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Rr. 301 49. Jahrgang

2. Beilage des Vorwärts

Wohlfahrtsanstalt für wen?

Mittwoch, 29. Juni 1932

die gleiche Zeit mit einem Preisrüdgang von etwa 12 Broz. rechnen muß, ist also mengenmäßig der Umjag fast gehalten worden. llebrigens ist der Umfag in den großen Warenhäusern nach Feststellungen des Warenhausverbandes mertmäßig um faſt 20 Proz. gefunten, so daß Tieg in dieser Gruppe besonders gut

Eine Antwort aus den Subventions : und Garantielisten des Reichshaushalts. dafteht.

Als im Frühjahr 1932 dem Reichshaushaltsausschuß Mit- an private Unternehmungen, die man schon oft hat in teilungen über die Darlehen und Bürgschaften des Reichs an private den Schornstein schreiben müssen, sind zwischen dem Ottober 1931 Unternehmungen gemacht wurden, forderte die Sozial- und dem März 1932 von 856,5 auf 889,5 Millionen Mark ge= demokratie sofort, daß diese Angaben auf den Stand vom stiegen. Von der Erhöhung entfallen auf Wohnungsfürsorge und 1. April 1932 gebracht würden. Der Grund hierfür mar, daß Siedlung 13,4 Millionen, auf Landwirtschaft und Ernährung zwischen dem 1. Oftober 1931, mit dem die Subventionslisten 11,1 Millionen und auf Berkehrswesen 5 Millionen Mark. Es unter­der Reichsregierung abschloffen, noch ganz erhebliche Beträge vor liegt feinem Zweifel, daß zahlreiche dieser Reichsdarlehen faum allem durch Bürgschaften des Reiches als neue Belastung hinzu jemals zurückgezahlt werden dürften. Wenn man daher prüft, gekommen waren. Bei dem normalen Verlauf hätte die Oeffentlich- welche Garantieermächtigungen noch aufrechterhalten werden sollen, feit von diesen Lasten frühestens im Frühjahr 1933 erfahren. Wie wird man zweckmäßigerweise gleichzeitig die Schuldner des Reichs notwendig die sozialdemokratische Förderung nach sofortiger Klar einmal genau ansehen. Es wäre nämlich ehrlicher, den größten Teil heit gewesen ist, zeigt die Tatsache, daß jetzt der Reichsdarlehen so zu nennen, wie sie wirklich heißen müssen, nämlich verlorene Zuschüsse.

allein an Bürgschaftsverpflichtungen des Reichs für die Zeit vom 1. Oftober 1931 bis 1. April 1932 ein Nettozuwachs von rund 315 millionen Mart

zu verzeichnen ist. Am 1. Oktober 1930 betrugen die gesamten Bürg­schaften des Reichs 684 Millionen Mark, und von diesem Betrag sind bis zum 31. März 1932 425,6 Millionen erloschen. In der gleichen Zeit sind aber für rund 1,7 Milliarden Mark Garantieverpflichtungen vom Reich neu übernommen worden. Der Wohlfahrtsstaat hat also für das Bankkapital, für In­dustrie und Landwirtschaft nicht schlecht gesorgt.

Besonders interessant ist die Entwidlung der Bürgschaften des Reichs zwischen dem 1. Oktober 1931 und dem 31. März 1932. In dieser Zeit sind die Bürgschaften

für die Landwirtschaft

von 93,3 auf 268,8 millionen gestiegen. 113,6 Mil­lionen Mark von diesem Betrag entfallen allein auf Osthilfe kredite. Weitere 15 Millionen haben für Roggenstügungs­käufe und Weizenauftauf Verwendung gefunden. Außerdem haben sich die Bürgschaften für Düngemittelkredite von 0,4 auf 57,3 Millionen Mark erhöht. Die Bürgschaften

für Handel und Gewerbe

betrugen am 31. März 1932 689,2 Millionen, das sind 41,6 mil lionen Mark weniger, als am 1. Oftober 1931. Der Rüdgang ist hauptsächlich auf eine Verminderung der Bürgschaftslaften des Reichs im Außenhandelsgeschäft und hier besonders im Russen­geschäft während des Winters 1931/32 zurückzuführen. Die Bürg­schaften im Schiffahrts- und Verkehrswesen haben sich bis zum 31. März 1932 um 24 Millionen auf 75,7 Millionen Mark erhöht. Diese 24 Millionen entfallen auf die Reedereien, die bekanntlich auch nach dem 31. März 1932 noch einmal eine sehr erhebliche Bürgschaft von der Reichsregierung erhalten haben.

Der stärkste Rüdgang der Bürgschaften hat bezeichnenderweise im Wohnungs- und Siedlungswesen stattgefunden,

Auch bei dieser Gelegenheit wird die Reichsregierung feststellen können, daß den größten Nugen vom Wohlfahrts staat nicht die Arbeiter und Angestellten haben, die für ihre Beiträge zur Sozialversicherung versicherungsmäßige Leistungen verlangen, menn fie in Not kommen, sondern die Inter­essenten aus Industrie, Handel, Landwirtschaft und Bankwesen, die den Staat im Falle einer Wirtschaftsdepression als bequeme Sub­ventionsquelle anzapften.

Reichsvertreter bei der Schiffahrt.

Generalversammlung des Nordlloyd.

In Bremen fand gestern die Generalversammlung des Nord. deutschen Lloyd statt, die die vorgeschlagene Sanierung debattenlos genehmigte, was angesichts des großen Entgegen fommens des Reiches nicht weiter verwunderlich ist. Der Vor­sizende, Präsident Heineken, wies darauf hin, daß zur Zeit 31 Prozent der deutschen Flotte und 25 Prozent der Flotte des Nordlloyd aufgelegt seien. Die Durchführung des Ab­wradprogramms sei unbedingt notwendig.

Der neue Aufsichtsrat, der auch zugleich der der Hapag ist, besteht aus 28 Mitgliedern. Davon sind 8 Bertreter der bremi chen, 8 Vertreter der Hamburgischen, 8 Vertreter der sonstigen Wirtschaft, so daß nur vier Bläge für Beauf tragte der Reichsregierung übrigbleiben. Es sind dies: Staatssekretär a. D. Bergmarn: Staatsminister a. D. Dr. Dernburg; Dr. Otto Fischer( Reichskreditanstalt) und Reichsminister a. D. von Guérard. Hier, wie in allen ähnlichen Fällen, ist also das Reich durchaus ungenügend vertreten, obwohl die Schiffahrts Verwaltungen ganz offenbar mit weiteren Subventionen rechnen. Wir wollen wenigstens hoffen, daß die Stimmen der Reichsver treter im Aufsichtsrat entscheidendes Gewicht haben, und daß diese Herren in den wichtigsten Arbeitsausschüssen( Finanzausschuß) die Führung haben.

Günstiger Tietz- Abschluß.

wo am 31. März 1932 nur noch 175,9 Millionen Mark Bürgschaften bestanden gegen 220,9 Millionen Mark am 1. Oftober 1931. Bei den Banken, für die das Reich am 1. Oktober 1931 6 Proz. Dividende. - Umfah mengenmäßig nicht gefunken. für etwa 547,2 Millionen Mark Bürgschaftsverpflichtungen laufen hatte, haben sich diese Verpflichtungen des Reichs auf etwa 748,5 Millionen Mark erhöht. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil eine Ausfallbürgschaft des Reichs für die Darmstädter und National­ bank offiziell nur nach roher Schäßung" mit rund 400 Millionen Mark bewertet wird.

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Die Entwicklung der Bankensubventionen und der Bürgschaften des Reichs für Banken ist als Illustration zu dem Wort vom Wohl­fahrtsstaat besonders treffend. Nach dem Stand von Anfang April 1932 hat das Reich durch Beteiligung, Kredite, Bürgschaften und Sonstige Zuschüsse

folgende Beträge im deutschen Bankwesen investiert:

in Millionen Mart davon

insgesamt Bürgschaften

Dresdner Bank, Darmstädter und National­ bank

und Deutsche Orientbank

984,5

407,7

Norddeutsche Kreditbank( früher J. F. Schrö

der, Bremen )

138

88

Garantie- und Akzeptbank

83

66

Commerz und Privatbank

77,2

Landesbank für die Rheinproving

64,0

Allgemeine Deutsche Creditanstalt

16

Deutsche Girozentrale.

100

Berliner Bank für Handel und Grundbesitz.

21

100 21

Gewerbliche Kreditgenossenschaften

Verschiedene Banken...

.

47,6 47,6 18,7 18,7 Zusammen 1550,0 749,0

Die Beteiligungen des Reiches, die es als Gegenleiffung für diesen enormen Zuschußbetrag bei den verschiedenen Bankinstituten erhalten hat, belaufen sich insgesamt auf nur 234 Millionen Mark, von denen aber allein 68 Millionen Mark auf die Garantie- und Afzeptbank entfallen, die nicht zu den bereits vor der Krise be­ftehenden Privatbanken gehört.

Garantien von faft 2 Milliarden Mark bedeuten für die Finanzen des Reichs und für die Reichstasse eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Zu einer Zeit, in der die Reichsbürgschaften wesentlich niedriger, die finanziellen Möglichkeiten des Reichs aber unvergleichlich besser waren als heute, ist schon auf Antrag der Sozialdemo= fratie ein Rücklagefonds für das erhebliche Risiko ge= bildet worden, das mit der Uebernahme der Bürgschaften verbunden ist. Tatsächlich hat sich der Rücklagefonds als sehr nüßlich erwiesen. 80 Millionen Mart Ausfälle bei Reichsbürg schaften sind insgesamt bereits abgedeckt worden. Für das Jahr 1932 ist die Erhöhung des Risikofonds auf 20 Millionen Mark vor­gesehen. Es ist aber mehr als zweifelhaft, ob dieser Betrag auch nur annähernd zur Abdeckung etwa entstehender Berluste ausreichen wird. Denn neben den rund 2 Milliarden bereits übernommenen Bürgschaften hat das Reich aus früheren Jahren noch die Ermächti­gung, für weitere 1,7 Milliarden Mark Bürgschaften zu über­nehmen. Offiziell wird zwar erklärt, daß jetzt geprüft werden müsse, welche von diesen Ermächtigungen nunmehr für erledigt er­flärt werden fönne"; aber folange diese Prüfung nicht abgeschlossen ist, bestehen noch ungeahnte Möglichkeiten für die Reichsregierung, weiter Klassische Beispiele für die Berechtigung ihres Wortes vom Wohlfahrtsstaat zu liefern.

Die direkten Barjubventionen des Reichs/ in Form von Darlehen

Geschäftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1931( 1. Fe bruar 1931 bis 31. Januar 1932) der Leonhard Tiez A.- G., Köln , zeigen ein verhältnismäßig so günstiges Bild, wie man es nach dem allgemeinen Umfagrückgang und nach Bekanntwerden der Schwierigkeiten bei dem Frankfurter Warenhaus Wronker nicht er­warten konnte.

Bei Leonhard Tietz ist der Umsag von 205,6 mill. Marfim Jahre 1930 auf 178,6 mill. Marfim Jahre 1931, alfo um nicht ganz 13 Proz., zurückgegangen. Da man für

Der Rohgewinn ist nur wenig, von 64,0 auf 62,2 mill. Mart zurückgegangen, dem eine Ermäßigung der Unkosten um 1,1 Mill. Marf gegenübersteht. Da die Steuern und die Zinsen um je 0,4 Mill. stiegen und die Abschreibungen von 2,8 auf 3,5 mill. Mark erhöht wurden, ging der Reingeminn von 3.6 auf 2,3 Mill. Morf zurück. Es wird eine Dividende von 6 Proz. gezahlt.

Durch Einzug von eigenen Aktien im Betrage von 6 Mill. Mark wird das Kapital von 37,0 auf 31,0 Mill. Mark herabgesetzt. Die Bezüge des Vorstandes werden mit 898 510 Mart an­gegeben, das sind je Kopf durchschnittlich 100 000 Mart! Sie werden sich im laufenden Jahre ermäßigen". Im übrigen scheint die Tiez- Verwaltung die Notverordnungsbestimmungen nicht genau gelesen zu haben: sie fegt als Aufsichtsratsbezüge im abgelaufenen Jahr die noch nicht beschlossene und gezahlte! Tantieme für 1931( 70 000 m.) ein, während die Tantieme für 1930( 165 000 m.) auszuweisen war.

Beschäftigt waren am 31. Januar 14 752 Angestellte und Arbeiter, das sind 6 Proz. weniger als im Vorjahr, trotz des mengenmäßig gehaltenen Umsatzes.

Abschluß der Gagfah.

Bautätigkeit im Jahre 1931 auf ein Viertel zurückgegangen.

Von der Drosselung der Wohnungsbautätigkeit ist im Jahre 1931 auch die Gemeinnügige 2. G. für Angestellten Heimstätten, Berlin , betroffen worden. An der Gagfah, die fertiggestellten Wohnungen betreibt, find neben öffentlichen Instituten die Finanzierung von Wohnungsbauten und die Verwaltung der die Angestelltenverbände jeder Richtung beteiligt. Bis Ende 1931 hat die Gagfah in ganz Deutschland 462 Siedlungen mit

28 283 Wohnungen hergestellt.

Im Jahre 1931 fonnte der Bau von nur 1543 Woh nungen begonnen werden, während es im Jahre zuvor noch 6157 Wohnungen waren. Die Verbindung der Gagfah mit der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hätte die Beschaffung erst­stelliger Hypotheken für ein großes Bauprogramm ermöglicht, aber Hypotheken machte solche Pläne unmöglich. Da in das Jahr 1931 die Drosselung der öffentlichen Mittel für die nach stelligen eine Anzahl begonnener Bauten aus dem Jahre 1930 übernommen waren, stellte sich die Zahl der im Jahre 1931 fertiggestellten Wohnungen auf 6000, mährend 1304 Wohnungen erst im laufenden werden feine Ziffernangaben gemacht. Jahre fertig werden. Ueber ein geplantes neues Bauprogramm

wirken natürlich auf die Gagfah weiter. Bei ihr und ihren Tochter­Personalabbau und Gehaltssenkungen bei ihren Mietern gesellschaften waren Ende des Jahres 2,4 Proz. des Mietesolls oder 0,28 Mill. Mt. rückständig. Davon wurden 68 000 Mt. als Ver I ust ausgebucht. Auch die 3 insrückstände der Eigenheimbefizer wachsen allmählich an.

In der Bilanz erscheint der vermietete Hausbesitz mit 96.0 mi. M., fertige Siedlungen machen 19,3 mill. M., im Bau befindliche Siedlungen 61,7 Mill. M. aus. Das sind zu­fammen 177,0 mil. M., denen Hypothekenschulden DON 155,4 mill. M. und Zwischenkredite von 21,3 mill. M. gegenüberstehen. Auf den vermieteten Hausbesig wurden 1,4 mill. M.( also etwa 1,5 Proz.) abgeschrieben; dazu mußte allerdings das Heimag- Rückstellungskonto von 1,1 auf 0,3 Mill. M. ermäßigt werden. Das Geschäftsjahr 1931 fchließt mit einem kleinen Verlust von 16 000 m., durch den sich der Geminn- Vortrag auf 37 000 m. ermäßigt. Das 6- Mill.- M.­Kapital bleibt daher ohne Dividende( im Vorjahr 5 Proz.).

Die Bewag berichtet.

Rückgang des Stromabsages/ Tariffenfung für elektrische Küchen.

In der gestrigen Generalversammlung der Berliner Städtische Elektrizitätsmerke Att.- Ges.( Bewag) wurde der Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 1931 genehmigt und dem Vorstand und Auf­fichtsrat Entlastung erteilt. Das Aktienkapital der Bemag von 15 Millionen ging 1931 auf die neugegründete Berliner Kraft und Licht A. G. über, wodurch auch die Voraussetzun­gen für das Steuer- Privileg megfielen. Dies erklärt die erheb= liche Steigerung des Postens Steuern in der Gewinn­und Verlustrechnung.

Im Geschäftsjahr 1931 wurden von der Bewag 1213,5 mill. Kilowattstunden( 1930: 1290,6 mill.) verkauft. Der Rüdgang gegen über dem Vorjahre um rund 6 Proz. liegt unter dem für die Ge­samtheit der deutschen Elektrizitätsmerte festgestellten Durchschnitt. Der Absatzrückgang beträgt bei den Hochspannungs abnehmern 9,5 Proz., bei den Niederspannungs abnehmern rund 7 Proz. Verhältnismäßig konstant ist die Abgabe von Fahrstrom an die Berliner S- Bahn und an die BVG. geblieben. Bei der BVG. hat jedoch eine Umlagerung der Stromabgabe von der Straßen­bahn auf die U- Bahn stattgefunden.

Die Bewag- Kraftwerke erzeugten 947,3 mill. Kilowatt­stunden( 1930: 1056,4 Mill.). An Fremdstrom wurden bezogen 476,3 Mill. Kilowattstunden( 1930: 441,0 mill.).

Troz der ungünstigen mirtschaftlichen Verhältnisse stieg im Berichtsjahr die Zahl der eingebauten Zähler um rund 72 000 auf 1021 327. Da auch heute noch ein erheblicher Prozent­jag der Berliner Wohnungen ohne elektrischen Anschluß ist, wird auch im kommenden Jahre mit einer, menn auch verminderten, meiteren Zunahme der Abnehmerzahl zu rechnen sein, Das Elettrissima- Teilzahlungsgeschäft 101 000 Finanzierungsanträge gegen 134 000 im Vorjahr bearbeitet.

=

hat

Die Gewinn und Verlustrechnung schließt mit einem Brutto- lleberschuß von 51,6 mill. M. ab. Dieser Betrag wird sazungsgemäß an die Aktionärin, die Berliner Kraft und Licht- Aktiengesellschaft, ausgeschüttet, die daraus die Abschreibungen für die von der Bewag gepachteten Betriebsanlagen und die Um fagsteuer auf die Umjäge der Bewag zu bestreiten hat. Der ver­bleibende Rest wird nach Deckung der Kosten für die Gewinnver teilung und die Konzessionsobgabe an die Stadt Berlin vermandt. Das Ergebnis der bisher abgerechneten Monate des neuen Jahres liegt etma 12,5 Proz. unter dem des Jahres 1931. Um die Anwendung der Elektrizität zu Wärmezmeden zu erreichen,

murde in der gemeinsamen Aufsichtsratssitzung der Bewag und der BAL. beschlossen, den Strompreis des Tarifes für die Belieferung von Elektroküchen in Haushaltungen von 10 auf 8 Pf. je Kilowatt ftunde zu ermäßigen.

Neue Ruhrgasenttäuschung.

7,3 Millionen Gesamtverlufte.

Das Jahr 1931 hat für die Ruhrgas A.-G., die einst zur Er­oberung Deutschlands für die 3echenfernver forgung ausgezogen ist, neue Enttäuschungen gebracht. Die Wirtschaftskrise tat ein übriges, um die Folgen des Fehlgedankens noch peinlicher zu machen.

Der Ausbau des Leitungsnetzes wird jetzt als abge. schlossen erklärt. Die Hoffnungen, im Süden nach Hessen und im Osten über die Elbe vorzudringen, sind also endgültig begraben. Das Leitungsnetz wurde noch um 130 auf 933 Kilometer erweitert. der Absatz ist aber nur von 718 auf 796 Millionen Kubikmeter gestiegen, das heißt um rund 11 Proz, während im Jahre 1930 die Abfazsteigerung noch 70 Proz. betrug. Der Voranschlag für 1931

mit rund 900 Millionen Kubikmeter ist nicht entfernt erreicht, ganz zu schweigen von der früheren Hoffnung, im Jahre 1931 eine Milliarde Kubikmeter abzusetzen.

Ebenso wenig erfreulich ist das finanzielle Ergebnis. Im Absatz an eigentliche Verbraucher außerhalb der Konzernwerfe hat sich der Ueberschuß aus dem Gasgeschäft je Kubikmeter zwar erhöht, aber die Zinslaften für die enormen Anlagekosten der Wert der Anlagen erscheint in der Bilanz mit rund 69 Millionen Mark und die Vermehrung der Unfosten und Steuern haben diese Ertragsbefferung fast aufgezehrt. Auch 1931 konnte nur ein relativ fleiner Teil der erforderlichen Abschreibungen verdient werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt einen neuen Verlust von 1,97 Millionen Mark gegenüber einem Verlust von 1,75 Millionen im Jahre 1930. Der Verlustvortrag hat sich jetzt auf 7,3 Millionen Marf erhöht.

Im Jahre 1932 haben die ersten fünf Monate nur durch die Russenaufträge, d. h. durch stärkere Gaslieferungen an die Konzernfirmen, feinen neuen übermäßigen Absogrückgang gebracht. Es wurden 318 Millionen Rubifmeter gegen 327 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres abgesetzt.