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Volksküche für die Zubereitung des Essens es werden in diesem Heim täglich 200 Portionen ausgegeben wieder in Vetrieb zu setzen. Die Arbeitslosen können das Essen ent- weder gleich im Heim zu sich nehmen oder es in Behältern nach Hause tragen. In ähnlicher Weise entstanden Heime aus dem W e d d i n g in der Uferstraße und in der SiedlungFreie Scholle" in Te g e l. Für die Weddinger Arbeitslosen waren die Voraussetzungen für die Schcssnng des Heims nicht so günstig wie in den anderen Bezirken. Die Räumliclikeiten sind nicht die besten und müssen zudem noch teuer bezahlt werden. Gerade aus dem Wedding aber gingen die Arbeits- losen mit besonderem Eifer an die Arbeit, und sie richteten sich sogar im Keller eine eigene Tischlerwerkstatt ein, in der setzt unter der Leitung eines arbeitslosen Tischler- Meisters geschickte Hände nützliches Hausgerät schaffen, an dem es in jedem Arbeitslosenhaushalt an allen Ecken und Enden fehlt. Auch sonst herrscht in dem Weddinger Heim ein äußerst reges Leben. Der Heimleiter, ein arbeitsloser Metallarbeiter, hat für jeden Tag an einigen Stunden des Nachmittags besondere Kurse und Vorträge angesetzt, die ge- rade von den Jugendlichen sehr stark besucht werden. Ein arbeitsloser Lehrer erteilt englischen Unterricht, es gibt einen Zeichenkursus, Vorträge über die mannigfaltigsten Gebiete werden gehalten und mehrmals in der Woche sind Musik- darbietungen mit Rezitationen angesetzt. Die jungen Männer haben schon eine eigene Sportgemeinschaft gegründet, eine Maßnahme, die sofort von den anderen Heimen nach- geahmt wurde und bereits dazu geführt hat, daß die Not- gemeinschaftcn unter sich einen Fußballmatch ausgetragen haben. Eine außergewöhnliche Stellung unter den bisher be- stehenden vier Erwerbslosenheimen nimmt das Haus ein, das die Arbeitslosen des Bezirks F r i e d r i ch s h a i n sich für ihre Zwecke umbauen. Was hier unter den Händen der Er- werbslosen entstanden ist, oerdient höchste Anerkennung. Auf dem Hofe des Grundstücks Frankfurter Allee 206 nimmt die ganze Hälfte ein langgestreckter zweistöckiger Bau ein, der auf den ersten Blick in der Architektur wie ein modernes Laubenganghaus wirkt. Im ersten Stockwerk des Hauses zieht sich vor den Eingängen zu den einzelnen Räumen ein breiter Laubengang hin, der von den Arbeitslosen im Sommer zu einer Liegehalle umgebaut werden soll. Verwundert stellt man fest, daß eine große breite Rampe direkt vom Hof zu dem Gang im ersten Stock hinaufführt. Das Haus gehört der Berliner Berkehrsgesellschaft, und hier waren früher, als die Pferdebahn und der Pferdeomnibus noch durch Berlin trotteten, die Pferde untergebracht. Das Haus mit großen, lichten Räumen stand nun leer, bis die Arbeitslosen kamen und aus den Pferdeställen wohnliche, anheimelnde Räume mit Sofanischen, Skatecken und geruhsamen Plätzen für die Schachspieler erstehen ließen. Mit besonderem Stolz führen die Arbeitslosen den Gast durch die Räume, und wer es nicht wüßte, würde kaum glauben, daß hier früher Pferde von schwerer Arbeit ausruhten. Das Heim Friedrichshain wird noch dauernd vergrößert. In diesen Tagen werden zwei neue große Hallen fertiggestellt sein. Hier wird kein Mittagessen verabfolgt, dafür erhält jeder Arbeitslose kosten- los Nachmittagskaffee und zwei belegte Brötchen. Nach In- bstriebnahms der neuen Räume werden hier jeden Tag über 400 Arbeitslose einen warmen Platz bei Gesellschaftsspielen und Radiomusik finden. Das große Haus bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Werkstätten einzurichten, in denen die Arbeitslosen sich für ihren eigenen Bedarf kleine Haushaltungsgegen stände herstellen können. Man hat schon einige Werkstätten eingerichtet und hoffte jetzt, von einer großen Genossenschaft zehn Hobelbänke zu erhalten. Fleißiges Hämmern verrät, daß die alle Schmiede auch wieder in Gang gekommen ist. Die Fried richshainer Arbeitslosen wollen den Versuch machen, Bedarfsgegenstände in größeren Mengen herzustellen, die dann unter den einzelnen Arbeits- losen ausgetauscht werden sollen. Schuster, Schneider, Tischler und Schmiedemeister wollen sich auf diese Art unter- einander helfen. In den Arbeitslosenwerkstätten können dann auch dringende Reparaturen an Schuhzeug und Kleidern vor- genommen werden. Das ganze Haus in den Dienll der Ar- bsitslosenhilfe zu stellen ist das Ziel, das den Friedrichs- hainer Erwerbslosen vorschwebt. Die Notgemeinschaft hat die Geldfrage bisher so ge- löst, daß jede Arbeitslosengemeinschaft bestrebt sein muß, in dem eigenen Bezirk die notwendigen Mittel herbeizuschaffen. Wo das nicht möglich ist, greift stützend die Zentralstelle ein. Das Hilfswerk wird von der kommunalen Fürsorge selbst- verständlich nicht berührt, hat es sich doch gerade zur Auf- gäbe gestellt, dort einzugreifen, wo die HUfe der schwer be» lasteten Gemeinde bei weitem nicht mehr ausreicht, nämlich bei den alleinstehenden, langfristig arbellslosen Jugendlichen und den sich durchhungernden alten Leuten. Die Notgemein- schaft stellt auch keine Konkurrenz zur Berliner Winter- Hilfe dar: ihre Aufgabe ist und muß weitergestellt sein als die der Winterhilfe, die ja ihre segensreiche Tätigkeit mit dem Beginn des Frühjahrs wieder«instellt. Alles, was bisher von den Arbeitslosen für ihre gleichfalls erwerbslosen Käme- raden geschaffen wurde, soll nur ein erster Anfang sein. Das Hilfswerk soll so ausgebaut werden, daß kein Bezirk in Berlin ohne eine Heimstätte für die Arbeitslosen ist. Dazu aber braucht man Geld. Die Bedeutung dieser neuartigen Bestrebungen soll nicht überschätzt, aber auch nicht unterschätzt werden. Sie sind kein Unioersalheilmittel, aber eines von den Mitteln, mit denen geholfen werden kann. Daß von ihnen nicht nur materielle, sondern auch seelische Wirkungen ausgehen, macht sie beson- ders wertvoll.

Areibkeikende Treue. Die.Itot« Fahne" leitet« am Sonntag einen Moskauer Bericht über Aeußerungen eines alten Bolschsmiks folgendermaßen ein:Mit der Versicherung unverbindlicher Treue zur Sache des Kommunismus geben wir..." Unser kolle- gialee Beileid dem armen Teufel, der sich hier eine sichere Flug- aussicht eröffnet hat.

GchlagtHitler im ersienWahlgangl Breiischeid über Präsidentenwahl- Erster Wahlgaug muß Entscheidung bringen

Auf dem Kreisvertretertag der Spandauer Sozialdemokraten. der unter Leitung des Kreisleiters Adolf Guth tagte, sprach Rudolf B r e i t f ch e i d über die polltische Lage. In einer groß» angelegten Rede begründete Breitscheid die Notwendigkeit der ! Konzentrierung aller Kräfte in diesem Augenblick auf den einen Punkt: Fernhaltung des Faschismus von der Machtergreifung. Zur Reichspräsidentenwahl erklärte er: Nach reiflichem Ueberlegen sind Parteiausschuß, Parteivorstand und Reichstagsfraktion zu dem Entschluß gekommen, schon für den ersten Wahlgang die Parole für den Kandidaten auszugeben, der am meisten Aussicht hat, den Kandidaten des Faschismus zu schlagen. Hitler muß schon im ersten Wahlgang entscheidend aufs Haupt geschlagen werden. Wir müssen das Opfer auf uns nehmen, für einen Mann zu stimmen, dessen Weltanschauung von der unsrigen weit entfernt ist. der aber, und das hat unseren Entschluß erleichtert, in den sieben Jahren seiner Amtszeit alles getan hat, um den auf die Verfassung geleisteten Eid bis zum letzten zu halten. Wir könuen anerkenuen. daß ylndenburg seine Pflicht gewissenhaft erfüllt hat. Wir setzen unsere Kraft ein, um dem Bannerträger des Faschismus sine Niederlage zu bereiten. Der Aufruf der Partei, für Hindenburg zu stimmen, ist ein Appell an die politische Einsicht und ein Appell an politische und parteipolitische Disziplin. Die einstigen Freunde Hindenburgs stehen heute gegen ihn. Sie vergeben es>ym nicht, daß er seinen Eid gehalten hat. Deshalb wird der Mann, der vor sieben Jahren als Retter gepriesen wurde, jetzt zum alten Eisen geworfen. Hätte Hindenburg die vielfach an ihn heran­getragenen Wünsche der Reaktion erfüllt, so würde er von den Harz - burgern wieder als der Heros gefeiert werden. Hindenburg hat sich all diesen Einflüsterungen verschlossen. Er

hat auch die R' gterung Brüning im Amte gehalten. Die Sozial- demokratie hat den Sturz dieser Regierung verhindert, nicht etwa weil sie in diesem Kabinett das Ideal erblickt, sondern aus dem gleichen Grunde heraus, aus dem sie in den vorhergegangenen Jahren die Tl.lerierungspalitik getrieben hat. Und sie werde das Kabinett Brüning nicht eher stürzen können, ehe die Gewißheit besteht, daß an die Stelle des Bisherigen etwas Besseres gesetzt werden kann. Wir müssen erreichen, daß Hitler schon im ersten Wahlgang geschlagen w.rd. Dann hat der Nationalsozialismus eine Niederlage erlitten. von der er sich nicht so leicht erholen wird.(Langanhaltender Beifall.) Bezsichnsnd für die Art, wie die Nationalsozialisten den Wahl- kämpf führen, war die Verteilung eines Flugblattes in Spandau , das an der Spitze die große UeberschristProletarische Einheits­front" trug und aus den ersten Blick als ein kommunistisches Flug- blatt wirken muhte. Breitscheid kemizeichnete die hinterhältige, heuchlerische und lügenhafte Kampfesweise der Nationalsozialisten, und sagte dann bei der Behandlung der Rolle, die die K o m m u- nisten im Wahlkampfe spielen:Zeder, der seine Stimm« für Thülmann gibt, gibt sie, ob gewollt oder ungewollt, so wie die Dinge sich entwickelt haben, für Hitler ab!" Vor sieben Jahren haben die Kommunisten an ihrer Zählkandidatur gleichfalls sestge- halten und durch diese Hilfe Herrn Hindenburg zum Siege verholfen. Kommt es zum zweiten Wahlgang, so zweifeln wir nicht daran, daß die Kommunisten ihre Kandidatur aufrecht erhalten und sich da- mit in den Dienst der schwärzesten Reaktion stellen werden. Die Delegierten, die den Ausführungen des Redners mit dem größten Interesse gefolgt waren, dankten durch starken Beifall.

Oer preußische Krisenetat. Rückgang der Reichsüberweisungen/ Starker AuefaN an Steuereinnahmen.

Trotz Anspannung aller Kräfte verbleibt im preußischen Etat für das Jahr 1932 ein Loch von!00 Millionen Mark. Man hat eine Zeillang daran gedacht, dieses Defizit durch Steuererhöhung in Frage kam u. a. die Einführung der Schlachtsteuer, zu der Bayern und andere Länder bereits gegriffen haben aus der Welt zu schaffen. Das Reich befürchtete aber durch neue Steuern eine Störung seiner Preissenkungsbestrebungen. Aus diesen Ileberlegimgen heraus sind Verhandlungen zwischen Reich und Preußen eingelellet, die zum Ziel haben, daß Preu- ßen der Betrag von 100 Millionen Mark aus Reichsmitteln zur Verfügung gestellt wird. Die Berhandlungen stehen vor dem Abschluß. Preußen wird dem Reich dafür seine Siedlungsfmanzierungsinstitute abtreten, vor allem die Siedlungsban? und die Landesrentenbank. Wichtig ist, daß bei Durchführung dieser Aktion die Gefahr einer nochmaligen Beamlengehaltsseukung wegfällt. Das setzt natürlich voraus, daß die Finanzoerhältniss« in Deutschland nicht abermals in so unheilvoller Weise erschüttert werden und Erschütterungen könnten aus einer Komplizierung unseres politischen Lebens kommen wie im vorigen Sommer. Der preußisch« Fi» nanzminister Dr. Klepper hat dies« Auffassung am Montag noch einmal in eindeutiger Weise unterstrichen. Die Dinge liegen hin- sichllich der Gehaltspolstik in Preußen so, daß zu einem wei» teren Gehaltsabbau nicht gegriffen zu werden braucht, wenn man den Etat in der vorliegenden Form verab- schiedet. Der Etat Preußens ist ein ausgesprochener Srlsenelat, der be­sonders darunter leidel, daß da» Reich in koojuuklurjahrea keine Reserven ansammelle, die seht den Ländern und Ge- melnden zur Verfügung zu stellen wären. Da sich die Erhöhung der Einnahmen, also der Steuern, ver- bietet bzw. nicht möglich ist. kommt sür den E ta ts a u s g le i ch nur die Ausgabendrosselung in Frage. Insbesondere macht sich der Ausfall bei den Reichsüberwsisungssteuern be- merkbar. Die Einnahmen haben sich im preußischen Staat für das Jahr 1332 insgesamt um 402.7 Millionen Mark vor- schlechtert. Der Ausfall bei den Reichsüberweisungssteuern stellt sich auf 238,4 Millionen Mark. Er ist also größer als in den Jahren 1930 und 1931 zusammen. Die preußischen Steuern und Abgaben werden wahrscheinlich einen Ausfall von 60B Millionen Mark aufweisen, und zwar 16,7 Millionen Mark bei der Hauszins- steuer, 33 Millionen Mark bei der Grundoermögenssteuer. 6 Mll- lionen Mark bei der Stempelsteuer und 2.7 Millionen Mark bei den Verwaltungsgebühren. Der Rest verteilt sich auf kleine Posten. Die übrigen Einnahmen der allgemeinen Finanzoerwaltung sind um 27,6 Millionen Mark geringer zu schätzen, da ein wesentlicher Teil der Wirtschaftsgesellschaften der Staatskasse keine Gewinne zuführen wird. Dagegen haben sich die Ausgaben um 7SL Millionen Mark gesteigert. Die Steigerung beruht in erster Linie darauf, daß man 42 Millionen Mark, die bisher aus Anleihen bestritten wurden, über den Etat aufbringen muß. Die Erhöhung bei den persönlichen Ausgaben erfordert 10,3 Mil­lionen Mark. Sie beruht auf Bergütungen an abgebaute Studien- assessoren, denen 80 Prozent ihrer Bezüge weiter gezahlt werden müssen, ferner auf der notwendigen Einstellung neuer Anwärter bei der Justiz- und Katastsrvsrwaltung. Für die Erhöhung der sachlichen Ausgaben sind Ä,6 Millionen Mark aufzubringen. Da- von entfallen 13,4 Millionen Mark aus die Staatsschuld. Die preußischen Landtagswahlen erfordern die Aufwendung von 1,6 Millionen Mark. I n e g e f a mt hat sich der preußische Etat 1932 gegenüber dem Jahre 1931 um 478,6 Millionen Mark verschlechtert. Dies« Summe konnte nur in geringfügigem Maß« bei der Justiz durch Einnahmen aus den Notariatsgebühren um 2 MU- lionen Mark gedrückt worden. Für die Deckung der restlichen 476,6 Millionen Mark war man darauf angewiesen, die Ausgaben zu drosseln. Trotz der erheblichen Kürzungen des Vorjahres wurden die der Bemessung der Fonds zugrunde zu legenden Bscschnungs- fakwrsn um 13 bis 30 Prozent(bei den Dispositions- und dis- positionsähnlichen Fonds um 50 Prozent, und bei den einmaligen Ausgaben sogar um zwei Drittel) gekürzt.

So erzielte man bei den persönlichen Ausgaben, die stark von den Rotverordnungen beeinflußt sind, eine Ersparnis von 207,2 Millionen Mark und bei den sächlichen Ausgaben eine Ersparnis von 64,7 Millionen Mark. W«'t«r find die Bauunterhaltungsfonds, die noch 1930 mit 1.8 Proz. heruntergesetzt waren, aus 0.3 Proz. ermäßigt worden. In Verbindung mit der Preissenkung beträgt die Er- sparnis hier Millionen Mark. Die vorgenommenen Sachabstriche erbringen 32,1 Millionen Mark. Zu der Aufstellung des Etats bemerkt Finanzmmlster Dr Klepper, daß er den Weg, die Wirtschaft durch Subventionen und Steuerermäßigungen anzukurbeln, wodurch das Defizit im Etat angeblich ausgeglichen werde, nicht für gangbar halt«. Notwendig sei Selbstverwaltung, die auch unt ausreichende finanzielle Basis habe. In diesem Zusammenhang hält der Minister, außerhalb de» Rahmens der vielgenannten Reichs- reform, ein« Verwaltungs » und Finanzresorm für nötig, die die Selbstverwaltung finanziell unterbaut. » Der preußisch« Finanzminisler Dr. Klepper fuhrt« zu dem Haushallsplan nach im einzelnen folgende- aus: Besonders starke Abstrichs mußten bei dem staatlichen Wohnungsbau und bei den Ausgaben für die ländliche Siedlung vorgenommen werden. Die Siedlung stellt zweifellos eins der vordringlichsten und wichtig« stsn Aufgaben der Agrarpolttik dar. aber trotzdem mußten auch diese Ausgaben dem Rahmen d«r Staatseinnahmen angepaßt werden. Zur Entwicklungslmie der Staatsfinanzen erklärte der Minister so- dann, daß diese der wirtschaftlichen Entwicklung ent- gegengesetzt zu verlaufen habe, nämlich so, daß in Zellen guter Konjunktur weniger ausgegeben und mehr Gelder aufgespeichert werden sollten, um sür die Ansprüche der Krise finanziell gewappnet zu sein. Daß man in der Lergangenhett in entgegengesetzter Rick)- tunz gearbeitet habe, sei vielleicht der grundlegende Fehler der Staatsfinanzpolitik gewesen. Das Schlagwort einer A n k u r b e- lung der Wirtschaft durch finanzpolitische Maßnahmen habe weite Kreise erfaßt. Vielfach werde die Meinung vertreten, es müßt« durch Milderung der öfsentlichen Lasten ein Konjunkturreiz ausgeübt und auf dem Wege protekttonistischer Maßnahmen eine Heber- Windung der Krise erreicht werden. Dr. Klepper glaubt, daß eine innenwirtschastliche Konjunkturbelebung aus diesem Weg« nicht zu erreichen ist. Es gebe kein Beispiel in der Wirtschaftsgeschichte, daß Krisen durch finanzpolitisch« Maßnahmen vsrurfacht oder auch beseitigt worden seien.

Wer Hai Zaures ermordei? Rationaisozialisiischer Irrflan. Genosse Scheidsmann hat dieser Tage die folgende Mitteilung erhallen: In einer Versammlung zu Bexhövede(Unterweser) führte der natwnalsozialistische Redner Ahrend u. a. au»: Scheide- mann, der«in Interesse am Ausbruch des Krieges hatte, und Müller trafen sich 1914 mit Vanderoeld« m Belgien und reisten dann nach Frankreich : hier trafen st« mit Innres in einem Cafö zusammen. Als Jaures wörtlich sagt«:Der Wellkrieg kommt nicht, morgen will ich der Welt sagen, wie es ist", ist er von Scheidemann und Müller ermordet worden und Scheidemann in die Arm« gefallen." Das istritterliche Mechode"! Es fehlt nur noch der Hinwies, daß Hindenburg der Kandidat dieser Mörder ist!

Agitation mit Gklarek. SieDeutsche Zeitung" ag tiert gegen Hindenburg . DieDeursche Zeitung' beschäftigt sich auf der erste» Seit« mit der 16-Zimmer-Wohnung von Max Sklarel. Warum auf der ersten Sette? Wegen de» letzten Satzes! Der lautet: Uns kann keiner", sagen die Sklarekz auch heute noch. Daß das anders werde, dafür muß der 13. März sorgen. Also: Hüidenburz ist an Sklarets-Ziinmer-Wchnuiig schuld! Uns wundert solche Ssmeüchsit von dieser Sette nicht: denn es sst dieselbe Gemeinhett, die von denselben Leuten fett Iahren gegen un» geübt worden ist.