1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Ur. 226.
Das Berg- Gewerbegericht
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Sonnabend, den 26. September 1896.
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13. Jahrg.
Die Antwort ist sehr leicht gegeben. Der Bergbau, be 191 antisemitische und 178 konservative. Die Borherrschaft der sonders der auf Steinkohlen, als für das Dortmunder Revier Sozialdemokratie in bestimmten Wahlbezirken tritt drastisch darin in allererster Linie in betracht kommend, ist wohl das aus zu tage, daß im 42. Wahlbezirk unserem Kandidaten über. gebildetste Kind des kapitalistischen Systems. Hier sind die haupt tein Gegner gegenübergestellt war; Gegensäge zwischen Arbeit und Kapital so schroff wie nirgendwo. von Den 195 abgegebenen Stimmen fielen 191 auf ir wiffen ja auch, daß gerade die Unternehmer der rheinisch. den sozialdemokratischen Arbeitgeber. Im 36. Bezirk erhielten westfälischen Montanindustrie die größten Schreier gegen die die Gegner 67 Stimmen, während unser Kandidat mit 141 Sozialreform von oben" waren und noch sind. Sie wollen Stimmen glänzend siegte. Bemerkt sei, daß der 16. Wahlbezirt Herren fein im eigenen Hause" und jeder Arbeiter der Mannes im dritten Reichstags- Wahlkreise, der 29. im fünften, und der muth besitzt, wird auf eine mehr oder weniger gewaltsame Weise 36., gleich dem 41. und 42. Bezirk im sechsten Wahlkreise liegt. aufs Pflaster gesetzt. Wir sind gespannt auf das Wehgeschrei, das unsere staatsGemüthe geführt werden, welche die Sozialdemokratie unter ihrer treuen Gegner erheben, wo ihnen jezt die Eroberungen zu Wirthschaft selbst in den Arbeitgebertreisen der Reichshauptstadt gemacht hat!
Urtheile eines von Arbeitern zur Hälfte besetzten Tribunals als Einer solch' bornirten und gewaltthätigen Sippe zumuthen, zu recht bestehend hinzunehmen, verräth wenig Einsicht in die Seelenzustände eines Großbourgeois.
im Ruhrkohlenrevier auch ein Stück ,, Sozialreform von oben". Mit welchem Jubel die kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar 1890 Mit welchem Jubel die kaiserlichen Erlaffe vom 4. Februar 1890 gerade von den Arbeitern der Bergwerke Preußens aufgenommen wurden, das steht uns noch in recht lebhafter Erinnerung. Der Arbeiter- Kaiser" hatte doch ganz besonders versprochen, die Staatsbergwerke zu Musterbetrieben" ausbauen zu wollen und, so deduzirte der schlichte Arbeiterverstand, nach diesem Muster wird sich dann auch das private Grubenkapital richten müssen. Die taiserliche Verheißung mußte besonders im Ruhrbergbau bei den Arbeitern lauten Widerhall finden, da der eben beendete offene Streit von 1889 sich in einen latenten, dank der Wortbrüchigkeit der Grubenbefizer verwandelt hatte, latent bis einerlei ob sie es finden oder nicht, unbarmherzig von dem der Maßnahmen, welche der Wahlleiter im 34. Bezirt au treffen Die Arbeiter fürchten sich, ihr Recht zu suchen, da sie, Als ein eigenartiges Kuriosum sei noch erwähnt, daß dank zum Jahre 1893, wo dann der lange angesammelte Groll der Unternehmer hinausgeworfen werden. Unsere Kohlen- und Eisen- beliebte, das Wahlresultat noch nicht vollständig Knappen sich in dem unglücklichen Streit an der Ruhr und Saar herren überlassen nicht die Rache dem Herrn", und nur die vorliegt. Nach Schluß Luft verschaffte. Nach Schluß der Wahlhandlung ließ der 1893 warfen die Grubenbesitzer in Rheinland- Westfalen und Furcht vor dieser Rache machte die Zahl der am Berg- Gewerbe- Borsteher dieses Bezirks die Stimmen nämlich nicht ausvor allem der Bater Staat im Gaarbergbau Hunderte und gericht verhandelten Fälle so lächerlich gering. zählen; die Wahlurne wurde vielmehr auf seinen Befehl vers Tausende renitenter" Knappen aufs Pflaster. Die staatliche Sozialreform hat sich wie überall auch im schlossen und verklebt. Der Herr bestimmte, daß die Auszählung Bergleute waren durch religiöse und politische Verhebungen a 3 Kapital stärker ist als die Staatsmacht. Die Kräfte der preußischen Bergbau eine Niederlage nur darum geholt, weil am Sonntag, den 27. September, vormittags 10 Uhr, in seiner Als Privatwohnung stattfinden sollte. einer schon zu zersplittert, als daß es zu einem solchen Massenstreit der Beiwie 1889 kommen konnte. Dem partiellen Ausstand zeigten sich Gewerbe- Ordnung pfeifenden Großkapitalisten", das ist eine ft ar te faum Zeit haben werde, an der Auszählung theilzunehmen, Ein Präfervativ giebt es allerdings noch gegen die„ auf die fizer, namens Thomas, einwendete, daß er am Sonntag die Grubenmagnaten gewachsen und schwer mußten die Heßer" Organisation der Arbeiter. Aber anstatt daß die Staats- erwiderte der Borsteher, es täme gar nicht darauf an, und„ Führer" der Grubenleute für ihre Miffethat büßen, büßen behörde diese natürliche Vollstreckerin ihrer Sozialgefeße nach besten ob der eine oder andere nicht dabei wäre; er behalte sich das es zum guten Theil heute noch. 1893, als der Bauber der durch die Reichstags- Wahlen 1890 Kräften unterstützt, leiht sie dem Unternehmerthum ihre ganze Macht Recht vor, die Leute zu bestimmen, welche dem Attus beiwohnen hervorgerufenen kaiserlichen Erlasse schon verflogen, 1893 raffte Bedrängung der Bergarbeiter- Organisation im Ruhrgebiet zehnten Stunde schon ein wenig spät geworden, um die zur Bekämpfung gerade der Organisation der Arbeiter. Ueber die sollten. Augenscheinlich war es diesem Wahlvorsteher in der sich dann endlich die Sozialreform von oben auf, um das Prestige des 4. Februar 1890 wieder herzustellen. Am 8. Juli durch die Behörde ließe sich ein langes Kapitel schreiben. 200 Stimmzettel, die etwa abgegeben sein mögen, auszuzählen. 1893 erging vom Bergwerks- Minister Berlepsch eine Ver- die deutschen Arbeiter schon darum nichts Neues bieten würden, Wir wollen dies aber unterlassen, da unsere Ausführungen für Im Prozek Hinke und Genoffen hat die Staatsanwalte ordnung über die Verfassung und die Thätigkeit des Berg weil nicht nur die Organisation der Knappen sich des Wohlschaft gegen das Urtheil vom 11. September Revision einGewerbegerichts Dortmund". Die praktische Reform wollens der Staatsbeamten erfreut. Genug ist wenn wir sagen, gelegt. Die Auffassung der Staatsanwaltschaft über Rolle und der verfahrenen wirthschaftlichen Zustände im Bergmannsleben daß es unsere Staatsmänner selbst verschuldet, wenn ihre Erfolg der politischen Polizei unter Führung des Herrn Schöne Nirgent 3 zeigte sich besser das verlorene Vertrauen der Berg- Sozialreform" in die Brüche ging. Ueberblickt man die ganze scheint demnach eine andere zu sein als die, von der wir bei leute zu der Hilfe von oben, als in der am 11. September 1893" foziale Aera" feit 1890, dann sollte man füglich zu der Ansicht Veröffentlichung des Stenogramms über das Zeugenverhör ausstattgefundenen Wahl der Arbeiterbeifißer zu den 16 Kammern sich in die sozialpolitische Toga gehüllt. Wenigstens was die fommen, unsere Staatsmänner ha ben nur zum Schein gingen. des Dortmunder Knappengerichts. In Revieren mit 10 bis In Revieren mit 10 bis Das„ kirchliche Berlin " präsentirt sich im letzten Jahrs 12 000 Mann Belegschaft schritten ganze 3 bis 400 Mann zur Bergarbeiterfrage anlangt, wird die Meinung von der Un- gange des Statistischen Jahrbuchs deutscher Städte", der das ehrlichkeit der„ Sozialreform von oben" immer stärker. Urne. Nur dort, wo die klassenbewußte Arbeiterschaft Einfluß Jahr 1893 behandelt, im Vergleich zu den meisten anderen besaß, stieg die Wahlbetheiligung auf 10 auch 12 pet. Dies aber der Arbeiter", so die Stumm und Genossen. Es muß Umkehr Beschränkung auf die evangelischen Gemeinden, die An Es darf nicht mehr so weiter gehen, in der Verhätschelung Großstädten nicht gerade vortheilhaft. Wir greifen, unter auch nur, weil die ultramontanen Bergmannsfreunde" in ge- gehalten werden" und Herr v. Berlepsch wurde schon das un- gaben über die Betheiligung am Abendmahl heraus, heimen Konventikeln beschlossen, den sozialdemokratischen Kandi baten christliche" entgegen zu stellen. Wir sagen nicht zu viel, schuldige Opfer dieser„ Umkehr". die vielleicht noch eher als die Zahl eher als die Zahl der Trauungen, wenn wir behaupten: Niemals hat eine soziale Einrichtung Taufen u. s. w. einen leidlich brauchbaren, aber natürlich schon bei ihrer Einführung ihr vollständiges Fiasko auch nicht absolut zuverlässigen Maßstab für die Regsamkeit des tirchlichen Lebens bilden gezeigt, wie das für den Ober- Bergamtsbezirk Dortmund bestimmte Bergmanns - Schiedsgericht. Die Einleitung ließ für den Fortgang fönnen. Trotz aller Kirchenbauerei hält sich die Betheiligung am das schlimmste befürchten. Abendmahl in Berlin vorläufig noch in bescheidenen Grenzen. 213 691 evangelische Kommunikanten( Abendmahls= Theilnehmer) Das„ Statistische Jahrbuch deutscher Städte" giebt für 1893 an, 1481 auf je 10 000 evangelische Bewohner.( 3ieht man In der Nachmittag Sizung des Kongresses wurde unter 23 429 eben Konfirmirte, 168 pro 10 000 Bewohner, als MußBorsiz der Frau Stritt über" Soziale Silfsarbeit; die Theilnehmer ab, so bleiben 190 262 Rommunitanten, 1313 pro Rechtsstellung der Frau" verhandelt. Unter fozialer 10 000 Bewohner.) Von 34 Großstädten( mit über 50 000 Bes Hilfsarbeit waren nur Wohlthätigkeitsbestrebungen zu verstehen, wohnern), aus denen das Jahrbuch" Angaben hierüber die den bekannten Gründungen der Frau Lina Morgenstern so bringt, hatten nur 7 eine noch geringere Betheiligung; die ähnlich sehen, wie ein Ei dem andern. Die Vorträge über die Rechts- geringste Charlottenburg, Altona und Hamburg mit 956, 795 stellung der Frau waren im großen ganzen Wiederholungen jener und 778( ohne Konfirmirte: 831, 601 und 591) Rommunitanten Reden, die bei der Agitation gegen das Bürgerliche Gesetzbuch pro 10 000. Die stärkste Betheiligung hatten München mit 4825, überall im Deutschen Reich gehalten wurden. Intereffant war Bochum mit 4616, Freiburg i. B. mit 4762, Augsburg mit 5598, ein Vortrag und die Erscheinung einer amerikanischen Rednerin, Karlsruhe mit 6194 pro 10 000( wobei jedoch zu beachten ist, daß Ms. Lockwood, die vor einigen Jahren Präsidentschafts- in einigen dieser Städte die evangelische Bevölkerung verhältniß Kandidatin ihrer Frauengruppen war und ca. 600 000 Stimmen mäßig wenig zahlreich ist, sodaß etwaige Zufälle die auf sich vereinigt hatte. Rednerin überbrachte dem Zahlen stark beeinflussen tönnen). Bemerkenswerth ist die Kongreß die Grüße 1750 amerikanischen Frauen- Stärke der Betheiligung in den meisten Landes ober in mehreren Orten vereinen und macht Mittheilung über die Fortschritte der Provinz Hauptstädten und Beamte und Soldaten Frauenemanzipation in Amerika . In allen politischen Fragen mit starter Bejagung, Potsdam haben dort die Frauen das Stimmrecht, sie sind auch für alle unter den Kommunikanten den Ausschlag geben. Aemter wahlberechtigt. Drei Frauen fizen in Kolorado im zum Beispiel hatte 3353 Rommunitanten pro 10 000 Bewohner, Staatsrath, in Kansas giebt es Frauen als Bürgermeister und Frankfurt a. D. 3292, Dresden 3111, Stuttgart 3224 u. f. iv. Richter. In Kolumbia haben die Frauen das Eigenthums- und Das männliche Geschlecht ist im allgemeinen schwächer Vormundschaftsrecht erlangt. Die Frau sei als Hauptstüße der betheiligt als das weibliche. In Berlin stellte sich der Antheil Familie auch die Hauptftüße des Staates; aber nur als freie der Männer auf nur 37,5 pet., in Charlottenburg auf 42,4 pct. Das Minimum hatten sie in Frankfurt a. M. mit 28,4 pet., Mutter könne sie ein freies Geschlecht heranziehen. das Maximum in Potsdam , Magdeburg und Frankfurt a. D. mit 54,8, 56,6 und 59,2 pCt. Der Einfluß von Militär Lokales. und Beamtenschaft tritt auch in diesen Zahlen bedeutsam hervor. Für Berlin fällt dieser Einfluß begreiflicherweise weniger ins Gewicht, doch wird er auch hier deutlich erkennbar, wenn man die einzelnen Gemeinden für sich betrachtet. Das letzte Statist. Jahrbuch der Stadt Berlin " giebt die Zahl der
Aber auch die größten Pessimisten sind noch als hoffnungs freudige Leute hingestellt durch das nun vorliegende Ergebniß ber Thätigkeit des genannten Gerichts seit zwei Jahren.
Jm September 1893 errichtet, liegen uns für den Rest 1898 teine Nachweise über die Thätigkeit der 16 Rammern vor. Für 1894 und 1895 find wir aber in der Lage, einen wenn auch mangelhaften Ueberblick zu geben. Hier ist er. Es wurden Fälle verhandelt an sämmtlichen 16 Spruch tammern und wie folgt entschieden:
Jahr
1894
1895
Zu
gunsten
des Klägers
12
232
pang
29
223
Vergleich
Zurück
gezogen
Durch andere
Endurtheile
erledigt
Nicht
erledigt
Durch
Bersäumniß
46
43
82
97 84
14
16
urtheil
Gesammt zahl der Fälle
12
207 193
geschaffen, wovon soll umgekehrt werden? Wir aber fragen ganz bescheiden: Was ist denn eigentlich
Internationaler Kongre
für Frauenwerke und Frauenbestrebungen. ( Fortsetzung aus der 2. Beilage.)
von
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סטן
etwa
Demnach, tam 1894 bei einer Belegschaft von 155 179 Mann auf je 749 Arbeiter ein Streitfall; 1895 bei 157 166 Mann Belegschaft erhöhte sich die auf einen Fall entfallende Arbeiterzahl auf 815. Ist es schon an und für sich höchst seltsam, wenn bei der fortgesetzt zunehmenden Schärfe der sozialen Gegenfäße, trotzdem die Zahl der an den gewerblichen Schiedsämtern anhängig gemachten Rechtsfälle abnimmt, so noch mehr, wenn wir dieses beobachten bei den bergmännischen Gerichten. In keinem Gewerbebetrieb wird der Arbeiter so mißachtet von seinem Unternehmer, stellen sich Ungehörigkeiten in der Lohnzahlung, Arbeitszeit und Die vorgeftrigen Wahlen zum Gewerbegericht haben Behandlung der Arbeiter durch die Beamten heraus, wie gerade für uns ein noch weit günstigeres Resultat ergeben, im Bergbau. Die Natur des Betriebs ist schon danach angethan, als am Donnerstag beim Schluß des Blattes in später Abend Uebergriffe des Kapitals gegen die Arbeiter zu veranlaffen. Wir stunde festgestellt werden konnte. Vorweg sei bemerkt, daß zu evangelischen Kommunifanten für 1893 auf 211 687( also um erinnern nur an das berüchtigte Nullen", das auch heute dem einen, glänzend hehaupteten Mandat nicht sechs, etwa 1 pet. niedriger als oben) an; davon kamen allein noch in Blüthe steht, an die willkürliche Abreißung der Gedinge, wie wir gestern berichteten, sondern zehn fozial: 22 652( 103/4 pt.) auf die Garnisonkirche. Interessant ist Verlängerung der Arbeitszeit, die sich besonders in den letzten demokratische Arbeitgeber Beisiger hinzu auch, daß die kleine Dom- und Schloßgemeinde 4319 Kommuni Jahren des geschäftlichen Aufschwungs der Montanindustrie gekommen sind. Dieser bedeutende Erfolg bietet mehr und mehr einbürgert, und die Ausbeutung von Ueber- Gewähr dafür, daß unser Streben, im Gewerbegericht eine ge- gemeinde( mit über 8 mal so viel Trauungen, fanten hatte; dagegen hatte z. B. die große Markuss schichten von den Bechen durch 3 wang erzielt. Vor einigen funde, vom Vertrauen der weitesten Volksschichten getragene il mal fo viel Taufen, etwa 8 mal so viel Konfirmirten Tagen wurden noch 2 Arbeiter einer Beche ohne weiteres Rechtsprechung zu festigen, sich von Wahl zu Wahl mehr ver- und beinahe 24 mal so viel Beerdigungen) nur 9251 Kommunis entlassen, weil sie teine übermenschlichen Ueberschichte verfahren wirklicht. fanten, also nur wenig über doppelt so viel als die Dom- und wollten. Seit 1889, wo die Bergleute die Anerkennung der Die Wahlen gingen bei dem stürmischen Herbstwetter am Achtstundenschicht, erklusive Ein- und Ausfahrt erftritten, haben Donnerstag überaus unauffällig und ruhig von statten. Die Schloßgemeinde. Aehnliche Gegensätze ergeben sich auch zwischen anderen Gemeinden, z. B. zwischen solchen des Nordens oder eine ganze Reihe von Gruben wieder längere Arbeitszeit ein Hirsch- Duncker'schen waren in ihres Nichts durchbohrenden Ge- anderen Gemeinden, z. B. zwischen solchen des Nordens oder Südosten und des Westens. Ueberall da, wo die Muß- Frommen geführt. fühle so verständig gewesen, überhaupt keine Kandidaten aufzu- und Muß- Kommunikanten in der Minderheit sind, wo die Alles dieses find Mißstände, die laut§ 3 des Gesetzes über stellen und so konnte von einem Wahlkampfe unter den Arbeiterbevölkerung den Ausschlag giebt, ist das Liebesiverben der das Berg- Gewerbegericht Dortmund an demselben abgeurtheilt Arbeitnehmern überhaupt keide Rede sein. Wenn trotz alledem werden müssen. Und jeder Renner des Ruhr- Bergbaues weiß, in den 35 in Frage kommenden Wahlbezirken 12653 sozialdemokratische Kirche vergeblich. daß wenn alle Fälle von Uebertretung der Unternehmerrechte am Arbeiterstimmen abgegeben worden sind, so legt ein solches Fort mit Schaden! Was die Bourgeoisie zur Linderung bergmännischen Schiedsamt anhängig gemacht würden, die Zahl Resultat für den Pflichteifer unserer Parteigenoffen das ehren des sozialen Glends thut und redet, ist nicht allein kläglich, der Streitfälle sich verzehnfachte. Wir wollen nun zwar vollste Zeugniß ab. Bemerkt sei noch, daß sich seit den letzten, sondern oft auch in hohem Grade widerlich. Und das Schlimme nicht Gerichtsverhandlungen um jeden Preis, aber will man an 1894 vorgenommenen der Zahl der am Berg- Gewerbegericht verhandelten Fälle nachweisen gebildet haben; die bei den Mitgliedern derselben be- Fülle von roher Herzlosigkeit sich zuweilen in ihren philanthro haben; die Gebenghis Mablen 15 Junungen ist, daß die„ Wohlthäter" oft gar nicht zu wiffen scheinen, welche bie Harmonie zwischen Kapital und Arbeit im Ruhr- Bergbau, schäftigten Arbeiter sind bekanntlich dem Jnnungs- Schieds- pischen Reden und Handlungen fundgiebt. dann begeht man eine Fälschung. gericht unterstellt und scheiden daher für die Gewerbegerichts- Eine der Institutionen, auf welche die wohlthuende Bour Man bedenke nur, daß in einzelnen Revieren, zum Wahlen aus. geoisie sich am meisten zu gute thut, sind die Ferienkolonien. Beispiel West Essen mit 12 600 Arbeitern ein ein Bei den Arbeitgebern war, wie schon erwähnt, ein Mandat Als eine der opferwilligsten Vorkämpferinnen dieser, einem ge= ziger Fall am Berg Gewerbegericht zur Verhandlung und zwar das im 29. Bezirk zu vertheidigen. Zu diesem be ringen Theil der Proletarierjugend zu gute kommenden Ein tam im Jabre 1894. Im Jahre 1894 entfielen auf haupteten Mandat sind noch hinzugekommen: Jm 16. Wahlbezirk richtung wird und Frau Direktor Jessen bezeichnet. In jede der 16 Spruchkammern ganze 12,9 Fälle 1895 fogar zwei sozialdemokratische Arbeitgeber, im 29. Bezirk vier, im einer Sigung des Frauenkongresses gab diese Dame ein Bild Jedes Gewerbegericht in einer Mittelstadt hat pro 36. Bezirk einer, im 41. Bezirk gleichfalls einer und im 42. Be- von dem Wesen der Ferienkolonien. Wahrscheinlich sich selber Jahr die 10, ja 20fache Zahl von Streitfällen aufzuweisen. zirk zwei Arbeitgeber. Es sind dies folgende Parteigenoffen: unbewußt verstieg sie sich hierbei wir folgen einem Bericht Sollte in der That bei einer Arbeiterschaft wo 10-12 000 Gärtner Krause, Barbier Ludwig, Gastwirth Schönes des Berliner Tageblatts"- zu der folgenden Darlegung: Köpfen sich nur ein einziger Fall ereignen, von der mann, Bigarrenfabrikant Neul, Zapezirermeister Bugiger," In der Auswahl der Kinder darf nicht immer größte Unternehmer von seinem Arbeiter gerichtlich belangt werden tann? Gastwirth Späth, Steindruckereibefizer Fröbel, Gastwirth Armuth und Kräntlichkeit maßgebend sein, Und dies wohl noch im Bergbau. Wer dies allen Ernstes be- Liette, Malermeister Dornbusch, Lederzurichter und sondern die Erwägung, ob das Kind überhaupt noch gefund haupten kann, den beneiden wir aber um seine Naivetät oder Lohgerbermeister Busse und Zigarrenhändler Löffler. gemacht werden kann oder ob nicht vielleicht die häus Unverfrorenheit. Der Parteirichtung nach zählen zu den neu gewählten lichen Verhältnisse des Kindes so zerrüttet Arbeitgeber Beifißern 48 Freifinnige, 11 Sozial- sind, daß die Vortheile des Landaufenthalts in den Kolonien demokraten, 6 Antisemiten und 5 Konser schon nach wenigen Tagen wieder verloren gehen vative. Viel anschaulicher noch als in dem Wahlresultat infolge unzureichender Pflege, die ihm von den tritt die Bedeutung der Sozialdemokratie unter den Ar Eltern zu theil wird."
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Die bisherige Thätigkeit des Dortmunder Berg- Gewerbegerichts hat den glänzendsten Beweis für das Fiasko der Sozialreform von oben" wieder einmal gebracht. Auf diese seine Schöpfung braucht Herr Berlepsch nicht stolz zu sein.
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Woher aber nun das gänzliche Fehlschlagen der staatlichen beitgebern in der Zahl der abgegebenen Stimmen Wir nehmen an, daß die brave Frau Direktor Jessen Spekulation auf Ausmerzung der Uebelstände im Bergbau auf hervor. Insgesammt wurden nämlich vorläufig gezählt keine Ahnung davon hat, wie vernichtend in diesen Worten 2601 Sozialdemokratische Stimmen, legalem Wege"? 2281 freifinnige, nicht allein die Ferienkolonien, sondern die ganzen entsetzlichen