Berliner
Volks- Tribüne
Social- Politisches Wochenblatt.
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UNES
Einzelne Nummer 15 Bfg.
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8.0.( 26). Oranien- Straße 23.
№ 16.
Zum 1. Mai. demokratie.
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Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23.
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Sonnabend, den 19. April 1890.
Ausgabe für Spebiten re: Boltsblatt" Zimmer- Straße 44.
IV. Jahrgang.
Atheismus und Sozial- Unter solchen Umständen können wir es mit unserem maitage, Euch des Vertrauens, mit welchem die Arbeiter der Gewissen nicht vereinigen, den deutschen Arbeitern zu Welt auf die Sieger des 20. Februar blicken, würdig zeigen. Löhnungstag. Gedicht. Novelle von empfehlen, daß sie den 1. Mai zu einem Tag allgemeiner Halle a. S., den 13. April 1890. Mackay VII.- Das Risiko der Eisenbahn - Arbeitsruhe machen. Die sozialdemokratische Fraktion des Deutschen arbeiter. Die Lage der Schreiner in München . Ein solcher Beschluß würde nicht durchzuführen Reichstages. Die Großbourgeoisie und die kaiserlichen sein; er würde in den Arbeiterkreisen selbst vielfach auf Aner. Bebel. Birk Blos. Bock. Bruhns. Diet. Erlaffe. Internationale Fleischproduktion. Widerstand stoßen; er würde möglicherweise wirthschaftliche Dreesbach. Förster. Frohme. Geyer. Grillenberger. Pferdefleischnahrung. Ein Bekämpfer der und politische Konflikte von unabsehbarer Tragweite ver- arm. Heine. Hickel. Joest. Liebknecht. Meister. Sozialdemokratic. anlassen und dem Zweck der Manifestation nur Abbruch thun.
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Die deutsche Sozialdemokratie hat nicht nöthig, Heerschau zu halten nach dem großen Aufmarsch und Sieg des 20. Februar.
Megger. Molkenbuhr. Schippel. Schmidt( Frankfurt ). Schmidt( Mittweida ). Schulze. Schumacher. Schwarz. Seifert. Singer. Stadthagen . Stolle. Tupauer. Ulrich. Vollmar. Wurm.')
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Resolution:
Das, worauf es ankommt, und das, was der Pariser Der internationale Arbeiterkongreß, welcher am 14. Juli Kongreß gewollt hat, ist eine allgemeine, imposante Kund- Die am 1. Mai d. J. in tagende, von un= des vorigen Jahres in Paris zusammentrat, faßte in der gebung der Arbeiter zu Gunsten des Achtstundentages und gefähr Personen besuchte Versammlung erklärt Sigung des 19. Juli folgenden Beschluß: der nationalen und internationalen Arbeiterschuß- Gesez- im Einverständniß mit den Beschlüssen des Pariser Arbeiter„ Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine gebung. Die deutsche Arbeiterschaft soll möglichst in ihrer tongresses, auf welchem die deutsche Arbeiterschaft durch große internationale Manifestation( Rundgebung) zu Gesammtheit den 1. Mai feiern, und dieser Zweck wird fast hundert Delegirte vertreten war, daß die Forderung organisiren, und zwar dergestalt, daß gleichzeitig voll und ganz erreicht durch Abhaltung von Arbeiter eines gefeßlich festzustellenden Normalarbeitstages, der in in allen Ländern und in allen Städten an einem versammlungen, Arbeiterfeste und ähnliche Kund- den wirthschaftlich entwickelten Ländern schon jetzt, unter bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen gebungen, auf denen Massenbeschlüsse im Sinne des Pariser Wahrung aller berechtigten Interessen der Industrie, auf Gewalten( Behörden) die Forderung richten, den Kongresses gefaßt werden. acht Stunden bemessen werden kann, sowie die übrigen von
Ob nun aber das eine oder das andere am 1. Mai
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Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen und Wo immer man eine Srbeitsruhe am 1. Mai dem Pariser Kongreß formulirten Forderungen des natiodie übrigen Beschlüsse des internationalen Kongresses ohne Konflitte erwirten an, da möge es genalen und internationalen Arbeiterschutzes eine Lebensvon Paris zur Ausführung zu bringen. fchehen. frage für das arbeitende Bolt find und sie wenden fich In Anbetracht der Thatsache, daß eine solche an die Gesetzgebung mit dem Verlangen, diesen Forderungen Rundgebung bereits von dem Amerikanischen Arbeiter geschicht, überall wo Massenzusammenkünfte stattfinden, gerecht zu werden. bund( Federation of Labor) auf seinem im Debund( Federation of Labor) auf seinem im De empfehlen wir den Leitern dieser Arrangements auf's soeben beschlossene Resolution unter Beifügung der einDas Bureau der Versammlung wird beauftragt, die zember 1888 zu St. Louis abgehaltenen Kongreß Dringendste, durch Aufstellung zahlreicher Ordner, die schlägigen Beschlüsse des Pariser Kongresses zur Kenntniß für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird äußerlich kenntlich sind, dafür zu sorgen, daß es zu keinerlei des Deutschen Reichstages zu bringen. dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kund- Störungen und unliebsamen Auftritten kommt. Weiter empfehlen wir unbeschadet der Gestalt, welche
gebung angenommen.
Die Arbeiter der verschiedenen Nationen haben
die Rundgebung in der Art und Weise, wie sie ihnen die Manifestation annimmt, allüberall die Sammlung durch die Verhältnisse ihres Landes vorgeschrieben von Maffenunterschriften für eine Petition an den wird, ins Werk zu setzen." Reichstag zu organisiren, in welcher die Verwirklichung Dies ist der Wortlaut des Beschlusses in möglichst der Beschlüsse des Pariser internationalen Arbeiterkongresses treuer Uebersetzung. gefordert wird.
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Diese Beschlüsse des Pariser Kongresses lauten: " In Erwägung, daß die kapitalistische Produktion in rascher Entwickelung nach und nach die ganze Welt erfaßt, in Erwägung, daß die kapitalistische Produktionsweise die steigende Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Klasse bedeutet, daß die immer intensivere Ausbeutung die soziale und poli
Der Kongreß hat also nicht vorgeschrieben, auf Dieser Petitionssturm soll am 1. Mai beginnen, und welche Weise die Kundgebung des 1. Mai bewerkstelligt die Sammlung der Unterschriften soll die nächsten Monate tische Unterdrückung und Versklavung der Arbeiterklasse zur Folge werden soll. Die Art und Weise der Ausführung ist dem hindurch bis Ende September d. J. ununterbrochen betrieben hat, zu ihrer physischen und moralischen Degeneration führt, werden. Die Petitionsformulare sind vom 22. d. M. daß es deshalb Pflicht und Aufgabe der Arbeiterklasse aller Ermessen der Arbeiter der verschiedenen Länder überlassen ab in beliebiger Anzahl unentgeltlich in den Erpeditionen Länder ist, diese sie ruinirende und die freie Entwickelung der Insbesondere ist nicht davon die Rede gewesen, daß der deutschen Arbeiterblätter in Empfang zu nehmen, und Menschheit bedrohende Gesellschaftsorganisation mit allen ihr zu am 1. Mai 1890 die Arbeit ruhen solle. Wäre eine der die unterzeichneten Petitionen find auch wieder an diese Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen,
worden.
artige Ansicht ausgesprochen worden, so wäre sie auf entschiedenen Widerstand gestoßen, ebenso wie der Vorschlag, einen allgemeinen Streik zu organisiren, welcher Vorschlag von deutscher Seite bekämpft und von dem Kongreß zurück
gewiesen wurde.
abzuliefern.
überall neue Arbeiterorganisationen, wo solche noch Endlich muß die Manifestation auch benußt werden, nicht bestehen, in's Leben zu rufen und die bestehenden Organisationen zu feftigen. Ohne Organisation im Kampfe tein Sieg.
Der Zweck des Beschlusses war, eine gleichzeitige Kundgebung der Arbeiter aller Länder zu veranlassen, um die die kräftigste Mitwirkung der Arbeiterpresse. In jedem Fall rechnen wir in all diesen Dingen auf Einheitlichkeit der Bestrebungen aller Arbeiter zu klarem Sind nicht überall Redner vorhanden, welche in VerAusdruck zu bringen. In der Einheitlichkeit und Allge: sammlungen die Beschlüsse begründen können, so werden meinheit der Kundgebung liegt ihr Werth. Es muß also sich doch überall tüchtige Genossen finden, welche die Resoalles vermieden werden, was der Kundgebung diesen impo- lution, deren Wortlaut wir nachstehend folgen lassen, versanten Charakter der Einheitlichkeit und Allgemeinheit lesen und mit den angemessenen Erläuterungen versehen
nehmen könnte.
fönnen.
daß es sich aber in erster Linie darum handelt, der weiteren gegen zu arbeiten, verheererden Wirkung der herrschenden Wirthschaftsordnung entbeschließt der Kongreß:
I. Die Schaffung einer wirksamen Arbeiterschuß- Gesetzgebung für alle Länder mit moderner Produktion ist eine unabweisbare Nothwendigkeit. Als Grundlage derselben betrachtet der Kongreß: a) den achtstündigen Normalarbeitstag.
b) Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und
Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14-18 Jahren auf 6 Stunden pro Tag.
c) Verbot der Nachtarbeit mit Ausnahme für jene Betriebe, welche ihrer Natur nach ununterbrochenen Betrieb erfordern. d) Ausschluß der Frauenarbeit in allen den weiblichen Dr=" ganismus besonders schädigenden Betrieben.
e) Verbot der Nachtarbeit für Frauen und für männliche Arbeiter unter 18 Jahren. f) Eine mindestens 36 Stunden hintereinander umfaffenbe
Ruhezeit pro Woche.
g) Verbot solcher Industrien und solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädlich find. h) Aufhebung des Trucksystems.
Ein allgemeines Ruhen der Arbeit läßt sich unter den Parteigenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschgegenwärtigen Arbeitsverhältnissen unmöglich erwirken; lands! im wesentlichen dieselben Gründe, die den Kongreß veran- Die Pflichten, welche das Vertrauen unserer Wähler, laßten, den allgemeinen Streit zu verwerfen, stellen sich die Beschlüsse dreier Parteikongreffe und der Zwang der auch dem Plan einer solchen allgemeinen Arbeitsfeier, dem Verhältnisse uns auferlegen, sind die Veranlassung, daß allgemeinen Ruhenlassen der Arbeit für die Dauer eines wir in dieser Angelegenheit das Wort nehmen, obgleich bestimmten Tages, entgegen. schon mehrfach Beschlüsse bezüglich der Feier des 1. Mai Zu diesen Erwägungen kommen noch politische gefaßt find. Parteigenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen DeutschBedenken; es liegt in der Natur der Dinge, daß die Feinde der Arbeitersache in Deutschland jetzt alles auf lands! bieten, um den Arbeitern die Früchte des Sieges vom Wir wissen, daß Ihr auf der Höhe Eurer Aufgabe industrie, umfassende Inspektion durch staatlich besoldete Inspek20. Februar d. J. zu entreißen. Wer die Preßorgane fteht. Ihr werdet auch am 1. Mai die besonnene Haltung toren, welche mindestens zur Hälfte von den Arbeitern selbst zu der Bourgeoisie lieft, ersieht aus denselben, daß die Feinde bewahren, der wir den Sieg des 20. Februar verdanken. wählen find. der Arbeiterfache auf den 1. Mai große Hoffnungen sezen. Wir wissen, Ihr seid Euch der Bedeutung des Mo1) Die fehlende Unterschrift des Abg. Kunert erklärt sich ane Sie hoffen und wünschen, daß die Kundgebung des 1. Mai mentes voll bewußt, und Ihr werdet durch Massentheil- dem Umstand, daß sich derselbe wegen Majestätsbeleidigung in zu Konflikten mit der Staatsgewalt führen werde. nahme an der Manifestation des internationalen Arbeiter- Untersuchungshaft befindet.
i) Eine alle industriellen Betriebe, einschließlich der Haus