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Der Buchbinder- Verbandstag.

Eine grundsätzliche Aussprache.

Zweck der freien Gewerkschaften ist es nicht, sich lediglich die Unterstützung ihrer Mitglieder in allen Nöten angelegen fein zu laffen. Brachten es die Krisenverhältnisse auch mit sich, daß in den letzten Jahren bedeutend mehr Ausgaben für Unterstützungszwecke als für wirtschaftliche Kämpfe gemacht werden mußten, so muß eben deshalb betont werden, daß die Unterstützungseinrichtungen nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck sind.

Der allgemeinen Aussprache über den Geschäftsbericht auf dem Leipziger Verbandstag der Buchbinder folgte eine längere Diskussion über eine

Neuregelung des Unterstützungswefens

im Hinblick auf die in absehbarer Zeit zu erwartende Arbeitsmarkt­lage. Vom Verbandsvorstand und fast allen Diskussionsrednern wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, unter allen Umständen das Gleichgewicht von Einnahmen und Ausgaben zu schaffen. Diefe Auffassung wurde insbesondere durch Ausführungen des Kollegen Spliedt vom Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Ge­ werkschaftsbundes unterstützt.

Spliedt warnte davor, einen Umfang der Unter­stügungseinrichtungen zu beschließen, der sich auf lange Sicht als nur sehr schwer tragbar erweisen würde. Die Gewerkschaftsfunktio= näre hätten die Pflicht, den Mitgliedern zu erklären, daß es die Hauptaufgabe der Gewerkschaffen sei, zu kämpfen und nicht Unter­ffühungen auszuzahlen. Die Gewerkschaften seien, das müßte man gerade in der gegenwärtigen Zeit bedenken, Kampforganisa­tionen und danach müßte man sich bei der Regelung der Ver­

bandsfinanzen richten.

Es wäre unverantwortlich, wenn von irgendeiner Seite her der Borschlag käme, sich durch unzeitgemäße Unterstügungsmaßnahmen so auszubluten, daß schließlich kein Geld für die ureigenste Aufgabe der Organisationen, den Lohnkampf, vorhanden wäre. Würden die Gewerkschaften sich auch weiterhin ihre volle Kampffähigkeit er­halten, würden sie den Interessen ihrer Mitgliedschaft am besten

gerecht werden.

Während die Beratung über die Neuregelung des Unterstützungs­wesens in eine Kommission verlegt wurde, berichtete Wienicke über die Tarif- und Lohnpolitik. Der Referent übte u. a. scharfe Kritik an der Haltung des Reichsarbeitsministeriums, soweit es dessen Stellung

zur Frage der Allgemeinverbindlichkeit

angeht. Gegenüber allen Plänen einer weiteren Lohnfürzung oder sonstiger Versuche, Bestimmungen oder Grundsäge des kollektiven Arbeitsrechtes außer Kraft zu setzen, müßte mit aller Energie an­gegangen werden. Die Lebenshaltung der Buchbinder sei auf ein Niveau gesunken, das zum großen Teil unterhalb des Existenz­minimums liege. Diese Tatsache könne schließlich der deutschen Oeffentlichkeit nicht unbefannt geblieben sein.

Berliner Lehrlingslöhne.

Gegen die Stimmen des Gesellenausschusses gekürzt.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer zu Berlin vom 27. April beschloß, die Erziehungsbeihilfe" für Lehrlinge auf den Stand vom 6. April 1927 zurückzuschrauben. Der Gesellenausschuß widersprach einer Herabsetzung der Sätze um mehr als 10 Prozent. Stand vom 6. April 1927 zurückzuschrauben. Der Gesellenausschuß Trotzdem beschloß die Vollversammlung, diese Erziehungsbeihilfe" jahr, 5 Marf im zweiten, 7 Mark im dritten und 9 Mark im vierten für die Lehrlinge im Bezirk Potsdam auf 3 Mart im ersten Lehr­Lehrjahr festzusetzen; für Berlin um je 1 Mark höher, also auf

4, 6, 8 und 10 Mark.

-

Der Beschluß erfolgt gegen die Stimmen des Gesellenaus­schusses" heißt es im Protokoll der Handwerkskammervoll­versammlung. Das hinderte die Rote Fahne" nicht, ihren Bericht hierüber mit der Ueberschrift zu versehen:

,, ADGB. raubt Berliner Handwerkslehrlingen den Lohn."

schluß der Handwerkskammer sei unter einstimmiger Mitwirkung Diese Lüge stützt sich auf die unwahre Behauptung, der Be­des freigewerkschaftlichen Gefellenausschusses bei der Handwerks­fammer, unter Leitung des ADGB. - Jugendsekretärs Pickert, zu= standegekommen". Auf Grund dieser gefälschten Angabe werden die sozialdemokratischen Verbandsjugendführer" samt der Gewerkschaftspresse verdächtigt.

"

Sachlich sei zu der Kürzung der Erziehungsbeihilfen" bemerkt: Da solche Säge als Roft geld nicht angesprochen werden fönnen, etikettierte man Irgendein Altersunterschied wird nicht gemacht. Das war früher sie als Erziehungsbeihilfen. auch nicht notwendig. In den letzten Jahren aber kommen vielfach junge Leute erst mit 16 oder 17 Jahren in die Handwerkslehre, da sie eine höhere Schule besuchten. Im dritten und vierten Lehr­jahr sollen dann diese 20- oder 21jährigen 7 oder 8, 9 oder Rest ist Erziehungsbeihilfe". Sollen, denn erstens ist 10 Mark in der Woche erhalten. Davon geht das Fahrgeld ab, der müssen heute auch die Lehrlinge vielfach aussehen oder verkürzt an diese Sätze fein Lehrmeister unbedingt gebunden, dann aber arbeiten, wobei diese Erziehungsbeihilfe entsprechend gekürzt wird.

Wetter für Berlin : Meist bewölkt mit Regenfällen, weiterhin fühl. Für Deutschland : Allgemeine Fortdauer der kühlen, regnerischen Witterung.

Rundfunk am Abend

Mittwoch, den 25. Mai 1932.

Berlin : 16.05 Aus der Kaufmannsschule des Deutsch­nationalen Handlungsgehilfenverbandes( A. Braun). 16.30 Indische Musik( Eva W. Geißler). 17.10 Irene de Noiret singt. 17.30 Die Lebensgemeinschaft zwischen Insekten un Bakterien( Dr. J. Holtfreter). 17.50 Von Autarki bis Zoll­union( P. Markwald- Caro). 18.15 Gertrud Isolani : Eigene Arbeiten. 18.30 Beethoven . 18.55 Die Funkstunde teilt mit.

19.00 Zehn Jahre Deutsch - Evangelischer Kirchenbund ( Präs. D. Dr. Kapler). 19.10 Rechtsfragen des Tages( Geh.­Rat Prof. Dr. E. Heilfron). 19.35 Funkporträt: Ernst Krenek . 20.00 Aus Breslau : Alte und neue Türkenmusiken. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Frühlings Erwachen ", Kindertragödie von Frank Wedekind . 22.15 Wetter-, Tages­schule in Preußen( Min.- Dir. Prof. D. Dr. W. Richter). 16.30 und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Finanznot und Hoch­Aus Hamburg. Nachmittagskonzert. 17.30 Sport bei Mensch

und Tier( H. Knaak). 18.00 Das Orchester und seine Instru­mente( R. Hernried). 18.30 Das Hambacher Nationalfest ( Prof. Dr. V. Valentin). 18.55 Wetterbericht. 18.55 Viertel­stunde Funktechnik. 20.00 Aus Köln : Musikalisches Durch­einander. 21.10 Aus Leipzig : Elbland I." Sonst Berliner Programm.

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Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin ; Anzeigen: Th. Glode, Berlin . Verlag: Vorwärts Verlag 6. m. b. H., Berlin . Druck: Borwärts Buch . druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Sieran 1 Beilage.

Staats MA

Theater

Mittwoch, den 25. Mai Staatsoper Unter den Linden

20 Uhr

Ein Maskenball

Staatl.Schauspielhaus Gendarmenmarkt.

20 Uhr

Der Liebestrank

Schiller- Theater Charlottenburg. 20 Uhr

Zum 1. Male

Abschied von

der Liebe

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Deutsches Theater

Die

814 Uhr

Journalisten Lustsp. nach Gustav Freytag

Theater am Bülowplatz

81 Uhr

Sturm im Wasserglas

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Regie: Heinz Hilpert Genia Nikolajewna von Felix Joachimson wo bist Du? Musik: Theo Mackeben Erika v. Thellmann, Theodor Loos Josef Wedorn

Winter Garten

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