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Jhring. Kriminalkommissar Schöne hat uns bekundet: Jhring ist trage der internationalen revolutionären Arbeiter- der Frau eines aus Berlin ausgewiesenen Sozialdemokraten eine das Opfer eines ganz gemeinen Komplotts geworden. Alle Vor- partei von Genf nach Deutschland geschickt worden." Weihnachtsfreude zu bereiten. Nun sagt der Herr Staatsanwalt: gesetzten des Jhring bis zum Herrn Minister hinauf sind überzeugt, Der Staatsanwalt schildert alsdann die Thätigkeit des Ange- diese Sammlung war nur eine fingirte, denn es ist durch Sammel­daß Ihring ein durchaus pflichttreuer, wahrheitsliebender Beamter flagten Kurowski. Auch dieser so fährt der Staatsanwalt listen, Bonsverkauf, ze. gesammelt worden. Ja, fuchen nicht alle ist. Die Behörde hat sich nicht veranlaßt gesehen, den Ihring von fort hat den Zigarrenhändler Bojerski hier in Bosen ersucht, Wohlthätigkeitsvereine auf den verschiedensten Wegen, durch Ver­seinem Posten zu entfernen. Daß Ihring angesichts dessen nicht für ihn Briefe aus Paris zu empfangen. Bojerski ist, wie ich anstaltung von allerlei Vergnügungen zc. auf das Mildthätigkeits­selbst auf Versehung angetragen hat, sondern auf seinem Posten hervorheben will, ein durchaus unverdächtiger Mann, der seinen gefühl zu wirken? verbleibt, ist für mich der beste Beweis, daß er ein durchaus Kunden diesen Gefallen thut, allein die Polizeibehörde würde schlecht ,, Der Hauptzeuge Kriminalschußmann Naporra hat auf pflichttreuer Beamter ist, der von seinem ernsten Berufe ganz und ihre Aufgabe erfüllen, wenn sie nicht sehr bald gemerkt hätte: es Grund von Notizen, die er sich machte, wenn er in später Nacht voll durchdrungen ist. Was liegt denn gegen Ihring vor? Er fönne mit so häufigen, aus Paris datirten Briefen nicht volle von den Zusammenkünften nach Hause kam, und die alsdann hat von seiner vorgesezten Behörde den Auftrag erhalten, die polnisch- Richtigkeit haben. Kurowski und Slawinski haben nun mit dem Kriminalkommissar Schöne noch bearbeitete, sein Zeugniß revolutionäre Arbeiterbewegung in Berlin zu überwachen. Zu Auslande eine sehr umfassende Korrespondenz unterhalten, in denen hier abgegeben. Herr Naporra soll sich allerdings eines vorzüglichen diesem Behufe hat er sich als Mechaniker ausgegeben und sich einen Ausdrücke, wie Fazet"," Zuckersäure"," Losungswort" 2c. vor- Gedächtnisses erfreuen. Allein ich erlaube mir schon aus dem Um­falschen Namen beigelegt. Hätte er das nicht gethan, dann hätte kommen, jedenfalls Stichworte für gewisse den Behörden zu ver- stande, daß Naporra auf Grund der erwähnten Notizen er seinen Auftrag überhaupt nicht ausführen können. Nun wird heimlichende Bezeichnungen. sein Zeugniß abgab, bedenkliche Zweifel an der Richtigkeit seiner behauptet: hring habe die Sozialdemokraten zur Begehung von" Ich wende mich nun zu der Angeklagten Zielonawska. Aussagen zu erheben. Aber ich habe noch andere Gründe, die Verbrechen aufgereizt und eine Majestätsbeleidigung sowie eine Es könnte auf den ersten Augenblick scheinen, als sei die Zielonawska diese meine Zweifel rechtfertigen. Die Herren Richter werden sich Beleidigung gegen den Prinzen Wilhelm begannen. Behauptet ist ganz unschuldig auf die Anklagebank gekommen. Genauer betrachtet, erinnern, daß, als ich den Zeugen Josef Kruszinski fragte, wodurch das worden von den bekannten Christensen und Berndt. Diese ist aber gerade diese Angeklagte als höchst gefährlich zu be- er den Kriminalschutzmann Naporra kenne, er sofort sagte: Naporra wurden deshalb wegen Beleidigung des Jhring angeklagt und vom zeichnen. Die Angeklagte ist ja allerdings eine Person, bei der ist mein Schwager." In einer in Berlin im Mai v. J. statt­Schöffengericht zu Berlin zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. man wohl zu der Annahme gelangen kann, daß Leute mit ihr gehabten Schwurgerichtsverhandlung, in welcher die Angeklagten Die Berufungskammer in Berlin hat auf Freisprechung erkannt, Liebesverhältnisse unterhalten haben. Allein ist es schon strafbar, Merkowski und Felix Wittkowski wegen Meineides angeklagt waren, weil sie die Sache nicht für aufgeklärt hielt. Aus diesem Urtheil daß sie, deren Polizeiaften nichts aufweisen, sich als Decadresse stellte ich die Frage an denselben Zeugen, in welchen Beziehungen folgt doch aber gar nichts. Die Vertheidigung legt Gewicht darauf, hergab und dadurch den Umtrieben, die hier zur Verhandlung er zu Naporra stehe, da antwortete der Zeuge: Ich kenne den daß dieselbe Kammer in derselben Zusammensetzung einige Wochen stehen, Vorschub leistete, so ist noch außerdem in Betracht zu ziehen, Naporra von der Heimath her." Ich wußte damals noch nicht, vorher den Tischlergesellen Bobkiewicz wegen Mißhandlung des daß sie in Warschau stets mit revolutionären Elementen verkehrt daß Kruszinski der Schwager des Naporra sei. Allein ich bin der Jhring verurtheilt hat. Dies beweist doch aber auch nichts. Wenn hat, und daß der Verdacht nahe liegt: die Angeklagte habe die Meinung, Pflicht des Naporra, der doch den Eid leistete, wäre es man das Majoritätsverhältniß in Betracht zieht, dann kann man Umtriebe der anderen Angeklagten gekannt, und die Ansicht derselben gewesen, sofort hervorzutreten und zu sagen: Herr Präsident, der zu der Ueberzeugung gelangen: acht Richter haben dem Jhring getheilt. Es ist ja bekannt, daß die Sozialdemokraten bemüht find, Beuge ist mein Schwager." Der Umstand, daß das Naporra nicht Glauben geschenkt und zwei nicht. Ich behaupte: Jhring ist aus auch die Frauenwelt in ihre Bewegung zu ziehen. Zur Charafte- gethan, berechtigt doch, seine Glaubwürdigkeit der ganzen Sache ebenso intakt hervorgegangen, wie er in die ganze rifirung der Angeklagten dürften aber auch die mystischen Briefe einigermaßen in 3weifel zu ziehen. Diese meine Affaire eingetreten ist. Nun, meine Herren, was liegt gegen den dienen, die die Angeklagte mit Janiszewski, Kurowski, Kasprzak Zweifel werden ferner bestätigt durch das Auftreten des Naporra Kriminalschußmann Naporra vor? Diesem war von seiner vor- u. f. w. austauschte. Diese Briefe sind allerdings sämmtlich in in den Kreisen der Sozialdemokraten. Es ist von verschiedenen gesetzten Behörde derselbe Auftrag geworden, wie dem Jhring. Er Form von Liebesbriefen gekleidet; wer aber zu lesen versteht, der führte diesen Auftrag aus, ohne sich einen anderen Namen beizu- sieht doch wohl. daß die Liebenswürdigkeiten, die in den Briefen Legen. Allerdings, er sagte nicht, daß er Polizeibeamter sei, sondern enthalten sind, nur den übrigen Juhalt verdecken sollen. Aus einem daß er die Ansichten der Sozialdemokraten theile. Ja, wie sollte dieser Briefe geht hervor, daß der Angeklagte Kurowski in allen er anders handeln? Er ging gewissermaßen in die Höhle des drei Kaiserreichen, Deutschland , Desterreich und Rußland , agitatorisch Löwen . Sollte er vielleicht sagen: ich bin Polizeibeamter und ver- thätig gewesen ist." achte Eure Bestrebungen? Wenn die Behörde über geheime revo= Tutionäre Umtriebe glaubhafte Kenntniß erhalten will, wie soll sie da wohl anders verfahren? Wenn die Behörde dasselbe thut behufs Ermittelung von Raubmördern, dann hat Niemand etwas dagegen, dann wird ein solches Vorgehen von allen Seiten gebilligt. Daß Naporra, wie behauptet worden, seine Beamtenpflicht verlegt und die Arbeiter gar zu Gewaltthätigkeiten aufgereizt, ist in glaubwürdiger Weise keineswegs bekundet worden.

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Zeugen hier bekundet worden, daß Naporra sich an der Verbreitung von verbotenen Flugschriften be= theiligt hat, daß er Leute, die nicht Sozialdemokraten waren, veranlaßt hat, ansozialdemokratischer Agitation theilzunehmen, ja er joll sogar einmal zu einem Putsch auf­gefordert haben. Naporra konnte nicht wissen, ob seine Worte nicht auf fruchtbaren Boben fallen werden. Ferner kommt in Be­tracht, daß fast alle Dinge, die sowohl Naporra als auch Herr Ihring- Mahlow berichteten, nicht eintrafen."

Der Staatsanwalt geht nun zu dem Angeklagten Konopinski über, der wegen Verbreitung von Druckschriften beschuldigt wird, verschiedene Klassen der Bevölkerung in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise gegen einander angereizt zu haben. Auch der Der Vertheidiger beleuchtet noch in eingehender Weise die Be­Angeklagte Kanopinski habe mit den Sozialisten der verschiedenen hauptungen der Anklage und kommt zu dem Schluß, daß nicht eine Länder in lebhafter Korrespondenz gestanden. Aus einer dieser Spur von geheimer Verbindung vorhanden war. Wenn ich dar­Sorrespondenzen geht hervor, daß der Angeklagte die Ausführung nach der Ueberzeugung bin: die Angeklagten sind unschuldig und eines Attentats angeregt habe. daher freizusprechen, so will ich mich dennoch mit wenigen Worten " Ich gehe nun zu dem speziellen Theile der Anklage über. Der Staatsanwalt charakterisirt" im Weiteren die Angeklagten über die Strafzumessung äußern. Es ist doch zu berücksichtigen, Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme sind auf Veranlassung Felig Wittkowski und Janiszewski. Auch bei Wittkowski, daß die meisten der Angeklagten sich noch in sehr jugendlichem der Parteileitung in Paris eine polnisch revolutionäre der Mitglied der Berliner polnisch- revolutionären Gruppe war, Alter befinden und noch niemals vor dem Strafrichter gestanden Gruppe in Berlin und eine ebensolche in Posen ge- wurden verbotene Druckschriften vorgefunden. Janiszewski hat ja haben. Es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, daß die bildet worden. Vorsteher bezw. Mitglieder dieser beiden Gruppen schon mehrfach vor Gericht gestanden; er spielt eine hervorragende Angeklagten wegen ihrer politischen Ueberzeugung, die sie waren die gegenwärtigen Angeklagten. Die Beweisaufnahme hat Rolle in der sozialdemokratischen Bewegung. Er war im Bestz für die Allgemeinheit für heilsam halten, auf der Anflagebant ferner ergeben, daß die meisten der Angeklagten Mitglieder des eines Schlüffels zur Chiffrirschrift. Bekanntlich haben einen solchen stehen. Ich wiederhole, die Angeklagten, die nicht Anarchisten find, polizeilich geschlossenen Arbeiter- Bezirksvereins für den Schlüssel nur Eingeweihte. Janiszewski ist bekanntlich mehrfach in der sind lediglich für ihre Ueberzeugung eingetreten. Der Herr Staats­Often Berlin's waren, eines, laut amtlicher Auskunft des Ber- Stadt Posen als sozialdemokratischer Reichstagskandidat auf- anwalt wies auf das Freiberger Urtheil hin. Das Landgericht zu liner Polizeipräsidiums, sozialdemokratischen Vereins. Eine Anzahl getreten. Es ist das eine Handlung, die jedem deutschen Freiberg hat aber nicht angenommen, daß Bebel und Genossen eine dieser Mitglieder gründete einen Disputirklub und später einen Staatsbürger erlaubt ist.(!) Allein anders verhält es geheime Verbindung unterhielten, es nahm nur an, daß dieselben Rauchtklub. Diese Klubs hielten in Hinterzimmern der Restaurations- sich doch, wenn dieses Kandidiren nur geschieht, um für eine Verbindung im Sinne des§ 129 des Strafgesetzbuches unter­lokale von Wesenad und Spidermann in Berlin geheime gewisse Ideen Propaganda zu machen. Wenn man ein- halten haben, um den Sozialdemokrat" zu vertreiben. Da die Bersammlungen ab. Mitglieder dieser Klubs waren die meisten wendet, daß ein derartiges Vorgehen auch von anderen Parteien Angeklagten dies Blatt aber nicht vertrieben haben, so können sie. der Angeklagten und ferner die bekannten Christensen und Berndt, geschieht, so gebe ich das zu. Anders verhält es sich aber bei auch nicht Mitglieder der vom Freiberger Landgericht festgestellten die beide in diesen Versammlungen sozial- revolutionäre Vorträge Janiszewski, der sich augenscheinlich gegen Bezahlung als Kandidat Verbindung sein. Ich frage, ist es auf Grund einer jedenfalls sehr hielten. In diesen Versammlungen wurden sozialdemokratische hat aufstellen lassen. Man hat außerdem eine Reihe von Adressen viel umstrittenen Judikatur gerechtfertigt, die Angeklagten gleich auf Themata debattirt, Gelder gesammelt, Druckschriften vertheilt 2c. bei ihm gefunden, die unzweifelhaft zu der Annahme berechtigen, mehrere Jahre in's Gefängniß zu schicken? Die Geldsammlung ist geschehen unter dem Vorgeben, sie sei zur daß auch dieser Angeklagte der Verbindung angehört hat." Unterſtügung für die Frau eines ausgewiesenen Sozialdemokraten Guttmeyer bestimmt. Eine Abrechnung hierüber ist jedoch nicht vorgefunden worden, obwohl die Unterstützung der Frau eines Aus­gewiesenen doch durchaus erlaubt ist. Ich behaupte: Frau Gutt­meyer diente blos als Deckmantel, die gesammelten Gelder, die sich nach vielen Tausenden von Mark beliefen, wurden für sozialistische Zwecke verwendet. In einer Versammlung wurde über die zu fünftige Revolution in Berlin debattirt. Bei dieser Gelegen= Der Staatsanwalt beantragt gegen Slawinski 3 Jahre 10 Mo­heit hat der Angeklagte Popieszny ein vollständiges Bild eines nate, gegen Felix Wittkowski und Johann Konopinski je 3 Jahre, Barrikadenbaues auf dem Alexanderplaz in Berlin gezeichnet, von der Auflösung des Reichstages und dem Tode des Kaisers ge- gegen Kurowski, Janiszewski, Merkowski und Morawski je 2 Jahre, sprochen. Popieszny hat allerdings dies alles bestritten; er fagt, gegen Deregowski, Prizellius, Grochowski, Groszinski und gegen er wünsche dem Staiser ein noch recht langes Leben, es sei ihm die Zielonawska je 9 Monate, gegen Porankiewicz, Kostrzewa, nicht eingefallen, eine derartige Aeußerung zu thun, denn er ſei Ludwig Konopinski, Pospieszny und Joseph Wittkowski je. 6 Monate Patriot. Das ist lediglich Heuchelei. Später wurde vorgeschlagen, einen Rauch flub Bulkan" zn gründen. Die Rauchflubs find Gefängniß. seit einiger Zeit in Berlin geradezu typisch geworden. Unter dem Deckmantel des harmlosen Rauchklubs wurden die vevolutionärsten Dinge getrieben.

Ich komme zu dem Angeklagten Grochowski, dessen Schlaf­wirth hier als Zeuge aufgetreten ist, der frank und frei den Eid geleistet und uns dann erklärt hat: er glaube gar nicht an Gott . Der Atheismus scheint überhaupt zu den Eigenthümlichkeiten der Sozialdemokraten zu gehören. Grochowski hat sich im Besitz einer Chiffrirschrift befunden. Seine bei ihm vorgefundenen Korrespondenzen sprechen zweifellos für seine Mitgliedschaft."

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Mittwoch gegen 94 Uhr Vormittags eröffnet der Präsident, Landgerichts- Direttor Hansleutner, wiederum die Sizung und er­theilt sogleich das Wort dem

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Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. v. Dziembowski( Posen): " Ich vermisse jeden Nachweis, daß die Angeklagten eine ge= heime Verbindung unterhalten baben. Das Volk versteht unter geheimer Verbindung etwas, was den Behörden gegenüber voll­ständig geheim gehalten bleiben soll. Allein die Gesellschaft, die in einem öffentlichen Lokale zusammenkommt, zu deren Zusammenkünften Jedermann Zutritt hat, kann niemals als eine geheime Verbindung angesehen werden. Daß hier in Posen, wo nach eigenem Zuge­demokratische Bestrebungen vorhanden ist, wo es vorgekommen ist, ständniß des Herrn Staatsanwalts absolut kein Boden für sozial­daß Leute aus dem Volke die Vertheilung von fozialdemokratischen Flugschriften der Polizei augezeigt haben; ich behaupte, daß hier in Posen eine geheime sozialdemokratische Verbindung bestanden hat, it geradezu undenkbar. Auch geschah die Bertheilung des Przedswit" durchaus nicht in geheimnißvoller Weise, sondern auf öffentlichen Spaziergängen, vor der Piuskapelle u. s. w. Die Freiberger Richter haben selbst einem Bebel gegenüber, der doch Vorsitzender des Wydener und Kopenhagener Kongresses war, nicht für erwiesen erachtet, daß er zu den Vorstehern der Verbindung gehört hat. Ich frage: wel­cher Beweis ist in dieser Beziehung den gegenwärtigen Angeklagten gegenüber geführt worden? Ich spreche es offen aus: Nachdem sowohl das Urtheil in Freiberg gegen die Häupter der Partei nur auf sechs und neun Monate bemessen worden ist, würde es geradezu Aufsehen erregen, wenn das Urtheil dieses Gerichtshofes ein so scharfes wäre."

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Vereine und Versammlungen.

Mit Genugthuung kann ich hervorheben, die gegenwärtige Untersuchung hat einen ganz seltenen Erfolg gehabt. Es ist ge= Bertheidiger Rechtsanwalt Dr. Flatan( Berlin ): lungen, die gesammten polnisch- revolutionären Ümtriebe in Berlin Seit dem bekannten Urtheil des Reichsgerichts über den aufzudecken nnd auch die betheiligten Personen festzunehmen. Begriff Verbindung" kann es Niemanden mehr Wunder " Ich komme nunmehr zu dem Hauptangeklagten Sla- nehmen, daß die Zahl der Angeklagten wegen geheimer Verbindung winski. Dieser kam im November 1886 von Paris nach Berlin immer größer wird. Der Herr Staatsanwalt hat gestern auf ein und brachte zwei wohlgefüllte große Stoffer, verbotene Drucksachen neues Präjudiz hingewiesen. Der Herr Staatsanwalt sagte: Es enthaltend, mit. Die Koffer waren mit allen möglichen verbotenen ist gar nicht nothwendig, daß Jemand Mitglied einer geheimen Die Urtheilsverkündigung wird nächsten Montag, sozialdemokratischen Druckschriften gefüllt. Die Druckschriften des Verbindung ist, eine Verlegung der§§ 128 und 129 des Straf - den 30. d. M., erfolgen. einen Koffers wurden in Berlin vertheilt, während der zweite Stoffer gesetzbuches ist bereits vorhanden, wenn Jemand den Bestrebungen von Slawinski nach Posen mitgenommen wurde. Die Angeklagten einer geheimen Verbindung Vorschub leistet. Wenn diese Felix Wittkowski und Merkowski trugen den zweiten Koffer zur Auffassung zum Rechtsgrundsatz wird, dann dürfen wir Juristen Bahn, während Slawinski in einiger Entfernung hinterdrein ging. uns nicht wundern, wenn nächstens die Zahl der Angeklagten Bei Felix Wittkowski wurde eine Sammelliste, die unter den polni- wegen geheimer Verbindungen nach vielen Hunderten, ja nach Durch polizeiliche Auflösung endete am 18. dieses schen Arbeitern in Berlin kursirt hat, gefunden, die die Unter- Tausenden zählt. Auf Grund dieses Rechtsgrundsages ist man in Monats die Versammlung des Verbandes deutscher stützung der sozialdemokratischen Wahlagitation in Berlin bezweckte. der Lage, Jeden, der einem sezialdemokratischen Kandidaten seine 3immerleute, Lokal- Verband Berlin Nord und Umgegend. Dieser Umstand ist ebenfalls ein beredtes Zeugniß von dem innigen Stimme giebt, nach den§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches Tagesordnung war: 1. die Unfallversicherung, Referent M. Pankow. geistigen Zusammenhange der polnischen und deutschen Sozialdemo- anzuflagen. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Weil der Referent nicht erscheinen fratie. Hier in Posen wurden in verschiedenen Lokalen Druckschriften Der Herr Staatsanwalt hat das Urtheil des Königl. Land- konnte, wurde auf Punkt 1 verzichtet. Unter" Verschiedenes" wurde vertheilt 2c. Eines Tages fam Slawinski zu dem Zigarrenhändler gerichts I.( in Sachen Ihring- Mahlow) angegriffen, obwohl von mehreren Kameraden die Alters- und Invalidenversorgung in Bojerski hierselbst und fragte, ob nicht Briefe an ihn angekommen er der Beweis aufnahme der betreffenden Verhandlung nicht bei- die Debatte gezogen, worauf Kamerad H. Lehmann das Wort feien. Er gab sich als Sattler Jettmann aus, Bojersky erkannte gewohnt hat. Allerdings handelt es sich hier um die Intaktheit erhielt. Redner verlas mehrere Artikel über das projektirte Gesek. jedoch, daß er es nicht mit einem Sattler zu thun habe, sondern des Herrn Ihring- Mahlow. Dem Herrn Staatsanwalt scheint es Was es den Arbeitern biete, und was von der Regierung als mit einem Manne, der den besseren Klassen angehöre; er ließ den nur unbekannt zu sein, daß die Strafkammer in Berlin deshalb Sorge für den Arbeiter ausgegeben wird, das werde auf der an= Mann deshalb festnehmen. Nach einigem Leugnen gestand der Ver- gegen Christensen und Berndt ein freisprechendes Urtheil gefällt deren Seite den Arbeitern wieder doppelt genommen, besonders haftete, daß er Slawinski heiße, aus Genf komme und Student der hat, weil sie den Herrn Kriminalschuhmann Ihring nicht für durch die Zölle und indirekten Steuern. Redner führte weiter aus, Naturwissenschaften sei. Der Staatsanwalt in Warschau hat be- glaubwürdig hielt. daß jeder Arbeiter ein Quittungsbuch über seine Versicherung er=

richtet, daß Bonislaw Slawinski, Student der Naturwissenschaften, Die Anklage ist mit einem ungeheuren Aufwande zusammen- halten solle, welches dem Arbeitgeber eingehändigt werden muß, im Jahre 1884 an einer nihilistischen Verschwörung gestellt, und was hat der große Aufwand zu Tage gefördert? Da welches auch mit seiner Unterschrift bei Entlassung quittirt wird, in Warschau theilgenommen und nachdem der Friedens- find zunächst Protokolle über alle möglichen Kongresse verlesen wo dann dem Arbeitgeber die beste Gelegenheit geboten wird, seine richter Bardowski gehängt worden, sich an der Begründung der worden, denen keiner der Angeklagten beigewohnt, von deren Ver- Arbeiter zu kontrolliren, wo und wie lange er in Arbeit gestanden revolutionären Partei" Proletariat" betheiligt habe. Als zu seiner handlungen die Angeklagten jedenfalls erst hier Stenntniß erhalten hat. Es sei der Gefeßgebung wohl am meisten darum zu thun, und seiner Freunde Verhaftung geschritten werden sollte, wurden haben. Ich nehme an, die Lektüre sollte lediglich den Nachweis folch ein Kontrollbuch für die Arbeiter einzuführen. Hiergegen mehrere Schüsse auf die Polizeibeamten, die die Verhaftungen vor- führen, daß zwischen den Sozialdemokraten und Anarchisten ein müffe entschieden jeder Arbeiter protestiren. Hierauf erhielt nehmen wollten, abgegeben. Mehrere Polizeibeamte erlitten schwere bloß taktischer Unterschied beſtehe. Wer einen Blick in die anarchistischen Kamerad A. Hinge das Wort. Redrer führte an, man müſſe Verwundungen; in der dadurch entstandenen Verwirrung gelang es Blätter wirft, der muß doch sagen, daß nicht bloß ein tattischer, helfen, wenn es noch Zeit wäre, wenn der Mensch noch gesund ist, dem Slawinski, zu entkommen. Dieser sucht dies Vorkommniß sondern ein vollständig prinzipieller Unterschied zwischen den und nicht erst, wenn man alt und schwach ist. Dann braucht man allerdings ganz anders darzustellen, allein in dem eigenem Partei- Sozialdemokraten und Anarchisten vorhanden ist. bie ganze Alters- und Invalidenversicherung gar nicht. Aber nichts Organ, dem Wallfa Clas", wurde mitgetheilt: es sei dem Slawinski," Was haben die Berliner Angeklagten gethan? Sie sind in von dem Nothwendigen wird gethan, an einen geregelten Arbeitstag nachdem er einen Bolizeibeamten von hinten niedergeschlagen, ge- verschiedenen Restaurationslokalen zusammengekommen, weil sie ein denkt man nicht. Heutzutage ist der Arbeiter gezwungen, bis in die Lungen, zu entkommen und nach Genf zu flüchten. Aus einem und dieselbe Sprache sprechen, und haben sich beim Glase Bier über Nacht hinein zu arbeiten, um seine Familie nothdürftig zu ernähren, Aufruf in der Freiheit" geht hervor, daß Slawinski zu den Vor- Politik unterhalten. Ich glaube, dergleichen kommt faſt an jedem wenu man noch immer Arbeit hat. Sonst bleibt dem Arbeiter stehern der Partei Proletariat" gehört habe. Die Vermögenslage Biertisch vor. Nun haben aber die Angeklagten das Verbrechen nichts anderes als sich blos zu grämen und abzuhärmen, und man des Slawinski war außerdem eine solch traurige, daß es nicht begangen, daß sie in Hinterzimmern der Restaurationslokale zu- ist Verfolgungen der größten Art ausgesetzt. Darob erhob sich der glaubhaft erscheint, er habe die Reise von Genf nach Berlin und ſammen tamen, und da fie in einem Hinterzimmer zuſammen kamen, überwachende Beamte und löste die Versammlung auf.(§ 9 des yon dort hierher zc. aus eigenen Mitteln unternommen. Man geht so unterhielten sie erst recht eine geheime Verbindung. Allein die Sozialistengesetzes.) gewiß nicht fehl, wenn man annimmt: Slawinski ist im Auf- Angeklagten veranstalteten auch Geldsammlungen, zu dem Zweck,

Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel , Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.