Die Arbeiterbank steht fest
Ueberraschend günstige Entwicklung im Krisenjahr 1932
Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.- 8. hat der Deffentlichkeit ihren Be= richt von 1932 zur Verfügung gestellt. Die Arbeiterbank zahlt ihren Aktionären, das sind die großen Verbände der freien Gewerkschaften, auf das Kapital von 12 Millionen Mark eine Divi dende von 5 Broz, ohne damit ihre Ueberschüsse zu erschöpfen. Im vorigen Jahre waren sämtliche Gewinne zur Stärkung der inneren Reserven verwandt worden.
Für die meisten großen Aktien- und Privatbanken hat das Jahr 1932 eine zweimalige Stügungsaktion erfordert; im Februar durch verlorene Zuschüsse, Kredite und Aktienübernahme durch das Reich, am Ende des Jahres durch die Gründung der Deutschen Finanzierungs institut A.-G. und der Tilgungskasse, um eingetretene Verluste in späteren Jahren tilgen zu tönnen. Die Arbeiterbank war bei feiner dieser Aktionen materiell beteiligt. Sie hat, nachdem schon im schwersten Krisenjahre 1931 durch sorgfältige Verwaltung die Kunden der Arbeiterbank ruhig schlafen konnten, im Jahre 1932
neue Beweise ihrer Gesundheit und Anziehungskraft geliefert. Die organisierte Arbeiterschaft hat allen Grund, auf ihr Bankinffitut stolz zu sein.
Der Umfang der Geschäfte hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht nur gehalten, sondern noch leicht erhöht. Die Bilanzsumme stieg von 151,0 auf 151,8 Millionen. Der Umsatz vermehrte sich von 3,07 auf 3,15 Milliarden Mark. Der gesamte Einlagenbestand ist von 135,1 auf 135,5 Milliarden noch gewachsen. Seit der Jahresmitte ist dem vorhergehenden fonjunkturellen Abfluß ein 3 ug ang neuer Einlagen gefolgt, der durch ein nicht unerheb= liches Neugeschäft noch erweitert wurde; ein Beweis des der Bank entgegengebrachten Vertrauens.
In der Anlage der Gelder wurde für eine noch erheblich größere Flüssigkeit und Zahlungsbereitschaft Sorge getragen. Die liquiden Konten Kasse, Bankguthaben, Schecks, Wechsel und Schatzanweisungen sind von 49,23 auf 65,17 Millionen Mark erhöht, so daß
fast die Hälfte der gesamten Einlagen sofort griffbereit
ist. Die Bankguthaben von rund 56 Millionen Mark befinden sich zu 86 Proz. bei
öffentlichen Banken und zu 14 Proz. bei Großbanten und ersten Privatbanken, insgesamt bei 201 Banten, so daß die denkbar größte Risikoverteilung auch bei der Flüssighaltung sichergestellt ist. Auch im Jahre 1932 hatte die Arbeiterbant nicht nötig, zur Erfüllung ihrer Verpflich tungen gegenüber ihren Kunden das eigene Akzept zu verwenden.
Die eigenen Wertpapiere( 7,13 Millionen), die Konsortialbeteiligungen( 2,12 Millionen) und die dauernden Beteiligungen der anderen Banken( 3,9 Millionen) sind in der Bilanz von 16,06 auf 13,15 Millionen verringert, in erster Linie durch Abschreibungen zum Zwede stiller Reservenbildung. Die Bewertung ist besonders vorsichtig erfolgt. Unter den Beteiligungen befindet sich der unveränderte Aktienbesitz an der Hannoverschen Bodenkreditbank, die auch für 1932 wieder eine Dividende verteilen wird.
Bei den Ausleihungen in laufender Rechnung ( Debitoren) find Rückzahlungen von 86,74 auf 73,49 Millionen Mark erfolgt; angesichts des starken Einfrierens von Banfforderungen bei anderen Instituten ein recht günstiges Verhältnis. Gerade die gewerkschaftlichen Baugenossenschaften und Bauhütten sind ihren Verpflichtungen in erfreulicher Weise nachgekommen.
Bon den gewährten Krediten kommen auf öffentlich- rechtliche Institute 41,02 gegen 39,8 Proz. im Vorjahr, auf Betriebe und Organisationen der Arbeiterschaft 42,45 gegen 52,81 Pro3. im Vorjahr und auf sonstige Kreditnehmer 7,39 gegen 6,36 Proz. im Vorjahr. Durch die Entwicklung auf dem Baumarkt und die Drosselung des Wohnungsbaues durch die staatliche Gesetzgebung ist die Gewährung von 3wischenkrediten von neuem start zurückgegangen. Es fonnten 1932 nur noch rund 1000 Wohnungen finanziert werden gegen noch 2900 im Jahre 1931 und rund 10 000 im Jahre 1930.
Die Gewinnrechnung zeigt eine Bermehrung der Gesamteinnahmen von 3,46 auf 3,77 Millionen Mark.
Das Beziehen des neuen Gebäudes am Märkischen Ufer hat die Handlungsunfosten von 2,24 auf 2,47 Millionen steigen lassen; der Anteil der fachlichen Kosten ist zugleich von 43
Die Oldenburger Sozialisierung
Oder die Nazis als Unruhestifter
Der Schlag, den die Oldenburger Naziregierung gegen die Spartassen geführt hat, hat in Sparkassenkreisen höchste Be= unruhigung hervorgerufen. Selbst Blätter, die so stürmisch die Regierungsbeteiligung der Nazis ge fordert hatten, wie die ,, Berliner Börsenzeitung" und die Deutsche Allgemeine Zeitung", sind über die Heldentat der Oldenburger Naziregierung entfegt und fragen besorgt, ob diese Verstaatlichung" der kommunalen Sparkassen nicht mit den Finanzbedürfnissen des oldenburgis schen Staates zusammenhängt.
In der Tat sind ja auch, seit die Nazis in Olden burg das Dritte Reich eingeführt haben, die Finanzen dieses Landes schwer bedroht und man kann es perstehen, daß die Naziregierung sich nach Meltkühen umsieht, die sie möglichst bequem abmelfen kann. Schließlich sind 60 millionen Martso hoch stellen sich ungefähr die Spareinlagen bei den jetzt sozialisierten" kommunalen Sparkassen Oldenburgs- für ein kleines Land tein Bappenstiel.
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Die andere Frage ist nun, wie sich die Sparer mit dieser höchst sonderbaren Methode der Berftaatlichung abfinden werden.
Als im Sommer 1931 die Kreditkrise ausbrach, wurden vom Reich für alle kommunalen Sparfassen strenge Anlagevorschriften erlassen, um die Sicherheit der Spareinlagen absolut zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde den Sparfassen verboten, den Kommunen auch nur die kleinsten Kredite zu gewähren. Dieses Verbot ist heute sicher nicht mehr berechtigt und die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beantragt deshalb auch seine Aufhebung.
Aber als dieser Antrag vor kurzem im Haushaltsausschuß zur Beratung stand, sprach sich der Reichsfinanzminister Krosigk Schwerinda= gegen aus mit der Begründung, daß die Aufhebung dieses Verbots Beunruhigung unter die Sparer tragen würde!
Die Oldenburger Naziregierung hat entschieden weniger Strupel als der Finanzminister Hitlers .
Sie verstaatlicht die Sparkassen und entzieht sie damit den Anlagevorschriften des Reichs mit dem durchfichtigen Zwed, die wankenden Staatsfinanzen zu stützen.
Wir haben also jetzt folgende eigenartige Situation: Der Finanzminister der HitlerRegierung lehnt die Kreditgewährung der Sparkassen an die Kommunen auch in dem engen Rahmen, den die Anlagevorschriften des Reiches
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offen lassen ab, weil sie Beunruhigung unter den Sparern schaffen würde. Aber die Oldenburger Naziregierung raubt die Sparkassen den Kommunen, um sie schrankenlos dem Kredit dieses fleinen Ländchens dienstbar zu machen, daß ja auch nicht mehr Einwohner und Steuerkraft hat als eine größere Kommune.
Die Hitler - Regierung hat ihre Verordnung gegen die Presse vor allem damit begründet daß be un ruhigende Gerüchte verbreitet wurden. Es gibt aber viel Schlimmeres als die Verbreitung beunruhigender Gerüchte: die Vornahme be un ruhigender Handlungen. Wir dürfen daher annehmen, daß, da die Regierung Hitler zum Unterschied von uns, keine Hemmungen gegen die Einsetzung von Kommissaren zu haben scheint, fie auch in Oldenburg durch einen Reichstommissar für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung sorgen wird, die dort zum Unterschied von Preußen durch die Landesregie rung wirklich bedroht zu sein scheint.
Stoßseufzer der Unternehmerpresse
Die ,, Deutsche Allgemeine Zeitung" jammert Stein und Bein über die Borgänge in Oldenburg . Sie tut es aber besonders deshalb, weil sie in dem Vorgehen der oldenburgischen Nationalsozialisten im Bayerischen Landtag angeNaziregierung eine Parallele zu dem von den nommenen Antrag zur Ber staatlichung der Großbanken erblidt, ein Antrag, von dem sich die bayerischen Nazis nicht mehr drücken fonnten, weil die bayerische Sozialdemokratie die Nazis auf ihren früher gestellten Antrag feſt nagelte.
Die„ DA3." beschwört nun Hitler , doch um Gotteswillen seine Bayern und seine Oldenburger zur Räson zu bringen.
Hitler denke doch vermutlich über die sogenannte Brechung der Zinstnechtschaft recht skeptisch. Es sei notwendig, so meint die„ DA3.", daß der Reichskanzler Hitler seine überragende Autorität in der Partei einsehe, um sowohl in der bayerischen Landtagsfraktion wie in Oldenburg nach dem Rechten zu sehen.
Wir zweifeln nicht, daß die„ DA3." Hitlers Einstellung richtig einschätzt. So greifbar der Unfug in Oldenburg ist, so erwarte doch auch die ,, DA3." von Hitler , daß er grundsäglich nur noch das Nationale in den Vordergrund stellt und das Sozialistische aus der Firma seiner Partei mehr und mehr verschwinden fäßt, so wie es in edler Offenherzigkeit auch andere Kapitalisten blätter schon verlangt haben.
auf 52 Proz. gestiegen, während die persönlichen Unkosten entsprechend von 57 auf 48 Proz. zurüdgingen. Die an den Vorstand gezahlte Gesamtvergütung betrug 1932 nur noch 72 000 Mark gegenüber 110 000 im Jahre vorher; der ehrenamtlich tätige Aufsichtsrat, dem nur die Kosten erstattet und kleine Sigungsgelder ge= zahlt werden, veranlaßte Kosten im Betrage von 6367,92 m. gegen 9061,62 m. im Vorjahre. Als Reingewinn werden 1,00 Millionen
gegen 0,58 Millionen Mark im Vorjahr aus. gewiefen. Daraus werden 200 000 Marf der Spezialreserve zugeführt, weitere rund 200 000 Mark vorgetragen und 600 000 Mark für die fünfprozentige Dividende verwendet. Die tatsäch= lichen Gewinne waren erheblich größer als die ausgewiesenen; der Mehrbetrag wurde vor= weg zur Stärkung der inneren Re= serven zurückgestellt
Das laufende Jahr zeigt eine weiter aufwärtssteigende Tendenz der Geschäfte. Die organisierte Arbeiterschaft hat mehr als je Anlaß, ihre eigene Bank zu stärken. Jeder einzelne fuf das zu seinem eigenen persönlichen Vorteil, wie die Entwicklung der Bank es beweist. Er tut es aber auch gleichzeitig zur Stärkung der Schlagkraft und zur Erhöhung des Ansehens der Arbeiterschaft sowie der Gewerkschaften.
Auto und Volkswirtschaft
Einige Anmerkungen zur Automobilausstellung
Heute eröffnete die deutsche Autoindustrie ihre absatz, Löhne der Chauffeure und Kraftfahrzeuggroße Ausstellung, an die sie einige Hoff- steuer. nungen für das weitere Geschäft knüpft. Diese Hoffnungen werden bestärkt durch die Tatsache, daß der Autoabjazz im letzten Vierteljahr 1932 endlich wieder etwas höher war als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Aber bei mehr als 6 Millionen Arbeitslosen, bei fortdauernder Schrumpfungstendenz aller Einkommen eine durchgreifende Absatzbelebung?
Die Jahre von 1924 bis 1929 waren Veine
Zeit beispiellofen Aufschwungs
für die Autoindustrie. Der Gesamtwert ihrer Produktion, der 1913 etwas mehr als 200 Millionen Mark betragen hatte, stieg auf fast 1100 Millionen Mark im Jahre 1928. Das war die Folge einer einmaligen Strukturwandlung, einer Motorisierungsmelle, die damals die deutsche Wirtschaft( später als andere Länder) erfaßte. Freilich mußte dieser Erfolg zum Teil gegen die Autoindustrie selbst erzwungen werden, nämlich durch einen wütend bekämpften Abbau der Autozölle, der zu einer entsprechenden Preissenfung führte. Diese Preisfenkung ermöglichte erst die Ausbreitung des Autos in Deutschland ; die löfte schließlich auch das Problem der Ein- und Ausfuhr zugunsten der deutschen Industrie.
Wenn in den Jahren 1925 bis 1928 die Autoproduktion sehr viel stärker als die Produktion anderer Industrien anstieg, so war auch der Rückschlag in der Krise um so heftiger. Wäh rend von 1928 bis 1932 die Produktion von Verbrauchsgütern um 25 Proz., die von Produktionsgütern um 54 Proz. zurückging, fiel die Kraftfahrzeugproduktion um 74 Proz. Ihr Wert belief sich im Jahre 1932 nur noch auf etwa 300 Millionen Mark.
Die Bedeutung des Kraftverkehrs für die Volkswirtschaft ist damit aber nicht
erschöpft.
Das Konjunkturinstitut veranschlagt die Umfätze der Kraftverkehrswirtschaft für das Jahr 1931 auf etwa 2,6 bis 2,8 milliarden Mart. In dieser Summe sind enthalten: Absah von Kraftfahrzeugen und Reifen mit den Händlerver diensten, Umsätze der Reparaturwerkstätten und Garagen( je 250 Millionen Mark!), Treibstoff
Stürmische
Entrüstung in der gesamten Presse
Die
Die neuen Zollmaßnahmen Hugenbergs haben in der dänischen Preffe allgemeine Entrüstung ausgelöst. Mehrfach wird darauf hingewiesen, daß Deutschlands Handelspolitik auf einen Han delstrieg nicht nur mit Dänemark , sondern mit Skandinavien überhaupt hinsteuere. deutsche Exportindustrie hätte für diese Art von Handelspolitik zu büßen, denn womit, so fragt das große Kopenhagener Blatt ,, Dagens Nyheter ", solle Dänemark die Devisen für die Bezahlung deutscher Exporte aufbringen?
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Die neuen Zölle, so erklärt Politiken ", drosseln Dänemarks Vieh- und Fettausfuhr um 26 Millionen Kronen, die Dänemark bisher zu Einkäufen in Deutschland zur Verfügung hatte. Nach diesem Vorgeschmack, den man aus dem Echo der dänischen Presse erhalten hat, ist ohne weiteres anzunehmen, daß die erste Tat Hugenbergscher Wirtschaftspolitik in Holland und den skandinavischen Ländern um nichts freundlicher aufgenom= men wird.
Nur so weiter!
Daten zur Konjunktur
Die Lage im Ruhrbezirk
am
Die Abteilung, Westen" des Konjunkturinstituts veröffentlicht über die Lage des rheinisch. westfälischen Industriebezirts Jahresende einen reichlich optimistischen Bericht. Man muß allerdings beachten, daß diese Abteilung der Leitung des Berliner Instituts( Prof. Wagemann) nicht untersteht und von der Inbustrie des Ruhrbezirks finanizert wird.
Beschäftigt waren im Jahre 1931 vielleicht 200 000 Chauffeure und 40 000 Beifahrer, die an Löhnen rund 400 Millionen Mart bezogen. Im Kraftfahrzeugbau waren 47 000, in der Reifenindustrie 8000 Personen beschäftigt. Dazu müssen aber die Beschäftigten der Autozubehör. industrien gerechnet werden, deren Zahl sich auf 50 000 schäzen läßt. Im Fahrzeug- und Reifenhandel und in den Reparaturbetrieben jollen 30 000 Selbständige und 60 000 Angestellte beschäftigt sein. Dazu kommen vielleicht 40 000 in der Treibstoffwirtschaft beschäftigte Personen, so daß direkt und indirekt im Jahre 1931 mehr als 450000 Menschen ihr Brot in der Kraftverfehrswirtschaft fanden.
Und die Aussichten der Autoindustrie? Wenn im Jahre 1931 in Deutschland auf 94 Einwohner, in Dänemark aber auf 30 und in Frankreich auf 25 Einwohner ein Auto fam, so läßt das den Schluß zu, daß mit einer weiteren Verbreitung des Autos in Deutschland durchaus zu rechnen ist. Aber daß das bald geschieht, erscheint ausgeschlossen. Von der Nachfrageseite ist bei sinkenden Einkommen keine Belebung zu erwarten. Bleibt die Angebotsseite. Bon größter Wirkung könnte eine Senkung der Haltungskosten sein, die bei einem Kleinwagen jogar höher als die Ausgaben für Zinsen und Amortisation des Kapitals sind. Daß Steuern und Zölle irgendwie nennenswert gesenkt werden, ist bei der heutigen Finanznot ausgeschlossen. Eine Beseitigung der unsinnigen und nutzlosen Sprit abgabe ist von dieser Regierung nicht zu erwarten.
Die Autoindustrie wird auf der Ausstellung eine Reihe billiger
steuer- und führerscheinfreier kleinwagen zeigen. Aber wie zu so vielen Maßnahmen der deutschen Autoindustrie kann man auch hierzu nur sagen: 3u spät!" Das Volksauto" hätte schon vor Jahren, als die Facharbeiter noch soviel verdienten, daß sie Motorräder kaufen fonnten, herauskommen müssen Heute sind die Schichten, für die solche Kleinwagen( dreirädrige) hauptsächlich geeignet sind, nicht in der Lage zu faufen. Im ganzen muß man also die Aussichten der Autoindustrie recht steptisch beurteilen.
Von August bis November ist die Produktion in diesem Bezirk um 12 Proz. gestiegen. Für den Rückschlag im Dezember werden keine genauen Angaben gemacht. Obwohl sich die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden von August bis November von 1,07 auf 1,04 Millionen ermäßigte, sind die Einzelhandelsumfäße noch weiter gesunken.
Die Belebung hatte ihren Hauptgrund darin, daß die Produktion unter den laufenden Bedarf gesunken war. Daneben waren Sonder ursachen wirksam. Russen- und Reichsbahnaufträge, Auswirkungen des Arbeitsbeschaffungs
programms.
Rückschlag in der Schwerindustrie
Daß der oben angeführte Konjunkturbericht die Lage des Ruhrbezirks tatsächlich zu günstig darstellt, wird in der Zeitschrift Stahl und Eisen" bestätigt. Im Laufe des Januar war zunächst eine Geschäftsbelebung festzustellen; aber in der zweiten Hälfte des Monats trat ein deutlicher Rückschlag ein. Als einzig erfreuliches Ereignis ist die Erteilung eines Russenauftrages über 70 000 Tonnen Stahlröhren zu verzeichnen.
Konsumgenossenschaftliche Preise
Die Ermittlungen des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine über die Preise von 23 Bedarfsgütern in 33 Städten ergaben für den 21. Dezember 1932 folgendes Bild: Preis bei den Konsumgenossenschaften 21,36 M., Preis im gesamten Einzelhandel nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsamts 22,47 M.; die Konsumgenossenschaften waren also um 1,11 m. billiger. Gegenüber dem Vormonat ist eine Ermäßigung der Preise um rund 30 Pf. eingetreten.
Eine Schweinezwijchenzählung hat der Reichs. ernährungsminister im Einvernehmen mit den Ländern zum 3. März angeordnet.