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Die Verluste im Hoesch- Konzern

Der Hoesch Konzern veröffentlicht jetzt als drittes westdeutsches Montanunternehmen Jahresabschluß und Geschäftsbericht für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32.

Das Bild ist das gleiche wie bei Klöckner und Haniel . Produktions- und Umsatzschrumpfung, Belegschaftsabbau und Verlustausweis. Bei Hoesch tritt der Verlust des letzten Jahres allerdings nicht in Erscheinung, weil dieses Unternehmen als erster Montankonzern eine Bilanzbereinigung vorgenommen hat.

1930/31

Vornahme einer Reinigungsaktion

als Kreditunterlage bei Schweizer Gläubigern lagerten, stehen der Gesellschaft jedoch Buch= gewinne von fast 31 Millionen zur Ver­fügung, womit nicht nur das entstandene Defizit gedeckt, sondern auch noch eine Sonder= abschreibung von 20,2 Millionen Mark hauptsächlich auf Beteiligungen vorgenommen werden kann. Vorweg wurde noch die Krisen­rücklage aufgelöst, so daß die Gesamt­abschreibungen 39 Millionen erreichen.

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Seit Juli ist, wie die Verwaltung mitteilt, eine Die Kosten­merkliche Besserung eingetreten. 1931/32 ( alles in Millionen Mark) 151 105,8 7,5 0,68 Abschreibungen auf Anlagen. 10,7 11,08

Umjah

Rohgewinn.

.

er=

Die Umsagsenkung ist im legten Jahr mit fnapp 30 Proz. erheblich geringer als bei dem Stahlverein( 38,5 Pro3.), erreicht aber gegenüber dem Jahr 1929/30, in dem die Eisen­Ponjunktur austlang, mehr als 50 Proz. Den ver­ringerten Einnahmen stehen aber auch hebliche Kostensentungen gegenüber. Der Belegschaftsabbau von 25 774 auf 18 960 Mann drückte mit den herabgesetzten Löhnen die Sozialbeiträge von 9,28 auf 6,51 Millionen Mark herunter. Die Steuern santen auf 4,91 gegen 8,22 Millionen Mark, da hohe Beträge wegen des Vorjahrsverlustes zurückerstattet wurden und die Verwaltungskosten konnten um etwa 750 000 Mark verringert werden.

Don

Nach Abzug sämtlicher Unkosten verbleibt ein Rohgewinn von 0,68 Millionen Mark, so daß nach Vornahme 11 Millionen Mark Ab= schreibungen auf die Werksanlagen ein Verlust von etwa 10,3 Millionen entstanden ist. Durch Auflösung von Reserven und Einziehung von 40 Millionen Mark Vorratsaktien, die bisher

Die Reichsbank Neuer Rückgang der Kredite

Der Reichsbankausweis vom 30. November zeigt einen neuen Rückgang der von der Reichs­bant gewährten Kredite. Die zum Monatsschluß gegenüber der Vorwoche wie immer gestiegene Kreditgewährung liegt erheblich unter den Ziffern vom Oktoberende.

Die gesamte Kreditgewährung nahm in der vierten Novemberwoche um 351 auf 3367,7 Millionen zu; das ist aber ein um rund 90 Millionen niedrigerer Stand als am 31. Oktober. Die Wechselbestände wuchsen um 202 auf 2731,2 Millionen( sogar 130 Millionen weniger), die Schabwechsel um 28,1 auf 34,6 Mil­lionen und die Lombarddarlehen um 121 auf 207 Millionen. Zinslose Girogelder sanken um 11 auf 418,1 Millionen Mark.

Der Notenumlauf stieg gegen die Vor­woche entsprechend um 224,9 auf 3531 Millionen, bleibt aber im Verhältnis zu Ende Oktober wei­ter rekordmäßig niedrig. Umlaufende Rentenbankscheine wurden um 19,9 auf 409,1 Mil­lionen vermehrt.

Die Devisenbilanz war wieder aktiv. Einer Vermehrung der Goldbestände um 8,6 auf 827,2 Millionen steht eine Verringerung der De= visen um nur 5,1 Millionen auf 109,7 Millionen gegenüber. Die Notendedung bleibt mit 26,5 gegen 28,2 Proz. in der Vorwoche weiter relativ günstig.

neue

Von einer Wirtschaftsbelebung durch Reichsbankkredite ist nach wie vor keine Rede. Die aufgegebene Hortung so hoch einzuschätzen, daß sie den Rückgang der Reichsbankkredite über­kompensiert, liegt kaum ein Anlaß vor. Deffent­liche Arbeitsbeschaffung bleibt na ch wie vor Aufgabe und Problem.

Tilgung des Notenbankkredits

Der ausländische Notenbankkredit von 90 Mil­lionen Dollar ist bis zum 5. März verlän= gert worden. Da die Reichsbank seit August ihre Währungsreserve vermehren konnte, und zwar um rund 12 Millionen Mart, wird eine Rückzahlungsverpflichtung auf den Kredit fällig. Sie soll sich auf 3 Millionen Dollar belaufen, also ungefähr der Bestandsmehrung entsprechen.

Rußlands Außenhandel Seit September Ausfuhrüberschuß Rußlands Außenhandel verzeichnete seit Jahren einen Einfuhrüberschuß, weil zum Auf­bau der russischen Industrie große Mengen von Eisen, Stahl und Maschinen und früher zur In­tensivierung der Landwirtschaft viele Trattoren und landwirtschaftliche Maschinen eingeführt wur­den. Die Ausfuhr von Rohstoffen( Erze, Holz. Erdöl ) und Getreide brachte immer geringere Devisenbeträge, da die Weltmarktpreise dauernd sanken.

Die Sowjetunion ist infolgedessen in diesem Jahre zu einer planmäßigen Drosselung der Einfuhr geschritten, derzufolge zum ersten Male im September ein Ausfuhrüberschuß von 5,5 Millionen Rubel zu verzeichnen war. Der

senkung hat dazu geführt, daß bereits seit Februar dieses Jahres wieder ohne Verlust gearbeitet wird.

Der Umsatz Juli bis Oktober erreichte 11 gegen 16 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Borjahres. Damals aber wurde mit Berlust,

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jetzt bereits mit Gewinn gearbeitet. Neu eingestellt wurden bisher etwa 650 Mann. Obwohl Hoesch erheblich günstiger dasteht als der Stahlverein- ein Drittel des Umsatzes bei Hoesch entfallen auf den weniger von der Krise betroffenen Bergbau hält das Unternehmen - hält das Unternehmen, jetzt eine größere Bilanzbereinigung für notwendig. Dabei hat Hoesch seine An­lagen weit stärker abgeschrieben als andere Montankonzerne. Im Vorjahr waren es 6,7 Proz. und diesmal sogar 7,3 Proz. des Anlagewertes, während der Stahlverein im Vorjahr

4 Pro z. von dem Anlagewert abschrieb.

nur

Auch die Zinskosten belasten den Umsatz bei Hoesch knapp zur Hälfte so stark, wie dies bei dem Stahlverein mit 5,6 Proz. im Jahr 1930/31 und mit schägungsweise 10 Proz. im letzten Jahr der Fall gewesen ist.

Diese für den Stahlverein niederschmetternden

Ueberschuß hat auch saisonmäßige Ursachen, da im September regelmäßig der Export von Getreide der neuen Ernte einsetzt. Es bleibt also abzuwarten, wie lange die Aktivität des russischen Außenhandels anhält.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres betrug die Einfuhr 552 Millionen Rubel gegen 804 Millionen Rubel zur gleichen Zeit des Vor­jahres; die Ausfuhr ist weniger start, von 594 auf 411 Millionen Rubel, zurückgegangen, so daß der Einfuhr überschuß während dieses Zeit­raumes von 210 auf 141 Millionen Rubel sant.

Vergleiche hindern aber nicht, daß die Groß­aktionäre unter Führung von Friz Thyssen jede Notwendigkeit einer Sanierung ableugnen. Wird die Bilanzbereinigung bei Hoesch den vom Reich eingesetzten Revisor bei dem Stahlverein, Herrn von Flotow, nicht etwas bedenklich stimmen?

Stimmungsmache

Stahlverein meldet Reingewinn

Die Stimmungsmache der privaten Groß­aktionäre des Stahlvereins gegen eine Sanierung neben forcierten Börsenkäufen- geht weiter; fie nimmt groteste Formen an. Ein Korre spondenzbüro meldet, daß im Monat Oktober seit langer Zeit wieder ein Reingewinn erzielt worden sei. Die Beschäftigungslage werde im Stahlverein recht zuversichtlich beurteilt.

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Eine solche Nachricht kann nur von den Inter­essenten stammen. Sie ist irreführend im höchsten Maß. Der Laie seht Reingewinn und Betriebs­gewinn, setzt die wenigen noch beschäftigten Werks­teile mit dem ganzen Betrieb gleich. Tatsächlich mird zur Zeit außer den besten Zeiten faſt nur das Hamborner Werk beschäftigt, das hochprozentig ausgenutzt wird. Tatsächlich find nur die nadten Betriebskosten ge­deckt, d. h. Material- und Lohnaufwand. Ab­schreibungen, Steuern, Generalunkosten sind zum größten Teil nicht, Zinsen überhaupt nicht be= die Es handelt sich also um rüdfichtigt. plumpeste Irreführung, die man sich denken kann. Sie steht freilich auf dem Niveau der privaten Großinteressenten im Ruhrtrust selbst.

Die konkurse im November. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts murden im Monat November 1932 durch den Reichsanzeiger" 449 neue Konkurse und 267 eröffnete Vergleichs­verfahren bekannt gegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellten sich auf 459 bzm. 262.

Die amerikanische Brauindustrie. Der Haus­haltsausschuß des amerikanischen Repräsentanten­hauses hat die Brauindustriellen um einen Bericht über den Stand der Brauindustrie und um Vor­schläge über die Behandlung der Bier= frage ersucht.

Forderungen des ADGB. voran!

Vergebliche nazi- kommunistische Sabotage

Der nationalsozialistische Angriff" und die kommunistischen Blätter ,, Berlin am Morgen" und die ,, Welt am Abend" sind höchst unzu= frieden darüber, daß der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund bei Herrn von Schleicher die sofort durchzuführenden Forderungen der Gewerkschaften angemeldet hat. Der Angriff" in völliger Uebereinstimmung mit den kommunistischen Blättern behauptet, der ADGB . habe einen neuen Lohnraub vor= geschlagen". Nämlich weil der ADGB . die Forderung aufstellt: Die Verkürzung der Ar­beitswoche auf 40 Stunden muß unverzüglich als gesetzliche Maßnahme durchgeführt werden."

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Die Frage des Lohnausgleichs. hat der ADGB . dabei nicht angeschnitten. Bei der Durch­führung dieser Forderung würde es sich heraus­stellen, daß man in vielen Fällen um einen Lohn­ausgleich nicht herumkommt. Die 40- Stunden­Woche von vornherein mit der Frage des Lohn­ausgleichs belasten, hieße zumal bei dem gegenwärtigen politischen Kräfteverhältnis fie zum Scheitern verurteilen und die Arbeits­losen der Verzweiflung überlassen. Aber das wäre der nationalsozialistisch- kommunistischen Ein­heitsfront gar nicht so unangenehm. Beide leben ja von der Verzweiflungsstimmung der Massen. Während die kommunistischen Blätter sich damit begnügen, die Gewerkschaften herunterzureißen, macht der Angriff" sozusagen einen ,, praftischen" Vorschlag, wie man die 40- Stunden- Woche ein­führen könne ohne Lohnausgleich und ohne Lohnsenkung! Jawohl.

,, Das kann nur verhindert werden, wenn das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm mit autoritärer Geldschöpfung durchge­führt wird."

Jedermann Milliardär. Wie zu den unseligen Zeiten der Inflation.

Ist der Angriff" ulkig, mit seiner, autoritären kommunistischen Geldschöpfung", so find die Blätter nur dumm, wenn sie sich auch bemühen, die Dummheit zur Gemeinheit zu steigern. Natürlich unterlassen beide Blätter den Abdruc des Briefes an Schleicher. Die Leser könnten sich ja dann selbst einen Vers dazu machen. Das tommunistische Morgenblatt skizziert den Inhalt des Briefes zunächst insofern richtig, als es an­führt, daß die Notverordnung vom 5. September über den Lohnabbau außer Kraft gesezt werden soll.( Das kommunistische Abendblatt dagegen behauptet, es werde nur ihre Revision verlangt.) Am Schluß des Artikels des fommu­

nistischen Blattes wird dann aber behauptet, daß der ADGB. ,, nirgendwo die Aufhebung der Papenschen Notverordnungen vom 14. Juni und vom 5. September fordert". Und dann folgt ein schreckliches Kraut- und- Rüben- Durcheinander. Es wird in die Verordnung vom 4. September hineingedichtet, was nie drin stand. Und dann wird festgestellt", daß die Gewerkschaftsführer ,, das alles" gefeßlich anerkennen. Also: Erst heißt es, man verlange die Aufhebung dieser Not­verordnung, dann ist diese Forderung ein nach­trägliches Einschwenken in die Papensche Not­verordnungspolitit". Wie gesagt: das Blatt will gemein sein; es ist aber nur dumm.

Sich mit der Welt am Abend" auseinander­setzen, lohnt nicht. Von den wirklichen Forde= rungen der Gewerkschaften bringt das Blatt fein Wort. An dessen Stelle veröffentlicht es ein Sammelsurium von Dummheit und Gemeinheit, das eine Erwiderung nicht wert ist. Nur einige Proben. Der ADGB . habe ,, nichts einzuwenden gegen die Brüningschen und Papenschen Notver­ordnungen", er verlange den Ausbau der Ar­beitsdienstpflicht" die nicht besteht und also nicht ausgebaut" werden kann; er verlange ,, einen weiteren Lohnabbau". Auf dieser Grund­lage würden die Gewerkschaften Schleicher

tolerieren."

Diese Häufung von Dummheit und Gemeinheit in der nazi- kommunistischen Einheitsfront, weil der ADGB . den psychologischen Augenblick erfaßt hat, um einen Vorstoß zugunsten der Arbeitslosen zu machen, beweist zweierlei: 1. daß der ADGB das rechte Wort zur rechten Zeit aus­gesprochen hat; 2. daß seine Forderungen im Vordergrund des öffentlichen 3nter= esses stehen. Niemand wird sich ihnen mehr offen zu widersetzen wagen. Sie müssen durchgeführt werden!

Wieder ,, Entlarvung"

Kommunistische Phantasien

In dem kommunistischen Morgenblatt Berlin am Morgen" vom 1. Dezember werden unter der Ueberschrift DMV.- Arbeiterratsvorsitzender als Unternehmerspitzel" wüste Phantasien über angeb­liche Verbindungen des ZDA., des Butab und des DMB. mit einer angeblich eriftierenden Unter­

nehmerspitzelorganisation verbreitet.

ver=

Wir mögen nicht zu untersuchen, inwieweit der dort behandelte Brief echt ist, auf Bestellung geliefert wurde oder eins der in der kommunistischen Presse gewohnten Phantasieprodukte ist. Die an diesem Schmuz Beteiligten müssen sich hierüber den Kopf zerbrechen.

Nach Rückfragen bei den beteiligten Verbänden stellen wir hier nur fest, daß keiner Instanz dieser Verbände irgendwelche Beziehungen zu den in dem Brief genannten Stellen bekannt ist. Es gibt in den Leitungen der genannten Verbände über­haupt niemanden, der dieses sogenannte Sozialwissenschaftliche Rednerarchiv" auch nur

fennt.

Die sprichwörtliche Unzuverlässigkeit sogenannter kommunistischer Funktionäre liefert den freien Gewerkschaften fortlaufend so tiefe Einblicke in die kommunistische Arbeit, daß sie es wahrlich nicht nötig haben, sich der hinterlistigen Methoden zu bedienen, die im kommunistischen Lager üblich find. Die Spizelriecherei der Kommunisten mag daran liegen, daß man im kommunistischen Lager gewohnt ist, mit diesen Methoden zu arbeiten. Man soll nicht von sich auf andere schließen!

Ein fleiner Fortschritt

Der Verwaltungsrat der Reichsversicherungs­anstalt für Angestellte hat am 29. November eine Sazung beschlossen, die die Altersgrenze für den Bezug von Waisenrente und Kinder= zuschüssen vom 15. auf das 18. Lebensjahr erhöht. Voraussetzung hierfür ist Schul­und Berufsausbildung des Kindes. Die höhere Altersgrenze gilt auch dann, wenn das Kind infolge förperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu erhalten. Diese Leistungserhöhung, zu der die Selbstverwaltung der Angestelltenversicherung auf Grund der Juni­Notverordnung ermächtigt war, erstreckt sich auch auf die Ersatzkassen der Angestelltenversicherung und tritt rückwirkend ab 1. Oktober 1932 in Kraft. Der Reichsarbeitsminister hat die gesetzlich vor­geschriebene Zustimmung zu diesen Mehrleistungen bereits erteilt.

Diese Mehrleistungen werden nur auf An= trag gewährt. Anträge sind zu richten an das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte , Berlin , Ruhrstraße 2.

In den Arbeitsämtern

Mehr Arbeit

Entlassungen

Seit Monaten ist der Vorstand der Reichsanstalt beschäftigt, um eine Umänderung der Per­jonalbemessungsgrundlage herbeizu­führen. Durch die Juni- Notverordnung ist eine Renbelastung des Arbeitsamtspersonals u m 30 Prog. eingetreten. Diese Feststellung hat in Berlin der Sonderbeauftragte des Landesarbeits­amtes. Dr. Böning, Direktor des Arbeitsamtes Berlin- West , durch persönliche Nachprüfungen in den Berliner Arbeitsämtern getroffen. Die Haupt­stelle der Reichsanstalt hat die Höchstbelastungszahl um etwa 15 Pro3. gesenkt.

Die Berliner Arbeitsämter haben erwartet, daß nun auch eine entsprechende Vermehrung des Personals eintritt. Die Bürokratie hat aus dieser Anordnung, die Neueinstellungen zur Folge haben sollte, in Berlin Entlassungen veranlaßt, die sich am 3. Dezember durch Ausscheiden von rund 150 Angestell­ten zeigen.

Wir warnen in letzter Stunde, die Geduld der Arbeitslosen und des Arbeitsamtspersonals nicht einer Belaffungsprobe auszusetzen, die unerträg­lich ist.

Um die Drganisation!

Mahnung an die Berliner Buchdrucker

Die Berliner Buchdrucker stehen vor wichtigen Entscheidungen. In den Bezirks­versammlungen am Sonntag und Montag müssen die Neuwahlen der Bezirksleitungen und in sechs Bezirken auch noch die Delegierten­wahlen für das Jahr 1933 vorgenommen werden. Der Ausgang dieser Wahlen ist von größter Be­deutung für die künftige Entwicklung des Gaues Berlin des Buchdruckerverbandes und damit für das Schicksal der Berliner Buchdrucker.

Von den Kommunist en werden die größten Anstrengungen gemacht, um bei den Berliner Buchdruckern Einfluß zu gewinnen. Zu diesem Zweck haben die Kommunisten unter rücksichtsloser Ausnuzung der Notlage der Arbeits­losen mit allen zu den freien Gewerkschaften irgendwie in Opposition stehenden Gruppen eine sogenannte Einheitsfront" gebildet. Die Kom­munisten sind in verschiedenen Bezirken sogar von Haus zu Haus gegangen, um Buchdrucker zur Kandidatur auf den oppositionellen" Listen zu bewegen. Für die Kommunisten ist also weniger die Tätigkeit des einzelnen für die Organisation und seine persönliche Befähigung, als vielmehr die Feindschaft zu den freien Gewerf schaften maßgebend.

Das zeigt deutlich, wohin der Weg gehen soll. Deshalb ergeht an alle Berliner Buchdrucker der freigewerkschaftlichen Richtung die dringende Mah­nung, die kommenden Bezirksversammlungen voll­zählig zu besuchen, um eine ordnungs mäßige Durchführung der Wahlen zu ermöglichen.