewesenes Maß hinein... Der politische Umschichluogsprozcß, den wir durchleben, wird wahr- Kaslig nicht aus dem Gipfelpunkte des nationalsozialistischen Macht- aewinns beendet fein. Dort wird vielmehr etwas beginnen, was wichtiger und bedeutender ist als die Entwicklung der Zahl und der Größe: Die geistige und politische Umformung einer Äewegung zu einem wirklichen Instrument des Staates, die sich allerdings gleichfalls nicht ohne Erschütterungen des deutschen Parteigefüges vollziehen kann. DerPressedienst der Zentrumspartei ' meint, die Nationalsozialisten seien an der Grenze ihrer M a ch t angelangt, die Grenze ihrer Ausdehnungsfähigkeit sei erreicht, aber gleichzeitig zeige sich, daß sie nie und nimmer in der Lage sein werden, für sich allein die Macht zu erlangen. Heber die Niederlage derV o l k s p a r t e i" des Herrn Dingeldsy sagt das führende volksparteiliche Blatt, die.Kölnische Zeitung ', daß der Parteiapparat zwar gut ge- arbeitet habe, aber...: Aber die Leitung der Volkspartei hatte mit den National- scizialfften«inen sogenanntenBurgfrieden" abgeschlossen. D!ese lliahnahme erwies sich als grundsätzlich falsch. Eine einfache Heber- leguvg hätte ergeben müssen, daßBurgfriede" im Wahlkampf eine bedenklich« Sache sei, sofern«s sich hierbei nicht um wesens- verwandte Gruppen hand«lt. und daß ferner die Rechtsradikalen ihren Angriff mit ganzer Wucht auf die volksparteilich« Stellung richten würden, da sie von dort sich am meisten Zulauf versprachen. Für das Landvolk gilt nach derK. Z.' das gleiche wie für die Volkspartei. Auch dort f e h l t e e s ankämpfe- .rischer Entschlossenheit den Nationalsozialisten gegenüber. Das Zentrum jedoch habe zweifelsohne taktisch richtig gelegen._ Sozialdemokraten beim Reichskanzler. Voraussichtlich wird am Dienstag eine Besprechung der sozialdemokratischen Führer mit dem Reichs- kanzler Dr. Brüning stattfinden. Die Sozialdemokratie will die politischen Fragen. besonders den Terror der Nationalsozialisten, zum Gegen- stand einer Aussprache mit der Reichsregierung machen. Der Terror in Eutin . Die oldenburgische Polizei ist mochttos. ßiel. 16. November.(Eigejjbericht.) In Eutin hält der Terror ber Nazls noch immer an. In Trupps von 6 Mann Stärke durchziehen Nationalsozialisten immer wieder die Stadt und bedrohen und beschimpfen die Einwohner, von denen sie annehmen, baß sie Gegner der Nazis sind. Die Polizei läßt sich das provozierende Auftreten der Nazipatrouillen ge- fallen: Wenn es sich um die Durchsuchung von Reichsbannerleuten Handell, benutzt sie die Nazis sogar als Hilsspolizei. Da in der bürgerlichen Press« versucht wird, die Schuld an den letzten blutigen Vorgängen in der Stadt dem Reichsbanner zuzu- schieben, hat die Gauleitung des Reichsbanners an den oldenburgi- schen Ministerpräsidenten«ine umfangreiche Beschwer de schrift gerichtet, in der eine durch Zeugen beglaubigte Darstellung der Vor- gange während der letzten Woche gegeben wurde und in der zugleich verlangt wird, daß mit Staatsgewalt gegen das terra- ristische Treiben Oer Nazis eingeschritten wird. In einer Erklärung des Reichsbanners in der Presse werden die Behaupungeu über angebliche umfangreiche Waffensunde bei

Amtlich wird milgeleill: Auf Antrag der Slaalsanwallschast I ist gestern vom Unter- suchungsrichier des Landgerichts I Berlin die Voruntersuchung gegen Ludwig Sahenellenbogen und vier andere INitglleder der bis- herigen Generaldirektion der Schultheiß-Pahenhofer-A.-G. er- össnet worden. Sämtliche fünf Personen werden angeschuldigt. fortgesetzt als Mitglieder des Vorstandes der Schnlthelß-pahenhoser- A.-G. wissentlich in der Aufsichtsralssihung vom IS. November 1330 und in der Generalversammlung vom 3. Januar 1331 den Stand der Verhältnisse der Gesellschaft unwahr hingestellt oder verschleiert zu haben. Ferner wird Ludwig Katzen- ellenbogen angeschuldigt, durch eine weitere selbständige Handlung als Vorflandsmilglied absichtlich zum Nachteil der Schult- heiß-Pahenhofer-M-G. gehandelt zu haben. Der llntersuchungs- richlcr hat auf Antrag der Slaalsanwaltschast gegen Ludwig Sahen- ellenbogen Hastbcfehl wegen Fluchtverdachtes erlassen. Kahcnellenbogen ist in das Untersuchungsgefängnis Moabit ein- geliefert worden."

Paris , 16. November.(Eigenbericht.) Die außerordentliche Tagung des Völker- bundsrats begann am Montagnachmittag um 4 Uhr in dem Uhrensaal des Pariser Außenministeriums unter dem Vorsitz B r i a n d s. Zur Rechten des Präsidenten saßen S c i a l o j a (Italien ) und von B ü l o w(Deutschland ), zur Linken der General- sekretär des Völkerbundes Drummond und Sir John Simon (England). Der japanische Vertreter P o s h i z a w a hatte seinen Platz am linken Kopfende des Haupttisches, der chinesische Vertreter Sze am äußersten Ende des rechten Seitentisches. Briand eröffnete die Sitzung mtt einer Rede, in der er zunächst für die Wahl von Paris als Tagungsort dankte und dann den eng- tischen Außenminister und den Staatssekretär von Bülow begrüßte, die zum ersten Male als Delegierte an einer Ratstagung teil- nehmen. Weiter setzte Briand den Grund der Tagung und die Er- eignisse auseinander, die sich seit der letzten Zusammenkunft im Oktober abgespielt haben. Er schloß seine Rede mit dem Wunsch,

Reichsbannerleuten als unwahr zurückgewiesen. Ebenso unwahr ist, daß zwei Führer des Reichsbanners von der Polizei gesucht werden, aber aus Eutin geflüchtet seien. In Wirllichkett hat die Polizei außer einigen Schlagwaffen eine einzige Pistole beschlag» nahmt. Die beiden Arbeiter, die angeblich geflüchtet sein sollen, sind von der Gauleitung von Eutin abberufen worden, zumal dem einen von der Polizei erklärt wurde, daß sie ihn in Schutzhaft nehmen müsse, wenn er Eutin nicht verläßt. Die Polizei ist also s e l b st nich t in de r La g e, die Einwohner vor den Drohungen und Ueb« rfällen der Nazis zu schützen."_ Zuchthausurteil für Mörder. Oer Mord an dem Kommunisten nur schwach gesühnt. Hamburg , 16. November. sE ige«berieht.) Am Montagnachmittag verkündete das Schwurgericht im Hamburger Nazi-Prozeß folgendes Urteil: Jansen und Höckmair je siebe« Jahre Zuchthaus , Bammel sechs Jahre Juchthaus, und zwar wegen gemeinschaftlich vollendeten und versuchten Totschlages, wegen gemeinschaftlich versuchter Nötigung und wegen Vergehens gegen das Schntzwasfengeseh. Den Angcklag- ten wurden mildernde Umstände versagt.

honvedchrunq für hindevburg. Eine Ofsiziersabordnung des 3 ungarischen Honvedregiments in Stuhlweißenburg hat dem Reichspräsidenten die Ehren-Regimentsinhaberschaft überbracht und m der Neuen Wache einen Lorbeerkranz niedergelegt.

Wie wir erfahren, handelt es sich bei den übrigen Angeschuldig- ten um die ehemaligen Generaldirektoren P« n z l i n. Dr. So- bernheim, Kuhlmey und Funke. Katzcnellenbogen wurde gestern nachmitatg im Anschluß an seine Vernehmung durch den Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Busse für verhaftet erklärt und kurz nach sechs Uhr abends aus den: Kriminalgericht hinüber in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Die Ausdehnung der Voruntersuchung auch auf Dr. W. So- bernheim, Kuhlmey und Funke kommt etwas überraschend. Dies« erklärten sich bisher als nur von Herrn Katzenellcnbogen hereinge­legt. Aber ebenso überraschend ist es, daß eine Voruntersuchung etwa gegen Jakob Goldschmidt von der Danat , Reinhart von der Eommerzbank und gegen v. Stauß von der DD-Bank noch fehll. Sie waren stellvertretende Präsidenten und Mitglieder des Aufstchtsrats, für die die gleichen Tatbestände gelten. Ferner muß gefragt werden, ob die Frag« der Verletzung der Prospektvorschriften von der Staatsanwaltschaft noch nicht geprüft ist. Hier sind der gleiche Persvnenkreis und die Bon- ken im besonderen als Verantwortliche anzusprechen.

daß im Interesse des Friedens eine möglichst schnell« R«» g e l u n g des Konflikts zustande kommen möge. Sir John Simon und Staatssekretär von Bülow dankten Briand für die ihnen gewidmeten Begrüßungsworte und gaben die Versicherung ab, daß sie nach besten Kräften an der Erledigung der dem Rat zu- fallenden Aufgabe mitarbeiten würden. Auf Vorschlag Briands wurde eine sich sofort anschließende nichtöffentliche Sitzung beschlossen, um das Verfahren zur Regelung des Konflikts festzulegen. Diese Sitzung dauerte bis Zi4 Uhr. Aus den Erklärungen Briands in dieser Sitzung ging hervor, daß man ein Kompromiß suchen müsse, das sich auf der Linie einer Hereinziehung der prinzipiellen Fragen der älteren Verträge zwischen China und Japan bewegt. Der chinesische Vertreter Sze bat den Ratspräsidentcn am Schluß der Sitzung, möglichst viele öffentliche Sitzungen anzuberaumen. Am Vormittag hatte Briand eine Unterredung mit dem eng» lischcn Außenminister und dem russischen Botschafter Dow galewski.

Englands vorläufige Gchuhzollmauer. Wertzoll bis 100 proz., um die Einfuhr zu droffela. London , 16. November.(Eigenbericht.) Das erste Zugeständnis, das die konservative Mehrheit der Nationalregierung mit ihrem Drängen auf Schutzzölle erreicht hat, wurde am Montag im Unterhaus vom Handelsminister angekündigt. Es ist ein Zugeständnis, das den ursprünglichen Ab- sichten der Regierung zuwiderläuft. Das geht daraus hervor. daß zur Verabschiedung des angeküichigten Gesetzes das Arbeits- Programm des Unterhauses für dies« Woche abgeändert werden mußte. Der Handelsminister kündigte an, daß das Handelsamt durch ein Gesetz ermächtigt werden solle, auf solche Artikel, die in Er- Wartung Pnes englischen Zolls vom Ausland in verstärktem Maße nach England eingeführt werden, einen Zoll bis zu 100 Prozent des Wertes zu legen. Dieses Ermächtigung?» gefetz soll bis Donnerstag verabschiedet und am Freitag vom König unterzeichnet werden. Die Ermächtigung gilt für sechs Monate. Die landwirtschaftlichen Produkte sollen ausgenommen werden, da dos Problem der englischen Landwirtschaft gesondert behandelt werden soll. In Aussicht genommen sind in erster Linie Zölle auf Fertigfabrikate. Der Handelsminister fügte zwar hinzu, daß der beste Weg zur Wiederherstellung der englischen Handelsbilanz die Ausdehnung des Exports sei, sprach aber sonst im Ton der konservativen Pressepropaganda von dem ausländischenDi'f>- ping". dem gesteuert werden müsse,

Lord Snowden. Der englische König hat Philipp Sin�ode» zum Viscount ernannt.

Ratstagung über Mandschurei . Briand für schnelle Regelung.