Beilage
Dienstag, 23. Februar 1932
Der Abend
Spalausgabe des Vorwards
Kampf der Tuberkulose!
Zugleich ein Nachwort zum Lübecker Prozeß von Stadtarzt Dr. Drucker
Einer der Anwälte, die im Lübecker Prozeß die unglücklichen| die Erfranften einer geordneten Behandlung zuzuführen. Man Eltern der geimpften Kinder vertraten, sprach in seinem Plädoyer braucht nur in den vom Deutschen Zentralfomitee zur Bekämpfung vom Bankrott der Heilkunde. Es gäbe nicht nur nichts der Tuberkulose erstatteten Bericht über das Jahr 1930 hinein gegen die Tuberkulose- Krankheit, im vorliegenden Falle sei die zusehen, um eine Vorstellung von dieser ungeheuer wertvollen Armedizinische Wissenschaft sogar noch zur Mörderin geworden. Auch beit zu gewinnen. In Deutschland waren in 1360 Fürsorgestellen wenn man von dieser Aeußerung streicht, was lediglich der rheto 2184 Aerzte und 4052 Fürsorgerinnen tätig. Rund 1 363 000 förperrischen Wirkung wegen gefagt worden ist, bleibt immer noch genug liche Untersuchungen, 796 000 Röntgenuntersuchungen und 1391 000 Falsches und Irreführendes. Nicht die ärztliche Wissenschaft, sondern Wohnungsbesuche wurden ausgeführt. Der Bericht zeigt auch, daß drei Aerzte haben versagt. Nicht die Wissenschaft hat getötet, diese Fürsorgearbeit dringend notwendig ist und vor allem des Aussondern die Fahrlässigkeit und unvorsichtigkeit, das unwissen baues bedarf. Von den betreuten Tuberkulösen haufte fast ein schaftliche Vorgehen mehrerer Mediziner. Wären die Herren Biertel in hygienisch nicht einwandfreien Wohnungen, und Deycke, Altstaedt und Klotz gründlicher und gewissenhafter gewesen, 4481 Offentuberkulöse hatten nicht einmal ein Bett für dann hätte sich die Katastrophe nicht ereignet. Dann hätten sie die fich allein! Sie brachten also ihre Schlafgenoffen jede Nacht Warnung des Reichsgesundheitsamtes nicht einfach in den Wind buchstäblich in Lebensgefahr. Solche Zustände sind nicht nur eine geschlagen, dann hätten sie den Impfstoff nach den Regeln der Wissen Kulturschande, sie bedrohen die Volksgesundheit im höchsten Maße. schaft verwahrt und Tierversuche zur Prüfung der Bakterienkultur Sie müssen durch eine Intensivierung der Fürsorge unvor der Ausgabe eingeschaltet. bedingt beseitigt werden.
Richtig ist allerdings, daß der enttäuscht sein muß, der von Impfungen die Ausrottung der Tuberkulose erwartet hat. Bis heute ist der Beweis noch nicht erbracht, daß in ihrer Lebenskraft geschwächte oder abgetötete Tuberkelbazillen eine Giftfestigkeit des menschlichen Organismus herbeiführen, die Tuberkulose also verhüten oder heilen könnten. Die 3m pf5afteriologie hat vorläufig noch teine wesentliche Hilfe im Kampf gegen die Tuberkulose ge= leistet. Durch den Lübecker Prozeß ist sie nun bei den Laien um ihren ganzen Kredit gekommen. Es besteht die Gefahr, daß dieses Mißtrauen noch auf andere medizinische Maßnahmen übertragen wird und schließlich den Tuberkulösen dazu verleitet, auch eine wertvolle Heilbehandlung abzulehnen. So dürfen sich aber die Lübecker Vorgänge in keinem Falle auswirken! In der letzten Zeit ist es gelungen, durch eine mehr chirurgische Technit den tuberku lösen Prozeß günstig zu beeinflussen. Die erkrankte Lunge wird ruhiggestellt, sei es durch Gaseinblasen, durch Nervenschnitt oder durch operative Verkleinerung des Brustkorbes, und damit werden gute Vorbedingungen für eine Ausheilung der Tuberkulose geschaffen. Das Verfahren ist bereits vieltausendfach erprobt und hat fich als sehr nüßlich erwiesen. Darüber gibt es in der Wissenschaft teine Meinungsverschiedenheit. Es wäre grundverkehrt, unter dem Eindruck der Lübecker Katastrophe den wirklich großen Fortschritt zu beargwöhnen. Die Leidtragenden würden nur die Kranken sein.
Nicht nur das Lübecker Experiment, sondern die heute wieder beliebte medizinische Betrachtungsweise läßt leicht vergessen, daß wirksamer als alle Arzneien, Impfstoffe und chirurgische Eingriffe immer noch
die soziale und sozialhygienische Bekämpfung der Tuberkulose.
ist. Freilich, die Anwendung dieser Methode stößt jetzt auf gewaltige Echwierigkeiten wirtschaftlicher und auch politischer Art. Man wendet darum gern den Blick von diesen Dingen und vertieft sich lieber in die rein medizinische Seite des Problems, wobei man nicht mit den Nöten der Gegenwart fich auseinanderzusehen braucht. Trotz allem: die Tuberkulose wurzelt in der Massenarmut, sie wächst mit der Verelendung des Volkes und geht zurück, wenn die leibliche Eristenz der breiten Schichten gesichert ist. So stieg die TuberkuloseSterblichkeit während des Krieges steil an, weil es an der notwen digsten Nahrung fehlte; so nahmen die Todesfälle in der darauffolgenden Zeit wieder ab, weil die unbemittelte Bevölkerung vor einer chronischen Unterernährung wieder besser geschützt werden
fonnte.
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In den letzten Jahren hat die Tuberkulose- Sterblichkeit in Deutschland einen so niedrigen Stand erreicht wie noch nie vorher In Berlin ist sie im Jahre 1930 auf fast die Hälfte der Vorkriegszeit gefunten. Spricht diese Tatsache nicht gegen die soziale Bedingt heit der Tuberkulose? Müßte nicht in einer Zeit, wo Millionen im Bolte erwerbslos find, gerade die Proletarierkrankheit" sich üppig entwickeln? Wer mit diesem Argument die Abhängigkeit der Tuberkulose von der wirtschaftlichen Lage der Massen in Zweifel zieht, übersieht doch, daß bis in die jüngste Zeit hinein das Reich und die Gemeinden die Notleidenden wenigstens vor dem Hunger bewahrt haben. Gewiß mußten viele sich Entbehrungen auferlegen, aber im allgemeinen reichten die Mittel gerade noch zur Erhaltung des Kräftebestandes aus. Das ist die
Auswirkung der Erwerbslosenfürsorge und Sozialversicherung, der kommunalen Wohlfahrtspflege und
des Lohnkampfes der Gewerkschaften. Heute ist die Lage eine ganz andere geworden. Die Notverordnungen haben die Lebenshaltung der Arbeitenden und Arbeitslosen erheblich verschlechtert, und die verarmten Gemeinden sehen sich gezwungen, die Unterstützung immer mehr zu verringern. Jetzt ist der Hunger wieder in zahllosen Proletarierfamilien täglicher Gast, jetzt zermürbt wieder der Mangel an Nährstoffen, Mineralfalzen und Vitaminen die Widerstandsfähigkeit gegen die Tuberkulose. Fachärzte melden bereits, daß öfter als früher gutartige, zur Vernarbung neigende Tuberkuloseerfrankungen auffladern und nunmehr ungünstig verlaufen. Die Zahl der ansteckenden Lungentubertulosen nimmt wieder zu; für den Sozialhygienifer eine natürliche Erscheinung. Je geringer die Kaufkraft der Massen, je teurer Brot, Butter, Gemüse und Obst, um so häufiger die Tuberkulose!
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Die Gefahr, daß die schnell fortschreitende Proletarisierung des Volkes eine erneute Ausbreitung der endlich eingedämmten Tuberkulose zur Folge haben wird, ist darum so groß, weil jetzt auch Sicherungen, die die Gesundheitsfürsorge gegen das limsichgreifen der Proletarierkrankheit eingeschaltet hatte, beseitigt sind, oder in Zukunft beseitigt werden.
Unzweifelhaft hat neben den sozialen Maßnahmen die plan mäßige Tuberkulose fürsorge der Gemeinden, der Landesversicherungsanstalten und der Krankenkassen viel zum Abfinten der Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit beigetragen. Durch bie nachgehende Betreuung gelang es der Fürsorgestelle nicht selten, ben Ansteckungsherd in der Familie trotz der Wohnungsnot au ifolieren, bereits erfolgte Ansteckungen frühzeitig zu erkennen und
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Aber die Tuberkulosefürsorge wird abgebaut! Schon im Jahre 1930 ging die Zahl der Fürsorgerinnen um 33 zurüd und die
Zahl der Wohnungsbesuche um mehr als 100 000. Wie wird erst der Bericht über das Krisenjahr 1931 ausfallen! Selbst die Berliner städtische Verwaltung, die sich die Bekämpfung der Tubertulose besonders angelegen sein läßt, hat auch auf diesem Gebiete gespart: die Mittel für die Verschickung in Heilstätten, für Wohnungs- und Ernährungsfürsorge sind ganz berträchtlich verkürzt worden. Nun ist beabsichtigt, auch die Säuglings und Schulkinderfürsorge einzuschränken! Diese Maßnahme bedeutet letzten Endes auch eine Hemmung des Kampfes gegen die Tuberkulose. Wie sollen tuberkulöse Ansteckungen und Erkrankungen verhütet und, falls sie zustandegekommen find, im allerersten Stadium erkannt werden, wenn Reihenuntersuchungen und Wohnungsbesuche vermindert, Aerzte und Fürsorger abgebaut werden!
Es wird gegenwärtig den städtischen Verwaltungen wie den Trägern der Sozialversicherung schwer fallen, die Mittel für eine großzügige Tuberkulose- Fürsorge aufzubringen. Aber die Ausgaben für diesen Zwed, wie überhaupt in der Gesundheitsfürsorge, lohnen sich reichlich. Sie bewahren viele vor jahrelangem Siechtum und vermeiden damit weit größere Aufwendungen.
Mutter und Genossin!
Anmerkungen zu einer Broschüre Von Maria Krische
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führte und ihm sehr oft nur eine Dienerin ersetzte!
In nationalsozialistischen Versammlungen und Flugschriften| sich einzubilden, daß er seine Frau erhielte, die ihm die Wirtschaft wird neuerdings unter Hinweis auf russische Experimente, die auf eine gewaltsame Zertrümmerung der Familie hinausgehen, die Stel. lung des Marrismus zum Familienproblem start angegriffen. Es gibt eine nationalsozialistische Broschüre, die die Ueberschrift trägt: " Der rote Krieg Mutter oder Genossin?"
Die faschistische Auffassung ist die, daß die Frau, wenn sie ihre mütterliche Aufgabe voll erfüllen will, nur Mutter sein könne unter Ausschluß aller anderen Interessensgebiete. Jedes Geschlecht hat auf Grund seiner förperlichen Anlagen auch eine bestimmte geistige Prägung. Diese Eignung sei bei der Frau so, daß ihr andere Aufgaben als Haus- und Kinderpflege nicht lägen. Wenn die Frau beruflich oder politisch sich betätige, so begäbe sie sich ihres eigensten Reizes und werde eine unerfreuliche Zwittererscheinung.
Die einseitige Beschränkung auf die Mutterschaft, die der Nationalsozialismus verlangt, ist eine praftische Unmöglich
Peit.
Die Frau ist nicht freiwillig in die Kontore gegangen. Sie ist hineingezogen worden. Die Berufsarbeit hat die Frau erobert, nicht umgekehrt sie den Beruf. Sehr viele Ehen würden heute ungeschlossen bleiben, wenn die Frau nicht den Willen hätte, wenig stens im Anfang so denkt das junge Mädchen mitzuarbeiten. In Wahrheit zwingt auch dort, wo sie zunächst nicht daran gedacht hat, später die Not der Kinder die Frau, sich nach einem Erwerb umzusehen.
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Es ist heute schon für sehr viele Familien eine volltommene Illusion, wenn angenommen wird, daß das Existenzminimum für die Familie vom Mann allein aufgebracht wird.
Namentlich ist die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse ein 3wang in den Beruf hinein. Der arbeitslose Mann kann die Familie nicht ernähren, und da bleibt der Frau keine andere Wahl, als sich nach Arbeit umzusehen. An den Arbeitsämtern ist das Angebot weiblicher Kräfte in wirtschaftlichen Notzeiten am größten. 3weifellos ist es ein Schaden für die Kinder, wenn die Mutter durch Erwerbs arbeit ihnen entzogen ist, aber ein noch viel größerer Schaden ist es, wenn der Mutter die Mitarbeit unmöglich gemacht wird und die Kinder hungern, frieren, in elendesten Wohnlöchern aufwachsen müssen. Gerade weil die Frau mütterlich fühlt und für ihre Kinder ein gewisses Kulturniveau ersehnt, greift sie zur Mitarbeit. Mütterlichkeit bedeutet für die Frau von heute nicht mehr, daß sie, wie es der Faschismus verlangt, einem Kinde nach dem anderen das Leben gibt.
Der geistig wenig entwickelten Frau vergangener Kulturepochen fonnte es genug sein, Milchspenderin und Versorgerin des Kleinfindes zu sein. Das Kind konnte kaum laufen, da war das Neugeborene schon wieder da, dem sich naturgemäß der Mutter Wärme und Opferfreudigkeit in erster Linie zuwandte. Die Kinder löften sich früh von ihr. Unter den Nomadenstämmen Nord afritas mit bis zu 90 Proz. Kindersterblichkeit ist das vier- bis fünfjährige Mädchen bereits die fleine gehetzte Dienerin der Mutter, der diese die lästigsten Arbeiten und die Betreuung der jüngeren Geschwister zuschiebt. Ihrer Zärtlichkeit ist es schon mit drei Jahren entrückt. Heute beansprucht jedes Kind viel länger die Sorgfalt der Mutter. Sie möchte ihm geistig etwas bedeuten, an seiner Entwicklung teilnehmen. Das Schwergewicht der mütterlichen Aufgabe ist darum in eine spätere Zeit verschoben. Es ist in die Entwicklungsjahre gerückt, wo das Kind die Mutter am nötigsten hat. Die Mütterlichkeit der Frau von heute kann sich darum nicht mehr in der Zahl ihrer Kinder ausdrücken. Zu einer unerträglichen Qual wird aufgezwungene. erschöpfte und gefährdete Mutterschaft, für die alle wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlen. Wenn 6 Millionen arbeitslos sind, so ist es gewissenlos, ungehemmte Fruchtbarkeit zu fordern, wie das der Faschismus tat,
als er am 12. März 1930 dem Reichstag den Antrag unterbreitete. mit Zuchthaus zu bestrafen, wer es unternimmt, die natürliche Fruchtbarkeit des deutschen Volkes zum Schaden der Nation fünft lich zu hemmen". Das tun natürlich alle die Familien, die nicht zehn, zwölf oder mehr Kinder haben. Sehr gern führen auch nationalistische Sprecherinnen aus, in der modernen Zeit werde die Hausarbeit, die noch nicht mechanistisch, seelenlos, sondern Arbeit für den lebendigen Menschen sei, gering geachtet gegenüber der beruflichen Arbeit. In der früheren Beit geschah das wohl nicht, als es dem Manne noch möglich war,
Aber wir müssen es uns flar machen, große Frauenmassen haben sich durch Abgabe des Stimmzettels für den Faschismus entschieden. Es ist nicht anzunehmen, daß alle diese Frauen ganz ahnungslos nur Mitläufer sind. Wenn eine Bewegung in solchem Ausmaße auftritt, so müssen dafür tiefere Beweggründe vorliegen.
Die Frau ist heute bereit, das, was sie auf dem Wege zur Selbständigkeit nach dem Kriege errungen hat aufzugeben, sie will sich des Rechtes über ihren Körper wieder völlig berauben lassen, fie ist gewillt, sich wieder unter die Vormundschaft des Mannes zu begeben. Das alles geschieht vornehmlich,
weil sie an die Legende von der Versorgung in der Ehe glaubt, die der Faschismus verheißt.
Die möchte es haben, wie es die Frau im Proletariat zwar nie, die Frau im Bürgertum aber früher noch sehr viel öfter als heute gehabt hat, sie möchte den sicheren Schuß der Familie genießen. Wo es wirklich so war, war es das Leichtere, das Bequemere, denn der Frau blieb auf diese Weise der unmittelbare Lebenstampf erspart. Wenn auch die Frau in ihrem Haushalt in feiner Weise faulenzt, selbst dann, wenn sie sehr oft mehr arbeitet als der im Berufstrott dahingehende Mann, sie stand doch in mancher Beziehung an der windgeschüßten Seite. Ihr blieb die Qual erspart, unter Abhängigkeit arbeiten zu müssen, der WillBür des Vorgesetzten ausgeliefert zu sein, immer in Gefahr zu stehen, die Arbeit zu verlieren und damit die Existenzmöglichkeit; nur indirekt trug sie diese gedrückte Lage mit. Zu Hause herrscht sehr oft sie, da hat ihr niemand etwas zu sagen, niemand bemängelt ihre Arbeit, sie fann sich zeitweilig immer Erleichterungen verschaffen. Was bedeuten ihr, die so lange unpolitisch war, im Vergleich mit dieser relativen Sicherheit staatsbürgerliche Rechte, deren Auswirkung sie zudem nicht überblickt. Es wurde auch bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Frau, weil alle Einrichtungen noch unmodern sind, unter der dreifachen Belastung von Hausfrauentum, Mutterschaft und Beruf oft allzu beschwert ist. Politische Entscheidungen find in Krisenzeiten schwierig, aud der Mann ersehnt ja den Führer, der ihm die Verantwortung ab
nimmt.
Aber es ist Lug und Trug, daß der Nationalsozialismus die Erfüllung alter Jdeale bringen könnte! Er kann es so wenig, wie er die Postkutschenzeit zurückbringen kann.
Er kann weder bewirken, daß Ehen früher und mehr geschlossen werden, noch daß der Frauenüberschuß schwindet, noch daß die Männer soviel verdienen, daß die Familie eine ausfömmliche Eristenz hat, er kann nicht garantieren, daß die Frau den sie versorgenden Mann zeitlebens behält, der Mann kann früh sterben und die Frau muß wieder in den Beruf hinein, er fann auch nicht die Ehen stabiler machen. Die Zahl der Ehescheidungen nimmt auch bei uns täglich zu. Ebensowenig fann er bewirken, daß die Fruchtbarkeit des deutschen Volkes für die einzelne Familie zur Wohltat wird. Ganz zu schweigen davon, daß die Politik, die bisher der Mann allein geführt hat, der Frau für ihre besonderen fraulichen Bedürfnisse Garantien gäbe. Sie hat die Rüstungen und den Krieg gebracht, dem die Mütter ihre Kinder opfern mußten. In Militär staaten haben Frauen niemals glorreiche 3eiten gehabt. Die Sittengeschichte des Krieges ist eine Ge Schichte der dauernden Vergewaltigung der Frau. Darum feine Jülusionen! Es fann uns nichts geschenkt werden. In Krisenzeiten muß man alle Energien spielen lassen, um sich zu behaupten, nur so cienen wir in Wahrheit uns und unseren Kindern, sind wir wirklich die Mütter, die unsere Zeit braucht. Die Mütter, die mit Mann und Kindern zusammen den Existenzkampf wie den politischen Kampf führen. Nicht Mutter o der Genossin, sondern Mutter und Genossin!
Die Kommunisten,
die es ja lieben, unter falscher Flagge zu segeln, haben einen neuen tätiger Frauen zu Frauenversammlungen einladen. Zu den Laben aufgemacht. Sie lassen von einem Komitee merta Veranstaltungen, die nicht unter einem Decnamen stattfinden, stellen fich offenbar nicht mehr genügend Teilnehmer ein. Aber auch die Tarnkappe foll ihnen nichts nügen!
2 X 2 4 = Komitee erwerbstätiger Frauen