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... irgend etwas hat geknackt im Haus«! Ganz deutlich habe ich es gehört. Horch! da schlürfen Schrttte unten durch das Eßzimmer! Schon wieder knackt es! Soll ich aufstehen? Wenn nur mein Kops nicht so dumps wäre. Diese verfluchte Aowle am Abend Nie wieder Waldmeister! Ein Kerl muß das ausspioniert haben, und denkt... Nein, nicht wieder einschlafen! Ich muß hinunter. Ich kann doch nicht ruhig bei mir einbrechen lassen. Was wurde Ilse sagen? Schon sehe ich ihr Gesicht! sehe, wie ihre Gestalt sich noch«in wenig höher aufreckt als sonst und mich mitleidig von oben herab ansieht. Natürlich! Pistolenduelle auf drei Schritt Distanz am Schreibtisch. Alles kannst du am Schreibtisch! sogar mit einer Frau umgehen am Schreibtisch! Ach Kurt! aber wenn du wirk» lich einmal zupacken sollst.. unser ganzes Silber, die Teppiche, die Bronzen! Hundertmal habe ich Ilse gesagt, daß besonders die Oberfenster sorgfältig geschlosien werden müssen.Es gibt doch nun einmal keine Läden am Haufe! Wir wohnen doch fast allein hier draußen! Frau! wie leicht kann da jemand einsteigen!"... Eben ging die Küchentür! ich muß hinunter. Ich bin doch nicht etwa ängstlich? ich weiß gar nicht, was los ist mit mir. Die Beine sind so zitterig! Ach diese Bowle. Nein, ängstlich bin ich nicht Nicht im geringsten. Nicht ein» mal Ilse werde ich wecken. Selbst ist der Mann! Außerdem habe ich gelesen, daß Einbrecher nie Menschen an- greisen Stet? fliehen sieunter Zurücklassung chrer Beute". Leise stieg ich aus dem Bett. Zu dumm, daß der Brief- offner unten auf dem Schreibtisch im Arbeitszimmer liegt. Eine Waffe mitzunehmen wäre schon bester.. Aber außer Ilses Schäfer- stob vom letzten Maskenball, mit dem sie immer unter das Bett gerutschte Zeitungen, Briefe und Geldstücke hervorholt, ist nichts zu finden Einen drohenden Eindruck macht er nicht mit seiner rosa- farbsnen Schleife aber immerhin, ich habe etwas, woran ich mich anklammern kann: ich bin nicht wehrlos. Vorsichtig stieg ich die Treppe hinunter Natürlich kracht die unterste Stufe heute besonders laut. Gleich aber ist das Haus totenstill. Nichts regt sich. Meine Beine schieben mich vorwärts in das Dunkel des Gangs hinein. Licht wollte ich nicht andrehen. Bester nicht: auch das hatte ich irgendwo mal gelesen. Dabei setzt man sich der Gefahr aus, crschosten zu werden. Nein, kein Licht. Besser nicht! Vielleicht ist er auch schon weg. hoffe ich einen Augenblick, bevor ich um die Ecke nach dem Küchenflur biege. Einen Augenblick setzt mein Herz aus. Durch die Ver- glajung der Küchentür fiel Licht. Also doch Einbrecher! Schnell gebe ich mir«in paar Ver- hallungsmaßregeln: ruhig bleiben! fest und sicher austreten! immer '.Rückendeckung behallen! Und nun los! Ich weiß nicht, warum ich mir Einbrecher immer groß und stämmig vorgestellt habe. Da vor mir, neben dem geöffneten Eisschrank sitzt ein altes, verschrunzeltes Männlein. Um die mürben Knochen hängt ein vielleicht noch guter, aber viel, viel zu weite? Anzug. Auf dem Kopf stehen ein paar graue, müde Büschel struppiger Haare. Die Füße des Mannes stecken ln gelben Socken. Seine Stiefel stehen auf dem Bord unter dem Küchenfenster. Natürlich hat Ilse das Oberfenster nicht gefchlosten, sehe ich in der ersten Sekunde, während ich noch den Eindringling mustere. Em müdes und blasses Gesicht schaut zu mir auf. In den Händen hat der Mann die Platte mit den gefüllten Tomaten. Nun setzt er sie behutsam auf den Boden. Langsam erhebt der Mann sich. Bor mir steht ein Dieb! ein Verbrecher! und während ich ihn verwundert und bereits ein wenig nachdenklich anschaue, zieht sich sein zottiger Schnurrbart nach beiden Seiten auseinander zu einem verlegenen Grinsen. Herr!" sage ich, denn angesichts einer so kümmerlichen Figur fühlt« ich mich trotz lila Schlafanzug und rosa verzierten Schäfer- stöckchen sehr im Uebergewicht,Herr!" sage ich also,was fällt Ihnen sin. hier ohne meine oder meiner Frau Erlaubnis zu Nacht zu speisen?" Und gleich frage ich ihn, ob er außer den beiden großen Paketen, die wohl alle Wertgegenständ« unseres Hauses enthielten. auch noch seine Taschen gefüllt habe? Mein Einbrecher schüttelte nur den Kops und schlug beteuernd auf seine Taschen. Dann also raus! aber durch die Tür!" befehle ich energisch und voller Würde. Der Mann sucht nach seinen Schuhen. Mit zitternden Händen band er sie zu. Wie ungeschickt er sich anstellte. Nicht einmal ordentliche Schnürsenkel besaß er. Ich überlegte, ob ich ihm nicht von meinen. Cr bückte sich nochmals, faßt die Platte mit den gefüllten To- maten, stellt sie ordentlich in den Cisschrank und schließt ab. Heute noch glaub« ich, daß alles gut gegangen wäre, hätte ich nicht dabei den elenden, stumpfen Blick gesehen, mit dem der Mann die Platte in den Eisschrank stellte. Gewiß bin ich ein Mann, der hart auftreten kann, der sich unnach sichtlich durchsetzt, auch im härtesten Kampf. Auch im Kamps gegen Ilse! Ich kann unerbittlich sein und herzlos Aber ich kann kein Leid sehen. Dann werde ich weich selbst meiner Frau gegenüber. Ich kann kein Leid sehen. Wirk- lich nicht Was war schon dran an den Tomaten? Hätte sie jemand von uns noch angerührt, nachdem dieser Einbrecher sie in Händen ge- habt? War es nicht eine Selbstverständlichkeit, daß ich dem Mann sagt«!Esten Sie sie ruhig aus. wenn Sie hungrig sind. Daraus kommt es jetzt nicht mehr an! Mann!" Und war es nicht selbstverständlich, daß ich die Platte vor ihn auf den Tisch setzte, einen Stuhl hinschob und ihn nochmals zum Esten nötigte, als er mich aus seinen verfallenen Augen schier ratlos anstierte? Schließlich kann Ich doch«inen Menschen nicht verhungern lassen! auch dann nicht, wenn er ursprünglich als mein Feind ge- kommen ist Das wäre doch«ine noch größere Sünde. Und ich stellte ihm den kalten Braten hin vom Abend. Das Brot. Sogar ein großes Glas von der Ananasbowle. Wae ist schon dabei, wenn ich den Mann einmal ordentlich füttere? Ich kann ja morgen früh Ilse sagen, daß ich m der Nacht noch einmal Hunger bekommen hätte. Wa» heißt übrigensFeilst»"? sitzt da nicht ein armer Kerl vqr mir. den die Menschen geprügelt und verfolgt haben? Ist der Mann nicht höchstens vierzig Jahre alt oder gar noch jünger? Ist er nicht einfach zu stark verbraucht, zu stark gehetzt? Haben ihn die Menschen nicht vielleicht erst zu dem gemacht, was er hier ist?

Schreien in seiner eiskalten Wohnung hungernde Kinder? Jammert dort eine Mutter? Die Bowle scheint ihm gut zu tun. Des Mannes ganze Hallung wird straffer. Sein« Kaubewegungen werden härter und schneller. Ilse wird sich über meinen Appetit wundern. Aber immerhin, ich habe ein gutes Werk getan. Ordentlich hübsch wird das alle Sttomergesicht. Auch die Stirn erscheint mir jetzt höher als vorhin. Nur das starr« Grinsen der auseinander- gezogenen Mundwinkel stört mich. Natürlich, beginnt mein Gast zu erzählen, war er schon frühe Waise geworden. Fürsorgeerziehung Und natürlich haben sie chn da ganz falsch angefaßt. Sänger wollte er werden, berühmt und reich sein! Man hat es ihm nicht erlaubt Prachwoll war feine Stimme gewesen. Auch heute noch schmettere er den Postillon von Lonjumeau oder Waldeslust, Waldeslust... Aber ich lehnte ab. Ilses wegen. Es hätte sie jetzt bestimmt erschreckt Dann aber muß so verschiedenes in sein Leben gekommen sein: nirgendwo hätte sie einen Vorbestraften gewollt. Und er hatte doch einmal während der Fürsorge aus Hunger etwas Geld an sich genommen... Gott , das wechselte dann so ab später. Zwischen Hunger und Sättigung, Arbeit und Bettelei, Freiheit und Gefängnis. Natür- lich hatte er auch, ganz wie ichs dachte, Frau und Kinder. Vier

klein« Kind«. Und alle zwischen zwei und drei Ihren. Und dl« Frau liegt jetzt m der Klinik und erwartet das nächste. Jetzt muß das älteste dl« drei kleineren besorgen! Der Mann schluchzt. Auch ich bm«griffen. Natürlich, so etwas gibt es! Und so mußte das alle» kommen. Ader ich konnte dem armen Schlucker helfen. Ich konnte chn und die armen Würmer retten. Ein wahres Glück, daß der Mann bei nur und nicht nebenan bei dem mickrigen Geheimrot eingebrochen ist! Ich konnte helfen! Morgen oder übermorgen sollte er sich bei mir melden. Für zwei oder auch drei Wochen wird sich im Hause und im Garten schon genug Arbeit finden. Dann wurde ich weit« sehen. Nie werde ich den demütigen und dankbaren Blick des Mannes vergessen, als ich chm den Rest des Bratens und für den aller«sten Anfang noch ein Dreimarkstück in die Hand drückt«. Nochmals klopfte ich chm aufmunternd auf die Schulter und entließ chn. Während ich die Haustur sorgfältig abschloß, hört« ich langsam und zögernd, als ob er sich noch nicht losreißen könnt«, den Mann durch unseren Vorgarten schlurren. Müde ging ich wieder zu Bett. Fest und glücklich schlief ich in dem Bewußtsein meiner guten Tat. Wieder einmal konnte man helfen und ein bißchen Lieb« und Vertrauen säen. Waren wir nicht alle Brüder? Am nächsten Morgen wurde ich von Ilse geweckt. Sie stand vor meinem Bett und schrie: Einbrecher hätten das ganze Silber, alle Bronzen ausgeräunst. Durch das Oberfenster in der Küche wären sie hereingekommen! Ja, das Oberfenft« nachher zu schließen, das halle ich wohl vergessen.

hflarx und feine Sefchwifier

Der nachstehende Brief von Marx' Schweff« an ihren Bruder Sarl wird, foweil ich fesisiellen konnte, hier zum erstenmal veröffenkstchl. Alarx' Schwester Sophie war ml! dem holländischen Recktsanwatt Rod«» Schmalhansen in Maastricht verheiratet. D« Brief ist lm September 1546 an Sarl Marx, d« damals in Brüssel lebte, geschrieben worden. Das Dokument bestätigt, was wir schon aus anderen Quellen, wenn auch kaum in dies« Unmittelbarkeit, wissen, daß Marx ein Mensch war, der trotz großer innerer menschlich« Wärme sich nach außen hin kühl abschloß. V« Brief berichtet von einem Besuch von Marx' Mutter in Maastricht ln Begleitung seiner jüngeren, offenbar schwer kranken Schwester Taroline. Alle anderen biographischen Beziehungen bedürfen wohl keiner weitere« Erklärung. J. P. Mayer. Lieber Kars ! Du wirst«staunt sein, noch keinen Brief von Carolinchen und stall dessen«inen von mir zu empfangen: schon früher hättest du diesen empfangen, wenn nicht Wäsche und andere häuslich« Be- schäftigungen nach Müllerchens Abreise mich abgehalten hätten. Dein Brief kam einige Stunden nach Müllerchens Abreise an, glück- licherweise. denn Carolinchen wäre so gern mit ihr nach Bommel und wartete täglich aus Briefe. Doch da» arme Kind fühlte sich so schwach, daß der Doklor es stark abriet, und wirtlich wären Deine Pläne, lieb« Karl, unausführbar gewesen: das liebe Linchen fühlte sich ungeachtet der größten Ruhe und Schonung so unendlich müde, daß das Wünschenswerteste war, sie rubig zu Hause zu wissen. Ach, so gern halle ich sie hier gehalten und den lieben Engel verpflegt, doch Mütterchen wollte ungeachtet ihrer Bitten nicht: auch ist's besser so. doch wäre sie bettlägerig geworden und hätte Mütterchen gemißt, hätte das arme Kind sich doch wohl un- glücklich gefühlt. Bon Deinem äußerst liebevollen Benehmen gegen sie oermochte sie mir nicht genug zu sagen, und mit dem größten Vergnügen sprach sie von Deinen Lustschlösiern: Dein Brief hätte chr gewiß vielen Kummer gemacht, da Mütterchen durchaus nicht riskieren durste, sie von sich zu lassen: mein Brief bezweckt daher einerseits, Dich zu bitten. Carolinchen zu schreiben, daß Du ver- hindert worden seiest. Deine Pläne auszuführen, und sie auf spätere Zellen zu verschieben: daß ich Deinen Brief«brach, wirst Du leicht vergeben, lieber Karl, da ich nur L.' Ruhe dabei vor Augen hatte und Neugierde mich durchaus nicht dazu antrieb. Wie geht's Deiner lieben Frau: die arme Jenny wird bei der Krankheit ihrer Kinder viel ausgestanden haben, denn es ist nichts trauriger, als so zarte, hilflose Geschöpschen traurig und leidend zu sehen: sehr, sehr neugierig bin ich. Deine lieben Kinder einmal

zu sehen, das geistig«, tieffühlende Iennychen und das schöne strahlende Laurachen, mir scheint, Ihr seid recht ungenügsam und müßt alles ganz extra haben: küsse mir die lieben kleinen Wesen von chrer ihnen ganz sreirden Tante: denn so lieb und gut Du eine Schwester behandell hast, scheint Dir alles übrige ent- fremdet, und ir-r scheint, lieb« Karl, daß Du die Innigkeit der Verwandtschastsbande(und noch gar so naher) wegzuraisonni�xen suchst: jedenfalls bin ich überzeugt, daß Du Dir in diesem Punkte nicht konsequent bleiben und Deinen Kindern andere Prinzipien einprägen wirst. Verzeihe mir, mein Bruder, daß Deine ältere Schwester Dir noch, ganz unberufen zwar, eine Bemerkung macht. Jenny gratuliert Mütterchen in ihrem Briese an L. zu ihrem Ge- burtstage und schrieb einige herzliche Worte: Du. der eigene Sohn, für den M. gewiß mehr tat, als sie mußt«, die arme Schmerzens- Mutter, kann man wohl sagen, die chr liebstes Kind, den besten Engel trotz aller Sorgen und Mühe hinsterben sieht, die hattest(Du) in Deinem Briese nicht nur nicht beglückwünscht, sondern ganz ignoriert, schon deshalb war ich froh, daß der Brief zu spät ankam: C. konnte Deine Herzensgut«. Dein zartes Gefühl nicht genug loben. und meint, daß Du einen sond Zärtlichkeit besitzt, wie weuige Männer: daß die» bei Deinen übrigen Eigenschaften fetten und vorzüglich ist, ist gewiß: nur wünschte ich. daß Du Dem Herz nicht dermaßen verleugnetest und die gute Mutter und Dein« drei übrigen Geschwister ganz ignorierst: wie ist's auch möglich nach all den traurigen Unglücksfällen, die wir hatten und die uns noch de- vorstehen. Uederwind« Dein störriges Herz, lieb« Karl, und glaub«. all« Philosophie kann die Erfahrimg nicht wegraisonnieren, daß das Verhältnis schlechter oder guter Kinder zu ihren Eltern oft hier schon vergolten wird. Deweis« mir, lieb« Karl, daß meine wohl- gemeinte Aufrichligkett Dich nicht beleidigt hat, und komme uns recht schnell besuchen: sollte Deine liebenswürdige Jenny abkommen können, würde sie mir auch viel Vergnügen machen. Sehr erfreuen würdest Du mich, wenn durch einige Zellen Du mir die Ankunft dieses Briefes mittellen würdest, damit ich weiß, daß Ihr Carolinchen schon noch Empfang dieser Zellen geschrieben habt. da das liebe Linchen sonst Euer Stillschweigen beleidigend finden würde. Zugleich, lieber Karl, melde mir, ob und wann Du gedenkst. uns hier zu befuchen. Mag die Erziehung, die Ansichten, kurz die ganze Richtung von Dir und Robert verschieden sein, mir dünkt,«in paar edler, guter Menschen, die noch durch Derivandtschaftebande liiert sind, könnten sich darum doch recht gut sein. Grüß« mir Jenny recht herzlich, küsse die süßen kleinen Cngelchen und halte (doch das ist kein richtiger Ausdruck mehr), sondern suche lieb zu gewinnen Dein« Sophie.

SdgarWallace geftorben Edgar Wollace, der bekannte englische Romanschriftsteller, ist gestern in Hollywood an einer Lungenentzündung g e st o r b c n. Conan Doyle , der die Gestalten des Gentlcmandetektios Sher- lock Holmes und seines getreuen Begleiters Watson erfand, war der Kriminalschriflsteller der Vorkriegsgeneration. Sein Held mußte hart an der Grenze des Todes immer wieder aufleben, well ein begeistertes Lesepublikum immer neue Taten von ihm erwartet«. Obgleich man literarisch« Erfindungen noch nicht patentamtttch schützen lasten kann, erwarb Doyle durch seine Erfindung ein de- trächtliches Vermögien. Er überlebt« sich selbst und ergab sich dem Spiritismus. Als er starb, dachten die meisten von denen, die einst seine Leser waren, er sei schon längst tot. - Nun kommt die Nachricht, daß Edgar Wallace , sein geistiger Erbe, im Aller von 56 Iahren gestorben ist. Sie wird mehr Interesie finden al» die Todesanzeige von Conan Doyle : denn Wallace war viele« noch sehr ledendig. Cr war der Kriminal- jchriststeller von heute, ein Landsmann von Conan Doy'e und wie dieser Produzent einer endlosen Romanseri«, die in rasendem Tempo anwuchs. Mit Conan Doyle hat er auch da» gemein, daß er viel mehr geleset als die Lektüre semer Bächer eingestanden wird. Auch seine Romane hatten unter mancher Sammlung kluger und gelehrter Bücher einen versteckten Platz: mindestens einige von ihnen, übrigens mit viel mehr Berechtigung al» irgendein Tand von Conan Doyle . Wer in den Abenteuern von Wattaces Genllemanverbrechern, die die fteiere Nachkriegsanschauung im englischen Krimmalronton an Stelle de» immer etwas moralinsauren Detektivs zuließ, Entspan­nung von anstrengender geistiger Arbeil sucht, wird dabei manchmal in«in Reich geführt, au» dem mindestens in kleinen ironischen Reflexen die Wett brav« Bürger und sittlich einwandfreier Normal- menschen amüsant heroorleuchtet. In diesen Büchern näherte Wallace sich den besten Romanen von Cloestadt und Frank Heller. Alle drei haben«ine Anzahl geistreich kompomener und amüsanter und sehr viel« durchschntttlich« Krimina.'romane hervorgebracht. Seltsamerweise lassen viele M«nsck,«n Heller und Elvestadt gellen, brechen aber über Wallace den Stab. Da» ist vielleicht durch die Ueberschwemrnung mit Wallace-Uebersetzungen zu erklären, die der deutsche Büchermarkt in den letzten Jahren erfahren hat. Wie auf

den gelben englischen Ü-Penny Büchern steht auch gewöhnlich auf den deutschen Ausgaben:Es ist unmöglich, von Wallace nicht gefesselt zu sein." Das kommt sicher auf die Einstellung de« Lesers an, aber, wie gesagt, mindestens ebenso sehr darauf, welchen Roman er gerade in die Hand kriegt.Literatur" im höheren Sinne ist keiner. Aber geschickte amüsant zu lesende Kompositionen sind der Rinder",Double Dan",The Law of the Four Just men"(Das Gesetz der vier Gerechten) und derMixer". Mit diesem letzten Buch ist Wallace vielleicht sein beste» typisches Buch gelungen. Er hat viel« der darin geschilderten Abenteuer anscheinend auf krimina- listischen Notizen aus Zeitungen aufgebaut, in knapperer Formu- lierung, als er e» bei dem Stofiverbrauch eines Senenschriftstellers sonst meist für geboten hielt. Diese kleinen, zuerst In einem Lon- doner Magazin erschienenen Abenteuer um«inen Mittelpunlt. den Mixer", bringen manchmal recht witzig gesehene Gestatten: so den Schwindler, der unerhört billige Waren inseriert und auch an Be- steller versendet, um sie sicher zu machen und zur Einsendung noch größerer Beträge zu veranlassen, mit denen er dann oerschwindet. Am hübschesten skizziert ist aber die Gestalt de» bigotten Sitten- apostel» Kandeman, der von seinen Dividenden lebt, Moral predigt und einer höchst unmoralischen Berdienstchance aus den Leim geht. Vielleicht hätte Wallace , wenn er da» Testreben gehabt hätte, recht gut den englischenBabitt" protrotieren können. Doch er hat recht- zeitig entdeckt, daß mit Kriminalromanen sicherer Geld zu verdienen ist als mit der Literatur. Atmung ta plccard» Kugel. Professor Piccard erreicht« auf seinem Flug in die Stratosphäre die Höh» von 15718 Meter. Er besand sich in einer von der Autzenluft völlig abgeschlossenen Leicht- metallkugel. Unter diesen Umständen darf di« Atemluft, wie tn der Zeitschrift für ärztliche Fortbildung" ausgesührt wird, nicht mehr als 2 Prozent Kohlensäure entHallen Sonst tritt nämlich nach 8 bis 4 Stunden«in« lebensgefährlich« Anhäufung von Kohlen- säure ein. Piccard war ab« l7 Stunden m der Lust Diese Leistung konnte jz nur dadurch bewerkstelligen, daß sich in der Kugel geeignete Sauerstoffgerät« befanden d't nicht nur den Sau«- stoffbedars der Gondelinsassen deckten, sondern auch durch gee'gnete Zusammensetzung der Ltmungsluft die gefährliche Kohlensäure und den Wasserdampf entzogen.