des Reichstags zu erreichen ist, deren Zustandekommen auf der Grundlage der fozialdemokratischen Auffaffung unter den obwaltenden Mehrheitsverhältnissen ausgefchloffen ist. Zu dieser Tatsache trägt namentlich der Umstand bei, daß die nationalfozialistische Partei, die dem Bolfe bei jeder Gelegenheit eine radikale Lösung verspricht, fich im Reichstag der Mitarbeit auch bei dieter Frage entzieht und damit praktisch zum wertvollsten Helfershelfer der Großpensionäre und der Doppelverdiener wird.
Bei dieser Sachlage bleibt der fozialdemokratischen Fraktion nichts anderes übrig, als unbeschadet ihrer grundfählichen Auffaffung an einer Löfung mitzuarbeiten, die die verfassungsmäßige Mehrheit findet und gleichzeitig die schlimmsten Mikstände beseitigt. Ob das gelingt, hängt davon ab, in welchem Umfange die anderen Parteien bereit sind, zu einer solchen Cöfung beizutragen. Die fozialdemokratische Fraktion muß sich daher ihre endgültige Stellungnahme zu den gestellten Abänderungsanträgen vorbe. halten."
Der Berireter der Deutschnationalen, Aby. Laverenz, antwortete, daß seine Partei den Pensionsfürzungen grundsätzlich ablehnend
gegenüberstehe. Der vorliegende Gelegentwurf nach den Beschlüssen der ersten Lesung sei eine Zertrümmerung des gegenwärtigen Penfionsrechts der Beamten. Man mache aus dem Pensionsanspruch eine Unterſtügung im Wohlfahrtswege. Auch die Aenderungsanträge änderten die Linien dieser Absichten nicht, deswegen würden die Deutsch nationalen gegen den Gesezentwurf bleiben. Abg. Roßmann( Soz.) betonte eindeutig klar, daß von einer Umwandlung des Pensionsrechtes in Wohlfahrtsrenten nur der reden könne, der eine Aenderung nicht wolle, die dem sozialen Empfinden der breiten Massen entspreche. Schon vor dem Kriege hätten in einer Reihe einzelner deutscher Staaten entsprechende Bestim mungen bestanden, die eine Begrenzung und Stürzung der Vensionen nach oben vorsahen. Nach dem jezigen Entwurf bee ginne die Kürzung der Pensionen erst bei 7000 m. und 9000 W., das seien doch wirklich keine Wohlfahrtsrenten. Selbstverständlich follte das Pensionsrecht für die großen Massen der Beamten als erdienter und wohlerworbener Anspruch bestehen bleiben, aber die Auswüchse müßten beseitigt werden.
Der Zentrumsabgeordnete Ersing griff darauf den deutschnationalen Abg. Laverenz fachlich außerordentlich scharf an. Das Zentrum werde auch die weitere hezerische Agitation der National sozialisten in der Pensionsfrage zu ertragen wissen, aber die Deutschnationalen scheinen nicht sehen zu wollen, was im Volke perlangt werde. Bei den hohen Pensionären fehle mitunter völlig das Verständnis für die Cage Deutschlands . Ein General habe ihm geschrieben, mit 800 oder 900 m. Penfion monatlich könne er nicht auskommen, er habe doch auch noch nationale Pflichten zu erfüllen. Der Beamtenvertreter der Deutschen Volkspartei . Abg. Morath, vertrat rücksichtslos die Ansicht, daß durch den Entwurf doch das Pensionsrecht zur Wohlfahrtsunterstüßung gemacht werde. Das wolle seine Partei nicht mitmachen.
Nach diesen Erklärungen waren die Fronten sichtbar aufmarschiert, es begann die technisch fomplizierte Einzelberatung.
Bei der Einzelberatung fiel die Entscheidung darüber, ob nur das Arbeitseinkommen oder das ganze Einkommen zur Grundlage der Kürzungsberechnung gemacht werden soll, wieder im Sinne der Beschlüsse erster Lesung.
Es bleibt also dabet, daß das Gesamteinfommen aus Arbeit, Bermögen usw. bei etwaiger Pensionstürzung zur Grundlage genommen wird. Diese Entscheidung ergab sich durch die fozialdemokratischen und kommunistischen Stimmen gegen alle
anderen Parteien.
Der Zentralbant- Standal
Verhaftung der Direktoren Rund wegen Betrugsverdachtes
Die Berliner Staatsanwaltschaft beim Landgericht I hat den Geschäftsführer der Evange Lischen Zentralbant, Friedrich Paul Rund, und dessen Bruder, den Direktor Adolf Rundk, unter dem schweren Verdacht der Depotunterschlagung und des Betruges in saft nehmen lassen. Im Laufe des Mittwochnachmittag beschlagnahmten Beamte der Verliner Kriminalpolizei im Gebäude der Evangelischen Zentralbank sämtliche Bücher. Anschließend wurden die Brüder Rundt fast sieben Stunden vernommen und dann verhaftet.
Das Eingreifen der Staatsanwaltschaft erfolgte auf Veranlassung des preußischen Justizministeriums, nachdem feststand, daß es sich bei der Summe, die von der Evangelischen Zentralbank zu anderen als den vorgeschriebenen Zweden verwendet worden war, um Reichstrebite an den Zentralausschuß handelte, daß also öffentliche Gelder verwirtschaftet worden waren. Soweit sich bisher übersehen läßt, erstrecken sich die Verfehlungen der Leitung der Evangelischen Zentralbant nicht nur auf die Gelder des Zentralausschusses für Innere Mission . Aus der Tatchsache, daß die Staatsanwaltschaft auch ein Verfahren wegen Depotunterschlagung eröffnet hat, ist zu folgern, daß auch Kundendepots, und zwar vornehmlich Depots evangelischer Geistlicher, angetastet worden find. Im übrigen steht nunmehr fest, daß die Evangelische Zentralbant, die ausschließ lich unter Leitung deutsch nationaler und national fozialistischer fozialistischer Persönlichkeiten stand, schon 1930 illiquide gewesen ist. Bereits im Dezember 1930 hatten die Passiven die Höhe von 3,3 millionen Mark erreicht.
Die Geſchäfte der„ Inneren Miffion"
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Im Sommer vergangenen Jahres, als alle Welt von dem Devaheim- Skandal sprach, war der Zentralausschuß der Inneren Mission in gewiffe Schwierigteiten geraten. Durch Bermittlung des Direktors Adolf Rund von der Evangelischen 3entralbant erhielt der Zentralausschuß einen Sanierungstredit von 8 millionen Mart Sanierungstredit pon 8 millionen Mart. Das Reich hatte sich an dieser Aktion durch die Bau- und Bodenbank beteiligt. Die 8 Millionen wurden u. a. in Reichsbahnvorzugs
Steckbrief gegen Papierschieber
Durch ein
aftien ausgegeben und dem Zentralausschuß zugeleitet. Zwischen dem Zentralausschuß und der Bau- und Bodenbant wurde ein Vertrag geschloffen, aus dem nach Darstellung des Zentralausschusses tein Dritter irgendwelche Rechte herleiten konnte. Bei der Dresdner Bank und der Bau- und, Kredit-.- G. hatte der Zentralausschuß Berbindlichkeiten follten durch die Evangelische Zentralbant, der man Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 2,3 Millionen Mart. Diese die Summe überweisen wollte, abgebedt werden. Bersehen sind nun vom Zentralausschuß 1,5 millionen an die Evangelische Zentralbant abgegeben worden. Diese tam auch ihren Berpflichtungen nach und deckte die Schulden des Zentralausschusses vereinbarungsgemäß in Raten von etwa 120 000 Mart monatlich. Die Evangelische Zentralbant gab auf diese Weise etwa eine halbe Million aus. Im November und Dezember v. 3. erhielten die Banken aber feine Zahlungen mehr, und sie wandten sich deshalb an den Zentralausschuß. Um nicht pertragsbrüchig zu werden, und um, wie der Zentralausschuß bes fagt, einen Standal zu vermeiden, hat der Zentralausschuß die Summen selbst gezahlt. Obgleich man nun vom Zentralausschuß viermal gemahnt hat und von der Evangelischen Zentralbant eine Abrechnung über die restliche 1 Million verlangte, ist von seiten der Zentralbant nicht darauf eingegangen worden. Auch Verhandlungen, die angeknüpft werden sollten, um Sicherheiten für diese 1 Million zu gewinnen, haben sich zerschlagen. Die Zentralbant forderte eine weitere Ueberlaffung von 800 000 Mart, bann würde fie die Verpflichtungen der Dresdner Bank und der Bau- und Kredit- 2.- G. gegenüber erfüllen. Nach Ansicht des Bentralausschusses liegen feine Berpflichtungen vor, diese Summe zu zahlen, da die Evangelische Zentralbant feinen Anspruch aus jenem Vertrage herleiten kann.
Zahlungen eingestellt.
Die Evangelische Zentralbant, E. G. m. b. H., hat heute thre 3ahlungen eingestellt und mitgeteilt, daß fie ihre Schalter bis auf weiteres gejchloffen halte. Die Formalitäten zur Eröffnung des Bergleichsverfahrens werden vorbereitet. Die Evangelische Zentralbank wird sich, wie fie weiter mitteilt, in den nächsten Tagen in einem Rundschreiben an ihre Gläubiger wenden.
Die Ablehnung des Zahlungsaufschubs. fomie bie Korrespondenz mit den betreffenden Verlagen dienten. eröffnen.
Paris , 21. Januar. ( Eigenbericht.)
Die Erklärung Brünings gegenüber dem englischen Botschafter, daß Deutschland jede Verlängerung des Hoover- Moratoriums ablehne und endgültige Regelung des Reparationsproblems binnen furzem verlange, hat in der Preffe der französischen Rechten einen neuen Entrüftungssturm veranlaßt, während sich die Blätter der Linten begnügen, die über die Unterredung Brüning- Rumbold ausgegebene Havas- Meldung ohne Kommentar zu veröffentlichen.
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Der Matin" dessen außenpolitischer Redakteur Sauer mein auf Verlangen der Geschäftsleitung gehen mußte, worauf bas Blatt vollkommen ins nationalistische Fahrwasser geraten ist nennt es außergewöhnlich, daß ein Schuldner sich weigere, das ihm angebotene Moratorium anzunehmen und feine Schwierig. keiten dazu ausnutzen wolle, fich auf immer seiner Schulben zu entledigen. Es sei vollkommen falsch, zu behaupten, daß die Bafeler Sachverständigen festgestellt hätten, Deutschland könne überhaupt nicht mehr zahlen. Sie hätten gesagt, Deutschland könne gegenwärtig nicht zahlen, und sie hätten sich über die Zufunftsaussichten überhaupt nicht ausgesprochen. Es hieße also den Sachverständigenbericht fälschen, wenn man ihn sagen lasse, daß Deutschland auch in Zukunft niemals feinen Verpflichtungen aus dem Young- Plan nachfommen könne. Im übrigen hätten
die Sachverständigen niemals eine Annullierung des Planes ins Auge gefaßt, sondern sie hätten ein neues Gesamtarrangement der Regierungsschulden für notwendig erklärt, wenn das Bertrauen und die wirtschaftliche Stabilität wiederhergestellt werden jollen.
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Man stehe also einer wahren Entstellung des Tertes und einer fühnen Verkleidung der Tatsachen gegenüber. Der Matin" wendet sich dann gegen die vom Reichskanzler ausgefprochene Drohung, daß Deutschland gezwungen sein werde, die Initiative zu ergreifen, die ernste Rückschläge im Auslande haben tönnte. Das Blatt sagt, diese Drohung tönne Frankreich nicht aufregen. Wenn Deutschland offen den Bankrott er= flären molle, so sei das nicht viel anderes als der jetzt schon bestehende veriarvte Bankrott.
Das Echo de Paris" erklärt, wenn Brüning das Verschwinden des Young- Blanes verlange, bereite er sich einfach darauf Dor, einen Vertrag zu zerreißen, der vor zwei Jahren freiwillig und feierlich unterzeichnet worden ist.
Aus der offiziösen englischen Meldung, daß die Lausanner Konferenz faum am Montag beginnen fönne, da die Vorverhandlungen zwifchen den beteiligten Regierungen nach nicht beendet seien, ziehen Die Morgenblätter die Schlußfolgerung, daß die Konferenz vertagt werde bzw. sich auf eine Vereinigung von Sachverstän digen beschränken werde, die die Aufgabe der Regierung vorbereiten sollen.
Otto Straßer legt Wert auf die Mitteilung, daß weder er noch Otto Straßer legt Wert auf die Mitteilung, daß weder er noch Hauptmann a. D. Stennes an dem Montageblatt" betelligt ist, vielmehr fei bies Blatt im alleinigen Besitz von Kapitän Ehrhardt. Das Blatt von Straßer heißt„ Die Schwarze Front " und ist augenblicklich auf fechs Wochen verboten.
Gestern haben Kriminalbeamte das Idyll zerstört. Seit längerer Zeit fuchten sie schon nach den Hehlern, die die„ Sore" der Der Bogel brachte es an den Tag... legten Einbrüche aufgenommen hatten. Schießlich bekamen die Bee amten die Nachricht von einem Handwagen, der in der Gegend Gegen den Inhaber einer Berliner Papiergroßhandlung, Karl der Wassertorstraße gesehen worden war. Es war der Handwagen Scheidemantel, gegen den schon seit Dezember ein Verfahren der Einbrecherfirma. Sie hatten, um auch den polizeilichen Vorwegen fortgesetzten Betruges und Urfundenfälschung bei der schriften zu genügen, ein großes Pappschild mit der Aufschrift Staatsanwaltschaft I schwebt, ist jetzt Haftbefehl und Sted. Salomon u. Co., Klosterstraße 3" angebracht. Die Beamten suchbrief erlassen worden, nachdem man festgestellt hatte, daß Scheide- ten nun die Häuser ab und stießen endlich auf den Laden. Als sie mantel wahrscheinlich nach Italien geflüchtet ist. ihn aufbrachen, fanden sie darin fast die gesamte Beute us dem Seine Firma belieferte Beitungspapier. Auf Grund der ihm aus diesen Liefe- feld in der Klosterstr. 13 ausgeführt worden war. Herr Dirk and große Berliner Verlage mit Einbruch, der am 19. Januar bei der Firma Kaufmann u. Sommerrungen zustehenden Forderungen nahm Scheidemantel bei der feine Romplizen müssen wohl von weitem die Beamten beobachtet Deutschen Bant und Diskonto- Gesellschaft Kredite pan über haben, denn trotzdem man längere Zeit auf sie wartete, hat sich 100 000 Mart in Anspruch, wobei als Unterlagen die Rechnungen bis heute früh niemand sehen lassen, um das Geschäft wieder zu Durch einen Zufall tam aber die Bank dahinter, daß Scheidemantel es verstanden hatte, höhere Forderungen an die Zeitungsverlage zu fingieren und dadurch auch größeren Kredit zu erhalten, als ihm auf Grund seiner tatsächlichen Papierlieferungen zustand. Er Generaldireflor mit seiner Tochter erschlagen aufgefunden. hatte nämlich mit Hilfe von Angestellten seiner Firma, die er zu dieser strafbaren Handlung angeftiftet hatte, sowohl Rechnungen als auch Briefe eines bekannten Berliner Zeitungsverlages ge= fälscht, und zwar so geschickt, daß erst nach geraumer Zeit durch eine fleine Abweichung die Fälschung festgestellt werden fonnte. Der betreffende Verlag führt als Verlagszeichen einen Bogel auf dem Briefkopf, und dieser Bogel blidte auf den von Scheidemantel eingereichten Briefen nach der anderen Seite als auf den Originalbriefbogen des Verlages. Die Anzeige gegen Scheidemantel wurde aber nicht von der Bant, sondern von seinem eigenen Schwiegersohn erstattet, mit dem er sich entzweit hatte. Inzwischen war Scheidemantel nach Italien gereist, und zwar nach Turin , wo er an nicht zurückgekehrt. Es soll der Verdacht bestehen, daß er sich noch einer Müllabfuhr- Gesellschaft beteiligt war. Bis jekt ist er von dort andere strafbare Handlungen bei weiteren Geschäften hat zuschulden tommen lassen.
Raubmord an einem Studenten
Durch zwei Schüsse getötet.
Hindenburg , 21. Januar. Gestern abend kurz nach 8 Uhr wurde der 27 Jahre alte Werkstudent Walter Miosga unter der Eisenbahnunterführung in der Ebertstraße von einem Unbekannten durch zwei Schüsse getötett. Miosga wollte mit der Tochter eines Fleischermeisters Geld in einer Attentasche vom Geschäft nach der Wohnung bringen. Unter der Eisenbahnüberführung tam in gebückter Haltung ein Mann hervor, der zunächst den Eindruck eines Betrunkenen machte. Auf wenige Schritte Entfernung gab er aus Miosga plöglich zwei Schüsse ab, worauf es zwischen beiden Männern zu einem Handgemenge tam, in dessen Verlauf Miosga die Aktentasche entrissen wurde. Als sich die Begleiterin, die auf die Schüsse hin geflüchtet war, wieder den beiden näherte, gab der Täter auch auf sie einen Schuß ab, der aber sein Ziel verfehlte. Dann flüchtete der Räuber. Miosga ist seinen Verlegungen erlegen.
Raufhaus der Langfinger.
Im Juli ver
Doppelmord.
Stadt wurden heute der pensionierte Generaldirektor des Minifte In ihrer Wohnung in einem der verkehrsreichften, Viertel der riums für öffentliche Arbeiten, Ingenieur Dumitrescu, und seine Tochter ermordet aufgefunden.
Die Köpfe der Opfer waren vollkommen zerschlagen und an der Leiche des Mädchens wurden auch mehrere Stichwunden entdeckt. Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel gefunden mit den Worten:„ Bemüht euch nicht mit den Nachforschungen. Unsere Herren haben wir, Bafilie und Eugenie, ermordet." Die Unterzeichneten sind der Diener und die Dienerin der Ermordeten, verlassen haben und seither verschwunden sind. Die ärztliche Unterdie nach Aussagen des Portiers das Haus bereits am Montagfrüh fuchung ergab, daß die Mordiat bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag begangen wurde.
Der vierte Tote geborgen. Die Tragödie von Beuthen. - Vater von vier Kindern. Beuthen , 21. Januar.
Im Laufe des geftrigen Abends gelang es den Rettungsmannschaften der Karsten- Zentrumgrube, den vierten Toten der Kataftrophe vom 4. Januar zu bergen. Es ist der Häuer Paul Schmidt aus Beuthen , verheiratet und Vater von vier Kindern. Schmidt war der älteste der auf Karsten- Zentrum verschütteten 14 Bergleute. Auch er muß sofort tot gewesen sein, da man ihn erst nach stundenlanger, mühevoller Aufräumungsarbeit aus den Schuttmaffen herausholen konnte. Die Suche nach den nun noch vermißten drei Bergleuten geht unaufhaltsam weiter.
Universität unter Nazi- Terror. Rettor und Professoren niedergebrüllt.
Seit Tagen beunruhigen die Nazis die Universität durch ihre fogenannten„ Asta- Wahlen". Dabei besteht der merkwürdige Zustand, daß der Führer des Nazi- Studentenbundes erklären darf, die Organisation lehne die Verantwortung für die Verstöße ihrer Mitglieder ab. Heute vormittag tam es wieder zu Ruheftörungen und zu einer schweren Schlägerei. Während der 11- Uhr- Pause sammelten sich die Nazis auf das Kommando ihres Führers auf der einen Seite der Erdgeschoßhalle und brüllten nach der Rede eines ihrer Führer Deutschland erwache!". Als von der anderen Seite Gegenrufe fielen, drangen die Nazis unter den Rufen„ SA. und schlugen auf sie ein. Nur mit Mühe gelang es, die Schlägerei zu beenden. Die eingreifenden Brofessoren und der Rettor wurden von den Nazis niedergebrüfft.
Das Schlagwort von der Fabrif direkt zum Verbraucher" hat fich eine große Einbrecher folonne zu eigen gemacht. Sie hat be schlossen, den vielen Scherereien, die sie mit den Hehlern hatten, zu beseitigen und wollten rationell" wirtschaften gangenen Jahres wurde in einem Hause an der Ede Branden-| greift an" gegen die auf der anderen Seite stehenden Studenten vor burg - und Wassertorstraße von einem 60 Jahre alten Kaufmann" Artur Dirg ein Geschäft eröffnet. D. mietete zwei im Erdgeschoß pünktlich die monatliche Miete von 50 M. In den Räumen wurden gelegene Räume, die zwei Fenster Straßenfront hatten. Er zahlte Regals aufgestellt. und in den Abendstunden bzw. frühen Morgen stunden tamen Männer mit Handwagen oder Tagen vorgefahren und brachten Stoffe ufm.
Es ist ohne Zweifel, daß auch dieser Borfall eine vorbereitete Aktion der Nazis war, die heute in besonders starter Zahl in der Universität waren. Wie lange werden die Universitätsbehörden Diese Provokationen der Nazis noch dulden?