Nr. 99 49. Jahrgang
2. Beilage des Vorwärts Comtes. 25. Februar 1932
Klarer Kurs in Oberschlesien !
Gegen die Intereffenten: und Professorensabotage.
Die für die oberschleiche Montanindustrie aus sozialen und setzen wollen, die das Licht der Deffentlichkeit zu scheuen haben. volkswirtschaftlichen Gründen so dringend notwendige Sanierung ist wir fordern flaren ehrlichen Kurs in Ober durch einen Beschluß des Aufsichtsrats des Oberbedarf- Konzerns wieder schlesien und eine schleunige, die Intereffen des ins Stoden gefommen. Der von uns als ebenso unsachlich wie un Staates nach taufmännischen Grundsägen wahverantwortlich charakterisierten Philippika des Prof. Goeg Briefs rende Entscheidung. hat der Oberbedarf- Konzern eine Veriagung der Beschlußfassung / über das Sanierungsprojekt folgen lassen mit der Absicht, mit den
Gonntag,
Es ist deshalb grundsäglich dagegen zu protestieren, daß hier, offenbar auf Schieles Veranlassung, wieder ein frummer ftait des gesetzlichen geraden Weges gegangen wird, der stärkeren Roggenimport nahelegt. Ein frummer Weg nämlich. der den Konsumenten schädigt. Daß Herr Schiele sein Brestige nicht vor dem deutschen Bolt, sondern vor seinem großagrarischen Anhang wahren will, wird für die Reichsregierung zu einer immer tolleren moralischen Belastung.
Schiele treibt das Preisthermometer.
Der Großhandelsindeg zum drittenmal gestiegen. In der Woche zum 24. Februar hat sich der Großhandelsindex wieder, wenn auch nur le'cht, erhöht. Er ist von 100( das ist der groß. Aber einmal haben wir jeht drei Wochen hintereinander
Reichstellen und möglichst mit dem Reichskanzler Brüning Krumme Wege beim Brotpreis Borkriegsland) auf 100,1 gestiegen. Die Steigerung iff gewiß nicht
persönlich noch einmal zu verhandeln. Die Absicht der Sabotage einer notwendigen Aktion und eines neuen Raubzuges auf Reich
und Preußen steht diesem Beschluß auf der Stirn. Den Herren scheint es selbstverständlich, daß der Staat noch auf mehr als die neuen zehn Millionen- neben den schweren Opfern in der Vergangenheit verzichten und vor allem jeder Kontrolle entsagen
foll.
Allgemein 70 prozentige Roggenausinahiung angeordnet. Der Preiskommissar hat mit Wirkung vom 1. März für sämtliche Mühlen angeordnet, daß der Roggen zu 70 Proz. ausgemahlen werden muß. Damit soll eine Verbilligung gegenüber 60prozentigem Roggenmehl um 2 mart je Doppelzentner herbei geführt werden. Ferner ist angeordnet worden, daß mit sofortiger Wirkung jede Erhöhung des Kleinverkaufspreises für Brot unter Namhaftmachung von Gründen der örtlichen Polizeihöhung erst drei Tage nad) erfolgter Anmeldung stattfinden darf.
3ndersteigerungen, und die Preissenkung hat überhaupt aufgehört. Zum anderen ist auch jetzt wieder allein die Preisentwicklung bei den inländischen Agrarstoffen an der Erhöhung schuld. Auch in der letzten Woche sind die Preise für Bicherzeugniffe( Butter!) wieder um nicht weniger als 3,8 Proz. geffiegen, Futtermittel und pflanzliche Nahrungsmittel haben sich ebenfails erhögt. Die ganze Preissteigerung ist Schiele zu danken, dem Gefamtintereffen außerhalb seines Ressorts, d. h. außerhalb der Groß
Agrarstoffe ist um 06 auf 95,7 Proz. gestiegen.
Kolonialwaren, die vom Weltmarkt abhängig sind, haben sich um 0,7 auf 90,9 Proz. erhöht. Industrielle Rohstoffe und Halbwaren find um 0,1 auf 91,3 Pro3. gefunken und die Preise für industrielle Ferfigwaren haben sich um 0,4 auf 121,4 Proz. gesenkt. Die Verbilligungen auf anderen Gebieten sind durch die Berteuerung bei den Agrarstoffen mehr als aufgehoben worden!
Man muß wirklich die Kühnheit dieser oberschlesischen Herr schaften bewundern. Die 4 Millionen Aktien, die die oberschlesischen behörde zu melden ist, wobei die Durchführung der Er- agrarfürsorge schnuppe sind und schnuppe bleiben. Der Index der Industrieführer erhalten sollen, find privatwirtschaftlich gesehen ohne hin ein Geschenk; denn der Oberhütten- Konzern ist so gut wie voilständig pleite und wäre ohne öffentliche Hilfe längst ausgeweidet worden. Schon 1926 haben. Reich und Preußen enorme Lasten auf fich genommen. Aus den damals gewährten Krediten besteht ein uneingeschränktes Pfandeigentum des Staates. Haben sich die Herren schon einmal überlegt ,, ob fie jemals einen privaten Gläubiger gefunden hätten, der über solche Opfer, wie fie ber Steuerzahler schon auf sich genommen hat, auch nur verhandelt hätte? Die Herren bringen es aber fertig, auch noch jede Kontrolle des Staates abwehren zu wollen, wenn der Staat
neue Opfer bringt wie bei der jezigen Sanierung. Dabei steht es fest, daß Reich und Preußen schon 1926 den schwersten Fehler damit begangen haben, daß fie auf eine ausreichende Kontrolle verzichteten, sonst wäre solche absolut ruinöfe Expansion und solche zum Himme! schreiende Mißwirtschaft, wie wir sie in Oberschlesien haben, überhaupt nicht möglich gewesen.
Man muß sich auch fragen, was die Herren in persönlichen Berhandlungen mit dem Reichskanzler erreichen wollen. Auch der Reichskanzler ist wie die übrigen staatlichen Behörden durch den einstimmigen( 1) Beschluß des Haushaltungsaus. schusses des Reichstages, daß die oberschlesische Sanierung schusses des Reichstages, daß die oberschlesische Sanierung nicht von neuem einseitig auf Kosten des Reiches und nicht ohne Kontrolle durchgeführt werden darf, an eine feste Richtlinie gebunden. Man muß wahrlich schon vermuten, daß die oberschlesischen Herrschaften auf frummen Wegen gehen und politische Reserven ein
Zu diesen Maßnahmen wird von maßgeblicher Seite, also jeden falls vom Reichsernährungsministerium, dem WTB.- Handelsdienst ein Kommentar gegeben, zu dem einiges zu sagen ist. Der Behaup: tung fann man zustimmen, daß die Absicht der Brotpreiserhöhung, mie sie die Bäcker haben, deshalb nicht gerechtfertigt ist, weil dem jegigen Roggenpreis ein niedrigerer Mehlpreis entsprechen müßte, und weil tatsächlich der Preis für Roggenmehl meiter zurüdgeht. Auch gestern ist die Berliner Notierung um weitere 30 Pf. gefunken.
=
Im merkwürdigen Widerspruch steht aber dann die Be hauptung, daß die deutschen Roggenvorräte unter Einrechnung der Bestände der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft ausreichend feien, und demgegenüber die Tatsache, daß der Preistommissar allgemein für Deutschland eine höhere Ausmahlung anordnet. Entweder haben wir ausreichende Vorräte, dann ist eine höhere Ausmahlung überflüssig. Oder die höhere Ausmahlung ist nötig, dann fann die Behauptung mit den Vorräten nicht stimmen.
Man muß sich aber auch fragen, weshalb überhaupt eine höhere Ausmahlung angeordnet wird. Für Berlin bedeutet die höhere Ausmahlung faum eine Aenderung, denn hier dürften 70 Proz. üblich sein. In West- und Süddeutschland aber, wo man zum Brot neben dem Roggen Weizen nimmt, ist die höhere Aus mahlung eine Verschlechterung des Brotes. Die Reichs regierung ist aber durch Gesetz verpflichtet, zu einem bestimmten Breis das fonfum übliche Brot zu gewährleisten. Sie hat also gar fein Recht, eine Verschlechterung des Brotes anzuordnen, gleichpiel, mo das in Deutschland durchzuführen ist.
Stockendes Realkreditgeschäft.
Nettoabfah 1931 auf ein Viertel des Borjahres gesunken. Dezember zeigt, daß die Geschäftsstockung bei den Hypothekenbanken unvermindert anhält. Der Rückfluß von Pfandbriefen und fommunalen Schuldverschreibungen war auch im Berichtsmonat wieder stärker als der Neuabsay.
Der Bericht von 103 Realkreditanstalten für den Monat
Der Gesamtumlauf an Pfandbriefen und kommunalen Schuldverschreibungen ging gegenüber Ende November zum Jahres ende 1981 von 12 511 auf 12 448 Millionen Mark zurüd, während der Gesamtumlauf zum Jahresende 1930 12 124 Millionen betrug. Die Gesamtsumme des Bestandes an Hypotheken, Kommunaldarlehen und sonstigen Schuldverschreibungen betrug Ende Dezember 14 616 Millionen Mark, von denen rund 12 Milliarden auf das Neugeschäft und der Rest auf Aufwertungspapiere entfallen. Rettoabfak im ganzen Jahr 1931 betrug im Realkreditgeschäft nur 425 gegen 1674 Millionen im vorhergehenden Jahr, worin sich die außerordentlich starte Schrumpfung dieses Geschäftszweiges in der Kreditkrise des letzten Jahres widerspiegelt.
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