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Europa sieht auf uns!

Solidaritätstundgebungen von überall!

Von der Sozialistischen Partei Italiens , deren Leitung infolge der faschistischen Gewaltherrschaft sich in Paris befindet, ging beim Vorstand der Sozialdemo Pratischen Partei Deutschlands folgende Solidaritätskund­gebung ein:

Der Vorstand der Partito Socialista Italiano"( Sektion der Sozialistischen Arbeiterinternationale) sendet der Sozialdemo­fratischen Partei Deutschlands seine wärmsten Glückwünsche zum tommenden Wahlkampfe.

Die Wahlen pom 31. Juli find eine äußerst michtige Episode im Kampfe zwischen Sozialismus und Faschismus und werden als Maßstab für die Widerstands. fähigkeit der Arbeiterklasse gelten. Jr. der gegenwärtigen Lage märe es notwendig gewesen, daß die antifaschistischen Arbeiterparteien jede Meinungsverschiedenheit zum Schweigen gebracht, jeden Bruderstreit vermieden hätten, um in einer geschlossenen Front gegen ihren Todfeind marschieren zu können. Die unbesonnene,

verbrecherische Tattit der Kommunisten hat diese Einheitsfront un­möglich gemacht.

Der Vorstand der italienischen Sozialistischer Partei gibt der Hoffnung Ausdruck, daß

alle Arbeiter und alle freien Geister Deutschlands , daß alle Kämpfer für die politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit sich die Fahnen der Sozialdemokratischen Partei scharen werden.

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Falls es der deutschen Arbeiterffaffe nicht gelingen sollte, den faschistischen Vormarsch aufzuhalten, wird sie mie das italienische Proletariat die grausamste Stlaperei erleben müssen. Ein entscheidender Sieg Hitlers würde der Sache des Sozialismus, der Freiheit und des Friedens einen Todesstoß versezen. Der Borstand der italienischen Sozialistischen Partei vertraut aber auf die Schlagkraft und auf den Kampfwillen der deutschen Arbeiter­flasse, und in dieser Siegeszuversicht ruft er aus:

,, Hoch lebe die Sozialdemokratische Partei Deutschlands !" Hoch lebe das Reichsbanner!"

,, Hoch lebe die Eiserne Front!"

Für den Vorstand der Partito Socialista Italiana. Pietro Nenni . Mario Corsi.

Ferner erhielt der Parteivorstand das nachstehende Tele. gramm aus Preßburg ( Tschechoslowakei ):

,, Die in Preßburg versammelten freigewerkschaftlich organi fierten Holzarbeiter der mitteleuropäischen Donau­staaten begrüßen die im Kampf gegen den Hafenkreuzfaschismus stehende Arbeiterschaft Deutschlands und verfichern sie der brüder­lichsten Solidartät, Freiheit!"

Nazi- Lahufen.

Alsberg legt unter Proteft gegen Frank II die Berteidigung nieder.

Die Brüder Cahusen von der Nordwolle hatfen sich die beiden nationalsozialistischen Rechtsanwälte Frank II und Luetgebrune ver­schrieben. Dadurch würde die Verteidigerbank ein sehr seltsames Geficht gezeigt haben: neben Hitlers Ceibanmalt 21sberg! Daraus hat Profeffor 21 ag 21sberg die Konfequenzen gezogen und die Berteidigung niedergelegt!

Hitlerschwätzer als Mordheter.

alls Offene Aufforderung zum Totschlag.

Parteibefehl, daß über diese Regierung nicht diskutiert wer­den solle, ist ihm wohl aus dem Gedächtnis entschwunden. Nur so erklärt es sich, daß Herr Broße fortfahren' fonnte:

Nachdem die großen Kanonen" gebrüllt haben, wollen| erfolg zu erzielen, offenbar vergessen, daß diese Regierung die kleinen Kläffer auch nicht stille sein. Der nationalfozia- ja nur durch die Unterstügung der Nazis eristiert. Auch der liftische Reichstagsabgeordnete Göring hat am Freitag abend im Berliner Sportpalast verfündet, er und die ande­ren Führer würden Herrn Adolf Hitler bitten, das Waffen. verbot für die SA. aufzuheben. Aehnliches hat furz vorher auch der nationalsozialistische Abgeordnete Feder erklärt. Das geht jetzt durch alle Versammlungen so. Am blut­rünstigsten wird dort gerebet, wo man unter sich zu sein glaubt. Am Sonnabend, dem 16. Juli, hat der Gaurebner Broge in einer Versammlung in der Bockbrauerei in der Fidicinstraße wörtlich ausgeführt:

,, Mit unserer Geduld wird es jetzt aber zu Ende sein. Adolf Hitler wird in den nächsten Tagen das allgemeine Notwehrrecht für

Freiheits pfer

Wir bauen eine neue Welt, keiner Herr und keiner Knecht. Schafft Werkzeug zum Bau: Jede Woche eine Freiheitsmarke!

In einem sehr umfangreichen Ablagebrief hat Prof. Alsberg feine Haltung eingehend begründet und darauf hingewiejen, die S2 erklären. Dazu sagen wir euch: Berteidigt euch so, daß daß durch den Eintritt Frank II in die Reihe der Berteidiger vor ihr die Stärkeren seid! Mit welchen Mitteln, ist uns dann voll­der Deffentlichkeit gerade das beweisen würde, was' die Cahufens tommen egal! Tosender Beifall.) Wir werden dann zeigen, daß bisher stets beftriffen haben, nämlich ihren engen 3u- wir die Herren der Straße sind.( Erneuter Beifall.) Wir werden fammenhang mit den Nationalsozialisten und mit Hitler . Er müffe es deshalb ablehnen, in diesem Prozeß aufzutreten, wenn die Berteidgung so vollkommen ins politische Fahrwasser geraten sei.

Die Cahusens, die von diesem Proteft des ersten deutschen Straf­verteidigers außerordentlich betroffen waren, haben Prof. Alsberg daraufhin fofort in einem sehr langen Telegramm gebeten, ihre Ber. teidigung doch weiter zu führen. Prof. Alsberg ist jedoch vorläufig bei seiner Weigerung geblieben, fo daß nunmehr der Antikapitalist und Arbeiterführer" Frank II als Hauptverteidiger in dieser größten Standalaffäre betrügerischer Wirtschaftsführer auftreten wird.

Lappo.

Attentat auf den Wehrminifter.

Seffingfors, 18. Jufi.

Auf den finnischen Verteidigungsminister J. H. Lahden juo murde ein Attentatsversuch ausgeführt, der jedoch nicht gelang. Bier Männer brangen in das Landhaus des Ministers in Bappo ein und gaben mehrere Revolverschüsse auf ihn ab, die fehlgingen. Darauf flüchteten die Täter; fie fonnten aber fämtlich verhaftet werben.

Türkei Mitglied des Bölferbundes. Beitritt feierlich vollzogen.

Genf , 18, Juli( Eigenbericht).

In Anwesenheit von 43 Staaten wurde am Montag von der

außerordentlichen Vollversammlung einstimmig die Türkei als 56. Mitglied des Bölkerbundes feierlich auf

genommen.

Der Beginn der diesjährigen ordentlichen Bollversammlung wurde auf den 26, September festgelegt.

Mit dem Eintritt der Türkei in den Völkerbund ist ein weiterer Schritt in der Richtung der Universalität des Bölkerbundes vollzogen worden. Die besondere Bedeutung diefes Beitritts liegt aber vielleicht nicht so sehr in der Tat sache, daß damit nunmehr alle Staaten, die im Weltkriege gegen die Entente ftanden, Bölkerbundsmitglieder geworden find, als in dem Umstand, daß die Türkei auf Grund be­fonderer Abmachungen mit der Sowjetunion um ihre Aufnahme jahrelang nicht ersuchen wollte.

uns das Recht auf die Straße nicht nehmen lassen. Wir wissen, daß wir einen harten und erbitterten Kampf werden führen müssen und wir werden ihn durchfämpfen.( Tosender Beifall.) Benn es der Polizei nicht gelingt, die Täter, diese roten Mordbuben, zu finden, dann soll man die geistigen Urheber zu finden wissen. Sie fihen in den Redaktionsstuben des Borwärts" und der Roten Fahne", wir werden diese Redakteure zu faffen wissen und sie so behandeln, wie ihre Früchte waren."

Nach dieser offenen Morddrohung wandte sich Herr Protze der großen" Politik zu. Er beschimpfte das Kabinett der Freiherren als eine Regierung der bürgerlichen Schwäche". Er hatte in diesem Augenblid, um einen Rede­

oder die Türkei hat diesen Beitritt zum Bölkerbund im vollen Einverständnis mit der Somjet union , vielleicht sogar auf deren Wunsch, vollzogen. Es märe nämlich nicht undenkbar, daß Rußland , ohne selbst seine bisherige ablehnende Haltung gegenüber dem Bölkerbund aufzugeben, ein gewisses Interesse daran hätte, daß in Genf außer Deutschland noch andere Staaten Sig und Stimme haben, die im Konfliktfalle nicht einseitig gegen den Sowjet staat eingestellt wären.

Die politischen Fragen auch in Genf zurückgestellt.

Paris , 18. Juli.

Die Agentur Havas meist in einer Genfer Meldung noch einmal besonders darauf hin, daß der Entschließungsent murf Beneschs ausdrücklich hervorhebe, daß fämtliche politischen Fragen vorläufig zurückgestellt mürden. Man sei sich unter den interessierten Mächten darin einig, daß zu dieser Frage auch die juristische Gleichstellung der Rüstungen gehöre, die der deutschen Abordnung so sehr am zösischen Nachrichtenagentur ist der Auffaffung, daß die Schluß Herzen liege. Der Genfer Berichterstatter der halbamtlichen fran sigung in Genf am Donnerstag oder Freitag stattfinden könne.

Für die Arbeitslosen. Ausdehnung der Gebührenfreiheit für den Rundfunk.

Verwaltungsrat der Reichspoft wurde befchloffen, mit Wirkung vom Auf Antrag des sozialdemokratischen Vertreters Dr. Her im 1. August die Rundfunkgebühren auch solchen Ermerbslosen zu erlaffen, denen die versicherungsmäßige Arbeitslofenunterſtügung

,, Beide Regierungen, die im Reich und die in Preußen, haben zu verschwinden. Verschwinden sie nicht, dann werden wir die Macht

mit denselben Mitteln erkämpfen, wie die anderen am 9. November 1918.( Stürmischer Beifall.) Unser heiliger Wille ist es, daß im August vom Dache des Reichspräsidentenpalais das blutrote Haken­freuzbanner weht.( Minutenfanger Beifall.)"

Schließlich begab sich der Naziredner noch auf das Ge­biet der Außenpolitik. Hat Herr Proze nur seine eigene Meinung oder die offizielle Meinung der national­fozialistischen Partei porgebracht, als er das Folgende aus­führte?

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In einem Bunft müssen wir besonders konsequent bleiben. Reine Reparationszahlungen mehr, auch nicht einen Pfennig! ( Tosender Beifall.) Ich erkläre hiermit feierlichst, daß eine national­fozialistische Regierung das neue Lausanner Abkommen auch nicht in einem einzigen Punkte für rechtsverbindlich anerkennen wird. Unberührt davon bleiben allerdings die privaten Schulden ans Aus­land, die auf jeden Fall beglichen werden müssen. Außenpolitisch fordern mir die volle Anerkennung als gleichberechtigte Macht. Wir fordern ferner die Einführung der deutschen Wehr hoheit, ich fage absichtlich nicht mehr pflicht. Denn dann könnten die Waffen leicht in falsche Hände geraten. Und das muß unter allen Um­ständen verhindert werden. Das merden wir durchführen, ohne das Ausland überhaupt danach zu fragen.( Starter Beifall.) Die deutsche Wehrhoheit werden wir aus unserer S.- Organisation auf­richten.( Minutenlanger Beifall.) Bor acht Tagen hat die nationale Regierung Papen uns verboten, unsere SA. in der Siegesallee vor ihrem Führer Hitler aufzumarschieren und ihn zu begrüßen, nach. dem sie durch die Straße Unter den Linden durchs Brandenburger Tor gezogen sein sollte. 3m nächsten Monat wird die gesamte S2, aufmarschieren, nicht in der Siegesallee , fondern in der Nähe der französischen Bofschaft.( Ungeheurer, nicht endenwollender Beifall.) Dazu haben mir ein Recht, die wir uns als Motto zwei Aussprüche zweier der größten Staatsmänner der Weltgeschichte genommen haben: Friedrichs des Großen: Ich bin der erste Diener meines Staates", und Bismarcks: Wir Deutschen fürchten Gott, sonst nichts auf dieser Welt."

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Eine weitere Aufgabe für uns wird die Schaffung genügenden Lebensraumes fein. Damit merden wir auch die deutsche Ehre wieberherstellen, so vor allem durch die Beseitigung des polnischen Korridors. Wenn die polnische Regierung darauf nicht eingehen will, so wird sie 500 000 S2.- Männer sehen, die eintreten für die Bolfsgenossen, die von der Heimat getrennt worden sind."

So ging das unter dem Jubel der Versammlung, die fich fast ausschließlich aus dem besseren" Bürgerstande zu­fammenfekte, halb Männer, halb Frauen, immer weiter. Der Bormärts" murde als Mistblatt" bezeichnet, das Beamtenfum als gänzlich verlobbert beschimpft. die Juden mit Banzen verglichen, die vernichtet werden tommende Polizeipräsident Dr. Goebbels müßten. Zum Schluß aber erfuhr man, Daß der heißen werde.

Das ganze Gerede flingt fo progenhaft", daß man es in normalen Zeiten mit einem Lächeln quittieren fönnte. Heute aber, wo jeder Stazibursche sich berechtigt glaubt, einen Schießprügel zu führen, wirft es wie eine direkte Auf. forderung zu. Mard und Totschlag! Hier hat die Reichsregierung das Wort, die ihre politische Eristenz der Partei dieses Proge dankt. Hier hat aber auch der in der Verhinderung von Morden sieht! Staatsanwalt das Wort, wenn anders er seine Pflicht

Die Arbeiter, in Jahrzehnten des Kampfes geschult, merden sich durch die Prozereien nicht einschüchtern lassen. Sie rufen dem für die Morde feine." S2. ebenso wie für die Reden seiner" Unterführer voll verantwort lich en Adolf Hitler am 31. Jufi unmißverständlich zu: Bis hierher und nicht weiter! Freiheit!"

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GA. Schüßen, arbeiten" weiter.

3wei Kommunisten schwer verletzt.

In den gestrigen späten Abendsfunden verübten S2.- Ceufe an der Ede Reinickendorfer - und Wiesenstraße auf dem Wedding einen Feuerüberfall auf kommunistische Arbeiter. Die braunen Mord­gefellen feuerten von einem Motorrad aus in eine Gruppe Arbeiter hinein, die an der Straßenede umher.

ffanden. 3 wei kommunisten wurden von den Kugeln

getroffen und schwer verlegt. Einer der Verletzten hat einen Cungenstedschuß und der andere einen Bedenschuß erlitten. tung Gerichtstraße davon. Die Empörung der Weddinger Ardeifer Nach der Tat flüchteten die Bandifen und raffen in Rich­über diesen hinterhältigen Ueberfall ist ungeheuer.

der Lindomer Straße und später nach Anlegung von Notverbänden Die schwerverletzten Arbeiter wurden zur Reffungsstelle 16 nach durch das flädtische Rettungsamt ins Birchow- Krankenhaus über­geführt.

Eine weitere Schießerei veranstalteten Nationalfozia­liften fast um die gleiche Zelf in der Gottowffiffraße Ede Zwingli­ffraße in Moabit . Auch dort schossen sie auf eine Gruppe Arbeiter, von denen einer einen Streiffchuß durch den Rocärmel er­hielt. Berletzt wurde, jedoch glücklicherweise niemand. Als das Ueber­fallfommando anrückte, maren die Schießhelden bereits wieder von dächtiger feffgenommen. der Bildfläche verschwunden. In der Turmstraße wurde ein Ber.

reien zwischen Hakenkreuzlern und Kommuniften, die jedoch zum In verschiedenen Stadtteilen Berlins tam es zu Schläge.

Aus der Tatsache, daß die Regierung Kemal Bascha ihre nach Ablauf von 36 Unterstüßungstagen megen Hilfsbe größten Teil dank des polizeilichen Patrouillendienstes unterdrückt

Stellungnahme zu dieser Frage revidiert hat, fönnte man folgende Schlußfolgerung ziehen: entweder haben sich bie bislang fehr engen biplomatischen Beziehungen zwischen Mostau und Angora, die geradezu den Charakter eines poli­tischen und militärischen Bündnisses trugen, gelndert­

dürftigfeit meitergemährt mird.

Diese Bestimmung soll auch auf Arbeitslose im frei. willigen Arbeitsdienst finngemäß Anwendung finden.

werden konnten.

Japan beleidigt England. Der britische Sollkommiffor in Charbin hat npn der Mandichutuo.Bolizei. lies Japan , die Aufforderung ere China und Tibet follen einen Waffenftillstand gefchloffen haben halten, feine 23 ahnung jofort au räumen,