Schaufensterstiirmer Steine gegen Zeitungsfilialen In den gestrigen Abendstunden wurden aus dem W e d d i n g, aus dem Gesundbrunnen und in Neukölln zahlreiche Schaufensterscheiben der Zeitungsfilialen von Ullstein und Scherl durch Steinwürfe zertrümmert. In einem Falle wurde am Hermannplatz sogar eine Licht- reklame zerstört. Nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen handelt es sich bei den Fensterstürmern zweifellos um Kommunisten. Die Wurlgeschosse waren mit rotem Tuch umwickelt, in denen sich Zette! mit der Aufschrift befanden: „Nieder mit dem Verbot der„Roten Fahne"!" Die Täter konnten sämtlich entkommen. Da die „Aktionen" in den verschiedenen Stadtteilen zur gleichen Zeit vor sich gingen, scheint es sich um eine vorbereitete Angelegenheit zu handeln.
Zoooo Mark veruntreut Betrug an Großschlächterei Umfangreich« Durchstechereien bei den Groß- Schlachtwerken von Rudolf Hanta in der Brau- Hausstraße in Weißensee sind jetzt aufgedeckt worden. Der Ungetreue ist ein SZ Jahre alter Schlächtermeister Bernhard Brase aus der Zelterstraße, der nach seinem eigenen Geständnis in den letzten 2% Jahren etwa 30 000 Mark veruntreut hat. Brost steht seit über 20 Jahren mit der Firma Hanta in Geschäftsverbindung. Er hat dort auch als Geselle gelernt. Ihm wurde die Berkaufs- stelle auf dem Viehhof übertragen. Als durch die Ungunst der Zeit und dadurch, daß vor Jahren ein« zwefte Verkaufsstelle dort eingerichtet wurde, seine Einnahmen zurückgingen, verfiel er zunächst auf die Idee, durch Wetten einen Ausgleich zu schaffen. Er kaufte sich unter anderem auch ein Rennpferd.
Not der Waisen >VaUenhau5-l�eiter im Rathaus Unter Teilnahme von Vertretern der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der Jugend- Pflegeorganisationen und der Jugendgerichte be- gann im Stadtverordnetensitzungssaal des Berliner Rathauses die erste Tagung der Arbeitsgemein- schaft der Waisenhausleiter. Nach den Begrüßungsansprachen, darunter der
des Bürgermeisters Elsas im Namen der Stadt Berlin , hielt Direktor Würtz vom Oskar-Helene- Heim den ersten Vortrag über das Thema„Waisen in Not— im Spiegel der Pädagogik". Er be- tonte, daß die Waisen einer besonders gearteten Fürsorge bedürfen, die nicht mft der Fürsorge- erziehung und ihren besonderen Aufgaben ver- wechselt werden darf. Er wandte sich deshalb vor allem gegen die Verordnung vom 4. November, die ausschließlich von finanziellen, aber nicht von päd- agogifchen Gesichtspunkten ausgehe und daher schwerste Gefahren für die moderne Waisen- erziehung in sich berge.
NewTiorhoSradKMe Not unter den Erwerbslosen New Dort, 28. November. Der Winter setzt in diesem Jahr ungewöhnlich früh ein. In New Jork sank das Thermometer in der letzten Nacht bis auf 10 Grad unter Null. Zwei Erwerbslose wurden erfroren aufgefunden. Die privaten Hilfsorganisationen, wie z. B. die Heilsarmee , teilen mit, daß alle Wärmehallen und Notquartiere bis zum letzten Platz besetzt sind, viele Tausende können keinen Unterschlupf mehr finden. Man rechnet für den Winter mit furchtbarem Elend. Die nach dem warmen Süden fahrenden Leerfrachtzüge nehmen Zehntausende von Erwerbslosen mit. Der Winter stürm hat im Schiffsver- kehr zu großen Verspätungen geführt. Mehrere Ozeandampfer, darunter der Lloydampfer„Stutt- gart", kamen mit halbtägiger Verspätung an. Sturm über England London , 28. November. Während des Sonntags und in der Nacht zum Montag wütete ein st a r k e r S t u r m über Nord- und Mittelengland der teilweise eine Stunden- geschwindigkeit von 110 Kilometer erreichte. Der Dampfer„Britannic" traf erst mit 24 Stunden Verspätung in Liverpool ein. An einigen Stellen in Schottland kam es zu Schneestürmen, die den Verkehr teilweise sehr stark behinderten. Bei Jnvernes mußten 12 stecken gebliebene Kraft- wagen von den Insassen verlassen werden, die ihre Reise zu Fuß fortsetzten.
Amerika von heute. Vom Dienstag, dem 23. November, ab, läuft im Planetarium am Zoo der Großfilm„Amerika von heute". Wir sehen New Jork und Chikago, die beiden Riesen unter
den amerikanischen Großstädten, dann Boston , Detroit , Pittsburgh und schließlich auch die Haupt, stadt Washington . Der Film behandelt auch die brennenden Bevölkerungsfragen der Juden, Chi- nefen. Japaner und der Neger. Die Borführungen finden täglich, außer Montags, um 3, ö, 7 und 0 Uhr statt. Casino-Theater: Die Liebe blüht in Werder . Diesmal hat Vater Berg aber entschieden einen allzu tiefen Griff in die Mottenkiste getan. Es soll damit nicht gegen das Volksstück zu Felde gezogen werden, im Gegenteil, das hat gerade in diesem Theater seine berechtigste Bleibe. Bloß es darf nicht allzu antiquierter" Kitsch geboten werden, wie ihn dieser Herr v. d. Becke uns serviert. Solch Gemansch von veilchenblauer Romantik und knüppeldick aufgetragener„Urwüchsigkeft" lehnen wir ab. Den einzigen Lichtblick in diesem finsteren Lokalkolorit bot die tesse Stubenpflanze Guste(Nelly Schmelter), die mit wirklich ur< wüchsigem Humor ihr Quadratschnäuzchen in Schwung setzte und ihrem Liebsten bei einem mehr als forschen Rixdorfer als Partnerin assistierte. Ansonsten gab � es Gartenlaubcnromantik vom schlichten Mädel aus dem Volke, das hoch hinaus will. Ewald Fister als kefser Tischlermeister, Else Müller als das hochhinausstrebende Bachstelzchen (huch nein). Edich Litzek als frecher Stift am bro- delnden Leimtopf taten ihr bestes. Eine gute Type Angela Scherrer als schwäbelndes Haus- faktotum. Photo-Zahreskarte des Zoo. Einem weügehen- den und oft geäußerten Wunsch der Amateur- photographen entsprechend, führt der Zoologische Garten vom 1. D e z« m b e r d. I. ab eine Photo- Dauerkarte«in, die für ein ganzes Jahr zu photo- graphischen Liebhaberaufnahmen im Zoo berech- tigt und zum Preise von S M. im Verwaltungsbüro des Zoologischen Gartens, Budapefter Str. 9, zu haben ist. Die Einrichtung der Photo-Erlaub- nisscheine für je 50 Pf., die nur für den jeweiligen Zoobesuch gelten, bleibt bestehen. Neue kaisenstunden bei der Bewag. Infolge Arbeitszeitverkürzung werden die Kassen der Bewag Mittwoch und Sonnabend um 12 Uhr, die übrigen Büros Mittwochs und Sonnabends um 13 Uhr geschlossen.
Aus der Partei Willem Hubert vliegen ist letzchin 70 Jahre alt geworden. Er gehört zu den Pionieren der hollän- dischen Arbeiterbewegung. In seiner Jugend Buch- drucker. wurde Vliegen bald einer der führenden Parteijournalisten. 190g bis 1915 gehörte er der Zweiten Kammer. 1917 bis 1921 der Ersten Kammer an, seither wieder der Zweiten Kammer.
Wie wird das Wetter? 3n Berlin : Im Laufe des Tages Eintrübung, aber oermullich noch kein Regen. Nachts kalt, tagüber weiterhin mild.— 3n Deutschland : Im Süden und Osten Wetterbesserung, im Nordwesten Bewölkungszunahme und aufkommende Regen- neigung.
Märchennachmitiage veranstaltet der Hausdienst der Berliner Städtischen Gaswerke Akt.-Ges in diesem Jahre. Mit und ohne Be- aleitung dürfen die Kinder kommen. Spiel und Tanz der Märchenaussührung„Hellas Wechnachts- wünsch" erleben und zugleich das Entstehen duften- der Weihnachtskuchen beobachten. Die Eintritts- karte zum Preise von 25 P. gewährt das Anrecht auf eine Tasse Kaffee und Kuchen oder ein Glas Bier. Am Mittwoch, dem 30. November, findet im„Kriegervereinshaus", N. 39, Chaussee- straße 94, die Aufführung beider Spiele statt, und zwar beginnt das Märchenspiel„Hellas Weih- nachtswunsch" nachmittags 4.30 Uhr und das Stück „Achtung! Wir drehen einen Film" um 7.30 Uhr abends.
Eins Acihuachtssreude für«0 Pfennig ist ein Elückslos der Arbeiterwohlfahrt, die am 20. und 21. Dezember b. 3. 135 516 Gewinne und zwei Prämien im Gesamtwert« von 150 000 Reichsmark ausspielt. Der Hächstgewinn ist«in eingerichtetes Landhaus. Die Hauptgewinne find Landhäuser und Wochenendhäuser im Werte von 5000 bis 20000 Reichsmark. Wer Bargeld wünscht, kann 00 Proz. des Wertes seines Gewinnes in bar bekam- m e n. Jeder kauf« stch noch heut« für 50 Pfennig ei» Los der Arbciterwohlfahrt.
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Oronleiutr. 40 Arn Oranienplatz KönigstroOe 33 Wilmersdorf orstr. 108 Aabhf. Alaxandarplotz An Bahnhof CharloHanburp
Nachdruck von Won und Bild verboten! Das obige Angebot steht ihnen ab Dienstag zur Verfügung
— Schriftliche Bestellungen künnen leider nicht berüchr ich tigt werden!