Einzelbild herunterladen
 

Rundfunk der Woche

Rückblick und Ausblick

Als vor einem Jahre an dieser Stelle die Bilanz der abgeschlossenen zwölf Rundfunkmonate gezogen wurde, stellten wir fest: ,, Auch der Ber­ liner Hörer tann seinem Funfprogramm schließ­lich manches Gute nachsagen; er fann sogar manchen Fortschritt rühmen, den das vergan­gene Jahr hier gebracht hat." Das war nicht nur die persönliche Meinung des Kritikers; es drückte die Ansicht zahlreicher Hörer aus, die im Laufe des Jahres uns regelmäßige oder gelegentliche Stellungnahmen zum Rundfunkprogramm zu gehen ließen. Zwar konnten die Programme der beiden Sender, die sich von Berlin aus geschlossen übersehen lassen der Funkstunde und der Deutschen Welle damals feineswegs voll befriedigen. Der Mangel an Attualität wurde in jenem Neujahrsartikel besonders beflagt und ebenso der Mangel an brauchbarer, rundfunkeigener Kunst. Der dringende Wunsch der Hörer nach zeitverbundenen Kabarettjendun gen war noch immer unerfüllt. Die ,, Stimme zum Tag" wurde manches Mal für Belang­losigkeiten bemüht. Die Vorträge hielten nicht immer, was ihr Titel versprach und bisweilen hielten sie gerade das und taugten eben darum nichts. Das galt sowohl für Darbietungen der Funkstunde wie der Deutschen Welle. Neben diesen erwähnten und manchen unerwähnt geblie­benen Mängeln konnte aber eine deutliche, stetige Aufwärtsentwicklung in den einzelnen Darbietun gen und in den Programmen festgestellt werden. Auf dem Gebiet der musikalischen Sendungen war diese Entwicklung selbstverständlich, da die immer beffere Beherrschung des technischen Sende­apparates naturgemäß zur Verbesserung der Klangqualität der Rundfunkmusik und auf dieser Grundlage auch zu ihrem inhalt­lichen Ausbau führen mußte Daneben aber fonnte gerühmt werden, daß die Programme der Unterhaltungsmufit gehaltvoller abwechslungsreicher geworden waren. Besonders aber fonnte damals

-

-

und

vor einem Jahre die wertvolle Arbeit der Literaris schen Abteilung" anerkannt werden. In dieser Sendeabteilung wurde manches Mal experimen tiert, nicht immer mit Erfolg, aber immer sinn­voll Es sei auch heute noch einmal auf eins der besten Hörbilder dieser Literarischen Abteilung hingewiesen, auf den seiner künstlerischen Bedeu­tung wie seiner durchaus volkstümlichen Geſtal­tung nach hochwertigen Querschnitt aus Zolas ,, Germinal", um den Rundfunkteilnehmern diese zur Zeit ,, aus der Mode" gekommenen Dar­bietungen in die Erinnerung zurückzurufen.

Von der Deutschen Welle hieß es: Das Lehr­spiel der Deutschen Welle hat sich viele Freunde ermorben, besonders in den Darbietungen in der ... Stunde des Arbeiters", der für den Berliner Hörerkreis einzigen wirklich aktuellen Veranstal­tung der Deutschen Welle."

Bie verbunden die Berliner Hörer vor einem Jahre sich ihrem" Rundfunk fühlten, bewiesen übrigens die Zuschriften, die unser Neujahrsartikel damals auslöfte, und die, obzwar sie damals noch auf einzelne Mängel im Rundfunkprogramm uno vor allem in seinem zeitlichen Aufbau hinwiesen, durchaus positiv zu den einzelnen Sendereihen eingestellt waren und ihnen manches gewichtige Lob spendeten.

Die erste Hälfte von 1932 ließ an die Fortentwicklung des Rundfunks zum Volksfunt glauben. Es ging langsam, zu langsam stellen­meise; aber es ging doch vorwärts, aufwärts in

jene echte Getftigkeit, die die Atmosphäre alles Lebens ist Diskussionen mit jugendlichen und erwachsenen Hörern stellten Tagesfragen vor das Mikrophon, die gehaltvolle 3eitungs­chau" zeigte wichtige politische Ereignisse im Spiegel der Bresse, die 3eitungsberichte" von Aktualis hielten solche Ereignisse in Hör­bildern fest. Unzulänglich blieben die Sonntags­programme, unzulänglich blieben die Frauen= stunden in ihrer überwiegenden Mehrzahl, un zulänglich blieb vieles in dem noch immer allzu zeitfernen Unterhaltungsprogramm. Doch hätte die Bilanz nach diesen ersten Monaten des Jahres unverkennbar mit einem nicht unerfreulichen Ge­winn abgeschloffen

Dann brach die Freiherrenregierung herein und ihr Rundfunksystem, verförpert in Erich Scholz und den ihm entsprechenden Rundfunkbeamten. Aus der Gewinnrechnung wurde im Handumdrehen ein Banfrott von

einen anderen die ganze Woche hindurch und manchmal auch zwei an einem Tage. Die Unter­

haltungsmusik wurde für den Militärmari

entdeckt, den man, um den zarteren Gefühlen des Plebs entgegenzukommen, dann und wann zwischen Schmachtfeßen servierte Noch nie seit Jahren war die Summe der deutschen Rundfunk­unterhaltungsmusik so minderwertig wie heute.

Ueberfieht man das alles, so fann man nur feststellen, daß es unmöglich ist, heute, nach diesen Freiherrenmonaten, eine Bilanz des Rund­funkjahres zu ziehen. Vor uns liegt ein großer Scherbenberg mit einzelnen heil gebliebenen Resten. Sie müßten vor allem durch gründliche Ausfehr von dem Schutt befreit werden, um wie­der meßbare Werte darzustellen. Daß es solche Werte noch gibt, mindestens in den Program­men einiger Gender, muß der Hörer erkennen: er muß auch erkennen, daß Neuaufbau, wenn er auch schwerer ist als Einreißen. verhältnismäßig rasch möglich wäre. Das heißt: er muß er: kennen, daß der Freiherrenfunk bei einiger fräf= tiger, zielbewußter Arbeit bald wieder sein", des Hörers Rundfunk sein kann und er muß da­nach handeln! Tes.

-

nicht zu überbietender Bollſtändigkeit. Rund Eduard Bernsteins Beisetzung

funkprogramme und gesinnungen erwiesen sich zum großen Teil noch zerbrechlicher als Porzellan. Namen und Darbietungen, die dem deutschen Rundfunk zu Anerkennung und Beliebtheit ver­holfen hatten, verschwanden vor den Mikro­phonen. Neben den offiziell zugelassenen Werbe­vorträgen für die Hitler - Partei standen Ergüsse von Geistesherden wie Dr. Th. Scheffler, dem Leiter der Heimatschule in Bad Berka ", und Schulze Naumburg . Auch den berühmten ostpreußischen Nazigauleiter Koch konnten wir hören. Und Freiherren im Ueberfluß, jeden Tag

Die Beisetzung der Asche des verstorbenen Genossen Eduard Bernstein findet am Freitag, dem 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof, Schöneberg , Maxstraße, statt. Die Ge­denkrede hält Gen. Otto Wels , MdR. Die Partei wird dem alten Kampfgenossen ein großes Trauergeleit geben.- Alle Kreise und Abteilungen nehmen mit ihren Bannern und Fahnen daran teil. Der Auf­marschplan wird noch bekanntgegeben.

Die ersten des Jahres

Kinder, die in der letzten Neujahrsnacht in der Berliner Charité das Licht der Welt erblickten.

Die Eisenbahn rollt

Kein spanischer Arnarchistenstreik

Madrid , 2. Januar.

Die Eisenbahnerstreif, den am 1. Januar die Anarchisten in ganz Spanien entfesseln wollten, scheint vollkommen gescheitert zu sein. Auf allen Eisenbahnlienten herrscht regelmäßiger Betrieb und nur wenige Arbeitseinstellungen sind zu ver­zeichnen Nur in Saragossa ist es zu einigen Störungen gefommen. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Polstreit in Irland ? Wegen Kürzung der Gehälter

Dublin , 2. Januar.

Die irische Regierung ist nunmehr infolge der geplanten Kürzung der Beamtengehälter von einem Streik der Postbeamten bedroht. Am Sonnabend sprach noch einmal eine Abordnung der irischen Arbeiterpartei bei de Valera vor und erklärte, auch die als Zugeständnis vorge­schlagene Berringerung der Kürzung um 50 Proz. für unannehmbar. De Valera lehnte jedoch ihre Forderungen nach zweistündigen Besprechungen ab. Für Dienstag ist eine Versammlung der irischen Postbeamtengewerkschaft einberufen wor­den, um eine Entscheidung über die Stellungnahme zur Regierung zu treffen.

Kündigungsschuh

In der Tschechoslowakei

Prag , 2. Januar. Das Justizministerium hat, um in der heutigen Krisenzeit die Privatangestellten einiger maßen zu schützen, zwei Gesetzesvorlagen ausge arbeitet, die den Zweck verfolgen, die Kündigungs­frist zu verlängern. Für Angestellte höherer Kategorien soll eine mindestens sechswöchige Kündigungsfrist eingeführt werden, die sich nach einem dreijährigen Dienstverhältnis in eine drei­monatige umwandeln soll und für jede weiteren drei Jahre um einen Monat verlängert würde. Für alle übrigen Angestellten soll eine mindestens 14tägige Kündigungsfrist eingeführt werden, die sich nach drei Jahren auf eine dreiwöchige erhöht und für jede weiteren drei Jahre um eine Woche verlängert werden soll

Präsident Masaryks Befinden hat sich soweit gebessert, daß er viel außer Bett ist. Die Neujahrsempfänge entfielen. Die Glückwünsche wurden schriftlich übermittelt.

Wetter für Berlin : Ziemlich trübe, ohne erheb liche Niederschläge, Temperaturen um Null Grad, mäßige südliche Winde. Für Deutschland : Im Nordwesten etwas Regen, sonst wenig Aenderung.

Berantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelböfer; Gewerkschaftsbe wegung: J. Steiner; Feuilleton : Herbert e- père; ofales und Sonstiges: Frip Aarstädt; Anzeigen: Otto Sengst: sämtlich in Berlin Ver­lag: Vorwärts- Berlag Gm. b H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer 1. Co., Berlin S. 68, Lindenstr 3 Bezugs bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht.

Hierzu 1 Beilage.

Theater, Lichtspiele usw.

Staats

Theater

Montag, den 2. Januar Staatsoper Unter den Linden

20 Uhr.

Der Troubadour

Staatliches Schauspielhaus

20 Uhr

100 000 Thaler

Winter Garten

Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erl.

20 Wienerinnen

konzertieren

E

Kurt Fuß, 4 Winclairs. Gaston Palmer Rudolf Mälzer Walkmir- Trio usw.

e

Städt. Oper Deutsches

Charlottenbur

Fraunhofer 0231 Montag, 2. Januar

Volksvorstellung

20 Uhr

Martha

P.ahl. Zador, Ludwig, Baumann,

Pechner

Dirigent: Ladwig

Berliner Theater

Charlottensir. 93 Dönhoff 625

Künstler- Th.

Nürnberger Str.

Lessing Theater Täglich 4 Uhi Grete

Tel Bavaria 6466 Mosheim

Täglich 8 Uhr: Leopoldine

Konstantin

in: Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brionne. Wolle, Picha

Brausewetter

Der Liebling von Paris

Musik von Offenbach Regie: Homolka

Varieté

am Märchenbrunnen Am Friedrichshain 29-32 ( am Köni stor) Täglich& Uhr Das sensationelle Eröffnungs­programm mit den clitesängern Eintrittspreise Wochentags 60 Pf. Sonnab. u. Stg. 1 M. Theater

Komödienhaus des Westens

Schiffbauerdamm 25

Letzte 3 Vorstellungen Th. d. Schauspieler Tel. 02 Weid. 6304-05

814 Uhi

Zu wahr um schön zu sein

Theater am Schiffbauerdamm Weidendamm 3300 Täglich 814 Uhr

Komödie von Shaw Automatenbüfett

mit Alexander

Moissi

Täglich 84 Uhr Das Haus

Steinpl. 5121 Täglich 84 Uhr Max

dazwischen Pallenberg

von Schiffer und Joachimson Musik: Spoliansky

Der

Komödie von A. Gmeyner Inszenierung: Barnowsky brave Soldat

VOLKSBUHNE CASINO- THEATER Ab5 Januar täglich Köiber, Hellinger, Gnas,

Theater am Bülowplatz 84 Täglich 8 Uhr

D 1 Norden 6536

Lothringer Straße 37 Sonntags auch 4 Uhr

81

Oliver Cromwells Sendung Nur noch wenige Aufführungen

v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilper mit Eugen Klöpfer

Alles um Lotti Posse mit Gesang und Tanz

PLAZA Schiller Gutschein 1-4 Personen: Parkett nur

Nähe Schles. Bhf.

a. 81, Stgs. 2, 5, 818 U.

E 7 Weichsel 4031

Mme. Pompadour

Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 671:

Montag u. Dienst.

geschlossen Mittwoch 8 Uhr Uraufführung

Die Männer Rose-

Theater sind mal so

Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E7 342/

8.15 Uhr

Böhmische

Musik: Walter Kollo Sön land. Heide­mann, Car sen. Lind, Schur. Ackermann

Musikanten Theater

0.50, Fauteuil 0.75. Sessel 1,25

Stettiner Sänger Reichshallen- Th., Donhoffp!. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Preisen

Das

große Januar­programm:

Auslandsreise

mit

mit Agnes S.raub Trenk- Trebitsch, Odemar. Felix

Bressart Metropol- Theater

Deutsches Theater

Schumannstr. 13 a

Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Hans Moser in

Essig und

Oel

Täglich 84 Uhr Mar

Adalbert, Ander, Tiedtke

Kurfürstend.- T.

Kurfürstendamm 209 Tel Bism. 1400 Täglich 84 Uhr

Schwejk

Theater im Admiralspalast

Merkur 9901

Hansen Gückliche Reise räglich 8% Uhr:

100 MeterGlück

Operette von Spoliansky mit Erika von Thellmann

v. Geyer u. Frank B. B. B.

Musik: Robert Katscher Inszenierung OL Piemin er Etlinger, Stepanek Terwin, Eilers

Die lieben Erben Woiwode. Staud

Szurovy

Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße b Oberbaum 3500 Täglich 84 Uhr Stgs nachm 4 U

von Bertuch und Schwabach Musik. Künneke Regie Peukert Hans Schindler mit seinen Jazz- Symphonikern Vorverkauf anunterbrocher Hans

Albers

Liliom Vorverkauf ununterbr.

Win Schaeffers Kabarett für Alle

Nürnberger St 50

4 Uhr

Täglich 2 x 9 Uhr Das sensationelle Kabarett- Programm

Inventur­

Verkauf

in fast allen Abteilungen. Beginn 2.Januar

Preise teilweise 50% herabgesetzt

P.Raddatz& C

HAUS

VATERLAND

Jm Palmensaal

von

Tank Tee

Auf& Rheinterrasse

Familien Raffer

mit Künstler Ronzert

BETRIEB

KEMPINSKI

Tape'en

Berlin W. 8, Leipziger Str. 122-123

Linoleum

Verkäufe

Szillat,

Tapeten

ftraße 9

Möbel Patentmatragen Brimissima"" Auf­Me­tallbetten Chaise Longues. Walter, Stargarder Straße

Rolonie legematragen

Kochherde

jeder Art u Größe achtzehn.

Riefenauswahl geschäft.

Teilzahlung. trans.

portable Rachelöfen.

Badewannen- Defen,

Spezial

Gleifer,

Alexanderplat.

Reffelöfen Die alte Möbeltatalog Nr. 33 Firma Gemmler aratis

und Blenberg

Dresdenerstraße 99.

Sannowig F7 6651 Kaufgesuche

Kleidungsstücke. Bahngebisse,

Wäsche usw.

Sosen

Platinabfälle, Quecksilber Binn metalle Silber. fchmelze.Goldschmel Christionat, Wilhelm Röpeniderstraße 80a Brunnen.( Haltestelle Явре niderbrüde).

Tape en aus Hussack Zimmeret und zerei

Abendpreise 1-3 Mk. Nachm. Gedeck 1.25

Me dolle Kiste Jeden Sor ratena 11 Uhr: Nachtvorstellung NO, Wörther Straße 30

Maurer Bahr ( traße 78.