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Hints.) Im aberseeischen Handel liegt die Konkurrenz in der Qualität der Schiffe und da können wir nicht warten, bis etwas von selbst tommt. In England hat man die Frage der Beseitigung der Subventionen wiederholt angeregt, aber davon Abstand genommen, weil man anerkennen mußte, daß die Brivat- Unternehmungen allein nicht ausreichen, den Vertebrs ansprüchen des Handels und der Industrie zu genügen. Unsere Industrie hat fich inzwischen gestärkt und auf dem Weltmarkt als fonkurrenzfähig erwiesen. Privatdampfer find mit den sub­Bentionirten Bostdampfern gar nicht zu vergleichen, selbst nicht die der Nomannlinie. Wer seine Waare zur rechten Zeit haben will, fann fich nicht auf einen Privatdampfer verlassen, der bald diesen bald jenen Hafen anläuft und einen Tag liegen bleibt. Auch für den Baffagierverkehr eignen sich Privatdampfer nicht. England hat eine enorme Einnahme, die eigentlich Deutschland zukommen sollte, aus diesem Verkehr. Wir wer Den durch diese Seepostlinien den englischen Seeverkehr ent behren können. Hier ist es geboten an den Batriotismus zu appelliren, und vergessen sollten wir nicht, daß wir erst seit 1870 im Stande find, im Ausland Einfluß auszuüben. Bei einem Defizit im Etat soll man sich gerade neuen Unter nehmungen zuwenden und nicht den Kopf verlieren.( Oho! und Widerspruch links.) Kein Kaufmann tönnte ein Unter­nehmen wagen, wenn er erft zuvor den Gewinn sicher berech nen wollte.( Gelächter links.) Bei keiner Eisenbahn, bei feinem Kanal fann man den Gewinn vorausberechnen, Den fie bringen werden. Will man so rechnen, dann gar nichts bewilligen. bewilligen. Redner erklärt sich ebenfalls für Kommissionsberathung, da einige Punkte der Vorlage noch der Aufklärung und Erörterung be dürfen. Indem wir vermehrte Schnelligkeit für den Verkehr fordern, ftreben wir für Förderung des Unternehmungsgeistes. Die Wichtigkeit solch schneller Beförderung kann gar nicht unterschäßt werden. Redner empfiehlt eine Kommission von 21 Mitgliedern.( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.)

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Während der Rede ist Fürst Bismarck in den Sigungs­faal eingetreten.

Abg. Graf Behr Behrenhof( Reiche partei) findet feinen wesentlichen Unterschied zwischen dieser und der früheren Vor­lage und wird seine Partei deshalb auch für dieselbe stimmen. Das ganze Land hat an der Förderung des Handelsverkehrs ein lebhaftes Interesse, nicht blos die Hafenstädte. Der Ge winn der Subvention sei unleugbar. Wir müssen ja nun ein­mal die überschüffige Volkskraft nach Außen hin abgeben und mühen deshalb auf Mittel finnen, diese Kräfte dem Vaterlande möglichst zu erhalten. Redner erklärt sich ebenfalls für Kom­miffions- Berathung.( Beifall rechts.)

Uebrigens sei es doch nicht verwerflich, wenn man einen frühe­ren Irrthum einsehe.

Abg. Dr. Bamberger vertheidigt seinen Standpunkt, er habe dem Sinne nach richtig zitirt.

Abg. Wörmann bestreitet das; damals habe es sich um eine Unterstüßung sämmtlicher Dampfer gehandelt für eine gewisse Meilenzahl, das sei doch mit der Borlage garnicht zu vergleichen.

Die Debatte wird geschlossen. Nach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Frhrn. v. Huene wird die Vorlage einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.

Dann werden durch Akklamation die Abgeordneten Dr. ammacher, Kochann und v. Busse zu Mitgliedern und die Abgeordneten 2etoda, v. Bunsen und Dr. Meyer( alle) zu Stellvertretern der Reichsschulden- Kommis­flon gewählt.

Schluß der Sigung 5 Uhr. Nächste Sizung: Mittwoch, 12 Uhr. D.: Antrag Mundel auf Sistirung des Straf verfahrens gegen Dr. Möller. 2) Antrag Windthorst auf Aufhebung des Expatriirungsgefeßes. 3) Die Anträge Mundel und Reichensperger wegen der Berufung in Strafsachen, und 4) Antrag Jagdzewski auf Bulaffung der polnischen Sprache bei den Gerichtsverhandlungen, und 5) Antrag Grillenberger auf Verschiebung des Einführungstermines für das Kranken­kaffengeses.

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In Kottbus

Lokales.

| entwich Lindow von den Riefelfeldern in seinen Ansta kleidern nach Berlin , wo er seinen Anstaltsanzug mit einem anderen vertauschte und sich hier unter dem Namen Hennig aufhielt. Einige Wochen später vermiethete er sich unter dem Namen Lehmann als Kutscher bei einem Handelsmann in der Landsbergerstraße. Vorgestern erhielt er von diesem den Auf­trag, einen Korb mit 11 fetten Gänsen vom Schlesischen Bahn­hofe zu holen und mittels Fuhrwerks zu einem Fleischwaaren händler in der Klosterstraße zu bringen. Lindow nahm aber den Korb mit den Gänsen an fich, ließ das Fuhrwerk seines Herrn in der Papenstraße aufitchtslos stehen und begab sich mit den Gänsen in einer Droschte nach Moabit , indem er dem Droschkentutscher eine Gans als Fahrlohn gab. In Moabit verkaufte er den größeren Theil der Gänse an einen Restau rateur und den Rest der gestohlenen Gänse schenkte er seinen Anverwandten. Gestern Vormittag wurde L. betroffen und wegen wiederholter Unterschlagung zur Haft gebracht.

a. Drei jugendliche Arbeitsburschen sind heut wegen eines in einer Schiffskajüte verübten schweren Einbruchsdieb stahls zur Untersuchungshaft gebracht worden. Dieselben find gestern Abend am Lüpower Üfer , in der Nähe der Königin Augusta- Brüde, auf einen im Schifffahrtskanal liegenden Dbft gstiegen, um Obst zu stehlen, da ihnen bekannt war, daß der Inhaber des Kahns fich zur Zeit in seiner Wohnung befand. Nachdem sie fich die Taschen mit Obst gefüllt hatten, haben sie die Kajüte erbrochen, das dort befindliche Mobiliar durchwühlt, die Sachen zusammengeworfen und hierbei ein Portemonnaie mit 8 Wt. Inhalt und eine filberne Bylinder Uhr gestohlen. Ein Bekannter des in der Potsdamerstraße wohnhaften Obste tahn- Inhabers ging gerade, als die Diebe in der Kajüte bes schäftigt waren, am Ufer entlang, und da er Licht in der Kajüte bemerkte, so erregte dieser Umstand bei ihm Verdacht, denn er wußte, daß der Schiffs Inhaber nicht im Kahn fich befand. Auf seine Veranlassung wurden die drei Burschen, als fie fich mit ihrer Beute entfernen wollten, festgenommen.

g. Rohheit. Die in Rigdorf wohnende unverehelichte Marie K. wurde in der vergangenen Nacht, als fte die Friedrich­straße entlang ging, von zwei Männern veranlaßt, das Haus Friedrichstraße 32 zu betreten. Hier kam es zwischen beiden Barteien zu Differenzen, welche darin ausarteten, daß die beiden Männer die unverehelichte A. bis nach dem zweiten Hof des Grundstücks schleppten und sie hier zur Duldung unzüchtiger Handlungen zwingen wollten. Die K. widersezte sich aber diesem Anfinnen, worauf die beiden Männer die K. zur Erde warfen, fie unbarmherzig mit Füßen und Fäusten schlugen und bann, blulüberströmt, auf die Straße warfen. Auf das Hilfe geschrei der Ueberfallenen eilten ein Schußmann und ein Nacht wächter herbei, welche die Uebelthäter nach dem Polizeibureau in der Charlottenstraße 5 brachten, während die K. ärztliche Hilfe in der Sanitätswache in der Markgrafenstraße nachsuchte. In den beiden Festgenommenen wurden der in der Friedrich­ftraße wohnende Militäranwärter Hermann S. und der Schablonenmaler Max M., in der Wilhelmstraße wohnhaft, ermittelt. Die K. behauptet übrigens, daß ihr bei dem Ueberfall 3 M. abhanden gekommen sind. Die eingeleitete Untersuchung wird festzustellen haben, ob und in wie weit im vorliegenden Falle eine Beraubung der R. stattgefunden hat.

W: Die Kartoffelaufläufer. Bei Gelegenheit der Ber­haftung des von Malmö nach hier transportiren Kaufmanns Hörsch, tömmt auch wiederum eine Episode zur Erinnerung der Behörden, die wohl verdient, allgemein bekannt zu werden. Dieselbe betrifft den ehemaligen Gutsbefizer Eichler, dem Hörsch sein Gut in Malmö abgeschwindelt hatte und welcher der Be­hörde den Aufenthalt des Hörsch nachwies.- Vor etwa Jahres­frist zog eine Bäderfamilie nach Berlin , die sich etwas Ver mögen erworben hatte, in welche Eichler und ein Freund des= selben, der ehemalige Destillateur Krüger, Eingang zu finden wußten. Eichler wie Krüger erzählten den vertrauensseligen Bädersleuten fast täglich, daß fie an Produkten 300, 500, ja eines Tages 1000 Mart verdient hätten. Diese angebliche Fähigkeit der beiden gedachten Freunde, so leicht Geld zu ver dienen imponirte der Bäckersfrau, die einen tauben Bruder in Rottbus hatte, welcher in seiner Wohnstube daselbst in einer Kommode sein Vermögen von 15 000 M. in Staatspapieren zu liegen hatte. Die Bädersfrau, die ihrem Bruder gern größere Verdienste zuwenden wollte, plauderte mit den beiden großen Verdienern" und erzählte ihnen obigen Thatbestand, indem fie meinte, daß fie ihren Bruder nach hier kommen lassen wolle, damit sich dieser an ihren Geschäften betheiligen fönne. Die beiden Freunde" dachten jedoch anders und nahm Krüger alsbald ohne Vorwissen der Bäckersfrau feinen Aufenthalt in Kotibus und zwar in der Gastwirthschaft von Krüger, in welcher der taube Bruder der Bäckersfrau wohnte, während ihn die Bäckersfrau in Geschäften auf Reisen wähnte. nun fuhr Herr Krüger alle Tage auf das Land, und kam regelmäßig Abends nach Hause, erzählend, wie viele Kartoffeln er für seinen Chef in England aufgekauft habe und welche hohen Preise er angelegt. Dies währte etwa 5 Tage, als er eine Depesche aus Berlin erhielt, worin ihm gemeldet wurde, daß sein Chef aus London ange fommen sei. Nach Empfang dieser Depesche reifte Krüger ab. Die Wirthin des Gasthofes zu Rottbus wünschte den Bauern, als diese in die Stadt tamen, Glück, daß sie ihre Kartoffeln an den Auffäufer für England so gut verkauft haben, doch als die Bauern erklärten, daß fie von einem Kartoffelverkaufe nichts die Bauern erklärten, daß fie von einem Kartoffelverkaufe nichts müßten und einen Kartoffelaufläufer überhaupt nicht gesehen hatten, wurde die Within ebenso wie der taube Bruder der Bäckerin, an den fich Krüger angeschmiegt hatte und deffen Bimmer er öfter betreten, stugig und was die Wirthin nicht gleich auszusprechen wagte, fand sich nur allzubald bewahr beitet, der angebliche Startoffelaufläufer hatte durch Nachschlüffel die Kommode des Tauben geöffnet und dessen ganzes Ver­mögen gestohlen. Die Behörden wurden sofort von diesem Diebstahl in Kenntniß gefegt und es stellte fich bald heraus, daß der ,, Gutsbefizer" Herr Eichler diese Papiere in Berlin , bei einem Bankier Unter den Linden umgewechselt hatte. Eichler erklärte der Behörde, daß er den großen Un­bekannten" im Konzertgarten des Bentralhotels getroffen, der ihn gebeten, diese Papiere für ihn umzuwechseln, da­gegen wollte er Krüger schon seit einiger Beit nicht gefehen haben. Krüger war und blieb verschwunden, wogegen gegen Eichler die Anklage wegen Hehlerei erhoben wurde und der felbe mit 6 Monaten Gefängniß dafür belegt worden ist, welche er jegt gerade verbüßt.

Abg. Dr. Bamberger( deutschfreisinnig) kann die Vor­lage nicht annehmen, hält sie aber der Kommissionsberathung werth. Von Herrn Wörmann habe er eine ganz andere Nede erwartet. Thatsächliches Material habe er garnicht erbracht. Ueber die Schönheit Afrikas habe man schon vieles auch von anderer Seite gehört, aber ob das Unternehmen auch rentabel fei, daß müffe nachgewiesen werden. Jedenfalls müsse es als ein Vorzug anerkannt werden, daß die Vorlage nicht in Ver bindung mit der Kolonialpolitit gebracht sei und das mache eine nüchterne und geschäftsmäßige Prüfung möglich, Er sei fein prinzipieller Gegner der Subvention Serlange aber den Nachweis der Nothwendigkeit. Sie solle den Erport unserer Fabrikate heben, von der Rhederei ist dabei garnicht die Rede. Schon 1881 habe fich die Hamburger Sandelskammer gegen jede Subvention der Seeschifffahrt er­tlärt, unter der Ei klärung steht auch der Name Karl Wörmann ( peiterleit links). Redner zweifelt, daß durch das Unternehmen ein nennenswerther Gewinn erzielt werden wird. Die Schnellig leit ist nur in sehr bedingter Weise von Wichtichkeit. Bei pielen Waaren fommt es auf die Billigkeit des Trans­portes an, der Schnelligkeit bedürfen meist nur Mode artikel, die bald veralten. Die ausländische Konkurrenz ist so foulant, daß sich neue Unternehmungen nicht würden behaupten tönnen. Dan müffe doch wenigstens nachweisen, daß der Vor­theil aus den Aufwendungen zu diesem selbst einigermaßen im Verhältniß steht. Angesichts der trüben Erfahrungen, die man namentlich neuerdings in Holland gemacht, empfehle fich doch größte Vorsicht. Man könnte doch große Enttäuschungen er leben. Man fönne hier unmöglich die Berkehrsbedürfnisse von 200 Millionen frember Völker richtig beurtheilen. In der franzöfifchen Kammer lönne man die schönsten Reden über das felbe Thema hören, hoffentlich wollen wir doch nicht in dies felbe System verfallen? Die Spekulation möge ja dadurch gehoben werden, ob aber eine gesunde, das bezweifle er. Gründe, welche die für die Vorlage geforderte hohe Summe rechtfertigen, feien nicht vorgebracht, deshalb werde er gegen diefelbe stimmen.( Beifall links.)

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Reichskanzler Fürst Bismard will nur einige unrichtige Borausfegungen des Vorrebners berichtigen. Um eine überseeische Politik zu führen, Regierung eine geschlossene Meinung des Bolles hinter sich baben, sonst ist eine Kolonialpolitik nicht möglich, und inso weit stebt auch die Vorlage mit der Kolonialpolitik in Verbin­Dang. Es ist unrichtig, wenn hier behauptet wurde, daß der Godthard- Tunnel rein im militärischen Interesse erbaut sei, nein man hat ein neues Berkehrsgebiet für das deutsche Volk schaffen wollen. Die neutraliftrende Partei Bolitit im Lande gat auch einen e: fältenden Einfluß auf die Schifffahrt geübt. Wenn wir erft große Krisen abwarten wollten, bevor wir mit neuen Vorschlägen fommen, dann würde Herr Bamberger wahrscheinlich wieder andere Bedenken haben."( Bustimmung.) Man stellt sich mit der heutigen Fraktionspolitik stets artig der Regierung entgegen und sollte doch lieber rund heraus erklären, daß die Oppofition auf Fraktionsbeschluß beruht. Auf das Defizit kann man nicht verweisen, denn es beruht auf ganz anderen Gründen als auf denjenigen, die hier angeführt And. Der ungefeßliche Ausdruck: Defizit" paßt übrigens gar meinten Absichten der Regierung vereiteln; ob mit Recht? Ich Denke darüber werden die Wähler nicht zweifelhaft sein.( Bei

fall rechts).

Abg. Gerlich( deutsch - konservativ), sucht durch ziffern­mäßige Darlegungen die Vortheile der besseren Seepostlinien darzustellen, wird hierbei aber wiederholt von der Linken unter­brochen. Er gründet seine Ausführungen auf persönliche Erfab­rungen im Konsulatsdienst( Redner ist Geh. Legationsrath). Die Borlage beweise, daß wir entschloffen sind, unsere Nationalität zur Geltung zu bringen; teshalb könne Niemand, der rational

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In Folge Ausgleitens auf der Straße sind dem B. T." zufolge, in den letzten Tagen nicht weniger als 16 Leute verunglückt. Sämmtliche haben den Unterarm gebrochen. Die Art und Weise des Bruches ist eine ganz eigenthümliche. Wenn nämlich die durch das Ausgleiten hervorgerufene Erschütterung zu groß ist und der Körper ausschließlich auf dem aufgeftüßten Arm lastet, dann fommt es zum Bruch der Unterarmfnochen dicht über dem Hanbgelent. Diese Bruchstelle war bei allen 16 Batienten diefelbe. Unwiüfürlich muß man dabei an ähnliche Knochenbrüche denken, die feiner Zeit sehr häufig vorkamen, als vor Einführung der Kanalisation die meisten Straßen Berlins noch mit jenen, leider auch jegt noch nicht ganz beseitigten mehrere Fuß tiefen Rinnsteinen versehen waren. Die durch Ausgleiten in diese Rinnsteine entstehenden Knochenbrüche des Unterschenkels be­zeichnete Geh. Rath v. Langenbeck damals mit dem typischen Namen Berliner Rinnstein- Frakturen" und unter diesem Namen find sie auch in die chirurgische Wissenschaft eingeführt worden.

daß der Import durch den Verkehr übermäßig gefördert weiden fönnte, fönne durch unser Schutzollsystem sehr leicht beseitigt was jedoch nur soweit geschehen war, daß die beiden

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von dem Zusammenbruch des Fortschritts; worum regt fich Abg. Richter- Hagen( d. fr.): Man spricht so gern Denn der Kanzler über den Reichstag so auf? Wenn bei den Wahlen etwas zusammengebrochen, so war es das Sozialisten­gefeß. Die Dampfersuboention aber hat mit unseren Wahl erfolgen nichts zu thun. Die Angriffe des Kanglers auf die Fraktionspolitik fangen an langweilig zu werden.( Sehr längst, fahren auch schnell; es fragt sich nur, ob mehr Bedürf nife vorhanden sind, als fte heute befriedigen. Beim Kanzler werden immer mehr Worte ungefeßlich: zuerst das Wort fret finnia", nun auch das Wort Defizit". An der Obstruktions politit ift die Rechte ebenfalls schuld, denn sie hat das Tabaks monopol auch abgelehnt; oder ist Ihnen das schon wieder

leid?( Beifall links.)

Abg. Wörman erklärt dem Abg. Bamberger , daß die von jenem erwähnte Unterschrift unter dem Hamburger Gesuch mit seinem heutigen Standpunkt nicht in Widerspruch stehe.

N. Zur Katastrophe in Ertner. Der Schauplatz der Ratastrophe in Eitner ist heute Bormittag 11 Uhr durch eine gerichtliche Sachverständigen- Kommiffion, bestehend aus Herrn Bauinspektor Werner aus Berlin , Amtsrichter Berenbart aus Alt- Landsberg und Amtsvorsteher Hübener aus Erfner, einer Alt- Landsberg und Amtsvorsteher Hübener aus Erfner, einer eingehenden Lokalinspektion unterzogen worden. Als Beugen waren durch Eilbotenbrief geladen: Bimmermeister Schlund und Zimmerpolter Schloeple. Die Besichtigung selbst dauerte bis 1 einhalb Uhr und begann sodann das Beugenverhör der beim Bau beschäftigt gewesenen und die Katastrophe überlebt habenden Bimmerleute. Das Resultat der ganzen Verhand­lung dürfte erst nach Schluß aller Bernehmungen definitiv zu publiziren fein. Wie man annimmt, hätten die einzelnen be reits stehenden Ballen, bevor der Binder herauf, gezogen wurde, durch Querbalten abgefteift werden müssen, Endballen durch schräg angenagelte Bretter geftügt waren. Die Leichen der beiden sofort getödteten und sich noch in der Leichenhalle in Erkner befindlichen Zimmerleute Albert Witte und Riese sollen morgen früh nach Bethanien geschafft und von dort mit dem in diesem Krankenhaus verstorbenen Zimmer­gesellen Dieckmann nach dem Kirchhof in Weißensee überführt werden. Herr C. Naud, der Bächter des Grundstüdes, hat, wie wir hören, bereits in humanfter Weise sowohl für die Beerdigung, wie für eine Beseitigung der augenblidlichen Nothlage der Hinter bliebenen dadurch gesorgt, daß er einer jeden Mittwe zunächſt 100 Mart ausgezahlt hat. Aus den Kreisen des Publikums bat der bekannte Wohlthätigkeitsverein, Berliner Spelunke ,, Halluncia" die Initiative zur Beseitigung der Noth ergriffen und in seiner legten Sonnabendigung bereits 103 Mart für die Hinterbliebenen gesammelt.

a. Unverbefferlich. Der Arbeiter Lindow war während des Sommers im Arbeitshause zu Rummelsburg als Korrigend betinirt und bei den landwirthschaftlichen Arbeiten auf den Rieselfeldern zu Heinersdorf beschäftigt. Anfangs Oktober cr.

N. Eine unglückliche Hühneraugenoperation hat abermals einen höchst bedauerlichen Ausgang gehabt. Der in der Friedrichstraße 160 wohnende Hutfabrikant Mertes hatte sich ein sehr schmerzhaftes Hühnerauge, nachdem er dasselbe vor her schon selbst zu entfernen versucht hatte, durch einen Dok for E. operiren laffen. Troßdem die Operation glücklich ver­laufen schien, zeigte fich plötzlich der Brand in dem Fuß, und mußte M. infolgedessen nach dem Augusta- Hospital in der Scharnhorststraße überführt werden. Hier mußte dem Unglüd­lichen im Laufe des Sonnabends der Fuß bis zum Kniegelent amputirt werden. Der Zustand des M. soll ein sehr Besorgnis erregender sein.

g. Gerechte Strafe. Ein Individuum, welches sich gestern Sonntag Mittag ein Vergnügen daraus gemacht hatte, in der Leipzigerstraße mehrere rubig ihres Weges ge hende Damen anzurempeln, wurde auf Beranlassung eines Herrn durch einen Schußmann nach der Wache des 40ften Polizeireviers am Spittelmarkt fiftirt. Der betreffende Herr begab sich ebenfalls nach dem Polizeibureau, um daselbst seine Angaben und Beobachtungen zu Prototoll zu geben.

g. Ein Opfer der Arbeit. Ein Arbeiter der Kuhnheim schen chemischen Fabrik in der Bergmannstraße verbrannte sich gestern Vormittag bei seiner Arbeit mit einer scharfen Säure derartig die linke Backe, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

g. Unglücksfall. Der in der Anbaltstraße 15 wohnende Schneidermeister Gabriel fam in der vergangenen Nacht auf dem durch den Schneefall geglätteten Trottoir der Markgrafen­straße so unglücklich zu Fall, daß er sich den linken Fuß am Knöchel brach. Nach Anlegung eines Nothoerbandes in der naben Sanitätswache wurde er nach seiner Wohnung über­führt.

g. Im völlig bewußtlosen Zustande wurde gestern Vormittag gegen 10 Uhr die in der Friedenstraße 46 wohnende Frau K. per Droschke zu einem Heilgehilfen in der Blumen­straße gebracht, in welcher Straße fte turz vorher in diesem Bustande aufgefunden wurde. Die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg gekrönt, so daß die Ueberführung der Frau K. nach ihrer Wohnung per Droschke bewirkt werden fonnte.

N. Selbstmord im Untersuchungsgefängniß. Ein im Untersuchungs gefängniß Alt- Moabit in Untersuchungshaft be findlicher Handelsmann Karl Niete, bisher Neue Friedrichstraße 5 und 6 wohnhaft, wurde heute früh in seiner Belle erhängt gefunden. Obwohl der noch warme Körper sofort losgeschnitten und Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, so erwiesen sich dieselben doch als erfolglos. Auf polizeiliche Anordnung wurde die Leiche nach der Morgue geschafft.

N. In die Morgue find im Laufe der vergangenen Woche nicht weniger als 13 Leichen behufs Refognoszirung resp. Fest stellung der Todesursache eingeliefert worden. Unter den Ein­gelieferten befanten fich vier Vergiftete, ein Erhängter, ein aus dem Fenster Gestürzter, ein Erftidter, ein Erfrorener und vier am Schlagfluß resp. Lungenschlag Verstorbene, während bei einem die Todesursache nicht festgestellt werden konnte.

Gerichts- Zeitung.

Wegen Beihilfe zur Verbreitung verbotener sozial­demokratischer Druckschriften batten sich gestern der Möbel­polier Karl Heinrich Hermann Prochnow und dessen Ehefrau vor der vierten Straffammer bieftgen Landgerichts I zu ver­antworten. In Abwesenheit des angeklagten Ehemanns wurde am Vormittag des 28. Juli cr. vom Postboten eine Rifte an Die angeklagte Ehefrau abgegeben. Dieselbe war in Harburg auf die Boit gegeben, an den Angeklagten adressirt und als Absender ein Herr Laube aus Harburg bezeichnet. Der Krimminalpolizei war nun an diesem Tage von einem ihrer Bigilanten angezeigt worden, daß das qu. mit verbotenen Druckschriften angefüllte Badet an den ihr bis dahin ganz un bekannten Angeklagten antommen würde. Am Abend gegen 6 einhalb Uhr begaben sich die Kriminalschußleute Ubhes und Müller nach der Wohnung der Angeklagten, um nach den an gekommenen Backet zu forschen. Den angeklagten Ehemann, der kurz zuvor von der Arbeit nach Hause gekommen war, trafen fte beim Abendessen an. Auf ihre Frage, ob ein Backet angefommen sei, stellte er sich ganz verwundert, und auch die Ehefrau leugnete den Empfang eines solchen. Da trat der fleine Sohn der Angeklagten hervor und torrigirte seine Mutter mit der Behauptung, daß der Postbote am Vormittag ein Rifte gebracht habe. Nunmehr räumte dies die Ehefrau