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Thyssens kranker Stahlverein

Katastrophale Schrumpfung des Umsatzes

Herr Frizz Thyssen, Großaktionär des Stahl­vereins, hat fürzlich auf der Genralversammlung des Phönig erklärt, daß die Schwerindustrie nur eine fünfzigprozentige Ausnutzung ihrer Leistungsfähigkeit brauche, um wieder mit Ge= winnen zu arbeiten.

Herr Thyssen hat damit für die Schwerindustrie, in erster Linie aber für den Stahlverein, die Parole ausgegeben, daß die Herren von Kohle und Eisen nach wie vor auf ihrer Sanierungs­scheu beharren. Er hat damit demonstriert, daß man auch in dem Direktorium des Stahl­vereins, dessen schwere Krisenkrankheit schon vor einem Jahr zutage trat, gar nicht daran denkt, das zur Gesundung der Unternehmer notwendige Rapitalopfer in Form einer scharfen Zusammen­streichung des Aktienkapitals von 775 Millionen Mark zu bringen.

Jetzt hat der Stahlverein, die Vereinigte Stahlwerke A.-G. Düsseldorf , seinen Quartalsbericht für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 1932 veröffentlicht. Damit schließt das vom 1. Oktober bis 30. September reichende Geschäftsjahr des Stahlvereins ab und somit lassen sich die Krisenauswirkungen bei diesem Riesenunternehmen bereits übersehen, wenn auch Bilanz und Geschäftsbericht erst nach einigen Monaten erscheinen werden.

Die Produktion ist gegenüber dem vorher­gehenden Quartal( April bis Juni) auch in den vergangenen Monaten weiter gesunken, wenn auch in den Bergbaubetrieben der Förderrückgang nahezu zum Stillstand gekommen ist. Die Kohlen­förderung betrug 3,38 gegen 3,43 Millionen Tonnen und die Koksproduktion 0,89 gegen 0,95 Millionen Tonnen. Erheblich stärker dagegen war noch der Produktionsrückgang in den Eisen­betrieben. Die Leistungen der Hochöfen santen von 0,51 auf 0,45 Millionen Tonnen und die Rohstahlerzeugung von 0,60 auf 0,44 Millionen Tonnen. Die Gesamtproduktion betrug:

Roble.

.

Kofs

Roheisen

1931/32

1929/30

in Millionen Tonnen

1930/31

14,28

18,36

25,7

3,86

5,67

9,33

·

2,09

3,28

5,29

3,69

5,33

Rohstahl.. 2,19

Seit dem bereits von der Krise beeinflußten Geschäftsjahr 1929/30 ist also die Kohlen= förderung um 45 Proz., die Koksproduf­tion um nahezu 60 Proz. und die Eisen- und Stahlerzeugung um reichlich 60 Proz. ge= sunken. Noch deutlicher als in den Produk­tionsziffern spiegelt sich die innere Krankheit des Stahlvereins in der rapiden Abwärtsentwicklung der Jahresumsäge wider. Seit dem letzten Konjunkturjahr 1928/29( das Geschäftsjahr des Stahltrust rechnet vom 1. Oktober bis 30. Sep­tember) betrug der Jahresumsatz

in Millionen Mark

1928/29 1929/30 1930/31 1931/32

1 445,3

" O

1 261,5

9

·

849,1 522,5

In diesen vier Jahren ist also der Umsay des Stahlvereins um 923 Millionen Mark oder 64 Proz. zusammengeschrumpft. Allein im ab= gelaufenen Geschäftsjahr 1931/32 betrug der Umsatzschwund nahezu 39 Proz.

Ungeheuerlich sind die Krisenopfer, die

die Belegschaft des Stahlvereins

bei dieser Entwicklung zu bringen hatte. Im September 1929 waren in den Betrieben noch 176 716 Mann beschäftigt, im September 1930 noch 137 708, im Herbst vergangenen Jahres nur noch 97 090, und zur Zeit ist die Gesamt­belegschaft des Stahlvereins auf 81 768 r= beiter gesunken. In der gleichen Zeit ging die Zahl der Angestellten von 15 331 auf 11 343 Personen zurück.

Die Führung des Stahlvereins ist bisher jeder Sanierung ausgewichen. Die schon vor einem Jahre fällige Zusammenstreichung des 800- Mil­lionen- Kapitals ist bisher unterblieben und nach der letzten Rede von Fritz Thyssen scheint man in den Kreisen der Stahlvereinsbefizer weniger denn je an das notwendige Krisenopfer des Kapitals zu denken.

Wir möchten angesichts des katastrophalen Umsatzschwundes bei diesem mächtigsten deutschen Eisentonzern einige Zahlen aus der vorjährigen bilanz in Erinnerung bringen, die einen

Anhaltspunkt für die bevorstehende Krisen­bilanz

des Stahlvereins bieten. Im vergangenen Jahr, als die Eisentrise längst noch nicht ihren Höhe­punkt erreicht hatte, war die gesamte Schuldenla st des Stahlvereins von 911 auf 961 Millionen Mart gestiegen. Die Verwaltung hatte mit Mühe und Not noch für 1930/31 einen Rohüberschuß von 151,3 Millionen Mark rechnet. Nach Abzug der Zinsen, sozialen Ab­gaben und Steuern, sowie der Abschreibungen wurde im letzten Jahr ein Verlust von rund 19 Millionen Mark ausgewiesen. Dieser Verlust ist aber nur dadurch künstlich niedrig= gehalten worden, daß

die notwendigen Abschreibungen auf die Werksanlagen von 80 auf 43 Millionen Mark rigoros gekürzt

er=

wurden, obwohl schon die Abschreibungen von 80 Millionen Mark, die man im vorhergehenden

Jahr vorgenommen hatte, im Interesse einer Prestige dividende von 4 Proz. einen erheblichen Abstrich erfahren hatten.

Diese schon sehr problematischen Bilanzzahlen vom letzten Jahr beruhten aber immerhin noch auf einem Jahresumsatz von knapp 850 Millionen Mark, während in dem abgelaufenen Jahr fast 40 Proz. weniger, nämlich nur 522,5 Millionen Mart umgesetzt wurden.

Wenn es auch dem Vögler- Direktorium mit Hilfe schärfsten Lohndruckes und rücksichtslosen Belegschaftsabbaues gelungen ist, die Personal­fosten stark zu drosseln, so ist es für ein so mechanisiertes Mammutunternehmen wie dem Stahltrust eine Unmöglichkeit, die Betriebs­unkosten in dem gleichen Tempo abzubauen, wie sich der Umsatzschwund vollzieht. Bei 522 Mil­lionen Umsatz dürfte daher schon der Brutto­überschuß auf ein Minimum gesunken sein. Von einer Deckung der Zinslasten, den Sozialabgaben und Steuern kann keine Rede sein.

Hier allein werden sich Berluste ergeben, die an die 100- Millionen- Grenze heranreichen. Dazu kommt das seit Jahren vernachlässigte Abschreibungsproblem! Die Anlagen des Stahltrust stehen mit mehr als 1,4 mil= liarden Mark zu Buche, die Abschreibungen, die seit der Gründung des Trusts vorgenommen wurden, betragen 405 Millionen Mart. Der Nettowert der Anlagen beträgt also noch rund eine Milliarde. Ein Teil der Werksanlagen aber, seit Jahr und Tag nicht mehr in Betrieb, stellen nichts anderes als

Fabrikruinen mit Schroffinventar dar und dies gilt für Anlagen und Beteiligungen, die heute noch mit mehreren hundert Millionen

Mark in der Bilanz aktiviert sind. Wenn im Stahltrust eine kaufmännisch einwand­freie Bilan 3 aufgemacht würde, dann könnte sich ergeben, daß die in der Deffentlichkeit ge­nannte Sanierungsaktion einer Zusammenstrei­chung des Aktienkapitals im Verhältnis 10: 3 noch völlig unzureichend ist, um für diesen franken Mammutkonzern wieder eine gesunde Grundlage zu schaffen. Eine noch mildere Kapital­fanierung, wie sie von den schwerindustriellen Interessenhausen propagiert wird, wäre von vornherein erfolglos und trüge den Keim zu neuen Störungen in sich.

Ein solcher Koloß auf fönernen Füßen muß natürlich jede Wirtschaftsankurbelung illu­forisch machen.

Er bildet einen Unruheherd, dessen de­primierenden Ausstrahlungen um so stärker jede aufteimende Belebung zerstören müssen, je länger mit der schon seit einem Jahr fälligen Sanierung gewartet wird.

Hat man in der Regierung an der bisherigen Bertrauenskrisis noch nicht genug? Will man den zahllosen Gerüchten und Kombinationen, die über den Stahlverein und gewiffe Berwaltungsvor­gänge im Umlauf sind, immer neue Nahrung geben, indem man die Zügel schleifen läßt? Ueber seinen Aktienbesitz bei Gelsenkirchen besitzt das Reich Einfluß bei dem Stahlverein. Es ist seine Pflicht, hier nach dem Rechten zu sehen und für eine Sanierung nach volkswirtschaftlichen Grund­fätzen zu sorgen. Einen schwachen und franken Wirtschaftskörper fann man durch Einflößen be­lebender Mittel nicht heilen, wenn man sich scheut, die fressenden Geschwüre durch einen scharfen Schnitt zu beseitigen.

Rußlands Maschineneinfuhr

Deutschland ist der weitaus wichtigste Lieferant

Daß die Lieferungen für Rußland an Eisen, Stahl und Maschinen für die Industrien der hoch kapitalistischen Länder, die von der Krise heimgesucht werden, von großer Bedeutung geworden sind, ist bekannt. Ueber die Entwicklung der russischen Maschineneinfuhr gibt der Ma= schinenbau", Zeitschrift des Vereins Deutscher Maschinenbauanstalten, interessante Ziffern.

Die gesamte russische Maschinenein­fuhr war von 208,7 Mill. Rubel im ersten Halb­jahr 1930 auf 226,2 Mill. Rubel im ersten Halb­jahr 1931 gestiegen; im ersten Halbjahr 1932 be­trug fie 173,9 Mill. Rubel oder etwa ein Viertel weniger als im Vorjahr( ein Goldrubel gleich 2,15 Mark). Der Rückgang hängt mit der allgemeinen Drosselung der russischen Ein­fuhr zusammen, da infolge der Passivität der Handelsbilanz die Devisen für die Einfuhr kaum aufzubringen find.

Wichtig ist, daß in der Einfuhr nach Maschinen­arten

eine starke Beränderung

eingetreten ist. Während in den Jahren 1930 und 1931 die Einfuhr an Landmaschinen und Traktoren fast die Hälfte der gesamten Ma­schinenausfuhr ausmachte, sind in diesem Jahre so gut wie keine Landmaschinen und Traktoren mehr eingeführt worden( für rund eine Million Rubel). Praktisch wurden also in diesem Jahre nur noch Maschinen( und Maschinenteile) für die In­dustrie( Werkzeugmaschinen, Hebekräne usw.) eingeführt. Obwohl die gesamte Maschinen­einfuhr von 1931 zu 1932 gesunken ist, ist die Einfuhr von Industriemaschinen erheblich, von 85,1 auf 132,7 Mill. Rubel gestiegen.

Die Folge dieser Veränderung ist eine völlige Verschiebung des Anteils der Lieferländer.

Um Karstadt

Obligationäre gegen Großbanken

Die deutschen Inhaber von Stücken der Obligationen Anleihe, die die Karstadt- A.- G. in Amerika aufgenommen hatte, hielten in Hamburg eine Versammlung ab, in der sie ihren Unmut über das Vorgehen der Karstadt - Verwaltung und der Großbanken abluden.

Man wehrte sich vor allem dagegen, daß die

Während in den Jahren 1930 und 1931 die Ver­ einigten Staaten mehr als die Hälfte aller eingeführten Maschinen lieferten, ist im Jahre 1932

Deutschland der weitaus größte Lieferant geworden. Im ersten Halbjahr 1932 stammten aus Deutschland 59,4 Proz. aller Maschinen im Werte von 103,2 Millionen Rubel oder 221,9 Mill. Mart, während es in den früheren Jahren nur 24,4 bzw. 31,8 Proz. waren. Der Anteil der Ver­ einigten Staaten hat sich von 59,4 Proz. im Jahre 1930 auf 5,1 Pro3. ermäßigt, während der En g lands ebenfalls start, von 4,8 auf 20,1 Proz., gewachsen ist. Der starte Rückgang der amerika­ nischen Einfuhr hängt natürlich auch mit den politischen Gegenfäßen( Frage der Aner­fennung der Sowjetunion durch Amerika ) zu= ſammen.

Von der gesamten Einfuhr von Industrie­maschinen und Apparaten tommen fast zwei Drittel, 84,1 von 132,7 Mill. Rubel, aus Deutschland . Der Anteil an der deutschen Einfuhr von Maschinenteilen beläuft sich auf etwa 45 Proz.( 18,6 von 40,1 Mill. Rubel). Bemerkens­wert ist, daß Deutschland jetzt auch in der( an sich geringen) Einfuhr von Landmaschinen und Traf­toren an erster Stelle steht.

Neben den drei genannten Lieferländern spielen die übrigen Staaten eine verhältnismäßig unbe= deutende Rolle. Interessant ist aber doch, daß die Lieferungen aus der Tschechoslowakei , aus Italien und Schweden verhältnismäßig start zugenommen haben. Dagegen ist die Ma­schineneinfuhr aus Frankreich von 1931 zu 1932 auf ein Sechstel zurückgegangen.

verpfändet. Die Obligationäre verlangen die Vorlage eines vollständigen Sanierungspro= gramms, in dem die Opfer für jede Gruppe fest­gelegt werden. Ein Zugeständnis( für Verzinsung und Tilgung der Anleihe), das lediglich der Ver­besserung der Stellung der Großbanken diene, könne von den Obligationären nicht erwartet werden.

Karstadt - Berwaltung zuerst von den gesicher Dividende trotz Verlust!

ten Obligationären und nicht von den ungesicher­ten Gläubigern zur Sanierung Opfer verlange. Zuerst seien doch wohl die Groß= banken an der Reihe, die ja die Mitver­antwortung für die von Karstadt befolgte Ge­schäftspolitik trügen. Die Großbanken müßten auch endlich ihre Verträge mit Karstadt ver­öffentlichen und klarlegen, wie weit sie sich für ihre Kredite gesichert hätten.

Wenn auch die Obligationäre vorläufig eine Einigung mit der Verwaltung anstrebten, um den Konkurs zu vermeiden soviel sei sicher,

daß die Obligationäre gerade im Konkurs eine sehr gute Stellung hätten. Denn für ihre Forde rungen sind ja die Hauptgrundstücke mit Inventar

Versteckte Gewinne bei Kabelwerk Rheydt

Die Kabelmert Rheyt A.-G. in Rheydt flagt in ihrem Geschäftsbericht über die Entwicklung des Umsages, der mengenmäßig um 30 Proz., wertmäßig sogar um 50 Proz. gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei. Dementsprechend hat das am 30. Juni zu Ende gegangene Geschäftsjahr mit einem Be= triebsverlust abgeschlossen.

Gleichwohl wird eine Dividende von 5 Pro z. verteilt. Wie ist das möglich? Man hat endlich einen Teil der in früheren Jahren ver­

dienten Gewinne aufgededt. Denn zahlreiche deutsche Unternehmen haben in den guten Jahren flogzig verdient und gleichzeitig gegen die angeb= lich zu hohen Löhne gehetzt. Damals war die Verwendung der überhohen Gewinne zur ,, Selbst­finanzierung" die große Mode, und diese Mode hat viel dazu beigetragen, die Ueberkapazität in der deutschen Industrie zu steigern.

Das Kabelwert Rheydt hat immerhin für das Vorjahr 8 Proz. und für das Jahr 1929/30 12 Proz. Dividende verteilt. Jetzt wird das Warenlager plötzlich mit 1,5 Mill. Mark gegenüber nur 0,4 Mill. Marf im Vorjahr aus­gewiesen ein Zeichen dafür, wie hoch die deut­ schen Unternehmer das Prinzip der Bilanz­wahrheit einschäßten oder einschätzen.

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Billiges Geld

Für die englische Regierung

Die neue 150 Mill.- Pfund- Anleihe murde am 11. Oktober zur Zeichnung aufgelegt. Die Listen wurden sofort wegen Ueber­zeichnung wieder geschlossen.

Es ist erst wenige Wochen her, daß die eng­lische Regierung das Wagnis unternahm, den Be­fizern der englischen Staatsanleihen eine Herabsehung des Zinsiazes von 5 auf 3,5 Proz. anzubieten. Diese Zinsherabsetzung( Konversion) betraf die Riesensumme von 30 Milliarden Mark und endete mit einem großen Erfolg; noch nicht 5 Proz. der Kapitalsumme wurde in bar zurückgefordert.

Jetzt legt die englische Regierung eine neue Anleihe auf, und zwar für 150 Mill. Pfund oder etwa drei Milliarden Mark. Diese Anleihe wird mit nur zwei Prozent verzinst; fie wird in den Jahren 1935 bis 1938 zurückgezahlt. Ein Teil dieser Anleihe wird den Besitzern der 4½prozentigen Schazanleihe, die Ende dieses Jahres zu tilgen war, zum Umtausch ange­boten. Der Rest soll auf dem Kapitalmarkt neu gezeichnet werden. Das dafür eingehende Geld foll vermutlich zur Auszahlung der Stücke dienen, für die bei der großen Konversion die Rückzahlung gefordert wurde. Allerdings reichen dafür die aus dieser Anleihe eingehenden Be­träge noch nicht aus.

Diese starke Entlastung des englischen Haus­halts von Zinszahlungen, die Auflegung einer so niedrig verzinslichen Anleihe sind möglich, weil auf den internationalen Kapitalmärkten bei niedrigen Zinssäzen ein großes Geldangebot besteht. Für Privatdiskonten, für Wechsel allererster Firmen und Banken, erhält man in Berlin Geld zu fnapp 4 Pro 3. Zinsen. Der Privatdiskontsaz in Paris steht aber auf 1 Proz., in London und New York unter 1 Proz. und in Amsterdam gar bei 44 Pro 3. Die Geldfülle und die niedrigen Zinssäge auf den internationa­len Märkten bleiben vorläufig die einzigen Silberstreifen am Konjunkturhorizont der Weltwirtschaft.

USA. - Automobilerzeugung

Die Automobilproduktion Ameritas ist im Se p- tember weiter auf 79 000 Personen- und Last­fraftwagen zurüdgegangen gegen 90 000 Wagen im Vormonat und 180 000 Stück im September vorigen Jahres. Damit stellt sich die Gesamt­produktion der ersten drei Quartale des laufenden Jahres auf nur 1,19 millionen Wagen gegen 2,24 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres, 3,05 Millionen in den ersten drei Quar­talen 1930 und 4,87 Millionen Stück in den ersten neun Monaten 1929.

Belebter Eisenmarkt Die Entwicklung im September Der Stahlwerksverband, das Spizenkartell der Eisensyndikate, meldet eine leichte Belebung der Eisenmärkte im Monat September.

Der Auftragseingang für Halbzeug hatte sich im Inlande noch nicht wesentlich verändert, jedoch stehen die angekündigten Reichsbahnauf­träge für den kommenden Monat in Aussicht. Der Auslandsmarkt war durch stärkere Nachfrage aus England fest er. Dies dürfte damit zusammen­hängen, daß Ende Oktober die Frist für die bis­herigen Eisenzölle abläuft und man noch nicht weiß wie die fünftigen Zölle in England aus sehen werden. Die Preise zogen etwas an.

Für Formeisen machte sich eine stärkere Nach­frage des Inlandes bemerkbar, und auf den Aus­landsmärkten trat ein Stillstand des Preisrück­ganges ein. Auch für Oberbaustoffe war im Auslande ebenso wie für Stabeisen er= höhter Bedarf festzustellen. Eine Zunahme des Verbrauchs wird sich hier bei den Walzwerken schnell auswirken, da die Läger der Händler ge= räumt sind. Der Bandeisenabsaz, der sich in den ersten sieben Monaten des Jahres durch den erhöhten Saisonbedarf gut entwickelt hatte, daraufhin aber sehr still geworden war, hat sich in der zweiten Septemberhälfte wieder gebessert. Im Auslande konnten größere Mengen Spezial­forten untergebracht werden. Das Geschäft in Grob und Mittelblech en lag nach wie vor sehr still, und trotz des Anziehens der Welt­marktpreise blieb das Preisniveau so tief, daß Exportaufträge nicht hereingenommen werden.

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