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Beilage

Mittwoch, 4. Mai 1932

oquids A obsDer Abend

Revolution im Flugwesen?

Bericht über eine Erfindung/ Von Peter Prätorius

Aus Hamburg dringt merkwürdige Nachricht. Ein bisher un-| Deffnungen auf, denen breite Auspuffausbuchtungen vorgelagert bekannter Erfinder will ein Flugzeug konstruiert und auch vor­geführt haben, das gänzlich ohne Propeller fliegen soll. Da die meisten derartigen Gerüchte meist schon am folgenden Tage dementiert werden, muß man sich an Ort und Stelle von der Richtig feit der Angaben überzeugen.

Auf Deutschlands modernstem Flugplatz in Hamburg Fuhlsbüttel steht die Maschine, die man nach einigem Suchen findet. Rein äußerlich betrachtet sieht sie fast wie alle anderen Maschinen aus, wenn auch vielleicht etwas primitiv und im Rumpf gedrungener. Die Spize läuft in einer Kugelform aus und da ihr jeder Anfaz für die Propeller fehlt, meint man zunächst eine halb­fertige Flugmaschine zu sehen.

Geld da und muß-

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nur um leben zu können

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So leicht es war, diese propellerlose Maschine zu finden, so schwer ist es den Konstrukteur zu finden. Ihm geht es wie vielen anderen unbekannten Erfindern, die ohne Eigenkapital und ohne finanzielle Hilfe arbeiten, denn er sitzt zur Zeit ohne einen Pfennig als Autofahr­lehrer arbeiten. Auskunft gibt er auch zunächst nicht gerne, denn er befürchtet stets, daß seine Not ausgenutzt wird, daß andere die Früchte seiner Arbeit einheimſen wollen. Erst nach langem Zögern entschließt sich Herr Volpert, so heißt der Erfinder dieser Neu­konstruktion, aus seinem recht abwechslungsreichen Leben zu er= zählen.

Herr Volpert stammt aus Westfalen und hat sich seit seiner Jugend mit der Flugtechnik beschäftigt. Allerdings meist neben­beruflich, bis er bei Versuchen, die er praktisch ausführte, auf Be­rechnungsschwierigkeiten stieß. Die Folge war, daß er sich sofort auf das Studium der notwendigen Fächer warf und auf den Universitäten von Münster und Köln Mathematit und Naturmiffen­schaften erlernte.

Zunächst baute sich Bolpert einige fleine Maschinen, die er in sogenannten Windfanälen erprobte. Sein Geheimnis, das er da­mals streng zu hüten verstand, bestand darin, daß er sich sagte: wenn die bisherigen Flugzeuge auch stets nur mit dem Propeller antrieb fliegen, muß es doch eine Möglichkeit geben, diese Antriebs­fraft zu ersetzen und zwar auf einer Grundlage, die den Flug an sich billiger und rentabler gestaltet. Besonders fiel es Volpert auf, daß bei allen bisherigen Flugzeugfonstruktionen nie die Frage der Windausnutzung behandelt wurde. Volpert fand damals, daß der Einfluß der Windströmungen auf das Flugzeug wesentlich ver­ändert werden könne, wenn die Flügelstellung neu konstruiert wäre. Daher baute er an seine Maschine neue Tragflächen mit den von ihm berechneten und erprobten Winkelmaßen. Die natürliche Strömung der Winde wurde von ihm als Triebkraft ausgenutzt. Jahre vergingen mit diesen Versuchen. Die ersten Apparate zerschellten, neue wurden gebaut, bis endlich Volperts Bruder, der als Kaufmann in Hamburg lebte, seinen Bruder nicht nur zu fich nahm, sondern ihn auch finanziell unterstützte. Jetzt ging es fast mit Bligesschnelle vorwärts. Eine große Maschine baute sich Bolpert und zeigte sie der Deffentlichkeit. Die großen Flugzeug firmen zeigten wenig Interesse für das neue Flugzeug, mehr interessierten sich die auf dem Flugplatz Hamburg stationierten Piloten für die Maschine. Das jetzt fertige Flugzeug sah äußerlich zwar unvollkommen und für einen großen Flug zu leicht aus; inner­lich aber trug es schon sämtliche Merkmale der neuen Erfindung. Seiten und die Unterseite des Rumpfes maren rund und gaben der Maschine fast das Aussehen einer Zigarre. Es fielen besonders die

waren. Diese Ausbuchtungen befinden sich bei sämtlichen Volpertschen Maschinen und beherbergen die wesentlichste Erfindung des Flug­zeugs. Inmitten des Rumpfes ist ein großer Turbogenerator ein gebaut. Eine Windmaschine, die die notwendige Lufströmung er­zeugt, um die Maschine flugmöglich zu machen. Ueber diese Er­findung spricht Herr Bolpert menig, da er ständig in der Angst lebt, daß Konkurrenten seine Notlage ausnüzen könnten. Erst nach einigem Sträuben berichtet er.

,, Gegenüber den Propellerflugzeugen, bei denen der Vortrieb durch den Propellerzug erzeugt wird, beruht der Vortrieb meiner Crfindung auf Kräften, die an den Flügeln auftreten. Statt des Propellers habe ich ein Gebläse in die Maschine gebaut, durch dessen Strömungsänderungen die Auftriebskraft vermehrt wird. Die von mir gefundene Lösung ist eigentlich nicht so überraschend, wenn man bedenkt, daß sie einfach die Umkehrung der Bewegungsvorgänge Flügel zur ruhenden Luft bewegt, erzeugt er damit den zu seiner beim Flügelschlag eines Vogels darstellt. Wenn der Vogel seine Fortbewegung erforderlichen Vortrieb. Bei meinem Flugzeug wird die Luft zu den ruhenden Flügeln bewegt. Man muß sich das so vorstellen, daß die Windmaschine ihre Luftkraft durch Kanäle und die rein äußerlich zu sehenden Auspufföffnungen bis dicht unter die breiten nach oben gewölbten Tragflächen leitet. Die Trag­flächen wieder werden durch den Drud zunächst nach vorn und dann nach Einstellung des Höhensteuers nach oben gedrückt. Die Tragluft

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Spalausgabe des Vorwärks

also, die das Segelflugzeug bisher nur bei einem Ablauf von der Höhe und bei starkem Gegenmind vorfand, wird durch den einge­bauten Turbogenerator sozusagen synthetisch erzeugt und drückt die Maschine zwangsläufig in die Höhe Meine Neufonstruktion beruht also erstens in der Windmaschine und dann in der Einstellung der Tragflächen."

,, Was war der Grund warum Sie diese Maschine schufen? Die bisherigen Maschinen haben doch scheinbar ihren Zmed erfüllt?" ,, Ich bin der Ansicht, daß der Stand einer bestimmten Technik nie auf dem Höhepunkt steht, sondern ständig verbessert und auf­gebaut werden muß. Richtunggebend für meine Erfindung war, daß man billiger fliegen muß. Mit 50 Proz. Brennstoff­ersparnis arbeite ich schon heute und werde sicher auf einen höheren Prozentjag kommen. Außerdem stört der ewige Kreislauf des Propellers. Nicht zu vergessen, daß ich das Problem des Lang= stredenfluges ebenfalls restlos zu lösen vermag!" Volpert baute nun zufahren

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um mit seiner Lebensgeschichte fort­

in Hamburg eine große Maschine, die fast allen Er­fordernissen entsprach. Die in Fuhlsbüttel stationierten Piloten schlugen aus ihrem Kreis Herrn Graf von Reventlow vor, der auch wirklich vor einem Jahr etwa die Maschine flog. Wenn auch nur eine verhältnismäßig geringe Höhe erreicht wurde, lag das weniger an der Konstruktion, als an der Maschine selbst, die wiederum zu wenig stabil gebaut war. Mehrere Male stieg Herr

Volpert selbst auf, um alle restlichen Mängel zu beseitigen. So starb sein Bruder und Geldgeber, und da Herr Volpert selbst verging auch das letzte Jahr sehr rasch. Mitten in seiner Arbeit über keine Mittel verfügt, mußte die Arbeit eingestellt werden.

Heute ist der Erfinder der propellerlosen Maschine Fahrlehrer in einem Automobilgeschäft. Lediglich seine freie Zeit verwendet er für seine Maschine, die nach seiner Ansicht in wenigen Wochen wieder startbereit vor der Halle stehen wird. Und dann will er seine | Flugmaschine allen jenen Kreisen vorstellen, die bis heute sich von dieser Erfindung keine Erfolge versprachen.

Flug im Regen

Quer durch Wolkenbänke über Land und Föhrde

Grau und düster stehen Wolkenbänke über Land und Föhrde. Graue Ballen wälzen sich langsam über den Himmel, hängen so tief, als wollten sie die Erde berühren. In kurzen, schlaffen Böen torkelt der Wind über den hochgelegenen, weiten Flugplay. Der Propeller an der kleinen Junkersmaschine dreht seine ruhigen Touren, wie der Mann, der müllert, um langsam warm zu werden. Baum und Strauch, Schuppendach und Flugzeugflügel triefen von Nässe. Der Flugzeugführer, unförmige Gestalt in Pelz und Leder, springt mit hastigen, ungelenken Sprüngen zur Maschine. Die Passagiere schlagen für den kurzen Weg vom Flughafengebäude zum Flugzeug schlagen für den furzen Weg vom Flughafengebäude zum Flugzeug die Mantelkragen hoch.

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zeug fliegt nicht, schwebt nicht; es hämmert sich hinein in das trübe Nichts zwischen Erde und Wolken, und die Menschen in der Maschine haben mit zu hämmern. Erst wenn der Mensch sich diesem Schicksal ergeben hat, erst wenn er es aufgibt, sich gegen die Diktatur des Motors mit einem Gefühl, sei es Angst oder Wut oder Empörung oder Kopfschütteln, aufzulehnen, erst dann merkt er, daß er fliegt, im Regen, entlang am unteren Rande der schweren grauen Wolken, 200 Meter über einer regenglänzenden Erde. Dies Fliegen aber ist fein geruhiges Gleiten; es ist Kampf mit der Luft, mit dem Regen. Regen. Die Luft bort sich mit der Maschine herum. Es gibt Kinnhaken, gerade Linke, schräge Rechte, und gegen Tiefschlag gibt es anscheinend im Luftreglement feine Bestimmungen. Man wird gehoben, gestoßen, fallen gelassen, hochgezogen wie im Fahrstuhl dagegen ist nichts zu machen. Mal nimmt eine den linken Flügel hoch, ein paarmal läßt ein Luftloch die ganze Maschine 10 Meter absacken, mal bekommt der Schwanz den Ehrgeiz, nach oben hoch­zuboden, mal steckt der Motor die Nase in die Luft, und man liegt mehr in der Rückenlehne des Sessels, als man sizt. Aber unentwegt hämmert der Motor seinen Taft, zwingt immer wieder die Maschine in die Waagerechte, bringt sie vormärts, mit 150 Kilo­meter Geschwindigkeit in der Stunde.

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Front gegen den Wind geht die Maschine mit Vollgas an. Eine unheimliche Geschichte, denn die 800 PS des Motors zwingen den ganzen Apparat von der äußersten Propellerspitze bis zum hintersten Schwanzstück in ihren Taft. Es dröhnt nicht nur in den Zylindern; es dröhnt durch die Aluminiumwände, es dröhnt in den Schädeln der Passagiere, es zittert der Boden im Tafte des Motors, es zittern die Koffer und Taschen, es zittern die Klubseffel, es zittern die Passagiere von den Fuß- bis in die Fingerspigen. Das bißchen Hopfen über die Grasnarbe des Plazes geht unter in diesem Dröhnen und Beben. Die Frage, wann man aufhört zu fahren und anfängt zu fliegen, bleibt unbeantwortet von dem Gewalttatte des Motors. Es regnet. Aber es regnet nicht von oben nach unten. Die Nicht rechts, nicht links, nicht oben noch unten ist wichtig, sondern Regensträhnen ziehen waagerechte Linien an den Fenstern der die Tatsache, daß man eingefangen, mitgehangen ist von dem heu- Kabine; maagerecht stoßen die Tropfen von den Metallflügeln nach lenden und tanzenden Teufel da vorn vor dem Führer. Das Flug­

Vogelschutz im Kleingarten

Praktische Winke/ Von Hansotto Löggow

Ueber die Notwendigkeit eines umfassenden Vogelschutzes gibt| Nistkästen vom Baumläufer, dem Gartenrotschwanz, dem Klein es heute keine Meinungsverschiedenheiten mehr. Aufgabe bleibt es, praktische Wege eines zweckmäßigen Vogelschutzes zu weisen. Das einfachste Mittel ist die Schaffung von Verhältnissen, die den natür­lichen Lebensbedingungen der Vögel am nächsten kommen.

In Waldstücken und großen Barks ist es leicht, Bogelschuß zu treiben. Schwierig wird die Sache in Kleingärten, in Sied­lungen und Laubenkolonien. Wohl kann der einzelne Anlieger eine ganze Menge für den Vogelschutz tun; wirklich erfolgreich wird das Vorgehen jedoch erst, wenn die Siedler und Kleingärtner gemein fam Einrichtungen für den Vogelschutz treffen. Für die Winterfütterung kann die Kolonie gemeinsam ein Futterhaus oder mehrere anlegen, und es kann gemeinsam für geeignete Nistpläge gesorgt werden.

Für Reisighaufen, wilde Gebüsche und Bäume, die den Vögeín gerne als Nistplatz dienen können, ist im Kleingarten wenig Platz. Und doch läßt sich mit gutem Willen einiges schaffen. Es ist 3. B. möglich, in größeren Kolonien die Zäune, die die Grundstücke abgrenzen, durch Hecken zu ersetzen, die den Vögeln idealen Unter­schlupf und gute Niſtgelegenheit bieten. Jeder Gartenbefizer opfert dabei nur einen schmalen Streifen Land, der wegen des Zaunes doch nie richtig ausgenutzt wird. Im Einzelgarten lassen sich am Komposthausen sehr gut Sträucher für den Vogelschuß anpflanzen; denn gerade dort werden die Vögel am wenigsten gestört, und der Kompost haufen wird durch die Sträucher verdeckt.

Wo die Möglichkeit besteht, ist fästen aufzuhängen, sollten sie von der Siedlerorganisation beschafft werden, weil dadurch eine gemisse Verbilligung eintritt und auch besser auf die zweckmäßige Form der Nistkästen gesehen werden kann. Solche Nistkästen haben nämlich nur dann Wert, wenn sie den in der freien Natur von den Vögeln bevorzugten Höhlen entsprechen. Bei den einfachen, selbst­gebauten Rästen kann man z. B. beobachten, daß die Vögel die Ecken mit Rot und Unrat ausfüllen, ehe sie ihr Nest hineinbauen. Damit schleppen sie Ungeziefer und Krankheiten in ihr Nest, und viele Vögel gehen so zugrunde.

Beim Bau von Kleinhäusern kann der Vogelschutz durch den Einbau sogenannter Nist steine wesentlich gefördert werden. In einzelnen Gegenden Deutschlands wird bei dem behördlich unter stützten Wohnungsbau die Hergabe von Mitteln sogar davon mit abhängig gemacht, daß diese Niftsteine eingebaut werden.

Niftsteine werden besonders vom Hausrotschwanz, dem Fliegen­Schnäpper und der Bachstelze benutzt, während die aufgehängten

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specht und den Meisenarten bevorzugt merden. Die Schwalben fleben ihr Nest in geeignete Winkel am Hause und unters Dach. Nachtigall, Rotfehlchen, Stieglitz , Zauntönig, Fint, Grasmücke usw. bauen dagegen lieber in Bäumen und Sträuchern.

Als Nistgelegenheit für Vögel sind besonders die folgenden Bäume geeignet, die sowohl für den Garten als auch für die Ein­fassung von Straßen in Frage kommen: Feldahorn oder Maßholder, Kugelahorn, Schwarzerle, Hain- oder Weißbuche( auch als Hecke zu ziehen), Kugelesche, Hopfenbuche, Birn- und Aepfelbäume, die Pyramidenpappel, die Stiel- oder Sommereiche, die Robinie oder falsche Akazie, die Weide, wenn sie jährlich geköpft wird, die Linde und die Feldrüster. Zier- und Nuggewächse des Gartens, die als Niftgelegenheit für Vögel in Frage kommen, sind die Felsen­birne, die Mahonie oder Berberize, der Buchsbaum, die Waldrebe, der Blasenstrauch, Hasel und Quitte, Weißdorn, Spindelbaum oder Pfaffenhütchen, Efeu, Hülsen- oder Stechpalme( Iler), Liguster oder Rainweide, Geißblatt oder Heckenkirsche, Bocksdorn, Jasmin oder Pfeifenstrauch, Steinweichsel, Schlehe oder Schwarzdorn, Feuerdorn, Kreuzdorn, Wegedorn oder Faulbaum, Johannisbeere, Stachelbeere, Ahlbeere, Goldtraube, Himbeere, Brombeere, Spiräa oder Spier­strauch, Schneebeere, Flieder, Tagus oder Eibe und Thuja oder Lebensbaum.

hinten. Und waagerecht, wie ein bunter Bilderbogen, fließt unten die Landschaft vorbei. Braune, gepflügte Felder, tiefgrüne Wiesen, gehegt von Heden und Zäunen, braune Landwege mit ausgefahrenen Gleisen, an denen man jede Spur und jede Scholle zu erkennen glaubt. Und plöglich empfindet man, daß es schön, daß es seltsam ist, über diesen Bilderbogen hinwegzufnattern; plötzlich freut man sich der schweren, dunklen Wolken, die so dicht über dem Flugzeug liegen, als fönne man sie mit der Hand greifen. Vertraut geworden ist das unheimliche Gefühl, widerstandslos vom Tafte des Motors mit­gerissen zu werden, überwunden die Enttäuschung darüber, daß dieses Durchhauen und Durchschrauben durch die Luft so gar nichts zu tun hat mit dem Schweben und Gleiten, das man auf der festen Erde als fliegen erträumt. Man freut sich und sieht. Gemächlich zieht ein Ackerwagen einem Dorfe zu. Auf dem Marktplatz spielen Kinder und winken der Maschine nach. Ein Mann geht unter auf­gespanntem Schirme von der Kirche quer über die Straße. Ein einzelnes Gehöft wird querab sichtbar, noch eins, ein anderes Dorf weiter meg. und wie man den Blick hebt, wie man ihn in der Runde schweifen läßt, erkennt man, daß dieser Bilderbogen da unten eine ganze Welt ist, eine Welt mit Gehöften und Dörfern, mit schwarzen Wäldern und grauweißen Seen, mit rauchenden Schloten inmitten eines größeren Häusergewimmels und mit Menschen, die hier und da, kleine puzige Liliputaner, auf den Feldern arbeiten.

Weiter, weiter. Aus einem riesigen Walde steigen grauweiße Wölkchen, puffen die Maschine hoch, lassen sie wieder abgleiten. Die Bäume öffnen sich zu einem Wasserlauf, die Maschine überquert einen See. Es iſt, als müsse sie ihn überklettern, um in der Mitte dann plöglich in ein Tal zu sinken, und als jenseits des Sees das offene Feld herankommt, kündet es sich mit einem kräftigen Haken gegen den linken Flügel an.

25 Minuten. Das Ziel nähert sich, zu dessen Erreichung der Zum Schluß seien einige Gewächse genannt, deren Früchte von D- 3ug eineinhalb Stunden braucht. Die Dörfer werden zu kleinen Vögeln gern genommen werden und die man deshalb im Vogelschutz Städten; statt der Bauerngehöfte zeigen sich Wochenendhäuser und als Vogelnährgehölze bezeichnet. Hierher gehören alle Lauben; die Felder sind vermischt mit Sportplätzen; eine erste Nadelbäume, alle Arten der Mahonie oder Berberize, der Waldrebe, Straßenzeile mit Villen stößt in das Land hinein. Geradeaus, ver­der Cornelkirsche, der Zwergmispel, der Rose, der Himbeeren und schwindend in Regenwolken und Schornsteindunst, liegt die Welt­Brombeeren, ferner der Spindelbaum oder das Pfaffenhütchen, die stadt, das Ziel. Autos ziehen gemächlich erste asphaltierte Straßen auch als Hecke zu ziehende Rotbuche, der Sanddorn, die Stechpalme, entlang, auf einem Schulhofe spielen Kinder; aus einem Garten Ein Schild leuchtet in der Liguster oder Rainweide, Geißblatt oder Heckenkirsche, weiße Maul- springt wütend ein weißer Terrier. An den Sesseln gibt es breite beere, Knöterich, Steinweichsel, Schlehe oder Schwarzdorn, Feuer- Kabine auf: Bitte anschnallen! Lederkoppel, die man um den Leib zu binden hat. Plöglich stehen dorn, Holunder, Eberesche, Kranzspiere und Flieder. Landschaft und Häuser nicht mehr unter den Flügeln, sondern neben den Flügeln, und der Motor hämmert gradezu in ein offenes Häuserdreied hinein, das einen weichen, grünen Platz umfäumt. Ein Schornstein bleibt links liegen; eine Fahnenstange minkt, fast gleich hoch, von rechts. Ein kleiner Stoß, anders als das weiche Auf­schwingen in der Luft, ein Stolpern und Springen, anders als in der Luft. Plötzlich ist auch das Hämmern des Motors weg, ein­geschrumpft zu einem harmlosen, langsamen Summen. Man ist wieder auf der Erde.

Ein paar dieser Gewächse lassen sich in jedem Kleingarten, in| jeder Siedlung und Laubenkolonie anpflanzen. Wenn die Vögel im Sommer das Ungeziefer von den Bäumen und Sträuchern und be­sonders vom Kohl vertilgen, wird jeder, der sein Scherflein für den Bogelschutz beisteuerte, mit Vergnügen feststellen, daß der Aufwand nicht nuglos war. Sollte einmal eine Beere von den Bögeln stiebitzt merden, dann darf man nicht gleich mit Steinen und Geschrei den llebeltäter vertreiben, sondern sollte daran denken, daß er auf der anderen Seite erheblichen Nugen bringt.

Puck