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Neuer Dahlschwindel. O!VörsenzeitlMg" hütet die Moral und verstößt gegen das achte Gebot' DisBerliner Börsenzeitung" nersenM an ihre Leser und Anhänger«inen Sonderdruck, in dem dargestelli wird, was in einer Aufführung der Roten Fanfaren nm 22. März dieses Jahres tn Dessau bei einer freigeistigen Renne.Pfaf f e n s p i e g e!" ge­nannt. sich angeblich ereignet hat. In diesem Bericht ist Wahre« mit Falschem oermischt und es sind außerdem offenkundige FL- tchungen darin enthalten. Der Artikel derBerliner Börsenzeitung� hat bereits durch die ganze Rechtsprssie, besonders durch die natio- nalsozialiftifchen Blätter, die Runde gemacht. Dazu wird uns auf Anfrage aus Dsfsau folgendes mitgeteilt: Die Roten Fanfaren, die diese Revue veranstaltet haben, sind keine Organisaiwn, für deren Ausführungen die Sozialdemokratische Vartei oder die ihr angeschlossenen Organisationen verantwortlich wären. Aus diesem Grunde sind die Instanzen der Partei in Dessau nach Bekanntwerden des Artikels der Rechtspresse zusammen- getreten und haben folgende Entschließung angenommen: Der Parteinorstand der Sozialdemokratischen Partei, Orts- verein Dessau , hat sich in Anwesenheit von Vertretern des Ar- beiterbildungsausschusses und des Jugendausschusses Dessau und des Vertreters des Bezirksbildungsausschusses der SPD . Magde- Kurg-Anhalt mit der Pfasfenipiegel-Reoue der Roten Fanfaren in Dessau vom 22. März 1332 beschästigt. Di« gesamten maß- gebenden Vertreter der Sozialdemokratischen Partei und der ihr nahestehenden Körperschaften stellen fest, daß die in der Rechts- presse erörterte Aufführung der Roten Fansaren e'm! rein private veranstaliung war. Weder an der Vorbereitung der Ausführung, noch au der Auswahl des Slofses, noch an der Durchführung der Revue war die Partei oder sonst eine maßaebende H.orperschasi der Arbeilerbewcguug beteiligt. Die Bemühungen der Recht?» presse, diese Pfasfenspicgel-Revue im Wahlkamps der Sozialdemo- krati« anzuhängen, gehen daher völlig fehl: dies um so mebr, als Znhali und fsorm der betrefsenden Revue in keiner Weise der sozialdemokratischen Aussassung entsprechen. Die vor aller Welt geleistete Kulturarbeit der modernen Arbeiterbewegung schützt die Sozialdemokratie davor, mit solchen Aufsllhrungen in Verbindung gebracht zu werden." Der Artikel derBerliner Börscnzeitung" versucht weiter auch den sozialdemokratischen Lehrer Willi S ch ö p f e l in Roßlau , einen der Führer des Freidenkcroerbandcs und der Kinderfreunde- bewegung, mit der Revue in Zusammenhang zu bringen. Beides ist falsch. Der Lehrer Schöpfel ist auch unbeteiligt. Das gleiche gilt von der sozialdemokratischen Arbeiterjugend und den K i n d s r f r e u n d e n. Die Kmderfreuirde haben nicht nur nicht, was dieBörsenzeitung " behauptet, Kinder im Alter von S Jahren an in diese Revue geschickt, sondern der Führer der Kinder- freunde hat im Gegenteil Kinder, die mit ihren Eltern anwesend waren, zum Verlassen der Revue bewogen. Ein« besonders infame Fälschung stellt ein angebliches Zitat aus dem DessauerVolksblatt" dar. DieBerliner Börsenzeitung" behauptet, daß dasVolksblatt" nach der Aufführung geschrieben habe:Keiner sollte sich entgehen lassen, diese Veranstaltung zu be- suchen." Las ist absolut unwahr. DasVolksblatt" hat nicht nur nach der Aufführung eine solche Ausfoiderung unterlassen�, sondern es hat im Gegenteil in Nummer 70 vom 23. März 1932 eine Kritik veröffentlicht, die sich in mehreren Sätzen gegen die Aufführung wandte. In der Kritik wurde aus- drücklich gesagt, daß z. B. das Bild über den§ 213 besser überhaupt weggelassen worden märe, und sie schloß mit der Feststellung, daß die Roten Fanfaren vielleicht nützlich« Arbeit leisten, könnten, sie müßten aberauchihr« Grenzekennen! Das Gegen- teil besten also, was dieBörsenzeitung " und mit ihr die gesamte Rechtspresse über diesen Barfall bringen, ist richtig. Damit ist aufs neue ein Wahlschwindel der Rechtsparteien im Kampf um Preußen enthüllt. Braun für das Reichsbanner. fNiesenwndgebvng in Düsseldorf . Düsseldorf , 16. April. Ln einer soziMemokratischen Kundgebung, die von mehr als 19 999 Personen besucht war, kam Ministerpräsident Otto Braun auch auf den Brief Hindenburgs an Grosner zu sprechen und sagte u. a.: Es wäre eins Verzerrung des Begriffs der Unparteilichkeit, wenn man Bereinigungen, die auf dem Boden der Verfassung und der Gesetze stehen, ebenso behandeln wollte wie die mit Recht ver- bvtenen Organffativnen. Dos Reichsbanner ist seinerzeit als cchritz- und Abwehrorganisation gegen den Terror der Links- und Rechtsradikalen gegründet worden. Es hat den republikanischen Parteien erst die Ausübunz der in der Verfassung gewährleisteten Versammlungs- und politischen Meiirungsfreiheit gesichert, es hat die Wühler tiiudenburgs gegen den Terror derer, die ihn beschimpften und verunglimpften, geschützt. Solange diese Parteien nicht davon Abstand nehmen, Anders- denkende mit rohen Gswaltmiltcln an der Ausübung chrer staal?» bürgerlichen Pflichten zu behindern, solange wird auch diese Schutz- organilation notwendig sein. Daß diese Notwendigkeit noch nicht weggefallen ist, beweisen auch weiter die Berichte über Bei'sainrn- lungsstörungen durch riationalsozialfftffche Radaumacher in Berlin und Dortmund . Zu einem an ihn gerichteten Brief des Vorsitzenden der deutsch - nationalen Lanötagssraktion erklärt« Braun, daß ihm Waffen- lager des Reichsbanners nicht bekannt seien. Sollten solche vorgefunden weroen, so würden sie ebenso behandelt werden, wie Waffenlager anderer Organisationen oder Parteien. Wenn das Reichsbanner in diesem Briefe mit Kriegsdienstverweigerung und Landesverrat in Verbindung gebracht worden fei. so werde es sich wohl mit dem nötigen Nachdruck gegen diese Unterstellung ner- wahren. Genosse Braun kannte offenbar, als er sprach, nur den Brief chindenburgs, aber noch nicht die öffentliche Erklärung Groeners,

Aufruhr in Mexiko . Acht Tote, viele Verletzte. Mexiko - Stadl. 16. April. Im Staate Veraeruz haben Kommunisten die Stadt Paso del Macho besetzt. Sie plünderten die Läden und zerschnitten die Telephon- und Telegrapbendrähte. Auch ein Personenzug wurde überfallen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei sind bisher acht Personen getötet und eine große Anzahl verletzt worden. Zur Ünterdrückunz des Aufruhrs wurden Truppen entsandt. verbot nakionalsoziali.itischcr Zeitungen. Der badische Minister de? Innern bat die Nazize-tung..Der Führer" auf die Dauer von 5 Togen verboten� Auf die Dauer von 19 Tagen wurde da? in Furtmangen erscheinende nationalsoziolistischeSchwarzwälder Tage- Matt" verboten, weil in einem Artikel grobe Beschimpsungen des Herrn Reichspräsidenten enchalteu waren.

Die Haiiplgcfahr ist Severins, er löst die SA. nicht auf."

Rrrums!

Jtaafitgefixhr J'evercng-

Nun. ist Severins noch immer die Hauptgcfahr?" Natürlich, die SA. ist doch nur Hitler zu Gefallen aufgelöst worden!"

..Idioten ist nickst zu Helsen . Severing!"

Ich wähle Braun-

Nazi-Kaufmann und Nazi-Arzt. Ein falsches Attest für das Geeicht.

Der Reichstagsabgeordnete Kaufmann, Gauleiter der Nationalsozialistischen Partei in Hamburg , gegen den wiederholt die Beschuldigung des Ordensschwindels, des doppelten Ehrenworlbruchs und der Urkundenfälschung erhoben wurde, ohne daß Kaufmann gegen diese Beschuldigungen etwas unternahm, hat sich jetzt ein neues Schwindelmanöver geleistet, das diesenrauhen Kampfer" treffend illustriert. Kaufmann, hatte den preußischen Ministerpräsidenten Otto Broun beleidigt und wurde deswegen vom Schöffengericht Oranienburg zu einer Geldstrafe von 1999 Mk. verurteilt. Gegen das Urteil hatte Kaufmann Berufung eingelegt, die am Freitag vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin verhandelt wurde. Der Reichstagsabgeordnete und Nazi-Gau- leiter Kaufmann war zu dieser Berufungsverhandlung nicht er- schienen. Dem Gericht lag da? Attest eines Hamburger Arztes vor, in dem es hieß. Kaufmann sei infolge einer Grippe bettlägerig, er könne frühestens in 11 Tagen zur Verhandlung er- scheinen. Dieses Attest wurde am Mittwoch, dem 13. April ausgestellt. An dem gleichen Tage, an dem dieser Hamburger Arzt die an- gcbliche Krankheit attestierte, hielt sich der bettlägerige" Kaufmann im Hamburger Braunen Haus in der Moorweidenstraße auf. Das war nämlich der Tag, an dem die polizeiliche Durch- suchung der SA.- und SS. -Zentrale in der Moorweidenstraße er- folgte. Die Nazis hatten dieser Polizeiaktion dadurch Widerstand geleistet, daß sie das Hans unter Tränengas setzten. Die Polizei mußte sich mit Gewalt Eingang und dem Tränengas durch Ein- schlagen von Fenstern Abzug verschaffen. Diese Polizeiaktion wurde von demvon einer Grippekrankheit bettlägerigen" Reichstags- cibgcordneten Kaufmann vom windigen Balkon des Hamburger Nazihauses aus mit noch weiteren Nazihäupllingen verfolgt. Schon die Berliner Staatsanwaltschast Halle den Eindruck, daß

mtt dem Attest irgend etwas mcht in Ordnung lst, Staatsanwalt- fchaftsrat Stenig gab nämlich bekannt, daß ein E r m i t t l u n g s- verfahren gegen den Hamburger Arzt wegen Ab- gäbe eines falschen Attestes angestrengt worden sei. Auf dem Hamburger Stadthause(Polizeipräsidium), wohin Kaufmann mit noch anderen Naziabaeordneien geführt worden war, erklärte dann Herr Kaufmann, der sich offenbar seines Atteste? erinnerte, e,- fühle sich nicht wohl. Darauf wurde ihm beteuert, daß er dann in ein Krankenhaus übergeführt werden muffe. Kaufmann lehnte das ab. Er hat dann die Nacht in den Räumen der Staat?- polizei zugebracht. Am anderen Tage wurde er dem Gericht zu geführt. Inzwischen war von Berlin das Ersuchen eingegangen, ihn amtsärztlich zu untersuchen, um festzustellen, ob er tat- sächlich betttägerig krank sei. Nun ergab sich eine Sensation. Kaufmann weigerte sich, sich amtsärztlich untersuchen zu lassen. Cr erklärte sich, um der amtsärztlichen Untersuchung zu entgehen, bereit, seine Berufung gegen das Urteil des Schöffengericht' Oranienburg zurückzuziehen. Kaufmann hat dann auch die Berufung zurückgezogen, obgleich sie inzwischen von der Strafkammer bereits verworfen war. War hiermit schon der Beweis erbracht, daß ein unrichtiges ärztliches Akte st erstattet worden ist, so schloß sich dieser Beweis am Donnerstagabend, als derbettlägerige" Kranke laut Bericht des Hamburger Naziblattcs in einer Nazi- Versammlung eine längere Rede hielt. Das Attest, nach dem der Nazi-Gauleitcr Kaufmann bettlägerig sei und frühestens in 11 Tagen zur Verhandlung erscheinen könne, ist am 13. April von dem Mitglied der Nationalsozia- listischen Partei, dem Arzt Dr. Wilhelm Loch mann, Hamburg 19, Mcthfesselstraße 57, ausgestellt worden.

Amerika will Abrüstung. Gttmson warnt vor Aehlschlag. Genf . 16. April, Der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n erklärt« dem Genfer Vertreter des WTB., er hoffe, daß seine Anwesenheit dazu beitragen werde, die Arbeit der Abrüstungskonferenz zu fordern. Die Weltöffentlichkeit sehe der Abrüstungskonferenz mit s o g r o h e n Erwartungen entgegen, daß die Folgen eine? Fehl- schlage? gar nicht auszudenken seien. Amerika hoffe, daß eine Regelung der zur Verhandlung stehenden Fragen gefunden werde. Ein Mißerfolg dieser Konferenz dagegen werde zweisellos auch in Amerika die größte Enttäuschung hervorrufen. Der Staatssekretär schloß, er beurteile die Zukunftsaussichten des deutschen Volkes mit der größten Zuversicht. Ministerialdirektor Dr.-Ing. Brandenburg, Letter der Ab- teilung Luftfahrt im Rcichsverkehrsministerium, ist zum Mitglied der deutschen Delegation aus der Abrüstungskonferenz ernannt worden. Zehn Jahre Napallovertrag. Keiern in Moskau unk» Genf . Moskau , IL. April, Anläßlich des zehnten Jahrestages des Rapalloverttages gab das Kollegium des Moskauer Auhenkommisianats ein Esten für die deutsche Botschaft und die Press eabteilung eines für die deutschen Journalisten, Die Blätter widmen der Entstehung und Geschichte des Rapollovertroges ein« Reihe von Artikeln, die hervorheben, daß die Prinzipien d e"s Rapallv werks alle Krisen der d eu t s ch- r u j fischen Beziehungen überd auerte» und

heute und für die nächste Zukunft den gleichen politischen Wert hätten wie im Jahre 1922. Krühstück beim Reichskanzler. Genf , 16. April, Anläßlich des zehnten Jahrestages des Abschlusses des Ber- träges von Rapallo , gab Reichskanzler Dr. Brüning ein Früh- stück zu Ehren des Außenkommissars Litwinow und der Sowjet- abordnung. Litwinow hielt an die deutschen Pressevertreter eine Rede zum Ruhm des Rapallovertrages. Aus dem Kernen Osten. Rußland gegen japanische Anklagen. General M a,.früher chinesischer Armeesührer gegen den japo- Nischen Einbruch in die Mandschurei , hat sich gegen die mandfchu- riscke Japanfiliale aufgelehnt. Da er den wichtigen Eisenbahn- knotenpunkt Z izi k a r besetzt hält, ist sein Unternehmen den Ja- panern sehr unangenehm und sie hoben zunächst einmal Ma als Sowjetmann hinzustellen versucht. Alle diese Behauptungen, daß Ma in Ostsibirien gewesen sei und Verbindungen mit Rußland habe, werden jetzt durch ei« Sowjetagentur dementiert und den Nachrichten vor 5 Monalen gleichgestellt, als dl« j a p a n i- f ch e n Militärbehörden Munition an General Ma aus Dairen geliefert hätten und dis Verantwortung dafür der Sowjetunion auferlegt worden sei. Wetter bezeichnet die Sowjetagentur die japanische Meldung von einem bolschewistischen B o m b c n a t t e n t a t auf die S n n- garib rücke als Zwecklüge kurz vor Ankunft der Völkerbunds- kommistion. Schließlich wird behauptet, daß die Untersuchung dar- über von Weißgardisten geführt werde/ die Sowjetbürger verhaften und foltern,