Flugblattverbreitung: Donnerstag 18 Uhr von den bekannten Lokalen aus/ Die Eiserne Front beteiligt sich an der Verbreitung
Aus der Jugendbewegung. Tagung der Sozialistischen Lugend-Lnternatioaale. In Berlin tagte das Büro der Soziali st ifchen Jugend- internationale. Die Beratungen des Büros galten vor allem der Vorbereitung der diesjährigen internationalen Tagungen. Der internationale Kongreß, der ursprünglich bereits im Juni d. I. stattfinden sollte, wird nunmehr für die Tage vom 9. bis 11. Oktober einberufen werden. Die Eröffnungssitzung des Kon- grefses wird zu einer großen Kundgebung aus Anlaß des fünfundzwanzigjährigen Bestehens der Soziali- ft ifchen Iugendinternationole ausgestaltet werden. Dem Kongreß vorangehen soll eine internationale Jugendwoche, die mit dem internationalen Iugendtag am 2. Oktober beginnt und deren Beranstaltungen ebenfalls der Erinnerung an das fünfund- zwanzigjährige Bestehen gewidmet sein werden. Die Tagesordnung des Kongresses stellt zur Diskussion die Fragen:„Der Kampf um den Frieden und die Jugend",„Arbeiterjugend und Demokratie" und„Arbeiterjugend und Wirtschaftskrise". Die Sozialistische Iugendinternationole wird sich außerdem beteiligen an der in Aus- ficht genommenen gemeinsamen Abrüstungskonferenz des Inter - nationalen Gewerkfchaftsbundes und der Sozialistischen Arbeiter- internationale. Das Büro beschloß einstimmig, folgendes Telegramm an die Völkerbundsversammlung in Genf zu richten: „Das Büro der Sozialistischen Jugend-Jnternationale, in der mehr als eine Viertelmillion junger Sozialisten aller Länder oer- einigt sind, protestiert leidenschaftlichst gegen die schamlose im- perialistische Eroberungspolitik, die die Herrschen- den I a p a n s mit kriegerischen Mitteln gegenüber China verfolgt. Mit tiefer Betrübnis muß festgestellt werden, daß sich eine Re- gierung, die sich zu den Grundsätzen des Kellogg -Paktes bekannt hat, ungestraft dieses Verbrechen erlauben durfte. Der Völlerbund, dessen moralische und satzungsgemäße Verpflichtung es ist, ange- fichts der unzweideutigen Sachlage Japan als Angreifer und Friedensbrecher zu erklären, fetzt, wenn er sich nicht zu einem energischen Vorgehen gegen Japan entschließt, sein Ansehen auf das Spiel. Die Sozialistische Jugend-Jnternationale fordert daher im Interesse des Weltfriedens ein unverzügliches und energisches Eingreifen des Völkerbundes gegen Japan ." Aus dem Bericht des Sekretariats über die Tätigkeit der Inter - nationale im zweiten Halbjahr 1931 ist festzuhalten, daß die Sozia- listische Jugend-Jnternationale trotz der schweren Wirtschaftskrise ihre Mitgliederzahl hat behaupten können und daß es ihr auch ge- langen ist, die finanziellen Voraussetzungen für die Fortführung ihrer Arbeit im bisherigen Umfange sicherzustellen. Das Büro stimmte dem Antrag auf Aufnahme der Jugend- gruppen der englischen Arbeiterpartei zu, so daß jetzt auch die große Organisation der englischen Arbeiterschaft in der Sozialistischen Jugend-Jnternationale vertreten ist.
Die Einstweilige. Hitler ruft die Lvstiz des„Systems" zu Hilfe. Hamburg , 9. März.(Eigenbericht.) Adolf Hitler hatte gegen das„Echo der Woche" eine einst- weilige Verfügung erwirkt wegen der Veröffentlichung des Artikels „Kamerad Hitler", der sich mit Hitlers „Fronterlebnis" be- fchäftigt. Gegen die einstweilige Verfügung wurde Einspruch er- hoben. Heute ist die Entscheidung darüber gefällt worden. Das Hamburger Landgericht hat die e i n st w e i l i g e V e r» fügung aufgehoben. Den Beklagten ist lediglich untersagt, über den Kläger zu verbreiten, er habe sich in Oesterreich seiner Wehrpflicht entzogen und sei, um einer Bestrafung als Deserteur zu entgehen, der deutschen Armee als Freiwilliger bei- getreten. Weiter ist untersagt, die Dienstleistung des Klägers im Kriege fo darzustellen, als ob der Kläger sich seiner Pflicht als Soldat zu entziehen oersucht hätte. Die Behauptung, Hitler habe sich der österreichischen Wehr- Pflicht entzogen, ist monatelang unwidersprochen durch die Presie und Parlamente gegangen. Nachdem Adolf Hitler kürzlich eine amtliche Bescheinigung darüber beigebracht hat, daß er wegen Körperschwäche militärunfähig gewesen sei, konnte die Behauptung als erledigt betrachtet werden. Die weiter« Auslage des Urteils, mit der untersagt wird, die D i e n st l e i st u n g Hitlers als Soldat- so darzustellen, als ob er sich seiner Dienstpflicht als Soldat zu entziehen versucht hatte, trifft das«Echo der Woche" nicht. Daß ist nie behauptet worden, daß Hitler sich seiner Pflicht als Soldat entzogen habe. Sinn und Absicht der Veröffentlichung war, nachzuweisen, daß Hitler sich nicht durch besonderes Heldentum in der Weis« vor den Millionen Frontsoldaten aus- gezeichnet habe, wie es von seinen Anhängern mit Ueber- treibungen dargestellt wird. Die Legende, die bewußt um Adolf Hitler gebildet wird, sollt« zerstört werden. Das Urteil des Hamburger Landgerichts trifft also in diesem Punkt ins Leere. In einem merkwürdigen Mißverhältnis zu diesem Urtell steht aber die im Urteil ausgesprochene Kostenvertellung, nach der der Kläger Hitler ein Viertel und die Beklagten drei Viertel der Kosten zu tragen haben. Die Beklagten haben gegen dies« Kostenoerteilung Beschwerde beim Oberlandesgericht erhoben.
Razi wollen Arbeitsamt stürmen. Schwere Schlägerei vor dem Arbeitsamt Nordost. vor dem Arbeitsamt Nordost in der Gleim st raße kam es heute vormittag gegen 10.30 Uhr zwischen Angehörigen derNSDAp. und Erwerbslosen, anscheinend Kommunisten, zu einer schweren Schlägerei. Die Nationalsozialisten erhielten plötzlich Verstärkung durch einen Trupp von ungefähr 100 ZNaon. der aktiv in die Schlägerei eingriff und dann versuchte, in das Arbeitsamt einzudringen. Der sofort benachrichtigten Polizei gelang es schließlich unter Anwendung des Gummiknüppels. die Menge auseinanderzutreiben und in die Seitenstraßen abzudrängen. Dabei wurden in der Milastraße 01 Personen zwangsgestellt und der Abteilung le eingeliefert. Nach Aussagen von Zeugen wurden im Laufe der Schlägerei mehrere Leute verletzt, die sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Zur Zeit herrscht vor dem Arbeitsamt völlige Ruhe.
Das stand neulich an einem Zaun:
Dieser ist ein Haken friedrich. Seine Stirn ist ziemlich niedrig.
Srähenfüße. Augenglas:
Rundherum, jetzt ist er dast
Magistrai stimmt Ortsfiatut zu. Nach einer nochmaligen Dnrchberatnngdervoudea Stadtverordneten vorgenommenen Aenderung an dem Entwurf der uenen Ortssatzuug stimmte der Magistrat heute der vou den Stadl- verordneten angenommenen Vorlage zu. Die neue Ortssatzuug wird in ihrer jetzigen Fassung mit den Beschlüssen des Magistrats uud der Stadtverordneten beschleunigt dem Oberpräsldealen zugeleitet werden, der seinerseits die gesetzlich vorgeschriebene Zustimmung des preußischen Zunenminlsters einholen wird, damit die neue Ortssatzung mit dem 1. April d. 3. in Kraft treten kann.
Die Trauer um Vriand. Gedenkfeiern in allen Schulen. Pari«. 9. März.(Eigenbericht.) Die Leiche Briands ist am Dienstag abend im Beisein der Familienangehörigen und einiger Fremide des Verstorbenen ein- gesargt worden. In den Sarg wurden drei Vellchensträuße, darunter der des deutschen Botschafters, und ein Orchideenstrauß gelegt. Der Sarg wurde auf einen niedrigen Katafalk gestellt und mit einem schwarzen silberbestickten Tuch bedeckt. Die Angehörigen hatten es abgelehnt, ihn mit der Trikolore bedecken zu lassen. Im Laufe des Dienstag find etwa löOOO Personen an der Bahre Briands vorübergezogen. Unter den Beileidstelegrammen an die französische Regierung ist weiter das des Reichsbankpräsi- denten L u t h e r zu erwähnen, der während seiner Reichskanzler- schaft oft mit Briand verhandelt hat. Der Unterrichtsminister hat angeordnet, daß in allen französischen Schulen, auch den Universi- täten, am Sonnabend Gedächtnisfeiern abgehalten werden, um den Schülern die Bemühungen Briands um die Befestigung des Friedens und um die Ersetzung der Macht durch das Recht in den internationalen Beziehungen klarzumachen. Leichenschändunq. Das Blatt„Der Angriff" hat in seiner gestrigen Nummer noch den toten Briand begöbbelt. Der„Nachruf" beginnt mit den Worten, Briand sei in einer anrüchigen(unterstrichen im„An- griff") Fischerkneipe geboren...
Woldemaras verhaftet. Der ehemalige Diktator Litauens , Woldemaras, ist oerhaftet worden. Man bringt die Verhaftung in Verbindung mit seinen Bemühungen, wieder eine politische Rolle zu spielen und ein« Zeüjchrift herauszugeben.
Mukden brennt. Don Chinesen angezündet. Mukden, S. März. Als Protest gegen die heulige Gründungsfeier des mandschurischen Staates legten die Anhänger Tschaogfueliaugs zahlreiche Brände in der ganzen Stadt an. Milde Straßeujagden der Polizei und der Soldaten nach den Lraadstiflern folgten. hunderte Personen wurden v e r h a s t e t. Massenflucht auf Angriffsgerücht. Schanghai. S. Mär,. Obwohl die allgemeine Lage besser ist, herrscht unter der chinesischen Bevölkerung eine derartige Unruhe und Aufregung, daß die unbegründete Nachricht vou dem Vor- rücken japanischer Truppen gegen Nanking ausreichte, um eine Massenslucht aus dieser Stadt zu veranlassen. Alle ausfahrenden Dampfer sind mit Flüchtlingen über» füllt. London . 9. März.(Eigenbericht.) Der Befehlshaber der japanischen Truppen in der Umgebung von Schanghai hat den chinesischen Streitkräften ein neues Ulli- matum übersandt, in dem weiterer Rückzug um sieben Kilo- meter gefordert wird. Der oberste chinesische Vollzugsausschuß hat Tschiangkai» s ch e k zum Oberbefehlshaber der chinesischen Streitkräfte ernannt.
Märzenschnee int dem Siadisäckel weh. 2400 Mark Kosten für die Straßenreiniguug. Der Märzenschnee tut nicht nur den Saaten weh, wie es in einem alten Vauernjpruch heißt, sondern auch dem Staotsäckei Berlins . Da sich die Hoffnung, daß die Schneemassen durch Regen von selbst wieder beseitigt würden, nicht erfüllt hat, mußt« die Straßenreinigung heute früh öOSchneepflügeundZOSand- st r e u e r einsetzen und ihr Stammpersonal von 3009 Mann durch 750 H i l fs k r ä s t« verstärken, um wenigstens die Hauptverkehr»- strotzen einigermaßen zu säubern. Die Kosten für oieje Arbeiten betragen 7400 Mark. Nazi-Zeitungen im Rheinland verboten. Der Oberpräsident der Rheinprovinz�chal die nationalsozialistischen Zeitungen«Westdeutscher Beobachter" in Köln und„Koblenzer Nationalblatt" in Koblenz bis zum 10. März oerboten. Das Verbot erfolgt wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und böswilliger Verächtlichmachung der preu- ßifchen Regierung, da die Zeitungen die wahrheitswidrige Behauptung aufgestellt hätten, die preußisch« Regierung sei! willens, im Falle eines Wahlsieges Hitlers mit Tewaltmaß- I nahmen gegen die NSDAP , vorzugehen.
Falsche Vierpsenniger. Wenige Stunden nach Herausgabe gefälscht. Am Dieastagoormittag wurden die ersten 4-Psennig-Slücke in den verkehr gebracht. Die bronzenen Stücke sind etwas größer als da? 1-vlark-Stück. Die Rückseite ähnelt ebenfalls ausfallend der Mark. Schon weu'ge Stunden nach der Aus- gäbe sind diese Stücke gefälscht worden. Di« Aehnlichkeit mst der Mark und der Umstand, daß die Geld- stücke dem Publikum noch nicht so bekannt sind, haben die Fälscher sofort veranlaßt, die 4-Pfennig-Stücke buchställich zu versil» b e r n. So ist es ihnen gelungen, in verschiedenen Geschäften die Vierer als l-Mark- Stücke in Zahlung zu geben. Erst bei der Abrechnung der Abendkasie wurde der Betrug gemerkt und eine größer« Anzahl Geschäftsleute haben sich schon bei der Polizei gemeldet. Man vermutet, daß die- Aehnlichkeit der beiden Stücke unabhängig voneinander verschiedene Personen oeranlaßt hat, Stücke— die ihnen zufällig gleich in die Hände gerieten— zu oer» fälschen. Oer Schah im Walde. Ueber tausend falsche 2-Mark-Stücke hat«in Maler» lehrling vor einigen Tagen auf dem Wege zwischen Köpenick und W u h l h e i d e gefunden In der Nähe eines Busches sah er Stroh aus der Erde hervorragen. Er scharrte die Erde beiseite und fand in etwa 25 Zentimeter Tief« eine große Blechbüchse ohne besondere Kennzeichen. In der Büchse waren fein säui erlich in Rollen oerpackt und in Seidenpapier«ingeschlagen falsch« 2-Mark-Stücke. Er erkannte die Fälschungen und bracht« sie zur Polizei. Schneesturm in Amerika . 36 Menschen gelötet- 20 Automobilisten eingeschneit. New Jork.S. März. Der heftige Sturm, der seit zwei Tagen an der nordatlantischen Küste herrscht, hat bisher 30 Menschenleben gefordert. A ch k Küstenfahrzeuge, deren Besatzung insgesamt 150 Köpfe zählt, besindea sich in Seenot oder werden vermißt.— 3m Norden des Staates New Pirk wunden durch einen Schneesturm, wie er seit zehn Jahren nicht mehr erlebt worden ist. der gesamte v e r- kehr lahmgklegl. Zahlreiche Autos blieben im Schnee stecken und mehrere Orischaften sind vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Flugzeuge wurden ausgesandt, um die eingeschneiteu Orte mit Lebensmitteln zu versorgen. 70 Automobilisten, die aus der Landstrahe bei Batavia(New Pirk) festliegen, muhten ebenfalls auf dem Luftwege mit Lebensmitteln versorgt werden.
7�1 jähriger General durch Gas vergiftet. In seiner Wohnung in der Burggrasen st roß« 23 in Zehlendorf wurde geftern abend der 71 Jahre alle Freiherr Karl von Lukas, ehemals General der österreichischen Armee, vou seiner Tochter durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Der alte Herr wollte sich am Abend Tee berellen: er halle vergessen, den Gashahn zu schließen und war so ein Opfer seiner Unvor- sichtigkell geworden. Gefährlicher Kellerbrand! Zwei Feuerwehrbeamte durch Gas betäubt. Zu dem Keller einer Schlächterei in der Niemetzstraße 15 in Neukölln entstand heule früh Feuer, das schnell um sich griff. Die Flammen fanden an Brennmaterialien, Sägespänen uud Holzverschlägen reiche Nahrung. Trotz der starken Verqualmung gelang es der Feuerwehr, den Brandherd durch starkes Wasiergeben schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit zu lokalisieren Nachdem das Feuer ziemlich nieder- gekämpft war, begab sich der Brandleitende, Baurat Anders von 0er Wache Neukölln, und Brandmeister Kaczmarek nochmals in den Keller, um notwendige Ermitllungen anzustellen. Die beiden Beamten tonnten nur mit großer Mühe den Ausgang erreichen, wo sie bewußtlos zusammenbrachen. Durch Sauerstoff- inhalationen konnten Anders und Kaczmarek wieder ins Bewußtsein zurückgerufen werden. Wie die sofortige Untersuchung ergab, hatte sich im Kellergang infolge der starken Hitze an der H a u s g a s- l e i t u n g eine Muffe gelockert, und die ausströmenden Gase, die bei dem Qualm nicht wahrgenommen wurden, führten zu dem Unglücksfall. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht einwandfrei ermillell worden.
Drama auf dem Torpedoboot. An Bord des französischen Torpedoboots„Vasco", gegenwärtig im Hasen von Toulon , hat sich ein ernsterer Zwischenfall ereignet. Ein Oberbootsmannsmaat, der einem Matrosen scharfe dienslliche Vorhallungen gemacht hatte und daraufhin von diesem und anderen Matrosen angegriffen worden war, ist plötzlich v e r s ch w u n» den. Di« vorgesetzte Behörde nimmt an, daß der Oberboots- mannsmat das Opfer eines Racheaktes geworden sei. Mehrere Mann der Besatzung wurden in Hast genommen.