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Versuch einer Tonfilmoper. Nie verkaufte Braut" im Atrium.

Ein neuer Weg sollte hier gesunden werden, ein Ausweg aus der Sackgasse, in der der Tonfilm zweifellos steckt und verkommt-, Musikfilm sollte die Rettung bringen. Photographie und Schnitt, Bewegungsregie und Dialog« alle die filmschaffenden Kräfte also sollten(nach Max O p h u« l s, des Regisseurs, eigenen Worten) einen, rhythmischen Ablauf untergeordnet werden, der nicht als Selbstzweck gedacht war, der lediglich vielmehr dielieber- mittlung des Musikalischen" zur Ausgabe hatte; es ging umAuf« lösung der Musik in rhythmische Filmbewegung". Um es gleich zu sagen: der Versuch ist interessant, es ist gut und dankenswert, daß«r einmal gemacht wurde. Nur: er ist mit untauglichen Mitteln gemacht worden, er ist mißgluckt woraus freilich sofort das Problem resultiert: ist er zwangsläufig miß- glückt, ist es prinzipiell überhaupt möglich, das vorgestellte Ziel zu erreichen oder ober ist nur dieser eine Film einmaligem und in- dividuellem Ungeschick zum Opfer gefallen? Die angekündigteAuflösung der Musik in Filmbewegung" ist einer der vielen, immer wieder auftauchenden Versuche innerhalb der einzelnen Künste(denen heute der Film sich zugesellt), ihre Grenzen zu überschreiten, sich miteinander zu vermischen, ineinander überzugehen: hier kann aber ebensowenig(oder ebensoviel) erreicht werden wie mit literarischer Malerei etwa oder malerischer Musik seligen Angedenkens, nur daß eben diese Bemühungen für den Film, für den Tonfilm gar, gefährlicher sind als für die anderen seit Jahrhunderten in sich gefestigten Künste: da er sich ja noch nicht einmal innerhalb seiner eigene» Grenzen in festen Formen zu kristallisieren vermochte. Der Film darf sich gar keinen anderen Bewegungsgesetzen unterordnen(und die Musik hat wahrlich andere), er muß seine eigenen rhythmischen Abläufe haben sonst gibt er sich selbst auf! Hat man seit Jahrzehnten die Musik aufs schmählichste vergewaltigt, damit sie zum Film passe dann muß man eben auch den Film prinzipiell vergewaltigen, soll plötz- lich, umgekehrterweise, er nun zur Musik passen.... Tänzer und Tänzerinnen hören allmählich auf, gestaltete Musik durch Bewegung interpretieren zu wollen, sie tanzen ohne Musik, tanzen zu primi-

tiver, ungestalteter eventuell, oder zu eigens dazu verfaßter Musik da will der Film nun in die Bresche springen und alle die alten Fehler prompt wiederholen? Wenn es also so nicht geht wo aber sind denn dann in aller Welt die Möglichkeiten des Musiksilms und der Tonfilmoper, wenn die Musik sich nicht dem Film, der Film nicht der Musik soll unter- ordnen dürfen? Sehr einfach: im Gleichgewicht der Kräfte. Tonsilmoper und Musikfilm, sie können und werden nur so entstehen, daß ein Musiker sie schafft, sie neu schafft: ein Musiker, der den silmeigenen Ablauf so begreift, beherrscht, berücksichtigt, beeinflußt, in die Komposition einbezieht und ergänzt, wie der Opernkomponist den dramatischen Ablauf. In der Gleichzeitigkeit des Entstehens von Bild und Musik, als Kunst an sich also, niemals aber durch nachträgliche Umdeutung, durch Transskription unter ganz anderen Voraussetzungen ent- standener Musik. Zum Film selbst. Das Wesentliche der herrlichen Oper, in der Kunstvolles und Volkstümliches so wunderbar verschmelzen die tschechische Landschaft, das tschechische Lied(Böhmischen Volkes Weife,. schleicht sich ins Herz dir leise, macht es so schwer"), sie sind nirgends wieder da. Alle Ruhe fehlt, alle weitgeschwungenen Bögen, ein Wirbel des Anekdotischen, Episodischen tanzt, jagt, braust vorüber, das Herz wird nicht schwer und nicht froh: es ist ein Film wie viele andere auch. Diese Bilderchen! Sie sind in alle Ewigkeit nicht die in Smetanas Musik beschlossenen. Den Musiker stört das Gezappel auf der Leinwand zu dem ruhigen Atem dieser Melodien: die anderen stört vielleicht gar die Musik? Sicher ist, die Gleichung geht so ziemlich nirgends auf. Die Novotna oersagt: Domgraf-Faßbaender ist prächtig. Vallentin, Wernicke, Paul Kemp , die Karstadt gut, ja, wie in anderen Filmen auch. Alles in allem: ein nach einem falschen Prinzip und schlecht gedrehter Film. Man unterschätz« gefälligst nächstens nicht die Freiheit der Phantasie, die zum Erleben so großer Musik notwendig gehört.'v.

Pistolen im Straßengraben. Nazis rücken mit gestohlenen polizeiwaffen heraus. Kassel , 3. September. (Eigenbericht.) Das Polizeipräsidium in Kassel erhielt am Freitag die Nachricht, daß ein T c i l der im Dezember 1939 aus der Polizeiunterkunft gestohlenen Waffen an einer bestiminten Stelle nieder- gelegt worden sei und abgeholt werden könnte. Auf diese Nach- richt begaben sich Beamte an den bezeichneten Ort unweit Kassels und fanden in einem Straßengraben versteckt 28 Mauser- pistolen-und 2999 Schuß Munition. Von den gestohlenen Waffen sind jetzt etwa die Hälfte wieder im Besitz der Polizei, während von der Munition nur etwa ein Drittel in den Händen der Polizei ist. Die Waffen hatten noch nicht lange am Fundort gelegen. Ob es sich um den Teil der gestohlenen Waffen handelt, dessen Rückgabe der wegen des Diebstahls verurteilte SS.-Führer Voigt in Aussicht gestellt hatte, um dadurch seine Freilassung zu erwirken, und ob Voigt auch noch den Verbleib der übrigen Waffen kennt, ist noch nicht bekannt. Fraglich ist auch, ob er wegen des Verrats der Waffen aus der Haft entlassen wird. Genaue Auskunft über den

Das ist derjenige welcher... Polizeipräsident Melcher?

Verbleib der Massen könnte der nationalsozialistische Landtags- abgeordnete und Standartenführer Verne geben, doch weilt dieser Herr immer noch außerhalb Deutschlands und ist für die Gerichte unerreichbar.

Nazis untereinander. Krach mit Tränengas imHaus der Väter". In dem nationalsozialistischen Parteilokal von Hannover , Haus der Väter", kam es am Mittwochabend zu schweren handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen N a t i o n a l s o z i a l i st e n. Die Versammlung war von unzu- friedenen SA.-Leuten und anderen Mitgliedern der NSDAP , an- beraumt worden. Der Unmut der Versammelten richtete sich in erster Linie gegen den Reichstagsabgeordneten Ruft und den bisherigen Ortsgruppenleiter Gutterer. Der Krawall und die Schlägereien begannen, als die offenbar von der Parteileitung beauftragten SA.- und SS. -Leute eingriffen. Es wurden sogar Tränengasbomben geworfen. Die Polizei mußte ein- greifen und die feindlichen Brüder auseinander bringen.

Molnar:Olympia ". Steglitzer Schauspielhaus. Hat man das Staunen über ein Plakat überwunden, das mit Unterwürfigkeit und Bombast, als handle es sich um Komödianten vor 299 Jahren, zum Abonnement einlädt, dann betritt man das Schauspielhaus Steglitz , das in einem ehemaligen Lust- haus des Feldmarschalls Wrangel angelegt ist. Der Hauptsaal, eigentlich für 599 Tänzerpaare bestimmt, ein etwas unglücklicher, schlouchartiger Raum, dient heute als Theatersaal. Alles ist jetzt wieder aufgefrischt. Und Hans Junker mann, in Groß-Berlin als Bonvivant gut bekannt, führt mit seiner Gattin, der in Fürsten - rollen hervorragenden Frau Julia Serda , und mit seiner drama- turgisch und propagandistisch wirkenden Tochter die neue Direktion. Es ist ein Familienbetrieb, und die anderen Hilfskräfte gehören auch zur engsten Haussreundschast. Die Eröfsnungsskala bringt natürlich, ja ganz natürlich ist das, M o l n a r s Generals-, Leutnants- und DurchlauchtkomödieO l y m p i a". Ach, es ist kein deutsches Pro- bukt, monieren die Protektoren im patriotischen Stehkragen, es ist sogar das Produkt eines Fremdrassigen, aber, Gott sei Dank, die Prolektoren verzeihen, jpiell doch alles in Kavallerieuniform und höchsten Adelskreisen. Der Süßeste, der Tapferste, der Husaren- lcutnant, gibt sich einige Zeit als Betrüger aus. Nachdem der Stil dieser auch mit Ironie gespickten Komödie in Reinhardts Kurfürsten- damm-Theater vor Jahren angegeben worden war, haben die Steglitzer Lieblinge, zu denen sich außer den Direktionsstars noch die komische Frau Olga Limburg , der mit Recht belachte Herr S a u t e r- S a r t o. der elegante Liebhaber Lutz A l t s ch u l, Hans Farenburg und die oielgeknipste Filmdiva Elga Brink ge- sellen, es nicht schwer, Erfolg und ganze Blumengärten einzuernten. .Max Hochdorf .

Rigolelto" in Charlottenburg . Hans R e i n m a r ausgezeichnet in der Titelrolle Neu Erna Berg er als Gilda. Eine hohe. leichte, schlanke und bewegliche Stimm«: ohne viel ilmiang freilich, ohne Farbe, G ut, Temperament: kühler Klang Schauipielerisch ge hemmt, L o d w i g am Pult, ordentlich, unpersönlich. In EharloUenburg nicht viel Neues. W.

Leonhard Krank 50 Lahre alt. Der Dichter Leonhard Frank vollendet heute sein 59. Le- bensjahr. Man darf ihm den Ehrentitel Dichter geben, weil in ihm die Einheit von Problem, Vision, Form und Gestaltung wesentlich bleibt, obgleich er als Mensch ganz in unserer zerrissenen, elenden, unkünstlerischen Jetztzeit steht. Es ist bezeichnend für sein Verfallen- sein an das Heute, daß er als einziger Dichter von Rang sich mit dem Problem des Films als dichterischer Gestaltungsmöglichkeit ernst- hast auseinandersetzt. Seine Drehbücher von denen eins auch im Abend" veröffentlicht wurde sind Dichtung, die sich jenseits der Zeit mit unserer Zeit auseinandersetzt. Ebenso bezeichnend bleibt es, wenn die Filmindustrie den Dichter Frank in seinen eigenartigsten Versuchen ablehnte. Ist Frank in dieser Hinsicht ein eigener, so geht er auch im übrigen in seinem künstlerischen Schaffen eigene Wege. Es ist wohl mehr als- äußerer Anlaß, wenn er die wichtigsten seiner Werke zugleich im Roman, im Schauspiel und im Film behandelt. Es tritt hier jenes Einen-Weg-zu-Ende-gehen-müssen, jenes Grüblerische zutage, das in seinem Wesen die treibende Kraft ist. Ob er sich nun guter Psychologe, der er ist in derUrsache" mit dem Problem Lehrer und Schüler auseinandersetzt, ob er inKarl und Anna " das Enoch-Arden-Problem anschneidet oder in denGeschwistern" die Geschwisterliebe, immer ist es die Problematik, die ihn reizt und die seinem Werk das mitunter fast Dostojewfkysche Fluidum des hinter Menschen und Dingen auftauchenden letzten Seins gibt. An- fänglich Individualist in seiner Thematik, führte ihn seine am Mit- gesüh! orientierte Erkenntnis immer tiefer in das kollektivistische Denken hinein, in dem der einzelne wenig mehr, die soziale Ge- meinschaft und die Menschheit als solche alles bedeuten. Und auch hier, wo eine soziale Ordnung, die Unordnung und drohendes Chaos ist, unter Anklage steht, hat er es, wie überall in seinem Werk, an kämpferischem Mut nicht fehlen lassen. h. 1.

Aerzte im Kampf! Credc-llrausführung im Nose-Theater. Carl Crede ist ein weiser, ein tapferer und vor allem ein gütiger Arzt. Da er. wie seineMiniatur-Autobiographie", die dem 'Theaterzettel beigegeben ist, berichtet, täglich hundert bis hundert- fünfzig Patienten zählt, darf man annehmen, daß Credit auch medizinisch etwas kann. Er hat also gewiß das Recht, über die Heilkunde, deren Personen und Organisationen zu urteilen. Daß er von diesem Recht hinlänglich und mit oft drastischer Deutlichkeit Gebrauch gemacht hat, brachte ihn in mancherlei Konflikte. Wer die Heiligkeit der Gewöhnung nicht achtet, wer Schleier lüftet und zerreißt, wer den Dunstkreis des Brimboriums, den die Fachleute gern um sich verbreiten, durchbricht, macht sich bei den geruhsamen Kollegen und deren Bankkonten unbeliebt. Für die Menschheit aber, auch für sein eigentliches Arbeitsgebiet, kann solch ein Rebell frische Luft und Fortschritt bedeuten. Gewiß, was die medizinische Wissenschaft und die heutigen Aerzte, die Kliniken, die Heilstätten, was die moderne Chirurgie und Hygiene, die Behandlung und die Vorbeugung betrifft, so wird kein vernünftiger Mensch das Außerordentliche des Zustandes und der Leistung leugnen. Es ist lobejam, daß die Lebensdauer des Menschen zunimmt, daß Pest und Cholera und viele andere Seuchen endgültig besiegt scheinen. Die Tat der Krankenkassen und der Volksfürsorge gehört zum Fundament unserer Kultur. Das alles wird Crede nicht leugnen; dennoch darf auch Besonnenheit ihm zustimmen, wenn er klaffende Mängel, wenn er Verbohrtheit, Eigennutz, Heuchelei, Fanatismus, Moralfturhsit und Dogmemvahn anprangert. Und nicht minder wird man Credä zuhören, wenn er die Ausbeuterhonorare mancher Spezialisten undWeltberühmt- hellen", die Vetternwirtschaft der Fakultäten, den Monopolmißbrauch und Preiswucher der Heilmittelindustrie gebührend stäupt. Ja, wir glauben ihm sogar, daß gute Erfindungen, die Leidenden Erleichte- rung bringen könnten, neue Präparate, neue Methoden, nicht ans Licht gelassen werden, um Bestehendes und dessen Erträgnisse zu schonen. Ohne die Ehrfurcht vor der wahren medizinischen Wissen- schast und dem wirklichen Arzt zu verlieren, glauben wir Crede, daß auch dieses Arbeitsgebiet dem Fluch des Kapitalismus, dem Trieb nach Profit unterworfen ist. So müssen wir ihm denn zustimmen, wenn er, der den Wegvom Corpsstudenten zum Sozialisten" gegangen ist, im Namen des Volkes nach Aufklärung und Reform ruft: es läßt sich auch nichts dagegen sagen, daß er für solche Propaganda die Mittel des Theaters nutzt. Von der Bühne her strömt nun einmal die stärkste Wirkung, die geschlossenste, die einprägsamste. Es kann jedenfalls so sein und geschehen. Crede hat aus solche Weise gegen das Berbrechen des{j 218,

gegen die Unsittlichkeit des Gebärzwanges, gegen den Mord an Mutter und Gesellschaft gekämpft: er unternimmt jetzt mit seinem Schauspiel in vielen Bildern", das gestern im Rose-Theater vor- geführt wurde, einen Vorstoß gegen mancherlei Denkfaulheit und sonstige Reaktion im medizinischen Betriebe, gegen falsche Selbst- gewißheit und Tyrannei, gegen die Versippung der Bonzen, gegen den Mißbrauch der angeblich wissenschaftlichen Presse, der Lehrstühle und der sonstigen Folterwerkzeuge öffentlicher Meinung.Aerzte im Kamps" heißt diesmal Credes dialogisierter und mit etlicher anfangs sogar recht gestraffter Handlung, mit viel Abwechslung, mit Musik und mit Lichtbildern ausgestatteter Vortrag. Das neue, angeblich außerordentliche Mittel gegen die Tuberkulose, das dabei eine Rolle spielt, entzieht sich der Beurteilung durch das Parkett. Das Bedeutsame an allem ist, daß wiederum hinter dem Ankläger deutlich der Freund des Volkes und der Verfechter der Volksgesund- hell spürbar ist. Rodort Breuer. Lm Parademarsch. Vier Tage Ziundfunkexerzieren. Dienstag: Im Programm der F u n k st u n d e war eine Lüche rstunde angekündigt unter dem Titel:Entwurzelte und Erwerbslos e." Themen von so umfassender Aktualität sind in dieser literaturkritischen Abteilung naturgemäß nicht häufig. Es war zu erwarten, daß für diese Darbietung weit zahlreicher als sonst die Hörer sich einschalten wurden. Auch der Name des Refe- renken, Bruno Schöniank, übte sicher eine besondere An- Ziehungskraft aus. Würde das Material seiner Kollegen dem Dichter die Möglichkeit geben, das Weltbild der Ausgestoßenen, das Welt» bild von Millionen Deutschen , von Hunderttausenden von Rund- funkhörern zu deuten oder wenigstens anzudeuten? Müßige Frage; Entwurzelte und Erwerbslosen haben ihr Weltbild von der Obrigkeit zu beziehen. Literaten sollen gefälligst Militärhumoresken und königstreuc Gedichte produzieren. Eine Bücherstunde, die den TitelEntwurzelte und Erwerbslose" trägt, wird nicht geduldet. Also teilte die Funkstunde gehorsam mit:Die Bllcherstunde fällt aus. Sie hören dafür einen Vortrag über Kinderlähmun g." Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie. Am gleichen Tage gab Dr. Dürre von der Deutschen Welle eineVorschau auf das Septemberpro- gramm" seines Senders. Sein Bericht war jahrmarktsmäßig mit den Wörternnational" unddeutsch " dekoriert; er konnte als Musterbeispiel für jeden Konjunkturredner dienen. Was den Hörern von der Deutschen Welle für den nächsten Monat zugedacht ist, scheint aber in Wahrheit ziemlich schauerlich zu sein, selbst wenn man von Herrn Dr. Dürres Ueberschwang die Hälfte als zeitgemäße Gesinnungskonfession des Redners abzieht. Besonders gespannt darf man auf dieD a r st e l l u n g des Weltkrieges" sein, die als Zyklus von militärischen Sachverständigen geboten werden und durch eine Behandlung der zugehörigen politischen Fragen ergänzt werden soll. Außerdem erwartet uns ein ZyklusDeutsche G e- schichte für jederman n", den durchaus sinngemäß ein Major vortragen wird. Instruktionsstunden fürs Volk. Da, wie Dr. Dürre so schön sagte, der Kreis nationaler Aufgaben das Pro- gramm nicht ganz ausfüllen kann, wird es noch einige andere Ver- anstaltungen geben. Sic werden, wie aus der Programmvorschau zu entnehmen war, sich mit den: und jenem, aber ganz gewiß nicht mit Arbeiterfragen befassen. Mittwoch: In der S cha l l pl a tt« n st u n d e gab es wieder einmal das Lied vomF r i d e r i c u s Rex". Morgens Blasorchesterkonzert; nachmittags Blasorchesterkonzert die natür­lichsten Gelegenheiten für Militärmärsche.S t i m m e zum T a g" fiel aus. Deutsche W e l le: VeranstaltungA k- t u e l l e s" siel aus. Schlaf, Michel, schlaf, und träume von dem nächsten glorreichen Weltkrieg. Donnerstag: Eine Sendung aus dem Stadttheater Stettin und die Aufführung der Funk stundeGesell­schaftsreisen mit der Arche Noah" wirkten in der Programmfinsternis dieser Tage als Lichtstrahlen, weil aus ihnen ein geistiger, ein menschlicher Gehalt den Hörer ansprach. Freitag: Mit Reichswehr , ehemaligen Offizieren, die von der Republik ihre Pensionen einstecken, und eineni leib- hastigen H o f o r g a n i st e n zog durch anderthalb Abendstunden die ParadeP o t s d a m". Damit dem Hörer nur die Wahl blieb zuzuhören oder auszuschalten, ging die Sendung gleichzeitig über Berlin und Königswusterhausen. Schlaf, Michel, schlaf.!z.

Staatlich? Kunstbibliothek. Mcisterholzschnitte von Hiroshige werden während des Monats September im Ausstellungsraum der Staatlichen Kunstbibliothek, Prin;-Albrecht-Str. 7a, gezeigt. Tic Ausstellung ist werk- täglich von 1922 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.