372 324 278( 300) 816 604

120 851

9 291 648 278( 500) 7 225 91 5 519 390 680 770 722 248 747 284

360 538

536 551

91( 1000) 513( 500) 163 976

( 300) 533 4. 98541

7.80 557 188 593 811 106

52 78 749 39 85 708 36 53 76 871 73 81 78 81 537

70 708 47 1 2 17 33 2012( 150

75 77 84

86 811 52 1704 860

33 723 83

98 402 14 9[ 120] 26 41 43 0737 813 6 653 744 61016

50 76 762 6 38 448 59 63021

64042

47 854 89 62 64 66 7615 20 349 80 86 201 66 73 5 96[ 120

713 802 9 82 421 55 316 41 9144 238 19 66 83

50 50 82 552 618 13 52 635

78 504 19 33 67 83

OJ 924 42

75( 180)

801 7 77

620[ 600

5 462 89 46 110 13 81 86 925

872 907

70 91 99 86024 47 08 54 57

34 62 78

65 364

D95 953

0929 31 8909 38

737 68 512( 120)

9 23 415

049( 120)

09 14 18

getreten

nicht an

baler if

end, mil

geehrten

tens em

olger.

ift nod

baben

hheit

erftr. 44

erfir. 40

s

iss

en

Nr. 184.

Beilage zum Berliner Volksblatt.

Dr. Albert Dulk .

Am 29. Dftober, Abends 11 Uhr, wurde der in weiten Kreifen bekannte Dr. Albert Dult, im Begriff mit seiner Familie nach seinem Domizil Untertürkheim zu fahren, auf dem Stuttgarter Bahnhof vom Herzschlag getroffen, der seinem Leben ein plögliches Ende bereitete.

Dult war ein Menschenfreund im edelsten Sinne des Wortes; insbesondere haben die Arbeiter in ihm einen herben Verlust zu beklagen. Sie erblickten in Dult nicht nur den Barteimann, der die Sache des arbeitenden Volkes ſtets mit Muth und Entschloffenheit verfochten, fie erblickten in ihm auch den väterlichen Berather, der Freude und hoffnung in ihre Herzen zu pflanzen bestrebt war. Die heute so oft ge­hörten einfachen, schlichten Worte der Albeiter: Unser Dult ist toot!" sagen mehr wie alle tönenden Phrasen es vermögen, wie hoch der nunmehr Entseelte von ihnen geschäßt

worden ist.

Ueber die Bestattung Dr. Albert Dults schreibt das in Stuttgart erscheinende ,, Neues Tagblatt":

Um legten Sonntag schon von 2 Uhr an sah man in Stuttgart Tausende dem Feuersee sich zubewegen; Tausende yon Arbeitern gingen dahin, um sich dem Gefolge bei der um 2 Uhr stattfindenden Ueberführung der Leiche Dr. Albert Dults ton der äußeren Rothebühlstraße zum Güterbahnhof( an der Kriegsbergstraße) anzuschließen, Tausende von Neugierigen, Männer und Frauen standen auf den Trottoirs der Straßen, welche der Leichenzug vafftren mußte, nämlich der Rothebühl, Calmer, Kanzlei-, Friedrichs- und Kriegsbergstraße. Kreuzung der Röthestraße mit der Rothebühlstraße hatte der Leichenwagen Aufstellung genommen, von dort an rückwärts und in den Seitenstraßen ordneten sich unter außerordentlich ſtarter Kontrole durch eine namhafte Bahl von Schuyleuten und Landjägern die zu Tausenden zählenden Theilnehmer am Ronduft; als Anhänger der Sozialdemokratie machten sich viele durch die rothe Geranienblüthe im Knopfloch oder das aus der

An der

merfbar. Um 2 Uhr eröffnete ein Männerchor die Trauerfeier­lichkeit mit dem Vortrag Stumm schläft der Sänger", und als die Töne verllungen, setzte sich der Zug in Be­

wegung.

"

An ter Spige des Zuges gingen zur Freihaltung des Begs eine größere Anzahl Schugleute, ebenso zu beiden Seiten Bandjäger. Inmitten dieses Kordons schritten vor dem ein­fachen Leicherwagen drei Deputirte der Freidenfergemeinde mit Kränzen. Dr eichene Sarg ohne Bahrtuch war mit Kränzen mit schwarz- oth- goldenen, rothen und weißen Schleifen bollkommen ebedt, zu Häupten war ein großer Balm 3weig befeftig au beiden Seiten des Leichenwagens gingen Mitglieder der Freidenkergemeinde. Hinter dem Wagen folg­ten die Kinder des Jugendunterrichts der Freidenker, deren Frauenverein und die Familienangehörigen des Verstorbenen, darunter ein in Heidelberg lebender Schriftsteller Dr. Hartung, mahrend ſodar die übrigen Mitglieder der Freidenfergemeinde mit dem Borjand an der Spipe fich anschlossen. Bis hierher hatte das Traegefolge noch das Gepräge eines gewöhnlichen Leichenzuges, bgesehen von der polizeilichen Ueberwachung; nun welche die gate Breite der gewöhnlichen Straßenfehrbahn einnehmend, fid dem Kondukt anschloffen, und es wird wohl die Schägung rht zu hoch gegriffen sein, wenn wir ihre Bahl

auf

mindestens

auch die 3 hier benden sozialdemokratischen Reichstagsabgeord neten Blos, Die und Geiser, ferner Mitglieder der bürger

-6000 angeben. Im Buge bemertten mir

Rayer. Am Grbahnhofe war gleichfalls der Zugang zu der Rampe, an mcher der Güterwagen zur Aufnahme der Leiche stand, poliilich freigehalten, und neben dem Herrn Fall des Stadtpolizeiamt anwesend. Die Familie des Verstorbenen Stadtdirektor wares 2 Gendarmerieoffiziere und der Vorstand hatte auf der Ramp sich aufgestellt.

Donnerstag, den 6. November 1884.

den Zug bildende Menge fich Kopf an Kopf, so gut es eben die Verhältnisse des Bahnhofes gestatteten, fich aufstellte. Nach­dem einigermaßen Ruhe unter die Massen gekommen war, stimmte abermals der Männerchor, einem Wunsche des Todten folgend, Das erste Lied" an; dann trat der älteste Sohn Dults, Amtsrichter Paul Dult, zum Sarge und sprach einen beim beständigen Verkehr von Zügen nur für die in allernächster Nähe Befindlichen vernehmbaren Nachruf, in welchem er namens der Familie dem Dahingeschiedenen für die seinen Angehörigen bewiesene Liebe und Treue dankte. Als zweiter Redner legte Herr Xylograph Rau, Vorstand der Freidenker­gemeinde, dem von der Allmutter Natur wieder zu sich genom­menen Sprecher der Gemeinde den verdienten Kranz auf den Sarg; namens der Sozialdemokraten Württembergs sprach Herr Redakteur Baßler einige Wore des Dankes dem ver­storbenen Kämpfer für Wahrheit und Licht, während der darauffolgende Redner, Herr Bösch, in einem Gedichte den Verstorbenen feierte, und als letzte Redner namens der Stutt garter Sozialdemokraten Herr Dietrich, Herr Mauser, als Freund, ie einen Kranz brachten, einige Deputirte auswärtiger Abordnungen, wie solche von den Sozialdemokraten in Gmünd, Heilbronn , Pforzheim , Kannstatt, Eßlingen , Göppingen , Karls­rube, Frankfurt a. M. und Berlin gekommen, verzichteten der großen Entfernung ihres Aufstellungsortes wegen, darauf, noch zu reden. Drei prächtige Lorbeerkränze, mit großen rothen Schleifen geziert, waren von Auswärts gespendet, und zwar von Nürnberg , Frankfurt a. M. und von der deutschen Sozial demokratie. Die Aufschrift auf der Schleife des legteren Kranzes lautet:

Es werden des Geistes Schrecken und Dunkel Nicht durch die Strahlen der Sonne, des Tages leuchtende Pfeile, Sondern durch der Natur Anschau'n und Erkenntniß zer­ftreuet! Mit dem allgemeinen Gesang dreier Verse des Liedes: Brüder, reicht die Hand zum Bunde" schloß die Trauers feierlichkeit.

Noch etwa 20 Minuten blieb nach Schluß des Aftes der

Wagen, in welchen nun der Sarg verbracht worden, geöffnet stehen, und Hunderte drängten sich noch zu demselben, um einen legten Blick auf den Sarg zu thun; dann wurde der Wagen verschloffen und eine Rangiermaschine verbrachte ihn unter den Hochrufen der Menge auf ein anderes Geleise, von wo aus er dem Abends 6 Uhr abgebenden Zug, mittels deffen der Sarg nach Gotha zur Feuerbestattung überführt wird, an­gehängt werden soll. Von der Familie werden der älteste Sohn und Frau Elsa Duit fich nach Gotha begeben.

Bald ging auch die Menge auseinander, und ohne jede Störung war die Ueberführung und Trauerfeierlichkeit, welcher im ganzen über 25 000 Menschen angewohnt haben mögen, beendigt.

Das Militär der hiesigen Garnison war durch Gouverne mentsbefehl über die Dauer der Bestattung in den Kafernen lonfignirt, 1 Bataillon und die Kavallerie sollen Instruktionen für etwaige Ruhestörungen erhalten haben.

Lokales.

N. Der Kurfürstendamm ist jetzt in seiner ganzen Ver­längerung bis zum Grunewald fertiggestellt und ist man augenblicklich damit beschäftigt, ihn zu beiden Seiten mit Afazienbäumen zu bepflanzen. In der Mitte der 15 Meter breiten Avenue befindet sich ein gleichfalls von jungen Akazien bäumen eingefaßter bequemer Reitmeg, an deffen beiden Seiten die Schtenenstränge der Pferdebahn, welche für die Zukunft

gleich hergestellt sind, fich entlang ziehen.

N. Eine Maffenpetition wird augenblicklich von Be wohnern Charlottenburgs an den Minister Maybach vor­bereitet. In derselben wird die Bitte ausgesprochen, den Fern verkehr auf dem Bahnhofe Charlottenburg, der jegt vom 800­logischen Garten aus bewerkstelligt wird, zu erhalten. Die Betition wird damit motivirt, daß in Folge des früheren

Gegen 343 Ubrraf der Zug ein; der Sarg wurde vom Wagen gehoben undoor dem Waggon aufgestellt, worauf die Fernverkehrs auf dem Bahnhofe Charlottenburg jene frühere

lofal

Ein Nachtild aus der Hauptstadt.

( Gemnizer Anzeiger.)

Von Ermann Heiberg. der Wirth bei meinem intritt in das famose nächtliche Keller­Hühnersuppe oder sohnensuppe?" rief mit lauter Stimme neben dem ich Blaz nah. Bohnensuppe!" sag ein älterer Mann mit grauem Bart,

vom Büffet aus in den Schenraum hinein. " Eine Bohnensuppe! schallte es in Verfolg der Bestellung

erhob

Der Mann flüßte deischwer gewordenen Kopf, ihn aber ebenso rasch wier und flüsterte einem neben ihm figenden, frembartig aussduenden Mädchen einige Worte zu,

die ich nicht verstand.

Sischüttelte verneinend den Kopf, und

fcheitelten Haar, das um ih Stirn lag, einen sorgfältig aus­

Na, dann geh ich allein. Adjäs!"

Er reichte uns allen die Hand und wankte gegen die Thür. Aber schon im nächsten Augenblick hatte er seinen Plas wieder eingenommen.

Wollen Sie mit mir trinken, oder wollen Sie nicht mit mit trinten" rief er mir zu.

Jest betrachtete ich mir den sonderbaren Budringlichen näher. Das Geficht trat start hervor. Sein Urahn mußte besonders scharf hervortretende Kauwerkzeuge gehabt haben. Auch der Urenkel fletschte beim Lachen mit den Zähnen und die Mundöffnung verschwand nach beiden Seiten ins unend­liche. Ich fand die Grenzen später in der Nähe seiner Ohr­lappen.

ich sah an ihrem Hinterbaue, im Gegensaße zu dem glattge- gewicht zu behaupten. Ein Baar kleine verlorene Büschel gefämmten, aber glanzlosen usch hängen, der dem Endschweif fein fristeten, saben aus wie die Neste eines unvollkommen

eines Fuchses nicht unähnlicwar.

Sie ließ es geschehen und batwortete gleichzeitig die Frage Der Alte erfaßte ihn un ließ ihn durch die Hand gleiten. eines jungen Mannes, der en die Flasche geleert hatte, die vor den dreien auf dem Tischstand.

" Eine Bohnensuppe! Ein Hühnersuppe! Noch eine Hüh­nerfuppe!" rief der Wirth irch den mit Gästen gefüllten

Raum.

Ein vorgebundener Hemdkragen hatte Luft gefangen und bauschte fich über der Weste auf. Eine Busennadel hatte fich herausgedrängt und suchte mit steifer Grandezza das Gleich­schwarzen Haares, die an seinen Baden ein fümmerliches Da­entfernten, falschen Bartes. Ich meinte anfänglich, es sei wirklich so.

Ich stieß mit ihm an; der Alte ließ den Fuchsschwanz von neuem durch seine Hand gleiten, und der Wirth rief jetzt aus­nahmsweise: Beefsteal mit Sardellenbutter."

Nun ließ ich mich mit meiner Nachbarin in ein Gespräch ein und fragte fte nach ihrem Namen.

Brünette!" erwiderte fie mit stark französischem Accent. Aber in demselben Augenblick wurde sie unruhig. Was ist Ihnen" fragte ich.

"

" Dnits!" fagte fie, it wart auf mein Bräutigam. Er

Dieser winkte dem Kellner, eine jungen Menschen mit einem Bwei Apfelfinen!" rief junge Becher dem Wirth zu wahren Apollotopfe. Um den Sund des Knaben lag ein Bug muß bald tommen." jugendlicher Anmuth und auflerender Frivolität. Er feste Das Gewünschte auf den Tischund der Mann schob dem Mädchen die Früchte hinüber.

Als fte eine derselben ergreife wollte, glitt fie ihr aus der Hand, und ich hob fie auf Sie wandte sich zu mir, Dantte und fah mich mit durchdrirenden Augen an Der Alte hatte dies beobachte und betrachtete mich mit

einem trogigen Blick.

" Du, hör'!" begann er.

Eine Erbsensuppe ohne Fleis!" rief der Wirth abers

mals laut dazwischen.

Du!" wiederholte der in seir Rede Unterbrochene.

der Apfelfine.

Willst du nun mitgehen?" Sie schüttelte den Kopf und lösteangsam die Schale von

streďte mir mit weinseligem Lächeln disand hin. Ich muß Aber ich will geben!" sagte sein ingerer Begleiter und Sie fennen! Sollen wir eins zusammi trinken?" Jeh bezweifelte und dankte.

Wo hält sich denn der noch so spät in der Nacht auf?" Sie schien nicht zu hören.

Komm doch nun mit mir!" flüsterte der Alte und drängte fich mit funkelnden Augen an sie heran.

"

Non, non, non," sagte fie rasch und ungeduldig.

" Nong, nong, nong! das' s französch!" wiederholte der Greis spöttisch wißelnd. Na, denn' s auch egal!" Kennen Sie den Mann?" fragte ich leise.

" It war bei ihm in sein Geschäft! It ging gestern wek. Mein Zeit war abgelaufen. Er will mir wieder in sein Bier­ftube haben. It will nicht. Mein Bräutigam hat mir ver­boten. All dummes Zeug!" brummte der Alte, der etwas ver­flanden zu haben schien. Wollen Sie mit mir anstoßen, oder nicht?" rief der Affenmensch abermals.

" 1

Ich zögerte, um die Na, denn' s gut! haben laffen."

Wirkung zu beobachten.

Ich will mir nicht zum Narren

"

1. Jahrgang.

Einöde angefangen habe, fich in großartiger Weise zu ent wideln durch Neubauten, Hotel- Anlagen u. s. w., und nu plößlich wieder durch den ministeriellen Beschluß in seiner Entwickelungsfähigkeit vollständig gehemmt worden sei.

Vorsicht ist die Mutter der Weisheit und allzu groß, Vertrauensseligkeit hat schon oft bedeutende Verlufte herbe geführt. Es ist daher Pflicht der Preffe, immer wieder ihr warnende Stimme zu erheben. In der nahenden Weihnachts zeit herrscht in der Geschäftswelt ein regeres Leben und füt viele Firmen reichen die vorhandenen Arbeitskräfte nicht aus, so daß ste fich genöthigt sehen, fich nach Ertrahilfe umzusehen Hierbei ist es aber wohlgethan, fich die helfer, bevor man fte in Aftion treten läßt, genau anzusehen und sich davon zu über­zeugen, daß ihre Angaben auch auf Wahrheit beruhen, denn es laufen viele Wölfe in Schafskleidern umber, und der ehr liche Arbeiter, dem wir gewiß einen fleinen oder größeren Extraverdienst von Herzen gönnen, wird von den unzuverlässt gen in Mitleidenschaft gezogen. So wird uns von einer wohl renommirten Eisen- und Stahlwaarenhandlung folgender Reinfall" mitgetheilt. Vor acht Tagen meldete sich bei den Geschäftseigenthümern ein junger Mann, bot seine Dienste zum Heranholen und Fortschaffen von Waaren an, behauptete auch, schon öfter in dieser Branche gearbeitet zu haben, er heiße Müller, stehe allein auf der Welt und liege in Schlaf stelle bei einer Wittwe Thiele, in einer vom Geschäft zieml entfernten Stadtgegend. Seinen Worten wurde Glauben schenkt und er ohne weitere Erkundigungen, als Arbeitsmai angenommen. Er zeigte sich auch in jeder Beziehung brau bar, so daß die Geschäftsinhaber froh waren, eine solche beitskraft gewonnen zu haben. Am legten Sonnabend erhi er den Auftrag, achtzig Mark bei einem Sattler zu bezahler Er nahm das Geld, ging und ließ sich im Geschäft nicht wi der sehen. Die nun angestellten Nachforschungen haben en geben, daß in der von dem Schwindler angegebenen Schlaf stelle teine Frau Thiele und fein Müller wohnt. Der Bider ift Anzeige gemacht.

Ser

a. Fast eben so groß wie die Frechheit unserer Goll­ner ist die Leichtgläubigkeit mancher Geschäftsleute und tin­Bediensteten. Nach Dußenden zählen die Fälle, die in lebis Beit über Schwindeleien bekannt geworden sind, die gent­nach ein und demselben Schema ausgeführt werden. Es elle den sich aber immer und immer wieder Dumme, die auf ng Leim gehen. So ging dem Seifenfabrikanten N. in der Linjen straße vor einigen Tagen gegen Abend die briefliche Bestelluar des Hauseigenthümers K. in der Alten Schönhauserstraße 5 zu, baldmöglichst einen halben Bentner Paraffinkerzen im Werth von 33 M. nach seinem Hause zu schicken. N. schickte ein halbe Stunde später seinen Hausdiener mit den Kerzen nac dem bezeichneten Hause, woselbst auf der ersten Treppe eit älterer und ein jüngerer Mann standen. Mit den Worten ,, Sie überbringen wohl die Kerzen", nahm der ältere Man dem Hausdiener die Waare ab und übergab ste dem neber ihm stehenden jüngeren Mann mit dem Auftrage, die Kerzer hinauf nach der Wohnung zu tragen. Dem Hausdiener abe gab der ältere den Auftrag, ihm aus dem N.'schen Geschäfts Total noch eine Quantiät Seife zu bringen, welche er sodant zugleich mit dem Preise für die Kerzen, bezahlen wollte. Dn Hausdiener holte die Seife herbei, und als er dieselbe bei der Hauseigenthümer R. abliefern wollte, da stellte sich heraus, de der Hauseigenthümer R. gar nicht in seinem eigenen Hau wohnte, und daß der Seifenfabrikant nebst seinem Hausdiene von einem Schwindlerpaar in der geschilderten Weise betroge worden ist. Der ältere der beiden noch nicht ermittelt Schwindler ist ca. 40 Jahre alt, von kleiner Statur, er he dunkle Haare, dunklen Schnurrbart und kleinen nur bis e- Mitte der Backen reichenden Badenbart und ein längliche Geficht; der jüngere ist ca. 25 Jahre alt, ziemlich groß, n blonden Haaren und blondem, fleinen Schnurrbart.

g. Der Wertführer des Bädermeisters K. in dr Oranienburgerstraße war gestern Morgen von seinem Prin zipal entlassen worden und hielt sich nun während des ganze Tages in der Nähe des K.'schen Geschäfts auf, in der A nahme, Herr K. würde ihn wieder in seine Dienste nehme

Er nickte, reichte Allen mit allerlei Einleitungen und Um ständlichkeiten die hand, und verschwand in einer Thür des Kellers.

"

,, Eine Erbsensuppe!" rief der Wirth.

-

-

" Und ein Glas Bier für mich!" lallte mein Freund, der schon wieder da war und den alten Turnus an seinen Stuhl zurückgemacht hatte. Daß niemand dies komisch fand,- daß dieses fort­währende Abschiednehmen und ohne Angabe von Gründen -Wiederkommen niemand auffiel, machte die Sache noch barocker. Jest öffnete fich die Thür, und ein wahrhaft schönes Ge schöpft trat am Arm eines Nächtlings in den Keller. Brünette und fte grüßten sich kalt.

Wo war Mateit, um dieses vornehme, rothhaarige Weib zu malen, dessen Gesicht unnachahmliche Farben zeigte.

Zwei Bohnensuppen! Noch eine! Eine Hühner mit vie Fleisch! Noch eine Hühner!" rief der Wirth.

Kennen Sie das schöne Mädchen?" fragte ich m Nachbarin. och

Sie nickte gleichgültig.

Die Genannte und ihr Begleiter traten ins gegenüum liegende Zimmer. Ab und zu wandte fich die Angelomm mit einem erzwungenen Lächeln zu ihrem Begleiter, sonst blir fte gleichgültig um fich und beobachtete mit fast geringschäßen Gebärde ihre Umgebung.

Eine Schaar junger Leutelstürmte nun mit lautem Spred, und lebhaften Gebärden in den Keller und ließ sich in der Nähe unsers Tisches nieder.

" 1

Was find für Suppen zu haben?" ,, Bohnen, Hühner

" Ja, wenn fte gut ist und frisch? Aber recht viel Fleisch rief der Erregtefte von ihnen.

Für dreißig Pfennig soll wohl gleich ein ganzer D brin sein?" murmelte der Wirth im Vorübergehen undoem seine Bestellung in die Küche. o fle ber

-

,, Wollen Sie anstoßen?" lallte der Affenmensch. Ich schaute seitwärts. Der Alte war eingeschlumth Brünette as cin scharfes Gericht, das fie inzwischen. halten hatte, ohne Appetit, und mein Freund knöpfte den Ober rod au

D

Blötzlich besann er sich, schaute das Mädchen an un zögerte. Nein, mein Fräulein! Nein! Es ist mir allens eint ob ich Geld hab oder feins!" Er schwankte. Der Wirth trat hinzu und geleitete ihn die Thür:

Gehen Sie nach Haus, hören Sie?" Mein Freund verließ wirklich den Keller.