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wurde von den im Boltshaus zahlreich Versammelten mit stürmi-| fchem Beifall aufgenommen. Der Forderung des Genoffen Bud, daß alle, die willens find, den Kampf gegen den Faschismus aufzunehmen, fich zur Eisernen Front" zusammenschließen müssen, wird auch in Potsdam entsprochen werden.

Umrahmt wurde die wuchtige Kundgebung durch Vorführung des Films von der Olympiade in Wien .

Groener Interviews.

Gedenkfeier für Luise Zietz

Am 27. Januar jährt sich der Todestag zum zehnten Male

ten waren die großen Gedanken, die Luise Ziez den Hörern in die Geele pflanzte. Diese fluge und leidenschaftliche Frau, die so viele unserer Genossinnen zu hervorragenden Genoffinnen gemacht hat, fühlte sich stets als die Lernende. Sie ist ein leuchtendes Vorbild für unsere heranwachsende Jugend, die nicht glauben darf, daß sie mit allen Problemen schon fertig geworden sei. Im Kriege verhängte die Militärdiktatur ein Redeverbot über Luise Ziez. Aber die Repo­lution führte sie ins deutsche Barlament. Luise Zieh war nicht nur in der deutschen Sozialdemokratie, sondern auch in der proletarischen Internationale geachtet und geehrt. Dittmann schloß mit den Worten: Luise Zieß ist für uns nicht tot; ihr Kampfesgeift, ihr Kampfeswille leben in uns allen fort. Und dieser Kampfesgeist soll uns anspornen zu dem festen Vorfah, die Kämpfe, die jetzt vor uns stehen, fiegreich zu beenden. Dieses Gelöbnis wollen wir in dieser Gedenk- und Feier­stunde ablegen. Wir wollen fämpfen mit jener Leidenschaft, die Luise Sieg befeelte, bis zum Siege des Sozialismus.

Zu einer Stunde der Erhebung wurde die Gedenkfeier| Organisation, gemeinsamer Kampf aller Gefnechteten und Unterdrück für Quise 3ieh, die der Bezirksausschuß für sozialistische Bil dungsarbeit gestern in dem großen Boltstino Neuköllns, im Mer­Die angeblichen Geheimrüstungen. cedes- Balast, veranstaltet hatte. Am 27. Januar 1922 starb Luise Reichswehrminister Groener hat in Interviews für den römi- 3iek, so daß ihr Todestag in diesem Jahre zum zehnten Male wieder fchen Popolo d'Italia" und die Pariser Soluté" gegen die Befehrt. Das Chanson Triste von Tschaikowsky leitete die Feierstunde hauptung deutscher Geheimrüstungen Stellung genommen und die ein. Dann fang die A- capella - Bereinigung des Berliner Volkschors Heeresstärke Frankreichs derjenigen Deutschlands gegenübergestellt. unter Leitung von Dr. Zander Scherchens ,, Unsterbliche Opfer". Le­In dem Pariser Interviem Groeners heißt es u. a.: Die deutsche bendig wurde der Geist der proletarischen Kämpferin Luise 3ieß, als Jugend werde im deutschen Geiste und in dem der Völkerver Martha John aus ihren Schriften den Artikel ,, Die sozialdemokrati­söhnung erzogen. Geeignet, diefe Erziehung zu verhindern, feien schen Frauen und der Krieg" las. die Methoden, mit denen man in den letzten Jahren Deutschland daran gehindert habe, sich die freie und unabhängige Eristenz zu fichern. In Deutschland gebe es feinerlei militärische Jugendverbände, während man in anderen Ländern in großen Organisationen im Einvernehmen mit dem Kriegsministerium die Jugend auf den Militärdienst vorbereite. Der Stahlhelm und die Leute Hitlers seien feine militärischen Verbände und verfügten über keinerlei Waffen.

In seiner Eigenschaft als Innenminister habe er die Pflicht, die Elemente zu bekämpfen, die die Atmosphäre zwischen Deutschland und dem Ausland vergiften, indem sie Enthüllungen" über angeb liche Vertragsverlegungen machten. ,, Bisher", so unterstrich Groener, ,, hat sich noch nie ein französischer Pazifist bei mir einge­funden, um mir Enthüllungen über die französischen Rüstungen zu unterbreiten. Dagegen sind es die angeblichen deutschen Pazifisten, die die engst en Beziehungen zum fran. zösischen Generalstab und den nationalistischen Berbänden auf der anderen Rheinseite unterhalten." Heute sei noch nicht zu übersehen, ob die nationalsozialistischen Führer jemals in der Lage sein würden, allein die Führung der Regierung zu über nehmen. Die Staaten, die Deutschland als zweitklassige Nation behandelten, trieben mehr denn je zum Nationalsozialismus in Deutschland .

Bolfsentscheid in Danzig . Boltstagsauflösung trok Naziterror befchloffen.- Zentrums arbeiter flimmen mit den Arbeiterparteien.

Danzig , 25. Januar. ( Eigenbericht.) Der Volksentscheid über die Auflösung des Landesparlaments hat 77 386 Ja- Stimmen und 900 Nein- Stimmen erhalten. Da nach der Verfassung in einem derartigen Boltsentscheid die Mehrheit der abgegebenen Stimmen entscheidet, so ist damit die Auflösung und Neuwahl des Volfstages beschlossen. Die Regierung hat zmar bisher die Beteiligung der Mehrheit der Wahl­berechtigten, das wären 111 000, für erforderlich gehalten, boch findet diese Auffassung in der vom Bölkerbund aufgestellten Berfassung feine Stüge.

Nicht alle sind tot, die begraben sind, hatte der Volkschor ge= fungen, und, an diese Worte anknüpfend, begann Wilhelm Ditt mann: Auch unsere Luise Zietz ist nicht tot, wenn auch vor zehn Jahren die Flamme verzehrte, was sterblich an ihr war. Luise Ziek lebt in unserem Bewußtsein. Sie steht vor uns als die unerschrocene proletarische Kämpferin gegen Unterdrückung, gegen Ausbeutung, gegen Unrecht und Unfreiheit jeder Art. Luise Zietz tam von unten her, kam aus den Tiefen des Bolkes. In ihren Reden wuchs sie zur Anflägerin großen Formats. Tausende und aber Tausende haben in den Versammlungen dieser einzigartigen Agitatorin vor Ergriffenheit geweint. Dabei appellierte sie nicht nur an das Gefühl und die Leidenschaft, sondern vor allem an den Berstand. Die Hauptsache war ihr stets der Appell an den Willen. Solidarität, Zusammenschluß.

Der Weckruf von Tießen erflang aufrüttelnd und ermahnend, und dann sprach nach einer kurzen musikalischen Einleitung der Sprechchor für die Proletarischen Feierstunden unter Leitung Albert Floraths. Ein Wert Franz Rothenfelders, des so früh Dahingegan­genen ,,, Flamme, verzehrte Flamme". Hier lag der Höhepunkt der Feier, die Dichtung wurde durch die Sprechkunft des Chores zu stärk­stem Erlebnis. Der gemeinsame Gesang der Internationale schloß die Feier würdig ab.

Buchthausrevolte in England

Feuergefecht mit Polizei- Drei Gefangene getötet, 95 verlegt

London , 25. Januar. ( Elgenbericht.)

Ja einem in einem ausgedehnten Moorgebiet gelegenen Zucht­haus bei Princetown( Davonshire) fam es am Sonntagmorgen zu einer schweren Revolte. Die Gefangenen stedten einen Teil des Gebäudes in Brand. Erst nach einem blutigen Feuer­gefecht zwischen den Zuchthausinjassen und Polizei, das drei Menterern das Leben kostete und in dessen Verlauf 95 Menschen mehr oder weniger schwer verlegt wurden, fonnte die Ruhe wiederhergestellt werden. Zahlreiche Ge­fangene find während des Feuerfampfes entflohen. Ein Teil des Zuchthauses ist abgebrannt.

Die Revolte begann während des morgenspaziergangs. Die Gefangenen stürzten fich auf die ahnungslosen Wächter und schlugen sie nieder, dann stürmten sie die Kapelle und die Büro­Träume und zerfrümmerten die ganze Einrichtung. Der Ge­fängnisdirektor wurde in eine Zelle geschleppt und dort eingesperrt. Wenige Minuten später stand ein Flügel des Juchthauses in hellen Flammen.

Das Ergebnis des Voltsentscheids entspricht bei weitem nicht der Stimmung in der Bevölkerung. Das ist darauf zurückzuführen, daß die herrschenden Parteien, befonders die Nazis, die Beteiligung am Bolleentscheid mit allen. Mitteln hintertrieben, wobei die Be hörden durch zahlreiche Wahliitanen Hilfe leisteten. So murde selbst

unter Auslieferung des Rundfunks an die Hakenkreuzler eine zügellofe Lügentampagne gegen die Opposition

geführt, um den Bolksentscheid als Manöver ugunsten Bolens hinzustellen! Dazu kam ein unerhörter Terror, be sonders auf dem Lande, so daß die Arbeiterschaft ganzer Ortschaften nicht in der Lage war, ihr Stimmrecht auszuüben. Auch untere Beamte, Gewerbetreibende und Angestellte, die überwiegens zur Sozialdemokratie stehen, wagten angesichts der von den Faschisten offen angekündigten Repressalien nicht abzustimmen. So fielen große Teile der sozialdemokratischen Anhänger bei der Abstimmung aus. Allerdings stand diesem Ausfall eine starte Be­beiligung der Zentrums arbeiterschaft gegenüber, die dadurch ihrer Parteileitung für die Duldung der Nazi- Terrorpolitik ein deut­liches Mißtrauenspotum aussprach. So wurde trotz aller ungünstigen Umstände die Stimmenzahl der am Volksentscheib teil nehmenden Parteien gegenüber der jüngsten Volksratswahl über­

Schritten.

Los von Hugenberg !

Der Abgeordnete Graef- Antlam verläßt die DNBP. Der deutschnationale Landtagsabgeordnete Graef Anklam ist aus der Deutschnationalen Partei ausgetreten. Er be gründet diesen Austritt mit der Haltung der Partei gegen die Ber­längerung der Amtszeit des Reichspräsidenten und teilt zugleich mit, daß er den Austritt rüdgängig machen wolle, sobald die gegen märtige Führung der Partei( der sture Hugenberg ) einer anderen Blaz gemacht habe.

Außer den angegebenen Gründen wird man wohl auch die völlig verfahrenen Verhältnisse, die fich in der Deutsch nationalen Partei Bommerns herausgebildet haben, als Mitursachen dieses Austritts annehmen müssen. Der Verkauf des Gebäudes der Bommerichen Tagespost" an die Gewerkschaften, der Pro­zeß gegen die von Deutschnationalen geleitete Bommerfche Hauptgenossenschaft sind nur einzelne Hauptpunkte aus der Rette der dauernden Standale, mit denen die DNBp. in Bommern seit einiger Zeit zu fämpfen hat.

Für die Desorganisation der Partei ist typisch, daß ein Mann wie Graef , der dem preußischen Abgeordnetenhaus seit 1913, dem Landtag seit der verfassunggebenden Landesversammlung von 1919 ununterbrochen angehört und zeitweilig in der deutschnationalen Fraktion als Etatsredner eine führende Rolle gespielt hat, ihr jetzt

den Rücken fehrt.

Rundfunkhörffunde: Sozialismus und Eigenfum. Zu der an­läßlich der Gemeinschaftssendungen der Deutschen Welle am Dienstag, 26. Januar, 20 Uhr, stattfindenden Rundfunkhör­stunde werden Gaftfarten zu 25 Bf.( Saaleingang) ausgegeben. Sie findet statt im Vortragssaal des Parteihauses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen lints, unter Leitung von Dr. Ernst Fraentel in späterer Anwesenheit der Rundfuntreferenten Dr. Hilferding und Heimann. In Barcelona haben die Syndikalisten seit Sonnabend den gefamten Straßenbahn-, Omnibus- und Untergrundbahnverfehr still­gelegt In Sevilla wurden 40 Extremisten verhaftet. In Malaga ist der Generalstreit bisher ruhig verlaufen.

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Die Ursachen des Aufstandes.

Eine Berlautbarung bes 3nnenminifters über die Bor gänge im Dartmoor- Gefängnis bestreitet die Erschießung mehrerer Gefangener fomie das Erfchießen einiger Sträf linge. Von den verlegten Gefangenen befänden sich zwei in Lebens­gefahr.

Die Vorfälle haben in England großes Aufsehen erregt, und die Blätter, die teilweise am Sonntagabend in Sonderausgaben heraustamen, sind sich einig darin, daß dieser Vorfall einzig in der

Ruhe in der Universität.

Gefängnisgeschichte Englands dafteht. Die Tatsache, daß nach der Meuterei Messer in den Gefangenenzellen gefunden wurden, wird Don Daily Telegraph" als Beweis der unhaltbaren Zustände in Dartmoor angeführt. Times" meint, man sollte glauben, baß sich die Vorfälle in einem anderen Zeitalter oder mindestens in einem anderen Lande als England ereignet hätten, und verlangt, daß das Ergebnis der Untersuchungen in allen Teilen voll veröffentlicht werde. Die ersten Anzeichen der Unruhen zeigten sich schon in den früheren Morgenstunden des Sonntag. als die Gefangenen ein furchtbares Geheul anstimmten, das sich von Zelle zu Zelle fort­pflanzte. Beim Frühstück trommelten sie mit Löffeln und Gabeln auf die Tische und beklagten sich darüber, daß die Hafergrüße nicht gezudert jet. Einige warfen den Bärtern ihre Portionen ins Gesicht. Auf dem Wege zur Kirche kam die Meuterei zum offenen Ausbruch. Die Gefangenen stürzten sich plötzlich auf die wärter, die fie mit Nägeln, Eisenstücken, Stuhlbeinen und Stöden angriffen. Ein Teil verhielt sich jedoch neutral, andere stellten sich sogar auf die Seite der Wärter. Nachdem die Meuterer die Zellen der Schwer verbrecher aufgebrochen hatten, stürmten sie das Berwaltungsgebäude, warfen die Scheiben ein und schlugen sämtliche Einrichtungsgegen­stände kurz und klein.

Darauf fetten fie das Gefängnis in Braud. Das Verwaltungs­

gebäude brannte vollkommen nieder.

Bei Betanntwerden der Meuteret wurben in der Staferne von Crownhill 200 Soldaten sowie zwei Maschinengewehrabteilungen mobilisiert und marschfertig aufgestellt. Ihre Absendung wurbe je doch unterlaffen, da die Meuterei noch vorher von der Polizei unterbrüdt werden konnte. Das Gefängnis steht nun unter schärfster Bewachung von über 100 Polizisten. Der angerichtete Schaden wird auf etwa 200 000 Mart geſchätzt.

stößen zwischen Arbeitern und Nazis tam, offen Partei für die Nazis. Gegen 23.30 Uhr, als ein Trupp Nazis unter poli­zeilichem Schutz den Platz der Republik passierte, fielen aus den in Gruppen herumstehenden Arbeitern einige Worte gegen die Nazis.

Unter 15 000 Studenten nur 3700 Naziwähler. vorübergehend geschlossen war, ist feit heute morgen wieder ge Die Universität, die wegen der nationalsozialistischen Unruhen öffnet. Die Vorlesungen und Seminare fonnten planmäßig und in Ruhe ihre Arbeit fortfehen. Irgendwelche Ansammlungen haben sich nicht bemerkbar gemacht. Die Kontrolle an den Eingängen zur Universität wird mit aller Schärfe durchgeführt. Universitätsfremde werden nicht hereingelaffen. Unter den Linden sind zwei Polizeibeamte ftationiert, die jedoch keine Becan- waffe." Auf diesen Ruf stürzten sich plötzlich 12 bis 15 Reichs­laffung zum Einschreiten hatten. Es waren lediglich einige Nationalsozialisten, offenbar nichtstudenten, zu beobachten, die ihre herauskommenden studentischen Pgs. durch Handaufheben be­grüßten.

Daß man die Zahl der Nationalsozialisten an der Universität überschäßt, hat sich jetzt erst wieder bei den privaten Asta. mahlen herausgestellt. Von 15 000 Studenten an der Berliner Universität haben 3700 nationalsozialistisch gewählt. Am Sonn­abend fanden Beratungen zwischen dem Direktor der Universität und dem Polizeipräsidium statt, wie in Zukunft derartige Kra walle verhindert werden können. Von der Polizei sind Maßnahmen ergriffen worden, die zukünftige Ruheſtörungen im Reime erstiden tönnen und auch eine schnelle Herbeirufung uniformierter Polizei möglich machen.

Plöhlich zog ein Unteroffizier vom Reiter- Regiment seinen Säbel und schlug auf den Arbeiter 2. ein. Zu seinem Glück lolperte 2, so daß der Schlag fehl ging. Ein Nazi aus Hangels­berg, der bei der staatlichen Oberförsterei beschäf­tigte Freiherr von Edardstein, rief: Richtig, kameraden, wir rächen unfere gefchlagene S2 mit blanker wehrsoldaten mit gezogenem Säbel auf die Arbeiter und schlugen blindlings auf sie ein. Der Arbeiter Graste erhielt durch einen Schlag über den Kopf eine klaffende Stirn­wunde. Es fielen auch Worte wie: Euch roten Hunde schlagen wir fot."

Irgendeine Belästigung der Soldaten durch Arbeiter ist vorher nicht erfolgt, wie es in den lehten 6 bis 7 Jahren überhaupt keine Zusammenstöße zwischen Militär und Zivil gab.

Einbrecher fürzt aus dem 3. Gtod.

Nächtliche Jagd in der Ritterstraße.

Zu einer aufregenden Einbrecherjagd fam es in der Nacht zum Sonntag im Maffary- Haus in der Ritterstraße 9, als dort eine viertöpfige kolonne versuchte, in die im zweiten Stodwert ge. legenen Cagerräume der Zigarettenfirma einzu­dringen.

Bei den Asta- Wahlen wurden insgesamt 5834 Stimmen ab­gegeben gegen etwa 7000 bei den legten Wahlen im Jahre 1928; das entspricht einer Beteiligung von 46,4 Prozent bei einer Bahl von 12 587 Wahlberechtigten. Auf die Nationalsozialisten entfielen 3795 Die Kolonne rückte über das Dach des Hauses an und versuchte Stimmen, auf die Deutschnationalen und Stahlheimer 1155, auf die Korporationstifte 850 Stimmen. 37 Stimmzettel waren ungültig. eine eiferne Tür aufzubrechen, um in die im zweiten Stockwert ge­Da die gewählte Studentenvertretung aus 100 Sigen besteht, entlegenen Lagerräume zu tommen. Das dabei entstehende Geräusch fallen demnach auf die Nationalsozialisten 65, auf Stahlheimer und wurde aber von dem Wächter des Grundstüdes vernommen, der Deutschnationale 20 und auf die Korporationsstudenten 15 Gige. Das Ueberfallfommando alarmierte. Als die Beamten mit ihrem Schnellwagen herannahten, ergriffen die Einbrecher die Flucht. Der Wahl find die Sozialisten und Kommunisten ferngeblieben. Die Kolonne ist anscheinend völlig fopflos geworden. Während zwei der Täter auf das Dach des Hauses zurückeilten und von dort aus weiter entfommen fonnten, lief der dritte Einbrecher, der 45 Jahre alte Mar Weber, in den Keller und versteckte sich dort. Der vierte Mann, Karl Woelz, glaubte der Verfolgung der Be­amten dadurch zu entkommen, daß er gar nicht erst wie seine beiden anderen Genoffen- auf das Dach eilte, sondern gleich vom Flurfenster des dritten Stockwertes auf den Hof hinabsprang. Nach­bem man den anderen Täter aus seinem Bersted herausgeholt hatte, wurde Woelz ins Staatstrankenhaus gebracht. Der Einbrecher hat sich bei seinem Fenstersturz einen Schädelbruch zugezogen, des gleichen sind ihm beide Unterarme und beide Schien­

Reichswehrsoldaten gegen Arbeiter.

Die blanke Waffe" im Straßenfampf. Fürstenwalde, 25. Januar. ( Eigenbericht.) Recht eigenartige Borgänge spielen fich beim Reiter- Ke­giment 9 in Fürstenwalde ab. Es ist ein offenes Geheimnis, daß eine Anzahl Reichewehrangehörige mit den Nazis fympathifieren. Bekundeten sie bisher ihre Nazigesinnung nur durch den Besuch des Nazifturmlokals Weißen Anker und gelegentlichen Heil- Hiller­Rufen, so nahmen fie am Freitagabend, als es anläßlich einer öffentlichen Naziversammlung in den Straßen zu 3ufammen- beine gebrochen

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