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Hamburg , den 18. April 1891.

1. Jahrg

Arbeiterin

Zeitschrift

für die Interessen der Frauen und Mädchen des arbeitenden Volkes.

gan aller auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Vereinigungen der Arbeiterinnen.

Eintracht macht stark- Bildung macht frei!-

Redaktion: Emma Jhrer, Velten ( Mark). Expedition, Druck und Verlag: Fr. Meyer, Hamburg , Rosenstr. 35.

Erscheint wöchentlich einmal und zwar am

Sonnabend.

Annoncen pro Zeile 29 Pfennig. Vereine erhalten Abonnement pro Vierteljahr 1 Mart, Einzelnummer Rabatt. 10 Pf. Direkt per Kreuzband Mt. 1,40.

reunde und Freundinnen! Sorgt für die Verbreitung der Arbeiterin!

der

Frau und der Sozialismus von Bebel. mannerarbeit üblich sind. Nicht nur die Zahl der Berufs wirkt, daß die zur Erhaltung der Gesellschaft nothwendige

Von

bedeutend niedriger als jene stellen, welche für die und der Faullenzer und Nichtsthuer vornimmt und dahin arbeiterinnen ist erheblich gestiegen, auch die Zahl der Arbeitszeit auf das geringste Maß verkürzt, die physische dem weiblichen Geschlecht zugänglichen Berufsarten wächst und geistige Entwickelung aller Gesellschaftsmitglieder aber stetig. Eine Beschäftigung mag noch so schwer, unange- auf das Höchste gehoben wird. Dadurch allein karn die nehm, gefährlich, ja geradezu mörderisch sein, wie die Frau sogut wie der Mann produktiv nüßliches und In ihrem Klassenintereffe kommt die Bourgeoisie Arbeit in den Spiegelbelegfabriken, in Strohhutwäschen gleichberechtigtes Glieb der Gesellschaft werden, kann sie Streben des weiblichen Geschlechts nach ökonomischer und-Bleichen , in der Buntpapierfabrikation 2c. 2c., ber alle ihre förperlichen und geistigen Fähigkeiten voll ent­

Clara Zetkin. ( Fortsetzung.)

erfelbstständigung entgegen. Die technische Entwickelung Kapitalist überträgt sie der Frau, vorausgesetzt, daß ihm wickeln, ihre geschlechtlichen Pflichten und Rechte erfüllen. eigenden Profite eine ausgiebige Verwendung von weib: von der Verkürzung der Löhne, der Verlängerung der sie vor jeder unwürdigen Zumuthung sicher." Arbeitskraft zu machen. In Folge der größeren Arbeitszeit, hatte die Industrialisirung der Frau noch Und wie Bebel weiterhin ausführlich nachweist, wächst Bedürfnißlosigkeit der Frau, in Folge des Umstandes, daß andere schlimme Resultate im Gefolge. Indem sie die unsere gesammte soziale Entwickelung in die neue Gesell­Unterhalts durch den Erwerb decken muß, in Folge dessen, die Gesellschaft bereits genügenden Ersaz dafür geboten Rolle und Stellung als in der Gegenwart zufallen wird. Berschung des alten Familienlebens beschleunigt, ohne daß schaft hinein, in welcher der Frau eine durchaus andere

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noch im Hause thätig ist, nur einen Theil ihres

Der Arbeit befürchten ließ, bot sie sich zu geringeren geistiger Verwahrlosung heran.

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als der Mann. Das Geheimniß der An­

Die Kindersterblichkeit produktive Thätigkeit der Frau im Hause überflüssig ge­steigt, die Degeneration und Demoralisation der untersten macht. Der Einzelhaushalt wird langsam, aber sicher

Rapitalister befitt, beruht in dieser ihrer Billigkeit. So größerer Bruchtheil des Proletariats wird in diese schränkt, dafür aber das gesellschaftliche Leben um so ebungstraft, welche die industrielle Frauenarbeit für den Schichten der Masse nimmt zu und ein immer größerer zerstört, das häusliche Leben wird auf sein Minimum be:

fand die Frau in der Industrie ,, überall da neben dem untersten Schichten gedrängt. Bebel sucht die traurigen reicher und vollständiger entwickelt.

Sanne und anstatt des Mannes Beschäftigung, wo ihre Folgen, welche mit der Verwandlung der Frau in eine!

Der Privathaushalt des Einzelnen weicht für Be­

materiellen Anforderungen geringer waren, als jene des Berufsarbeiterin verknüpft sind, keineswegs zu ver- leuchtung, Heizung, Zubereitung der Speisen 2c. dem Ge­Dannes". Die Frau besikt außerdem im Allgemeinen tuschen. Im Gegentheil, er schildert dieselben eingehend sellschaftshaushalt von Genossenschaften. In Amerika tein Solidaritätsgefühl, sie wußte nicht und konnte nicht und plastisch in ihrer ganzen Furchtbarkeit, er beweist sie eristiren bereits Speisegenossenschaften mit großer Dampf­hen, fie war gehorsam und fügsam, dem Manne an fichtlich zusammengestellten Materials. Jedoch er deckt Dienst versehen. Das Effen wird daselst weit billiger, rer Ausbeutung einen geeinten Widerstand entgegen: an der Hand eines ausgebeiteten, dokumentarischen, über: küche, in der die Frauen der Mitglieder abwechselnd den

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Beiterin

Fingerfertigkeit und Geschmackssinn überlegen, auch die wahren Ursachen derselben in der ungezügelten besser und mit bedeutend geringerem Aufwand an Zeit verheiratheten Frauen zumal erwiesen sich als Ar- Profitgier der Kapitalisten, in dem Mechanismus unserer und Kraft hergestellt, bietet auch mehr Abwechslung, als Berlust des Erwerbs ihre Familie und Kinder zu schädigen. die Thatsachen nicht blos, er zerlegt sie in ihre Ursachen Tritt zu der Dampfküche noch die Dampfwasch- und gelehrig und aufmerksam, aus Furcht, durch den Wirthschafts- und Soziallebens selbst auf. Er konstatirt wenn es in kleinen Privatküchen zubereitet worden wäre.

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würdigen", bemerkt Bebel mit feiner Jronie.

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Ausführungen legen eine scharfe, vernichtende Kritik an die Zentralheizung, elektrische Beleuchtung, so wird die bis­

auf industriellem Gebiete war eine Verschlechterung während die Armuth, das Elend der Masse steigt. Der

Verhältnisse vorhanden sind, die sich nur entwickeln, statt

Bewann die Frauenarbeit eine große Ausdehnung, ohne heutige Gesellschaftsordnung, welche überall Segen in Fluch herige Arbeit der Hausfrau so gut wie ganz durch den a dadurch die soziale Lage des weiblichen Geschlechts verwandelt, welches ungeheure, nie dagewesene Reich Großbetrieb verdrängt. Bebel weist sehr eingehend nach, erbeffert worden wäre. Die nächste Folge ihres Auf- thümer erzeugt, die sich in wenigen Händen häufen, wie auch in der Beziehung schon überall die Reime neuer Der Arbeitsbedingungen überhaupt. Die Frau verdrängte allgemeine Reichthum wird zum Duell allgemeinen Noth: Wenigen Allen zu Gute kommen müssen, um die Frau en Mann aus manchen Industriezweigen, und in fast standes, darin liegt das Furchtbare, aber auch das Tröst von der Hausarbeit zu befreien und sie in den Stand zu me herab. Die technisce Entwickelung der Arbeits- stände. Nicht die Produktionsform ist schädlich, um die lichen Schaffens zu bethätigen.

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Berufsarten drückte sie durch ihre Konkurrenz die liche,

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setzen, sich so gut wie der Mann auf allen Gebieten mensch­Die Redensart, die Frau müsse dem Haus und ihrem Naturberuf" erhalten bleiben, fällt übrigens durchaus

3u einer Schraube ohne Ende, fie erlaubte dem Bebel schlußfolgert mit Bezug auf die Frauenarbeit gegen Geschlecht, dann Alter gegen Alter aus- mit ihr verbundenen Mißstände einen Fortschritt bedeutet. ja Millionen von Frauen dem häuslichen Herde zu ent­

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den Proletarier eine verhängniß so konstatirt der Bericht der Leipziger

mittel und im Großbetrieb stellt einen wichtigen Fortschritt und wo die Frauen auf geistigem Gebiete verwärts drän­sellschaft dar. Eine Rückkehr zu den alten Zuständen der erlangen suchen. Wie jede neue Idee so stößt die For­

die Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Zu unter kapitalistischem Regime die Lohn- Art und Weise der jetzigen Vertheilung der Produkte. apitalisten behufs Verbilligung der Arbeitskräfte Ge- auf industriellem Gebiete, daß dieselbe trok der heutzutage nicht in's Gewicht, wenn es sich darum handelt, Tausende, pielen. Die Frau spielte in dem Kampfe des Arbeits- Die ökonomische Verselbständigung der Frau, ihre pro- reißen, um sie in die Fabriken zu verpflanzen. Dafür tels gegen den Menschen oder richtiger des profithungrigen duftive Arbeit mittels der vervollkommneten Produktions- wird sie um so lauter und inbrünstiger abgeleiert, wenn olle Rolle. Sie war nicht bloß zu billigeren Preisen feil für das weibliche Geschlecht und für die gesammte Ge- gen und Zutritt zu den sogenannten liberalen Berufen zu Candelstammer von 1885, daß in einer ganzen Reihe von häuslichen Frauenarbeit erweist sich als so unmöglich, als derung auf gleiche geistige Ausbildung und Bethätigung Berufszweigen die Frauen nur ein Drittel und noch es undurchführbar ist, dem alten Handwerk wieder goldnen der Frau mit dem Mann auf Widerstand, weil sie in der eniger der für die Männer üblichen Löhne erhalten, Boden zu verleihen. Er zeigt, daß es ein Widersinn heutigen Gesellschaft die Interessen einflußreicher Kreise Arbeitstag feine Grenze hat. Sie kannte also auch keinen und Errungenschaften, welche das Produkt der gesammten Berufen in der Regel weniger der Wissenschaft dienten, Brief Beit zu nehmen, in der er Mehrwerth erreichen aneignen können. Daß dagegen Tausende fleißiger Arbeiter fürchten die Konkurrenz der Frau und ihre Folgen. Sie rbeitstag soviel als möglich zu verlängern, d. h. möglichst kommen, welche Kraft ihrer materiellen Gewalt sie sich eine angesehene und auskömmliche Stellung sicherten, fonnte. Die Frauen machten sich selbst untereinander und Handwerker von Schrecken und Sorge befallen werden, fürchten dieselbe umsomehr, als sie lange Jahre darauf Bonturrenz, indem sie in lange Arbeitszeit willigten, indem wenn sie vernehmen, daß der menschliche Geist wieder verwendet haben, ihres gelehrten Handwerks willen sich e Arbeit, Sag, Konfektion 2c. mit nach Hause nahmen eine Erfindung machte, die das 10, 20 und 40fache viel unnügen geistigen Ballast einzupauken, und als sich ag bebeutete eine geringere Anzahl beschäftigter Arbei- Aussicht haben, als unnüß und überzählig aufs Pflaster wehren sich deshalb mit allen Kräften gegen die Neuerung, noch nach Feierabend schafften. Der längere Arbeits mehr leistet als die Handarbeit, und daß sie nun die diese Jahre des Büffelns bezahlt machen sollen. Sie mebrigere Löhne. In allen Industriezweigen, wo über: Segen in Fluch, von Fortschritt in Nachtheil die Wirknng der Frau, im Interesse auch der Kunst und Gelehrsamkeit, Bertilbranche ist, sofern der Staat nicht wie in England, Bebel die Nothwendigkeit ab, einen Gesellschaftszustand droht sind. Aber Naturberuf, Wissenschaft und Gelehr legend Frauen beschäftigt sind, wie es z. B. in der des Privatbesizes an den Produktionsmitteln ist, so leitet die durch den Einfall der weiblichen Barbaren schwer be

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auch von Hause aus daran gewöhnt, daß ihr

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gegen das Bestreben der Kapitalisten, den

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geringere Nachfrage nach ihnen, damit noch

und ein schreiender Mißstand ist, daß Kulturfortschritte bedroht. Die Männer, welche bis jetzt in den liberalen menschlichen Entwickelung sind, nur Denen zu Gute als sich durch eine ganz handwerksmäßig geübte Thätigkeit

geworfen zu werden." Da nun die Verwandlung von sie wehrez sich angeblich im Interesse des Naturberufs

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Bebel weist an einer Fülle von statistischem Eigenthum der Gesellschaft sind, ein Gesellschaftszustand, reaktionäre oder vulgär selbstsüchtige Interessen ver­einschreitet, ist die längste Arbeitszeit zu begründen, in welchem die gesammten Arbeitsmittel samkeit sind Nichts als Feigenblätter, hinter denen sich nach, welche Ausdehnung die Frauenarbeit in der die volle Gleichberechtigung Aller ohne Unterschied bergen.

en Industrieländern gewonnen, daß sie in den ver- des Geschlechts anerkennt, der die Anwendung aller denk

men ausschließlich beherrscht und

edensten Berufszweigen vertreten ist, ja einzelne von baren technischen und wissenschaftlichen Verbesserungen und fernbleiben müsse, wird unfehlbar die Behauptung ausge­Sitlich für fie gezahlten Lohnfäße sich fast überall heut' unproduktiv oder in schädlicher Richtung Thätigen geistiger Begabung unterbürtig nnd tönne auf geistigem

Entdeckungen in Verbindung mit der Enrollirung aller spielt, das weibliche Geschlecht sei dem männlichen an

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daß die durch