Urteile über das ,, Verbot".
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Aufwertungsschwindel im Wahlkampf
Das neueste Täuschungsmanöver der Nazis
Prag , 2. Juli. ( Eigenbericht.) Zum Borwärts"-Verbot meldet das Prager Tages blatt", daß das Reichsgericht diesmal schnelle Arbeit ge= liefert hat. Das sozialdemokratische Pravo Lidu" sagt, diese Immer wenn die Reaktion ,, kurz vor der Uebernahme der Entscheidung sei ein neuer Beweis, daß die Papen - Regierung lange Macht" steht, versucht sie es mit einem besonders zugkräftigen Hände hat und sie zu gebrauchen versteht, solange sie sich noch an Schwindel, um die politisch weniger orientierte Bevölkerung zur der Macht hält, um Hitler zu gefallen. Baron Gayl ver- Stimmenabgabe für sich zu gewinnen. Wir erinnern uns noch des folgte ein doppeltes Ziel: fich für die Zeit der Wahl der sozial- Aufwertungsschwindels der Deutschnationalen im Dezember- Wahldemokratischen Kritik zu entledigen und Severings Stellung zu fampf 1924. Wählt uns und eine hundertprozentige Aufuntergraben. Die Regierung hat dem Druck der Junker nachgewertung ist sicher", so schrien es die deutschnationalen Agitatoren geben. Es ist eine Kriegserklärung an die sozialdemokratische Arbeiterschaft und wird die drohenden Konflikte in Deutschland beschleunigen. Schließlich bemerkt das Blatt, daß es derselbe Baron Gayl ist, der für die unerhörte Amnestie gestimmt hat, durch die alle politischen Strolche freigelaffen werden und ihnen im voraus Straflosigkeit garantiert werden sollte.
Die Stimme der Sozialisten.
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Léon Blum schreibt im Populaire":" Wird Genf den wölfern die erste Genugtuung geben, die sie wünschen? Werden die Konflikte in Lausanne gelöst werden und wird die Konferenz endlich an ihre wesentliche Aufgabe, die Wiederaufrichtung Europas , herangehen können? Das Ergebnis wird vor allem von dem Grad des überzeugenden Drudes abhängen, den die öffentliche Meinung auf die Regierungen ausüben wird. Es gibt eine freie öffentliche Meinung in England und Frankreich . Besteht sie noch in Deutschland ?
Das Kabinett der Barone bemüht sich, die öffentliche Meinung unter dem Regime einer despotischen Willfür zu ersticken, für das das drohende Verbot des„ Borwärts" einer der Vorboten ist.
Aber meder das Deutschland der Barone noch irgendein anderer Staat tann heute mit der öffentlichen Weltmeinung und mit dem Weltgewissen den Kampf aufnehmen. Das ist ein neues Zeichen unserer Zeit."
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seinerzeit in die überfüllten Versammlungsräume. Jeder sozial demokratische Diskussionsredner, der diesen Schwindel richtigstellte, wurde in der gemeinsten Weise als Gegner der Aufwertung her= untergerissen. Heute wissen alle diese betrogenen Sparer, wie diese ,, deutsche " und ,, nationale" Partei an ihnen gehandelt hat.
Die Deutschnationalen aber umgehen noch heute jede Diskussion über diese ihre Handlungsweise. Dafür aber versuchen es jetzt die Nazis in diesem Wahlkampf mit demselben Schwindel. Sie treten aber nicht offen damit hervor, sondern sie haben dafür eine besondere Fachgruppe geschaffen, die in der Deffentlichkeit als nationalsozialistische Spezialgruppe nicht zu er-, kennen ist. Sie nennt sich ganz unpolitisch Interessengemeinschaft der Sparer und Inflationsgeschädigten", Siz Berlin .
Diese Interessengemeinschaft will aber nicht nur die schon ein mal betrogenen Sparer auf ihren Parteileim loden, sondern sie will sich auch noch die Notlage der Angestellten zunuze machen, um sich billige Parteiagitation für den Wahlkampf zu schaffen. In den Provinzzeitungen erschienen vor 10 Tagen Inserate, in denen diese Interessengemeinschaft Personen zur lebernahme ihrer Geschäftsstellen suchte. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Angebote recht zahlreich gewesen sind. Wie erstaunt aber maren solche Bewerber, als sie vor zwei Tagen dann folgende Antwort auf ihr Bewerbungsschreiben erhielten:
Interessengemeinschaft
In unserem iangen Kommentar zu den Auslandsstimmen in der heutigen Morgenausgabe hat sich ein Druckfehler eingeschlichen: der Kleinrentner u. Inflationsgeschädigten. Es sollte heißen, daß diese Auslandsstimmen von der offiziösen Telegraphen Agentur gemeint war damit WTB. selbst= verständlich totgeschwiegen werden. Daraus wurde die„ Telegraphen- Union". Bon letzterer, die übrigens neuerdings ebenfalls start offiziösen Charakter trägt, hat man erst recht nicht er parten können, daß sie solche Pressekommentare weitergibt.
Ueberfall auf ,, Vorwärts" Austrager!
Naziftrolche sind immer bewaffnet.
Schwer bewaffnete nationalsozialistische Wegelagerer überfielen am Sonnabend früh in der Libauer Straße im Osten Berlins einen Vorwärts"-Zeitungsausträger. Etwa 10 uniformierte SA.- Leute umzingelten den Genossen und versuchten ihm mit erhobenen Pistolen die Zeitungen zu entreißen. Dieser hinterhältige Ueberfall, der an dem Widerstand des Zeitungsausträgers und dem Eingreifen mehrerer Bassanten scheiterte, zeigt wieder einmal die Wegelagerermethoden der SA Bom alarmierten Ueberfallkommando fonnten noch sechs Nazis feffgenommen und der Politischen Polizei übergeben werden. Leider war es den bewaffneten Rowdys gelungen, zu entkommen.
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Die Notverordnungsjacken werden immer unverschämter. Als heute früh gegen 10 1hr der zweite Kreisleiter der sozialdemokra
tischen Organisation in Köpenick , Genosse Klatt, auf dem Wege zum Amtsgericht Mitte die Michaelfirchstraße passierte, wurde er von zwei Nationalsozialisten angefallen, die versuchten, ihm das Abzeichen der Eisernen Front zu entreißen. Genoffe Matt verfolgte die Burschen und ließ sie polizeilich festnehmen. Sie wurden dem Polizeipräsidium zugeführt.
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Am Sparrplag auf dem Wedding kam es in der Nacht jum Sonnabend gegen 1 Uhr früh zu einem Feuergefecht zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Als Polizeibeamte eingriffen, suchten die Links- und Rechtsradikalen ihr Heil in der
Flucht. Verletzt wurde niemand.
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Bei der schweren Schießerei in der Neuen Hochstraße, unweit des Weddings, sind insgesamt sechs Personen, Nazis und Kommunisten, durch Schüsse und Messerstiche verlegt worden. Sieben an dem blutigen Zwischenfall Beteiligte zum großen Teil Männer, die in ganz anderen Stadtgegenden wohnen den festgenommen. Die eigentlichen Schützen scheinen entkommen zu sein.
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mur=
Sehr geehrter Herr!
Die Durcharbeitung der zahlreichen Bewerbungsschreiben für eine Position in unserer Interessengemeinschaft konnte erst jetzt be= endet werden. Die große Zahl der Angebote macht unsere Entscheidung besonders schwierig. Wir möchten uns auch bei der Spezialtätigkeit in unserer Organisation nicht ohne weiteres auf Zeug
niffe verlassen, die doch im allgemeinen aus anderen TätigkeitsWir möchten Ihnen daher vor unserer endgültigen Entschließung
feldern herstammen.
Englands Finanztransaktion.
Börsenhauffe und Pfundschwäche.
Die überraschende Nachricht von der Konvertierung der englischen Kriegsanleihe auf einen Zinssatz von 3% gegen bisher 5 Proz. hat an der Londoner Börse wie auch in ausländischen Finanzkreisen größte Erregung hervorgerufen. Diese Erregung iff verständlich, denn es handelt sich bei der englischen Kriegsanleihe um einen Betrag von 30 Milliarden Goldmart, also um ein Drittel der gesamten inneren Verschuldung Großbritanniens .
hat an der Londoner Börse eine stürmische Hausse auf dem Die erste Nachricht über diesen Plan Neville Chamberlains Anleihemarkt ausgelöst. Dies ist auch ganz natürlich, denn die Zins fenfung der Kriegsanleihe auf 3% Proz. steigert den Wert der übrigen Anleihen, deren Zinssaß jetzt höher liegt als die Verzinsung der Kriegsanleihe.
Man darf sich aber durch diese Hausse nicht darüber täuschen laffen, daß der Erfolg dieser außerordentlich eingreifenden Transaktion noch sehr fraglich ist. Große Bestände der Kriegsanleihe befinden sich bei Beamten, Sparkassen und Versicherungsgesellschaften, die im großen und ganzen die Erwartungen des Finanzministers
nicht enttäuschen. und ihre Zustimmung zur Zinskonvertierung geben werden. Außerdem aber befinden sich die Kriegsanleihepapiere in den Händen von drei Millionen Besitzern. Die Anleihe ist also, wie die alte deutsche Kriegsanleihe, ein ausgesprochenes Volkspapier. Es ist aber feineswegs sicher, daß diese Millionen Besizer durchweg die Anleihe zu dem niedrigen Zinsfuß hinnehmen, vielmehr besteht die Gefahr, daß zahlreiche Besizer sich vom Staate auszahlen lassen und damit zunächst den Staatsfädel er=
heblich belasten.
Die größte Gefahr liegt zweifellos bei den ausländischen Besizern, in deren Händen sich Werte von etwa 4,5 Milliarden Goldmark befinden. Diese ausländischen Besizer haben durch die Abwertung des Pfundes bereits reichlich 25 Proz. ihres Kapitals verloren, und es wird schwer halten, die verärgerten Rapi talisten des Auslandes Duisburg , 2. Juli.
Zu einer schweren Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten tam es gestern abend gegen 10 Uhr im Stadtteil Warnheimerort.
Es fielen mehrere Schüsse. Vier Personen wurdenver legt, davon eine schwer.
Bremen, 2. Juli.
Die Unruhen im Stadtteil Gröpelingen anläßlich einer nationaljozialistischen Versammlung setzten sich im Laufe des gestrigen Abends fort, so daß die Polizei fich gezwungen fah, eine energische Säuberungsaktion vorzunehmen. Einige Straßen wurden durch Drahtverhaue abgesperrt. Vier Personen wurden schwer verlegt, acht Personen leicht verwundet. Ein Nationalsozialist liegt im Sterben.
GA- Kolonne feuert.
In der Nähe von Lunden tam es in den heutigen Morgenstunden zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Von den Nationalsozialisten wurde eine Reihe Schüsse abgegeben, durch die drei Kommunisten vermundet worden sind. Ein Kommunist mußte mit einem lebensgefährlichen Bauchschuß ins Krankenhaus eingeliefert werden.
3m jugoslawischen Offizierskomplottprozeß hat das Oberste Militärgericht das Todesurteil gegen den Leutnant Atanastevic be. stätigt, das gegen den Leutnant Altater in 20 Jahre Zuchthaus umgewandelt. Die übrigen Zuchthausstrafen wurden in geringe Gefängnisstrafen umgewandelt. Ein zu 10 Jahren verurteilter Leut nant wurde freigesprochen.
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in erster Linie Amerikaner zur Annahme der konvertierten Anleihe zu bringen. Hier werden ganz zweifellos massenhafte Kündigungen und Auszah lungen stattfinden. Bereits gestern war das Pfund international sehr schwach, und es liegt auf der Hand, daß bei den riesigen Beträgen, für die eine Kündigungsgefahr besteht, der Kurs des englischen Pfundes sehr starken Angriffen ausgesetzt fein
wird.
Raubüberfall im Tiergarten.
Ein Wiener Kaufmann beraubt und niedergestochen. Unier besonders tragischen Umständen ist ein Wiener Kaufmann im nächtlichen Tiergarten das Opfer von Berbrechern geworden, die über ihn herfielen und ihn im Kampf um sein Geld in rohester Weise ein Auge ausstachen.
Der Kaufmann Leopold Kajemski aus Wien befand sich auf der Reise von Bonn nach seiner Heimatstadt Wien und wollte nur einige Tage in Berlin Rast machen, um sich die Um. gebungen anzusehen. Als er in der Nacht zum Sonnabend gegen 12 Uhr arglos durch den Tiergarten ging, wurde er an der Großen Querallee unweit der Bellevueallee von zwei unbekannten Männern überfallen. Die Burschen traien an ihn heran und forderten ihn auf, jo fort sein Geld herauszugeben. Als der Kaufmann sich weigerte und Anstalten traf, sich zur Behr zu setzen, fielen die beiden Strolche über ihn her. Während der eine mit einem Schlagring auf den Mann einschlug, zog der andere ein Messer und trai Rajewski in das linke Auge. Schwergetroffen brach der Ueberfallene zusammen. Die Räuber beugten sich jetzt über ihn, entrissen ihm die Brieftasche, die über 200 Mart Bargeld enthielt, ben Reisepaß sowie goldene
die Möglichkeit geben, Ihre Eignung an einer Sonderaufgabe zu erproben und zu beweisen.
Unsere Organisation beteiligt sich an den Reichstagswahlen als Fachgruppenliffe der Nationalsozialisten. Andere Fachgruppen haben sich uns angeschlossen. Soweit dieſe Spezialisten, die auf dem Stimmzettel hinter den Nationalsozialisten dat erringen, werden diese Stimmen dem Reichswahlvorschlag der als Nr. 2a, 2b usw. aufgeführt werden, fein eigenes ManNationalsozialisten hinzugerechnet, so daß nicht eine einzige Stimme zersplittert oder verloren geht.
Wir übersenden Ihnen in der Anlage 2 Kreismahlvor. schläge, und zwar den Reichswahlvorschlag
Nationalsozialistische Kleinrentner, Inflationsgefchädigte und Borkriegsgeldbefiher
sowie einen weiteren Kreiswahlvorschlag der uns angeschlossenen Gruppen. Ihre Aufgabe besteht nun darin, sich zu Inter= essenten zu begeben und diese zu veranlassen, sich in beide Kreiswahlvorschläge eigenhändig einzutragen. Ehemänner dürfen nicht für ihre Frauen mitunterzeichnen, vielmehr sollen sich Ehefrauen unter Hinzufügung ihres Geburtsnamens selbst eintragen. Alle Unterzeichner müssen aus derselben Stadt stammen. Sobald Sie die vorgesehenen 25 Unterschriften auf beiden Listen gesammelt haben, gehen Sie zu dem Wahlamt Ihres dortigen Magistrats und lassen sich dort die gemeindebehördliche Bescheinigung, die auf der Rückseite des Wahlvorschlages vorgesehen ist, ausfertigen. Sodann wollen Sie die Listen unverzüglich an uns einsenden.
Anschrift: Herrn Abgeordn. a. D. Hans Beer, Berlin SW 61, Tempelhofer Ufer 16a,
Wir bekennen offen, daß unsere Entscheidung über die uns zugegangenen Angebote nicht unwesentlich davon abhängen wird, welcher der Bewerber diese Probearbeit besonders schnell und korrekt durchführt. Wir brauchen die Wahlvorschläge in menigen Tagen.
Hochachtungsvoll
Interessengemeinschaft der Kleinrentner und Inflationsgeschädigten. gez. Hans Beer. gez. Erich Preufschaf. Die ungeheure Zahl nationalsozialistischer Parteibonzen genügt also nicht ,. oder ist sie nicht befähigt? um die Kleinrentner und Inflationsopfer einzufangen. Dazu müssen besondere Angestellte berufen werden, die ohne Hakenkreuz zu den alten Leuten fommen, um sie gebührend einzuseifen.
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Wir geben diesen Täuschungsplan der Deffentlichkeit bekannt, damit die ohnehin Geschädigten vor weiteren Enttäuschungen be
wahrt bleiben. Die Hitler Verordnung hat den Vermiten bereits Opfer genug auferlegt.
Uhr und Kette. Nachdem sie ihrem Opfer noch einige Fußtritte verfegt hatten, flüchteten sie. Auf die lauten Hilferufe des lleberfallenen eilte eine Schupostreife herbei. Die flüchtenden Täter maren aber quer durch den dunklen Busch gelaufen, so daß sie leider nicht mehr eingeholt werden konnten. Der Ueberfallene wurde jofort nach der Augenklinik in der Ziegelstraße gebracht. Der Messerstich hat das linke Auge verlegt; es dürfte faum noch zu retten sein. Leider kann auch hier der Ueberfallene die Räuber nicht genau beschreiben.
Eine Zeitlang hat im nächtlichen Tiergarten verhältnismäßig Ruhe geherrscht und man hörte nichts von lleberfällen. Der vers stärkte Streifengang der Schupo hatte das lichtscheue Gesindel perjagt. In der letzten Zeit mehren sich aber mieder die Ueberfälle. Das bedauerliche Attentat auf den Wiener Raufmann mar befonders tragisch.
Selbstmord eines Hakenkreuzlers.
Früh um 4 Uhr ein Zoter im Grunewald aufgefunden.
An einem Querweg der Teufelsseechaussee im Grune wald wurde am Sonnabend früh um 4 Uhr die Leiche eines un
bekannten Mannes gefunden. Da die ersten Feststellungen am Tatort zunächst den Verdacht eines Verbrechens aufkommen ließen,
wurde die Mordfommission unter Kommissar Draeger alarmiert. der Unbekannte Selbstmord verübt hat. Die Waffe wurde in Eine genauere Prüfung der Einzelheiten deutet aber darauf hin, daß etwa zwei Meter Entfernung gefunden. Nach dem Schuß war der kommission, die die Leiche untersuchte, fonnte nicht feststellen, daß Mann anscheinend getaumelt, ehe er zusammenbrach. Die Mord
der Mann etwa beraubt war. Der Tote ist etwa 30 Jahre alt, 1,78 Meter groß, hat langes, nach hinten gefämmtes blondes Haar und eine Stirnglaze. Er trug einen blauen Anzug, die Hose war mit einem Gurt gehalten. Die Krawatte war mit einem Klemmer, der den Buchstaben H trägt, am Hemd festgehalten. Rockes trug der Mann das Hakenkreuzabzeichen. Die Taschentücher waren E. S. gezeichnet. Im Aufschlag des Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht
Pastor Cremer etwas unpäßlich. Bleibt zu Hause und ruht sich aus.
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Haar aufgeflogen, da der Angeklagte Pastor D. Cremer nicht Der Devaheim Prozeß wäre heute morgen um ein erschienen war und seine Verteidiger, Justizrat Marwig und Rechtsanwalt Dr. Möhring, unvorsichterweise mitteilten, daß er erfrankt sei und zu Bett liege. Nach einigem Hin und Her zwischen den Verteidigern, dem Vorsitzenden und dem Staatsanwaltschaftsrat es drohte nämlich eine Vertagung des Prozesses um zehn Tage, eine Abtrennung des Verfahrens und eine gerichtsärztliche Untersuchung sah die Sache plötzlich ganz anders aus. Herr Cremer mar nur sehr leicht unpäßlich, hätte also bei einiger Willens anstrengung tommen fönnen, mochte aber mohl nicht fommen, und so fam für das Protokoll eine Erklärung zustande, daß Bastor Cremer wegen leichter Erkrankung nicht erscheinen wolle, jedoch verhandlungsfähig sei und nur freiwillig fernbleibe. Das Gericht hielt sein Erscheinen für nicht erforderlich, so daß man ohne Man hat den lebhaften Wunsch, daß in Bertagung austam. deutschen Landen allen Angeklagten, die mal megen irgendeiner harmlosen Unpäßlichkeit feine Lust haben, an Gerichtsstatt zu er scheinen, mit demselben menschlichen Verständnis und derselben Nachsicht begegnet merde wie Pastor Cremer.
600 Cholera Opfer in Kanton. Ranting, 1. Juli
Jn Kanton find im Laufe einer Woche 600 Personen an Cholera gefforben. Die Epidemie greift noch weiter um sich.