2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Ur. 227.
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Sozialdemokratie
Sonntag, den 27. September 1896.
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13. Jahrg.
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feines Mannes Rede fündigen zwar viele Menschen, am 4. Ich habe den entlasteten Frauen der begünstigten Klassen, meisten aber die von Kindheit an in Anbetung der Autorität welche helfen wollen, gerathen: Helft den aufgezogene Frau, das große Kind, die alles glaubt und sich beiterinnen, sich selbst zu helfen, indem Ihr an dabei beruhigt. ihrer Organisirung mitarbeitet, nehmt an ihren wirthschaftlichen Kämpfen theil. Der Streit der Konfektionsarbeiterinnen war die erste Ges legenheit, die sich bot- und die evangelisch- soziale Frauens gruppe war die erste auf dem Plan. Mit vorzüglicher Hochachtung
E. Gnaud.
Internationaler Kongres
für Frauenwerke und Frauenbestrebungen.
frage.
VII.
und Frauenbewegung. Ueber den äußeren Verlauf der imposanten Versammlung, Rednerin geht nun die Reihe der gegen die Sozialdemokratie bie am Freitag Abend in dem Martens'schen Saale stattfand, erhobenen Beschuldigungen durch und weist ihre Haltlosigkeit haben wir gestern bereits kurz berichtet. Es bleibt nur noch zu nach. Nicht die Sozialdemokratie zerstöre die Familie, sondern erwähnen, daß sich viele Theilnehmerinnen des Internationalen der Kapitalismus. Die Sozialdemokratie bemühe sich viel Frauenkongresses eingefunden hatten, wenn auch die Führerinnen mehr, sie auf höherer Grundlage wieder aufzubauen. Eine der bürgerlichen Frauenbewegung wieder fehlten. Außerdem ist ihrer ersten Forderungen sei der Achtstundentag, der den noch eine Stizze des Vortrages der Frau Lily Braun über proletarischen Eltern erst wieder die Muße geben werde, für die Sozialdemokratie und Frauenbewegung zu entwerfen. Die Bildung und Erziehung ihrer Kinder zu sorgen. In derfelben Rednerin sagte: Richtung sollen auch die weiteren Arbeiterschutz- Forderungen der Der Kongreß der bürgerlichen Frauenbewegung geht mit Sozialdemokratie wirken. Lange bevor sich die bürgerliche morgen seinem Ende entgegen. Der allgemeine Eindruck, den Frauenbewegung auch nur zu einer Petition um weibliche wir von ihm gewonnen haben, ist, daß die deutsche bürgerliche Fabritinspektoren emporschwang, stand diese Forderung schon im Die Schlußßigung des Kongresses, die unter Vorsitz der Frauenbewegung einen entschiedenen Fortschritt gemacht hat. fozialdemokratischen Programm. Ebenso haltlos sei der Frau Cauer stattfand, hatte noch einmal den Festsaal des Schon die Thatsache, daß zum ersten Male ein internationaler Vorwurf, daß die Sozialdemokratie die Religion. zerstöre Rathhauses dicht gefüllt. In der Ausstellung von Frauenreden, Frauentongreß in Deutschland stattgefunden hat, daß der Rath- und die Behauptung, daß sie durch eine blutige die der Kongreß in der Hauptsache darbot, war man bis zur baussaal zu feinen Verhandlungen hergegeben wurde, spricht für Revolution sich in den Besitz der Macht setzen wolle. diesen Fortschritt und zeigt, daß das Juteresse für die allgemeine Nach diesem kritischen, mit großem Beifall aufgenommenen Gruppe 7 vorgerückt, die folgende Gegenstände umfaßte: BeFrauenfrage auch in bürgerlichen Kreisen in entschiedener Bu- Theil ihrer Rede schilderte Frau Braun, was die Sozialdemokratie heiligung der Frauen an Kunst, Wissenschaft, Literatur, Friedensnahme begriffen ist. Wir sind weit entfernt davon, diesen Fort- bisher für die Frau gethan hat. Sie verwies in erster Linie auf Die Neden über die Friedensfrage sind nicht der Erwähnung schritt zu leugnen oder uns über ihn zu ärgern. Im Gegentheil, unser Erfurter Programm, das das aktive und passive Wahlrecht werth; es war das übliche wohlmeinende Gefäusel philanthropischer uns ist jeder Fortschritt willkommen, wissen wir doch zu genau: der Frau fordert. Damit sei die Hauptforderung der bürger- Apostel, das den harten Thatsachen der Welt und der geschicht Alle Ströme fließen in unser Meer!( Zustimmung.) lichen Frauenbewegung voll vornherein ausgesprochen. Die Verhandlungen des Kongresses haben aber auch gezeigt, Ferner fordern wir die Abschaffung aller Gefeße, die ichen Entwicklung keine Rechnung trägt und sich nie zu einer Leistung verdichten wird. daß die bürgerlichen Frauen nicht nur eine mangelhafte Kenntniß die Frau in öffentlicher und privatrechtlicher Beziehung Die Reden über die Frau in der Literatur waren in der der ökonomischen und historischen Thatsachen der Gegenwart benachtheiligen. Die Forderung der Gleichberechtigung der Ge Mehrzahl mittelmäßig. Es entbehrte nicht der Komik, wie eine überhaupt besigen, sondern im besonderen auch von unseren Be- schlechter ist auf dem Internationalen Arbeiterkongreß zu Brüffel der Vortragenden für ein von ihr verfaßtes Drama ganz unstrebungen falsche Vorstellungen haben. So hat eine der Redne- als Forderung der Sozialdemokratie aller Länder aufgestellt befangen Reklame machte und zum Kauf des Erzeugnisses aufs rinnen von der Verhegung der Arbeiterinnen durch die Sozial- worden. Den Kampf, den die Sozialdemokratie gegen die Be- forderte. Der Kongreß lachte herzlich darüber, das sei zu seiner demokratie gesprochen und auf England hingewiesen, wo die einträchtigung des Vereins- und Versammlungsrechtes führt, Ehre gesagt. Arbeiterinnenfrage als eine rein ökonomische betrachtet würde führt sie auch mit Energie für die Arbeiterinnenvereine. Hier Eine Rede aber stand weit über dem Durchschnitt. Es war bürgerliche und proletarische Frauen friedlich könnte die bürgerliche Frauenbewegung einmal zeigen, daß es der Vortrag des Frl. Natalie von Milde aus Weimar über Hand in Hand gingen. Die Rednerin weist dem- ihr ernst ist mit der Hebung der Lage der Arbeiterinnen, wenn Frauenliebe und Leben in der modernen Literatur". Es war gegenüber darauf hin, daß gerade die bürgerlichen sie an diesem Kampf gegen das bestehende Vereinsrecht theil- eine formvollendete Verherrlichung des modernen Frauenideals. Frauen Englands gegen jeden gesetzlichen Arbeiterinnenschutz den nimmt.( Beifall,) Die Frau will nicht mehr das Ideal der Liebe, das Chamisso, schärfsten Protest erhoben hätten, damit die Arbeiterin nicht in Rednerin verweist auf die Thätigkeit der sozialdemokratischen Heyse und Geibel schildern, die unermeßliche Schlaf und ihrer Freiheit beschränkt würde", und daß ferner das Elend des Fraktion im Reichstage zu gunsten der Frauen bei der Petition Traumseligkeit des Weibes! Man hat das Weib gelehrt, zu ge= Proletariats nirgends so groß sei als gerade in England, im Jahre 1894 um Zulassung der Frauen zum medizinischen fallen und sich unterzuordnen. Daher die unermeßliche Gallerie trotz der reichen und gut organisirten Wohlthätigkeits- Gesellschaften. Studium, bei der lex Heinze u. f. 1. Bebel war es, der flacher und unbedeutender Frauenfiguren in der Literatur. Auf dem Frauenkongreß wurde von einer anderen Rednerin zum ersten Male das Wahlrecht für die Frau im Reichstage Aber der Gel Kultur und an der Arbeit. Und auch der der Frau ist erwacht, sie will theilnehmen an der die Arbeiterinnenfrage das lebhafteste Interesse der bürgerlichen Aber alle Reformen in der heutigen Gesellschaft vermögen Mann kann nur gut dabei fahren, wenn die Liebe des Frauen für die Noth des Proletariats gezeigt hätten. Wer aber auch für die Frau nicht viel. Eine völlige Befreiung der Frau Weibes eine höhere Stufe betritt, wenn die Liebende nicht hat denn dieses Interesse nicht? Die einen haben es ist nur möglich in der sozialistischen Gesellschaft. Diese mehr sagt:„ Darsst mich niedere Magd nicht kennen." Gefährten, aus Furcht, Die anderen aus Mitleid. Von all- fünftige Gesellschaft, deren Herz nicht mehr versteinert ist, gemeinschaftliche Arbeiter sollen Mann und Frau werden; die gemeinen Gefühlen und schönen Reden zu thatkräftigem Thun deren Augen nicht mehr geblendet sind durch den Fluch der Liebe wird sie dann in ganz anderem Maße beglücken, als bei ist aber noch ein weiter Schritt.( Bravo.) Wieviel schöne Nibelungen, das rothe Gold, sie wird sich fragen, wie es möglich dem alten Unterwürfigkeitsverhältniß des Weibes zum Manne. Beschlüsse sind schon auf Frauenfongressen gefaßt worden; die war, daß die Männer und Frauen wie Ehrlose verfolgt worden Ist der Begriff der Ziebe so vertieft und erweitert worden, Ausführung aber ließ auf sich warten oder beschränkte sich auf sind, die in unseren Tagen alles für die Befreiung der Mensch- so wird auch erkannt werden, daß über der Liebe die Gründung eines neuen Vereinchens. Es wird jezt Mode, heit einsetzen, und sie wird wissen, daß das kämpfende Proletariat der Geschlechter die Menschenliebe steht. Als Beispiel für ein fich zum Sozialismus zu bekennen. Hat sich doch selbst der eng- nicht nur sich selbst befreite, sondern auch diejenigen miterlöfte, die modernes Weib, das volles, reifes Berständniß für die Kulturlische Thronfolger einen Sozialisten genannt.( Große Heiterkeit.) heute noch Feinde der neuen Gesellschaft sind!( Stürmischer Beifall.) aufgaben hat, nannte die Vortragende die große sozialistische Aber selbst sein bester Freund wird von ihm nicht behaupten Die Debatte über diesen Vortrag soll in der Sonntags- Ver- Dichterin Italiens , Ada Negri . Ada Negri . Ebenso gedachte sie der wollen, daß er auch nur ein sozialer Reformer sei.( Heiterkeit.) sammlung( siehe Inserat) stattfinden. greifen Marie Don Ebner Eschenbach, von der bie Nur die Arbeit, nicht Worte, führen vorwärts, und hierzu ist Männer rühmend sagen, sie schreibe wie ein Mann. allein die Sozialdemokratie durchgedrungen. Davon aber will Sie schreibt aber, wie tein Mann schreiben kann. Aus allen die bürgerliche Gesellschaft nichts wissen, und das ist auch Blankenburg a. Harz , 25.19. 1896. ihren Schriften spricht ein mütterliches Herz für alle Schwachen bet den Verhandlungen dieses Rongresses scharf zu tage In der Nummer Ihres Blattes vom 25. d. M. finde ich in und Gebeugten. Unsere Feindin, die Laura Marholm , neunt fie getreten. Bitirte eine der Nednerinnen doch sogar den blutigen dem Berichte über die Frauenversammlung in der Brauerei mit komischer Herablassung die gute Ebner- Eschenbach ". Wir Umsturz( Lachen) wieder, den wir erstreben. Da ist die Frage Friedrichshain bezüglich meiner Thätigkeit eine irrthümliche An- nennen sie mit Stolz die Gute; denn: wie weise muß man am Blake, was weiß die Bourgeoisie und besonders die bürger- gabe, welche ich mir zu berichtigen gestatte. sein, um gut zu sein." Warmes soziales Empfinden werde das liche Frau von der Sozialdemokratie und was will die Sozial- 1. Ich habe niemals die thörichte Aeußerung gethan, die neue gesundere, befriedigtere und glücklichere Frauengeschlecht demokratie thatsächlich? Bürgerfrauen tönnten die soziale Frage lösen. auszeichnen. Die Bourgeoisie und am meisten die bürgerlichen Frauen 2. Ich habe niemals zu Wohlthätigkeitsbestrebungen gerufen; Diese Rede hatte den stärksten Erfolg auf dem Kongreß. werden von ihrer Presse beeinflußt, die Presse aber kann das Programm der evangelisch- sozialen Frauengruppe als solche Um 1 Uhr schloß Frau Cauer den Kongreß mit Dankesworten sich nicht genug thun an Schmähungen und Verdächtigungen schließt die Betheiligung an den genannten Bestrebungen aus. an alle Betheiligten. Auch den Frauen der gegnerischen Partei" der Sozialdemokratie. Allem Thun von unserer Seite Ich freue mich, wenn praktische Wohlthätigkeitsbestrebungen irgend dankte sie, weil sie an den Sektionsverhandlungen sich betheiligt werden die niedrigsten Beweggründe untergeschoben, und welche Noth lindern aber es ist nicht mein Weg. hätten. Die Aussprache habe nichts geschadet, sondern nur die bürgerliche Frau ist meistens so naiv, alles zu glauben, was 3. Ich habe in jeder Schrift die Organisation der genügt. Der Verlauf des Kongresses sei ein glänzender Erfolg in ihren Zeitungen steht. Gegen den obersten Grundsatz der Arbeiterinnen( und zwar in Gemeinschaft mit ihren männlichen der Frauenbewegung. Moral: audiatur et altera pars eines Mannes Rede ist Kollegen) als Vorbedingung wirthschaftlicher Hebung hingestellt.
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Sonntagsplauderei.
Wir erhalten folgende Zuschrift:
gehörige einer geistig reich veranlagten Race, wie die französische Elephanten werden die wilden schon dressiren. Nur Lebensift, nicht ebenso verzückter Anbetung? Man ist wohl nicht der flugheit bewahren. Ertafe fähig, in die eine Horde fanatischer Muselmänner ver- Da haben wir die alte liberale Lebensflugheit. Es wird Herr Paulus in Paris ist höchst mißvergnügt; man könnte fällt. Man wird nicht die Gewänder von sich reißen und die sich schon alles von selber gut gestalten. Nur feinen konfagen, unglücklich. Fünf Millionen hat das stolze Paris für nackten Leiber vor den Galawagen des Baren auf das Straßen- fequenten Kampf und Geduld mit herrschenden Vorurtheilen, mit die Empfangsfeierlichkeiten zu Ehren des Baren aus pflaster werfen, damit die Räder darüber hinwegfahren können. herrschenden Gewalten. Das Tempo: Immer langsam voran! geworfen. Aber dieser Millionensegen hat keinen Musiker, Aber man entäußert sich in inbrünstiger Demuth seiner seelischen wird zwar bei den Männern der brutalen Vorurtheile gerade feinen Boltsdichter befruchtet. Rein befeuernder Marsch, Würde. Man wirst sich geistig nieder und wälzt sich knechtselig feine Achtung vor den Kämpfern um eine neue Weltanschauung nicht das fleinste neue Liedchen fiel den Herrschaften auf dem Boden. Leute, die stets dafür bekannt waren, daß sie wecken; im Gegentheil: Weiche Nachgiebigkeit hat von jeher an der Seine ein; und der große Paulus, der Napoleon unter nichts mehr scheuten als den Fluch der Lächerlichkeit, verlieren den den Doppelten Troß harter Gewalthaber hervorgelockt. den Volksfängern, einst der werthvollste Bundesgenosse des Straßen- Sinn für die gröbsten Lächerlichkeiten, und zu dem befreundeten Baren Allein, was thut das? Man kann getrost die süße bes helden Boulanger, kann dem hochmächtigen Baren mit nichts blicken sie auf, wie zu einem Wunder- Fetisch, der ungemessenen feligende Hoffnung heimtragen, vielleicht in absehbarer, oder anderem auswarten, als mit aufgewärmten Rouplets, die von Segen ausstrahlen könne, wenn er gnädiger Laune ist, und Fluch auch ferner Zukunft die Halben mit zärtlicher Kraft an sich zu der Liaison Fränzchens mit Nicolas schwärmen. Das verbreite, wenn er grollt. Wo bleibt das alte, gallische Ge- drücken. Einer Suttner ist auch dies Gefühl eine Heils. allbekannte Rataplan- Organ des Herrn Paulus, das wie lächter, wo der gallische Esprit, der sonst klärend in Wirrnisse botschaft und Erlösung. das Getute einer start verbogenen, beulenreichen Trompete hineinzuleuchten wußte? Die falten Wasserstrahlen, die von den Die gleiche Erscheinung auf dem Frauenkongreß zu Berlin . Elingt ich kenne es freilich nur in der Wiedergabe von Edison's führenden Geistern der französischen Sozialdemokratie gegen Fern von großer idealistischer Weltanschauung, fern von einem Phonographen muß sich dazu bequemen, wieder zu den Klängen den Barentaumel losgelassen waren, haben die überhitten lebhaft begriffenen Ziel mußten die revoltirenden Damen auf die des Boulanger- Marfches zurückzugreifen, um das Volk von Paris Köpfe nicht ernüchtert." Und wenn einzelne Jungfranzosen, Politit der kleinen Mittel verfallen. Von Frau Lina Morgenstern zu entflammen; denn nichts neues ist dem Genie von Frank- die noch ehrlich auf dem Standpunkt der republikanischen und ihrer Selbstgefälligkeit will ich hier erst nicht sprechen. Wer reich gelungen, jammert Paulus , der Bedauernswerthe. Was Bourgeoisie stehen, zur Besonnenheit mahnen, so rufen jemals in bitteren Tagen ihre Voltstüchenwohlfahrt am eigenen Leibe Nicolas, der Liebling, davon denken wird? ihnen selbst ihre Gesinnungsgenossen entgegen: Laßt doch das erfahren hat, der wird dieser Frauenerscheinung stets mit heftigen Es sind nicht etwa spaßhafte Sorgen, von denen hier die Raisonniren zu unrechter Zeit! Mit den Wölfen muß man Unluftgefühlen gedenken. Die Besucherinnen des Frauenfongresses Rede ist. Herr Paulus und die Seinen wollen durchaus nicht heulen. Verspart eure Wahrheiten auf den morgigen Tag. Ihr waren zu einem üppigen Volksfüchensouper geladen. Wohl be lächerlich genommen werden. Im Gegentheil! Eine bestimmte macht uns sonst jene Elemente topischen, die halb und halb zu komme ihnen das Gastmahl und mögen sie ruhig den Ruhm der Gattung der Preffe debattirt ganz ernsthaft über das Mißgeschick uns gehören. Nur teine fatale Ueberstürzung! Allzu scharf einzigen Frau Morgenstern, der warmherzigen Menschenfreundin der Nation", daß man dem Kaiser mit feinem funkelnagel- macht schartig. und genialen Gründerin der Volksküchen in alle Welt tragen! neuen Jubelliedchen den Enthusiasmus von Frankreichs Bürgerthum So werdev die alten, lieben Sprichwörter hervorgekramt, Da sind aber junge, angeblich schneidige Vorkämpferinnen beweisen könne. Sie haben offenbar viel Muße, die chauvinistischen die von jeher der Halbheit so bequem Borschub leisteten. Nur der bürgerlichen Frauenbewegung, und auch sie klammern sich im Schwarmgeister von Paris , wenn sie sich um solcher Dinge willen ja die allzeit Halben nicht erschrecken. Ein förmliches Wett- Buhlen Wesen an die kleinen Kunststücke. Auch sie sind troh großer so viel Ropfzerbrechen machen. um die Gunft der Halben ist so charakteristisch für den Geist unserer Worte innerlich verzagt. Auch sie wagen aus übergroßer Be
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Slatin- Bey, jener Desterreicher, der Jahre lang in der Ge- Tage. Die beiden internationalen Kongresse, der Frauenkongreß in hutsamkeit keinen energischen Schritt nach vorwärts. Sie find fangenschaft des Mahdi schmachtete, bis es ihm unter schweren Berlin , wie der Friedenskongreß, der im Anschluß an die Millen- so bescheiden, denn sie werben um die Halben unter ihren Mits Mühen zu entkommen gelang, hat über das, was er in Afrita niums- Ausstellung eben in Best tagte, legen so beredtes Zeugniß schwestern und möchten sie durchaus nicht in agressivem erlebte, ein fesselndes Buch geschrieben. Die anschaulichsten Kapitel dafür ab, wie ängstlich man die Empfindungen der Halben Ton verlegen. Das machte fich fostbar, als es hieß, die darin behandeln das Verhältniß des fanatisirten Voltes zu dem schont. Der internationale Friedenskongreß zu Pest wäre darum demagogischen Frauen Klara Bettin und Lily Braun seien grausam rohen Khalifen, der seine Schreckensherrschaft aufrecht faft in die Brüche gegangen. Der ungarische Magnat Graf gründlich von der neuesten bürgerlichen Heldin, von Fräulein erhält, weil die Menge ihn wie eine mystische Gottheit verehrt. Eugen Bichy wurde nämlich höchst widerborftig, als man auf Anita Augspurg in den Sand gestreckt worden. Die habe es Wenn der Khalif an hohen Feiertagen inmitten festlicher Prozession dem Kongreß die heitle Frage des Duells berührte; und auch den Aufwieglerinnen, die in eine unschuldig fromme Schaar ausreitet, so entsteht ein wildes stürmisches Gedränge. Man Frau Baronin Suttner, der bekannte Friedensengel, stand dem satanisches Gestänke brachten, gehörig besorgt. Und wie stand preist sich in einer Art von Märtyrerseligkeit glücklich, wenn Grafen bei. Tief umstrickt von ihrem Klassenvorurtheil, können es um die Heldenstreiche des tapferen Fräuleins Augspurg ? vor dem Khalifen zu Boden finten darf und die sich die Herrschaften daraus nicht befreien; und sowohl in Paris In Wahrheit erklang aus ihren Ausführungen wiederum nichts Sufe feines Pferdes traben über lange Reihen nieder- als in Best und in Berlin , überall meint man, den seinerzeit anderes, als der wimmernd vorgetragene Roupletrefrain:" In gestreckter Menschenleiber. Menschliche Selbstentwürdigung viel gesungenen Roupletrefrain zu hören: In Pasemalt, in Base- Pafewalt, in Pasewalt sind wir noch nicht so weit". Frl. Augs spricht da eine Sprache voll Finsterniß und Grauen. Aber es walt find wir noch nicht so weit. Graf Bichy und Frau Suttner purg hat sicherlich recht; und wenn sie etwas von dem Hauch handelt sich um unwissende Sklaven, um halbwilde Afrikaner. dekretiren: Die Waffen nieder! Aber laßt uns um alles in der verspürt hat, der die jüngsten Massenversammlungen sozialDer Westeuropäer, wenn er von diesen Dingen lieft, schmunzelt Welt das gebenedeite Duell! Faßt Refolutionen gegen die Völker- demokratischer Frauen beseelte, so kann sie mit verdoppeltem befriedigt: Wie sind doch solche Menschen noch um ein Jahr- duelle, aber das ritterliche Kavallerieduell tastet nicht an. Denn Recht lagen: Ja, in Bafewalt find wir freilich nicht so weit. tausend in der Kultur zurück! Ob er auch Grund hat, von hoher in Basewalt sind wir noch nicht so weit. Noch ist Ungarn ein Die fluge Einsicht ehrt den Mann wie das Weib. Aber die Warte aus auf die armen zurückgebliebenen herabzusehen? Militärstaat und man muß die Armeebräuche respektiren, Basewalter sollten eben darum keine Bastille stürmen wollen. Gleicht die Wanderschaft des Baren, das Weihrauchstreuen aller will man die Halben in Zukunft gewinnen. Nur Geduld, sagt Das hat von den guten Pasewaltern noch in vernünftiger Orten, die Selbstentwürdigung, dem Taumel, dem so viele An- Frau Suttner. Es wird sich schon machen. Die zahinen Mensch erwartet.
Alpha,