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zu begrüßen! Da Herr von Papen aud) tans didieren will, so würde sich die folgende Lifte ergeben: Hitler- Bapen- Hugenberg. Kann es eine bessere Illustration für den groß­tapitalistischen Charakter des Systems Hitler­Bapen geben?

Der Reichsfeind

Novemberverbrecher Zentrum

Das Zentrum hat beim Reichspräsidenten gegen die Begründung der Auflösungsorder protestiert und festgestellt, daß mit ihm überhaupt nicht ver­handelt worden sei.

Die nationalsozialistische Agitation wird in voller Schärfe gegen das Zentrum gerichtet. Der ,, Westdeutsche Beobachter", das Blatt des Reichsorganisationsleiters Robert Ley , schreit los:

Gegen die Novemberverbrecher von kaas bis Thälmann !"

Nach diesem Wahlschrei geht es weiter:

,, Es wirkte belustigend, noch am Mittwoch­abend Herren vom Zentrum sich in der Rolle des Shylock wohlfühlen zu sehen. Nach alter Gewohnheit glaubten sie, auf dem Wege des Kuhhandels der Buße für ihre bisherige Politik entgegen zu können und die Inangriff­nahme des Neubaues des deutschen Reiches da­durch verhindern zu fönnen, daß sie sich als Ballast an den Staatswagen anhängen. Diese Erpressergelüfte der frommen Herren find absolut mißlungen und es ist fest­zustellen, daß das sonst so fluge Zentrum in diesem Falle absolut versagte."

Dann wird getobt gegen den Reichsfeind", gegen den verfluchten schwarzroten Geist der Niedertracht und Zerstörung":

Aber das neue Deutschland fennt seinen Feind! 60 Jahre hat die Zentrums­ partei ihre 3ersehungsarbeit am deutschen Nationalgedanten mit Erfolg durchführen können. Jeht ist die Stunde der Bergeltung gekommen."

Das ist ein authentischer Kommentar zum Auf­ruf der Regierung Hitler- Papen! Nopember­verbrecher ist alles, was nicht zu Hitler- Papen­Hugenberg gehört.

Gie melden sich! Protest gegen Selbstbeschimpfung In der Morgenausgabe des Norwärts" wurde festgestellt, daß der Aufruf der Regierung eine niedliche Selbstbeschimpfung der in ihr vertretenen Deutschnationalen, des Vize­tanzlers von Papen usw. enthält. Der Aufruf behauptet, daß in den vierzehn vorausgegangenen Jahren das deutsche Volt nichts als ruiniert worden wäre, was ja dann auch auf die drei Regierungsjahre der Deutschnationalen, auf die sechs Monate Baronsregierung, auf, das Rechts­fabinett Cuno usw. zutrifft. Es sei aber hervor­gehoben, daß wenigstens ein Rechtsblatt soviel Intelligenz aufgebracht hat, diese Selbstbeschimp­fung zu empfinden. Die schmerindustrielle ,, DAZ." schreibt:

Das absprechende Pauschalurteil über alles, was seit dem 9. November 1918 in Deutschland geschehen ist und gearbeitet wurde, entspricht unferer Ueberzeugung nicht. Wir stellett, das nicht nur deswegen jeft, well jahrelang auch die Deutschnationalen an der Reichsregie­rung beteiligt waren, weil es u. a. einmal ein Kabinett des nationalen Widerstandes unter Dr. Cuno gegeben hat, sondern vor allem, weil die große Ceistung der er­drückenden Mehrheit des deutschen Berufsbeamten­fums, von der Leiffung des Unternehmers und Arbeiters sowie des Mittelstandes abge­sehen, mit dieser verallgemeinern­den kritik weit unterschäht wird. Armer Hitler! Wie soll das erst werden, wenn all die Redensarten, die er sonst widerspruchsios in ein begeisterungstaumelndes Publikum hinein­zudonnern pflegte, unter die fritische Lupe ge­nommen werden!

Arbeit in UGA.

Die Pläne Roosevelts Eigener Bericht des Vorwärts"

New York , 3. Februar.

Roosevelt hat über sein Arbeitsbeschaf fungsprogramm einige Andeutungen ge= macht. Zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Stadt und Land sollen vor allem Auf= forstungen in Angriff genommen werden. Ferner will man etwa 70 000 Arbeitsloje beim Bau von großen Flutbeden beschäftigen. Roosevelts Pläne sollen zunächst in Tennessee ausprobiert und dann auf das übrige Amerika ausgedehnt werden.

Den Posten des Außenministers hat Roosevelt dem Senator hull angeboten Dieser hat das Angebot angenommen.

Proteststreif in Lübeck

Gewaltige Arbeiterkundgebung gegen Naziterror und Justizwillkür

Eigener Bericht des Vorwärts"

Lübeck , 3. Februar.

Der Proteststreik der Lübecker Arbeiter­schaft gegen den Naziterror und gegen die Verhaftung des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Leber ist heute bormittag 11 Uhr nach der Parole der Eisernen Front roft los durchge führt worden. Sämtliche Betriebe haben sich dem Proteststreit angeschlossen. Die Straßenbahnen, die Eisenbahn­werkstätte, die Großbetriebe und der Hafen wurden restlos stillgelegt. Ein Streifbruchversuch ist nirgends unter nommen worden. Die Die kommunistischen Gegenparolen sind wirkungslos verpufft. Die Stadt wurde nach 11 Uhr von un­geheuren Menschenmassen überflutet. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

Genosse Leber, der bei einem SA. ­Ueberfall durch einen Messerstich ins

bigny

Gesicht verlegt wurde, wird von den Lübecker Justizbehörden i immer noch in Saft gehalten! Gegen die National sozialisten, die ihn verfolgt und über fallen haben, ist zwar ein Strafverfahren eingeleitet worden, aber feiner von ihnen ist verhaftet worden! Die Empörung der Lübecker Arbeiterschaft über dies zweierlei Recht wächst von Stunde zu Stunde!

Ein SA .- Führer

Der Mörder von Potempa

Die Nationalsozialisten haben einen der fünj megen des Mordes von Potempa Berurteilten, den SA . Führer Graupner, als Boll­strecker eines Bolksurteils" gegen den fommu­nistischen Arbeiter Pietrzuch gefeiert, der ehemals polnischer Insurgent gewesen sei.

Von sozialdemokratischer Seite wurde nun ge­sagt, daß vielmehr Gräupner als polnischer Insurgent bezeichnet werden müsse. Gräup­

asllovaino

Nazi fammeln in eigene Tajche

Merkwürdige Deutschland - Retter

Ein nettes Nazipaat ftand am Freitag­morgen vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte unter Anklage des Betruges, der schweren Urkundenfälschung und der Unterschlagung. Einer von den beiden, der 27jährige Heinrich 3 adeŋ, ist vielfach vorbestraft wegen Beiruges, Unterschlagung, Diebstahl und Urkundenfälschung, der andere, der 29jährige Heinrich Schulz , nur" wegen fortgefehten Befruges und Urkundenfälschung einmal zu fechs Monaten Gefängnis verurteilt. Als Mit­glieder der NSDAP . hatte sie mif Sammellisten die Häuser abzuklappern und ließen einen Teil der Gelder in die eigene Tasche wandern. Und zwar unter folgenden Umständen:

Jaden hatte soeben in der Nähe von Hamburg ein Jahr Gefängnis verbüßt, weil er während des Bolksbegehrens angeblich für die NSDAP . Gelder gesammelt und für sich verwandt hatte. Er tam nach Berlin , suchte Schulz auf, den er von früher her fannte und der feit 1930 Mitglied der NSDAP . mar.

Schulz war gegen feine nationalsozialistischen Parteigenoffen außerordentlich erbiffert,

er befand sich in größter Not; tonnte aber nicht feine Außenstände bei den Bg.s eintreiben, u. a. auch nicht bei einem SS.- Führer, obgleich er ber Parteileitung bereits die Unterlagen eingereicht hatte. Also beschloß er, sich mit Hilfe der grünen Sammellisten schadlos zu halten. Jackey half ihm

Frank II gegen Hugenberg

Wüste Drohungen gegen den ,, Vorwärts"

Gestern sprach in einer Bersammlung der Nazi studenten in der Universität der Reichstagsabge­ordnete Frant II über, itler als Reich s- fanzler". Frant, der stolz mitteilte, er täme gerade aus einer Besprechung mit Hitler, fagte fein Wort über den Inhalt des Hitlerschen Vier­jahresplans. Dafür wandte er sich recht scharf gegen die Regierungsgenossen aus dem deutsch nationalen Lager. Es sei nicht etwa der Wille der NSDAP. ,, stabile Regie­rungsverhältnisse im Sinne der Weimarer Ver­faffung zu schaffen".

Hiller wolle die ausschließliche Macht. In diesem Kampf werde man sich auch nicht durch Leute beeinflussen lassen, die dauernd den Nazis die Einstellung des Bruderkampfes empfehlen. Das Bürgertum, das heute dem Führer die Hände schüttele, habe 1918 Deutschland an den Margismus verraten. Wir sind legal", so er­tlärte Frant II, aber die Voraussetzungen sind heute ganz andere als 1919, wo die Verfassung geschaffen wurde" Damals gab es noch keine bolichemistische Gefahr heute müsse und werde der Nationalsozialismus das asiatische Unter­menschentum aus seinen Schlupfminkeln ver treiben und vernichten. Davon werde man sich durch kein liberales Rechtsempfinden abhalten lassen. Trotz des jüngsten Erfolges war Herr Frank der Treue seiner Anhänger nicht ganz sicher. Er ermahnte sein nationalsozialistisches Bublifum mehrfach, Adolf Hitler die Treue zu halten, da der Führer sich unter fein Joch ge­beugt habe oder beugen werde.

Seine Furcht vor der Abwehraktion der Eisernen Front suchte er hinter wüsten Drohun gen und Beschimpfungen zu verbergen. Man werde alle Machtmittel des Staates und wenn es sein müßte die SA. und SS gegen fie ein­feßen.

dabei, indem er zu diesem Zwed den Ausweis eines NSDAP.- Mitgliedes benugte, den ihm dieser für jeden Fall zur Verfügung gestellt hatte. In einer Woche tonnie jeder von ihnen die er­fledliche Summe von etwa 87 M. einstecken.

Jacken, von dem Erfolg beflügelt, schickte im April v. J. an das Braune Haus in München eine Beitrittserklärung. Der Parteifunktionär fuchte ihn daraufhin in Berlin auf.

Der vielfach vorbestrafte Jaden wurde tat­sächlich eingeschriebenes Mitglied der Nalio­nalsozialistischen Partei und erhielt auch fo­fort Sammeliffen.

Er betrieb das Sammeln gemeinsam mit Schulz. Auch diesmal ließen sie 45 M. in die eigene Tasche wandern. Da ihnen die Sache aber zu gefährlich schien, bestellten sie in einer Druckerei

ner habe als Mitglied des deutschen Selbstschuzes für Oberschlesien Verrätereien verübt, sei dann aus Furcht, daß sie an den Tag tommen könnten, ins polnische Lager übergegangen und habe mit der Waffe gegen die Deutschen gefämpft. Mit den französischen Truppen sei er, als sie Ober­ Schlesien verließen, geflohen und habe dann zehn Jahre in der französischen Fremdenlegion gedient. Dort habe er sich schwer strafbar gemacht, sei geflohen und wieder nach Oberschlesien als SA.­Mann zurückgefehrt.

Diese Mitteilungen werden nun voll be stätigt. Graupner führt nämlich vor dem Landgericht in Beuthen einen Prozeß, in dem er die Ehelichkeit mehrerer feiner Kinder be streiten will.

Zum Beweis für seine Forderung machte er geltend, daß er seinerzeit mit den Fran­ 30sen Oberschlesien verlassen und zehn Jahre lang in der Fremdenlegion gedient habe; er könne also nicht der Bater der inzwischen geborenen Rinder sein.

Damit ist also das bewiesen, was die National­sozialisten bisher leidenschaftlich bestritten hatten!

Wallstraße heimfehrten, und Kommunisten an der Ede Bismard- und Wilmersdorfer Straße zu einer schweren Schlägerei. Ein Polizeibeamter des Begleitkommandos ist angeblich von den Kommu nisten beschossen worden. Der Beamte feuerte daraufhin einige Schreckschüffe ab. Berlegt wurde niemand. Insgesamt sind in der letzten Nacht 18 Festnahmen erfolgt. Der größte Teil der Festgenommenen ist jedoch aus dem Polizeipräfi dium wieder freigelassen worden.

Die blutigen Vorgänge in den legten 48 Stun den hatten das Kommando der Berliner Schutz­polizef zu besonderen Ueberwachungs. maßnahmen in der letzten Nacht Beranlassung gegeben. Zahlreiche Schupopatrouillen durch­streiften alle Stadtgegenden und in einigen Fällen gelang es, Schlägereien zwischen Links und Rechtsradikalen im Reime zu ersticken. Rufund Anjehen Berlins als Fremdenstadt müssen unfehlbar zugrunde gehen, wenn es nicht gelingt, die hemmungs- und diszi­ plinlosen SA.- Leute energisch in ihre Schranken zu weisen.

ähnliche Sammelliſten. Der Sohn des Druders Bayern?- Nicht in die Hand!

mar aber zufällig gleichfalls Mitglied der NSDAP. Man fragte in der Hedemannstraße an, und als Schulz tam, um die Listen abzu holen, murde er von mehreren Herren aus ber Hebemannstraße in Empfang genommen. Jaden mußte die NSDAP verlassen, Schulz, der dem Gau eine Zeffion auf seine Außenstände gab, wurde gestattet, ir der Partei zu bleiben.

Das Gericht verurteilte Jackey zu einem Jahr Gefängnis und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von drei Jahren, Schulz zu 6 Wochen Gefängnis.

Sprache des Borwärts". Mit den Leuten dieses Blattes fönne man nicht anders als ,, mit der Peitsche in der Hand" sprechen. Als außenpolitisches Ziel der Hitler Regierung bezeichnete Frant ein Bündnis mit Stalien gegen Frankreich. Eine Auf­forderung zu weiteren Hochschulfrawallen war sein Appell an die Nazistudenten, alle Fälle Cohn" zu bereinigen".

Im übrigen bewies die Versammlung deutlich den Zerfall des Hitlerschen Studentenbundes an der Universität Obwohl die Nazis noch vor: mittags in der Universität durch Sprechchöre zum Besuch der Versammlung aufgefordert hatten, waren nur 70 Studenten erschienen, die durch demonstrativen Beifall die Stellen feiner Rede unterstrichen, in denen er sich gegen das Bürgertum wandte, das glaube die Hitler­Bewegung für seine Zwecke einspannen zu fönnen. Wenn sich in absehbarer Zeit noch deut­licher als bisher herausstellen wird, daß in der neuen Regierung der Führer" der Geführte ist, daß den Kurs Bapen und Hugenberg bestimmen, werden, das bewies die Stimmung der Versamm fung, alle Aufrufe zur Treue gegen Hitler nichts helfen.

SA. im nächtlichen Berlin

Polizei auf dem Posten

Die letzte Nacht ist in Berlin verhältnismäßig rubig verlaufen. Trotzdem muß der objektive Beobachter feststellen, daß es immer wieder die Nationalsozialisten sind, die Un­ficherheit in das öffentliche Leben hineintragen und Ruhe und Ordnung gefährden. Haben es doch vier SA. Ceute fertig bekommen, in der vergangenen Nacht am Landsberger Plat über einen Passanten herzufallen und ihn zu Boden zu fchlagen. Die braunen Wegelagerer wurden festgenommen.

Auch in Charlottenburg fam es am Donnerstagabend gegen 10 Uhr zwischen SA.. Bejonders angetan hatte es ihm die energische Leuten, die von der Demonstration" in ber

Lob des preußischen Strafvollzugs

Bor, dem Schöffengericht Berlin­Mitte hatten fich auf Grund einer Selbstbezichti gung megen Diebstahls, und Hehlerei der Haus­diener Mar Burger und der Bäcker Preßlein zu verantworten.

Burger und Breßlein sind alte Ber­brecher, Burger 26mal. Breßlein 18mal vor­bestraft. Beide find bereits ausnahmslos mit allen Strafanstalten Deutschlands befannt geworden. Auf die Frage, warum fie sich des Diebstahls und der Hehlerei von zwei Fahrrädern selbst bezichtigt hätten, ertiärten beide, daß sie sich selbst bezichtigt hätten, um zu ver­hindern, daß sie in Bayern auf Grund von begangenen Straftaten abgeurteilt würden. Sie hätten die Erfahrung gemacht, daß in bayerischen Gefängnissen die Berpflegung so miserabel sei und daß die bayerischen Gefängnisse mit den preußi­schen Zuchthäusern gar feinen Bergleich aus­hielten. Sie wollten nie wieder in bayerischen Strafanstalten, sondern in Preußen ihre Strafs taten verbüßen.

Auf Grund der Selbstbezichtigung blieb dem Gericht tatsächlich nichts anderes übrig, als den beiden Einbrechern den Gefallen zu erweisen. Burger wurde zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus, Breßlein zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Eisenwerk niedergebrannt

Karlsruhe, 3. Februar. Die Stadt andern wurde in den frühen Morgenstunden des Freitag von einem Groß­feuer heimgesucht, das großen Schaden an­richtete.

Gegen 3 Uhr brach in dem Fabrikgebäude des Eisenwertes Kandern ein Feuer aus, das sich sehr schnell zu einem Großfeuer entwidelte und die Gießerei. Schlosserei, Fore merei, Büroräume usw. vollkommen zer= störte. Nur das Lager fonnte gerettet werden. Etwa 100 Arbeiter sind über Nacht brot­los geworden. Der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Mart. Da am Sonntag bereits schon einmal ein Brand ausbrach, vermutet man Brandstiftung.

Polizei im RGO.- Haus

Beamte der politischen Abteilung des Polizei­präsidiums haben heute vormittag furz vor 11 Uhr das Haus der RGO.( Revolutionäre Gewerk­schaftsopposition) in der Münzstraße 24 zum Zwede einer Durchsuchung bejezt. Die Aktion ist bei Redaktionsfchluß noch im Gange.