Der Reichsbanfausweis vom 7. Januar beweist solcher Geldlage nicht die Unterbringung von
für Deutschland das Vorhandensein einer Geldfülle, die alle Erwartungen noch übersteigt. War schon zum Jahresschluß die Inanspruchnahme der Reichsbant durch die Banken mit kaum der Hälfte der aus früheren Jahren gewohnten Beträge unerhört niedrig, so bringt die erste Januarwoche den schlüssigen Beweis, daß diese Tatsache nur auf eine effektive echte Geldschwemme in Deutschland zurückgeführt werden kann.
In der ersten Januarwoche sind der Reichsbank noch um 50 Millionen Mart mehr Kredite zurückgezahlt worden, als zum Jahresende in Anspruch genommen worden waren.
Die handelsmechsel nahmen um 281,2 auf 2524,3, die Lombarddarlehen um 104,1 auf 71,9 Millionen Mark ab. Nur bei den Reichsschatzwechseln zeigt sich ein Zugang um 10,2 auf 10,8 Millionen. Diese Kreditabdeckung der Banten erfolgte vielleicht zum Teil auch aus der Verringerung der unverzinslichen fremden Gel= der auf Girokonto um 201,4 auf 338,5 Millionen Mark. Die Banken hätten aber feinesfalls hier so stark abdisponiert, wenn sie nicht außerordentlich flüssig wären.
Der Notenumlauf ging um 186,5 auf
Sichert enee Wahlrecht für die Konsum- Wahlen!
Am Sonntag, dem 15. Januar 1933, findet in der Zeit von 9 bis 14 Uhr die Vertreterwahl für die Generalversammlung der Konsum- Genossenschaft statt. Wahllokale sind durch Plakataushang in den Lebensmittelabgabestellen bekanntgemacht. Als Wahlausweis gilt das Mitgliedsbuch.
Alle Genossinnen und Genossen, die Mitglieder der Konsum- Genossenschaft sind, müssen ihr Wahlrecht ausüben. Fordert deshalb die Mitgliedsbücher in den Verkaufsstellen ein.
3374,0, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 20,5 auf 392,7 Millionen Mark zurück. Die Depisenbilanz war ausgeglichen; die Goldbestände verringerten sich um 1,0 auf 805,2, die Devisenbestände erhöhten sich um 1,3 auf 115,1 Millionen Mark. Die Dedung der umlaufenden Noten erfuhr mit 27,3 gegen 25,8 Proz. zum Jahresschluß eine erhebliche Berbesse= rung.
Auch die Entwidlung bei der Reichsbank stellt uns wieder der erschütternden Tatsache gegenüber, daß im fapitalistischen System fürchterlichste Krisennot mit ungeheuerlichem Geldüberfluß zusammentreffen kann.
Dieser Widerspruch fann sich im fapitalistischen System in der Richtung einer Wirtschaftsbesserung nur lösen, wenn das überflüssige Geld sich in Kapital verwandelt, nach der Auffassung der Unternehmer in neue Fabriken und neue Maschinen. Das ist heute nicht möglich, meil Fabriken und Maschinen übergenug vorhanden sind, und auch die Technik des Fabrikationsprozesses dürfte auf ausreichender Höhe sein.
In folcher Lage ist öffentliche Arbeitsbeschaffung das einzige Mittel. Daß die Regierung Schleicher in so unzulänglicher Weise die öffentliche Arbeitsbeschaffung durchführt, läßt die in Deutschland vorhandene Geldschwemme zu einer schweren Anflage gegen die Reichsregierung werden. Wer bei
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Arbeitsbeschaffungsanleihen menigstens versucht, wie es die Sozialdemokratie verlangt hat, macht sich geradezu eines wirtschaftlichen Verbrechens schuldig.
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Die Ursachen des Geldüberflusses liegen klar zutage. Einmal hat die Rückkehr des Vertrauens besonders bei den Sparern die Lage der Sparkassen sehr verbessert überall, auch aus den Tresors, ist gehortetes Geld zum Vorschein gekommen dann hat die Verschärfung der Krise, aber auch die so vollkommen überflüssige Lohnsenkungs- und Steuergeschenkpolitik immer mehr Wirtschaftsgelder freigesetzt und endlich wurden auch dem Ausland geschuldete Wirtschaftsgelder frei, die aber infolge der Stillhaltung in Deutschland bleiben, statt abzufließen.
Auch der Kapitalmarkt fester
Die vom preußischen Staat begebenen neuen 130 Millionen Schazanweisungen wurden, sei es durch Umtausch, sei es durch neue Zeichnung, innerhalb der Umtauschs- und Zeichnungsfrist restlos untergebracht
Es handelt sich hier um ein außerordent lich bemerkenswertes Ereignis. Einmal wird die Geldmarktfülle durch den preußischen Anleiheerfolg wieder schlagend unterstrichen; zum anderen ergibt sich, daß auch der Kapitalmarkt schon eine sehr beachtliche Festigung erreicht hat, denn die Schahzanweisungen werden immerhin erst in drei bis vier Jahren fällig
Der Erfolg der Preußenanleihe ist ein weiterer
Beweis für die Leichtfertigkeit einer Regierung, die glaubt an Arbeitsbeschaffungsanleihen vor. übergehen zu sollen.
Eine wichtige amerikanische Stimme
Im Jahresbericht der führenden New- Yorker Bant, der Chase National Bank , macht der Präsident des Verwaltungsrats Wiggins zu dem de u t- schen Schuldenproblem bemerkenswerte Ausführungen. In dem Bericht heißt es, daß Deutschlands Kreditlage heute weit ermutigender sei als vor einem Jahre. Die deut schen Schuldner hätten einen sehr guten Willen und große Zuverlässigkeit bewiesen und mehr ge leistet, als sie versprochen hätten.
Der Bericht betont sodann weiter, daß zum Schuße der deutschen Währung die Regierung mit den Banken und der Wirtschaft erfolgreich zusammengearbeitet und dabei die volle Unterstützung der Bevölkerung gefunden hätten, die infolge der bitteren Erfahrungen aus der In= flation sich jedem Programm einer Abkehr von der Goldwährung energisch widersezt habe. Deutschland sei durch die letzten Jahre politischer Unruhen mit einer eindrucksvollen Standhaftigkeit hindurchgekommen und das Vertrauen zu Deutschlands Stabilität sei daher in der Welt gemachsen.
Dieser Bericht ist für Deutschland um so been= tungsvoller, als sein Verfasser Wiggins der Vorsitzende der Großen Stillhaltefonferenz ist, die Ende Januar in Berlin wegen des weiteren Verbleibs von rund 4 Milliarden ausländischer Kurzfredite in Deutschland stattfindet.
Stahlverein zur Jahreswende
Höhere Umsätze Ungeklärte Sanierungsfrage
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In der Regierungspresse wie an der Börse bemüht man sich seit längerem krampfhaft, die Produktionsbelebung im Bergbau und der Eisenindustrie in den Beginn einer wirtschaftlichen ,, Schönwetter" Periode umzudeuten. Der erwartete Quartalsbericht des Stahlvereins, der jezt erschienen ist, mußte schon seit einigen Tagen in der Burgstraße als furstreibender Faktor herhalten.
Der Bericht der Vereinigten Stahlwerke A.-G. bringt nach der Entwicklung der letzten Monate feine Ueberraschung. Stärkere Eindeckungen des Handels zur Auffüllung der Läger, die bereits erteilten Aufträge der Reichsbahn aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm und die Erledigung größerer Russenaufträge haben zusammengewirkt, um auch bei dem größten Montanunternehmen die Produktion zu heben. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 1932/33, also vom Oktober bis Dezember 1932, ist die Kohlenförderung von 3,38 auf 4,07 und die Koksproduktion von 0,89 auf 1,07 Millionen Tonnen ge= stiegen. Auch die Leistungen der Hochöfen haben sich von rund 453 000 auf knapp 595 000 Tonnen und die Stahlproduktion von rund 443 500 auf 667 375 Tonnen erhöht.
Gegenüber diesen immerhin beträchtlichen Produktionssteigerungen von rund 33 Proz. bei Rohstahl und 30 Proz. bei Roheisen halten sich die Neueinstellungen von Arbeitern noch im engsten Rahmen. Die Belegschaft hat sich von Ende September bis Ende Dezember um noch nicht 9 Proz. von 81 768 auf 88 893 Mann vermehrt. Zum Jahresschluß 1931 waren 84 512 Mann in den Betrieben beschäftigt. Die Zahl der Angestellten ist sogar noch etwas, von 11 343 auf 11 112 Mann, zurückgegangen.
Der Umsatz hat sich im Vergleich mit dem vorhergehenden Quartal von 124,7 auf 138,2 mil
Am Sonnabend, dem 7. Januar, entschlief der Zimmermann und frühere Gastwirt
Wilhelm Bernuth
im Alter von 70 Jahren. Um stilles Beileid bitten Witwe E. Bernuth
nebst Kinder und Enkelkinder. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12 Januar, nachm 3 Uhr, auf dem Bartholomäus- Friedhof, Falkensee, Falkenberger Straße, statt.
Am Sonnabend. dem 7. Januar. verschied nach langer schwerer Krankheit mein lieber Mann, der Obermetteur
Martin Schubert
im 71 Lebensjahr. Berlin SW, Solmsstr. 12 In tiefer Trauer Adelheid Schubert, geb. Schade Die Trauerfeier findet Freitag, den 13. Januar, mittags 1 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt:
lionen erhöht; davon ist der Inlandsumsah von 78,1 auf 87,2 Millionen, der Auslandsumsatz von 46,3 auf 51 Millionen Mark gewachsen. In der entsprechenden Zeit des Vorjahres( OktoberDezember 1931) wurden 144,2 Millionen Mark umgesetzt.
Die Auftragsbestände der Hüttenwerke und ver= arbeitenden Stahl- und Eisenbetriebe erreichten am 31. Dezember etwa 90 Proz. der Auftragsbestände, die im Monatsdurchschnitt 1931/32 vorhanden waren.
Die Verwaltung des Stahlvereins und die der Schwerindustrie hörige Presse wird die günstigere Situation der Stahlvereinsbetriebe natürlich zu einer Verschleppung der Sanierung ausnußen. Aber jede zur Arbeitsbeschaffung an den Stahlverein vergebene Tonne Eisen ist mie Wasser in ein bodenloses Faß gepumpt, wenn nicht dieser übermäßig verschuldete und übertapitalisierte Mammutkonzern an Haupt und Glie dern saniert wird.
Der Margarinekrieg
Keine Ablösungsabgabe
Der Margarine verband gibt folgende Erklärung bekannt:
Zahlreiche Blätter bringen die Nachricht, die Margarineindustrie habe, um dem Butterbeimischungszwang zu entgehen, der Reichsregierung ein Ablösungsangebot" gemacht. Sie wolle je Zentner erzeugter Margarine 3 M. zur Verfügung stellen die zum Ankauf der überschüssigen Buttermengen wendet werden sollten.
ver=
Eine Ablösungssumme, die die Margarine
Sofen
Deutscher Metallarbeiter- Verband Simmerer und Brimissima" Auf.
Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige
Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Wickler
Paul Winkler
geb 19. Juli 1870, am 6. Januar gestorben ist.
Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11. Januar, 14 Uhr. von der Leichenhalle des ZionsFriedhofes in Nordend aus, statt Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung.
Verkäufe
Rochherde
jeder Art u Größe
industrie zu entrichten hätte, müßte fich für das Produft ebenfalls preisverteuernd auswirfen, genau wie ein Butterbeimischungszwang. Man kann die Nachricht von dem angeblichen Ablösungsangebot daher nur als einen Ver= suchsballon ansehen.
Nicht die Margarineindustrie, sondern der Wunsch einseitig interessierter Kreife ist der Vater des Gedankens. Zumindest soll der Anschein erweckt werden, als sei die Margarineindustrie bereit und in der Lage, eine Sondersteuer zu tragen. Es muß deshalb mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß die Margarineindustrie niemals freiwillig eine Belastung auf sich nehmen wird, die eine Verknappung der für weiteste Verbrauchertreise auch gegenwärtig schon zu geringen Fettversorgung zur Folge haben würde."
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Für unsere Leser ist diese Erklärung eine Ueberraschung. Wir haben schon vor Tagen die behauptete Bereitschaft zu einem geldmäßigen Loskauf der Margarineindustrie von der Butterbeimengung als Versuchsballon wahrscheinlich der Braunschen Bürokratie gekennzeichnet. Bemerkenswert ist die ultimative Absage der Margarineindustrie. Das Margarine= schlamassel der Reichsregierung mird immer größer.
Unverantwortlich!
Verteuerung
der Arzneien ab 1. Februar
Ein neuer Schlag gegen das notleidende Bolk steht bevor, ein besonders un sozialer, da er die Kranken trifft, ein besonders erbittern= der, weil er völlig unfinnig ist. Das Schwinden der Massenkauftraft, die bewußte Drosselung des Arzneiverbrauchs der Bersicherten haben na türlich zu einem Absa grudgang bei den Apotheken geführt. Jezt hat die Reichsregierung den unverantwortlichen Beschluß gefaßt, die Arzneitage( den Zuschlag der Apotheker auf die Einkaufspreise) wieder zu erhöhen, nachdem der Preiskommissar sie von 75 auf 64 Proz. des Einkaufspreises herabgesetzt hatte.
Diese unerhörte Maßnahme soll bewußtunsozial gestaltet werden. Auf die billigen, für den Massenabsag michtigen Artikel( bis zu einer Mark Einkaufspreis) sollen Zuschläge
70 Pro 3. fommen. Mit steigendem Wert werden die Zuschläge gesenkt; bei Bräparaten über 7,50 Mart Einkaufspreis beträgt der Zuschlag 50 Proz. Man will dadurch angeblich den Absatz der modernen, teuren Präparate( Hormon Präparate!) heben. Das ist natürlich ein fächerlicher Vorwand; man will an den unbedingt notwendigen Arzneimitteln der breiten Massen nar mehr verdienen.
Sieht so die soziale" Einstellung der SchleicherRegierung aus? Den Apothefern wird die Erhöhung der Tage nichts nützen, da der Absaz meiter zurückgehen wird. Der sowieso schon miserable Gefundheitszustand der breiten Massen wird einer neuen Gefahr ausgeliefert.
Konsumgenossenschaftliche Preise
Die Ermittlungen des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine über die Preise von 23 Bedarfsgütern in 33 Städten ergeben für den 23. November 1932 folgendes Bild: Preis bei den Konsumgenossenschaften 21,62 M.; Preis im geamten Einzelhandel nach den Ermitt lungen des Statistischen Reichsamts 22,77 M.; die Konsumgenossenschaften waren aljo um 1,15 M. billiger. Gegenüber dem Vormonat ist keine wesentliche Aenderung in der Preisgestaltung eingetreten.
Die Adresse der neuen Stüßungsbanken. Die Leitung der Deutsches Finanzierungs- Institut A.-G.( Finag) und der Tilgungskasse für gemerbliche Kredite( Tilfa) macht darauf aufmerksam, daß sich ihre Geschäftsräume in Berlin W56, Schinfelplaz 1-2 befinden.
Das Neugeschäft im Allianz- Konzern. In der Groß und Kleinlebensversicherung betrug der gesamte Antragszugang des abgelaufenen Jahres 109 000 Anträge mit über 293 Millionen Mark Versicherungssumme.
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